Ostern ist blau. Ostern ist grün. Wenn ich tief in mich gehe, was Ostern eigentlich für mich ist, dann entdecke ich die rationale Schicht mit dem christlichen Feiertag, der christlichen Bedeutung ebenso wie der soziologisch-historischen Bedeutung, warum es im Jahr 2018 in Deutschland so gefeiert wird, wie es gefeiert wird.
Die christo-emotionale Schicht
Weiter auf der inneren Entdeckungsreise folgt die christo-emotionale Schicht. Der Restchrist in mir taucht auf, der immer noch ein wenig beleidigt ist, dass Weihnachten das große Fest hier ist – wo diese Stellung doch eigentlich Ostern zustände.
Kreuzigung und Auferstehung stellen das zentrale Ereignis aller Evangelien dar. Jesu Geburt hingegen ist eine Nebenstory eines Evangeliums ist, die überhaupt nur bekannt ist, weil Sie am sich seines christlichen Ursprungs schon lange entledigten Weihnachtens, mit durchgeschleppt wird.
Hier tauchen erste Bilder auf: die Barockkirche Wesselburen in Dithmarschen, der Ostergottesdienst im Dunkeln mit Madame und Ms. Moin, lutherische Rituale, die so ritualistisch sind, dass sie schon fast katholisch wirken – und dann der helle Schein, das Licht. Er ist auferstanden.
Akko, eine Stadt in der Bucht von Haifa. Unser Blick fällt im Herbst 2017 auf ihren Hafen am östlichen Mittelmeer. Ein junger bärtiger Mann mit Stirnband stellte uns gerade einen Heringssalat vor die Nase. Madame fragt „War Kitchen Impossible schon hier?“. Ich „Nein, aber sie sollten hier drehen.“ Manchmal schon hielten wir uns in Restaurants auf, von denen wir dachten, sie wären eine geeignete Location für die Fernsehsendung. Dies war das einzige Mal, das wir uns wirklich wunderten, warum sie hier noch nicht drehten.
Am Ende des Roten Pfeils liegt Uri Buri,
Kein halbes Jahr später hat uns die Fernsehsendung erhört. Die Kitchen-Impossible-Folge vom 18. März wird in Akko spielen – und in Akko kann es nur ein Restaurant geben: Uri Buri.
Herbst in Israel. Wir chillen bei entspannten 26 Grad Lufttemperatur. Die Wassertemperatur liegt in ähnlichen Bereichen. Die Israelis baden nicht mehr. Denn es ist ja kalt. Nur noch die hartgesottenen kälteunempfindlichen Extremschwimmer halten sich am Strand auf.
Die Strände und ihre Einrichtungen befinden sich in Auflösung. Während in Tel Aviv gerade ganze Strände zwecks Umgestaltung abgetragen werden, sind die Anlagen in Akko noch offen, aber deutlich am Zusammenpacken. Als Mitteleuropäer wirkt manches in Israel unerwartet.
Andererseits: wir befanden uns an einer Traumlage bei bestem Wetter an einem nahezu leeren Mittelmeerstrand. Die Konfrontation mit dem Ungewohnten nehme ich gerne auf mich.
Akko liegt im äußersten Norden Israels. Die Grenze zum Libanon befindet sich in Laufweite. Die Stadt liegt am nördlichen Ende der Bucht von Haifa auf einem Felsvorsprung in diese Bucht hinein.
Felsen und Bucht eignen sich als natürlicher Hafen, so dass Akko seit Jahrtausenden besiedelt ist. Der Argaman Beach selbst ist nach der purpurnen Farbe benannt, den die Kanaaniter einst aus Schnecken gewannen. Eine prägende Blüte erlebte die Stadt mit den Kreuzzügen. Über den Hafen Akkos reisten die christlichen Pilger schon vor den Kreuzzügen ins Land. Die Kreuzritter bauten die Stadt dann zu einer Festungsstadt - der Festungsstadt - aus.
Hier hatte der Ritterorden der Johanniter (jetzt: Malteser) seine große Zeit. Die Festungsanlage von Akko ließ jede europäische Burg der Zeit wirken wie die Schwimmhalle Hohenschönhausen im Vergleich zu den Londoner Olympiaanlagen von 2012.
