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Sonntag, 5. Juni 2022

WMDEDGT 2022-Juni-05

 Im Fernsehen läuft Miss Marple, die sich gerade den Zusammenhang zwischen einem Toten und gestohlenem Schnupftabak aufklärt. Ich versuche, mich für das e-Tagebuch an den Tag zu erinnern und Ei-der-Daus, heute ist ja der fünfte des Monats. Ich kann das ordinäre Tagebuchschreiben mit dem Bloggen verbinden, indem ich mich am Blog-Event WMDEDGT ("Was machst Du eigentlich den ganzen Tag") beteilige.

Dieser wird gehostet von Frau Brüllen, dort finden sich auch die Beiträge der anderen Blogger.

Im Rückblick:

Ich nutze die seltene Gelegenheit so lange zu schlafen wie ich kann, gehe fließend vom Schlaf in das Fernsehen über, schaue im Halbschlaf zappend gleichzeitig "Asterix bei den Olympischen Spielen", "Hinter den Kulissen bei das Große Backen" und "Wolkig mit Aussicht auf Fleischbällchen." Irgendwann begleitet Kaffee das Fernsehen.

Ich lerne im TV: die bekannten Fertigtorten von C&W werden noch mit mehr Handarbeit gemacht als ich gedacht hätte. Ich staune, dass es im Deutschland des Jahres 2022 noch Arbeitsplätze gibt, bei denen Menschen anscheinend acht Stunden am Tag Tortenringe um Biskuitböden platzieren oder Sahne auf tausenden Torten glattstreichen. Mir entzünden sich bereits diverse Gelenke allein bei dem Gedanken, diese eine Bewegung hunderte Male am Tag über Wochen/Monate/Jahre hinweg gleichartig durchführen zu müssen. Ich hätte ernsthaft gedacht, der ganze Prozess sei deutlich mehr automatisiert.

(Zwischenbemerkung: Miss Marple übernachtet mittlerweile auf einem Schiff, auf dem das Motiv für den Mord zu vermuten ist. Ein Matrosenchor singt mittelschlecht "Rule Britannia".)

Weitere Erkenntnisse aus "Hinter den Kulissen." Buttercreme lässt sich nicht gut schockfrosten, weshalb sich C&W auf Sahnetorten spezialisierte. Ebenso: Puderzucker muss in Fett eingepackt werden, da beim Auftauen Flüssigkeit entsteht, die den Zucker auflösen würde. Und: der Trend auf dem Markt geht zu Torten, die mit anderen Süßspeisen gefüllt werden, wie zum Beispiel eine Windbeutel-Sahnetorte.

Madame rief an, erzählte vom Wald aus dem Schwarzwald und dem Pizzastein. 

Im Asterix-Film-mit-echten-Schauspielern (also kein Zeichentrick; es gibt sicher ein Fachwort dafür, dass mir gerade entfallen ist), gibt es eine lange Reminiszenz an das Ben-Hur-Wagenrennen. Mit einem Gastauftritt von Michael Schuhmacher, der für Germania antritt und auf seinen Intermediate-Holzrädern für feuchten Sand die Konkurrenz in Grund und Boden fährt. Der Auftritt des verschmitzt grinsenden Schumacher, der damals einfach nur nett und sympathisch war, bekommt inzwischen einen unerwartet tragischen Unterton.

Irgendwann gelang mir die Flucht aus dem TV-Halbschlaf. Nachbar R hat freundlicherweise Brötchen vorbeigebracht. Ich lese die Lokalblätter der letzten Tage aus Dithmarschen und Oranienburg, esse Brötchen mit Tilsiter und Holsteiner Mettwurst.

(Miss Marple verdächtigt einen der Schiffs-Offiziere "ein Erzverbrecher zu sein". Wir wissen noch nicht, welcher. Mein Verdacht: Alle!)

Ich nutze die Gelegenheit, die mir Familienbesuch in Tourismusgegend bietet und lenke den Subaru nach Büsum. Allerdings halte ich bereits vor dem Strand an und ignoriere Hafen und Krabben. Aber der Outlet-Store eines süddeutschen Trikotagenherstellers öffnet auch Sonntags: Ich kaufe drei langweilige bürofähige Polohemden in grau-blau-schwarz und verzichte auf das T-Shirt mit Affe und Deutschlandfahne. 

