Freitag, 21. Juli 2017

Hausrotschwänze

Man trifft sich immer zweimal. Oder dreimal. Oder öfter. Wir und unsere Nachbarn, Familie  Hausrotschwanz. Ein Kennenlernen an fünf Orten.

Letztes Jahr im Sommer: was hüpft denn da durch das Gras? Ein Vogel, roter Fleck, heftig wippender Schwanz, zu schnell weg um ihn näher zu erkennen. Kurze Zeit später auf dem Zaunpfosten: derselbe Vogel? Schwarz und Rot auf jeden Fall, irgendwie hektisch, wackelnd mit dem Schwanz als wäre er ein Hund vor einem frisch geschlachteten Rindermagen. Fast Spatzengroß, aber schlanker. Madame, kennst Du den?



Madame Poupou kannte den Gartenrotschwanz. Aber der sah irgendwie anders aus. Röter tatsächlich. Kleiner. Ein Gartenrotschwanz brandenburgiensis vielleicht? Oder sollten wir doch nachschauen? Immerhin, für Zweifelsfälle gab und gibt den Kosmos-Vogelführer im Haus: Dort, direkt neben dem Gartenrotschwanz, das Bild: ein Hausrotschwanz vermutlich. Weniger rot, dafür größer. Der Verdacht bestätigte sich über die kommenden Wochen als wir den Vogel weiterhin beobachteten wie er hektisch vom Zaunpfahl durch's Gras hüpfte..

Letztes Jahr im Winter: Wir, vor der Gartenhaustür stehend. Ein Blick nach oben, unter die Dachsparren. „Du, sag mal. Hast Du letztes Jahr Schwalben gesehen? Ich glaube da unter dem Dach ist ein Schwalbennest.“ Ne keine Schwalben, aber das würde erklären warum hier bei der Tür immer so viel Vogelmist ist. Und da ist eindeutig ein leeres Nest.

Freitag, 14. Juli 2017

Kleintierzoo - die Sammlung

Eigentlich treiben Madame Poupou und ich uns des Sommers gar nicht in einem Garten herum. Es handelt sich um einen Kleintierzoo. Was dort alles kriecht und fliegt, buddelt, frisst, Bäume erklimmt, sich auf Blättern ein- und ausrollt, Löcher in Erdhaufen und Holzbalken hinterlässt. Immer wieder tauchen diese Tierchen auch in Iberty auf.

Raupe - grün - Rose


So gelangt das ein oder andere dieser Tiere auch in den Blog. Tiere interessieren anscheinend die Leser deutlich mehr interessieren als Schwimmbäder, zumindest was die Aufrufzahlen angeht. Der mit weitem - also wirklich mit weitem - Abstand Artikel mit den meisten Lesern in den letzten Jahren war "Erdwespen gefährlich?".

Aber es gibt ja nicht nur die Erdwespen, sondern auch die Schmetterlinge und Raupen, die Hornissen und die Wühlmäuse, Junikäfer, verschiedenste Vögel von Hausrotschwanz bis Rotmilan, Wespen und Hummeln aller Art. Die ganzen Schwebfliegen und Grabwespen brauchen wohl noch Jahre bis wir alle identifiziert haben. Unter jedem Stein sitzt ein Ameisenbau etc. Angesichts des sich ausbreitenden Sommers, mal eine Zeit all' diese Tiere und ihre Bauten und die Bloh-Artikel dazu, hier zu sammeln.

Freitag, 7. Juli 2017

Israel-Romane (I): die Liste

Ein kurzer israelischer Herbst steht bevor. Um uns emotional in das Land und die Realitäten dort einzugrooven, hilft Literatur. Aber welche? Zu viele Bücher, zu wenig Zeit.

Da es dieses wunderbare Internet gibt, fragte ich doch einfach mal Freunde und Bekannte, welche Romane zum Thema Israel sie kennen. Interessiert war ich vor allem am aktuellen Israel 2017, machte aber keine Vorgaben und dachte, ich schaue mal was so kommt. Das Internet der Freunde und Bekannten erwies sich als mindestens so wundervoll wie erwartet. Die Zahl der lesenswerten Tipps überstieg klar das alles was ich überhaupt zeitlich lesen könnte. Immer noch zu viele Bücher und zu wenig Zeit, aber die Liste fokussiert.

Jerusa-Lamb-2 (8499834971)
Bild: Jerusalem, Sheeps in Talpiot industrial area Von: zeevveez Lizenz: CC-BY-SA 2.0

Einige Bücher der Liste besorgte ich, einige andere werden noch folgen. Die in Folge der Frage entstandene Sammlung wäre zu Schade, um in den Tiefen von Social Media unterzugehen. Andere Menschen haben vielleicht mehr Zeit oder einfach einen anderen Geschmack.

Gelesen habe ich bisher noch keines der Bücher, aber allen Recherchen nach, ist es da, was die Leser erwartet. Mehr Infos zu einzelnen Büchern gibt es nach dem Lesen.

Hier sind sie also: lesenswerte Romane zum Thema Israel. Geordnet sind die Empehlungen grob nach dem Erscheinungsdatum des Originals.

Altneuland


Erschienen: 1902 Autor: Theodor Herzl Empfohlen von Manuel

Eines von zwei Büchern, das im Original auf deutsch erschien und erst später als „Tel-Aviv“ in die Vorform des modernen hebräisch übersetzt wurde. DER zionistische Roman, der damit natürlich auch der Grundroman für das heutige Israel ist. Allerdings, da Israel gefühlt immer weniger mit den sozialistisch-sekular angehauchten Juden des Ursprungszionismus zu tun hat, eher ein geschichtlicher Rückblick als ein Buch für heute.

Sonntag, 2. Juli 2017

Schwimmbäder nah und fern: Aqua Stadtbad, Hennigsdorf

Schwimmbäder sind schön. Eine deutsche Errungenschaft besteht darin, das Land flächendeckend mit Schwimmbädern überzogen zu haben. Schwimmnbäder sind ein Ort für alle, ein Ort für Bewegung, Spiel und Überraschungen. Schwimmbäder geben einen guten Einblick, wie Menschen sinnvoll ihre Freizeit verbringen. Als Liebhaber von Schwimmbädern werde ich dieses Blog nutzen, um einen Überblick über große und kleine Schwimmbäder zu geben: Becken, Menschen, Duschen, Kaffee und sonstige Annehmlichkeiten.  Heute: das Aqua Stadtbad Hennigsdorf

Hennigsdorf? Ist das noch Berlin? Nicht mehr ganz. Der Ort liegt direkt an der Stadtgrenze und war damit zwischen 1961 und 1989 von allem abgeschnitten. Hier war Brandenburg zu Ende. Nach Westen kam die Mauer, nach Osten die Pampa. Wenn es schon komisch war, dass Berlin von seinem Umland abgeschnitten war - immerhin war Westberlin eine Millionenstadt, die sich selbst genügen konnte. Das Umland allerdings, abgeschnitten von der Metropole, zu klein für sich selbst, ausgerichtet auf das große Nichts - das ist nur noch absurd.



Heute ist Hennigsdorf weder richtig Stadt noch richtig Land, geographisch im Nirgendwo, in dem zwar einige Menschen Arbeiten (bei Bombardier zum Beispiel) und Leben, alle andere aber bestenfalls durchfahren, vom echten Land in die echte Stadt.

Dabei liegt Hennigsdorf idyllisch an der Havel, ist aber wohl doch zu industriell geprägt um Berliner Wochenendausflüglers Ziel zu sein. Ein Bad hier ist für die Menschen vor Ort und muss dementsprechende Bedürfnisse erfüllen. Ein echtes kommunales Bad also, dessen Höhenflug an Schicki-Micki bereits die Benennung als „Aqua“ war.

Mittwoch, 28. Juni 2017

Alltagssport in der DDR

Die DDR war eine Sportnation. Medaillengewinner bei Olympischen Spielen wurden verhätschelt. Erfolgreiche Sportler waren für DDR-Verhältnisse Superstars. In das Training und die Unterstützung der Leistungssportler flossen nicht unerhebliche der knappen Mittel des Staates.

Die Sportnation DDR definierte sich über den Spitzensport. Aber wie sah es mit Alltagssport aus? Wer weiß darüber? Alltagssport gab es in der DDR natürlich auch. Wenn auch weder unter dieser Bezeichnung, noch als Breitensport, sondern als Freizeit- und Erholungssport. Von Spoitfunktionären wenig geliebt, aber doch vorhanden. Insbesondere von unten immer wieder gewollt und gewünscht, durch den organisierten Sport bestenfalls hingenommen.



Eher zufällig fiel mir das Buch „Alltagssport in der DDR“ (Hg. Von Jochen Hinsching, Meyer & Meyer Verlag 1998, Band 6 der Reihe „Sportentwicklungen in Deutschland“) in die Hände. Ein Aufsatzband irgendwo zwischen Sportsoziologie und Erfahrungsbericht. Einige Überblicksartikel zum DDR-Freizeitsport an sich (Politische Bedingungen, so vorhanden emprische Zahlen), einige Einzelaufsätze (Sportabzeichen, Sportfeste in Leipzig), einige Erfahrungsberichte (frühe Karateszene, der Rennsteiglauf von den ersten Anfängen bis zum Masseneignis). 

