Freitag, 27. Januar 2012

Traktorfreitag: Ipswich Town



Ich bin ein klassischer Schönwetterfussballfan. Wenn ich aktiv bin, komme ich zweimal im Jahr zur Hertha in das Olympiastadium, und weiß meistens so vage wo Hertha in der Tabelle steht. Dank diverser Umzüge in meinem Leben, habe ich zudem eine erkleckliche Anzahl Zweit- und Drittclubs angesammelt, für die mein Herz schlägt. Das sind Chemie Leipzig, Eintracht Frankfurt, Hannover 96, Kickers Offenbach, Blau-Weiß Wesselburen, Rot-Weiss Erfurt, Hansa Rostock etc.) Nur fehlte mir als ausgesprochen anglophilem Menschen bisher ein englischer Club in der Clubs meines Herzens.

Die großen erfolgreichen Vereine wie Manchester United, Arsenal London, oder Chelsea London sind ja natürlich komplett unakzeptabel. Da kann ich auch gleich Fan von Cerberus Capital Management Group werden. Das sich als alternativ und anders anbietende West Ham United ist so eine Art englisches Sankt Pauli. Da kann ich auch gleich nach Prenzlberg ziehen, all mein Geld in eine Espressomaschine anlegen, und Dreadlocks tragen. Millwall, das Anti-West-Ham: da könnte ich auch gleich nach Friedrichshain ziehen, vegetarisch werden, und mich wundern, dass das in 10 Jahren genauso ist, wie Prenzlberg heute.

So also irrte ich fussballerisch heimatlos durch das holde Albion. Bis ich eines Tages beim schmöckern in fremden Wikipedias auf einen Eintrag stieß: Ipswich Town Football Club (play /ˈɪpswɪtʃ ˈtaʊn/; also known as Ipswich, The Blues, Town, or The Tractor Boys) are an English professional football team based in Ipswich, Suffolk. Das stand wirklich Tractor Boys! Mein Club!

Ich habe (k)einen Eintrag bei Wikipedia - Session zur re:publica

So, sofern die re:publicaner es auch wollen, dürft ihr mich auf re:publica 12 bei folgender Session erleben:

Es gibt Menschen, die haben einen eigenen Wikipedia-Eintrag - und sie sind darüber unglücklich. Es gibt Menschen, die haben keinen eigenen Wikipedia-Eintrag - und auch sie sind darüber unglücklich. Beide Gruppen sind in der Lage, ihren Problemen mit Wikipedia abzuhelfen. Sie wissen oft nur nicht, wie sie vorgehen sollen. Der Vortrag wird Betroffenen, Neugierigen, und Wikipediahassern auf kurzweilige Art und Weise erläutern, wie das Opfer eines Artikels sich wehren kann.

Der Vortrag wird die Kriterien darlegen, nach denen Wikipedia Themen aufnimmt. Er wird dabei die Relevanzkriterien streifen, und in einer kleinen Exkursion die schönsten Formulierungen aus den Relevanzkriterien rezitieren. Dazu aber wird der Vortragende erläutern, warum die Relevanzkriterien nicht wichtig sind, und wonach Wikipedianer und Wikipedianerinnen in Wahrheit über Relevanz entscheiden. Er wird darlegen, wie man sich als potentielles Objekt eines Artikels interessant macht – oder eben nicht.

Der vorhandene Artikel in der Wikipedia kann sich allerdings als echtes Problem erweisen: Das beschriebene Objekt erleidet einen massiven Kontrollverlust über sein öffentliches Bild. Das kann positive sein: Nicht Jede und Jeder ist wirklich die beste Darstellerin ihrer selbst.
Die Folgen eines Wikipedia-Eintrags können aber auch negativ sein. Es mag sein, dass der Wikipedia-Eintrag falsch gewichtet ist oder veraltete Informationen enthält. Es kann aber auch zu echten Fehlern kommen, im schlimmsten Fall mit rufschädigenden Wirkungen. Erfahrungsgemäß können Versuche der Beschriebenen, ihren Eintrag zu korrigieren, die Lage eskalieren.

Der Vortrag wird einen Überblick über Konfliktlösungsmechanismen auf verschiedenen Eskalationsstufen geben, und Hilfestellungen vermitteln, Er wird erläutern in welchen Fällen ein Eingreifen lohnt, und in welchen nicht. Und er wird reichlich Gelegenheit bieten, über Sinn und Unsinn von Relevanz, anonyme Autoren, und Selbstbestimmung über Informationen zu diskutieren.

Donnerstag, 26. Januar 2012

Ein MdP packt aus. #wmde

Okay, alles halb so dramatisch. Kein MdP packt aus. Martin Rulsch aka derHexer ist ja quasi ein Mitpräsidiumskollege von mir. Und er hat seinen ersten Erlebnisbericht als Mitglied des Wikimedia-Deutschland-Präsidiums geschrieben. Das ist sehr lobenswert. Und fast genauso gut. Er hat mir erlaubt, ihn mit diversen Langzitaten zu verlinken.

http://lists.wikimedia.org/pipermail/vereinde-l/2012-January/005995.html


Martins Bericht im WMDE-Forum (Anmeldung immer noch erforderlich)

[Erste Sitzung]:

Etwas unglücklich war nur, dass so viele neue Mitglieder im Präsidium über die Bestellung des Vorstands mitzuentscheiden hatten, auch wenn sie dies nicht wie der uns vorangegangene Vorstand mit vorbereitet hatten. Zum abschließenden Gespräch von Sue Gardner, das wir unter Streichung der Mittagspause rechtzeitig erreichen konnten, wurde schon viel gesagt. Beim anschließenden late-lunch-early-dinner mit Sue hatte ich leider nur die Gelegenheit, mit Maryana etwas ausführlicher zu reden, dafür konnte ich die Heimfahrt mit ein paar Kollegen zum Austausch nutzen.


