Freitag, 20. Juli 2018

Freibad Berlin: Sommerbad Mariendorf

Im Volkspark Mariendorf existiert ein Bad fast nicht. Es liegt im Park. Es ist schön, Es hat Charme. Es liegt inmitten einer zauberhaften Umgebung. Jedoch lässt es nur selten Besucher herein.

Die wenigen Menschen, die von seiner Existenz wissen, verwechseln das Bad im Park oft mit dem größeren und neueren Bad nebenan, das viel länger geöffnet hat. Willkommen im Sommerbad Mariendorf, dem charmanten Freibad im Zwielicht seiner Schattenexistenz.

Ich könnte stundenlang davor sitzen und es einfach nur anhimmeln.


Diejenigen, die das Sommerbad kennen, vergleichen es innerlich schnell mit dem ähnlich aussehenden, gleich alten, aber größeren, schickeren und besser gepflegten Bad im Nachbarbezirk.

Willkommen im Sommerbad Mariendorf, dem unverdienten Aschenputtelbad am Rande des Volksparks. Ausgestattet ist das Freibad mit dem liebevollen Charme des Underdogs, der historischen Authentizität, die nur lange vernachlässigtes aufweisen kann und dem traurig-schönsten Brunnen der Berliner Bäder.

Freitag, 13. Juli 2018

Rotmilan kreist über Brandenburg

Die Sonne schien seit Wochen. Sie zeigte keinerlei Zeichen wieder aufzuhören. Von Regen wussten nur noch die Älteren. Langsam begann der Rasen zu stauben. Das Getreidefeld hinter der Datscha war frühzeitig ergelbt, jetzt schon Mitte Juni.

Wir betrachteten die leeren Regentonnen. Von hinten kam überraschend noch viel mehr Staub herangeweht. Wir standen inmitten einer Staubwolke, die immerhin in der Sonne glitzerte. Hinter diesem verbarg sich der Mähdrescher: Er fuhr Noternte, bevor das Getreide komplett vertrocknete. Während Madame und ich die Strohteilchen aus dem Gesicht wischten und den Haaren zupften, schauten wir noch oben. Dort kreisten sie wieder: die großen, eindrucksvollen Vögel, die so ganz ohne Flügelschlag zu schweben schienen. Die Rotmilane waren wieder da, folgten im sicheren Abstand dem Mähdrescher.


Bild: Milvus milvus (2011-04-17 Switzerland Kanton Schaffhausen Gennersbrunn Von Hansueli Krapf Lizenz:  Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0

Rotmilan, milvus milvus: ein eindrucksvoll aussehender Greifvogel, der sich zu einem Meister des mühelosen Gleitflugs entwickelt hat. Typisch für die Aussicht von unserer Terrasse, wo er immer wieder kreist, und typisch für Brandenburg. Denn hier, quasi direkt an unserer Datscha, liegt ein Schwerpunkt seines weltweiten Verbreitungsgebiets.

Von Harz bis Müggelsee  


Ist das Harzvorland die deutscheste aller Landschaften? Ist der Streit um die Aufstellung von Windrädern der deutscheste aller Streits? Ist der Rotmilan der deutscheste aller Vögel?

Freitag, 6. Juli 2018

Nanas Hannover zu Fuß?

Die Nanas in Hannovers Innenstadt lassen sich zu Fuß erreichen. Aber ist dieser Ausflug sinnvoll?

Kann man die Nanas in Hannovers Innenstadt zu Fuß erreichen? Die Frage wird manchem Besucher der Hannoveraner Altstadt absurd erscheinen: schließlich findet der halbe Flohmarkt der Stadt um die Nanas herum statt. Mir aber stellte sie sich: kannte ich die Nanas doch nur vom  Rücksitz eines fahrenden Autos aus am anderen Ende einer sechsspurigen Straße – im Anderen, geradezu exotisch fremdelnden Teil Hannovers. 

Ein Fluss, die Leine, floss bei den Nanas: Fluss und sechsspurige Straße und irgendwo in der Mitte drei große Skulpturen. Ist es möglich, zu Fuß all‘ diese Hindernisse zu überwinden?

Hinten rechts. Am anderen Ende der Welt. Bild: Leibnizufer Von: AxelHH. Public Domain.


Kann der Besucher vordringen zu diesen Skulpturen, in einer Stadt, die gemeinhin als Paradebeispiel für autogerechtes Baues gilt?