Samstag, 28. Dezember 2013

Ein Hoch auf die Zukunft, ARPANet, CERN und all' die Internetpioniere

Ich stände heute mutterseelenallein und verloren in der Küche. Aber zum Glück gibt es dieses:


Freitag, 20. Dezember 2013

Wenn Wikipedianer demonstrieren würden

Dann sähen ihre Plakate so aus:

Wir haben es satt 2013 demo 19.01.2013 14-43-47
Off Topic und am Rande: Zählt das jetzt eigentlich als Traktorfreitag? Links und Rechts dieses Motivs standen dutzenden Traktoren. Deswegen war ich ja überhaupt da.

Dienstag, 17. Dezember 2013

Darummagichdaswikiversum

Man sagt "JSTOR" und alle kriegen leuchtende Augen.

Mittwoch, 11. Dezember 2013

"Sei mutig" gegen die Richtlinien. Ein Duell von 2005 bis 2008 mit klarem Sieger.

Im Jahre 2005 begann der Konflikt, im Jahre 2008 hatte die Bürokratie endgültig gewonnen.




Und noch ein Wort der Erklärung: [[Wikipedia:Sei mutig]] existiert durchaus weiterhin. Und der Löschgrund war nicht, dass "sei mutig" blöd ist, sondern dass Wikipedia-internes nicht in den Artikelnamensraum gehört - was prinzipiell richtig ist. Dennoch ist es natürlich eine wunderschöne (und eher traurige) Parabel des Siegs von Richtlinien, Prinzip und Recht und Ordnung gegen pragmatischen Anarchismus, einfach mal ausprobieren und halt "mutig sein".

Dienstag, 10. Dezember 2013

Wissenschaftliche Relevanz ist egal

Notched ear sheep

Kurzer Hinweis auf einen Hinweis nebenan auf eine Studien: eine Studie an der Oxfrod University hat untersucht, welche Professoren Einträge in der englischen Wikipedia haben, und welche nicht. Dann haben sie das ganze mit den üblichen Verfahren verglichen, um in der Wissenschaft Relevanz und Reputation festzustellen.

Resultat: es besteht keinerlei Zusammenhang, die Existenz eines Wikipedia-Artikels (oder seine Länge, die Zahl seiner Bearbeiter etc.) sagt komplett gar nichts über Relevanz oder Reputation eines Wissenschaftlers aus. Zitat: "In short, a scientist having their own Wikipedia entry means—to use a technical term—diddly squat."

Außerdem stellten sie das fest, was auch in der deutschen Wikipedia jetzt nicht so selten ist: “Who is writing Wikipedia articles on academics?” Could it be—gasp—the academics themselves? (Und Disclaimer: es ist jetzt aber auch nicht so häufig, dass die meisten Einträge von den Leuten selber kämen. Aber sicher einige.)

Whole Story: Does Your Professor Have a Wikipedia Entry? Congrats! It Means Nothing

Montag, 9. Dezember 2013

Halle ist gefährlich

Aber es hat tolle Beschleunigungsstreifen auf seinen Schildern.

Halle franckesche schilder 04.08.2013 11-09-17

Donnerstag, 5. Dezember 2013

Kein Liveblog von der Wikimedia-MV (mit Text)

Diesmal kein Live-Blog oder Nach-live-Blog, soviel bin ich dann nicht zum Schreiben gekommen. Aber bevor Twitter sie ganz verschluckt hier mal meine Tweets. Ist nicht so sehr anders als sonst, nur einfach deutlich lückenhafter:

 (dezent redigiert. d.h vor allem ein paar Nebendiskussionen auf Twitter gelöscht und der Lesbarkeit wegen zeitlich von oben nach unten angeordnet), das heißt es fängt oben an und geht dann chronologisch nach unten.

* es wäre ja nett, wenn es auf der wikimedia.de-startseite irgendeinen hinweis auf die MV geben würde.#woistdiedenn?

* Hurra! Die größten #WMDE-MV-Kaffeetassen aller Zeiten!

Mittwoch, 4. Dezember 2013

Ephemeria

SheepsAtMyvatn

Jemand Lust:?

