Mittwoch, 28. September 2022

22-09-28 Der Grund liegt in einem anderen Land

Erstaunlich, immer noch. Madame erstand eine Zugfahrkarte, mit der wir bequem und bezahlbar in einem Tag von Berlin nach Italien kamen.

Erstaunlich: in acht Stunden quer durch Deutschland brachte die Deutsche Bahn nicht mehr Verspätung zusammen als die SBB in zweieinhalb Stunden. Aber die SBB hatte die bessere Erläuterung: „Der Grund liegt in einem anderen Land.“

Mitreisende: die Charité-Ministeriums-Reisegruppe, die sich ernsthaft kompetent über Impfstoffzulassungen unterhielt.

Plus Telefonat auf halber Strecke „Ich gebe ihnen doch keine schriftliche Stellungnahme zu etwas, was sie auch auf der Website nachlesen können.“

- der Mann, der auf sein MacBook einhämmerte als wäre es eine Reiseschreibmaschine aus den 1950ern, seine vier Tageszeitungen zerlegte und wichtiges Ausschnitt. Der sich mit der Dame quer gegenüber anlegte, weil sie ihn auf die Ruhepflicht im  Ruhewagen hinwies. „Ja, Frau Lehrerin“ - als er in Frankfurt ausstieg war ich sicher: Ich reiste zusammen mit einem FAZ-Redakteur.

Die beiden jungen Frauen von denen eine aus heiterem Himmel kurz hinter Freiburg einen Heulanfall bekam.

Der kleine Schweizer Junge, der seine Pizza verloren hatte.

Reiselektüre: im positiven Sinne verstörend und irritierend: Sam Apple: „Schlepping the Alps“. Über de einen Wanderschäfer Österreichs der mit seinen 600 Schafen das Voralpenland durchzieht und dabei jiddische Lieder singt. Fragen: Was hat der Holocaust in den Psychen von Opfern und ihren Nachkommen angerichtet. Ober- und untergründiger Antisemitismus in Österreich. Wie ziehe ich 600 Schafe über eine Straße. Was passiert wenn man die Einwohner von Judenburg nach der Herkunft ihres Stadtnamens fragt.

Handy: Im Flugmodus. Keine Ahnung was heute in der Welt geschah.

Dienstag, 27. September 2022

22-09-27 Oh, dove sei andata? Oh, mi sei mancata.

In den Nachrichten hörte ich, dass es ein Leck in Nordstream 2 gibt. - Ich: "Ah jo."

Wenig später: Und eines in Nordstream 1. - Ich "Das kann eigentlich kein Zufall sein."

Später, wacher: "Wie krass ist das denn. Das kann nur ein Geheimdienst oder ein ähnlicher Akteur durchziehen. Das klingt wie aus einem John-le-Carré-Roman. Nur ginge es in seinen Büchern subtiler zu."

Später, wacher: "Okay. Das soll nicht subtil sein. Das soll jemand eine Nachricht senden und die halbe Welt schaut zu. Im Sinne von 'Wir können und wir machen. Fuck you. Kennst Du die Pferdekopf-Szene?' Aber wer sendet an wen? Welche Botschaft transportiert die Zerstörung einer nicht-genutzten-russisch-deutschen Pipeline?"

Bis Madame der Gedanke kam. "Heute wird die "Baltic Pipe" Pipeline von Norwegen über Dänemark nach Polen eröffnet. Ein Blick auf die Karte zeigt, dass diese Nordstream 1 und 2 kreuzen muss. Sie durchquert dieselbe Gewässer, in denen die Nordstreams liegen. Das ist die Lösung. Das Leck ist ein deutliches: 'Glaubt nicht, dass ihr Ostsee-Pipelines einfach so nutzen könnt ohne uns zu Fragen. Wir können Pipelines in dänischen Gewässern zerstören. Dieses mal war es noch unsere eigene Pipeline. Aber Eure können wir auch zerstören.'"

Also ein großes russisches "Fuck you" an den Rest Europas. Das einzige, was mich irritiert: Angesichts der sonstiges Performance des russischen Staatsapparats wirkt die ganze Aktion ungewohnt-und-fast-nicht-glaubhaft professionell.

***

Währenddessen in unserer kleinen Welt: Die Klausuren sind vorbei, die Arbeit wartet noch ein paar Tage: Haushalt. Zahnarzttermin vereinbart, TÜV-Termin vereinbart, einem verlorenen Paket hinterhergesucht, schauen was in der Corona-Quarantäne-Kiste demnächst abläuft (Alles), drei Kilo Äpfel (brutto) zu Apple Butter im Crocky verarbeitet, einen lang verschobenen Blogpost vor-geschrieben, gerade noch rechtzeitig festgestellt, dass das dm-Spülmittel ein neue Zusammensetzung hat und jetzt Silberbesteck beschädigt. (Oha).

Währenddessen: Radio-leggera-recherche. Wer singt "La Dolce Vita"? Es ist Fedez und andere. Das Video sagt mir: Niemand kann so gut Italien-Klischee wie Italiener. Die Vespa!

 

Montag, 26. September 2022

22-09-26 Ti dedico le autostrade che portano al mare

Madame kaufte keine Skisocken.

Ich arbeitete mich im Kranzler-Eck durch 24 Aufgabenblöcke zu DMAIC, Memo Org, ERM und CMP. Die ganzen Horizontal- und Vertikalverwirrungen wurden mir erspart, aber auch sonst gab es genug Überraschungen.

Falls ihr schon immer wissen wolltet, wer an der Fernuni Hagen Wirtschaftsinformatik studiert: Ausweislich der extrem nicht-repräsentativen Stichgruppe von heute: Fast ausschließlich Menschen zwischen 25 und 35, etwa zwei Drittel bis Dreiviertel der Anwesenden Männer, gefühlt die Hälfte Fachinformatiker.

