Montag, 24. November 2014

Sonntag, 16. November 2014

Wahlverfahren und taktisches Wählen

Die Frage 

Letztens fragte mich eine Person aus dem persönlichen Umfeld: stell' Dir vor, es gibt eine Wahl mit einem eher ungewöhnlichen Verfahren: Es gilt ein Gremium zu besetzen, bei dem es viel mehr Kandidaten als Plätze gibt, sagen wir mal 29 Kandidaten und 9 Plätze in drei verschiedenen Funktionen. Das Verfahren läuft so, dass man so viele Stimmen wie Kandidaten hat (insgesamt also 29 Stimmen), aber pro Kandidat nur eine Stimme vergeben kann. In einer Funktion kommt erschwerend hinzu, dass die jeweiligen Kanidaten mindestens 50% der Stimmen benötigen. Wie stimme ich denn jetzt geschickt ab?

Horn Head - One sheep nursing two lambs - geograph.org.uk - 1181912
Der einfachste Fall: zwei Kandidaten, zwei Plätze. Bild: Sue Mischyshyn [CC-BY-SA-2.0], via Wikimedia Commons
 
Grundsätzliche Erwägungen

Grundsätzlich gibt es für den taktischen Wähler zwei verschiedene Vorgehensweisen bei einem solchen Verfahren:

(1) Es gibt bestimmte Personen, die unbedingt gewählt werden sollen.

(2) Es gibt bestimmte Personen, die unbedingt nicht gewählt werden sollen.

Und eigentlich ist der Umgang damit ganz einfach: (1) wähle nur diese Personen, (2) wähle aller außer diesen Personen.

Realistisch ist wohl, dass die meisten Abstimmenden mindestens drei Präferenzen haben: Kandidaten, die sie wirklich gut finden (A), Kandidaten mit denen sie im Fall der Wahl leben könnten (B) und Kandidaten, die sie gar nicht wollen (C). Der entscheidende Unterschied zwischen den beiden grundsätzlichen Vorgehensweisen, sind die B's. Wenn einem wichtiger ist, dass die As wirklich ins Gremium kommen, sollte man die Bs nicht wählen. Ist es wichtiger, dass die Cs NICHT ins Gremium kommen, sollte man die Bs wählen.

Deshalb zwei Beispiele mit kleinen Zahlen.

Beispiel 1: Mein bester Freund und ich sind wahlberechtigt. Es gibt zwei Plätze und ohne unsere Stimmen sieht es so aus:

A - 9 Stimmen
B - 10 Stimmen
C - 12 Stimmen

Geben wir nun beide unsere Stimmen nur für A ab, ist das Endergebnis folgendes:

A - 11 Stimmen
B - 10 Stimmen
C - 12 Stimmen.

A ist gewählt, C aber auch.

Geben wir unsere Stimmen für A und B ab, weil C schlimm ist, sind das Ergebnis so aus:

A - 11 Stimmen
B - 12 Stimmen
C - 12 Stimmen

A ist leider nicht gewählt, C immer noch.

Zweites Beispiel, etwas andere Ausgangssituation. Wieder mein Freund und ich und zwei Plätze:

Ausgangslage:

A - 11 Stimmen
B - 10 Stimmen
C - 11 Stimmen

Geben wir unsere Stimmen nur für A ab, weil wir sicher gehen wollen, lautet das Endergebnis:

A - 13 Stimmen
B - 10 Stimmen
C - 11 Stimmen.

A ist gewählt, C aber auch.

Ist uns C-bleibt-draußen wichtiger, stimmen wir für A und B ab. Ergebnis:

A - 13 Stimmen
B - 12 Stimmen
C - 11 Stimmen.

A ist gewählt und C draußen.

Bei der nur-A-Wahl besteht das Risiko, C mitzunehmen, bei der A-und-B-Wahl besteht das Risiko, dass B am Ende A den Platz wegnimmt.

Zur Abwägungsfrage gehört also einmal die Einschätzung, welches der beiden Beispielszenarien realistischer ist: also besteht eher die Gefahr, A ausversehen rauszuwählen oder eher die Gefahr, C ausversehen reinzuwählen? Und es gehört zur Stimmabgabe natürlich die persönliche Einschätzung, welches der beiden Ziele einem persönlich wichtiger ist: A rein oder C raus? Meine persönliche Präferenz ist ja, dass ich tendenziell immer eher für jenand oder etwas bin als gegen jemand oder etwas, aber das mögen andere anders sehen

Konkreter

Vorgestellt an einem konkreten Beispiel. Nehmen wir an, es gäbe drei Wahlgänge. Einer mit 6 Kandidaten für zwei Plätze, einer mit 3 Kandidaten für einen Platz und einer mit 22 Kandidaten für 6 Plätze.