Kein Wunder, dass die Ritter vom Heiligen Lande in Europa nicht den besten Ruf hatten. Zu einer Zeit, in der die anderen Ritter im Dunkeln auf klammen, zugigen Burgen in Wales saßen und mühsam den Kamin anheizten, saßen die Kreuzfahrer in einer sonnenbeschienenen gigantischen Festung, hatten Zugang zu Seide, Gewürzen und Zucker. Das warme Meer brachte Fische direkt an den Strand.
Tomatensauce mit Ei. Shakshuka. Sie wanderte von Jaffa in unseren Crockpot. Von der israelischen Dr.-Shakshuka-Variante könnte ich mich bis an das Ende meiner Tage ernähren. An der Perfektionierung der Heim-Version arbeiten wir noch. Aber wir bewegen uns auf einem guten Weg.
Bei Dr. Shakshuka
Shakshuka
Shakshuka ist das Gericht der Stunde. Hatten wir es doch bis 2016 nur via unserer israelischen Nachbarn kennengelernt, und dann einmal im Fernsehen gesehen, so scheint es nun allgegenwärtig. Twitter-Streams, Blogs, Zeitungsartikel: Sie alle überschlagen sich mit Shakshuka-Artikeln und -Rezepten.
Das ist verständlich. Nicht nur schmeckt dieses Gericht sterbenslecker, sondern scheint auch für den Anfang einfach zuzubereiten zu sein. Shakshuka-Esser ernähren sich vegetarisch und Low-Carb. Seine beiden Hauptzutaten - Tomaten und Eier - stellen fast niemanden vor Probleme. Die orientalisierende Gewürzkombi, die dem Gericht seinen Geschmack gibt, hat sich dank Döner, Shawarma, Falafel und Ähnlichem auch in Deutschland etabliert. Das Prinzip „Tomatensauce“ haben die Deutschen dank Nudeln und Pizza schon lange auf den Thron gehoben.
Shakshuka ist nun eine Art Tomatenpaste. Man koche Tomaten, Gewürze und etwas Paprika lange ein. Am Ende werden Eier darin aufgebraten. In der Küche reichen wenige Zutaten und die Zubereitung wirkt technisch wenig anspruchsvoll. Das bedeutet natürlich auch: Bei Shakshuka handelt es sich um eines der Gerichte, bei denen man Jahre benötigt, um sie zu perfektionieren.
Dieses kleine Land Israel: halb so groß wie Niedersachsen. In Israel leben ähnlich viele Menschen wie zwischen Nordsee und Harz. Während es aber anscheinend selbst den Oldenburgern, Emsländern, Heidjern und Hann.Mündenern schwerfällt, Begeisterung und Interesse am eigenen Land zu entfalten, fiebert die halbe Weltgemeinschaft mit, um und gegen Israel.
Das Land zwischen Galiläa und Negev, See Genezareth und Eilat lässt die Menschen nicht ruhen. Das Land, das in vielerlei Hinsicht so wirkt, als wäre es jenseits von Raum und Zeit und das doch gleichzeitig so gegenwärtig, erdgebunden und im hier und jetzt präsent ist. Das Land, in dem sich mit der Grabeskirche der heiligste Ort der Christenheit befindet – und dieser wiederum berühmt ist durch eine Holzleiter, die aus politischen Gründen seit über 100 Jahren nicht von der Stelle gerückt werden kann. Aber christliche Pilger müssen sich im Land nicht nur mit der Grabeskirche begnügen.
Madame und ich sitzen im kleinen Miet-Toyota irgendwo in den Bergen Galiläas. Feierabendverkehrsstau. Pick-Up-Trucks um uns herum, japanische Groß- und Kleinwagen. Von rechts mündet eine Straße in die unsere, was fast obligatorisch Hupen, Blinken und Gestikulieren hervorruft. Im Rückspiegel kann ich Mutter und Teen-Tochter im Kopftuch beobachten, die gerade wild zu einer mir unhörbaren Musik singen.
