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Montag, 26. März 2018

Schwimmbad Kaulsdorf: Schwimmhalle am Clara-Zetkin-Weg

Tannen. Zäune. Tannen. Zäune. Büsche. Zäune. Vorgärten schließen sich an Hintergärten an, Zäune folgen Zäunen, süße Häuser und das Best-of des Baumarkts schließen sich aneinander an. Und es hört niemals auf. Ich staune, wie lange man durch so ein Wohngebiet fahren kann, wie viele Straßenkilometer man mit Jägerzäunen säumen kann.

Laut Wikipedia befindet sich im Gebiet des südlichen MaHes (Marzahn-Hellersdorf) das größte zusammenhängende Gebiet an Einfamilienhäusern in Deutschland. Und tatsächlich, es fühlt sich an, als würde man über hunderte Kilometer entlang des Jägerzauns nach Osteuropa geleitet. Ich warte innerlich schon darauf, dass hinter ein paar Thujen der polnische Grenzbeamter herausspringt – und dann: auf einen Schlag ändert sich die Umwelt: eine U-Bahn. Einfamilienhäuser, ein Mini-Einkaufszentrum, und da  - auf halber Strecke zwischen der Berliner Innenstadt und Stettin – in Kaulsdorf- eine Schwimmhalle. Groß, hell beleuchtet, einladend.

Blick auf den Eingang und die Treppe zum Eingang der Schwimmhalle Kaulsdorf.
Schwimmhalle Kaulsdorf-Nord: Quadratisch, praktisch gut,

Beinahe hätte ich ja die Halle in meiner Bestenliste der Berliner Schwimmbäder als die vergessenswürdigste aller Hallen aufgenommen. Bereits drei Wochen nach dem Besuch konnte ich mich an nichts mehr erinnern. Aber deshalb fahre ich mindestens zweimal in Hallen, gleiche Notizen ab und freue mich, wenn ich beim zweiten Aufsuchen dann die längst vergessenen Entdeckungen des ersten Besuchs noch einmal mache.

Wobei mir auch klar war, warum ich alles vergaß. Die Schwimmhalle Kaulsdorf ist ein typischer Typbau. Hier in einer Variante ohne jegliche Deko – einfach nur durchgehend weiß. Weder ist das Bad besonders freundlich noch besonders unfreundlich. Es ist vergleichsweise gut im Stand aber jetzt auch nicht neu saniert. Unfassbar funktional würde ich die Halle bezeichnen. 

Freitag, 10. November 2017

Schwimmbad Marzahn, Schwimmhalle Helene-Weigel-Platz "Helmut Behrendt"

Ein weiter Platz. Der Wind pfeift. Allüberall Hochhäuser, dazwischen breite Schneisen in denen der Wind über den Beton pfeift. Die „Springpfuhl-Galerie“ mit einem Norma und einem Billigjuwelier. Vor dem Gesundheitszentrum steht ein Automat für Spritzenkanülen. Drumherum weitere Geschäfte des preiswerten Bedarfs. Einzig das „Kino Sojus“ vermag etwas Flair zu bringen – wenn auch nur Ruinenchic. Das Kino erweckt den Anschein, als wäre es seit Jahrzehnten verlassen. Marzahn gibt sich am Helene-Weigel-Platz jede Mühe, allen Marzahn-Klischees zu entsprechen.



Ein großes Schwimmbad? Wo soll das sein? Weder vom Parkplatz noch von der S-Bahn-Station aus, ist es zu sehen. Für Ortsunkundige ist ein leichter Irrgang über die marzahnsche Platzsteppe fast unausweichlich. Versteckt hinter dem ehemaligen Rathaus und dem Gesundheitszentrum. Und dann ist es da.



Dieses leichte, fast fliegende Schwimmbad mit 50-Meter-Bahn, einer ästhetischen Doppelpultdachkonstruktion, Empore, Luft und Licht, Wasser und Bewegung. Ein wirklich schönes Bad. An diesem Ort. Licht in der Dunkelheit, Wärme im garstigen sibirischen Nullgradwind. Hinter dem Kino dann auch noch der Springpfuhl selbst. Ein ansprechender Teich mit schönem Uferbewuchs und einem Park drumherum. Ach, Marzahn. Hier wirst Du richtig schön. Warum versteckst du das so?