Ein Buch im Spannungsfeld, das irgendwie noch nicht so hundertprozentig den sozialwissenschaftlichen Gestus drauf hat, aber auch zu trocken ist als Erfahrungsschilderung. Größtenteils eine theoretisch reflektierte Erinnerung der Beteiligten. Seien wir ehrlich, insgesamt eher dröge zum Lesen. Aber nicht unspannend.

Donnerstag, 22. Juni 2017

Qualle blau Nordsee gefährlich?

Blaue Nordseequallen sind nicht gefährlich. Sie nesseln und brennen ein wenig. Das ist weniger schlimm als bei Brennesseln. Wem dieser Effekt immer noch zu schlimm ist, oder wer allergisch reagiert, sollte die Haut mit Essig oder Rasierschaum einsprühen. Dass das Ganze mit einer stumpfen Kante (Plastik-Karte, Rückseite eines Messers) abschaben. Auf keinen Fall sollte die Stelle mit Süßwasser behandelt werden. Süßwasser setzt mehr Gift frei.

Gefährlich kann es werden, wenn die Nesseln ins Auge geraten. Deshalb gilt es beim Tauchen in der Nordsee: Augen zu oder eine Schwimmbrille tragen.

Jellyfish - geograph.org.uk - 185481
Bild: Jellyfish. Close up, von: Gary Rogers Lizenz: Creative Commons Attribution-Share Alike 2.0 Generic

Wie es geschah



Früher Juni, Dithmarschen, Nordseeküste, Pfingsten, strahlender Sonnenschein, Wind. Am Büsumer Hauptstrand brechen sich die Wellen. Das Wasser hat entspannte 16 Grad, die Luft schon fast 20 Grad. Eine Frau in Mütze, Schal und Daunenjacke schaut uns skeptisch an, als wir ins Wasser steigen.


Die Flut läuft noch etwa eine halbe Stunde. Die Wellen überspülen bereits die Einstiegstreppe. Wir wandern, wandern, wandern. Watt ist Wanderland, selbst wenn das Wasser da ist. Die Küste ist flach. Ein paar Zentimeter Wasser unter dem Bauch müssen ja sein. Irgendwann dann Längslange ohne dabei den Boden zu touchieren.
Ein paar Schwimmzüge. Dank Wellen und Strömung ist unklar, ob es jetzt vorwärts oder rückwärts ging. Das Wasser ist kalt, angenehm und salzig. Und es brennt. Nanü? Brennen auf der Haut? Fühlt sich an wie Brennenesseln.


Brennesseln? In der Nordsee? Ja, wohl kaum. Vielleicht Quallen? Hier echt? Kenne ich nur von der Ostsee. Später dann, wieder an Land. Madame Poupou erzählt, dass sie das zum Brennen gehörige Tiert auch gesehen hat: es war blau.

Dienstag, 20. Juni 2017

Schwimmbäder nah und fern: Sewanstraße, Friedrichsfelde. Schwimmhalle Senwanstraße

Schwimmbäder sind schön. Eine deutsche Errungenschaft besteht darin, das Land flächendeckend mit Schwimmbädern überzogen zu haben. Schwimmnbäder sind ein Ort für alle, ein Ort für Bewegung, Spiel und Überraschungen. Schwimmbäder geben einen guten Einblick, wie Menschen sinnvoll ihre Freizeit verbringen. Als Liebhaber von Schwimmbädern werde ich dieses Blog nutzen, um einen Überblick über große und kleine Schwimmbäder zu geben: Becken, Menschen, Duschen, Kaffee und sonstige Annehmlichkeiten.  Heute: die Schwimmhalle Sewanstraße in Berlin-Friedrichsfelde.

Ein Lieblingsbadkandidat. Auf jeden Fall über Monate hinweg konsistent das freundlichste Schwimmbad in ganz Berlin.

Nanü. Eine recht neu gebaute Ostberliner Schwimmhalle und der Weg führt gar nicht durch Neubaublöcke und breite Straßen, sondern eher durch alte Alleen, an alten Industriegebäuden, kleinen Mehrfamilienhäusern und größeren Villen vorbei. Nebenan liegt der Tierpark.

Die Schwimmhalle liegt an der Grenze zwischen Friedrichsfelde und Karlshorst, wo sich schon Anfang des 20. Jahrhunderts eine Berliner Villengegend befand.



Die Schwimmhalle kriegt gerade noch die Kurve – sie liegt natürlich doch am Rande eines  Neubaugebietes, das sich dann Richtung Tierpark erstreckt. Tatsächlich sind es keine zehn Minuten Fußweg bis zu dem Zoo. Für interessierte gibt es hier noch einen Pfad zu den Plattenbauten mit durchaus informativen Infotafeln zum Ostberliner Neubaugebiet an sich und den einzelnen Plattenbautypen.

Donnerstag, 15. Juni 2017

B, C oder D? Eine Bestimmungshilfe für Volksschwimmhallen.


Ihr kennt das Problem: Man steht in Ostberlin vor einer Schwimmhalle und fragt sich: B, C oder D? Welcher Typenbau einer DDR-Volksschwimmhalle ist es denn nun? Die 1970er und die angrenzenden Jahrzehnte waren das Goldene Zeitalter des deutschen Schwimmbadbaus in Ost und West. Auf beiden Seiten der Grenze trug der Typenbau maßgeblich dazu bei, dass neue kommunale Schwimmbäder und Schwimmhallen entstanden. Erstmals entstand so etwas wie eine flächendeckende Versorgung mit Hallenbädern..

Westberlin baute zwischen 1974 und 1984 das Kombibad in verschiedenen Varianten. Die DDR begann früher und endete später mit dem Typenbau. Sie frönte seit den späten 1960ern bis zu ihrem Ende dem Schwimmbad-Typenbau in vier Evolutionsstufen von A bis D. Eigentlich hielt sie sogar noch nach ihrem Ende durch, da die letzten "DDR-"Typenbauten erst Anfang der 1990er fertig gestellt wurden.

"Schwimmhalle" steht drauf. Aber welche ist es?


Die Typen sind auf den ersten Blick recht ähnlich. Die Bäder selbst sind oft durch zwischenzeitliche Modernisierungen und Sanierungen nur bedingt als eigentlich identische Bäder zu erkennen. Aber der Afficionado möchte ja doch wissen wo er ist, ob das nun Typ Anklam der doch eher Berlin 83 ist, möchte erkennen was an der Gestalt des Bades noch original ist und was einer späteren Sanierung geschuldet.

Generell ist die Informationslage über Schwimmbad-Typenbauten schlecht: Bücher über Bäder werden von Architekturfans geschrieben und bei denen stehen 70er-Typenbauten noch in einem schlechten Ruf. Mein Standardwerk über die Berliner Bäder fertigt die ganzen Typenbauten nur am Rande ab, hat ungewöhnlich viele inhaltliche Fehler in jenem Teil des Buches und noch nicht einmal bemerkt, dass B und C zwei unterschiedliche Typen sind. Berlin und seine Bauten beschränkt sich leider auch zum größten Teil darauf, den Typenbau an sich zu verteufeln ohne auf Details einzugehen.

Schwimmer würden das anders sehen. Aber Schwimmer schreiben im Normalfall keine Texte über Gebäude - nicht einmal über Schwimmbäder.

Dienstag, 13. Juni 2017

Schwimmbäder nah und fern: Hemmingstedt, Freibad

Schwimmbäder sind schön. Eine deutsche Errungenschaft besteht darin, das Land flächendeckend mit Schwimmbädern überzogen zu haben. Schwimmnbäder sind ein Ort für alle, ein Ort für Bewegung, Spiel und Überraschungen. Schwimmbäder geben einen guten Einblick, wie Menschen sinnvoll ihre Freizeit verbringen. Als Liebhaber von Schwimmbädern werde ich dieses Blog nutzen, um einen Überblick über große und kleine Schwimmbäder zu geben: Becken, Menschen, Duschen, Kaffee und sonstige Annehmlichkeiten. Heute: das Freibad Hemmingstedt

Hach, ein Bad dass ich einfach mag. Das Freibad in Hemmingstedt ist weder schwimmerisch besonders spektakulär noch hat es großartige Liegewiesen, Beachvolleyballfelder, 50-Meter-Becken oder sonst etwas herausragendes. Aber es ist eines dieser kommunalen Schwimmbädern bei denen ich von vorne bis hinten den Eindruck habe, dass alles stimmt. Die Anlage ist schön gestaltet, die Kabinen/Duschen sind für ein Freibad im Top-Zustand, die Leute - sowohl Besucher wie Angestellte -  verhalten sich ausnehmend nett und das Wasser ist warm genug um nicht zu bibbern. Kommunale Schwimmbäder wie ich sie mir wünsche.