Danach Bummeln zum KaDeWe beziehungsweise dem nahe gelegenen Geldautomaten. Zur Feier des Tages lud ich Madame zum Mittagstisch mit Lamm Saag und Butter Chicken ein. Und danach war ich so komplett durch, dass ich es mit Müh und Not noch schaffte, einen Blutspendetermin für in zwei Wochen onlinezubuchen. 

Zum Abschluss dieses doch aufregenden ersten Urlaubskapitels einen der Songs, der auf RAI Radio Tutta Italiana rauf- und runterlief - schon allein aufgrund der Schafen im Video. (über die Wahlen dort beschwere ich mich erst Morgen): Giovani Wannabe



Sonntag, 25. September 2022

22-09-25 SCOR, SCM, ERP, PDCA, DMAIC

Zwar war ich nie in Äquatornähe. Aber dieser Herbst läuft ab, wie ich mir einen dortigen Sonnenuntergang vorstelle. Eben noch zerfließen bei 35 Grad, einmal kurz umgedreht und ich hole die langen Unterhosen aus dem Schrank. Was wurde aus der Übergangszeit für die Übergangsklamotten?

Heute immerhin besuchte uns die Sonne im Garten. Alles kroch aus seinen Höhlen. Kraniche und Stare flogen ebenso über uns sie Sportflieger und ein Oldtimer-Doppeldecker. Um uns kreisten Hummeln und Libellen; die anhängliche Wespe wurde erfreulicherweise von den Hornissen vertrieben. Selbst ein Schmetterling raffte sich zum Besuch auf.

Ich musste leider "Broken Homes", den vierten Teil der Rivers-of-London-Reihe zu Ende lesen (Tolles Szenario aber mit überraschenden Plotschwächen) bevor ich etwas anderes unternehmen konnte.

Sofern Madame nicht den Garten pflegte widmete sie sich gegenüber auf der Terrasse dem "Sumerset-Tagebuch." 

Nachdem wir kurz mit der Rekonstruktion des Kompost-Silos begonnen hatte, beschloss ich trotz gutem Bauchgefühl nicht nachlässig zu werden und widmete mich meinen guten Bekannten SCOR, SCM, ERP, BI, BA, MEMO Org, PDCA, KVR und DMAIC.

Dieses Jahr ist das erste Jahr indem wir nicht sagen "Oh. Schautz mal! Ein Apfel und noch einer und noch einer! Wir haben drei Äpfel!" sondern wir ernten diese eimerweise und versuchen, sie schnell zu verteilen und loszuwerden.  

Samstag, 24. September 2022

22-09-24 Upstream -Downstream - Bullwhip

Madame teilte störrisches Blauschwengelgras. Das ließ sich leichter ausgraben als teilen. Aber am Ende hatten wir zwei Pflanzen.

Wir sind im grünen Bereich. Mein Bauchgefühl für den Montagsevent sagt „Wird schon“. Und so fuhren wir in den grünen, unfassbar grünen, leuchtend grünen Garten. Der changiert zwischen Herbst und alles-treibt-aus-Frühjahr. Ich hatte kurz überlegt die Wiesenteile zum Saisonabschluss zu mähen. Aber das sieht noch gar nicht nach Saisonende aus.

Madame fragte mich ab nach Upstream und Downstream und Bullwhip. Ich hatte Kopfressourcen frei zum Experimentalkochen „Liboke de Poisson“ / „Tilapia im Bananenblatt“ für die kulinarische Weltreise Kongo. Mein Rezept arbeitete mit Fischfilets und Dampfgaren, ich mit ganzem Fisch und einem Grill Aber der entscheidende Teil war im Rezept: Fotos von der Bananenblatt-Falttechnik.

Madame sammelte Falläpfel und buk Apfelkuchen.

Letztes Jahr zum Berlin-Marathon-Wochenende waren wir Wahlhelfer. Bei uns lief alles super. Aber dennoch sind wir nicht böse dieses Jahr im Garten zu sein. Und darauf gibt es gleich Rotwein und Chips.

Freitag, 23. September 2022

22-09-23 Vier Ebenen und eine Dimension

Madame wird fragen: Was ist mit den Tieren?

Während wir auf A warteten, flog eine ELSTER mit einem Goldring im Schnabel vorbei. Leider legte sie ihn noch nicht ab, aber wir haben Hoffnung dass die bald wiederkommt.

Ich stelle weiter fest - welches von vielen Modellen nun vier Ebenen hat, welches drei Ebenen und warum die eine Hälfte horizontal und vertikal um 90 Grad gedreht  interpretiert - einfach auswendig zu lernen erfreut mich nur mäßig. Aber ist halt so.

Zum Ausgleich führte die Kopf-frei-Runde in die weite Welt bis zum Drogeriemarkt. Und richtig zum Ausgleich gibt es gleich vor dem Einschlafen eine Spätburgunder-Spätlese.

Donnerstag, 22. September 2022

22-09-22 Projektdurchführungsstrategie

Madame fuhr nach Königs Wusterhausen und erzählte sachsen-anhaltinischen Jungerwachsenen etwas vom ADAC. Falls die S-Bahn Berlin übrigens ein Testimonal für die (seit 2021) neuen S-Bahn-Wagen der DB-Baureihe 483/484 benötigt: Madame ist begeistert.

Mein Leben spielte sich zwischen Schreibtischen und Lesesesseln ab, kurz unterbrochen von Paketannahme und Gang um die Ecke zum U-Bahn-Discounter. Dabei fiel auf: Ist es der Gaspreis? Mitarbeitermangel? Gentrifizierung? Bereits die zweite Verkaufsfiliale einer Bäckerkette schließt in der Nachbarschaft (verschiedene Ketten).