[Erstes Telefonat]

als nächster Punkt wäre allerdings eine kurzfristige rund einstündige „Telefonkonferenz“ im Ressort Wikimedia International, also mit Delphine und Sebastian M. Anlass war vorrangig die anstehende Wahl der Chapterkandidaten für das Board of Trustees der Wikimedia Foundation. Wir diskutierten mögliche Kandidaten, zurzeit wird aber noch über den Moderator des Prozederes abgestimmt. Dies war auch eines der größeren Themen auf den Mailinglisten chapters und internal-l; insgesamt befindet sich zurzeit in meinem Ordner „WMDE-Präsidium“ rund 720 E-Mails, die ich gelesen habe – hinzu kommen ein paar dutzend eher private E-Mails mit Bezug zum Präsidium.


[Erstes mal in der Geschäftsstelle]

Dies war sehr erhellend, nicht nur um die Arbeitsabläufe in der Geschäftsstelle besser zu verstehen, sondern auch, um Ideen für meine Arbeit in den Ressorts zu gewinnen. Das anschließende Teammeeting war ebenfalls sehr informativ und in entspannter, netter Atmosphäre – schließlich konnte ich mich noch mit Pavel, vor allem über das neue Projekt WikiData, unterhalten, bevor der rund fünfstündige Besuch beendet war.


[Erste Klausur]

dadurch hatten wir aber in Kauf zu nehmen, dass die inhaltlichen Themen teils auf das Mittagessen, teils nur komprimiert behandelt werden konnten. In künftigen Klausuren und Sitzungen ist ein solches Teambuilding vorerst natürlich nicht mehr in dieser Intensität vonnöten. Trotz einiger, erwartungsgemäßer Meinungsverschiedenheiten in dem einen oder anderen Punkt verlief das Treffen doch, wie von mir auch gewünscht, größtenteils harmonisch und produktiv – von früh am Morgen bis spät in die Nacht hinein. Nervenkitzel war dann mehr, das Verkehrsmittel zurück nach Berlin trotz Freischaufelns von 20 bis 30 cm Neuschnee innerhalb eines Tages doch noch zu erreichen.


Mittwoch, 25. Januar 2012

Not all is happy on Global South

Spannende Mail eines Brasilianers über die Wikimedia Foundation in seinem Land. Er ist nicht glücklich: Waste of money, Wikipediacentrism. - Brazil

*Imagine a world in which every single human being can freely share in the sum of all knowledge. That's our commitment.
*
I'll keep imagining, and having to push myself very hard to see this world.
That will never be reached by Wikipedia alone.Especially in Brazil.

If it were to promote Wikipedia as a site, it would be best to hire a company,
not a Foundation, if that way selected, do things as a Foundation.

Sorry for my English, I'm tired and I didn't review.


Sonntag, 22. Januar 2012

FAS kaufen! Oder zumindest am Kiosk reinlesen!

Titelseite, untere Hälfte. Die Satire Ciao, navigatore. Es ist selten, dass ich schon vor dem ersten Kaffee so lachen muss.

Ansonsten sind in der Zeitung noch zwei Wikipedia-SOPA-Blackout-Artikel. Ist es nicht großartig? Wikipedia ist im gesellschaftlichen Diskurs angenommen. Und das, ohne, dass man großartig etwas dafür hätte machen müssen.

Samstag, 21. Januar 2012

Glitzerkoalaeinhorn



via Waithamai

White Bag Movement, and how the German community planned to fork - ideas for Wikimania talks 2012

Comments? Ideas? Wishes? Please feel free to comment. Auch gerne auf deutsch :-)


The Wikipedia church of the Holy Sepulchre - Decision making in Wikipedia.

White Bag Movement, and how the German community planned to fork. (including some comments about the place of Vulvas in German culture)

Oh! Please read me! - How to be nice to Wikipedians in case you don't have money.

Don't ask what you can do for your chapter. Ask what your chapter can do for you. - How to be nice to Wikipedians in case you have money; a surprisingly difficult task.

Disappearing authors and non-existing readers. Wikipedia as communication without communicating subjects.


Freitag, 20. Januar 2012

Der Wikipedianer an sich (2012)

Ich hatte heute morgen ein paar Gespräche, wer denn so die aktuelle Wikipedia-Community ist. Deshalb folgt jetzt - natürlich voller Klischees, Vereinfachungen und Übertreibungen - der Steckbrief des Wikipedianers an sich..

.. hätte gerne ein handgeschnitztes Eichenholzregal mit tausenden von Büchern

.. mag authentische, handgemachte Musik

.. hat sämtliche deutsche Duden bis 1996 im Regal

.. akzeptiert Computer als Arbeitsmittel, wäre aber glücklicher wenn sie irgendwie mit Papier wären

.. weiß was richtig ist, und diskutiert das durch, bis einer heult

.. lässt sich nichts sagen. Schon gar nicht von dir.

.. behandelt Museen und Büchereien voller Ehrfurcht.

.. weiß wo arte auf der Fernbedienung ist (sofern er einen Fernseher hat).

.. empfindet Fernsehen aber eigentlich als zu neumodisch.

.. hat seit mindestens zehn Jahren dieselbe Frisur.

.. hält farbfrohe Kleidung für ein sicheres Zeichen höchster Unseriösität.

.. hasst Dummschwätzer und Windbeutel.

.. meint, dass seine Arbeit wichtiger ist als seine Person.

.. empfindet Smalltalk als überflüssigen Tanderadei.

.. hat vermutlich ein enzyklopädisches Wissen der Sportstatistik...

.. oder eine Modelleisenbahn.

.. würde auch in Discos gehen. Sofern diese Bücherregale an den Wänden hätten. Und nicht so laut wären.

.. hat Recht.


Ein Protokoll! Ein Protokoll! Das Kreuth-Protokoll ist da

Um genauer zu sein ist es dort. Im Wikimedia-Forum.

Donnerstag, 19. Januar 2012

WMDE-CPB im Forum

Wer es noch nicht gesehen hat. Im Wikimedia-Forum gibt es seit ein paar Tagen das Protokoll zur CPB-Telefonkonferenz, und zur Ausschusssitzung. Der ausführliche inhaltliche Bericht existiert auch schon, liegt derzeitig aber noch im Präsidium. Aber er kommt, ich bin sicher.