Die Chancen, dass Wunschkandidat A gewählt wird, Anti-Kandidat C einen Platz bekommt. Sind also:

bei 2/7 = 29 %
bei 1/3 = 33 %
bei 6/22 = 27% (plus: Kandidat muss mindestens 50% der Stimmen haben).

Im Fall 6/22 ist die Auswahl eines Szenarios also vergleichsweise einfach. Die Chance, dass A oder C gewählt werden, ist ziemlich klein. Effektiver ist es vermutlich, die Energien darauf zu konzentrieren, nur A zu wählen und C einfach C sein zu lassen. Also: nur A wählen.

Im Falle 2/7 sind die Chancen eines Kandidaten jeweils etwas besser, aber immer noch gering. Wenn es hier nicht wirklich starke Einwände gegen einen C gibt, empfiehlt sich auch hier die Variante A-only.

Am ehesten für eine Abstimmung A-und-B spricht das Szenario 1/3. Aber selbst hier: bei nur 33% ohne klaren Favoritenstatus ist das Risiko größer den Wunschkandidat rauszuwählen als das Risiko, den Nicht-Wunsch-Kandidat reinzuwählen. Also vermutlich immer noch: nur A wählen.






Montag, 10. November 2014

Tools für Communitymanagement

Mal wieder ein Blogpost als Merkzettel. Gesammelt auf diversen Vorträgen/Webseiten:

Addvocate - Viel-Personen-Social-Media CMS

Asana - Projektmangement

Buffer - Social Media Accounts benutzen und manager

Canva - Design simpel

CloudApp - einfach teilen

Desk - Ticket System

Droplr - Dropbox in business

Evernote - PM-Software

Hootsuite - Social Media Allrounder

IFTTT - Automatisiert das Web

Jobeeper - Alert für offene Stellen

Launchrock - "leere Website" mit "hier entsteht was" und diversen Tools. Wenn man was neu machen will.

Mailchimp: für Newsletter/Spam

Mention - Social Media Monitoring

Over - Bildverschönerung

Riffle - Social Networks für Bücher

Slack - siehe Asana/Trello

Skitch - Social Media Bildbearbeitung

SocialOomph - Social Media alles mögliche

SproutSocial - Social Media Allrounder

Squarespace - Websites selber machen/ Wordpress in einfach

Swayy - Findet interessanten Content, den man verteilen kann

Trello - Projektmanagement

visual.ly - Infographiken

Und wo ich gerade dabei bin: The Community Manager Manifesto.

Samstag, 1. November 2014

Samstag, 25. Oktober 2014

#ccb14 - Stuff I learned

Kontext: http://communitycamp.mixxt.de/

* Foren sind nicht tot. Eher im Gegenteil. Sie wachsen fröhlich weiter.
* "Der Mann zwischen 30 und 60, Je unerfüllter sein Leben auf Google aussieht desto netter sollte man sein."
* "Seitdem wir >>Penetranz<< als Sperrgrund eingeführt haben, hat sich das Community-Klima deutlich verbessert."
* Poppen.de möchte in der Mitte der Gesellschaft ankommen.
* Kaufmich.de möchte das noch nicht.
* Sessions zu Facebook-Gewinnspielen - seriously?
* Die Gute-Frage-net-Trolle sind unterhaltsamer als die Wikipedia-Auskunfts-Trolle
* Es gibt eine riesige Diabetes-Community im Netz und ihre Macher sind total nett.
* Sowieso: krass hoher Flauschfaktor.
* Neid: der BVCM (Bundesverband Community-Management) braucht nur 2 Stunden für eine MV. Aber okay, da sind ja auch leuter designierte nette ausgleichende Menschen Mitglied. 
* Was Bosch und Telekom intern mit Community machen klingt echt spannend.
* Mein Verständnis von "quality content" unterscheidet sich anscheinend vom Verständnis anderer Leute.
* Mit einer Session, die sich im Wesentlichen mit Impressumspflicht und Cookie-Hinweis beschäftigt kann man den größten Raum locker überfüllen.
* "Habt ihr Zahlen?" - "Ja". "Dürft ihr sie sagen?" - "Nein."
* Es ausdifferenziert sich zwischen Social-Media-Krams, Communitymanagement (extern) und Communitymanagement (intern)
* Man kann Buletten mit Rahmsauce servieren.
* Der langsamste Fahrstuhl Berlins ist in Charlottenburg.
* Communitymanagement-Outsourcing ist ein Thema.
* Bei lauschig/launigen Sessions macht sich ein Lagerfeuer-Dauerschleifen-Video gut als Hintergrund.
* Firmensitz Barcelona. "Es gibt Internet und ist sehr schön da."
* Bosch hat tolle Wimmelbilder.