Hemmingstedt liegt in Dithmarschen, nicht unweit der Badeorte Büsum und Sankt Peter Ording. Die Nordsee ist nah, aber dank Watt, Modder, Ebbe und Flut und Strömungen nur sehr eingeschränkt beschwimmbar.

Sonntag, 4. Juni 2017

Schwimmbäder nah und fern: Tiergarten, Stadtbad

Schwimmbäder sind schön. Eine deutsche Errungenschaft besteht darin, das Land flächendeckend mit Schwimmbädern überzogen zu haben. Schwimmnbäder sind ein Ort für alle, ein Ort für Bewegung, Spiel und Überraschungen. Schwimmbäder geben einen guten Einblick, wie Menschen sinnvoll ihre Freizeit verbringen. Als Liebhaber von Schwimmbädern werde ich dieses Blog nutzen, um einen Überblick über große und kleine Schwimmbäder zu geben: Becken, Menschen, Duschen, Kaffee und sonstige Annehmlichkeiten. Heute: das Stadtbad Tiergarten

Wie bizarr. Eine einladende Atmosphäre versprüht dieses Bad nicht gerade. Es trägt ein schweres historisches Erbe. Denn seinem Bau fiel das älteste Bad Berlins zum Opfer. Von außen wirkt das Stadtbad Tiergarten verbaut, von innen dringend sanierungsbedürftig und dieses allüberallige Braun macht mich depressiv. Dennoch: zum Schwimmen ist dieses Bad super. Ich habe lange nicht mehr solche Strecken geschwommen wie hier im Bad.


Kernkompetenz im Stadtbad Tiergarten: Yeah, alles andere: Bäh.

Dienstag, 30. Mai 2017

Kirchentag 2017 – #smartchurch, #onlinepranger, Psalm139

Orange Augen schauen Dich an. Ein Plakat wird von Dir gesehen - sagt es. Orange Schals zieht vorbei  in der Menschenmenge. Im Park spielen plötzlich Posaunenchöre und vor unserer Schöneberger Dorfkirche wird jeden Abend mit Gästen aus Baden-Württemberg gegrillt. Die Christen sind in der Stadt.



Nachdem es über 20 Jahre her ist, dass ich mich das erste und letzte Mal zum Kirchentag aufmachte, zog der Kirchentag diesmal zu mir in die Stadt. Ein Grund, ihn mal wieder anzuschauen. Es war in jeder Hinsicht ein lohnendes und inspirierendes Erlebnis mit Digitaler Kirche, Hatespeech, Spontan-Jazzdance-Flashmobs, Neuer Musik und den Blättern für deutsche und internationale Politik.

Donnerstag, 25. Mai 2017

Badeseen beim Ländchen Glien

Es war letztes Jahr im Herbst. Die Sonnenstunden schwanden dahin, Nebel zog auf und mir wurde schmerzhaft bewusst, dass ich es kaum geschafft hatte, die örtlichen Brandenburger Seen aufzusuchen: Zu viele Badestellen, zu wenig Zeit. Neben den Ausflügen zum Plötzensee gab es nur ein paar Besuche am Kremmener See und ein kurzer wenig erbaulicher Dip in der Havel. Kleinigkeiten. Soviel fehlte noch.

Als alter Wikipedianer begann ich an den dunkler und kälter werdenden Abenden das ganze systematisch anzugehen und erstellte eine Liste. Die lag in den Tiefen der Festplatte. Nun aber, da ich die Mauersegler über dem Nachbarhaus kreischen höre, auf der Straße Menschen in Flip-Flops durch die Gegend laufen und mein persönliches Saison-Anbaden schon mehrere Wochen her ist, wird es Zeit die Liste wieder herauszuholen.


See full screen

Ausgangsort für die Seensuche ist das Ländchen Glien, eine Lehmplatte zwischen Havel und Rhin, gelegen nordwestlich von Berlin irgendwo zwischen Oranienburg, Hennigsdorf und Neuruppin. Dort ist Brandenburg, In Brandenburg gibt es Seen. Dies sind die potenziell beschwimmbaren Seen in der Nähe:

Montag, 22. Mai 2017

Schwimmbäder nah und fern: Märkisches Viertel, Stadtbad

Schwimmbäder sind schön. Eine deutsche Errungenschaft besteht darin, das Land flächendeckend mit Schwimmbädern überzogen zu haben. Schwimmnbäder sind ein Ort für alle, ein Ort für Bewegung, Spiel und Überraschungen. Schwimmbäder geben einen guten Einblick, wie Menschen sinnvoll ihre Freizeit verbringen. Als Liebhaber von Schwimmbädern werde ich dieses Blog nutzen, um einen Überblick über große und kleine Schwimmbäder zu geben: Becken, Menschen, Duschen, Kaffee und sonstige Annehmlichkeiten. Heute: das Stadtbad Märkisches Viertel

Man nehme eine handelsübliche Westberliner 70er-Jahre-Schwimmhalle (Charlottenburg / Mariendorf / Spandau-Süd). Dann suche man einen engen Platz zwischen Schule und Einkaufszentrum und beschließe die Halle dort zu positinieren. Dann schiebe man die Halle zusammen, damit sie dort noch hinpasst. Um die Quetscherei etwas zu verbergen, werfe man noch je einen ordentlichen Eimer blaue und gelbe Farbe über das gesamte Bad. Willkommen im Quetsch-und Schiebe-Bad Märkisches Viertel.



Das Stadtbad entstand wie seine Schwestern zu einer Zeit als Westberlin sozialen Wohnungsbau noch ernst nahm, der Berliner Senat noch ganze Stadtviertel neu schuf, und dabei auch das Märkische Viertel janz weit im Norden entstand. Ein neues Stadtviertel mit Hochhäusern im 70er-Jahre-Stil, nicht unähnlich den schwimmbadaffinen Ostberliner Neubauvierteln. Links eine Schule, davor so eine Art Stadtteilzentrum und auf der anderen Seiten die „Märkische Zeile“ bzw. das "Märkische Zentrum"; eine Art Vorform der Mall mit Supermärkten, Klamottenläden, zahlreichen Imbissen etc.

70er-Jahre chic hat das alles, viel Glas, Metall und Stein mit viel Farben. Obwohl die Halle mit ihrem 50-Meter-Hauptbecken nicht klein ist, wirkt sie im Verhältnis doch eher versteckt.

Dienstag, 16. Mai 2017

Anbaden

Fliege davon, Fischbrötchenpapier! Vom Sturm getragen, der Sonne entgegen, den Austernfischern vor die Füße geweht  und sicher letztendlich einer Seeschwalbe oder einer Lachmöwe zum Opfer fallend. Die kalte Nordsee blubbert ungerührt, läuft auf, läuft ab, wie halt immer. Ob Sommer oder Winter.

Sommer. Er wird kommen. Seitdem ich mit sechs Jahren einst angesichts der Ostsee beschloss „diese Badewanne ist mir zu groß“, dann aber doch zum Reingehen überredet wurde, versuche ich mein traditionelles Meeresanbaden auf Pfingsten zu legen. Sonne, 14 oder 15 Grad Wassertemperatur und ein kurzer Hüpfer in das Wattenmeer. Manchmal schaffe ich es nicht, oft aber schon, einmal Meer im Jahr sollte sein.




2017 aber ist es anders. Noch ist kein Pfingsten. Pfingsten ist um genau zu sein noch mehrere Wochen weg. Die Luft hat 10 Grad, das Bundesamt für Seeschiffahrt und Hydrographie sagt auch meiner kleinen Ecke Nordsee 10 Grad Wassertemperatur voraus. Die Sonne scheint, aber der Wind bläst, Hochwasser ist am späten Mittag – eigentlich zu früh, damit das Wasser sich wirklich aufwärmt.

Andererseits: nach all‘ den Kilometern in Hallen- und Freibädern will ich dieses Jahr endlich einmal ins freie Wasser. Im See schwimmen und nicht nur ein wenig friedlich hin- und herpaddeln. In die Wellen, in die Sonne, in den Wind, Wasserschichten spüren, mit und gegen die Strömung schwimmen, mich einlassen auf etwas lebendiges, lebende sich ändernde Natur. Das kann nicht früh genug anfangen.

10 Grad Luft und Wasser. Dank Wind gefühlt noch einiges weniger.

Dienstag, 9. Mai 2017

Trockenschwimmen mit Wikipedianern: eine Schwimmbadstadtwanderung

Ein schöner Wintertag, sieben Schwimmbäder, zwei U-Bahnen, eine Tram und zwei S-Bahnen. Knapp 10 KNORKISTEN probieren einmal etwas Neues und machten sich auf zum kombinierten Indoor-Outdoor-ÖPNV-KNORKE.