Ephemeria- - die Enzyklopädiekammer für Unbekanntes, Nebensächliches und Unerwartetes

* Man nehme ein Mediawiki und schreibe über die Welt:

Über alles. Ich betone _alles_

Mit dem Interesting Point of View. Im Zweifel steht der Stadnpunkt im Artikel, der den interessantsten Artikel ergibt

ABER:

(aus pragmatischen Gründen)

* Keine Themen, die "harte" Wikipedia-Relevanzkriterien erfüllen (dafür gibt es ja schon Wikipedia.) Das heißt, dass es durchaus Dopplungen geben kann und zum Beispiel "öffentliche Aufmerksamkeit"kein Ausschlusskriterium ist. Aber zum Beispiel Kampfkünste mit mehr als 10.000 Teilnehmern wären draußen.

* Keine lebenden Personen (wir wollen ja nicht verklagt werden)

* Keine in DACH aktuell aktiven Organisationen (wir wollen ja nicht verklagt werden)

* Keine Müllablage - kein Blindimport aus Wikipedia, sondern redaktionell betreute Artikel 

Sonntag, 1. Dezember 2013

Kein Liveblog von der Wikimedia-MV (ohne Text)

Sheep shearing

Aber mit Link: ein bisschen schrub ich ja doch mit. 

Und in den nächsten Tagen dann auch hier mit Text und von oben nach unten. 

Donnerstag, 28. November 2013

Kurz gestubbt: Tempelhofer Ufer 23-24

Das Gebäude Tempelhofer Ufer 23–24 ist ein denkmalgeschütztes Geschäftshaus in Berlin-Kreuzberg. Es wurde 1913-1919 von Cremer & Wolfenstein als Verwaltungsgebäude für den Lokomotivenhersteller Orenstein & Koppel hergestellt.

Das Gebäude ist ein typisches Verwaltungsgebäude seiner Zeit, und bildete einst den Hauptteil eines Komplexes, der sich über den ganzen Block erstreckte. Zwischenzeitlich nutzte der Textilienhersteller "Alois Heinze. Röcke" und die Hochschule der Künste das Gebäude, heute hat es verschiedene Mieter.

Dienstag, 26. November 2013

Nicht-mehr-live-aber-weiterhin-unkoordiniert-bloggen von #Wikicon2013

Weiterhin erstmal mit ein paar gesammelten Eindrücke:

* der schon angesprochene Talk von Lukas Mezger war ein spannender - der hat einfach was zu sagen, und kann das. Auch wenn es leichten Diskussionsdissenz zum Thema gab welche Daten Wikimedia wann wie erhebt und erheben sollte. Damit hat er zwar eigentlich nichts zu tun, aber wer schon je ein (WMF) am Benutzernamen hatte, ist im Zweifel halt mitverantwortlich.

* mein Bar-Camp-Workshop "PR powerflauschen" war bewegt - auch wenn mir immer noch nicht klar ist, warum Leute Unhöflichkeit für ein sozialadequates Verhalten halten, das auch nur ein Problem auf dieser Welt löst.

* Achim hat mir morgens um neun Schnaps in die Hand gedrückt, und ich habe Minuten danach erfahren, dass dpa nachmittags mit mir reden will, und ich da besser noch zurechnungsfähig sein sollte. bäh.

* Allgemein: ich habe mehr Talks gesehen als auf den meisten Konferenzen auf denen ich war. Lag vielleicht aber auch an der Kaffee-Sitzsack-Situation, die das so-allgemein-abhängen-und-reden etwas erschwerte.

* So mittelgute Talks, die forderten, dass auf Wiki-Konferenzen stärker selektiert und nur noch tolle Talks angeboten werden sollten.

* Spannend: Gereon, der erzählte, wer einen so alles anruft, wenn man seinen Namen auf [[Wikipedia:Presse]] stehen hat. Vor allem wohl keine Presse.

*  Total großartig: der externe Juror bei der Wiki-Loves-Monuments-Preisverleihung. Etwas antiklimatisch: dass die Preisverleihung mit dem 1. Platz losging und sich dann bis zum 100. vorarbeitete. 

* Diverse neue spannende Wikipedianer getroffen. Und viele alte spannende.

* Wetter war besser als in Dornbirn und weniger heiss als in Hongkong.

* Große Männer, die begeistert wie kleine Kinder auf Drohnen schauen.


Samstag, 23. November 2013

Fast-vielleicht irgendwie Liveblog von #Wikicon2013

Bloggen gegen den ablaufenden Akku..