Immerhin bezieht sich mein Schreibtischhopping weniger auf Oha-was-meinen-die? Sondern mehr auf Auswendiglernen. Dies setzt wieder kognitive Fähigkeiten in den Pausen frei, in denen ich lesen kann.

Michael Schmalenstroer bastelte sich "Raus aus der Nachrichtenmühle." Die Umsetzung wäre nicht komplett meine. Aber die Bastelei ist spannend. Die Zielstellung "Wie konsumiere ich Nachrichten und kann gleichzeitig den ganzen Trump-Wagenknecht-Precht-Sau-durchs-Dorf-Müll rausfiltern?" kann ich sofort nachvollziehen.  

Irgendwie bin ich kurz danach beim Bloglesen falsch abgebogen und landete erst bei Jammer-Blogs (nicht zu verwechseln mit Mama-Blogs) und dann bei Ich-blogge-seit-20-Jahren-und-irgendwie-habe-ich-in-der-Zeit-viele-seltsame-Ansichten-entwickelt; denke: alternative Hippie-Querdenker. Irgendwie bizarr und einerseits erschreckend. Andererseits erinnere ich mich, dass ich das Internet um 1995/2000 dafür schätzte, dass jede abseitige Meinung darin vorkommen konnte und sie sich alle gegenseitig respektvoll behandelten. 

Auf Papier stolperte ich über ein New-York-Magazin auf dem Küchentisch und das darin enthaltene Ivana-Trump-Portrait. Das auch ebenso bizarr wie betrüblich wie spannend war: The Last, Lonely Days of Ivana Trump

Innerliche Reisevorbereitungen laufen auch. Domodossola besitzt nicht nur einen Welterbe-Heiligen-Berg, den Sacro Monte Calvario di Domodossola sondern  auch die von Madame und mir geschätzten italienischen Kleinmuseen so das Civico Museo Sempioniano (zum Simplontunnel - laut Google aber dauerhaft geschlossen). das Museo degli alpini ossolani - das Museum der italienischen Gebirgsjäger aus dem Ossola und denn Sala storica della Resistenza, der die kurze Geschichte der Partisanenrepublik Domodossola im zweiten Weltkrieg behandelt. Weitere spannende Museen gibt es in der Übersicht der Musei dell'Ossola.


Mittwoch, 21. September 2022

22-09-21 Das Modell des Konzepts der Instanz

Der Magister Artium (..., Philosphie, ..) in mir hadert dabei, Wirtschaftswissenschafter zu lesen, die über Diskurswelten schreiben und Begriffsunterschiede auf Rasierklingen tanzen lassen wollen. Aber nun ja, vor der Klausur ist vor der Klausur und watt mutt dat mutt. Nach anderthalb Tagen des Ausgangs in die Welt da draußen bin ich zurück beim drei-Schreibtisch-Hopping in der Wohnung.

Schreibtischhopping ist eine überwiegende sitzende Tätigkeit. Bei 18 Grad Wohnungstemperatur ist das gar nicht so sehr kuschlig. Andererseits habe ich mir in den letzten Wochen zu viele Gedanken um Preise pro Kilowattstunde, Abschläge, Grundversorgung, Umrechnung und Bilanzierungszuschläge gemacht, um freiwillig ohne große Not eine Heizung in Betrieb zu setzen. 

Immerhin konnte mich Madame losreißen, und ins Stadtbad Schöneberg bewegen. Wo wir nicht nur warm duschten, sondern auch die ein oder andere Bahn zogen und eine Schülergruppe ohne Schule beobachteten wie sie Hallenbadpommes aßen.

Da Russland aber anscheinend die Strategie aufgegeben hat, auf den Erfolg der bald kommenden "Bei-uns-ist-kalt-und-mein-Arbeitgeber-ist-insolvent"-Demos in Europa zu setzen und den Ukraine-Krieg auszusitzen, wissen wir noch weniger wie es weitergeht. Mit dem Gas und überhaupt. 

Für eine Langfriststrategie erscheint mir russische die Teilmobilisierung und die Besetzte-Gebiete-Referenden reichlich hektisch; als kurzfristige Strategie verstehe ich das Ziel nicht. Aber anscheinend ändert sich was. In welche Richtung auch immer.

Ein Nachtrag zu Journelle: Schwimm schön


 

Dienstag, 20. September 2022

22-09-20 Badebike

Die luftverlierende Hüpfburg meiner selbst sank gestern weiter in sich zusammen. Glücklicherweise führten Nachtschlaf und ein angenehmer Morgen dazu, wieder auf die Beine zu kommen - jetzt auch wieder mit einem auf die Dauer gesünderen Adrenalin-Anteil im Blut.

Nachdem Madame aufgebrochen war, um sich über die EDV-Ausbildung der DDR informieren zu lassen, begann ich mit gemütlicher Haushaltsarbeit. Einen Stapel mit sehr alten Papieren aufstöbern (Telefonrechnung von 2012, irgendjemand? Brauche ich Strafzettel von 2010 noch?) und durchschauen, ob Behaltenswertes darin steckt. 

Dabei fiel mir diese Visitenkarte in die Hände. Der Verein ist seitdem 2,5 mal umgezogen, das Präsidium wurde etwa achtmal neu gewählt und ich hatte zu dem Zeitpunkt noch zwei kommende Jahre als Vereins-Angestellter vor mir. Aber die private Handynummer ist identisch geblieben.


Um Sonne zu tanken, machte ich mich auf zur Nostalgieradrunde nach Tempelhof, ich habe ja Urlaub. Die Sonne verschwand schnell. Ein Starkregen auf dem Fahrrad auf Berliner Hauptstraßen stellte meine Eignung zum aquatischen Wesen auf eine harte Probe. Ich flüchtete in den Großdiscounter, besorgte Weidemilch, Hafermilch und Milka bis die Sonne wieder schien.

