Freitag, 25. Februar 2011

Traktorfreitag: Sichtungen

Diesmal kann ich von diversen Traktorsichtungen an unerwarteter Stelle erzählen. Zuerst habe ich einen Trecker in Berlin gesehen! In der Innenstadt. Und dabei nicht mal ein rausgeputzter Oldtimer, sondern ein echtes Arbeitsmodell, im Tiergarten neben dem 17. Juni. Unfassbar.

Nicht ganz ein Traktor, aber immerhin fast, sind diese historischen Aufnahmen von 1939: ein britisches Lifeboat wird zu Wasser gelassen, die Traktortechnik hatten wir hier ja schon ausführlich abgehandelt. Danke für den Tipp Liesel.

Und ebenjener Wasserlasstraktor ist auch auf der BBC aufgetaucht. Hier danke an Snotty. Im Klatsch- und Promiteil. Kate & William haben traktoriert! Beziehungsweise ein Lifeboat getauft, und das wurde direkt danach traktoriert. Royaltraktor!

Gemeinerweise hat die BBC nun alle Videos geschnitten, in denen das vorkam. Also erstmal Kate & William und ihr müsst Euch den Traktor vorstellen und dann doch noch ein ordentlicher Wassertraktor und dann noch ein Konzert am Ende.







Baggerfreitag!

Im Zoo Hellbrunn gibt es für Herrn Paul und andere Fans dieses:

en détail:

Bin ich jetzt drin? Wikimania.

So, im Kampf meiner Formblatt- und Selbstanpreisungs-Paranoia gegen den Wunsch nach Israel zur Wikimania zu fahren, hat die Wikimania jetzt doch erstmal einen Sieg errungen, gerade noch rechtzeitig habe ich es geschafft, die deutsche Stipendien-Bewerbung für die Wikimania 2011 in die elektronische Post zu stecken. Und im Versuch herauszufinden und zu dokumentieren wie das alles abläuft, hier mein ausgefüllter Fragebogen. Die Felder nach Adresse, Alter etc. hab ich mal weggelassen, weil langweilig, aber hier die Antworten in den freien Feldern:


Bitte erklären Sie im untenstehenden Feld, wie und warum Ihre Teilnahme an der Wikimania 2011 diese Konferenz bereichern wird.


- Weil mein Vortrag "The strange tale of Chiara Ohoven and German work ethics" die Konferenz rocken wird.
- Weil, bei aller gebotenenBescheidenheit, kaum jemand die deutsche Wikipedia so in ihren Tiefen kennt, einschätzen und vermitteln kann wie ich.
- Weil das obligatorische Liveblog von der Konferenz (für Beispiele siehe das Blog der Wikipedia-Academy http://asinliberty.blogspot.com/search?q=Wikipedia+Academy) auch der nicht-anwesenden riesigen Mehrheit der deutschsprachigen Wikim/pedia-Interessierten einen guten Einblick in das Konferenzgeschehen geben wird.


Bitte erklären Sie im untenstehenden Feld, wie und warum Ihre Teilnahme an Wikimania zukünftig Ihre Beteiligung an der Wikimedia-Bewegung beeinflussen wird.

Wikimania 2010 - Presentation- An interdisciplinary approach to Wikipedia (I)

- Ich werde dringend nötige Außenperspektiven kriegen und andere, kreative Lösungen zu bekannten Problemen aus anderen Sprachversionen.
- Ich werde Ansprechpartner kennenlernen, die eine kross-kulturelle, kross-sprachliche Kooperation vereinfachen.
- Ich werde neue Fragestellungen kennenlernen, die helfen das Projekt besser einschätzen zu können.
- Ich werden in konzentrierter Form Wissen vermittelt bekommen über freies Wissen und Wikimedia-Projekte.
- Ich werde all dieses Wissen und diese Erkenntnisse weitergeben können per Blog, Diskussionen oder in praktischer Tätigkeit.