Die Veranstaltungsreihe KNORKE existiert seit mehr als zehn Jahren. In unregelmäßigen Abständen treffen sich Wikipedianer und Freunde und erkunden unbekanntere und bekanntere Berliner Ecken. Mal geht es nach Reinickendorf (war da überhaupt schon wer?), mal nach Neukölln, die Hermannstraße abbummeln oder auch entlang des Kurfürstendamms unbekannte Ecken entdecken und bekanntes neu sehen. Neugier ist – wie immer bei Wikipedia – leitendes Prinzip, und wie immer tragen viele Teilnehmer vieles an Wissen zusammen – nicht immer zur Freude des Wikipedianers, der das alles vorbereitete und sich nun der ganzen Neben-Fremdenführer erwehren muss.






Eigentlich immer  verläuft die Veranstaltung fußläufig. Man treffen sich in einer Berliner Ecke, folge einer großen Straße, umrunde ein Viertel oder auch einen See und schaue alles an, was sie am Weg liegt. In diesem Spätwinter soll es ein Experiment geben: thematische Führung mit U-Bahn und Tram. Ein Thema: Schwimmbäder, diese dafür verteilt über die (Innen-)stadt.

Mittwoch, 3. Mai 2017

Schwimmbäder nah und fern: Spandau-Süd, Hallenbad im Kombibad

Schwimmbäder sind schön. Eine deutsche Errungenschaft besteht darin, das Land flächendeckend mit Schwimmbädern überzogen zu haben. Schwimmnbäder sind ein Ort für alle, ein Ort für Bewegung, Spiel und Überraschungen. Schwimmbäder geben einen guten Einblick, wie Menschen sinnvoll ihre Freizeit verbringen. Als Liebhaber von Schwimmbädern werde ich dieses Blog nutzen, um einen Überblick über große und kleine Schwimmbäder zu geben: Becken, Menschen, Duschen, Kaffee und sonstige Annehmlichkeiten. Heute:  das Kombibad Spandau-Süd, Hallenbad.

Ist das hier überhaupt Spandau? Das Kombibad Spandau-Süd liegt so ein wenig im Nirvana zwischen der Heerstraße – der großen Berliner Ausfallstraße nach Westen und dem eigentlichen Beginn der Stadt Spandau. Umgeben von einem ehemaligen Kasernengelände, in dem heute ein Kaufland und ähnliche sind, einem großen Parkplatz und nahe gelegenen Tankstellen. Schwimmbad auf der grünen Wiese. Einfach beim KFC rechts abbiegen und dann noch einmal 200 Meter fahren.

Links zur Halle, rechts in's Freibad.


In Ostberlin wäre hier ein Neubaugebiet entstanden in dessen Mitte man das Schwimmbad gelegt hätte, im Westen hat man sich das Neubaugebiet gespart.

Donnerstag, 27. April 2017

Schwimmbäder nah und fern: Alte Halle, Charlottenburg

Schwimmbäder sind schön. Eine deutsche Errungenschaft besteht darin, das Land flächendeckend mit Schwimmbädern überzogen zu haben. Schwimmnbäder sind ein Ort für alle, ein Ort für Bewegung, Spiel und Überraschungen. Schwimmbäder geben einen guten Einblick, wie Menschen sinnvoll ihre Freizeit verbringen. Als Liebhaber von Schwimmbädern werde ich dieses Blog nutzen, um einen Überblick über große und kleine Schwimmbäder zu geben: Becken, Menschen, Duschen, Kaffee und sonstige Annehmlichkeiten. Heute: Stadtbad Charlottenburg, Alte Halle

Das älteste Bad Berlins. Ein historisches Bad mit einer spektakulären Fischfigurfassade; und den großartigsten Schwimmbadlampen östlich des Mississippis. Rückenschwimmen mit dem Blick zum Glasdach, in dem sich das Licht der untergehenden Sonne bricht. Als solches ist das Bad natürlich Dauergast in allen "Die schönsten Bäder Berlins"-Listen.



Und doch: So richtig warm wurden wir nicht miteinander. Vielleicht lag es an der Temperatur. Der Schwimmeister trug beim ersten Besuch im Winter auf jeden Fall auch eine Wollmütze und Dreiviertelhose.

Dienstag, 18. April 2017

Schwimmbäder nah und fern: FEZ, Wuhlheide

Schwimmbäder sind schön. Eine deutsche Errungenschaft besteht darin, das Land flächendeckend mit Schwimmbädern überzogen zu haben. Schwimmnbäder sind ein Ort für alle, ein Ort für Bewegung, Spiel und Überraschungen. Schwimmbäder geben einen guten Einblick, wie Menschen sinnvoll ihre Freizeit verbringen. Als Liebhaber von Schwimmbädern werde ich dieses Blog nutzen, um einen Überblick über große und kleine Schwimmbäder zu geben: Becken, Menschen, Duschen, Kaffee und sonstige Annehmlichkeiten. Heute: das Schwimmbad im FEZ, Berlin-Wuhlheide

Folge den Pfeilen zur Weihnachtsmann-Schulung. Lasse dich dabei nicht von der Rohkost-Messe verwirren. Im FEZ – dem ehemaligen Freizeit- und Erholungszentrum in der Wuhlheide - ist immer was los. Das Schwimmbad im FEZ liegt am Rand, ist nur ein Teil des Gebäudes.


Gebaut wurde das FEZ als Pionierpalast Ernst Thälmann mit DDR-weitem Anspruch. In der Wuhlheide war bereits 1950 eine Zeltstadt als Pionierrepublik Ernst Thälmann, als Freizeitpark für Kinder, geschaffen worden. Das Gebäude - der Pionierpalast - kam am 3. Oktober 1979 hinzu. Die Schwimmhalle im Pionierpalast war dementsprechend keine Nachbarschaftsschwimmhalle, sondern ein Prunkschwimmort mit DDR-weiter Ausstrahlung. Pioniere aus dem ganzen Land, und Pionierfreunde aus der ganzen Welt, sollten sehen wie sehr sich der Sozialismus um seine Jugend kümmerte und welch schönes Leben er diesen bieten konnte.

Mittwoch, 12. April 2017

Schwimmbäder nah und fern; Potsdam, Bad am Brauhausberg

Schwimmbäder sind schön. Eine deutsche Errungenschaft besteht darin, das Land flächendeckend mit Schwimmbädern überzogen zu haben. Schwimmnbäder sind ein Ort für alle, ein Ort für Bewegung, Spiel und Überraschungen. Schwimmbäder geben einen guten Einblick, wie Menschen sinnvoll ihre Freizeit verbringen. Als Liebhaber von Schwimmbädern werde ich dieses Blog nutzen, um einen Überblick über große und kleine Schwimmbäder zu geben: Becken, Menschen, Duschen, Kaffee und sonstige Annehmlichkeiten. Heute: das Bad am Brauhausberg, Potsdam.

Es ist wie im Ferienlager in der achten Klasse. Du lernst den Menschen überhaupt kennen. Denjenigen auf den Du immer gewartet hast, so schön, berauschend intelligent, witzig, voller Charme. Du bist hin und weg. Und dann erzählt der dieser Mensch: Ich fahre morgen früh; nach Hause. Auf eine Hallig. Und nächste Woche wandern meine Eltern mit mir nach Kanada aus. Wo wir 20 Jahre im Wald leben werden ohne jede Verbindung zur Außenwelt.

Was überwiegt: Freude über den Fund, oder Schmerz über den Verlust?



So ähnlich geht es mir mit dem Potsdamer Bad am Brauhausberg. Diese Kurven! Diese Seele! Diese großzügige Anlage! Der 4-Meter-Abgrund am Schwimmbadboden. Die Lampen. Die unglaubliche luxuriöse Größe.

Freitag, 7. April 2017

Vierspurige Straße im Frühjahr


Es stürmt der Sturm
Die Fahnen flattern

Moebelhausreklame knattert, knarzt

Ein Mann schiebt einen Einkaufswagen
Sammelt Müll

Dienstag, 4. April 2017

Schwimmbäder nah und fern: Charlottenburg, Neue Halle

Schwimmbäder sind schön. Eine deutsche Errungenschaft besteht darin, das Land flächendeckend mit Schwimmbädern überzogen zu haben. Schwimmnbäder sind ein Ort für alle, ein Ort für Bewegung, Spiel und Überraschungen. Schwimmbäder geben einen guten Einblick, wie Menschen sinnvoll ihre Freizeit verbringen. Als Liebhaber von Schwimmbädern werde ich dieses Blog nutzen, um einen Überblick über große und kleine Schwimmbäder zu geben: Becken, Menschen, Duschen, Kaffee und sonstige Annehmlichkeiten. Heute: das Stadtbad Chralottenburg, Neue Halle
 
Das Stadtbad Charlottenburg ist zwei Schwimmbäder. Die beiden Bäder stehen nebeneinander, haben sonst ber nicht viel miteinander zu tun. Das eine Bad nennt sich die Alte Halle – ein wilhelminisches Volksbad in voller Pracht, und das älteste Bad Berlins. Das andere Bad nennt sich Neue Halle - ein funktionaler 70er-Jahre Bau, dessen Errichtung den Auftakt zu einer ganzen Reihe nahe-identischer Bäder (Mariendorf, Spandau-Süd, Gropiusstadt, Wedding, Märkisches Viertel, Tiergarten) bildete. Ich nenne ihn den Komibadtyp. Ursprünglich sollte die Neue Halle die Alte Halle ersetzen und die Alte Halle abgerissen werden. Neue Zeiten brachen an. Ganz West-Berlin sollte große, lichte 50-Meter-Becken bekommen und von den dunklen wilhelminischen Schwimmbrätern erlöst werden. Die Berliner sahen das anders. Die Neue Halle wurde gebaut, der Abriss der Alten Halle konnte (anders als zB im Tiergarten) durch Bürgerproteste verhindert werden.