Zurück zu Hause, wrang ich Hose, Socken, Pullover und T-Shirt aus, wurde das Wassergefühl am Körper längere Zeit nicht mehr los. Es ging zu weiteren Sortier- und Aufräumarbeiten. Und wo ich dabei war, kaufte ich mir ein neues Spielzeug; in der Hoffnung, dass das Spielzeug seinen Anschaffungspreis mittelfristig selber wieder reinholt. Ich werde berichten.

Wo ich nun aber schon Platschnass geworden war, widmete ich mich weiter den aquatischen Wesen. Matthias Oloew, der Pressesprecher der Berliner Bäder-Betriebe (Disclaimer: auch mein aktueller  Arbeitgeber) äußerte sich vor einiger Zeit in der Jungle World (Disclaimer: Ex-Auftraggeber von mir) zum Thema "Freibäder sollen eine bessere Welt sein." Den habe ich mir zum Lesen aufgehoben, bis ich etwas Ruhe habe - diese hatte ich heute und kann dem Gesagten grundsätzlich zustimmen.

Auch noch auf der Leseliste war die BBC-Liste der besten Bäder der Welt. Die entpuppte sich leider als "Liste-der-besten-Bäder-der-Welt-wenn-man-sie-nur-auf-spektakulären-Fotos-ansehen-will" aber natürlich konnte ich mir selber einen kurzen Blogpost nicht verkneifen (auf Poolhopping): Die (laut BBC) besten Bäder der Welt


Montag, 19. September 2022

22-09-19 Aonadh nan Crùintean

Es las Baroness Scotland bei der Beerdigungsfeier für Königin Elisabeth II. und wir fragten uns: "Wenn Schottland unabhängig wird, bleibt Karl dann König? Oder wird Schottland eine Republik?"

Baroness Scotland kann darauf keine Antwort geben. Sie ist geboren auf der Karibikinsel Dominica, verbrachte ihr Leben als Karrierebeamtin in England und Mitglied des House of Lords und - nicht ganz unumstritten - Generalsekretärin des Commonwealth of Nations. Zu Schottland hat Patricia Janet Scotland, Baroness Scotland of Asthal keinerlei Beziehung außer ihrem Nachnamen.

Eine Antwort können die schottischen Unabhängigkeitsbefürworter geben. Alex Salmond, in Ungnade gefallener Ex-Chef der Scottish Nationalist Party, fordert eine Republik. Die schottischen Grünen, in Edinburgh in der Regierung, fordern eine Republik. Aber die Scottish National Party, die wichtigste Partei, möchte das Königtum behalten. Sie beruft sich dabei auf die "Union of the Crowns" (schottisches Gälisch: Aonadh nan Crùintean), die 1603 begonnene Herrschaft der beiden unabhängigen Länder England und Schottland unter einem König Jakob VI. von Schottland/ Jakob I. von England. Dieser bestieg den Thron als Elisabeth I. ohne Erben starb. Diese Union of the Crowns bestand 100 Jahre bevor es zu einer Union der beiden Länder kam.

Ansonsten: Nach der Klausur ist vor der Klausur. Ich habe alle Schafe für diese Klausur mehr oder weniger erfolgreich gegen die Wand geworfen. Nächste Woche gibt es mehr. Aber die ist thematisch eher in meinem Komfortbereich angesiedelt. Sono in vacanza! und davon möchte ich ja auch etwas mitbekommen.

Heute allerdings spürte ich das Adrenalin aus meinem Körper weichen wie Luft aus einer Hüpfburg. Ähnlich energetisch wie eine halb aufgeblasene Hüpfburg verhielt ich mich. Es reichte immerhin für einen kleinen Gartenausflug, während dessen Madame Alkmene-Äpfel und Köstliche-aus-Charneaux-Birnen pflückte. 


Thema bei der Beerdigung war William (in Uniform) und Harry (in zivil.) Dabei ist Harry der Sohn mit militärischer Erfahrung? Aber reicht diese Erfahrung? Zum Uniformtragen außerhalb der regulären Militärzeit gibt es zwei Möglichkeiten: man ist wichtig und Ehrenmilitär und bekommt eine Operettenuniform (William, Charles) oder man verdient sie sich im Militär. Harry ist aufgrund des Zerwürfnisses mit dem Königshaus aus der Operettenuniform-Klasse herausgefallen. Aber wie sieht es mit dem "normalen" Weg aus, mit dem auch Normalsterbliche das Recht aus Uniform erwerben?

Dieser Weg existiert. Voraussetzungen: ein Mindestrang als Captain (den Harry sich erarbeitet hat) und die vollständige Ableistung der Militärzeit. Da hakt es, Harry verließ die Armee ebenso wie das Königshaus vorfristig. Und für Quitter gibt es keine Uniform. 

Offiziell dokumentiert in Harrys offizieller Verlautbarung zum Ende der Militärzeit "Captain H.C.A.D. Wales resignes commission", d.h. er beendete seine Karriere ohne die volle Dienstzeit abzuleisten. Hätte er das Recht zum Uniformtragen behalten wollen, hätte er "retiren" müssen. so wie die meisten anderen in der Liste.






Sonntag, 18. September 2022

22-09-18 ε = p/p-a ; Gutenberg, Heinen, Kloock, Küpper, Matthes

Immer wenn ich etwas von doppelter Buchführung lese, denke ich automatisch an kleine Florentiner in kostbarer Renaissance-Kleidung, die auf einem entsprechenden Gemälde an einem Marktplatz sitzen und unablässig mit Sorgfalt und Schreibfeder Zahlenreihen auf Pergamente schreiben. So ähnlich muss es ausgesehen haben als die doppelte Buchführung im 13. Jahrhundert in Florenz erfunden wurde. Nicht, dass dieses innere Bild all' meine inneren Fragezeichen zum Verschwinden brächte: aber bekanntermaßen waren die Florentiner um 1300 äußerst intelligente Menschen - und sie werden sich sicher etwas dabei gedacht haben, warum die doppelte Buchführung genau so ist wie sie ist.