Heute nicht: das war Gestern

(Hach, der Miss-Marple-Film in seiner deutschen Übersetzung brachte bisher die Wörter "Hoppelpoppel", "Erzverbrecher" und "Techtelmechtel". Ich bin hin-und-weg.)

Zurück vom Einkaufstrip verzichte ich auf den Freibadbesuch - dann wird es halt nachher an der Nordsee länger. Ich bastele an der Vernetzung zwischen Handy, dem ersten und dem zweiten Kindle, Ersatz-für-den-kaputten-Tolino, der Bibliothek, Audible, dem Lautsprecher - der Kaptain liest gerne. Etwas Sorgen bereitet mir der Bluetooth-Part. Es finden sich zwar alle verfügbaren Geräte - auch reproduzierbar. Aber die Erfahrung lehrt, dass solche Verbindungen überraschend wieder verschwinden. Ich in Berlin sitzen werde, wenn dies passiert.

Also schreibe ich eine kleine Anleitung zur Wiederverbindung: Kindle mit Bluetooth-Lautsprecher verbinden. 



Es ist irgendwie früher Nachmittag (die Zeiten heute sind alle etwas verschwommen), der Kaptain hat sich mit einem der beiden Kindles auf die Terrasse begeben. Ich nehme Kaffeetasse und und die VWL-Unterlagen mit, denke über Nachfragefunktionen und Preiselastizität nach. Zwischendurch Plausch über Nachbarn, Familie und das vielleicht kommende Glasfasernetz in Dithmarschen.

Hochwasser ist um 17.00h. Wir machen uns kurz vorher auf den Weg. Ich beschloss, der Badestelle Vollerwiek eine Chance zu geben. Nachdem dies ein ehemaliger Favorit ist, vermodderte de Badestelle in den letzten Jahren und ich entdeckte Wesselburenerkoog und Westerkoog, Aber wer weiß, ob es weiter so moddert?

Wir parken direkt vor den Schafen. Angesichts des eingetrübten Wetters ist der Parkplatz an der Badestelle überraschend voll. Aber anscheinend sind alle parkenden zu E-Bike-Touren verschwunden. Es bleibt leer.



Dank fast-Halbmond herrscht Nipptide. Bereits vom Deich, sehe ich Jugendliche, die bereits zum Ende des Badebereichs gelaufen sind, und denen das Wasser bei höchstem Wasserstand bis zum Knie reicht. Was solls: nun bin ich hier. Ich gehe ins Wasser - kalt, aber es war Pfingsten auch schon deutlich kälter. Der Modder ist noch da. Ich mache eine sicher wahnsinnig gesunde Wanderung, Knöcheltief im Wattschlamm, bei jedem Schritt um das Gleichgewicht kämpfend, bis mir das Wasser irgendwann wenigstens zum Oberschenkel reicht. 

Kraul hat ja den Vorteil: es braucht nicht viel Platz nach unten, einfach den Arm knapp am Bauch vorbeiziehen. Ich schwimme 10 Meter zurück zum Strand, währenddessen mich die Strömung 15 Meter parallel zum Strand getrieben hat. Wow. Nach dem Zurückschwanken, trockne ich auf dem Wasser. Ich höre am Strandkorb nebenan ein jüngeren schwäbischen Pärchen sich über Drummachines unterhalten. 

(Miss Marple ist bei dramatischen Wendepunkten. Der sympathische Kompagnon von Miss Marple wird gerade des Mordes verdächtigt).

Da der Badestellenkiosk bereits geschlossen hatte, gibt es keine Pommes, sondern Nudelauflaufreste. Danach lesen wir zusammen. 

Ich beschließe die Schlaf-Nachhol-Kur fortzusetzen, blogge noch etwas und schaue Miss Marple. 

(Diese hat mittlerweile den Fall gelöst, aber der ignorante Polizeichef glaubt ihr nicht, ist kurz davor, sie einzusperren, da sie sich in Polizeiarbeit einmischt.)


Sonntag, 7. Februar 2021

Parken am Eidersperrwerk möglich?

Parken am Eidersperrwerk ist möglich. Es ist empfehlenswert. Dort gibt es Krabbenbrötchen, Seevögel, Strömung und Meer. 