Sonntag, 31. August 2014

#fsa14 - Bilders

Fsa14 safety snowden 30.08.2014 14-48-07 By Dirk Ingo Franke, CC-BY-SA-4.0, via Wikimedia Commons

Fsa14 poster 30.08.2014 14-57-58 By Dirk Ingo Franke, CC-BY-SA-4.0, via Wikimedia Commons

Fsa14 anke domscheit-berg 30.08.2014 14-47-23
By Rebecca Cotton, CC-BY-SA-4.0, via Wikimedia Commons

Fsa14 annegret falter 30.08.2014 15-13-32 By Dirk Ingo Franke, CC-BY-SA-4.0, via Wikimedia Commons

Fsa14 jacob appelbaum 30.08.2014 15-34-12 By Dirk Ingo Franke, CC-BY-SA-4.0, via Wikimedia Commons

Suchbild wo ist Dirk?
-FsA14 - Freiheit statt Angst 067 (15084683242) (2) By Markus Winkler (#FsA14 - Freiheit statt Angst 067), CC-BY-SA-2.0, via Wikimedia Commons

Montag, 18. August 2014

Openness and Control (#paidediting)

Kleiner Hinweis in eigener Sache:



Openness and control

Preliminary project report "Grenzen der Bezahlung."
 

Samstag, 16. August 2014

hmmm.. #mediaviewer

Had a discussion with some people about "what the future will bring for Wikipedia" at Wikimania on Friday. Was reminded of my presentation last year "Wikipedia in 2022". That was me in 2013 (and to avoid misunderstandings that's neither a plan nor my goal, just a prediction):

 "Not anymore. Today your phone, car, house, social network, newspaper and doormat give you information you desire. The freezer still does not order the milk by itself, but it is able to sing the best quotes about milk, taken from Wikiquote. Or theses appliances give you some information you maybe desire. ... But why should one visit this large, confusing website to get some information that is badly targeted as well. The Wikimedia Foundation and some of the bigger chapters tried between 2014 and 2018 to develop these apps and software themselves. But still they were way too slow. Can you imagine? They actually tried to include the community in the process. It was a process that was as undemocratic as it was slow and ineffective. The Wikimedia efforts were much too concerned with preserving Wikipedia the way it was. No real change is possible when involving a community. Their attempts never took off. It couldn’t be really successful. So the race was made by more ruthless and more effective competition." 

http://blog.wikimedia.org/2013/10/03/the-hidden-wikipedia-a-view-from-2022/


And by the way: it's not people messing up right now. It's structure that's not really working.

Sonntag, 8. Juni 2014

Das Wikiversum ist international

Aus dem Anmeldeformular für @WeAreWikipedia:



Und wo ich dabei bin: @WeAreWikipedia ist super. Ein Twitter-Account, der einmal die Woche an je einen anderen Wikipedianer geht, und der dann news und wichtiges und unwichtiges und instruktives aus der heimischen Wikipedia posten kann. Man kriegt echt schnell einen Einblick darin, wie weit die Wikiwelt ist - also falls noch jemand anderes aus dem de-wp-Bereich möchte: ran an das Ding.

Samstag, 7. Juni 2014

Weil Wochenende ist und die Sonne scheint: Sinnsprüche

Hambledon Hill Sheep.jpg
"Hambledon Hill Sheep" by John from Wareham, Dorset, England - Hambledon Hill Sheep. Licensed under CC BY 2.0 via Wikimedia Commons.

Weil Wochenende ist, die Sonne scheint und ich hitzebedingt in der Ecke hänge, gebe ich mal meiner Schwäche für Sinnsprüche nach, bin entsetzt, dass ich Maya Angelou erst zu spät entdeckt habe, und werfe mal mit weisen Worten um mich:

“If you don’t like something, change it. If you can’t change it, change your attitude. Don’t complain.”

und

“I’ve learned that people will forget what you said, people will forget what you did, but people will never forget how you made them feel.”