„Schau mal“, spricht mich Madame an. „Die Miracle Bar“ und gleich daneben der Supermarkt „Miracle Shopping“ und ein großes Hochzeitsgeschäft „World of Miracles“. „Weißt Du, wo wir sind?“ „Nö, interessiert mich auch grad nicht wirklich. Ich bin noch damit beschäftigt, nicht im Kleinlaster von links zu landen.“ Eine gute Viertelstunde Feierabendstau und 500 Meter später erreichen wir ein Schild. Ach schau, „Kana“. Der Ort der Hochzeit:
Am Toten Meer erlebte ich das eigentümlichste Badeerlebnis, das ich je hatte. Das krasseste Badeerlebnis meines Lebens. Ein Baden, bei dem ich in seiner Einzigartigkeit Zweifel habe, ob je ein anderer Bad- oder Strandbesuch herankommen wird. Willkommen am Toten Meer.
Ein See aus Salz und Mineralien liegt in einer Gegend, für die zu beschreiben mir noch immer die Worte fehlen. Dieser Graben in der Wüste Negev, in seinen Dimensionen, seiner Eindrücklichkeit und Vehemenz: Es ist alttestamentarisch: Man sieht die brennenden Büsche, Feuerseen vom Himmel, den strafenden Gott und die Verlockungen durch den Teufel fast bildlich vor sich, während man sich hier bewegt. Seitdem ich die Gegend zum Alten Testament sah, glaube ich fast alles wortwörtlich, was dort geschrieben steht. Hier scheint alles möglich.
Am Toten Meer selbst liegt dann ein so unpassend wirkender wie erwartbarer Badeort, in dem sich fast nur Russen aufhalten. Menschen gehen in ein Wasser, dass sie offensichtlich gar nicht haben will. Wasser das einen schon nicht mehr trägt, fast schon abstößt und von sich wirft. Um es kurz zu machen: wenn man Wasser schluckt, soll man sofort zum Notarzt. Den Schlamm zum Wasser aber schmieren sich Menschen begeistert auf den Körper. So ist das in En Bokek.
Parken in Jerusalem ist möglich. Autofahren in Jerusalem ist möglich. Beides ist nicht einmal wirklich schwer. Von den zahlreichen Israel-Mythen, mit denen wir vor unserer Reise konfrontiert waren, erwies sich Mythos von der Unmöglichkeit des Autofahrens in Jerusalem als einer der hartnäckigsten – und falschesten. Mit etwas Planung lässt es sich in dieser Stadt problemlos Parken und Fahren.
Bei allen unseren Erkundigungen, die wir vorher einholten, erfuhren wir dasselbe: "Gebt den Mietwagen bloß ab!", "Seid nicht wahnsinnig und fahrt mit dem Auto in die Stadt.", "Niemand parkt freiwillig in Jerusalem" und ähnliches. Einzig unser Hotel sah das etwas anders, aber dazu später. Generell waren sich alle einig, dass es weder sinnvoll noch möglich ist, mit dem Auto nach Jerusalem zu fahren. Da die Alternativen allerdings waren, entweder einen knappen Tag durch komplexes Mietwagen hin- und hertauschen zu verlieren oder aber saftige Aufschläge zu bezahlen, weil wir das Auto an anderen Orten zurückgeben als abholen, probierten wir es einfach aus.
Autofahren
Neben dem Mythos „In Jerusalem kann man gar nicht parken“, hielt sich ein anderer Mythos auch hartnäckig „Fahren in Israel ist total chaotisch.“ Ich verstehe, wie Deutsche zu dieser Auffassung kommen: Autofahren in Israel ist anders als Autofahren in Deutschland.
Madame beschrieb es schöner als ich „Nicht aggressiv. Aber manchmal überraschend.“ Ich würde sagen: „Gefahren wird dort, wo Platz ist“. Nicht unbedingt derjenige fährt, der Vorfahrt hat, sondern derjenige, der zuerst in der Lücke ist. Die Lücken, in die man stößt, sind kleiner, die Fahrmanöver auf den ersten Blick waghalsiger. Das ist gewöhnungsbedürftig. Aber – und hier folgt ein großes Aber – nach einiger Zeit mir persönlich sympathischer.
Unser Isra-Mobil. Hier nicht in Jerusalem.