„Auf einem Bein habe ich gestanden! Bis Hamburg musste ich mich einzwängen!“ Dietbert wedelte mit Armen und Beinen, um die Dramatik der Lage zu unterstreichen. „1979! Ich habe mich in Niebüll in den Zug gezwängt, der erste nach dem großen Schnee in dem Schneechaos. Seit Tagen der erste Zug. Alle wollten in diesen einen Zug. Ich musste auf einem Bein bis Hamburg stehen. So voll war es.“ 

Ich schaute Dietbert an, versuchte mich am Kopfrechnen: 2021 – 1979 = 42. „Im Strampelanzug oder wie?“ 

Er setzte fort: „Das Bein war komplett eingeschlafen. Auf einem Bein hatte mein Vater gestanden! Bis Hamburg musste er sich einzwängen. Es war so furchtbar für meinen Vater. Seitdem fahren wir keine Bahn mehr. Deshalb habe ich den Audi mit Massagesitzen, Ambientbeleuchtung, dem Star-Wars-Hologramm auf der Rückbank und der autonomen Wunderbaum-Drohne Duftrichtung ‚neues Auto‘.“ 

„Und damit fährst du nach Amrum?“ 

„Ne, nie wieder Inseln. Viel zu gefährlich. Über Jahre war ich nur noch im Süden. Aber nächstes Jahr geht es nach Sankt-Peter-Ording. Abenteuerdietbert schlägt zu. Ich suche schon schöne Parkplätze auf der Strecke heraus.“ „Wie wäre es mit dem Eidersperrwerk?“ 

„Kann ich dort parken?“ 

„Aber hallo, der ganze Entertainmentkomplex Eidersperrwerk ist um den Parkplatz herum konzipiert.“ 

Halber Parkplatz am Eidersperrwerk
 

„Ich werde es in Erinnerung behalten. Aber ich muss weiter, Schneechaos verhindern!“ Dietbert hatte das Ansteckset „Schneefräse“ an seinen Rasentraktor montiert, die Version mit gelber Rund-Warnumleuchte. Er patrouillierte die 500 Meter Brandenburger Datschenweg auf und ab, jagte jeder einzelnen der wenigen Schneeflocken hinterher. Das Schneechaos musste gebändigt werden, bevor es auftauchte.“ 

Ich ging zurück, sammelte die letzten vollen Flaschen aus dem Schuppen ein, bevor es dort Minus 10 Grad haben würde, und fragte mich, warum das Eidersperrwerk so autolastig ist. Zwei Antworten fielen mir sofort ein „1967-1973“, die Baujahre. Und „Acht Kilometer“, die Entfernung zur nächsten Kleinstadt. 

Dienstag, 15. Dezember 2020

Herbst - beste Zeit für's Wattenmeer

Carruthers zieht mit letzter Kraft an den Skulls. Davis zermartert sich im Nebel den Kopf über die Strecke. Sie müssen im Dinghy den Weg am Rande des Priels entlang finden, bevor ihr großes Plattbauchboot vom deutschen Kreuzer Blitz entdeckt wird. Sie rudern durch den Nebel, unter ihnen nur wenige Dezimeter Wasser. Die Strömung der Gezeiten zerrt am Boot. Die Markierungen der Fahrrinne sind im Nebel nicht zu sehen. Durch die stets wandernden Priele sind sie kaum hilfreich. Carruthers und Davies rudern im Jahr 1902 südlich von Juist, der gottverlassenen Ecke, in der es nichts gibt außer der wagemutigen Hoffnung einst ein Seebad zu werden. Und dort werden die geheimen Pläne des kaiserlich deutschen Militärs Wirklichkeit, die die Gentleman-Segler Carruthers und Davies im unwirtlichen Spätherbst in das tückische Wattenmeer führten. 

Der Geruch der Weihnachtsbäckerei riss mich aus meinem Buch. Sollte ein Vanillestangerl fertig geworden sein? Mein Geist schleppte sich träge zurück aus dem nebligen Wattenmeer nach Berlin-Schöneberg. Der Späti nebenan wegen Coronauflagen gerade geschlossen. Direkt davor standen drei Streifenwagen, keine Ahnung, wo diese hinwollten. Ein halbvoller M85-Bus fuhr vorbei. Nur der kalte Nieselregen erinnert an das Wattenmeer. 

Wattenmeer, Marschlandschaft. Die Landschaft, die erst im Herbst zu sich selber kommt. Die Marsch, entrungen dem Meer. Doch wirkt sie nie so wie echtes festes Land. Im Sommer kann der Boden hart wie Gestein werden. Dennoch, die Entwässerungskanäle, die Rohre, der Blick auf die Deiche: Sie alle erinnern daran, dass dieses Landschaft nur provisorisch existiert, in seiner Seele amphibisch bleibt. Für eine Zeit der See abgerungen und dort wird es wieder zurückkehren. Zehn, zwanzig, dreißig Meter Modder und darunter der Meeresboden. Die Süßwasserschicht ist dünn, unten im Boden das Salz. 