Denmnach haben wir in Charlottenburg heute die kuriose Situation zweier Schwimmhallen, die nebeneinander stehen, eine bauliche Verbindung haben, vom selbem Betreiber betrieben werden und doch nach Außen hin komplett unterschiedliche Schwimmbäder sind.

Mittwoch, 29. März 2017

Schwimmbäder nah und fern: Die schönsten, irritierendsten und buntesten.

Es ist vollbracht. Ich habe alle öffentlichen(*) Hallenbäder (**) in Berlin von innen gesehen und beschwommen.

Von Spandau-Nord bis Kaulsdorf, von Buch bis zur Finckensteinallee. Knapp 40 Bäder. Weit überwiegend werden diese durch die Berliner Bäder betrieben, aber auch mal durch die Tage geführt durch eine Sprachschule, einen Sportverein, oder eine Senatsgesellschaft für Kultur und Soziales: Ostberliner Schwimmhallen, Westberliner Kombibäder, Wilhelminische Palastbauten und Bauhaus-Grandezza.

Stadtbad Tempelhof


Gebaut zwischen 1898 und 1997, in allen Zuständen der Sanierung, von extrem freundlich bis unfreundlich, von riesigen 50-Meter-Becken bis hin zu einer Art Schwimmkasserolle. Mal gekachelt, mal mit Becken aus Metall, von der Ostberliner Sammelumkleide bis hin zu neumodiscen Unisex-Einzelumkleiden.

Dabei gibt es viel zu sehen und zu schreiben. Einige Beschreibungen sind hier gelistet, viele weitere harren noch darauf, dass ich auch zu einem zweiten Besuch komme und schaue, ob es wieder so ähnlich ist wie beim ersten mal. Aber dennoch lässt sich einiges feststellen:

Eine kleine Bestenliste der Berliner Bäder:


Die schönste gelbe Wand: Stadtbad Tempelhof. Und die Sonne geht auf.

Neonfarbenste Säulen: Charlottenburg, Neue Halle. Und dieses Gelb, es leuchtet.

Am panikeinflössensten: Sport- und Lehrschwimmhalle Schöneberg. Die Kombination aus marodem Schlüsselband und teilweise über 4,5 m Beckentiefe sah mich gedanklich die ganze Zeit am Tieftauchen auf der Suche nach dem Schlüssel.

Beste Kabinen: Spandau-Nord (direkt am Becken) und Finckensteinallee (der ganze Kabinentrakt ist echt schön).


Samstag, 25. März 2017

Schwimmbäder nah und fern: Fennpfuhl, Schwimmhalle Anton-Saefkow-Platz

Schwimmbäder sind schön. Eine deutsche Errungenschaft besteht darin, das Land flächendeckend mit Schwimmbädern überzogen zu haben. Schwimmbäder sind ein Ort für alle, ein Ort für Bewegung, Spiel und Überraschungen. Schwimmbäder geben einen guten Einblick, wie Menschen sinnvoll ihre Freizeit verbringen. Als Liebhaber von Schwimmbädern werde ich dieses Blog nutzen, um einen Überblick über große und kleine Schwimmbäder zu geben: Becken, Menschen, Duschen, Kaffee und sonstige Annehmlichkeiten. Heute: die Schwimmhalle Anton-Saefkow-Platz, Fennpfuhl

Ich suchte Schwimmhallen und fand Wohnhochhaussiedlungen. Die Suche nach dem Bad gestaltet sich als eine Expedition durch die überraschend zahlreichen Ostberliner Neubaugierte. So auch bei der Schwimmhalle Anton-Saefkow-Platz: Noch ein Volksschwimmbad in einem Neubaugebiet.. Ich muss zugeben, die Ost-Berliner waren gründlich, wenn es darum ging ihre Hälfte der Stadt mit Bädern zuzupflastern.

Dieses Bad liegt im Wohngebiet Fennpfuhl im Bezirk Lichtenberg und ist – natürlich – von Hochhäusern und einem kleinen öffentlichen Platz mit Einkaufszentrum umgeben. Gut versteckt hinter dem Bad und einer Turnhalle liegt noch ein größerer Park, der den ortsnamensungebenden Teich Fennpfuhl umschließt.



Fennpfuhl? Man fahre vom Alex aus nach Osten, immer entlang der Landsberger Allee. Irgendwann in der Ferne werden Marzahn und Hellersdorf kommen, aber erst einmal gilt es den S-Bahn-Ring zu verlassen.

Direkt hinter dem Ring, dort, wo Berlin-Innenstadt in die Neubaugebiete übergeht, trifft ein wenig klassisch-europäische Stadt auf ein wenig gescheiterte 20-Jahrhundert-Utopie. Und dort, wo sich beides trifft, fast direkt an der Ringbahn, nahe der S-Bahn-Station Storkower Straße, liegt das Neubaugebiet Fennpfuhl.

Dienstag, 21. März 2017

Der Mett-Igel ist ein deutsches Traditionsessen aus dem 18. Jahrhundert


Zedler - in vielerlei Hinsicht DAS Lexikon. Das Grosse vollständige Universal-Lexicon Aller Wissenschafften und Künste - wie es in Gänze heißt - ist ein epischer Meilenstein der Enzyklopädistik. Das Werk, zwischen 1732 und 1754 erschienen, ist das größte Lexikon seiner Zeit. Ein umfassendes Kompendium des 18. Jahrhunderts.

Mettigel
Mett-Igel, 21. Jahrhundert. Wobei die Pinien-Version deutlich besser klingt als die hier abgebildete Zwiebel-Variante. Bild: Mettigel Von: oris Kumicak + Kai Namslau Lizenz: Public Domain
Weit mehr als die ungleich bekanntere Encyclopédie ou Dictionnaire raisonné des sciences, des arts et des métiers des Diderots, ist Zedler ein Vorläufer heutiger Nachschlagewerke und natürlich der Wikipedia. Hatte das Diderotsche Werk ein philosopisch-politisches Ziel, ist fast bekannter für seine programmatischen Vorwörter und Begleittexte als für den eigenen Lexikontext, so diente der Zedler nur der ausführlichen und langweiligen Wissensvermittlung. Wobei Zedler, auch da der Wikipeida, nicht unähnlich, seine Leser durch Textmassen übewältigen wollte, 284.000 Einträge auf 63.000 Seiten in 64 Bänden. Der Inhalt ist bis heute nur spärlich erschlossen.

Samstag, 18. März 2017

Schwimmbäder nah und fern: Laguna Badeland, Weil am Rhein

Schwimmbäder sind schön. Eine deutsche Errungenschaft besteht darin, das Land flächendeckend mit Schwimmbädern überzogen zu haben. Schwimmnbäder sind ein Ort für alle, ein Ort für Bewegung, Spiel und Überraschungen. Schwimmbäder geben einen guten Einblick, wie Menschen sinnvoll ihre Freizeit verbringen. Als Liebhaber von Schwimmbädern werde ich dieses Blog nutzen, um einen Überblick über große und kleine Schwimmbäder zu geben: Becken, Menschen, Duschen, Kaffee und sonstige Annehmlichkeiten. Heute:  das Laguna Badeland in Weil am Rhein.

Wir machen eine kleine Zeitreise: Die späten Siebziger; Kommunale Schwimmbäder sind rechteckig, gerne aus Kieselwaschbeton, haben ein 25-Meter-Becken, einen Dreier und eine Sammelumkleide für je Männer und Frauen.

Dann kamen die Achtziger und dann das: ein UFO. Eine riesige Schwimmhalle in Lila und giftigem Gelbgrün, mit einer Riesenrutsche direkt durch die Halle, Wellenbecken, Mentholbad, Unisex-Einzelumkleiden. Das Ding vom anderen Stern. (Hier mit Bild) Willkommen im Laguna in Weil am Rhein. Eins der ersten Spaßbäder Deutschlands, viele Jahre vor beispielsweise den Berliner Bädern Blub oder SEZ gebaut. Und das mitten im Kleinstädtchen nah der Schweizer und französischen Grenze. Avantgardestadtplanung.