Kleine Wikipedia-SOPA-Presseschau

Wenn es noch Zweifel gab, dass Wikipedia politisch wirkt und wirken kann, sollten die seit gestern ausgeräumt sein. Ein wirklich eindrucksvoller Erfolg: Topmeldung in fast allen englischsprachigen Medien, Hauptseite bei den den deutschen. Wow. Dutzende US-Senatoren ändern plötzlich öffentlich ihre Meinung. Hoffen wir mal, dass Wikimedia den Schwung aus der Episode gut nutzen kann, und Urheberrecht weiter auf die politische Agenda bringt. Zu den lesenswerteren Artikel zum Thema gehören:

Standard: kleine Zusammenfassung dessen was passierte: Die politischen Auswirkungen des SOPA-Protests Längerer Überblick von gestern in der Zeit: Ein schwarzer Tag für die Befürworter von Netzsperren

Ein wunderbare Hommage der New York Times an Wikipedia. “Imagine a world without free knowledge.” I just did and I didn’t like it, now can I have my Wikipedia back?" How I’m Surviving (or Trying to) Without Wikipedia at My Fingertips

Alexis Madrigal im Atlantic, wie und warum der Protest so erfolgreich war: In thinking about this critique, I recalled talking to a long-time organizer during the heat of the Occupy protests late last year. "Protests don't solve things," she told me. "Protests create problems that policymakers then have to solve." To be clear, by "create a problem," I mean to frame some set of facts and events in the world in such a way that they become a coherent bad, separate from the general messiness of the world. The SOPA Blackout Created a Big Problem

Und Joe Brockmeyer bei Readwriteweb mit ein paar perspektiven Gedanken: I'm glad that all of these organizations are taking a stand. But invoking what some call the "nuclear option" is only going to be so effective. Even if SOPA/PIPA are stopped this year, they'll be back under new names next year. The entertainment industry can afford to keep at it, knowing that the public's attention span is extremely short. The lobbyists who work on things like SOPA are paid to press these things through Congress. They can focus on them year after year, while the voting public has to make a conscious effort to keep tabs on their representatives: What I Wish Wikipedia and Others Were Saying About SOPA/PIPA


Zum Abschluss noch etwas nettes. Die süßeste SOPA-Erlärung: The Oatmeal

Ganz zu Ende dann noch ein bißchen Egoschau. Radio 1/RBB spricht mit Dirk Franke, langjähriger Wikipedia-Autor und laut FAZ „prominentester Wikipedianer Deutschlands“: Schweigen im Netz


Schlafendes Lamm
Blacked out sheep.

Das WMF-Board hat gesprochen: Developing Scenarios for future of fundraising

Auf der Mailingliste:

[Foundation-l] Resolution:Developing Scenarios for future of fundraising

Allerdings bräuchte ich noch einen Kreml-Astrologen, der mir das ganze in plain English übersetzt, und nicht die wirklich ernst gemeinten Teile rausstreicht.

Dienstag, 17. Januar 2012

Vorletztes Wochenende präsidierte ich #wmde

Wildbad kreuth uneingeschneites auto 06.01.2012 20-20-16.2012 20-20-16

Schnee, bunte Kärtchen, spannende kontroverse Diskussionen, Menschen, die mindestens so spannend waren wie erwartet, Schnee, noch mehr Schnee, ein Flipchart, und fröhliche Spiele. Das präsidiale Reisen startete spannend. Nebenan findet sich das Protokoll. Das Protokoll ist nahezu fertig, hier sind eher die persönlichen Eindrücke der Sitzung zu lesen.

Kreuth zimmer

Der Berg:

Die Klausur fand im Hanns-Seidel-Tagungshaus im Wildbad Kreuth statt. Während die Bundestagsgruppe der CSU noch morgens abreiste, kamen wir nachmittags an. Kreuth liegt ungefähr so weit weg von München wie Itzehoe von Hamburg, war aber eine andere Welt; und deutlich pittoresker als Itzehoe. Insbesondere die letzten 500 Meter nach oben hatten es in sich, und wenn man erst einmal oben war, wollte man nicht mehr herunter. Zumal – wer verlässt schon gerne die eigene Klosterzelle, wenn Franz Josef Strauß gütig über einen lächelt.

Andererseits war das mit dem rauf- und runterkommen nicht so einfach. Mit Schneeketten ging das rauffahren, ohne Schneeketten nur manchmal, und ich hörte von tapferen Präsiden, die ihre Koffer noch den Berg hinauf getragen haben. Dafür haben ich dann mit Delphine und Anja nach zwei Tagen auf dem Parkplatz mein Auto nach zwei Tagen eine knappe halbe Stunde lang wieder ausgraben müssen. Der äußert schicke Scheepflugtraktor ist soweit dann doch nicht gekommen, dieses Auto wieder auszugaben.

Auch sonst funktionierte die Abschließung der Klausur gut: Internet gab es nur über den seltsamen Telekom-Hotspot, Handynetz funktionierte gleich gar nicht, und im Talkessel sah und hörte man nichts von der weiten Welt. Selbst zum Fernsehen hätte man in den einen Fernsehraum im Hause gehen müssen.

Wildbad kreuth wald und berge 07.01.2012 13-31-09.2012 13-31-09

Teambuilding:

Stand auf der Tagesordnung, und machte mich ja sehr misstrauisch. Das letzte Mal als ich an einem professionell gecoachten Teambuilding teilgenommen habe, endete das darin, dass wir alle linksherum um eine brennende Kerze gingen, und uns gegenseitig sagten, wie toll wir sind. Und natürlich befürchtete ich die obligatorische Wollknäuelübung, bei der wir am Ende alle verwickelt sind, und überrascht tun, wie vernetzt das ist. Aber okay, ist ja meine erste WMDE-Klausur, ich lasse mich überraschen, und atme tieeeeef durch. Tiefenentspannt beschloss ich, dass ich alles auf mich zukommen lasse und alles mit mir machen lassen würde - selbst Kerzen und Wollknäuel.