Bitte erklären Sie im untenstehenden Feld den Umfang und die Art Ihrer Beteiligung an Wikimedia-Projekten. (Sind Sie ein Wikimedia-Vereinsmitglied? Ein Administrator? Ein langjähriger Autor? Ein Autor ausgezeichneter Artikel? Spenden Sie regelmäßig qualitativ hochwertige Bilder?)

Im Versuch es kurz zu machen und vermutlich trotzdem mit Erinnerungslücken: Autor seit Jan. 2004, Admin seit Feb. 2004, mehrere hundert Artikel geschrieben (Liste unter http://de.wikipedia.org/wiki/Benutzer:Southpark/Artikel), davon 31 exzellent oder lesenswert, einen Teil der geschriebenen Regeln und einen größeren Teil der ungeschriebenen Regeln maßgeblich beeinflusst, mehrere hundert Fotos hochgeladen, mal im Wikimedia-Vorstand gewesen, mal im Schiedsgericht gewesen, bei den letzten beiden Zedler-Medaillen einmal in der Jury einmal in der Vor-Jury, Betreuung diverser Messestände und inhaltliche Ausgestaltung diverser Infomaterialien, zweimal in der Schreibwettbewerbsjury.

Bitte erklären Sie im untenstehenden Feld den Umfang und die Art Ihre Beteiligung in anderen Projekten für Freies Wissen, Freie Software, Kooperationen und / oder Bildungsinitiativen, außerhalb der Wikimedia-Projekte.


- Jahrelanges hochladen nicht-ganz-so-enzyklopädischer Bilder unter der freiesten aller freien CC-Lizenzen bei flickr.
- Seit gut einem halben Jahr ein Blog, dass sich regelmäßig mit Fragen freien Wissens, Urheberrecht und Patente auseinandersetzt.
- Ehedemst: leider eher erfolglose Versuche innerhalb zweier etablierter Parteien das Thema auf die Tagesordnung zu setzen.


Als Hinweis an alle weiteren Interessierten: Einsendeschluß ist der 28. Februar, also dalli.


Dienstag, 22. Februar 2011

Baggerdienstag

In Salzburg wird an der Sohlstufe Lehen ein Kraftwerk gebaut.


So sah die Sohlstufe vor Beginn der Bauarbeiten aus.

Inzwischen ist die Salzach ein bissl umgeleitet:



Damit zum wichtigsten - BAGGER!


Hinter den Stahldingern (weiss jemand wie die heissen?) Spundwänden (danke an Stepro) liegt das neue temporäre Flussbett der Salzach.


Vorderteil


Hinterteil

Und einen super Tunnel aus Adneter Marmor unter der Baustelle gibt's auch noch



That is all, folks.

Freitag, 18. Februar 2011

Donnerstag, 17. Februar 2011

Darummagichdithmarschen (IV)

Eidersperrwerk rausfahren 10.02.2011 16-55-14

Katinger watt bank 10.02.2011 16-47-49

Katinger watt bus kommt 10.02.2011 16-38-57

Katinger watt zwei pferde 10.02.2011 16-50-56

Eidersperrwerk helldunkel 10.02.2011 16-29-10

Verschrobene Prioritäten

Heute hat der Journalist Nir Rosen seinen Job an der New York University verloren - und wahrscheinlich auch die Möglichkeit, bei seinen anderen Arbeitgebern (Atlantic, Washington Post, New Yorker u.a.) zu publizieren. Ursache waren einige Tweets, in denen er sich über Lara Logan und Anderson Cooper "lustig" machte. Logan wurde, kurz nachdem Cooper dort verhaut wurde, am Tahrir Platz in Kairo sexuell und tätlich angegriffen, Rosen wies zuerst darauf hin, dass sie eine "Kriegstreiberin" sei und meinte dann "it would have been funny if it happened to Anderson too."

Das ist eher kein Höhepunkt der Komik, und ganz sicher ziemlich geschmacklos. Ob sich ein Land, in dem Leute wie Bill O'Reilly, Glenn Beck, Sean Hannity und Greta Van Susteren sich Journalisten nennen dürfen, es sich leisten sollte einen tatsächlich kritischen Journalisten rauszuwerfen weil er sich im Ton vergriffen hat überlegt sich offenbar (siehe die Reaktionen hier) genau niemand.