Das Watt bei Ebbe und Nebel vor der Nordseeinsel Pellworm
Wasser-Land. Bild: Das Watt bei Ebbe und Nebel vor der Nordseeinsel Pellworm von:Wattwurmsucher Lizenz: Creative Commons Attribution-Share Alike 4.0 International

Wenn die wenigen Monate des Sommers vorüber gezogen sind, kommt die Nasszeit. Die Landschaft kehrt zu sich selbst zurück. Nebel, Regen, Nieselregen, Starkregen, Wind – Wasser aus allen Richtungen. Der Boden beginnt sich im Schlamm aufzulösen. Die Entwässerungsgräben schwellen an, wollen wieder Priele werden. Draußen, jenseits des Deiches, sind die Tiden ungestört. Keine kleinen Boote mehr. Die Ausflugsschiffe haben sich auf ein Minimum reduziert. 

Donnerstag, 18. Juni 2020

Schwimmen Nordsee Wesselburenerkoog

„Summ-Summ“

„krqiiiiiiiiiiiii“

„Summ-Summ“

„krqiiiiiiiiiiii“

Das sterbensniedliche Alien-Kind fleht auf der Kino-Leinwand hoffnungsvoll. Es versucht, das Raumschiff zum Starten zu bringen. Hilflos versucht es die magischen Knöpfe zu finden, die magischen Worte zu sprechen. Doch es fehlt der Schlüssel. „Summ-Summ“. Nichts passiert. „Krqiiiiiii“ Sein flehendes Summ-Summ auf der Leinwand wird kurz übertönt vom quietschenden Scheibenwischer direkt vor meiner Nase.

Badestelle Wesselburenerkoog bei Nipptide. Nordsee, Wolken am Himmel, das Wasser reicht zum Deichfuß.
Meer, Salzwiese, Himmel.

Im Heider Autokino am Fernsehturm ist in wenigen Minuten ein Regenschauer niedergegangen. Sonne, fünf Tropfen, Sonne. Die Nordseegegend gibt sich Mühe mit dem Nordseewetter. Der Scheibenwischer quietscht sich seinen Weg über die trockene Frontscheibe. Ich bin so vertieft in „Shaun 2 – Ufo-Alarm“, dass ich erst daran denken muss, den Scheibenwischer wieder auszuschalten.

Heide / Dithmarschen, die Metropole im Nordseewind, war Berlin um Wochen voraus. Bereits Mitte Mai hatte die Stadt mit Hilfe der Lokalprominenz Freshtorge und „Holzi“ Holst ein Autokino auf die Beine gestellt. Samstags ergänzt um die Autodisco. Bei der alten Telefon-Post. Kaptain, Madame und ich mussten hin.

Der Kaptain war enttäuscht. Die Lautsprecher zum Ins-Auto-hängen ihrer Jugend ersetzten Kinobetreiber vor Jahrzehnten durch UKW-Sender. Auch versicherten Madame und ich auf wiederholte Nachfragen des Kaptains, dass wir keine wilden Knutschorgien vorhatten. „Aber dafür ist Autokino doch da!“. In des Kaptains Jugend war Autokino spannender.

Der Kaptain ließ sich dadurch besänftigen, dass sie im Kino ihre E-Zigarette („Rum-Traube-Nuss“) paffen durfte. Zudem konnte sie sich durch die Autofenster über den Parkplatz mit Hardy, dem Tuba-Spieler vom Spielmannsug Blau-Weiß unterhalten. Nach dem zweiten Umrangieren hatte ich als Fahrer die Grundlagen der Sichtphysik im Autokino verstanden: Hinten ist besser. Hinten sehe ich mehr als das Dach des eigenen Subarus.



Collage aus zwei Bildern: oben Szenenfotoa su Shaun2-Farmageddon mit Schafen am Stricken und Schachspielen, unten Foto Schafe am Nordseedeich
Shaun-Schafe (oben) und Wesselburenerkoogschafe (unten)

Madame ist von Shaun, wie wir alle, begeistert. „Die Schafe sind so englisch. Sie sind so schafig.“ Da hat sie recht: Die Claymation-Figuren wirken wie Schafe. Auch wenn die echten Viecher am Deich so aussehen, als würden sie herumstehen. Im Innern stricken sie und trinken Tee und spielen Schach. Das vorwitzige Lamm treibt sich mit Außeridischen herum.