Kurzfazit: Leute super drauf, alles super organisiert, spannende Inhalte, lange Wege, und der Kaffee ist nicht da wo ich bin. Ick freu mir hier zu sein.


Ein paar Stichpunkte: jetzt gerade im Keller eines seltsamen Karlruher Uni-Gebäudes, wo uns Lukas Mezger gleich was zu Stand von Markenrechten, Datenschutz etc. erklären wird.

Mein eigener Vortrag ("Instutitionalisierter Dialog mit der Community") war Meta-Meta absichtlich, und damit schon alles sehr abstrakt. Aber das sollte ja so.

Presse ist da, aber übersichtlich.

Alle superlieb.

Kaffee ist im 1. Stock, Sitzsäcke im Keller. Ich prangere das an!

Juhu! Gleich gibt es bunte Bilder.

Jetzt geht talk los. Ich fühle mich verpflichtet, zuzuhören.

Freitag, 8. November 2013

Gibt es Forschungen zur Stärkung mikrourbaner sozialer Zusammenhänge durch die Expansion des Online-Handels?

Mal ehrlich: die ganze Nachbarschaft hier lernt sich doch immer nur kennen, wenn der eine beim anderen Hermes/Post/dpd/etc-Pakete abholen muss. Völkerverbindung durch Online-Shopping!

Dienstag, 5. November 2013

Stell' Dir vor, Du hast einen Ballsaal groß genug für Tractorpulling?

Was würdest Du drin machen? (und, okay, eher lawn mower pulling auf kurzer Strecke)



Samstag, 12. Oktober 2013

"Wiki ist hawaiianisch für schnell."

Ein Satz, den ich schon sehr sehr lange weder gehört noch gelesen habe.



Schlafendes Lamm 01

Montag, 30. September 2013

Ballettmontag: Explosionen

Es ist eine Sauerei. Explosionen scheinen im Ballett nicht vorzukommen. Wie konnte das passieren? Nicht mal Feuerwerk. Aber immerhin Pyroshows. Ein kleiner Blick in die Aufführung Dracul, Prince of Fire, über deren Hintergründe ich bisher genau gar nichts weiß:



 

Freitag, 27. September 2013

Die verschwundene Wikipedia

Deutsches Version dieses englischen Blogposts
Manchmal, wenn ich mich mit anderen Wikipedianern unterhalte, versuche ich alt und weise zu klingen. Und ich rede über die Zeiten, als es noch gar keine Wikipedianer gab, und alle Datenbanken liefen auf einem einzigen Server, der von Hamstern angetrieben wurde. Um in der weiten Öden des IRCs jemand zu treffen, musste man sich Tage vorher verabreden. Alle Regeln und Bearbeitungshinweise der Wikipedia, ausgedruckt auf A4, waren weniger als zehn Seiten lang.

Das waren die Zeiten, in denen ich Menschen erzählte „ich bin bei Wikipedia“. Und die Antwort war „Ah, ja, ne, is klar, wasauchimmer“ Ich: „Und jeder kann mitmachen“ - „Ah, ja, ne, is klar, wasauchimmer“. Ich: „Eines Tages wird es eine freie Onlineenzyklopädie sein“-- „Ah, ja, ne, is klar, wasauchimmer“ Bis heute vermute ich innerlich immer, dass Menschen so auf Wikipedia reagieren, und bin jedesmal sehr überrascht, wenn e sanders kommt.

So viel hat sich seit 2003 geändert. Beim Schreiben des Blogposts sitze ich in Hongkong auf der Wikimania. Die Weltpresse interessiert sich dafür, was Jimbo in einer Rede sagt. Und vor allem: Wikipedia ist tatsächlich praktisch und taugt als Nachschlagewerk. Wenn ich mich auf fremden Kontinenten mit wildfremden Leuten über mein Hobby unterhalte, wissen diese Menschen im Normalfall wovon ich rede. Und viele, viele Menschen interessieren sich stark dafür, was in Wikipedia steht: Menschen, die niemals auch nur einen Edit gemacht haben oder machen werden. Tatsächlich, die Erfolgsgeschichte der Wikipedia fasziniert mich jeden Tag wieder.