Hauptsache es gibt keine Schimpfwörter oder gar Nippel im Fernsehen.

Mittwoch, 16. Februar 2011

Hurra! Neuer Gastblogger!

So, meinen Gastblogger habe ich zwischenzeitlich wiedergefunden. Der beschwert sich zwar grad über Schreibblockade, aber 29 blockierte Tage haben ja auch Tolanor nicht davon abgehalten, am 30. einen Monster-Post zu schreiben.

Wir dürfen uns also über Rainer freuen, den ersten Gastblogger den ich halbwegs regelmäßig in freier Wildbahn beim Einkaufen oder bei Kirchenkonzerten treffe. Autor wunderbarer Wikipedia-Artikel über Drei Chinesen mit dem Kontrabaß oder das Horst-Wessel-Lied, und kann einfach wunderbare Geschichten erzählen. Und nun: Gib mir Bass! Bass!

Gleichzeitig möchte ich mich ganz doll herzlich bei Frank und Liesel bedanken, die hier tätig waren, und - ich denke ich kann das sagen - das gastbloggen in diesem Blog zu neuen Höhepunkten trieben. Diese Konstanz, diese thematische Breite, diese Vielfalt, hach ja, die Zeiten waren schön. Jungs, ihr wart super.

Wer wird denn hier aufhören? Noch dazu ohne Formular?


Da hinten! Vandalen!



Liesel, der hier bis vor kurzem noch gastbloggte, hat nebenan ein eher resigniertes Fazit zur aktuellen Wikipedia geschrieben: Is this the end?

Angefangen mit Ich habe keine Lust mehr bei Wikipedia mitzumachen. bis hin zu Langjährige Benutzer die viel zur Wikipedia beitragen ziehen sich komplett zurück oder arbeiten nur noch sporadisch mit, ohne dass diese Lücken wieder gefüllt werden. Womit er Recht hat: es gibt Tage in den letzten Änderungen, da hört man schon in weiter Ferne ein Gewitter kommen, während über einem nur das verlassene Tankstellenschild quietscht.

Bei den Gründen würde ich mal sagen, es sind die altbekannten: zuwenig Geist, zuwenig Konstruktives, zuviel Rechthaberei und ein Formalien-Judo, das jegliches "Sei mutig" zur Fernen Utopie werden lässt. Und wenn ich dich nicht überzeugen kann, dann würge ich dir wenigstens ein Meinungsbild rein.

Und vor allem sind es die Probleme, für die noch keine Lösung gefunden wurden. Wikipedia-Regularien sind aufgebaut für intelligente, neugierige, gutwillige und einander vertrauende Menschen, die sich mit möglichst wenig Reibungsverlusten koordinieren wollen. Da funktionieren sie super. Wikipedia ist zwischen 2004 und 2007 explosiv gewachsen, wobei die neuen Besucher weit heterogener und weniger vom reinen Enzyklopädismus beseelt waren als ehedem. Die Zahl der Spammer stieg, die Zahl der gelangweilten Schüler und die der Missionare auch.

Wikipedia hat in der Zeit eine ganze Reihe hochgradig improvisierter Verfahrensweisen entwickelt, um möglichst wenig Zeit und Energie mit Spammern, Missionaren etc. zu verbringen, und vor allem entwickelte das Projekt eine Attitüde des Erst-reagieren-dann-kucken. Das war vermutlich die einzige Methode überhaupt, des Problems Herr zu werden ohne im Ansturm unterzugehen, hat aber auch zu einem wirklich erstaunlichen taktischen Wissen geführt, wie man effektiv und ohne Aufwand die Arbeitsversuche anderer untergräbt.