Kerzen gab es dann glücklicherweise keine, und das Wollknäuel entpuppte sich als Haken mit Bändern zum Bauklötze stapeln. Ich nahm schon an Schlimmeren teil, würde aber trotzdem die Behauptung aufrechterhalten, dass gemeinsames Schneemannbauen genauso teambildnerisch gewesen wäre, und dabei deutlich mehr Spaß gemacht hätte.

Wildbad kreuth maibaum 07.01.2012 13-19-21.2012 13-19-21

Die langweiligen organisatorischen Teile:


Was ist Kompass 2020, wo kommt er her, und wie sollte man ihn ändern? Was sind Ressorts? Wer macht was? Wer will in welches Ressort? Wie oft finden Telefonkonferenzen statt? Wie findet man „seine“ Mitarbeiter in der Geschäftsstelle? Etc.

Die genaue Ressortverteilung findet man im Forum, wobei die Ressorts ihre Aufgaben und Möglichkeiten an sich eher noch vage beschrieben sind, und durchaus etwas konkrete Ausgestaltung vertragen können.

Meine Ressorts sind mittlerweile Lobbying (aka Politik), Freiwilligenförderung, Organisationsentwickelung, und Vereinskommunikation. Außerdem bin ich noch in den AGs Visionen und Mitgliederversammlung gelandet. Das heißt auch: erst einmal nichts zu tun habe ich mit Finanzen, Fundraising, und PR, vermittle aber natürlich gerne Kontakt.

Communityentwicklung:

Ausgehend von dieser Umfrage in der Wikipedia haben wir durchaus kontrovers diskutiert, inwieweit WMDE Probleme lösen kann, die nach Meinung der Community nicht dringlich sind, oder auch gar nicht bestehen. Oder auch: inwieweit WMDE diese Probleme überhaupt lösen sollte. Sicher kein Thema, mit dem man bei einem Mittagessen zu einem abschließenden Ergebnis kommt.

Lizenzen:

Um es mal so zu sagen: es wurde kontrovers diskutiert.


SMARTe Ziele des Präsidiums für 2012:


Einige. Um die detailliert aufzuzählen, verweise ich auf das Protokoll der Klausur; das hoffentlich bald öffentlich ist. Da steht dann auch drin, was SMART ist.

Kreuth naturkaeserei 07.01.2012 14-06-17.2012 14-06-17

Und kein Präsidiums-Klausurpost ohne Essen:

Gut, aber nicht die opulenten Luxusschwelgereien wegen der ich mich habe aufstellen lassen. Freitag beim Südtiroler war ich nicht, weil sich die Planungen änderten, und ich schon auf dem unzugänglichen Berg im Funkloch saß. Sonnabend mittags Kässpätzle in einer Kleinbauern-Selbstverwalteten-Natur-Glückliche-Kühe-Meierei (kulinarischer Höhepunkt), Sa Abend Huhn (okay) mit leckeren karamellisierten Zwiebeln, und einem Dessert, das vermutlich noch von der CSU übrig geblieben war. Das war echt eine andere Liga. Sonntags mittags gab es auch etwas, aber da gleichzeitig die Lizenzdiskussion stattfand, habe ich nicht wirklich mitbekommen, was auf dem Teller lag.

Wildbad kreuth eingeschneites auto 08.01.2012 13-24-10.11.11

Montag, 16. Januar 2012

Wie ehrgeizige Texte anfangen.

"In this analysis we cannot afford a thorough investigation of the essence of truth.."

Alle Leute im Fernsehen sind böse, und Ihr seid ihnen moralisch haushoch überlegen! Davon unabhängig: Titten! Und Handtaschen!

Athlone cooling towers demolition 2010-08-22

Sorry, hatte gerade mal in die Blogstatistik geschaut, und die war Anfang Januar besser. Hoffe jetzt auf viele Retweets.

Freitag, 13. Januar 2012

Vor der Löschung bewahrt: Kragen für 2 Krawatten

Fundstück von der Löschdiskussion. Leider wird auch dieser Artikel nicht mehr allzulange bei uns bleiben. Einziger Autor ist Benutzer:Tillmaxx und der Text steht unter den üblichen Lizenzen.

Der Kragen für zwei Krawatten (Binder, Schlipse) und oder auch Fliegen (Schleifen) ist ein neuer Kragentypus, der so konstruiert und ausgelegt ist, dass dieser sich mit zwei sich nebeneinander befindenden Krawatten, Bindern, Schlipsen oder Fliegen tragen lässt und nicht wie herkömmliche Kragen mit nur einer Krawatte. Das Patent wurde 2002 erteilt.[1]






Donnerstag, 12. Januar 2012

Zur Nacht:Rusploitation

via Daniel



Hilfe gebraucht / Die Rubrik "Schon gewusst" sind die neuen exzellenten Artikel

Und um diese These zu untermaueren, und an dieser Stelle auszubreiten, bräuchte ich Zugriffsstatistiken auf die SG- und KEA-Artikel von der Hauptseite. Hat die zufällig eine Leserin? Oder weiß zumindest, wie sie sich einfach beschaffen lassen?

Mittwoch, 11. Januar 2012

Hackordnung

via Napa: Algorithm Measures Human Pecking Order

Wikipedia editors are divided between those who are administrators, and so have greater access to online articles, and non-administrators who do not have such access. Clearly, the admins have more power than the non-admins.

By looking at the changes in linguistic style that occur when people make the transition from non-admin to admin roles, Kleinberg and co cleverly show that the pattern of linguistic co-ordination changes too. Admins become less likely to co-ordinate with others. At the same time, lower ranking individuals become more likely to co-ordinate with admins.


Wobei die Forscher anscheinend nur en erforscht haben. In de wird das natürlich komplett anders sein.