Denn der israelische Fahrstil ist nicht aggressiv. Wer zuerst fährt, der wird fahren gelassen. Die anderen bremsen, weichen aus, machen Platz. In Situationen, in denen ich in Deutschland nie fahren würde – weil ich Angst hätte, dass mir ein Anderer einfach aus Prinzip in die Tür fährt – fuhr ich in Israel vollkommen problemlos. Weniger fahren nach sturer Vorgabe und mehr fahren mit Mitdenken. Fahren mit aufeinander achten. Insgesamt schien mir das flüssiger. Vor allem wirkte es weniger aggressiv als in Deutschland.
Der Aufenthalt in Israel nähert sich. Madame und ich werden nicht lange genug fahren - man kann nie lange genug fahren, eigentlich braucht man immer mehr als ein Leben, um nur einen Ort richtig zu verstehen, und nicht einen 10-Tages-Trip für ein Land.
Im Spätherbst werden Madame und ich nach Israel fliegen. Kibbuz Inbar
(zwischen Nazareth und See Genezareth -> Jerusalem -> Ne’ot
Hakikar (beim Toten Meer) -> Tel Aviv. Weitere und genauere Planungen
gibt es noch nicht. Aber das werden wir sehen, wenn es soweit ist. Es gibt eher ein paar vage
Ideen: Akko, See Genezareth und Totes Meer natürlich, Gordon Pool in Tel
Aviv, Haifa, Shlomo soll ein guter Jerusalem-Führer sein. Neben ein
paar organisatorischen Vorbereitungen (Hotels, Auto,
Krankenversicherung) lag meine Hauptvorbereitung aber in der Lektüre von
Belletristik..
Adressen besorgen kann man sich schnell. Ein Feeling für die Umgebung entwickeln dauert länger. Etwas wirklich zu verstehen, funktioniert nie. Aber man kann versuchen, in die richtige Richtung zu denken.
Also
fragte ich auf Twitter und Facebook nach guten Romanen zum Thema Israel
und bekam eindrucksvolle Antworten. Die vollständige Liste war bereits
in Iberty: Israel-Romane (I): die Liste. .
Vor der Reise werde ich nicht mehr dazu kommen, alles zu
lesen. So seit zumindest ein Anfang versucht. Ich begann mit: Amos Oz - Eine Geschichte von Liebe und Finsternis; Suad Amiri - Sharon and my mother in Law; Meir Shalev – Ein russischer Roman, Avi Primor - Mit Ausnahme Deutschland ; Muriel Spark - Das Mandelbaumtor, Amir Gutfreund – Unser
Holocaust.
Wenn das Land schon vielfältig und die Zeit knapp ist, hilft Nachhilfe. Am besten: Nachhilfe durch andere Perspektive. Sichtweisen, die uns selber verborgen bleiben werden - weil wir nicht lange genug da sind / an anderen Orten sind / keine Juden oder Muslime sind.
Also wenigstens ein Versuch in Vorbereitung des Ganzen anderen Perspektiven einzunehmen. Was aber blieb nun hängen nach all‘ der Lektüre. Ein kleiner Rundumschlag.
Bilder, die blieben
Was bleibt: Vieles an das ich mich nicht mehr bewusst erinnere. Einiges wird plötzlich wieder da sein, wenn die richtigen Trigger kommen. Andererseits sitzt tiefer: Einstellungen. Assoziationen, von denen ich nicht mehr wissen werde, wo sie ursprünglich herkommen, einzelne Formulierungen oder Wörter. Bewusst aber bleiben einzelne Bilder im Kopf. Fast keine Handlung blieb mir in Erinnerung, nur wenige Charaktere. Was blieb sind Bilder.
Dabei bin ich nicht sicher, ob sie je so geschrieben wurden.
Der Moschaw in Nordisrael, Sonne, trockenes Land, die Quelle mit den Wildkatzen und der ehemalige Sumpf.
Ein kurzer israelischer Herbst steht bevor. Um uns emotional in das Land und die Realitäten dort einzugrooven, hilft Literatur. Aber welche? Zu viele Bücher, zu wenig Zeit.