Nun wächst Wikipedia nicht mehr, sondern dümpelt vor sich hin. Die Mitarbeiterschaft ist weit heterogener als 2004, und auch wenn die Zahl der neu angelegten Artikel ebenso wie die Edits mittlerweile im gemütlichen Bereich ist, gewinnt immer noch der, der am schnellsten obstruktiv ist. Das Projekt mit dem hochgezüchteten Spam/Vandalismus-Verhinderungssystem, dem Spam und Vandalismus ausgeht und das deshalb aus lauter Langeweile auf sich selbst losgeht. Wären wir in der Politik, müsste man jetzt einen äußeren Feind suchen und Krieg anfangen.

Kein Patent auf Spekulatius-Aufstrich

Die New York berichtet (A Cookie Paste Squeezed in the Middle of a Debate) von einem spannenden Fall aus der Zwischenwelt zwischen Fernsehen, Patenten und Spekulatius.

In Kürze: Spekulatius sind in Belgien ein reichlich weit verbreitetes Produkt. Vor drei Jahren gewann eine Frau ein Fernsehcasting für Erfinder mit ihrem Brotaufstrich, der aus einer Grundmasse aus gemahlenen und aufgeweichten Spekulatius bestand.

Einer der diversen belgischen Spekulatiushersteller nahm die Paste ins Programm, die in Benelux und Frankreich ein prächtiger Verkaufserfolg wurde. Andere Hersteller fanden die Idee gut, und sich wenig später vor Gericht wieder: Spekulatiuspaste ist (natürlich) patentiert. "Ein Gericht in Ghent" sieht das anders: in Belgien lässt sich Essen nicht patentieren.

Weitere Gerichtsinstanzen sind wahrscheinlich, ich suche derweil eine Importquelle.

Freitag, 11. Februar 2011

Traktor unter

Kohlfeldmodder
Entwässerungsgräbenseenlandschaft
Traktor sinkt
Fahrer singt

(Vorne stehend, Arme ausgebreitet)

"Don't Cry for me Argentina!"



Samstag, 5. Februar 2011

Darummagichkirchentage





Fundstück von der Festplatte. Damals als der Kirchentag in eine kleine, friedliche, atheistische Stadt hereinbrach..

Darummagichberlin (XXV)

Mein aus Wien stammender Nachbar meint, er hat Hausverbot im Bezirksamt, weil er zu viele kritische Fragen stellt.

Donnerstag, 3. Februar 2011

Dschungelcamp vs. Romeo und Julia

Romeo und Julia (Ballett von Prokofjew, Nordharzer Städtebundtheater) gegen Ich bin ein Star (RTL).

Der Vergleich hinkt: eine der aufwendigsten Produktionen des deutschen Privatfernsehens gegen ein eingespartes Stadttheater. Eines der größten Dramen der Menschenheit gegen Schmierentheater. Liebe, Leben, Drama hochverdichtet auf zwei Stunden oder in Belanglosigkeit ausgelatscht über zwei Wochen. Eine glatte Aufführung gegen die Inszenierung in der Inszenierung in der Inszenierung, 150 Zuschauer gegen 8 Millionen. Dramatische Brückenkonstruktionen im Urwald gegen einen wenig bemerkenswerten Theatersaal. Aber andererseits: bei beiden ging es um Drama, Aufregung, Gefühle, also alles. Und sowohl Ballett wie Fernsehen waren großes Kino.

Musik: Weniger klar als man denken sollte. Ich bin ein Star hat für deutsches Privatfernsehen eine ungewöhnlich gute und kreative Musikauswahl. Den Soundtrack zur Sendung hätte ich gerne selber, die Musik war passend und ungewöhnlich. Das Nordharzer Städtebundtheater hingegen hat kein Orchester, so dass es die Begleitmusik auf Band gab. Nichts gegen die Aufnahme, aber der fehlende Vor-Ort-Charakter fiel mir doch desöfteren eher schmerzhaft auf. Trotzdem: letztlich war es ein Duell Prokofjew gegen Deichkind. Klarer Sieg für Romeo und Julia.

Schöne Menschen: Das durchschnittlichste was heutige Schönheits-OPs anzubieten haben gegen die Bühnenpräsenz eines Ballettensembles. Das ist nun wirklich so eindeutig wie die Musik eigentlich sein sollte.