Montag, 9. Januar 2012

Das Internet vergisst nie

Eigentlich vergisst es ja doch. Um genau zu sein: Das Internet hat ein Gedächtnis wie ein Sieb. Man versuche nur einmal, etwas im Netz wiederzufinden, das dort 2006 stand. Nur weniges bleibt:

Jaegermeister-70


Ab in den Süden

Hin

Brueckenrasthaus frankenwald nordwest 2011-12-23 14.02.36

Schwarzwald

Gersbach langlaeufer

Gersbach blick gen alpen


Bodensee:

Bodensee von faehre konstanz 2011-12-30 14.30.47

Allgäu:

Wiggensbach kirche in dezembernacht

Bei Starnberg

Waldtraktor schaeftlarn 2012-01-03 15.48.41

Nach Salzburg

Blick vom rasthaus hochfelln 2012-01-04 15.51.21

Kreuth

Kreuth zimmer

Kreuth weissach am abstieg vom wildbad

Zurück

Tankstelle hirschberg 2012-01-08 18.31.18


Freitag, 6. Januar 2012

"Grüß Gott"

Ich tuckere gerade friedlich mit dem kleinen roten Auto mit dem großen "B" auf dem Nummerschild durch einen wohlhabenderen Teil des Münchner Umlands. Plötzlich taucht hinter mir ein grün-silberner BMW auf. "Stop! Polizei!"

Ich stoppe, und schau interessiert aus dem Auto.

Drei Polizisten kommen auf mich zu.

P: "Grüss Gott", wie man hier in Bayern sagt.

P: Führerschein und Fahrzeugpapiere bitte.

Ich: (Krams.)

P: Also ich weiß ja nicht, ob das in Berlin erlaubt ist. Oder ob die Berliner Kollegen da nicht so genau hinschauen. Aber hier geht das nicht was wir gerade bei Ihnen gesehen haben.

Ich: (interessiert) Was haben Sie denn gesehen?

P: Während der Fahrt mit dem Handy telefonieren geht in Bayern aber nicht.

Ich: Das glaube ich gern. Und bekenne mich in vielen Fällen schuldig. Aber telefoniert habe ich tatsächlich nicht.

P: Naja, so genau habe ich das auch nicht gesehen. Vielleicht haben Sie auch nur die Hand zum Kopf geführt. ... Wo wollen Sie denn hin?

Ich: Wildbad Kreuth. [Haus der CSU-nahen Hanns-Seidel-Stiftung]

P: Also dann gute Fahrt!



Traktorfreitag:Rhythmus

Ursprünglicher Hinweis kam von Camillo.








Mittwoch, 4. Januar 2012

Ein Schaf

Wesselburenerkoog trabschaf

"Haben wir Probleme?"

Agneau Loire-Atlantique

"Haben wir Probleme?" fragte ich am 9. Dezember die Wikipedia-Community. Dabei bezog ich mich insbesondere auf die immer wieder diskutierten Themen des Autorenschwunds und der schiefen Geschlechterverteilung im Projekt, vulgo Gender-Gap. Und die Wikipedianer antworteten. Und wie.

134 Wikipedianer haben auf die Frage zum Autorenschwund geantwortet, 131 auf die Frage zum Gender-Gap, 6 Wikipedianer fanden die Umfrage doof, und 67 haben auch noch andere Probleme aufgeworfen. Bei aller Bescheidenheit: ich finde so eine Beteiligung gigantisch. Und was mich genauso freut: zu persönlichen Anwürfen ist es trotz der emotionalen Themen kaum gekommen. Allerdings war der Tonfall bei der Gender-Diskussion wesentlich aggressiver als in der Autorenschwund-Diskussion.

Die Umfrage ist natürlich keineswegs repräsentativ, sondern beruht nur auf den Antworten derjenigen, die motiviert genug waren, an so einer Umfrage teilzunehmen. Immerhin sind das auch im Zweifel diejenigen, die sich an der Lösung oder Verschärfung eines Problems beteiligen.

Was noch viel spannender war: fast alle an-der-Umfrage-Teilnehmenden haben ihr Votum ausführlich begründet. Da kann so ein kleiner Blogpost natürlich nur ganz am Rande wiedergeben, was dort alles steht.

Ich empfehle sehr dringend das Lesen sämtlicher Beiträge.

Insgesamt würde ich bei beiden Themen behaupten, dass etwa die Hälfte der Community Autorenschwund und Gender-Gap als Probleme sieht - aber die Community hält beide Probleme nicht für so dringend, oder behebungsbedürftig wie andere Probleme.

Dabei bestehen Unterschiede zwischen der Einschätzung des Autorenschwunds und des Gender-Gaps. Während beim Autorenschwund durchaus strittig ist, ob er überhaupt existiert, ist das beim Gender-Gap weitgehend unbestritten. Da ist eher unklar, ob das wirklich ein Problem ist. Wobei mein Eindruck ist, dass beim Thema Geschlecht eher Leute emotional involviert sind, und man mit besonders geschicktem oder ungeschicktem Vorgehen, leicht eine Eskalationsspirale in Gang setzen kann.


Autorenschwund


Zahlen zum Thema Autorenschwund. Mit großer Vorsicht zu genießen: neben dem schon erwähnten Problem der Selbstselektion, sind während der Umfrage neue Antwortmöglichkeiten hinzugekommen, und das ganze war keine bindende Abstimmung. Aber ich halte sie trotzdem für nützlich, um die ungefähre Gemütslage der sehr aktiven Community darzustellen:

Es gibt keinen Autorenschwund/wir wissen nicht, ob es welchen gibt: 35
Es gibt Autorenschwund, und das ist normal/egal/unvermeidlich/hat Vor- und Nachteile: 37
Autorenschwund ist ein kleines Problem: 34
Autorenschwund ist ein großes Problem: 25

Inhaltlich würde ich zum Thema Autoren und Accounts einmal vier Hauptargumentationen nennen: (a) die Zahl der Autoren bleibt tatsächlich gleich - da gibt es Statistiken, die die These stützen, und Statistiken, die sie widerlegen, (b) aufgrund dessen, dass vieles bereits geschrieben ist, ist es unvermeidlich, dass die Autoren weniger werden (c) es werden insgesamt weniger Beitragende, aber das hat auch Vorteile (besserer Umgangston, bessere durchschnittliche Artikelarbeit, mehr Ruhe und Sorgfalt), (d) problematisch ist weniger, dass die Zahl sinkt, sondern dass nur ein verschwindend geringer Teil der Menschheit seine Sichtweise in Wikipedia einbringt, und (e) der mögliche Autorenschwund ist schlimm, vor allem aufgrund seiner Ursache, des Arbeitsklimas.