Via (und mehr) hier

Und jetzt bin ich dankbar für einen echten Lesetipp zu Maya Angelou. Und für Hinweise, wo das "forget"-Zitat tatsächlich herkommt.

Montag, 2. Juni 2014

Sonntag, 18. Mai 2014

On my way to my date with Miss Piggy

Darum mag ich Berlin: es gibt Sonntagmittag-Kinovorführungen des Muppet-Films in Originalsprache. Miss Piggy, I'll be there for you!

Fashion gloves1.jpg
Fashion gloves1“ von Mary Harrsch from Springfield, Oregon, USA - Delicate ladies accessories for a night on the town.JPG. Lizenziert unter CC BY-SA 2.0 über Wikimedia Commons.

Donnerstag, 1. Mai 2014

Samstag, 26. April 2014

Darummagichberlin (XXXHJLUIH)

Menschen im Stadtbad Wilmersdorf, deren Schwimmstil wild zwischen "Delphin" und "ertrinkender Hund" hin- und herchangiert.

Montag, 7. April 2014

Ich bin zitabel :-)

Heute drauf gestuppst worden: in Wikipedia steht ein Artikel, der wiederum durch ein Interview mit mir belegt ist. Mann, ist das meta, mann.

Montag, 31. März 2014

Etwas länger gestubbt: Miss Piggy

Der Beitrag zum Schreibwettbewerb. Nicht ganz fertig geworden, aber immerhin:


Miss Piggy ist eine fiktive Muppet. Sie spielt in allen Folgen der Muppet-Show und in allen Spin-Off-Filmen mit und hat ein veritables Eigenleben als angebliche Autorin und Moderatorin gewonnen. Dargestellt wird sie durch eine Handpuppe. Miss Piggy ist ein anthropomorphes Schwein und einer der Hauptcharaktere. Meist wird sie gleichzeitig als aggressiv-durchsetzungsstark und betont feminin-divahaft porträtiert.

Miss Piggys Entwicklung und der Charakter wurden maßgeblich geprägt vom Muppet-Gründer und Produzenten Jim Henson, dem Drehbuchschreiber Jerry Juhl und Miss Piggys Puppenspieler Frank Oz. Ursprünglich eine Nebenfigur im Muppet-Universum, wurde sie in der zweiten Staffel der Show ein Hauptcharakter, und zum Ende der Show hin die Muppet-Figur mit der größten öffentlichen Wahrnehmung. Eine entscheidende Änderung nahm der Charakter nach dem Tode Jim Hensons und der Übernahme der Henson-Rechte durch den Walt-Disney-Konzern. War Miss Piggy vorher ein durchsetzungsfähiges Starlet mit dem unstillbaren Drang zum großen Ruhm gewesen, schuf Disney nun auch Rollen für sie, in denen sie bereits erfolgreich und als Star etabliert war.

Sonntag, 30. März 2014

Wikimania submission: Community empowerment through professional Community involvement. Will it blend?

Und hier ist die zweite Wikimania submission. Diesmal tatsächlich rein dienstlich: Community empowerment through professional Community involvement. Will it blend?

Title of the submission
Community empowerment through professional Community involvement. Will it blend?
Type of submission (discussion, hot seat, panel, presentation, tutorial, workshop)
 
presentation
Author of the submission
Dirk Franke
E-mail address
dirk.franke@wikimedia.de
Username
Dirk Franke (WMDE)
Country of origin
Germany
Affiliation, if any (organisation, company etc.)
Wikimedia Deutschland
Personal homepage or blog
Abstract (at least 300 words to describe your proposal)
I love Wikipedians. All of them. I have to. It’s my job. But this is not about me. This is about a long and exciting journey through the dense forests of mistrust, up against high mountains of community pride, along tightropes of being inside or outside, through the minefield of community discussions. It features identity confusion, evaluation desparation and volunteer dedication. It is a journey that is designed to lead into the happy meadows of constructive, creative collaboration - welcome to the-thing-that-cannot-be-called-community-management.

The Wikimedia movement has several programs worldwide and some established procedures for volunteer support. The movement has spent years on outreach. But little do we know about inreach - the art and technique to support the existing community from within. Inreach means to offer support, help communicating, trigger discussions, moderate hotspots.