Wir können das beurteilen. Wir waren am Deich: Schwimmen in Wesselburenerkoog.

Freitag, 2. August 2019

Feuerqualle Nordsee gefährlich?

Rote Quallen in der Nordsee sind unangenehm. Das Berühren ihrer Tentakel schmerzt. Die Feuerquallen sind nicht gefährlich, aber das Schlimmste, was einem Schwimmer an der Nordseeküste begegnet. Die Nesseln der Feuerqualle brennen. Sie lassen sich behandeln mit Essig oder Salzwasser. Keinesfalls mit Süßwasser oder Alkohol. Bei starken Schmerzen und erst Recht bei allergischen Reaktionen sollte die Badeaufsicht oder ein Arzt aufgesucht werden.

Büsum. Die ersten Tage des Junis 2019 liegen hinter uns, der sich zum heißesten Juni seit Beginn der Aufzeichnungen entwickeln würde. Wir Baden wie jedes Jahr zu Pfingsten an. Dank Osterparadox und spätem Pfingsten findet unser traditionelles Nordseeanbaden ungewöhnlich spät statt. Die Nordsee hat kuschelige 15 Grad Wassertemperatur erreicht. Im Gegensatz zu manch anderem Jahr sind wir nicht alleine.

Jellyfish North Iceland
Die Feuerqualle ist hübsch. Aber besser mit Abstand bewundern. Bild: Cyanea capillata in North Iceland waters von: Smiley.toerist Lizenz: Creative Commons Attribution-Share Alike 4.0 International license.

An der frisch renovierten Büsumer Perlebucht trauen sich weitere Touristen ins Meer. Ganze Kleinfamilien laufen die Amphitheater-ähnlichen Stufen hinunter. Jetzt, etwa eine halbe Stunde vor dem Hochwasser, sehen wir sogar einzelne mutiger ältere Männer und jüngere Frauen im Wasser schwimmen.

Die Quallendichte ist erheblich. Zu Beginn des Sommers, am Anfang ihres Lebens, sind die ersten blauen Nesselquallen so groß wie 2-Euro-Stücke. Dennoch laufe ich Slalom an diesen vorbei. Laufe einige Schritte rückwärts. „Pass auf!“, ruft Madame, "Feuerqualle". Inmitten ihrer harmlosen blauen Cousins hat sich eine rote Qualle verirrt. Ebenfalls nur so klein wie ein 2-Euro-Stück. Aber deutlich unangenehmer. Ich verharre. Ich warte. Nach einigen Minute hat die Strömung der See mir einen quallenfreien Weg in das tiefere Wasser freigetrieben.

Ich schwimmen die ersten Züge. Genieße die Wellen, die Sonne, die Sicht auf das Meer bis zum Horizont. Der salzige Geschmack auf den Lieben zeigt mir, dass ich zu Hause angekommen bin. Die selbst bei Sonne und Windstille stets vorhandenen Strömungen zeigen: „Hier ist kein Teich. Hier ist erst recht kein Becken. Hier ist richtiges Meer.“ Das beste Schwimmen des Jahres.

Und dennoch, den Gedanken an die Feuerqualle werde ich nicht mehr los. Auch mit vielen Jahren Abstand sind die Erinnerungen an unser gelegentliches Zusammentreffen damals nicht verschwunden: Rötung und Quaddeln. Von Schwindeln und Kopfschmerz blieb ich immer verschont. Der Schmerz beeindruckte mich nachhaltig.

Cyanea capillata IMG 5657 ersvika
Nicht in das Wasser gehen: Feuerquallen-Schwarm. Bild:  Cyanea capillata (EN: Lion's Mane Jellyfish. NO: Rød brennmanet), in the bay at Ersvika, Hurum (Buskerud county, Norway) von: Bjoertvedt Lizenz: Creative Commons Attribution-Share Alike 4.0 International license.

Cyanea capillata


Die Feuerqualle der Nordsee, biologisch Gelbe Haarqualle und noch biologischer Cyanea capillata kommt im nördlichen Atlantik und seinen Randmeeren vor. Küstennah treffen Badende meist auf kleinere Exemplare. Die Quallen können bis zu 1,50 Meter große Schirme hervorbringen. Die Tentakel werden im Normalfall bis zu 10 Meter lang. Je weiter im Norden und je kälter das Wasser desto größer wachsen die Quallen. In Nord- und Ostsee erreichen Quallen einen Durchmesser von höchstens 40 Zentimeter. Die Tentakel können bei Nordseequallen länger als ein Meter werden.