"Mummy says we mustn't talk to strange men." - geograph.org.uk - 1218518

Ein paar der spannenderen Diskussionsbeiträge aus dem Themenkomplex Autorenschwund:

Wenn man sich die Grafik mit den seit mehr als einem Jahr aktiven Mitarbeitern ansieht, dann ist der Anteil der langfristigen Mitarbeiter unter allen jemals aktiven Mitarbeitern seit 2007 stabil bei 17.5%. Das ist nicht nur kein Schwund, sondern das ist der größte Erfolg der Mitarbeitermotivation, den es in einem freiwilligen Projekt je gegeben hat! Nach der 100-10-1-Regel wären nämlich 10% der höchste zu erwartende Wert, aber die de-Wikipedia schafft es jetzt schon seit 2007 konstant eine Rate von 17,5% aller Mitarbeiter langfristig zu halten.
- h-stt

Ich denke, die Phase des Nettoschwunds bei den guten Autoren haben wir hinter uns. Wer die Zustände hier (Umgangston, Halbwissen-Trollerei etc.) nicht erträgt, ist längst weg. Die weniger guten "Autoren" sind egal.
- PM3

Ich schreibe eh' hauptsächlich für mich ;-)
- Amga

Eigentlich sind alle Alternativen nicht richtig: Es gibt keinen Autorenschwund, aber es gibt nicht den der Bedeutung der Wikipedia angemessenen Zuwachs. Und das ist in erster Linie eine Frage des Klimas. Wobei Klima nicht heißt: Die Wikipedia ist ein angenehmer Platz für eine Chat- und Selbstdarstell-Social-Community, sondern: die Wikipedia ist ein angenehmer Platz für Leute, die konstruktiv arbeiten wollen. Alle anderen haben hier zurecht nichts verloren.
- Magiers

Wikipedia deckt weiterhin nur einen winzigen Bruchteil menschlichen Wissens ab. BTW: Dass es weniger Artikel zu schreiben gibt, weil ja alle Links schon "eingebläut" wären verkennt, wie miserabel der Großteil der sich dahinter versteckenden Artikel tatsächlich ist. Ein paar Mal "zufälliger Artikel" anklicken sollte genügen, um das zu demonstrieren.
- sebmol

Je weniger Autoren (und darunter subsumiere ich nicht jeden Bearbeiter hier, sondern jene, die inhaltlich was beitragen können - und die werden zumindest relativ weniger), desto weniger Pluralität, ergo weniger Ausgewogenheit, ergo weniger enzyklopädische Zuverlässigkeit. Und wenn das noch unser Ziel ist, dann ist diese Entwicklung natürlich furchtbar (wenngleich hier sicher immer noch bei weitem mehr Pluralität herrscht als bei Redaktionszirkeln herkömmlicher Lexika). In Teilbereichen ist das Projekt bereits in hegemonialen Meinungen erstarrt (in wieweit das unvermeidbar oder sogar erwünscht ist sei mal dahingestellt). In NW-Themen mag das akzeptiert sein, in geistes- und sozialwissenschaftlichen Themenfeldern ist das ein riesiges Problem. Dass WP bereits jetzt nichts anderes ist als der kollektive POV einer kleinen Gesellschaftsgruppe (90% Männer, gebildet, unter 30, - gelinde gesagt - dem Internet aufgeschlossen, technikaffin), hab ich schonmal irgendwo geschrieben und ist ein weiterer Aspekt des Problems. Die soziale Komponente dieser Entwicklung will ich gar nicht erst thematisieren.
- Mo4jolo

Dass Autoren verloren gehen (Examen, neue Freundin, endlich wieder ein Job...) ist unvermeidlich; problematisch ist eher, dass es umso schwieriger wird, in die WP neu einzusteigen, je mehr gute Artikel bereits existieren: Weil man spontan, aus eigenem Wissenshintergrund, immer weniger dazu beitragen kann (und darf: alles muss inzwischen belegt werden). Hier müsste gegengesteuert werden. [...]
- Gerbil

ein blick auf meine beo, die letzten änderungen oder auch die löschkandidaten zeigt mir, dass sich hier seit einiger zeit, etwa seit einem jahr, deutlich weniger tut, als noch vor etwa 2 oder 3 jahren. die neue übersichtlichkeit führt dazu, dass ich es hier wieder deutlich angenehmener, geradezu gemütlich finde, eher so wie in den guten alten zeiten (tm) als das projekt noch neu war. so weit zu den vorteilen. ich bin mir jedoch des nachteils deutlich bewusst, dass hier wesentlich vielfältigere beiträge notwendig wären, damit am ende sowas wie enzyklopädie und vor allem NPOV rauskommen kann. andererseits sehe ich deutlich, dass nur ein bestimmtes subset der gesamten menschheit sich für sowas wie artikelschreiben überhaupt eignen und begeistern kann. d.h. auch wenn wir jetzt viele neue autoren gewinnen würden, würden wir vermutlich more of the same gewinnen und nicht eine neue vielfalt. am ende bin ich ratlos.
- poupou


Cheviot lamb on the Isle of Lewis



Gender-Gap

Die Zahlen, mit den bekannten Vorbehalten, zum Thema viele Männer/wenig Frauen:

Gender-Gap ist egal/normal/unvermeidlich: 62
Gender-Gap ist ein kleines Problem: 39
Gender-Gap ist ein großes Problem: 27

Beim Thema Frauen besteht immerhin Einigkeit, dass deren Anteil weder dem der Bevölkerung noch dem der Internetnutzer, oder dem der akademisch gebildetene in diesem Land entspricht. Da gibt es dann aber auch eine große Vielfalt an Reaktionen. Ein großer Teil sagt, dass es egal ist, wer einen Artikel schreibt, da es keinen Unterschied macht. Andere wünschen sich Frauen zur Verbesserung des Betriebsklimas. Wiederum andere sehen thematische Lücken, oder eine schiefe Gewichtung in den vorhandenen Artikeln. Und schließlich gibt es noch den Anteil derjenigen, die die Geschlecterlücke nur als Teilkomplex eines größeren Problems sehen: eigentlich gibt es einen weiße-Männer-mit-Universitätsabschluß-Gap. Diese Gruppe ist weit überrepräsentiert, alle anderen fehlen.