Da es dieses wunderbare Internet gibt, fragte ich doch einfach mal Freunde und Bekannte, welche Romane zum Thema Israel sie kennen. Interessiert war ich vor allem am aktuellen Israel 2017, machte aber keine Vorgaben und dachte, ich schaue mal was so kommt. Das Internet der Freunde und Bekannten erwies sich als mindestens so wundervoll wie erwartet. Die Zahl der lesenswerten Tipps überstieg klar das alles was ich überhaupt zeitlich lesen könnte. Immer noch zu viele Bücher und zu wenig Zeit, aber die Liste fokussiert.
Einige Bücher der Liste besorgte ich, einige andere werden noch folgen. Die in Folge der Frage entstandene Sammlung wäre zu Schade, um in den Tiefen von Social Media unterzugehen. Andere Menschen haben vielleicht mehr Zeit oder einfach einen anderen Geschmack.
Gelesen habe ich bisher noch keines der Bücher, aber allen Recherchen nach, ist es da, was die Leser erwartet. Mehr Infos zu einzelnen Büchern gibt es nach dem Lesen.
Hier sind sie also: lesenswerte Romane zum Thema Israel. Geordnet sind die Empehlungen grob nach dem Erscheinungsdatum des Originals.
Altneuland
Erschienen: 1902 Autor: Theodor Herzl Empfohlen von Manuel
Eines von zwei Büchern, das im Original auf deutsch erschien und erst später als „Tel-Aviv“ in die Vorform des modernen hebräisch übersetzt wurde. DER zionistische Roman, der damit natürlich auch der Grundroman für das heutige Israel ist. Allerdings, da Israel gefühlt immer weniger mit den sozialistisch-sekular angehauchten Juden des Ursprungszionismus zu tun hat, eher ein geschichtlicher Rückblick als ein Buch für heute.
The informal language poll for postings about Wikimania is closed. English got 5 votes, German got 3 votes, so now it is English.
Day 3, some important talks, a closing statement, creepy people with guns,
Shabbat: Okay, I had to take the shuttle because I didn't trust the public buses, but at the venue itself everything was mostly normal.
Creepy people with guns: I am not too fond of guns in a civil settings. Especially not when worn openly by people in civil clothing, who wear big sunglasses, act a bit like drunk and try to high-five me for no apparent reason. Who were these guys? And what were the doing at the venue?
Talks: Interestingly, on day three I saw the worst, the strangest, the most enigmatic, and the most important talk. The worst (won't give a name): some guy, mainly reading banalities from a 10-year-old en-User page and saying "we should think about it." Strangest: several guys from en who actually did say mostly interesting things about notability, living people, commerce and what Wikipedia hast lost, but without any regard for their audience. Unknown abbreviations all the time, internal en-jokes, obvious zero-preparation, and a lot of emphasis on things that are good for other audiences but for any experienced Wikipedian plainly trivial. Could have been interesing.
Enigmatic talk: Stu talking about fundraising and how it should be divided between Foundation and chapters. There was a (public!) letter by the Board of Trustees of WMF at the beginning of the conference, which most of the people in the room hadn't read yet. For some reasons Stu (or anybody else) was not able to tell what is actually written in this letter, but gave long explanations why this is not so important, and why the Board wrote what could not be talked about in this room. So we had a phantom discussion based on information most people in the room didn't have and were not able to gather from the other ones.
Important talk: Brandon Harris (who I may consider as proxy of Sue Gardner with less wikipolitical implications) talking about Wikipedia as social network and why it will never be like facebook. Said a lot of important and meaningful things about gratitude and empathy, and how Wikipedia should center on its community. Otherwise in some time we'll have a lost, dusty desert city of information. But still, this will be centered on a common goal and collaborative work, not on Farmville. I'm really looking forward until this talk is on the youtube-channel, and right now can only give a link to the slides: Identity, Reputation, and Gratitude.pdf
Deutsche Bahn: Seems to be underestimated in its attempts to build a new image of Germany in the world. Met two people whose impression of Germany was shattered after their first train in Germany was more than half an hour late.
Beach party: Epic. I have seen Wikipedians dance. (Almost) all Wikipedians.
No time for shopping: The most exotic thing I bought was flavored water with peach taste.