Y (opt) erweist sich in seinen verschiedenen Ausprägungen als Endgegner. Aber heute um 16 Uhr klappte ich Ordner und Unterlagen zu und beschloss "Nun ist es gut. Was bis jetzt nicht gekommen ist, kommt auch nicht mehr." Morgen Vormittag wird es wirklich spannend.

Nach dem Zuklappen erfolgte der Versuch, den Kopf frei zu kriegen, durch zwei Stunden Spaziergang durch die Mittelschöneberg inklusive kleiner Pause am meist-übersehenen Tiny Park im Ortsteil.

Während ich nun den fünften Tag in Folge das Nah-Wohnungs-Umfeld nicht mehr verließ, erkundete Madame die Welt. Heute in Tarifbereich A, in Berlin-Mitte-Mitte-Mitte; aber doch so weltzugewandt wie sonst in Berlin kaum möglich. Sie ließ sich durch das Museum für Asiatische Kunst im Humboldt Forum führen, was gleichzeitig unsere Erstbesichtigung des Berliner Stadtschlosses war. Madame empfiehlt dies weiter, war positiv an das National Museum of the American Indian in Washington, D.C. erinnert.

Samstag, 17. September 2022

22-09-17 dr2/dr1 = - q1/q2

Selbst durch meine aktuelle Weltabgewandtheit drang die Nachricht, dass Journelle gestorben ist. Mit ihr hatte ich weniger Kontakt als viele der Altblogger*innen - aber natürlich bin ihr als Verfechterin des lustvollen Schwimmens und Gründerin der "Gesellschaft für schönes Schwimmen" über den Weg gelaufen. Selbst in diesem kleinen Weltbereich kann ich sagen: ein Verlust.

Sonst blieb ich abgewandt im weiteren Pendelgang zwischen den permanenten und dem temporären Schreibtisch und dem Lesesaal. Aber ich würde behaupten mit Erfolg: die verstreuten Schäfchen der einzusammelnden Wissensbrocken sind zusammengetrieben und eingezäunt. Jetzt kommt es nur noch darauf ein, sie rechtzeitig zu scheren und die Wolle zu drapieren. (und ab Montag habe ich auch wieder Nerven für konsistente Sprachbilder)

Madame nahm mir dankenswerterweise den Kontakt mit der weiteren Welt ab, fuhr heute nur an den Randbereich der Tarifzone B nach Wochenende-West und überreichte unter anderem "Klara und die Sonne."

Abends, das Erntedankfest naht, aßen wir Birnen, Bohnen und Speck mit Rote-Beete-Apfel-Salat. In Teilen aus eigenem Anbau.



Ich genoss den Luxus das Stadtbad Schöneberg um die Ecke zu haben und zog einige Abendbahnen zum Kopf freikriegen. 




Freitag, 16. September 2022

22-09-16 GK' = a-2bx

Schreibtischtag, die nächste. Oder genauer: Tag mit Pendeln zwischen dem Computerschreibtisch, dem temporären Papier-ohne-Computer-Schreibtisch und dem Lese-Schaukelschaf. Weiterhin begleitet von Radio leggera von der RAI - alles auf einer Sprache, die mir leicht vertraut klingt; von der ich am Ende aber doch so wenig verstehe, um nicht abgelenkt zu werden.

Immerhin, mein innerliches gegen-die-Wand-der-seltsamen-Wiwi-Notation-für-Mathe-Rennen machte Fortschritte. Ich würde behaupten, das ein oder andere Loch in der Wand hinterlassen zu haben.

Dementsprechend waren die Höhepunkte des Tages: Lagerbestandsbestellung an Druckerpapier beim Online-Büroausstatter (oha, ist das teuer geworden) und ein kleiner Offline-Ausflug zum Discounter des Vertrauens sowie zum Korean Fried Chicken. Selbst das Prokrastinations-Surfen im Internet fiel fast komplett aus.

Dafür erkundete Madame die Welt. Sie wagte sich den zweiten Tag in Folge bis in den Tarifbereich C des Verkehrsverbundes Berlin-Brandenburg vor, und wäre um Haaresbreite mit polnischen Steinpilzen wiedergekehrt. 

Zur Entspannung: Leichteste Musik



Donnerstag, 15. September 2022

22-09-15 Rammstein GbR

Madame fuhr nach Königs Wusterhausen und erzählte Jungerwachsenen aus Sachsen-Anhalt etwas von Rammstein. Ich kämpfte mich derweil durch Personengesellschaften und Kapitalgesellschaften und wir beide landeten bei: Rammstein (die Band) existiert als Gesellschaft bürgerlichen Rechts.

Was mich wunderte, eigentlich hätte ich gedacht, Rammstein wäre etabliert genug und hätte genug Umsatz, um sich eine "richtige" Organisationsform zu geben und nicht diese Schluder-Organisationsform für Anfänger. Aber nun ja, ich bin nicht Rammstein.

Sonst: Ein Schreibtischtag, der genauso aufregend war wie sich das einhört. Höhepunkt war der Gang zu Rossmann, um neues Druckerpapier zu kaufen; Highlight an sozialer Interaktion der Dialog mit der Drogeriemarkt-Verkäuferin, weil ich aus Versehen das Klopapier zweimal durch die Self-Service-Kasse gezogen hatte. 

Ihr jammert über steigende Butterpreise? Habt ihr in letzter Zeit versucht, Papier zu kaufen? Oha.

Am Schreibtisch: Cournotsche Punkte, pagatorische und wertmäßige Kosten und Spaß mit dem Taschenrechner, der mir als Ergebnis der Rechnung 2411 durch 12 korrekt aber wenig hilfreich das Ergebnis 2411/12 (also 2411 Zwölftel) anbot. 