Auch hier mal ein paar typische Diskussionsbeiträge:

Das ist völlig egal, Hauptsache, es werden gute, wissenschaftlich fundierte Artikel geschrieben, egal, ob von Frauen oder Männern. Darstellung von wissenschaftlichen Sachverhalten sollte nichts mit "political correctness" zu http://www.blogger.com/img/blank.giftun haben
- Korrekturen

Das sind höchstens Bauchgefühle wie auch das allgemein schlechte Diskussionsklima. Wir können natürlich wie in der Gesellschaft auch für alles mögliche eine Quote einführen, werden damit aber genau gar nichts verbessern, sondern noch mehr Sand ins Getriebe streuen. Zielführender wäre vielleicht eine Art "Freundlichkeitsoffensive" oder kleine Aufmerksamkeiten für besonders konstruktive Benutzer als Ansporn. Wäre das allgemeine Diskussionsklima freundlicher und weniger hormonbelastet, kämen auch die weiblichen Benutzer von alleine.
- Haselburg-Müller

Es ist mir egal, ob hinter einem Beitrag ein Mann oder eine Frau steht. Die ganze Diskussion – auch und insbesondere außerhalb der Wikipedia (Stichwort: Frauenquote) – hängt mir zum Halse raus.
- Forevermore

Ein paar Frauen mehr täten dem Klima sicher gut, wenn das Prinzip der Wikipedia Frauen aber offensichtlich weniger anspricht (küchenpsychologische Vermutungen über das Warum erspare ich mir...) muss man das aber hinnehmen.
- Studmult

ich glaube nicht, dass die Enzyklopädie dramatisch Schaden daran nimmt, aber ich denke wie beim Autorenschwund haben wir ein soziales Problem wie wir miteinander umgehen. Ich denke, dass der Geschlechterunterschied sowohl eine Auswirkung auf das Klima im Projekt hat als auch durch das schlechte Klima mit-verursacht wird.
- Manuel Schneider

[Es ist ein Problem, w]eil das heißt dass ein Potential nicht ausgeschöpft wird.
- Svíčková

Meines Erachtens hat der geringe Frauenanteil nicht "nur" Auswirkungen auf den Umgangston bei WP, sondern auch auf die Artikelarbeit. Da es Studienrichtungen und Berufe gibt, die vor allem von Frauen gewählt werden, wirkt sich deren Mangel zwangsläufig auch auf den Artikelbestand zu dem Thema und dessen Qualität aus. Beispiel Pädagogik: ca. 84 Prozent der Grundschullehrer sind Frauen [2]. Da überrascht es nicht, dass moderne Grundschulkonzepte wie Lesen durch Schreiben oder Jahrgangsübergreifendes Lernen hier keinen eigenen Artikel haben, sondern nur am Rande erwähnt werden. Ein anderes Problemfeld ist der geringe Anteil an Frauenbiografien bei WP, der sicherlich nicht ausschliesslich darauf begründet ist, dass es über Frauen weniger zu sagen gibt durch ihre rechtliche und bildungsbezogene Benachteiligung in den vergangenen Jahrhunderten, sondern auch an der mangelnden Motivation der Autoren, das wenige aus den vorhandenen Quellen herauszuziehen. Die Auswahl, über welches Thema man einen Artikel schreibt und welche Fakten man in ihm unterbringt, hat immer auch etwas mit dem persönlichen Hintergrund zu tun, demzufolge auch mit dem Geschlecht.
- Berita

Leider fehlt häufig das Problembewusstsein.
- Anima

English Leicester Lambs



Weitere Probleme:

Bei den anderen Problemen kommt häufig die Nennung zum Betriebsklima. Knapp die Hälfte der Beitragenden beklagt den schlechten Umgangston. Auch sehr häufig kommen Löschdiskussionen und Relevanzkriterien zur Sprache, wobei Leute sie sowohl zu hart als auch zu lasch finden. Daneben uralte Technik, mangelnde Funktionalität bei Updates, Verein und Foundation, und schlechte Struktur, falsch/zu viele Regeln. Um ein paar Ausschnitte zu geben:

Unnötig scharfer Ton gegenüber Neulingen ohne gleichzeitige aktive Hilfsangebote vertreiben Neuautoren (und zwar egal welchen Geschlechtes). Beleidigend formulierte LA's oder "Halts Maul und geh spielen" Diskbeiträge müssen schärfer sanktioniert werden
- Kero

neue artikel im benutzerraum fertig zu erstellen finde ich nicht sehr "wiki", da könnte man sich durchaus was einfaches überlegen. ausserdem "vermittelalterlicht" die technik. es gibt keine geeignete software um lehrinhalte zu erstellen, videoupload ist schwierig, kein rating von bildern nach kategorien, keine persönlichen notizzettel die man aufs wiki "kleben" kann (elektronisch natürlich), als "tag" bzw kategorie für einen persönlich oder eine private gruppe. auch technik für einfachere wartung fehlt m.e. etwas.
- ThurnerRupert

Eins? Hunderte. Wo soll man anfangen? Mal in Stichpunkten: Benutzeroberfläche, Interaktionsmodell, Prozessunterstützung, Umgangston, Vielfältigkeit, Nachnutzung, Lizenzfragen, Nutzungskompetenz, Offline-Verbreitung, Wartungsanfälligkeit, Produktivität, Finanzierungsmodell, sprachenübergreifende Zusammenarbeit, Selbstverwaltung der Community sind die ersten, die mir einfallen.
- sebmol

Es gibt unzählige Verbesserungspotentiale (ums positiv zu sehen) - für mich sind allerdings die drei Vereine die Hauptbaustelle. Die Relation von Vereinsmitgliedern zu Wikipedia-Autoren ist ein schlechter Witz, jeder der drei Vereine kocht sein eigenes Süppchen (Projekte, Vereinswiki(!), etc.) und das Spannungsfeld zwischen hauptberuflichen Vereinsangestellten und ehrenamtlichen Autoren sorgt ständig für Streiterein. Dadurch geht viel Potential verloren, was ich sehr schade finde.
- Braveheart