Aber natürlich wäre es anmaßend, davon auszugehen, dass Wikipedia an genau dieser Stelle aufhört, sich weiterzuentwickeln. Es wäre anmaßend davon auszugehen, dass Wikipedia sich nicht mehr verändern wird.
Was wird im Jahr, sagen wir mal 2022, passieren? Warum versuchen wir nicht einfach mal einen Blick in die Glaskugel?
2011 får 02


Die gute Nachricht: im Jahr 2022 existiert Wikipedia noch. Die schlechte Nachricht: Niemand weiß davon 

Die gute Nachricht: auch jetzt im Jahr 2022 existiert die Wikipedia. Die schlechte Nachricht: Niemand weiß davon. Durch neue semantische Anwendungen, Wikidata, Mobile Apps und allerlei andere personalisierte Oberflächen hat es fast niemand mehr nötig auf die Website zu gehen. Da wo der riesige unstrukturiert-bleiwüstige Text steht, in dem sich an komischen Stellen seltsame Bilder befinden. Dort, wo die Auswahl der Bilder immer noch danach erfolgt, welcher Hobbyfotograf am durchsetzungsfähigsten ist.

Durch eine Menge an Apps und Anwendungen kommt die Information maßgeschneidert und so aufbereitet, wie sie die Menschen gerade wünschen. Mal wird sie vorgelesen, mal als Video aufbereitet oder auch in kurzen Textschnipseln auf diverse Displays serviert. So viele schicke und schöne Oberflächen auf denen man die Information von Wikipedia genießen kann, ohne in die langweilige und überladene Enzyklopädie zu müssen.

Animalute 1

Viele Menschen tragen mittlerweile auf viele verschiedene Arten bei. Große Teile der Inhalte kommen mittlerweile durch Partnerorganisationen in das Wiki-Archiv. Bots plündern die Archive Universitäten, Museen und anderen Institutionen und laden deren Materialien auf die Wikimedia-Server.

Vielfältige Menschen (darunter viele Frauen), verarbeiten diese Informationen weiter, korrigieren sie, versehen sie mit Schlagworten, schätzen sie ein, bewerten sie positiv oder negativ. Programme und Bots werten diese Interaktionen aus und aggregieren die Resultate- Daraus kuratieren Programme diejenigen Informationsschnipsel für verschiedene Leser.

Um Wikipedia herum befindet sich ein großes Archiv an Material, das durch verschiedenen Methoden ausgewertet und aufbereitet wird. Wikipedia, Aggregation durch das Schreiben von Text, ist nur eine dieser Methoden. Es ist allerdings die Methode, die bei Studenten und Bildungsbürgern immer noch sehr beliebt ist.

Um die tatsächliche Wikipedia bearbeiten zu dürfen, bedarf es mittlerweile des Master-Zugangs. Der Zugang ist der einzige Zugriff auf dem tatsächlich etwas kaputt gemacht werden kann, und beispielsweise Inhalte komplett geändert oder neu strukturiert werden können. Deshalb wurde der Zugang ist in den letzten Jahrzehnten natürlich immer weiter eingeschränkt. Das Recht, Wikipedia zu bearbeiten, muss man sich durch fleißiges Helfertum in der weiten Wikversiumssphäre erst verdienen. Nur einige Freaks, Studenten höherer Semester, ehemalige Studenten höherer Semester und andernweitig bildungsversesene Menschen besitzen Können und Wollen, um sich bis dahin vorzuarbeiten. Alle anderen sind glücklich, wenn sie einfach nur Inhalte beisteuern können.

Nicht sehen

Erinnert Ihr Euch an die Zeit, als man tatsächlich eine echte Website it großen Textmengen lesen musste? Die Website war irgendwie weiß und sah schon nach wenigen Jahren so aus, als hätte sie sich aus der Frühzeit des Internets in die Moderne gerettet. Es hatte einige Bilder fragwürdiger Qualität, die durch die eigentümliche Wikisoftware ohne jedes Layout quer über die Texte verteilt waren. Und es gab Text: es gab viel Text. Manchmal war dieser Text gut geschrieben, oft war er umständlich, unelegant und verlor sich in Details. Auf der Website stand alles, es war nur manchmal schwer, es zu finden. Je länger die Zeit fortschritt, desto schwerer wurde es. Der Anspruch, eine Enzyklopädie für alle zu sein, ging verloren, da viele nicht mehr in der Lage waren, sich durch die Textberge zu kämpfen.