Montag, 13. März 2017

Thinking about Dance Dance Wikilution (Ballettmontag)

I've been thinking for a longer timeframe now about a WikiDance project, bringing dances and dancing on Wikipedia.

It would give me the chance to combine two passions. (and I've seen some Wikip/media people who like dance as well).

And it should serve Wikipedia as well. Contentwise it is as far removed from military history as possible. The project should open up topics that are undercovered. Maybe it could even attract people we are missing in Wikipedia right now.

BUT 


Writing about dance is about as useless as trying to to describe music by building a house in the style of the music.

And even when describing dance by words would be possible is possible: text describing movement, any movement, is about the most boring text ever written. Just try to read the sports articles in Wikipedia: boooring!

Pictures are not really an improvement. Basically, dance is movement, which means video would be the best form to cover it.


Pirouette
Animated GIF? A solution. Image: Pirouettes performed by Daria L during Paquita grand pas de deux adagio.Author. Jim Lamberson. This file is licensed under the Creative Commons Attribution-Share Alike 4.0 International license.

Using video of course would turn the project from a small, dance-oriented project to a heavy, expensive, tech-dependent project where a lot of time and resources would be spent handling equipment. Not what I would really like to do.

As can be easily seen on Youtube, producing good dance video is difficult. One needs to see what really is happening. And prefereably it should look good as well.

You need accomplished dancers to get across what you need and accomplished filmers.

(Or you need somebody who already has the videos. Then one would spent the most of the time, doing not research and producing content, but lobbying - which is none of my passions.)

SO


I could go the boring way. Limit the project to writing. Which would bring fun to me, but not to readers.

I could sigh and resign and learn a lot about video.

I could just start, see what's happening and hope for the best.

I could inspire someone who does all the work.

So. I really would like to have/start a Wiki-Dance-project. But all the forms I can imagine would either bore myself to death or would involve spending a lot of time with equipmemt and lobbying - which means no time spent with dancing at all.

So I'm having problems to decide. Anybody any ideas?

 

Mittwoch, 8. März 2017

Schwimmbäder nah und fern: Freizeitforum Marzahn

Schwimmbäder sind schön. Eine deutsche Errungenschaft besteht darin, das Land flächendeckend mit Schwimmbädern überzogen zu haben. Schwimmnbäder sind ein Ort für alle, ein Ort für Bewegung, Spiel und Überraschungen. Schwimmbäder geben einen guten Einblick, wie Menschen sinnvoll ihre Freizeit verbringen. Als Liebhaber von Schwimmbädern werde ich dieses Blog nutzen, um einen Überblick über große und kleine Schwimmbäder zu geben: Becken, Menschen, Duschen, Kaffee und sonstige Annehmlichkeiten. Heute: das Bad im Freizeitforum Marzahn

Komm nach Marzahn, in Marzahn ist es richtig nett. Diese Schwimmbadbesucherei führt mich zu manch überraschender Erkenntnis. Komm nach Marzahn, und dort findest du eines der wenigen  Nachwendebäder Berlins. Eine weitere überraschende Erkenntnis. Beim Bad im Freizeitforum nicht einmal ein besonderes Konzept-wir-müssen-etwas-beweisen-Bad wie das SSE – gebaut für die nie stattfindenden Olympischen Spiele 2000 in Berlin – oder das Berliner Badeschiff. Es ist einfach ein Nachbarschaftsbad.




Dennoch ein Schwimmbad mit mehr als genug interessanter Geschichte.

Eigentlich ist das Bad im Freizeitforum kein echtes Nachwendebad. Der Baubeginn lag noch solide zu DDR-Zeiten. Geplant war das Freizeitforum als krönender Endpunkt der Marzahner Promenade mitten im Neubaugebiet. Soweit ich das verstehe, sollte die Marzahner Promenade so etwas wie die Antwort auf die Einkaufszentren des Westen sein – eine lange Fußgängerzone mit dutzenden kleiner Geschäfte, an deren Ende ein großer Platz und ebenjenes Freizeitforum liegt. Fertig gestellt wurde das ganze aber in den frühen Neunzigern, hat also vermutlich zwischen Planung und Eröffnung noch einmal eine Westkur-Überarbeitung erhalten und ist nun ein echtes Ost-West-Hybrid.

Montag, 27. Februar 2017

Ballettmontag: Branle. Vom Renaissancedorfplatz zum Barockhof

Party! Ü300! Party, nicht für alte Menschen, sondern für alte Tänze. Eine Veranstaltung mehrmals im Jahr in einem spektakulären Gemeindesaal irgendwo bei Dahlem, veranstaltet von Maison Voltaire. Kein Tanz jünger als 300 Jahre, mit dem besten aus Renaissance, Barock und Country Dances.

Nach langer Zeit waren Madame Poupou mal wieder anwesend. Wieder mit Liveorchester, dem Tanzmeister Klaus Abromeit und viel Spaß.

Über die Veranstaltung an sich schrieb ich bereits (Iberty : Schritt – Plié – Schritt – Schritt – Schritt – Plié. Menuett im Gemeindehaus) Diesmal will ich mich aber einem einzelnen Tanz widmen: der Branle. Ein Tanz des Grenzen-Überwindens: vermutlich ein Tanz des Volkes, der schließlich seinen Weg an den Hof fand. Ein Renaissancetanz, der bis weit in das Barock hinein populär blieb.

Die Branle hatte ihre populärste Zeit vom Übergang der Renaissance zum Barock und so kommt der Tanz auch bei Ü300 nach den Renaissancetänzen wie Pawane und Gaillarde an die Reihe, aber noch vor dem Menuett.

Anscheinend ruft dieser Übergang dies ein kleines Loch der Aufmerksamkeit hervor. Während ich mich vom letzten Besuch noch an Pawane, Gaillard, Menuett und Country Dances erinnerte, war die Branle komplett meinem Gedächtnis entschwunden. Das hat sie nicht verdient: ein kleiner, netter Renaissancetanz mit Hüpfen, zeitweise allgegenwärtig und der Univeralverwendungstanz überhaupt..

Branle d'Ossau
Alfred Dartiguenave: Branle d'Ossau. Entstanden 1855/ 1856.
Branle d'Ossau

Sonntag, 26. Februar 2017

Schwimmbäder nah und fern: Kreuzberg, Wellenbad am Spreewaldplatz.

Schwimmbäder sind schön. Eine deutsche Errungenschaft besteht darin, das Land flächendeckend mit Schwimmbädern überzogen zu haben. Schwimmnbäder sind ein Ort für alle, ein Ort für Bewegung, Spiel und Überraschungen. Schwimmbäder geben einen guten Einblick, wie Menschen sinnvoll ihre Freizeit verbringen. Als Liebhaber von Schwimmbädern werde ich dieses Blog nutzen, um einen Überblick über große und kleine Schwimmbäder zu geben: Becken, Menschen, Duschen, Kaffee und sonstige Annehmlichkeiten. Heute: das Wellenbad am Spreewaldplatz in Kreuzberg.

Happy Birthday und fröhliches Jubiläum! Ein Bad feierte gestern Geburtstag und wurde 30! Dabei ist es nicht irgendein ein Bad. Es ist das letzte Bad Westberlins; der einzige Versuch, der Berliner Verwaltung ein Spaßbad zu erschaffen, die 80er-Jahre-Party als öffentliches Schwimmbad. Und das ist nun 30 Jahre alt. Das Bad liegt auf dem ehemaligen Gelände des Görlitzer Bahnhofs, im tiefsten Kreuzberg.

Man würdige die LED-Leuchtlandschaft im Foyer.
Was hier stattfand, war eine Revolution. Revolution! Revolution gehört in diese Gegend Berlins. Dort sollte alles anders werden, alles anders sein und dieses Bad ist tatsächlich als alle anderen öffentlichen Berliner Bäder. Das nackte Sportbad mit 50-Meter-Bahn und viel Wasser der 1970er (Mariendorf, Gropiusstadt, Spandau, Charlottenburg, Wedding, Tiergarten..) war obsolet geworden: zu langweilig, zu eintönig zu wenig Abwechslung. Kurz vorher hatte mit dem „Blub“ in Neukölln ein rein privat betriebenes Spaßbad eröffnet. Der Ostberliner Schwimmbadtempel, das SEZ stammte auch aus der Zeit. Die Westberliner wollten erst gar nicht eine Spaßbadlücke aufkommen lassen:  Lustiger, kindertauglicher, und mit mehr Tamtam sollte es sein.