Drawing from the experiences of last years WMDE-supported community project on paid editing and drawing from the experiences of some more orthodox community liaision activities, this year we try something new: being as a Wikimedian active in a Wikipedia - trying to moderate, help, support the community to communicate with itself - inmidst the tensions of the Wikimedia/Wikipedia relationship and inmidst all the tensions of the community relations itself. Will it blend? How far will it go? How far should it go? Where is the limit of community acceptance? Where is the limit when community empowermemt becomes community dependence?

Last years experimental paid editing project was designed to facilitate and attend to a community wide discussion on all aspects of paid editing. It attempted to empower the community enough, so that it could reach some common decisions and conclusions, to develop some structures, on how to deal with this problem. In doing that the project used a whole range of measures online and offline..This year we will consider several lessons learned and try to deal with new projects, new discussions and new topics. Long and enriching journeys are awaiting us.
Track
  • WikiCulture & Community
Length of session (if other than 30 minutes, specify how long)
30 minutes
Will you attend Wikimania if your submission is not accepted?
yes
Slides or further information (optional)
Special requests
none.

Freitag, 21. März 2014

Wikimania Submissions: Authors we love – an ode to an endangered species on Wikipedia

Meine erste Wikimania-Submission dieses Jahr: was so alles aus komischen Ideen am Rande von Gesprächen entstehen kann. Großer Dank an Frank, von dem bisher die meiste Arbeit kommt.

Im Original auf dem Wikimania-Wiki. Wer eventuell nach London kommt, kann sich auch gerne bei den Unterstützern dort eintragen.

Mindestens genausogut: nennt und geile Artikel und super Autoren. Das kann man auch, wenn man nicht in London ist.

Oder noch besser: eine eigene Submission einreichen.

Title of the submission
Authors we love – an ode to an endangered species on Wikipedia
Type of submission (discussion, hot seat, panel, presentation, tutorial, workshop)
Presentation
Author of the submission
  • Dirk Franke
  • Frank Schulenburg
Username
Country of origin
  • Germany
  • Germany/United States
Affiliation, if any (organisation, company etc.)
  • Wikimedia Deutschland
  • Wiki Education Foundation
Personal homepage or blog
Abstract (at least 300 words to describe your proposal)
In the early days of Wikipedia, everybody knew: authors are the backbone of our encyclopedia. Today, with a growing number of roles, organizations, committees, and meta-discussions, authors tend to be sidelined. They are simply taken as granted. Just take a look at the monthly and annual reports or blogs of different Wikimedia organizations and you will notice that the work of content producers is rarely being featured. The many activities that are happening on the meta-level seem to be more significant, more important to what some people call “the movement”.
In our presentation, we will make the case that paying more respect to the people who write Wikipedia is crucial for the survival of this “endangered species”. We will show examples of how people from different cultures and language communities work tirelessly on improving content in their specific areas of expertise. And we will also showcase a select number of mind-blowing articles that result from this effort.
Our presentation will not only pay respect to amazing individuals from different countries but also encourage people to rethink their attitude towards Wikipedia’s content-producers. We believe that if you truly recognize the work of these volunteers, great things can happen. But this is not the main reason for why we’d like to bring authors back to the center of everybody’s attention. The main reason is that these people simply deserve it. Because they’re awesome.
Track
WikiCulture & Community
Length of session (if other than 30 minutes, specify how long)
30 minutes
Will you attend Wikimania if your submission is not accepted?
Yes
Slides or further information (optional)
As part of our preparation for the conference, we will ask the global community of Wikipedians to send us their suggestions for who should be featured as part of this presentation. If someone comes to your mind while reading our submission, please feel free to contact us via the email addresses above.
Special requests
None


Sonntag, 2. März 2014

Sockenpuppenbasteln für Fortgeschrittene mit Jim Henson

Dieses Internet ist schon phänomenal.. was man da alles findet. Zum Sonntag: Jim Henson, bekannt durch Muppets, Sesamstraße und allerlei andere lustige Sachen, erklärt 1969 im amerikanischen Public Broadcasting, wie man Sockenpuppen bastelt. Enjoy!




 

Samstag, 1. März 2014

Muppet-Show bevor es eine Muppet-Show gab.

Heute kurz einen Stub geschrieben: The Muppet Show:Sex and Violence. Pilotfilm von 1975 zu einer Variante der Muppet-Show-Serie, die nie gedreht wurde.



Sonntag, 23. Februar 2014

Darummagichfulda

Hier ist man gerne, denn hier ist immer was los.