Das ist vorbei. Heute geben einem Telefon, Auto, Haus, Social Network, Zeitung und Fußmatte die Informationen, die man gerade benötigt. Der Kühlschrank bestellt zwar immer noch keine Milch, kann dafür aber mittlerweile dank Wikiquote die schönsten Zitate über Milch vierstimmig singen. Wobei: eigentlich geben einem Türmatte etc. nur die Informationen, die man vielleicht benötigen könnte. Auch nach vielen Jahren der Forschung ist das Targeting plump und trifft nicht immer. Aber hey, wenn man auf diese seltsame Website geht, ist das Targeting und das Zusammenehen von gewünschten und gelieferten jetzt auch nicht der Hit.
Grazing Sheep
In den Jahren 2014 bis 2018 versuchten die Wikimedia Foundation und einige der größeren Chapter mit erheblichem Einsatz von Mitteln solche Apps und die dazu notwenige Software zu programmieren. Aber sie waren viel zu langsam. Verrückterweise versuchten sie sogar, die Community einzubinden – in einem Prozess der ebenso undemokratisch wie langsam und ineffektiv war. Die Versuche aus dem Wikiversum waren alle viel zu sehr damit beschäftigt, das bestehende zu bewahren, um wirklich nach vorne blicken zu können. Die Einbindung einer länger bestehenden Community verunmöglichte jede echte Veränderung. So kamen die echten Veränderungen durch Player, die weniger Hemmungen hatten.

Als Wikidata abhob, als Wolfram Alpha in der Lage war, Wikipedia und Wikidata-Informationen mit netten schönen Bildern und lustigen Filmen zu verbinden, als Google keine Hemmungen mehr zeigte, Wikipedia nach Inhalte zu durchforsten und diese neu zusammenzusetzen.. – das waren die Player, die die neuen Apps programmierten und auf deren Geräten Wikipedia-Inhalte nun zu den Usern kamen.
Da im Jahr 2022 fast niemand mehr die Website besucht, haben natürlich auch die Spenden nachgelassen. Natürlich bezahlen Wolfram Alpha, Google und Wikiweibo alle Rechnungen und ein bis zwei nette Kongresse im Jahr – aber natürlich bezahlen sie besonders gerne für Anwendungen, die ihnen mehr und besseren Zugang zu den Informationen gewähren.  

So jetzt im Jahr 2022 fühlt sich Wikipedia für die moisten Menshcen wie jede andere Website an. Die meisten Informationsapps suchen sich ihre Daten aus verschiedenen Quellen zusammen und kombinieren diese ohne Hinweis auf den Urheber. „Wikipedia lesen“ ist ein fortgeschrittener Kurs an Universitäten. Nur wirklich neugierige Menschen kämpfen sich durch all die Oberflächen bis zur eigentlichen Quelle.

Die Website existiert immer noch. Da die Community sich in den letzten Jahren in Richtung der Neugierigen und Kundigen wandte, sind die Texte mittlerweile besser geschrieben als im Jahr 2013. Seit 2018 funktioniert sogar die Suche. Aber trotzdem: Wikipedia, die Website, ist nru für Menschen, die wirklich wirklich hinter die Kulissen sehen wollen. Das ist keine Mehrheit (oder auch nur eine erhebliche Minderheit) der Menschheit.

Nichts schreiben

Im Jahr 2015 gab die Wikimedia Foundation endgültig alle Versuche auf, auf die Community einzuwirken und überließ sie einfach sich selbst. Offizielle Policy war es nun, die Community nach Möglichkeit zu ignorieren und an Projekten im weiteren Wikiversum zu arbeiten: keine Versuche mehr, Neulinge anzuwerben, keine Versuche die Community vielfältiger zu machen, keine Machtkämpfe mehr. Lieber schuf sie neue und enthusiastischere Communities in der Peripherie des Wikiversums.

Wiki Loves Monuments zeigte einen Weg, wie man es schaffen konnte, und dank des Visual Editors und seiner Infrastruktur, konnte die Foundation ihn auch gehen. Die Foundation erkannte den Irrweg, der darin lag, Newbies den steilen und mühsamen Weg zuzumuten, sich in eine etablierte Community einzuarbeiten. Einfacher war es, den Menschen etwas zu geben, mit dem sie einfach Inhalte schaffen konnten, ohne sich um das ganze Drumherum kümmern zu müssen. Einfach einfach; keine Streit, kein Aufwand, kein Unfreundlichkeit, keine komplizierten Meta-Regeln.