Mittwoch, 22. Februar 2017

Schwimmbäder nah und fern: Schönefelder Welle

Schwimmbäder sind schön. Eine deutsche Errungenschaft besteht darin, das Land flächendeckend mit Schwimmbädern überzogen zu haben. Schwimmnbäder sind ein Ort für alle, ein Ort für Bewegung, Spiel und Überraschungen. Schwimmbäder geben einen guten Einblick, wie Menschen sinnvoll ihre Freizeit verbringen. Als Liebhaber von Schwimmbädern werde ich dieses Blog nutzen, um einen Überblick über große und kleine Schwimmbäder zu geben: Becken, Menschen, Duschen, Kaffee und sonstige Annehmlichkeiten. Heute: die Schönefelder Welle

Eisiger Wind streicht über die leeren Felder. Die Sonne steht über dem leeren Horizont. In der Ferne liegen eine nigelnagelneue Feuerwehrstation und ein Logistikzentrum. Die einzigen Nutzer der einzigen Straße sind LKWs, die zu ebenjenem Logistikzentrum fahren oder gleich am Straßenrand auf den nächsten Auftrag warten. Und dann, umgeben von weiteren Wiesen: ein Schwimmbad.

Nicht das Schwimmbad, sondern die Feuerwehr. Sieht auch besser aus.


Willkommen in der Schönefelder Welle. Das Bad liegt inmitten dessen, was ein Industriegebiet werden möchte. Felder, die erst noch seiner Erschließung durch den Flughafen Berlin-Brandenburg harren. Ein Bad auf der braunen Wiese, hoffend auf den Aufschwung, den der BER nach Schönefeld bringt. Ein Neubau in Zeiten des Schwimmbadsterbens: schick, auffallend und so erfolgreich, dass die ebenfalls wachsende Berliner Nachbargemeinde Falkensee wiederholt Exkursionen nach Schönefeld unternahm, um sich von deren Konzept inspirieren zu lassen.

Mittwoch, 15. Februar 2017

Schwimmbäder nah und fern: Sportbad an der Elster, Leipzig

Schwimmbäder sind schön. Eine deutsche Errungenschaft besteht darin, das Land flächendeckend mit Schwimmbädern überzogen zu haben. Schwimmnbäder sind ein Ort für alle, ein Ort für Bewegung, Spiel und Überraschungen. Schwimmbäder geben einen guten Einblick, wie Menschen sinnvoll ihre Freizeit verbringen. Als Liebhaber von Schwimmbädern werde ich dieses Blog nutzen, um einen Überblick über große und kleine Schwimmbäder zu geben: Becken, Menschen, Duschen, Kaffee und sonstige Annehmlichkeiten. Heute: das Sportbad an der Elster, Leipzig 

Leipzig. Stadt, in der ich einige Jahre lebte und trotzdem nie im Schwimmbad war. Ach, Leipzig. Schön warst du, gastfreundlich, und überhaupt extrem freundlich; sonnig, quirlig, kulturell aktiv, abwechslungsreich und voller Abenteuer. Nur irgendwie ohne brauchbares Schwimmbad.

Nur einmal einige Jahre früher bei meinem ersten Leipzig-Besuch, kam ich in den Genuß eines „Wannenbads mit Seife“ im historischen Stadtbad. Die anderen Bäder sahen von Außen seltsam aus und hatten irgendwie auch nie offen. So ist die Stadt Leipzig eine der Lieben meines Lebens, nur mit den Schwimmbädern hat das nie geklappt. Das Stadtbad hat 2004 den Betrieb aufgegeben, das ebenfalls historische Westbad ist mittlerweile ein Verantstaltungsort in Privatbesitz.

Seit meinem Wegzug vor einigen Jahren scheint sich aber auch Einiges zum Positiven hin geändert zu haben. Der Website nach zu urteilen, machen die Bäder mittlerweile einen ordentlichen Eindruck, haben akzeptable Öffnungszeiten und ich erkenne sogar ein System dahinter. Leipzig verfügt über flächendeckend aufgestellte Nachbarschaftsschwimmhallen (die dann auch „Nord“, „Süd“, „Nordost“ etc. heißen), ein Familien/Plantschbad mit langen Öffnungszeiten (die „Grünauer Welle“) und ein echtes Sportbad mit 50-Meter-Bahnen und intensiver Nutzung durch Vereine und Schulen. Letzteres besuchte ich.


Freitag, 10. Februar 2017

Schwimmbäder nah und fern: Mitte, Schwimmhalle Fischerinsel

Schwimmbäder sind schön. Eine deutsche Errungenschaft besteht darin, das Land flächendeckend mit Schwimmbädern überzogen zu haben. Schwimmnbäder sind ein Ort für alle, ein Ort für Bewegung, Spiel und Überraschungen. Schwimmbäder geben einen guten Einblick, wie Menschen sinnvoll ihre Freizeit verbringen. Als Liebhaber von Schwimmbädern werde ich dieses Blog nutzen, um einen Überblick über große und kleine Schwimmbäder zu geben: Becken, Menschen, Duschen, Kaffee und sonstige Annehmlichkeiten. Heute: die Schwimmhalle Fischerinsel in Berlin-Mitte.
 
Eine Plattenwand, eine Uhr, ein Rettungsring. Die Längswand an der Schwimmhalle Fischerinsel ist schlicht und doch überraschend elegant. Ein Eindruck, der sich durch das ganze Bad zieht. Ein gelungener Entwurf, noch mal verbessert durch die letzte Renovierung. Nicht spektakulär, nicht groß, nichts, bei dem man große Augen bekommt: aber durchgehend, schlicht-funktional und elegant.



Die Schwimmhalle liegt auf der sogenannten Fischerinsel, das heißt auf dem südlichen Teil der Spreeinsel und damit dort, wo Berlin seinen historischen Ursprung hat.  Die Gegend ist sowohl geographisch wie geschichtlich Berlin-Mitte-Mitte-Mitte. Noch mehr Mitte und noch zentraler in Berlin geht eigentlich gar nicht. Und doch: die Ecke wirkt wie einer dieser Vororte wo Stadt in Land übergeht, Wohnhäuser und Grünflächen, ignoriert von den Touristenströmen.


Montag, 6. Februar 2017

Ballettmontag: Nachos zum Schwanensee


„Eine Traumreise freilich, die von der 2004 in Moskau gegründeten Truppe „Das Klassische Russische Ballett“ auf wunderbare Art gestaltet wurde und den Abend zu einem tänzerischen Ereignis von Rang werden ließ.“   (Göppinger Tageblatt)
„Liebhaber der Ballettkunst mit Spitzentanz in allen möglichen klassischen Figuren und Bewegungsabläufen konnten die Darbietung genießen: »En-arène«-Sprünge,
Entrechats, prächtige Hebekombinationen waren zu bewundern“  (Gießener Allgemeine)
"Das neben Gold omnipräsente Altrosa war weder ein knalliges Girlie-Pink noch ein blasses Babyrosa. Es spielte zart ins Fliederhafte und passte prächtig zur nostalgischen Sommerstraußfarbigkeit der fünf Feen." (Rhein-Neckar-Zeitung)
„In diesem Monat haben Sie die maximale Anzahl von 5 freien Artikeln bzw. Fotoserien erreicht. Wählen Sie jetzt eines unserer Angebote aus, um sofort wieder Zugriff zu erhalten. Gerne helfen wir Ihnen unter Tel. 0931 / 6001 6001 weiter.“*   (Mainpost)
 
Jahreswechsel. Weihnachtszeit, Adventsstimmung. In dieser Zeit liegen die dunklen und ruhigen Tage zwischen Weihnachten und Silvester und die auch-noch-dunklen und ruhigen Tage nach Silvester.

Russische Ballets fahren durch Europa, um abwechselnd den Nussknacker und Schwanensee und gelegentlich auch noch Dornröschen oder Romeo und Julia aufzuführen. Klassiker halt; Weihnachtlich-märchenhaftes. Eine gute Gelegenheit, einen uns bisher unbekannten Veranstaltungsort aufzusuchen und anzusehen. Nachdem wir vorletztes Jahr schon das Russische Haus an der Friedrichstraße aufsuchten, war nun das Tempodrom am Anhalter Bahnhof dran. Dazu wurde das Ballett der Ballette aufgeführt: Tschaikowskis Geschichte von Schwänen, einem Zauberer und einem Prinz.

Swan lake by S.Sudeikin 01
Bild: Судейкин Сергей Юрьевич. Парк перед замком. Эскиз декорации к «Лебединому озеру» Чайковского. 1911, Public Domain

Das Tempodrom; einst ein West-Berlin-frewildlerisches Zirkuszelt, dann ein Hindernis auf dem Weg zur Neubebauung der Berliner Mitte, dann ein Berliner Immobilienskandal und jetzt ein Veranstaltungsort. Ein Ziruszelt aus Beton, umgeben von einem großen freien Platz. Zentral gelegen zwischen Postdamer Platz und Wikimedia Deutschland. Betonzirkusballett wir kommen.

Mittwoch, 25. Januar 2017

Klassik-Pop-et cetera. Radio wie es sein könnte.

Tüdü. Tüdü. Tüdüüdaa. Tüdü. Tüdü. Tüdüüdaa. Samstag vormittags. Aus dem Schlafzimmer wanken, im Halbschlaf mit dem ersten Kaffee. Das Wochenendjournal auf dem Deutschlandfunk ist vorbei. Frisch gebackenes Brot, Kaffee und der Deutschlandfunk warten in der Küche. Im Deutschlandfunk läuft das Tüdü, Tüdü, Tüdüdüda:  Die Sendung Klassik-Pop-et ceterabeginnt.