Mittwoch, 9. Januar 2019

Schwarzes Teil Scholle gefährlich?

Nein, das schwarze Teil, dass manchmal beim Essen innerhalb der Scholle auftaucht, ist ungefährlich. Es ist essbar. Es handelt sich um den Rogen, also die Scholleneier. Ob es sich dabei um eine Delikatesse handelt, ist umstritten. Auf jeden Fall zeigt die Existenz des Rogens, dass die Scholle nie tiefgefroren war – bevor man den Fisch einfriert und verkauft, muss der Rogen entfernt werden.


Es ist kurz nach Weihnacht


Wir sitzen um den ausgezogenen Tisch. Der Grünkohl hat den Crockpot verlassen. Die Pfanne wartet auf die Schollen. Die eigentlich zum Grünkohl geplante Wurst fiel in letzter Sekunde dem Einkauf beim Fischhändler Beckmann in Büsum zum Opfer.

Eigentlich wollten wir nur ein paar Krabben von Manni mit der Wollmütze kaufen. Aber während Manni gerade nach hinten verschwand, um einen Karpfen zu zerlegen, lachten uns die Schollen an.
„Können wir die Schollen noch ins Weihnachtsessen einbauen?“ Kurzes Nachdenken. „Wir haben Grünkohl“. Passt das?



Zum Grünkohl soll Schweinefleisch serviert werden. Schollen gehen mit Speck. Kohl- Schwein – Fisch. Das passt. „Funktioniert Grünkohl mit Scholle?“ Spontan-Internet-Suchen per Handy im Fischgeschäft brachte das erwünschte Ergebnis. „Hat hier jemand schon mal Scholle gebraten?“ „Nö, immer nur im Restaurant frisch gegessen.“ Wird schon gehen.

Mittwoch, 12. September 2018

Abbaden in der Nordsee Dithmarschen

Nordsee-Sonnenuntergangs-Baden im Herbst; Stinteck-Wesselburenerkoog..

2017


Dieses leichte Stechen im Oberschenkel, wenn das kalte Wasser kalt bleiben möchte. Die Herbstsonne strahlt über den Deich und die letzten Strandkörbe. Die Reste des ersten Herbststurmes im Jahr 2017 wurden bereits weggeräumt. Jetzt zeigt sich ein Dithmarscher Spätsommeridyll aus grünem Deich, dem Imbiss neben der Deichkrone, einer einsamen Dusche und plätscherndem Wasser, das bei Hochwasser gegen die Steine des Böschungsschutzes pfumpt. Gelbe, in der Sonne leuchtende Andreaskreuze markieren die Stellen, an denen Schwimmer auf die Buhnen achten sollten. Das Meer lädt ein.

Nordsee bei Stinteck. Hohes Hochwasser.

Dennoch: September. Die Wärme der Sonne reicht für die obersten zwei Zentimeter des Wassers. Danach fängt das leichte Stechen an. Es geht auch nach fünf Minuten im Wasser nicht weg. Es ist kalt. Einige Schwimmzüge helfen. Das Salz treibt nach oben, der kaum zu spürende Wellengang macht keinen Unterschied. Eine einzelne abgerissene Alge treibt vorüber.

Eine Radfahrerin unterhält sich mit Madame, die gerade versucht per kalter Dusche Temperaturgewöhnung zu betreiben. Sie beschwert sich, dass es hier flach ist. Ist es gar nicht. Nicht, wenn man den höchsten Punkt der Flut abpasst und dann auch noch harten festen Sand unter den Füßen erwischt.

September 2017. Die drei letzte Strandkörbe und das Meer.

Leichtes Schaukeln des Wassers. Kämpfen mit dem Auftrieb im fast unbeweglichen Salzwasser. Wenn man lang genug wartet, sticht der Kälteschmerz nicht mehr so sehr am Bein, wandert nach oben. Wissen, warum man schwimmt. Schweben in der Weite des Meeres, von oben strahlende Sonne, von schräg oben das Kreischen der Möwe, ein leichter Salzgeschmack auf den Lippen.   