Family Sheep (6318362289)

Die ersten Apps für “eingeschränktes Bearbeiten ohne das Risiko etwas kaputt zu machen” waren entwickelt worden, und ermöglichten ganz neue Erfolge im Outreach. Die allererste war natürlich eine Wiki-Loves-Monuments-App, bei der man nur noch eine Kamera mit GPS benötigte, und die App alles andere – einordnen, beschreiben, auf Commons hochladen, in den Artikel einbinden – von selber erledigte. Was für Denkmale funktionierte, funktionierte dann natürlich in kurzer Zeit auf für Kunst, Straßenzüge, geographische Objekte, Schulen, Museen, Autos etc.

Um die kleinen Fehler zu verbessern, die diese App noch machte, gab es eine weitere App, mit der Menschen die Fehler korrigieren konnten – nur einmal kurz beim Busfahren oder aus dem selbstfahrenden Auto die Zuordnungungen überprüfen, Daumen nach oben oder Daumen nach unten, und schon war der Menschheit ein klein bisschen geholfen. In Fortgeschrittenen Varianten konnten die User wählen, ob sie ein Bilder mochten oder nicht, ob es eine gute Illustration war, Inhalte per Teilnahe an einem Multiple-Choice-Quiz verbessern  die Fragen für das Quiz wurden automatisch generiert und die Antworten eingearbeitet.

Plötzlich konnten wieder große Teile der Bevölkerung an Wikipedia teilhaben, und Wikipedia – in der neuen Form – wurde ein beliebtes Hobby. Es war möglich in einer ruckelnden Bahn beizutragen, in der es nur begrenzte Bandbreite gab. Das gesamte benötigte Vorwissen bestand daraus, ein Bild zu mögen oder auch nicht zu mögen. Man konnte im Gehen editieren, im Laufen und auch schon fast im Schlafen.

Schwierig war es allerdings weiterhin, diese Informationsmassen in enzyklopädische Inhalte zu übersetzen – einfache Arbeiten konnten Bots erledigen, in schwierigeren Fällen war die alte aktive Community gefragt, und bei Aufgaben, die sonst niemand machen wollte, kamen bezahlte Kuratoren ins Spiel-

Die alte Community mit ihren anstrengenden Verhaltensweisen ist mittlerweile gut hinter mehreren Schichten einfacher, schöner und gut zu bedienender Anwendungen versteckt. Diese sind motivierend, intuitiv zu bedienen und bei Problemen findet sich immer eine hilfreiche Mitarbeitern, die helfen und beraten kann.

In der alten Community selbst gab es immer noch Konflikte und Rivalitäten. Aber die meisten Kämpfe waren schon vor Jahren ausgekämpft worden, und wurden jetzt eher aus Tradition am Leben gehalten, den aus Enthusiasmus. Viele der diskussionsfreudigen Metawikipedianer hatten das Projekt verlassen und sich auf fruchtbarerem Boden niedergelassen. Der harte kern der Enzyklopädisten hatte weniger Interesse am Streit,

Hochladen

Zur selben Zeit wie Wikimedia das Schichten-Modell zum Verstecken der Community entwickelte, hob die Kooperation mit GLAMS (Gallerien, Libraries/Bücherein, Museen und Archiven), „neuen Glams“ (Unternehmen) und fast-Glams (alles andere) ab. Bezahltes Hochladen auf Wikicommons oder Wikisource wurde in vielen Archiven und Kommunikationsstellen fester Bestandteil der Arbeitsabläufe. So viele neue Inhalte konnten so gewonnen werden. Die wurden dann erstmal mit Bots notverarztet, bevor User mit lustigen Webspielen das Feintuning erledigen konnten.

Fast alle großen Institutionen haben im Jahr 2022 ihre offizielle Präsenz im einem der Wikimedia-Projekte. Die Integration geht mittlerweile so reibungslos, dass die Wikiprojekte ebenso probemlos Informationen der Institutionen einbinden können, wie diese Wiki-Inhalte in ihre Websiten und Ausstellungen integrieren, ohne dass es bemerkt wird. Die Glams (neuen Glams, fast-Glams gaben ihre Inhalte und bekamen dafür das gesamte Wikiversum zurück.