Soundtrack: RAI Radio Tutta Italiana

Mittwoch, 14. September 2022

22-09-14 Y (opt) = Wurzel aus ((2 x V x Cr) / (Cl x (1- V/P)))

So stelle ich mir Urlaubstage vor. Mehrfach mit dem Kopf gegen die Wand rennend, die daraus besteht, dass Ökonomen gerne den Anschein erwecken, mathematisch zu notieren - aber am Ende dann immer mal wieder den "gesunden Menschenverstand" einzuführen, der es natürlich wild unmöglich macht dem Gang der Formel zu folgen. Muss man halt wissen, wann eine Umformung mathematischen Regeln folgt und wann den Regeln dessen was-der-Ökonom-für-den-gesunden-Menschenverstand-hält. Aber einige Knacknüsse sind geknackt, einige gedankliche Steine zur Seite gerollt. Und ich bin gedanklich zu durch, um Metaphern von Steinen, Knacknüssen und Wänden noch sinnvoll sortieren zu können.

Was gut war: was macht der Mitarbeiter der Berliner Bäder-Betriebe im Urlaub? Natürlich, er geht schwimmen. In den "heiligen Hallen" des Stadtbad Schönebergs. Es war schön.

Madame suchte einen Weg entlang des Kanals. Zusammen testeten wir rückwärts einparken. Ich suchte für Dritte ein Foto von mir selber.


 

Teile dieses Haushalts sind klassisch gebildet. Das führt dazu, dass der Ukraine-Krieg immer mal wieder anhand von Holzpferden und Galliern diskutiert wird. Ein bereits im Februar aufgetauchter Gedankenstrang: eigentlich müssten die Perser die Gelegenheit nutzen, wenn die Spartaner und die Athener sich untereinander beharken. Es hat lange gedauert. Aber anscheinend hat die Führung Aserbaidschans doch auch ihren Caesar und Thukydides gelesen. 

Dienstag, 13. September 2022

2022-09-13 Sono in vacanza

Werktags tagsüber steht mein Fahrrad normalerweise in einer Tiefgarage mit Fahrradstellplätzen. Die Tiefgarage ist mit einem Gitter gesichert. Um hinein zu kommen, muss man einen RFID-Chip anlegen, zum herauszukommen genügt es, sich strategisch vor dem Ausgangstor zu postieren. In der Tiefgarage lebt eine Kolonie Stadttauben. Soweit ich beobachtet habe, wissen die Tauben auch schon lange, wie man den Tormechanismus auslöst: sie fliegen an die richtige Stelle. Sie warten darauf, dass sich das Tor öffnet. Und dann fliegen sie von dannen. 

Ob sie schon so weit sind, dass Innen-Tauben das Tor auch zum richtigen Zeitpunkt für außer-Tauben öffnen, weiß ich noch nicht. Die Beobachtungsreihe muss warten, denn io sono in vacanza.  

Wobei mir einfällt: Duolingo hat ein neues Design und ich möchte mich bei der Geschäftsführung beschweren!

Der New York Times ist langweilig, und um die Nachbarschaft zu energetisieren, bringt sie eine umfassende Recherche zu Yeshivas - ultraorthodoxen jüdischen Schulen in New York - die zwar Millionen an staatlicher Förderung bekommen, aber ansonsten vom Staat in Ruhe gelassen werden, und eine bestenfalls rudimentäre Bildung außerhalb der Religionsbildung für Kinder anbieten. Es scheint mir ein sicheres Thema zu sein, in New York gleich mehrere Wespennester gleichzeitig zu öffnen.

Ebenso in der New York Times, ein Hintergrundbericht zur monatelangen Vorbereitung und Planung der ukrainischen Offensive der letzten Tage:  The Critical Moment Behind Ukraine’s Rapid Advance

Der Adam-Tooze-FES-Talk ist weiterhin nicht online. Dafür fand Madame eine aktuelle Aufnahme von Tooze,. der die "Willy Brandt Lecture" der Bundeskanzker Willy-Brandt-Stiftung hält:



Montag, 12. September 2022

[Blogpost nebenan]: Romanfundstück mit Wikipedia-Bezug

Dirk las einen Roman. Er stolperte über einen Absatz mit Wikipedia-Bezug. Und schrieb noch einige Absätze mehr dazu. Siehe: Bezahltes Wikipedia-Schreiben in der Belletristik

Sonntag, 11. September 2022

22-09-11 Drei Eichelhäher, vier Kraniche und zwei Indigo-Färberhülsen

Zum Frühstück besuchten uns drei Eichelhäher. Diese trauten sich noch nicht auf die Terrasse, bewegten sich aber über verschiedene Sitzwarten, die allesamt und bequemer Apfelwurfweite lagen. Nicht, dass wir vorhätten die Eichelhäher zu bewerfen. Aber wir haben halt sehr viele Äpfel gerade. 


Bild: Ausschnitt aus Eichelhäher im Flug im Geo-Naturpark Bergstraße-Odenwald. von Herwig Winter Lizenz:  Creative Commons Attribution-Share Alike 4.0 International

Gegen Mittag bekamen wir zwei weitere Süd-Spandauer Äpfel und eine südbadische Trompetenblume im Austausch gegen zwei Maurerbutten lehmreichen Humusboden. Es gab, wenig überraschend, Apfelkuchen.

Wir schauten Straßburg-Reisefotos und erzählten von den vier Kranichen, die gestern über das Haus geflogen waren. Auch der Grünspecht scheint rechtzeitig zum Herbst wieder eingetroffen, versteckt sich aber noch schüchtern, und hinterlässt nur typische Löcher im Boden.