Fulda bahnhof unterhaltungszentrum 27.06.2013 19-38-35

Freitag, 14. Februar 2014

Sollte man irrelevante aber erhebende Infos in einen Wikipedia-Artikel aufnehmen?

Konkret geht es um den Fakt: "2010 kürte sie [eine komplett unbekannte Website] zur Twitterati, die am ehesten etwas Schönes über jemand Anderem sagt." - komplett irrelevant, aber doch eine geradezu erhebende Information.

Ansonsten kam ich endlich mal wieder dazu, einen Wikipedia-Artikel zu schreiben: es begann mit 1970er-Fernsehserien und ehe ich mich versah, fürchte mich die Rechereche zu einer aufstrebenden zeitgenössischen Nachwuchsautorin mit interessanten Familienconnections: Voila, ein neuer Wikipedia-Artikel: Emma Straub.

P.S.: Leider hat Straub vor lauter Schriftstellerei das twittern ziemlich ganz eingestellt hat scheint mir. Das erscheint nichts schönes über andere mehr, sondern nur noch alle paar Wochen "news vom neusten Buch"

Dienstag, 11. Februar 2014

Was machen Wikipedianer eigentlich wenn sie nicht im Keller sitzen und Lexikon schreiben?

Die österreichische "Die Presse" war in Wien, und hat mitbekommen, was Wikipedianer so an Projekten, Ideen, Initiativen etc. machen. Schöner Artikel.

Katja Sindermann:»Austropedia« wächst über sich hinaus

Samstag, 1. Februar 2014

Im Fernsehen

Allesinallem gelungener und schöner Beitrag von Monitor zum Thema PR in Wikipedia. Für meinen Geschmack etwas viel "Wir werden alle sterben" im Unterton, aber ja mei, so ist's halt im Fernsehen:


* Inside Wikipedia - Angriff der PR-Industrie


Und den echten Skandal haben natürlich alle übersehen: wenn man genau hinschaut, ist bei den Bildern von mir im Hintergrund ein kleines Schwedenhaus zu sehen ;-)

Montag, 27. Januar 2014

Radio Corax for president

Hach, es kann so nett sein. Eine Anfrage von Radio Corax, dem freien Radio in Halle. Freies Radio heißt für mich im Normallfall:

* entweder man kriegt nette, liebeswerte Menschen ans Telefon, die leider keinen einzigen geraden Satz sprechen können.

* oder man kriegt The Power of Enthusiasmus, und bekommt sehr gut vorbereitete Menschen, die mit Liebe und Engagement das machen, was sie tun.

Radio Corax, beziehungsweise Stella Gebauer, war dann deutlich ein letzteres Fall. Unser Gespräch zu allen Aspekten des Paid Editing war eines der besten Interviews, die ich in letzter Zeit zu Wikipedia geben konnte. Der Sender ist empfehlenswert.


Samstag, 25. Januar 2014

Wikipedias Kontrollmechanismen gegen Manipulation

Menschen versuchen, Wikipedia zu manipulieren. Wikipedianer sind darüber nicht glücklich. Wikipedia hat deswegen in den letzten Jahren eine ganze Reihe von Kontrollmechanismen technischer und sozialer Natur entwickelt. 

Aus gegebenem Anlass bin ich in letzter Zeit von einer ganzen Reihe Nicht-Wikipedianern und Journalisten gefragt worden, wie sich Wikipedia gegen Manipulationen wehrt. Manchmal, wenn man derzeit die Zeitung liest, hat man den Eindruck, dass eine friedliche Gemeinschaft wehrloser netter Wikipedianerinnen und Wikipedianer alleine den Gefahren der Welt gegenübersteht. Dem ist natürlich nicht so. Weder sind Wikipedianerinnen und Wikipedianer wehrlos und nett, noch sind sie ohne Hilfsmittel der Welt ausgesetzt. Kontrolle und Überwachung ist bereits im Grundkonzept angelegt: Wikipedia ist offen für wirklich jede und jeden. Damit dieses Konzept dauerhaft funktioniert, muss es ausgereifte Kontrollmechanismen und Werkzeuge geben.