Wie #7 sehe ich eines der Hauptprobleme darin, dass nicht alle erfolgreichen motivationsfördernden Mechanismen der Wikipedia der Anfangsphase in der jetzigen und kommenden Phase geeignet scheinen. Es geht jetzt weniger darum, Neues zu schaffen, sondern darum, die Aktualität und die Qualität des Bestehenden sicherzustellen. Statt dessen besteht eine Tendenz, in immer detailliertere Nischen vorzudringen ohne jedes Gespür, ob das alles von einer endlichen Anzahl Mitarbeiter je aktuell gehalten werden kann. Viele der anderen Probleme sehe ich auch, aber dieses scheint mir am meisten unterschätzt zu werden.
- Cactus26

Mehreres: 1. Der Umgangston. Besonders die Tatsache (sehe ich so), dass man sich als "verdienter Mitarbeiter" fast ungestraft einen schlechteren Umgangston leisten kann als andere. 2. Vergraulen von Neulingen durch zu wenig Geduld mit ihnen. (Ja, auch Neulinge sollten sich Mühe geben. Sie müssen aber nicht alles von Anfang an richtig machen!) 3. Artikelbesitzertum. 4. Der Glaube, neue Artikel müssten von Anfang an nahezu perfekt sein. (Hängt mit Punkt 2 zusammen.) 5. Der Glaube, die de:WP müsse morgen fertig sein. 6. Fehlender Abstand zur eigenen WP-Arbeit, daraus folgende Verbissenheit. Einer der Gründe für Punkt 1-5?
- UKoch

Wir wollen vor allem bessere Artikel? Dann wäre es schön, wenn sich mal wieder etwas mehr Leute am Review beteiligen würden und Artikel, die dort vorgestellt werdent, kritisch unter die Lupe nehmen mit dem Ziel, die Artikel zu verbessern. Beispiel gefällig? Bitte mal ins Review Erdwissenschaften schauen und sich angucken, wieviel dort bislang zu den Artikeln Südbrookmerland und Moormerland beigetragen worden ist (Antwort: null!) und seit wieviel Monaten (!) kein neuer Kommentar mehr zu Friedeburg oder Bunde kam (dreieinhalb bzw. drei!). Natürlich kann man auch ohne Input von außen Artikel verbessern, aber für gewöhnlich ist ein Blick von außen ganz hilfreich. Selbst in der KALP nimmt die Zahl der Wikipedianer ab, die sich an Diskussionen beteiligen. Dabei war dies noch vor wenigen Jahren sozusagen die "Anlaufstelle für den letzten Feinschliff". So jedenfalls habe ich die KALP immer verstanden, und damit stehe ich nicht ganz allein. Schade, sehr schade. LG in die Runde und ein Dank an die Initiatoren dieser Seite, war 'ne gute Idee!
- Frisia Orientalis

Ich stimme dem Standpunkt Qualität vor Quantität unbedingt zu. Meine englischsprachigen Arbeitskollegen lachen mich immer aus wenn ich sage das ich in der Wiki arbeite ...da steht doch nur Schrott drin... Meine deutschsprachigen Kollegen sagen das nicht. Höchstens ...für sowas hab ich keine Zeit. Wenn ich in der englischen Wiki mir die Qualität mancher Artikel und ihren Stub-Wahn ansehe will ich erst gar nicht anfangen zu arbeiten. Doch viel schlimmer ist, dass viele andere Wikis den Blödsinn einfach abschreiben. Wenn ich hier einen Artikel eröffne vergehen mit unter keine 10 min bevor der erste anfängt meine Rechtschreibfehler zu verbessern (manche kennen mich wohl schon). Schreib ich auf Englisch – passiert mitunter gar nichts (und mein Englisch ist bestimmt schlechter als mein Deutsch). Versteht mich nicht falsch. In der englischen Wiki sind wirklich viele tolle Artikel - aber man sollte auf jeden Fall nach anderen Quellen suchen und vielleicht mal auf Goofle Earth kucken ob das überhaupt sein kann. Ich denke unser Weg ist nicht sooo schlecht. Auch der Umgang hier ist in meinen Themenbereichen OK. Es gibt nur einen dem ich hier aus dem Weg gehe. Und das Thema Neulinge – Ich bin jetzt fast 4 Jahre dabei und kenne noch immer nicht alle Spielregeln. Aber ich werde immer wieder überwiegend freundlich darauf aufmerksam gemacht. Wir arbeiten an einem sehr komplexen Thema. Es geht zwar nicht ohne Regeln, aber schreiben und schreiben lassen.
- Peter in s

Und zuletzt:

Die Qualität der Artikel selbst scheint mindestens so oft Lob zu kriegen (oft auch im Verhältnis zur englischen Wikipedia), wie sie kritisiert wird.

Bei den sonstigen Themen wird der Umgangston sehr oft genannt, wobei sowohl Neulinge als auch althergebrachte Autoren dessen Opfer sind. Die bereits außerhalb der Wikipedia bekannten Relevanzkriterien tauchen ebenso als Problem auf, wie schlechte Autoren, die sich nicht an die Wikipedia-internen Vorgaben halten. Wobei die Vorgaben auch ein Problem sind: Starrheit, mangelnde Experimentierfreude, Regelwahn etc. ist ein regelmäßig wiederkehrender Kritikpunkt. Und vor allem: der Umgangston. Und der Umgang miteinander.

Was um so spannender ist, weil ein besserer Umgangston sicher auch etwas zur Motiviation von Neu- und Altautoren beitragen würde - und ich die küchenpsychologische These vertreten würde, dass ein besserer Umgangston den Gender-Gap eher verkleinerte als vergrößerte.

Und ganz zuletzt: die Antworten bei der Umfrage sind deutlich spannender, als sich in einem Blogpost wiedergeben lässt. Umfrageantworten lesen lohnt.

Resting Navajo-Churro lamb