Ein größeres Loch hinterlassen Madame und ich beim Versuch die Indigo-Färberhülse zu teilen. Ich liebe diese Pflanze ja alleine für das Rasseln. dass ihre Samenkapseln beim Dagegenlaufen erklingen lassen. Die Pflanze, insbesondere ihre Wurzel, war hartnäckig. Selten, dass wir für eine Beetstaude die Axt aus dem Schuppen holen müssen. Aber es ist vollbracht, und wir hoffen, wir haben nun zwei Indigo-Färberhülsen.

Am Abend las ich nach: "Dank ihrer tief reichenden und dabei verzweigten Wurzeln überstehen sie selbst längere Trockenphasen problemlos." Können wir beides bestätigen. Die tief reichenden und verzweigten Wurzeln haben wir heute ja schon bekämpft. Trocken ist es in unserem Garten ganz definitiv. Und weiter: "Indigolupinen sind, einmal etabliert, sehr pflegeleicht. Das Gießen entfällt weitgehend. ... Es empfiehlt sich, die alten Triebe der Pflanze erst im Frühjahr abzuschneiden, da die lange haftenden Blätter und die schwarzen Fruchthülsen ein sehr attraktiver spätherbstlicher und winterlicher Gartenschmuck sind." Auch das bestätige ich. "Wegen ihrer tief reichenden, wenig verzweigten Pfahlwurzel ist das Teilen der Staude ohnehin schwierig." - das bestätige ich allerdings noch viel mehr.

Zum Thema uneingeschränkt gute Nachrichten: die Ukraine hat in den letzten fünf Tagen mehr Land zurückgewonnen als die russische Armee seit April erobert hatte.

Samstag, 10. September 2022

22-09-10 Warmsitzsuhle

Die Dithmarscher Landeszeitung berichtet (hinter einer harten Paywall leider) über eine Saison „Meerzeit“ - das Büsumer Hallenbad, das früher Piratenmeer hieß und nach seiner Renovierung  in Wellness macht. Zum Bad gehören drei Außenbecken - zwei Whirlpools und die „Warmsitzsuhle“; kein Fachbegriff leider. Aber ich weiß nun, worin ich den Winter verbringen möchte.

Erkenntnis einer Garten-Vereinsfeier: der total nette Nachbar und junge Familienvater erzählte von seinen Außerhalb-des-Garten-Lebens und ist darin locker berühmt genug für einen eigenen Wikipedia-Artikel.

Die Äpfel am Alkmene-Apfelbaum sind durchgebend so rot als wären sie Mitglied des ZKs einer KP. Morgen werden sie gepflückt.

Die Nachrichten aus der Region Charkiw sind rmutigend und lassen mich sagen: Sláva Ukrayíni!

Freitag, 9. September 2022

22-09-09 CR2032

Wer auch immer die Entscheidung getroffen hat, dass haushaltsübliche Knopfzellen in einem halben Dutzend ähnlicher, optisch nicht unterscheidbarer, aber nicht natürlich nicht kompatibler, Größen angeboten werden, hat seinen eigenen Kreis der Hölle verdient. Aber vermutlich entschied es niemand. Vermutlich ist die Aufteilung historisch gewachsen und somit logisch nicht erklärbar. Wie halt immer. Zum Merken: unsere Küchenwaage verlangt nach dem Format CR2032 - und das nächste Küchenwaage-Modell wird mit Solar- oder Windkraft funktionieren.


Während ich gestern Abend Macarena tanzte und dabei vom Tod der Queen erfuhr, remotesah Madame eine Konferenz der Friedrich-Ebert-Stiftung mit Katharina Utermöhl, Senior Economist for Europe der Allianz, und Adam Tooze. Sie war angetan. Also sehr angetan. Um nicht zu sagen extrem angetan. Während wir noch warten, dass das Veranstaltungsvideo zeitüberdauernd online geht, empfehlen wir schon mal den New-York-Magazine-Artikel: "Galaxy Brain How the impeccably credentialed, improbably charming economic historian Adam Tooze supplanted the dirtbag left." Sowohl Tooze wie auch Ökonomin waren sich darin einig, dass Deutschland in den nächsten Jahren eine bisher unvorstellbare De-Industrialisierung bevorsteht - was aber kaum jemand offen zu sagen wagt. 

Unserem Hinterhof hingegen steht eine weitere Vermüllung bevor. Zu den Asbestsäcken, dem weißen Ledersofa, dem kleinen Berg mit leeren Farbeimern und sonstigem Schuttgerumpfel gesellte sich heute ein halbes Dutzend Bauzäune, die am Haus lehnten. 

Madame buk aus gegebenem Anlass Scones. 

Mein Cover flog auf. 

Bild: Simple paper circuit showing folded corner switch von: Mosborne01 Lizenz: Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported


Donnerstag, 8. September 2022

22-09-08 Macarena / London Bridge is down

Auf der Sommerparty der Berliner Bäder Betriebe im Sommerbad Humboldthhain. Bademeister Fachangestellte für Bäderbetriebe können wir erhofft feiern. Ich bekomme die Nachricht "Die Queen ist gestorben." Und dann weiß ich auch nicht. Erstmal zu YMCA tanzen. 



Mein spontaner Lektüregedanke: Der Guardian mit "London Bridge is down." (von 2017)

Mittwoch, 7. September 2022

22-09-07 Mittwochsmittagspause bedeutet Bahnhof

 Der Mittagspausenweg führte mich über den Bahnhof Südkreuz und den Alfred-Lion-Steig bis zum Gelände der Naumannküche und zurück zum Bahnhof. (die ich aber nach einem Gemüsecurry mit Kichererbsen und Kartoffeln, die beide einige Härtegrad über 'Al dente' lagen, meide).


Ein Kollege verschenkte einen doppelten Whopper, der sich irgendwie ins Mittagsmenü geschummelt hatte.

Madame begab sich zur Eisackstraße, um drei Schlüssel zu übergeben.