Stinteck, Dithmarschen. Dorf am Deich. Nicht allzu weit entfernt vom Touristenmagnet Büsum und doch mehr ein Strand, 20 Ferienhäuser und ein halbes Dutzend Restaurants und Bistros. Der nächste Supermarkt oder Bäcker sind in Autoweite oder die Brötchen-werden-kalt, das Eis-fängt-an-zu-schmelzen-Fahrradweite entfernt. Einer dieser seltsamen Dithmarscher Unorte, deren komplettes Leben aus vorbeiradelnden Pärchen im Partnerlook besteht.

2018


Donnerstag, 8. März 2018

In 11 Stationen durch die Nordermarsch in Dithmarschen

Alle Landschaft ist Kulturlandschaft. In Mitteleuropa existiert keine Landschaft, die nicht von Menschen geformt und verändert wurde. Die Suche nach unberührter Natur bleibt in Europa müßig. In Europe lohnt es zu suchen nach dem Zusammenspiel von Mensch und Natur, dem Miteinander- und Gegeneinanderwirken der Kräfte, dem Versuch von Mensch, Tieren und Pflanzen sich ein Heim zu schaffen und dabei mit den Elementen umzugehen. Ertragreich suchen kann man in Dithmarschen an der Nordseeküste Schleswig-Holsteins. Hier wurde das Land vom Menschen nicht nur verändert, sondern erst geschaffen.
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Dort, wo heute Straßen, Felder und Häuser stehen, breitete sich vor 500 Jahren - manchmal auch noch vor 50 Jahren - das unzugängliche Wattenmeer aus: Sumpf mit Ebbe und Flut. Wasser, Salz und Strömungen. Bestenfalls befanden sich dort Salzwiesen – Wiesen, die regelmäßig von Sturmfluten überschwemmt wurden. Es waren Gegenden, in denen sich Mensch und Vieh bestenfalls bei gutem Wetter aufhalten konnten. Gegenden, aus denen sie bei oftmals überraschend auftretendem Schlechtwetter fliehen mussten. Menschen änderten die Landschaft, indem sie  Schutzmaßnahmen: Ringdeiche, Wurten, Deiche, Sperrwerke, um länger zu bleiben.

Oder die Landschaft lebte, änderte sich von alleine. Deiche stürzten. Das Meer holte sich Land zurück. Diese Jahrhunderte der Auseinandersetzung haben ihre Spuren in Dithmarschen hinterlassen. Um diese Geschichten zu sehen und zu erfahren, habe ich für Freunde und Verwandte eine kleine Autotour zusammengestellt. Diese Tour lässt im Laufe eines längeren Nachmittags die Geschichte lebendig werden, das Zusammenspiel zwischen Mensch und Meer in dieser Gegend verstehen.

Seedeiche besuchen wir nicht. Die findet hoffentlich jeder von alleine. In Wesselburenerkoog.


Die Route führt entlang der historischen Linie zwischen Alter Marsch und Neuer Marsch. Die Alte Marsch besteht aus den Teile der Marsch, die vor Menschengedenken (seit mehr als 500 Jahren) eingedeicht wurden, die Neue Marsch und denjenigen Teile der Marsch, deren Existenz erst kürzer zurück liegt.

Schülpersiel


Lage: an der Eider

Es beginnt in Schülpersiel.

Dienstag, 19. September 2017

Freibad Wesselburen. Schwimmen in Dithmarschen.

Dies ist ein besonderes Bad. Ist dieses doch das einzige Bad, für das ich je eine Jahreskarte besaß (ich glaube damals kostete sie 60 Euro) und das auch mein ehemaliges lokalpolitisches Engagement über viele Jahre begleitete.



Wesselburen ist eine Kleinstadt mit einer schwierigen Finanzlage. Das Freibad kostet. Über viele Jahre hinweg drehte sich die örtliche Finanzdiskussion immer wieder darum, ob die Stadt sich dieses Bad überhaupt noch leisten könne. Zum Glück: Wesselburen konnte. Ich bin zwar aus der Lokalpolitik in Wesselburen raus, aber anscheinend scheint der Kelch der baldigen Schließung auch vorerst am Bad vorübergegangen zu sein.

Denn dieses Bad ist schön; schon fast ein Klischee. Ein Bad in einer Kleinstadt (etwa 3.000 Einwohner) an der Nordsee. Nah liegen Ferienziele wie Büsum oder St. Peter-Ording (Dünentherme) mit entsprechenden Bädern für Touristen. Aber Wesselburen liegt die entscheidenden drei Kilometer zu weit weg vom Meer.