Eine Sendung mit einem einfachen Konzept: Eine interessante Person, oft Musiker, meist mittelprominent, stellt eine Stunde lang ihre Lieblingsmusik vor. So einfach, so alt, so grundlegend. Ein Mensch, seine Lieblingsmusik. Radio heruntergebrochen auf das Wesentliche.

Mittwoch, 18. Januar 2017

Das erste Hallenbad Berlins

Die erste städtische Volksbadeanstalt [Berlins] mit Schwimmbad in der Thurmstraße 3 wurde 1892 eröffnet und enthielt ein Schwimmbad mit Bassin von 18 zu 9 m Größe und 112 Auskleideplätzen, teils in Zellen, ferner 67 Wannenbäder I. und II. Klasse und 29 Brausebäder I. und II. Klasse, letztere im Kellergeschoß.
So schrieb es 1909 W. Schleyer, Professor an der Technischen Hochschule zu Hannover und Geheimer Baurat, in seinem Buch Bäder und Badeanstalten.

Volksbadeanstalt Turmstraße (Berlin und seine Bauten, 1896)


Das erste echte Schwimmbad Berlins, in Betrieb fast 100 Jahre, und damit bis 1985 das älteste Berliner Bad im Bestand, stand in der Turmstraße in Moabit. Gebaut, um das ungewasche Proletariat zu waschen und zu befrieden, bis zum Ende mit Kohle beheizt, Auftakt einer ganzen Reihe von Volksbädern. Ausgerechnet Moabit: ein Stadtteil bis heute ohne ordentlichen Anschluss an den ÖPNV; Arbeiterbezirk ohne den Verve des Weddings oder des Prenzlauer Bergs. Moabit, lange Jahrzehnte gelegen im Mauer-Niemandsland und aus diesen Niemandsland bis heute nicht entfleucht. Moabit, mittlerweile durch die Hauptbahnhofs-Einöde geprägt, bekannt durch eine JVA, ausgerechnet hier liegt der Ursprung des Berliner Schwimmens: das erste Bad stand hier.

Donnerstag, 12. Januar 2017

Wikipedia-Yogafiguren

Ein erstes Brainstorming für WikiYoga. Wenn es den "Kranich bei Sonnenaufgang" gibt und die "Wackelnde Schildkröte", dann sollte es doch auch Wikipedia-Yogafiguren geben.

* Der leidende Selbstdarsteller
Bpose7
Die Relevanzhürde

* Das Meinungsbild

* Schlafende Hunde

* Kreuz und Stern

* Die Adminkandidatur

* Der Donauturm
Bpose23
Die Kurierdiskussion

* Vandale bei Schulbeginn

* Die Schraube am Hinterrad..

* Das Movement

* Das erschütterte Ego

Mittwoch, 11. Januar 2017

Schwimmbäder nah und fern: Piratenmeer, Büsum, Schleswig-Holstein

Schwimmbäder sind schön. Eine deutsche Errungenschaft besteht darin, das Land flächendeckend mit Schwimmbädern überzogen zu haben. Schwimmnbäder sind ein Ort für alle, ein Ort für Bewegung, Spiel und Überraschungen. Schwimmbäder geben einen guten Einblick, wie Menschen sinnvoll ihre Freizeit verbringen. Als Liebhaber von Schwimmbädern werde ich dieses Blog nutzen, um einen Überblick über große und kleine Schwimmbäder zu geben: Becken, Menschen, Duschen, Kaffee und sonstige Annehmlichkeiten. Heute:  das Piratenmeer Büsum

HO! HO! HO! JoJoJo!. Und ne Buddel Rum! Wer denkt bei einem kommunalem Schwimmbad nicht gleich an Piraten, Papageien und die raue See? Die Büsumer, ein kleiner Touristenort an der schleswig-holsteinischen Nordseeküste, hatten auf jeden Fall bei ihrem Versuch, das nicht allzugut laufende "Wellarium" neu zu erfinden, die Hoffnung auf einen großen Goldschatz und kamen auf das Thema Piraten. 

Das Büsumer Schwimmbad ist komplex und hat viele Probleme. Büsum ist ein Touristenort an der Nordsee. Die Idee, das alte Meerwasserschwimmbad zu erneuern und zu verspaßbaden traf eine Stadt, die merkte, dass die Zahl der Touristen stets abnahm und diejenigen Touristen, die kamen, immer älter wurden.



Die Eröffnung des Piratenmeers 2004 war eine Verzweiflungstat. Und gerade die frühen 2000er waren eine Zeit, in der Büsum ein gewisses Talent für glücklose Verzweiflungstaten hatte. DAS Prestigeobjekt der damaligen Zeit, die Sturmflutenwelt "Blanker Hans" wurde mittlerweise trotz des damit eingergehendes Gesichtsverlustes wieder geschlossen. Das Piratenmeer existiert weiterhin und scheint glücklicherweise seiner Zukunft sicher zu sein.

Mittwoch, 4. Januar 2017

Nordrock (Trutz, Fresenhof)

Abgründe tun sich auf! Abgründe! Interkulturelle Verständigungsprobleme. Madame Poupou kennt Achim Reichel nicht!. Und Knut Kiesewetter kennt sie auch nicht. Nun ist Madame Poupou zwar südbadisch sozialisiert, sollte aber lange genug in Hamburg gelebt haben, um derartige Bildungslücken zu schließen. Aber nein!

Normalerweise hängt unsere Nord-Süd-Differenz ja an solchen Fragen, wie ob das Gerät nun Harke (natürlich) oder Rechen (natürlich nicht) heißt, auf welcher Silbe Büro betont wird, und ob es sich um ein Fahrrad oder um ein Velo handelt. Aber nun: Knut Kiesewetter! Achim Reichel! Unbekannt.

Ich würde nicht sagen: Helden meiner Kindheit. Aber doch beides dauernde Begleiter, die einfach zur selbstverständlichen Matrix des Lebens gehören, so wie der Coop an der Ecke, die Tatsache, dass die Straßenbahn grün ist, oder dass man zur Zeugnisvergabe beim Chinesen essen geht. Alles, ähnlich wie Kiesewetter und Reichen halb in der Vergangenheit versunken.

Sonntag, 1. Januar 2017

Schwimmbäder nah und fern: Gropiusstadt, Berlin: Hallenbad im Kombibad

Schwimmbäder sind schön. Eine deutsche Errungenschaft besteht darin, das Land flächendeckend mit Schwimmbädern überzogen zu haben. Schwimmnbäder sind ein Ort für alle, ein Ort für Bewegung, Spiel und Überraschungen. Schwimmbäder geben einen guten Einblick, wie Menschen sinnvoll ihre Freizeit verbringen. Als Liebhaber von Schwimmbädern werde ich dieses Blog nutzen, um einen Überblick über große und kleine Schwimmbäder zu geben: Becken, Menschen, Duschen, Kaffee und sonstige Annehmlichkeiten. Heute: das Kombibad Gropiusstadt.

Ein neugebauter Stadtteil bekommt ein neu gebautes Bad. Dieses Muster zieht sich durch das West- und Ostberlin der 1970er und 1980er Jahre: Märkisches Viertel, Hohenschönhausen, Hellersdorf..  Die Gropiusstadt und ihr Bad bilden keine Ausnahme. Die Gropiusstadt entstand in den 1970ern janz weit draußen auf der grünen Wiese. Einerseits, um Wohnraum zu schaffen und andererseits, um anstrengende Berliner janz weit weg aus dem Sichtfeld zu bringen. Ich kenne den Stadtteil ja vor allem aus dem Buch "Wir Kinder vom Bahnhof Zoo" - Ort des trostlosen Aufwachsens der Protagonistin Christiane F.

Zum Stadtteil dazu gab es für die Bewohner dann noch eines der Kieselwaschbetontypbauten-Schwimmbäder des 1970er-Bauens in West-Berlin - wie sie auch in Mariendorf, Spandau, Charlottenburg, dem Märkischen Viertel oder im Wedding stehen.



Nun ist die Gropiusstadt fast 50 Jahre alt, das Christiane-F-Buch fast 40 Jahre alt und manches ändert sich ja doch. Das Schwimmbad wurden in den 2010ern gründlich und sehr teuer saniert. Wikipedia informiert mich zum Stadtteil selbst: "Seit 2001 ist kein Wohnberechtigungsschein mehr für den Bezug der Wohnungen erforderlich, wodurch die Attraktivität der Gropiusstadt wieder zugenommen hat." Über das Viertel selbst kann ich nicht viel sagen: die Bauten, die ich sah erinnerten mich mehr an London oder Hong Kong als an deutschen sozialen Wohnungsbau. Ich stehe ja echt auf diese Art von Häusern.

Geil.