Die herrenlosen Asbestsäcke auf dem Hinterhof sind nicht mehr ganz so herrenlos. Heute am sehr frühen Morgen kamen zwei Arbeiter und ein Boss mit einer arg quietschenden Schubkarre und legten zwei Dutzend neue Säcke zu den alten. Die neuen Säcke allerdings sind nicht einmal mehr zugeknotet.




Dienstag, 6. September 2022

[Blogpost nebenan]: Naturbadi Hannover

Ich war in Hannover-Hainholz. Und es war herrlich. Daran beteiligt: das Freibad. Siehe meinen Blogpost: Naturbad Hainholz, die Zukunft des Freibadens?

Montag, 5. September 2022

22-09-05 Montagsmittagspause bedeutet Gasometer

Der Montagsgang, quer über die Schöneberger Linse, die Torgauer Straße entlang und bis Cheruskerpark aus auf die Gasometer-Baustelle schauen.


Telefonieren mit Madame zum Thema Zahnarzt, Schornsteinfeger, Parkplatz und Steuern. Exkurs: der Zoopalast gehört nicht zur Cinestar-Gruppe. Madames Cinestar-Gutschein hilft uns im Zoopalast nicht weiter.

Abendbeschäftigung: Moon over Soho. Siehe gestern. 

Sonntag, 4. September 2022

22-09-04 Der Wickelfisch flattert im Feldwind

Es dauerte bis zum September. Aber sie kommen, die perfekten Sommertage ohne Hitzekollaps. Nach der Helgoland-Reise letzte Woche begaben wir und die Besuchsfamilie uns zum Nymphensee nach Brieselang. Ein kühler See, Sonnenschein, eine leichte Brise - wir fühlten uns wie im Bilderbuch. Vor laute Begeisterung schwamm Madame die Langstrecke. Der Wickelfisch bestand seinen ersten echten Praxistest: Mobiltelefon und Autoschlüssel, eingewickelt in den Tisch, blieben im See trocken.

Ein Teil des besuchenden Volksparkstadion-Quartetts begibt sich demnächst auf Bildungsreise nach London. Ich überlegte meine aktuelle Lektüre, Ben Aaronovitchs "Moon Over Soho" als Vorbereitung zu empfehlen. Das Buch tarnt sich zwar als Mischung Harry Potter und CSI, ist in Wahrheit aber eine einzige Liebeserklärung an London: an seine Vororte, an die Council-Estates, die seltsame Verkehrsplanung, die Themse und ihre Nebenflüsse, die Tourist Traps und die Jazz-Clubs.

Ich entschied mich dagegen: zum einen: das Buch ist so sehr in die Alltagswelt Londons verwoben, dass es wenig Berührungspunkte mit "London in 5 Tagen geben wird." Zum anderen ist Aaronovitchs Vorgängerband "Rivers of London" das noch bessere Buch. 

In weiteren Nachrichten: der Harz brennt.

Samstag, 3. September 2022

22-09-03 Hawaiiian sweet rolls for sliders

15000 Schritte durch Kuckswinkel. „Schauen sie keine Einheimischen an, sonst bekommen sie einen Eimer Äpfel in die Hand gedrückt“. Veganes Grillen mit Kräuterseitlingen, Kürbis und Ananas-Burger-Buns

Freitag, 2. September 2022

22-09-02 SU01

Einen Bürotag verbrachte ich mit dem Jagen von Geistern und Zombies. Was ist der korrekte Prozessweg für Geister?

Die verlassene weiße Ledercouch auf dem Hinterhof gesellte sich zu den Asbeststaubsäcken. Vielleicht sind sie so weniger einsam. 

Madame schickte Fotos vom grünstem aller grünen Gärten. Der Effekt des Wolkenbruchs letzte Woche war profund. Trotz Sturm, Schauer, Wolkenbruch hängen immer noch Alkmene-Äpfel am Naum.

Donnerstag, 1. September 2022

22-09-01 Wollpflanze im Treppenhaus

Jedes Alter besitzt seine Rituale. Der erste Kindergartentag, der erste Schultag, der erste Urlaub allein, die erste eigene Anmeldung an einem Bürgeramt. Das Alter-das-junge-Menschen-niemals-haben-wollen bringt neue Rituale: die erste Vorsorgeuntersuchung gegen Prostatakrebs. Die erste Vorsorgeuntersuchung gegen Hautkrebs. Während die Prostatakrebsuntersuchung etwas ist, das ich auf Englisch als "acquired Taste" bezeichnen würde, war der Hautkrebstermin heute flauschig. Ich frage mich was in den folgenden Jahren kommen wird. Immerhin kann ich sagen: bis heute Vormittag habe ich sicher keinen Hautkrebs entwickelt.

Vor einigen Monaten, im Winter 21/22, bekam eine ehemalige Hausverwaltung einen plötzlichen Aktivitätsschub. Der Müll im Treppenhaus verschwand in Teilen, die Pflanzen hingegen waren komplett entwendet. Einige Monate später, im Spätsommer 2022, ist diese Hausverwaltung Geschichte. Die Mülldichte im Treppenhaus erreicht hingegen bisher ungeahnte Höhen. Zeit mit Pflanzen dagegen zu halten. Madame stellte die Wollpflanze, deren Namen wir auch schon kannten, wieder ins Treppenhaus. Wir sind gespannt wie sie sich gegen Müll und Hausverwaltungen behaupten wird.

Tyler Cypriani bloggte über Community, Daten und Software as a Service. Wie immer mit vielem Unterschreibenswerten: The puporse of SaaS is selling out

Ich möchte diesen Gedanken unterstützen:

Plenty of folk dream of opening a little bookstore or a quaint coffee shop—the kind with a lazy cat. Why not a cozy website? Seems viable. It could even have a lazy cat.