German: Quite a lot of Germans there (thank you, Wikimedia Deutschland, Österreich und Schweiz!), but even more amazing: you talk to an Israeli and he is fluent in German, to a Dutch and she can of course knows the language, somebody from South Africa who has no problems communicating in German, somebody from Slovak Wikipedia who lives in Dortmund; somebody from Greece who works at the Universität Oldenburg. I was glad for everybody who would talk English to me :-)
Jerusalem: definitely worth its own post. What a city. I guess for the first time in my life I was in a group of Wikipedians and thought "wow, we actually belong to the most normal down-to-earth-people around here." And, a bit reassuring for normal people like me, even the hyperperfectionists of Wikimedia Israel had slight problems to coordinate 250 people in 5 buses.
Wikisource/Wiktionary/Wikiquote: Nobody there, no talks about them. As far as I heard, actually because nobody offered a talk or applied for a scholarship.
Closing ceremony with Jimmy: too much glamour for me. Did not attend.
Real man user paper: but they still can have technical problems. Thanks, Sebastian (W) for the new pen!
El Al: Boring. While I had an intensive personal interrogation coming from Berlin this was just a strict routine. But the nightlife at Tel Aviv airport is amazing. But still: this was the first airport security control ever that could stop some determined person. All the others seem more like charades where everybody pretends it could help, so that everybody feels a bit better in case somethings happens.
Before I start some words about language. Writing in English feels for me like I am really trying to prove something, and like I want to show off. And I am sure, there a quite a lot German readers who don't feel comfortable reading longer texts in English, so I will probably lose them as readers. But maybe there are some non-Germans who'd like to read here, English could be pratical. I am unsure. Any ideas?
Also erst einmal auf deutsch. So viele Eindrücke zur Wikimania an sich gibt es noch nicht, weil die richtig ja erst Morgen beginnt, und ich bisher versuche, wenigstens etwas von der Gegend zu sehen. Die deutsche Kolonie aus dem 19. Jahrhundert wird zumindest heute nicht mehr klappen, weil zur Welcome-Party Shuttles fahren, welche nun wiederum mein rechtzeitiges Erscheinen an der Venue ermöglichen.
El Al: absichtlich gebucht, denn wenn nach Israel, dann auch richtig. Einstündiges Gespräch am Check-In-Schalter mit dem freundlichen Herrn der Security. Er weiß nun alles über Wikimania, Wikimedia und Wikipedia, und wer wie für was gezahlt hat (außer das Hotel, das weiß ich selbst noch nicht so genau..), und war gleich Testpublikum für den Vortrag Morgen. Chiara Ohoven kenne ich trotzdem nicht persönlich. Im Flugzeug neben zwei jungen, schlafenden Israelinnen (ist das die Form?) gesessen, die dem Stempel am Handgelenk nach durchgefeiert hatten.
Falafel: gibt es wirklich überall, sind unkompliziert, preiswert, und wie ja schon aus Deutschland bekannt super. Eigentlich hätte ich es mir denken können, aber trotzdem spontan überraschend: es gibt entweder Meat- oder Dairy-Restaurants. Und noch einmal Israel an sich: es gibt eine Wikimania-Briefmarke der israelischen Post. Wenn das nicht groß ist.
Wikim/pedianer: sind schon viele da. Endlich auch mal zufällig Harel persönlich getroffen. Großer Gewinn! Die Israelis durchgehend nett und sehr hilfreich, die anderen wie Wikip/medianer halt so sind. Auf jeden Fall immer interessant, ich selbst sollte aufpassen nicht bei zuviel "politik"-Gesprächen dabei zu sein. Menschen, die sich primär mit sich selbst beschäftigen und alle fünf Monate mal einen Schlechtes-Gewissen-Edit machen, machen mich depressiv. Da gerade movement roles und chapter meeting ist, würde ich mal behaupten, der Anteil dieser Menschen ist gerade recht hoch. Und nein, das ist kein Schlüsselabsatz, da ist grad niemand direkt und persönlich gemeint, eher ein allgemeines Verhalten.
Der Berg: zur Venue hoch. Eine Herausforderung. Auf jeden Fall sollte man nicht Computer und Kamera gleichzeitig hochschleppen + nicht zusammen mit dem Speed-Niederländer laufen.