Die ausgewählten Wenigen

A sheep on a railway track

Wie also geht es Wikipedia? Ihr geht es gut. In Wikipedia zu editieren, ist angenehm. Wikipedianer zu sein, ist eine Ehre. Man muss mittlerweile hart arbeiten, um diesen Status zu erlangen. Die Leute, die sich noch um Wikipedia sorgen sind meist älter und gebildet und haben ein umfangreiches Allgemeinwissen. Natürlich macht es weniger Spaß: nicht mehr ganz so viel Brillanz und Gedankenflüge wie ehedem, weniger Ideen, dafür mehr Routine, Alltag und Detailarbeiten. Aber die Routine ist entspannter, viele Standards sind etabliert, ruhige effektive Arbeit in den Tiefen einer gigantischen Wissensmaschine. Als Wikipedianer lernt man jeden Tag vieles Neue. Es ist gleichzeitig faszinierend und langweilig. Wikipedia, die Website, hat immer noch eine enorme Bedeutung. Aber nur noch die wenigsten Wissen, warum eigentlich.

Sonntag, 22. September 2013

The Onion analysiert Wikipedia Gender-Gap-Problem

Area Man’s Intelligence Probably Just Too Intimidating For Most Women
“It’s tough, because I really try my best to relieve their anxiety and say, ‘Hey, look, don’t sweat it, I’m used to people not being able to keep up with my mind,’” added Walker. “But that never seems to help."

Dienstag, 17. September 2013

Der Bonus, wenn man seine Handynummer im Internet veröffentlicht

Unterdrückte Telefonnummern rufen einen an: "Es wird noch viel mehr ans Tageslicht kommen, lieber Southpark. Und mehr sag' ich dazu nicht."

Aber: der sieben-Uhr-Stalker damals hatte das mit dem drohenden Tonfall in der Stimme deutlich besser raus als er von heute.

Iluminancia

Samstag, 14. September 2013

Darummagichwikipedia (I)

Sheep at Beinisvørð

..man lernt an einem Abend von einer Person so nebenbei kompetentes spannendes über Unterseekabel in Färöer, den arabischen Q/Kh-Laut und die Indy 500. (Und wenn man sich dann noch mal umdreht kommt die Frühgeschichte von DeBeers, Lebedamen des mittleren 20. Jahrhunderts, den höchsten Berg Kölns, Müllverbrennungsanlagen, Bahnradsport und wasweißich noch alles dazu) Danke für den schönen Abend an den Düsseldorfer Stammtisch. Wenn die Veranstaltung heut' in Aachen nur halb so nett wird, wie der Stammtisch gestern, bin ich mehr als glücklich. 

Freitag, 13. September 2013

Traktorfreitag: Ich fahr' Zug

Heute nur ein kurzer Post: ich bin schon fast auf dem Weg zum Bahnhof, um Samstag in Aachen über Paid Editing zu reden. Und dann am Samstag drauf in Leipzig. Ich bin sehr gespannt, und freue mich sehr. Für jetzt aber ist Paid Editing vollkommen egal, denn es geht um Traktoren. Und siehe da, auch Traktoren fahren Zug:


Nicht ratsam ist es übrigens nach Tractor/Train/Explosion zu suchen. Da gibt es wirklich häßliche Videos im Internet.  

Montag, 9. September 2013

Southparks erstes Gesetz des Wikipedia-Stils

In Stildiskussionen wird sich langfristig immer die Variante mit mehr Silben durchsetzen::

siehe zum Beispiel:

Anmerkungen/Quellen/Einzelnachweise

Radweg/Radverkehrsanlage

Beamer/Videoprojektor

amerikanisch/us-amerikanisch


Freitag, 6. September 2013

Traktorfreitag: Kunst

Commons ist schön. Commons ist voller überraschender Kategorien. Wie zum Beispiel "Tractors in art."

Leider scheint die bildende Kunst sich bisher nicht sehr mit Traktoren auseinandergesetzt zu haben. Aber immerhin gibt es Volkskunst und Kunstvoll verzierte Traktoren. Für den Einstieg ins Wochenende: Enjoy!

Elephant tractor in Guissény

Apple display at Wisley - geograph.org.uk - 655691

Yellow and pink painted tractor in Australia

Straw bale John Deere tractor

Floral Tribute to Harry Ferguson, Growell - geograph.org.uk - 1482899

Und mein persönlicher Liebling:
Église Notre-Dame de Saint-Lô 2009-07-30 023


The Community Project Budget strikes again.