So ganz allgemein lässt sich sagen: das wichtigste Mittel gegen Manipulation sind Wikipedianerinnen und Wikipedianer. Diese schauen sich teilweise tausende Edits an, überprüfen die Quellen, achten darauf, dass die Inhalte neutral sind. Diese Wikipedianerinnen und Wikipedianer haben aber auch Werkzeuge. Letztlich gibt es einige Dutzend – teilweise sehr spezialisierte - Kontroll- und Beobachtungswerkzeuge für den engagierten Wikipedianer. Aber ich möchte mich hier damit begnügen, die wichtigsten dieser Werkzeuge vorzustellen:  

Die allgemeine Eingangskontrolle:

Rc-mittel

Wirklich jede einzelne Bearbeitung jedes Bearbeiters ist öffentlich sichtbar. Jede einzelne Bearbeitung wird angezeigt, und kann von allen Interessierten weltweit auf Ewigkeiten eingesehen eingesehen werden. Mehr Transparenz geht in dieser Hinsicht nicht.

All diese Bearbeitungen kann ein Wikipedianer beispielsweise in den "letzten Änderungen" sehen, die Wikipedia-in-Echtzeit sind. Dies ist die erste Filterstufe: bereits hier scheitern fast alle Vandalismus- und die meisten Manipulationsversuche.

Auch ist es möglich, sich alle neuen Artikel anzuschauen. Neue Artikel werden im Normalfall einer besonders kritischen Prüfung unterzogen. Nicht wenige dieser Artikel landen danach in der Qualitätssicherung, wo sie umfassend überarbeitet werden, oder werden gleich gelöscht. Dafür gibt es verschiedene Gründe, versuchte Werbung ist aber eine der häufigsten Ursachen für eine Artikellöschung..

Das Sichten:
 
Benutzerrechteverwaltung

Nach der allgemeinen Eingangskontrolle, die wirklich jede Bearbeitung durchlaufen muss, gibt es ein abgestuftes System. Das Recht zu Sichten unterscheidet Accounts, die innerhalb der Wikipedia bereits ein gewisses Vertrauen gewonnen haben, und solche Accounts, die dieses Vertrauen noch nicht haben. Während die vertrauenswürdigen Accounts mit ihren Bearbeitungen „nur“ durch die allgemeine Eingangskontrolle müssen, müssen unbekannte oder nicht-vertrauenswürdige Accounts mit ihren Bearbeitungen noch eine Zusatzrunde durchlaufen: das Sichten.

Wenn ein solcher unbekannter/nicht-vertrauenswürdiger Accounts eine Bearbeitung vorgenommen hat, ist diese Bearbeitung für die Allgemeinheit noch nicht sichtbar. Es bedarf eines zweiten – vertrauenswürdigen – Accounts, der diese Bearbeitung freischaltet. Es gilt also hier mindestens ein Vier-Augen-Prinzip.

Die Experten: 

Admin-Beo

Für Kontrolleure gilt ebenso wie für die Autoren auch, dass jeder mitmachen darf: dumme und schlaue, schnelle und langsame, Fachleute und Generalisten. Gerade die Aktiven an der Eingangskontrolle müssen inhaltlich quasi jedes Gebiet abdecken. In der Eingangskontrolle erkennt man zwar schiefe und werbliche Formulierungen, Löschungen von Kritik oder Anpreisungen, die mehr oder weniger direkt vom Anpreisenden selbst vorgenommen werden – wenn es aber inhaltlich komplexer und die Änderungen subtiler werden, braucht es oft eine Fachperson, um die Bearbeitungen zu checken.

Da Wikipedia nur funktionieren kann, wenn sie offen ist, bedeutet „vom Fach“ in diesem Sinne natürlich nicht unbedingt den Inhaber einer formellen Qualifikation. Bei den Menschen vom Fach handelt es sich um Autoren, die sich intensiv in ein Thema eingearbeitet haben, und meist mit viel Enthusiasmus und Leidenschaft auf ihr Thema aufpassen. Dazu dient ihnen die Beobachtungsliste: eine Liste selbst zusammengestellter ausgewählter Artikel, auf die sie ein besonderes Auge haben können.

Die koordinierten Experten:

Nun kann der freiwillige Fachmann auch mal keine Lust haben, oder Urlaub machen, oder gerade über komplett andere Themen schreiben. Auch kann es sein, dass dem einen Fachmann langfristige und subtile Manipulation entgeht, weil sie zu selten auftauchen, um ihm wirklich aufzufallen.