Wasser: Notwendig. Viel. Gleiches gilt für Sonnenschutz. Im Schatten direkt auf dem Berg ist Wind, da ist es sehr angenehm. Besonders wenn man die Stelle im Park neben dem Hotelswimmingpool findet, und eine leichte Wasserbrise herüberweht. Jerusalem wird allerdings spannend: Lange Hose (wegen der ganzen Kirchen + Landesinnere (also wenig Wind) plus schwere Kamera. Ich bin neugierig.
Haifa: extrem spannend. Ich fürchte ich werde die Tage kaum mehr als eine Groborientierung hinbringen, und noch kämpfe ich gegen den Egged [Busunternehmen)-Tripplanner. Aber es macht Fortschritte. Zum Thema Busse: sie haben freies Wlan. Im Bus. Echt.
Hotel: echtes Abenteuer. Angefangen vom Berg der Herausforderung, dem ich ihm verdanke zu dem Zimmerradio, das kurz nach dem Krieg gebaut sein muss. Stylishe neue Lobby, Toller Pool, tolle Panoramaterrasse, dafür in der Duschkabine flecken, die da vermutlich seit 1973 sind. Im Gegensatz zu der Ankündigung auf TripAdvisor übrigens alles sher sauber, aber an ein paar Stellen muss man Wände ein- und Stein rausreissen, um das wegzukriegen.
Programm: How dare they to put something interesting in the same timeslot as my presentation! I want to see that.. Habe mir mal das Programm für Morgen angekuckt: Anfangs: Panel und große Vorsitzende spricht. Das ist beides erfahrungsgemäß zur Einstimmung gut, aber inhaltlich eher so vage: das ist gut, da kann ich noch ein bißchen an Chiara feilen), auf das Urheberrechtsteil bin ich sehr gespannt, und dann ist es ja auch schon wieder vorbei. Aber abends könnte es dann noch in die German Colony gehen.
Hotellounge bewährt sich, hier laufen Leute vorbei. Und es gibt Kaffee.
Das Hotel-Wlan ist vorsichtig gesagt wacklig, weshalb es erstmal keine Bilder gibt + mich auch beim Posting auf Stimmungsbilder beschränken.
* Eine Stunde Einzelgespräch am El-Al-Schalter. Sehr höflich, sehr professionell, der Sicherheitsmensch kennt jetzt en Detail die Unterschiede zwischen Wikipedia, Wikimania und Wikimedia, und hat den halben Chiara-Vortrag gesehen. ("No, Chiara Ohoven is not on the plane. And no, I don't know her personally.")
* El-Al-Flugzeuge werden in Berlin wirklich in Schützenpanzerbegleitung zum Rollfeld gefahren.
* Heiss. Schwül.
* Das allgemeine in-Israel-Feeling ist so ähnlich wie ich es das letzte mal in den USA hatte. Alles irgendwie ähnlich aber doch ganz anders.
* Außer die Flora. Die ist komplett anders. Schicke Kakteengärten.
* Organisatoren überall extrem bemüht und hilfreich. Chapeau.
* Es ist unmöglich, mehr als 500 Meter zu laufen ohne in Haifa über Wikip/medianer zu stolpern. Und so etwa zweidrittel davon haben auch etwas interessantes zu erzählen.
* Vor dem Auditorium ist auch grad ein Protest-Zeltlager. Süßlicher Rauch schwaderte.
* Andertalb Stunden im Sammeltaxi auf Abfahrt gewartet. Dafür weiß ich was Emilys Rabbi aus Nebraska vom Hebräischkurs der Uni Haifa hält.
* Hotel Wlan geht einfach, es ist aber vermutlich mit der Zahl der Netznutzer im Hotel grade etwas überfordert.
* Hotelzimmer zwar wirklich im besten 60s-Stil eingerichtet, aber deutlich besser als TripAdvisor vermuten ließ.
* Falafel gut.
* An einem Dienstag im August sind gegen 23 Uhr die Straßen in Haifa voll.
Schwül! Schwül! Schwül! K.o. Bergschwimm. Ansonsten sehr nett. Mehr later. (Sofern ich mich wieder einloggen kann, Blogger hat geschickterweise beschlossen, die Benutzeroberfläche auf hebräisch zu gestalten.)