Meta-Ebenen: Langsam gibt es auch etwas für das Dschungelcamp zu sagen. Während Romeo und Julia da eher glatt war, und gar nicht erst mit Meta-Ebenen anfing, hatte RTL die Inszenierung in der Inszenierung gegen die Inszenierung. Schauspieler inszenieren sich, RTL geht mit und dramatisiert, dann plötzlich Tofugate, die Situation kippt, zwei Tage überrollen die Verhältnisse die Inszenierungen und danach inszeniert RTL gegen die Inszenierung der Teilnehmer. Ganz groß. Camp meets Herr der Fliegen. Vermutlich in der Konstellation nicht wiederholbar, aber einer der großen Momente des deutschen Fernsehens.

Kostüme und Kulisse: Die Kostüme.. oh je. In Quedlinburg gab es eine Theaterkritik, die meinte, die Kostüme wirkten ein bißchen als wären sie aus einer Freischütz-Inszenierung 1961 übrig geblieben. Ich dachte ja an "tschechischer Märchenfilm versucht und eindrucksvoll gescheitert", das hatte wenig Schmiss und wirkte doch eher altbacken. Wobei die formlosen Dschungelcamp-Jacken auch nicht besser waren. Während die Bühne beim Ballett aber die verkorkste Kostümierung aufnahm, gab es im Fernsehen hohe Bäume, reißende Flüsse, Abgründe, spektakuläre Brücken, Tiere, Sensationen. Klarer Sieg für RTL.

Drama: Beides mit Höhen und Tiefen. Das Dschungelcamp hatte viel Zeit zu füllen, und die sehr gute konsenquente professionelle Drama-Ausschlachtung jedes Klogangs schwankte zwischen sehr unterhaltsam und ärgerlich. Glücklicherweise musste RTL aber auf die totale Kontrolle verzichten. Sarah Knappik irrlichterte zwar überfordert aber doch unkontrollierbar durch die Kulissen. Die Nacht in der Peer Kusmagk weinte, war wie schon erwähnt, ganz großes Fernsehen. Und dabei zuzusehen, wie mäßig sympathischen Leuten ihre Inszenierung desaströs aus den Händen gerät, ist voyeuristisch, aber ein lohnendes Erlebnis.

Auch das Ballett hatte im Bereich Drama Höhe und Tiefen: Bei der Teenage-Liebesgeschichte musste ich doch manchmal an die murmelnden nach unten kuckenden Teenager der realen Welt denken, sowohl Julia als auch Romeo waren irgendwie unauffällig, wirkten nicht so ganz präsent. Wenn ein weinender Ex-GZSZ-Star mich mehr bewegt, als eine sterbende Julia, läuft was falsch. Andererseits waren die anderen Rollen superb besetzt. Gräfin Capulet war beim Gehen deutlich dramatischer als ein Dschungelcampbewohner der sich an Lianen und dabei mit Schlangen kämpft schwingt, Tybalts souveräne Arroganz würde jede Katze zu Tränen beschämen, Mercutio sprang über die Bühne wie der frühe Sommer.

Unentschieden.

Feuerwehrfaktor: das Nordharzer Städtebundtheater hatte einen Vorsichsfeuerwehrmann in Galauniform anwesend und ein schönes handgeschriebenes Schild im Foyer: "Feuerwehr anwesend."

Gesamt:
Knapper als gedacht, aber dank der anwesenden Feuerwehr doch ein knapper Sieg für Prokofjew.

Mittwoch, 2. Februar 2011

Ein paar Gedanken zum Hordorfer Bahnunfall


Der Eisenbahnunfall von Hordorf macht auf einen Aspekt aufmerksam, der in den letzten Jahren kaum beachtet wurde. Während in vielen Regionen neue Zugangebote mit Triebwagen aller Hersteller zunahmen, ging der Güterverkehr in der Fläche zurück. In letzter Zeit nimmt jedoch auch der Güterverkehr wieder zu. Was passiert wenn ein Güterzug auf einen solchen "leichten" Triebwagen trifft sieht man jetzt deutlich.