Nun gibt es zum Glück nicht nur eine Fachperson zu einem Thema, sondern meist mehrere. Und diese Gruppe koordiniert sich untereinander. Sei es auf einer der zahlreichen Diskussionsseiten in der Wikipedia, sei es in spezialisierten Redaktionen zu einem Thema. Gerade in anfälligen Themen wie Medizin oder Wirtschaft besteht oft ein enger Zusammenhalt und – eine effektive Kommunikationskultur innerhalb von Redaktionen, die meist noch durch reale persönliche Treffen untereinander gekräftigt wird.

Nachträglich: die Versionsgeschichte 

De-WP-Artikel Beispiel (2011-01-14)-Versionsgeschichte

Nun ist Wikipedia - wie geschrieben - offen. In einem offenen System passieren zwangsweise Fehler und Sachen rutschen durch. Um auch nachträglich solche Fehler finden zu können, bietet die Wikipedia-Software die Möglichkeit, die Versionsgeschichte jedes Artikels nachträglich einzusehen. Jede einzelne Änderung jedes Artikels ist bis zur allerersten Änderung nachvollziehbar, und selbst mit mehreren Jahren Abstand lässt sich noch sagen, welcher Account wann welchen Artikel geändert hat.Ebenso wie sich auch nach Jahren noch nachvollziehen lässt, woher eine Textpassage in einem Artikel stammt.

Nachträglich: die Benutzerbeiträge

Sollte sich herausstellen, dass ein Nutzer problematische Bearbeitungen vornimmt, oder sollte sich herausstellen, dass sein Account missbräuchlich in einem bekannten Interessenkonflikt editiert, lassen sich all‘ die Änderungen dieses Users nachvollziehen. Es ist mit dieser Methode also durchaus möglich, unendlich oft die Bearbeitungen einer Person unter Kenntnis neuer Umstände durchzuschauen, und neu zu beurteilen.

Checkuser:

Wikipedia ist anonym. Wenn jemand unangemeldet editiert, ist es möglich, anhand der IP-Adresse zumindest Basisinformationen wie den Provider und die ungefähre Aufenthaltsregion des Bearbeiters mitzubekommen. Ist aber jemand angemeldet, ist diese Information nicht mehr sichtbar. In Fällen vermuteten schweren Missbrauchs, kann einer von derzeit vier Usern der deutschen Wikipedia auch die IP-Adressen angemeldeter Nutzer sehen. Aus Datenschutz- und Privatsphäregründen passiert dies allerdings nur sehr selten. So gab es etwa im gesamten Jahr 2013 insgesamt 11 ausgeführte Checkuser-Abfragen.

Löschen und Sperren: 

Benutzer sperren

Nun ist es eines, Manipulationsversuche zu entdecken, und sie zurückzusetzen. Entdecken und Zurücksetzen hilft in den meisten Fällen; es hilft aber nicht, wenn ein besonders dreister Bearbeiter versucht, eine Änderung quasi „mit Gewalt“ durchzudrücken, und immer wieder herzustellen. Um diesen Missbrauch einzudämmen, gibt es ein paar technische Sonderfunktionen, die von den sogenannten Administratoren ausgeübt werden: vor allem löschen und sperren.

Loeschorgie

Ein Administrator kann Artikel komplett löschen und auch eine Wiederanlage eines solchen Artikels verhindern. Besteht ein Artikel schon, und hat grundsätzlich eine Existenzberechtigung, kann er auch kurzfristig in einer bestimmten Version eingefroren („gesperrt“) werden, bis das Problem sich beruhigt hat. Werden Artikel über einen langen Zeitraum immer wieder von Problemen heimgesucht, gibt es die Möglichkeit der Halbsperre – dann ist der Artikel prinzipiell für Bearbeitungen offen, diese müssen aber von vertrauenswürdigen Accounts kommen.

Fällt bei einem Account auf, dass er immer wieder für missbräuchliche Aktionen benutzt wird, kann dieser Account gesperrt werden. Dies kann entweder für eine kurze Zeit oder auch unbegrenzt erfolgen. Je nachdem, ob ein Account sich nur gerade in etwas verrannt hat, oder ob er langfristig zum Schaden der Wikipedia aktiv ist.

Fazit: Manipulation und Kontrolle

Ja. Es gibt Manipulationsversuche der Wikipedia an allen Ecken und Enden. Aber es ist nicht so, dass die Community ihnen hilflos ausgeliefert wäre. Eher im Gegenteil: mehr als einmal lässt sich beobachten, wie sich ein hilfloser Manipulateur heillos im Gestrüpp der Kontrollmechanismen verstrickt, und nicht mehr herauskommt.