Three alert alpacas - geograph.org.uk - 1575835


Liebe Blog-Leser,

sie kennen das CPB (Community-Projekt-Budget) von Wikimedia Deutschland ja bereits  aus den großen Blog Erfolgen "die Millionenliste" oder "der erste CPB-Ausschuss löst sich unter Getöse auf" oder "Stress mit dem zweiten Ausschuss" oder "meine zurückgezogenen Anträge" oder "mein nicht-zurückgezogener Antrag."

Nun geht die Erfolgsgeschichte in eine neue Runde. Ausgehend von diesem Antrag trifft sich eine Arbeitsgruppe [...], die auf Basis der erarbeiteten Analyse Änderungsvorschläge erarbeitet und auf der nächsten Mitgliederversammlung vorstellt. Die Arbeitsgruppe besteht aus Vertretern der für das Thema relevanten Interessengruppen (z.B. Communitys, Vereinsführung, Mitarbeiter, Projektdurchführer). 

Die AG trifft sich zum 1. Treffen der Arbeitsgruppe am Sonntag, 8.9.2013 in der Geschäftsstelle von Wikimedia Deutschland: Und ich bin dabei. Wie es aussieht, kann ich sogar mitbloggen oder nachbloggen oder fast-live-Twittern oder ähnliches. Ich bin gespannt.

Und ich kann hier und jetzt natürlich Anregungen, Fragen, Vorwürfe, Ideen, Kuscheltiere und Wurfwattebäuschen einsammeln. Wer was bei mir loswerden will, melde sich bitte.

Update: Sebaso verdanke ich den Hinweis, dass es sogar einen Link auf den Antrag ohne Anmeldezwang gibt. Ist geändert.


Donnerstag, 5. September 2013

Freitag, 30. August 2013

Traktorfreitag: Explosion

Mal bakc to the roots mit einer schlicht-eleganten Explosion. Bonuspunkte, weil das Video offensichtlich in Schleswig-Holstein gedreht wurde.


Sachen im Leben, von denen ich auch nie gedacht hätte, dass ich sie mal machen würde:


Mit Fotofix eine Auseinandersetzung anfangen, weil deren "garantiert biometrisches Passbild" gar nicht biometrisch ist.

Wesselburener deichhausen osternachlamm mit kohl

Donnerstag, 29. August 2013

Prüf' Dein [WMDE]-Präsidium

Die Lage ist dramatisch! WMDE wächst und wächst und aus dem netten Kuschelverein von einst ist eine Mitgliederstarke Organisation geworden. Das hat viele Folgen, von denen mich jetzt gerade eine interessiert: die Menschen kennen sich nicht mehr.

Das ist aus zwischenmenschlich-emotionalen Gründen bedauerlich, hat aber auch eine eher politische Folge: die Kandidaten für Ämter (sprich hier: das Präsidium) sind nicht mehr allgemein bekannt. Wer weiß schon, wer sein Möchtegern-Präside wirklich ist?

Leader of the pac (Alpacas that is) - geograph.org.uk - 1162241

Auf die Mitgliedsversammlungen kommen erfahrungsgemäß 30 bis 50 Menschen, die restlichen Vereinsmitglieder sind im Wesentlichen auf die Selbstvorstellung der Kandidaten angewiesen. Das ist suboptimal.

Um die Vorstellungs- und Entscheidungsmöglichkeiten etwas breiter zu fassen, hatten verschiedene Leute die Idee von Wahlprüfsteinen für Präsidialkandidaten. Alle Kandidaten bekommen eine Reihe von Fragen und können/sollen diese beantworten. Fragen und Antworten kennen die Wähler im Voraus.

Um die Wahlprüfsteine auf eine möglichst breite Basis zu stellen, gibt es eine Seite in Wikipedia zu Erarbeitung,. Wikipedia:WMDE-Wahlprüfsteine.

Und deshalb hier der Aufruf/Hinweis: wenn ihr wollt, dass die Präsidiums Wähler Eure Meinung/Fragen/Sorgen/Ideen mitbekommen, jetzt ist der richtige Zeitpunkt aktiv zu werden. Jetzt ist Beteiligung angesagt,