Auch die Zeit hat heute die Problematik thematisiert.

In Nordamerika ist der Güterverkehr auf der Schiene das dominierende Transportgeschäft. Im Gegensatz zu Europa gibt es wesentlich weniger aktive Sicherheitssysteme (Signalanlagen etc., da auch das traditionelle Zugsicherungssystem "Timetable and Train Order" auf einem ganz anderen Ansatz basiert.Als weiteren Schritt ist vorgesehen, bis 2015 Positive Train Control auf Strecken mit Personen- und Gefahrgüterverkehr einzuführen.

Auf Grund dessen wurde durch die Aufsichtsbehörden ein hoher Wert auf die passive Sicherheit bei den Fahrzeuge gelegt. So gibt es einen umfangreichen Katalog mit den technischen Bestimmungen für Fahrzeuge. Diese Anforderungen sind so hoch, dass es bis heute keinen erfolgreichen Hersteller von Triebwagen gibt, der diese Anforderungen erfüllt. Die Anforderungen erhöhen das Gewicht der Triebwagen, so dass der Vorteil durch Treibstoffeinsparung wieder weitgehend aufgebraucht wird. Das einzige Exemplar eines solchen Fahrzeuges wurde durch das Unternehmen Colorado Railcar hergestellt und ist heute betriebsunfähig abgestellt.

Wenn in Nordamerika trotzdem Triebwagen aus europäischer Produktion fahren, dann auf separaten Strecken oder zu Zeiten, in denen der Güterverkehr verboten ist, so in California oder in Ottawa. Selbst nach einem Eisenbahnunfall wie in Glendale kommt schnell die Forderung die Wendezüge durch solche mit einer Lok am vorderen Ende zu ersetzen. Vielfach werden deshalb alte Lokomotiven ohne Motor als Steuereinheit genutzt.

Auch wenn in Deutschland neuere und bessere Zugsicherungssysteme eingesetzt werden, das Unverhältnis zwischen einem schweren Güterzug und einem relativ leichten Triebwagen wird bleiben. Es ist zwar nicht zu erwarten, dass in Zukunft solche Unfälle häufiger auftreten aber das Risiko, dass es bei einem solchen Zusammenstoss Tote gibt, wird nicht vermeidbar sein.

Dienstag, 1. Februar 2011

Girls, Gender, Obsession? (kleines Update)

die New York Times berichtete über einen 15-Prozent-Frauenanteil in der Wikipedia, und welche Auswirkungen der auf seltsame Themengewichtungen in der Wikipedia zeigt.

Mindspillage aka Kat Walsh hat dazu einen lesenswerten Essay geschrieben, Women on Wikipedia, dessen Kernsatz ich gerne und zustimmend zitiere und eimfach mal behaupte, dass das in de-Wikipedia noch ausgeprägter und reformbedürtiger ist als in en:

I think the disproportionate lack of women in the community isn't about gender so much as it is about a culture that rewards certain traits and discourages others. And we're not getting people who don't have those other traits, male or female; more of the people who do fit the current culture are male. But the focus should be on becoming more open and diverse in general--becoming more inclusive to everyone, which will naturally bring in more women.


Jetzt gibt es eine ausgeprägte Debatte, und Sue Gardner (Wikipedianer der Welt, lest ihr Blog!) hat eine schöne Zusammenstellung der Wikipedia-Gender-Debatte.

Da die FAZ ihren monatlichen uninformierten Artikel samt Wiki-Watch über Wikipedia schon heute hinter sich gebracht hat, wird sie das Gender-Thema wohl ignorieren - ich prognostiziere, dass die Süddeutsche das Thema am Freitag aufgreifen wird :-) Leider wohl ohne die Erwähnung von Drittligafußballern, Promisternchen, Dorfkirchen und Küchengeräten. (Am Rande: Paul Krugman: the kitchen test)

Update: Voll falsch geraten. Nicht SZ am Freitag, sondern Welt schon am Montag. Wikipedia leidet unter akutem Frauenmangel. (Der Dank für den Hinweis an @publictorsten.)