Eher verirren sich Touristen aus Büsum mal bei einem Tagesausflug in das Kleinstädtchen, als dass sie dauerhaft hier bleiben. Da helfen auch Kohlosseum (Kohl + Museum) samt „Krautwerkstatt“, ein pittoresker Marktplatz mit eindrücklicher Kirche und die „Wesselburener Sommerabende“ nicht wirklich weiter. Der Ort ist schnucklig und schön, hat sich seitdem ich nicht mehr da bin, auch deutlich gemacht, aber ein Tourismuszentrum ist Wesselburen nicht.


Bad von oben, Foto: Freibad Wesselburen

Was die Wesselburener Vermieter unglücklich macht, bringt dem Freibadnutzer Glück: hier ist noch Platz für ein echtes kommunales Freibad wie es im Buche steht. Das Bad liegt ein wenig außerhalb des eigentlichen Stadtgebiets am Rande der Felder. Daneben in Richtung Stadt die Schule, auf der anderen Seite des Bades liegt ein Indoorspielplatz, der in seinem vorherigen Leben eine Tennishalle war. Knapp daneben liegen eine große Halle, um Wohnwagen überwintern zu lassen, ein Campingplatz und ein ehemaliges Restaurant.

Donnerstag, 22. Juni 2017

Qualle blau Nordsee gefährlich?

Blaue Nordseequallen sind nicht gefährlich. Sie nesseln und brennen ein wenig. Das ist weniger schlimm als bei Brennesseln. Wenn dieser Effekt stört, oder wenn jemand allergisch reagiert, sollte die Haut mit Essig oder Rasierschaum einsprüht werden. Dass das Ganze mit einer stumpfen Kante (Plastik-Karte, Rückseite eines Messers) abschaben. Auf keinen Fall sollte die Stelle mit Süßwasser behandelt werden. Süßwasser setzt mehr Gift frei.

Gefährlich kann es werden, wenn die Nesseln ins Auge geraten. Deshalb gilt es beim Tauchen in der Nordsee: Augen zu oder eine Schwimmbrille tragen.

Jellyfish - geograph.org.uk - 185481
Bild: Jellyfish. Close up, von: Gary Rogers Lizenz: Creative Commons Attribution-Share Alike 2.0 Generic

Wie es geschah



Früher Juni, Dithmarschen, Nordseeküste, Pfingsten, strahlender Sonnenschein, Wind. Am Büsumer Hauptstrand brechen sich die Wellen. Das Wasser hat entspannte 16 Grad, die Luft schon fast 20 Grad. Eine Frau in Mütze, Schal und Daunenjacke schaut uns skeptisch an, als wir ins Wasser steigen.


Die Flut läuft noch etwa eine halbe Stunde. Die Wellen überspülen bereits die Einstiegstreppe. Wir wandern, wandern, wandern. Watt ist Wanderland, selbst wenn das Wasser bis an den Strand reicht. Die Küste ist flach. Ein paar Zentimeter Wasser unter dem Bauch müssen ja sein. Irgendwann dann Längslange ohne dabei den Boden zu touchieren.

Wir ziehen einige Schwimmzüge. Dank Wellen und Strömung ist unklar, ob es jetzt vorwärts oder rückwärts geht. Das Wasser ist kalt, angenehm und salzig. Und es brennt. Nanü? Brennen auf der Haut? Fühlt sich an wie Brennesseln.


Brennesseln? In der Nordsee? Wohl kaum. Vielleicht Quallen? Kenne ich nur von der Ostsee. Später dann, wieder an Land: Madame erzählt, dass sie das zum Brennen gehörige Tiert auch gesehen hat: es war blau.

Dienstag, 13. Juni 2017

Schwimmbad Hemmingstedt. Schwimmen im Freibad an der Nordsee.

Ein Bad, dass ich einfach mag. Das Freibad in Hemmingstedt ist weder schwimmerisch besonders spektakulär noch hat es großartige Liegewiesen, Beachvolleyballfelder, 50-Meter-Becken oder sonst etwas herausragendes. Aber es ist eines dieser kommunalen Schwimmbädern bei denen ich von vorne bis hinten den Eindruck habe, dass alles stimmt. Die Anlage ist schön gestaltet, die Kabinen/Duschen sind für ein Freibad im Top-Zustand, die Leute - sowohl Besucher wie Angestellte -  verhalten sich ausnehmend nett und das Wasser ist warm genug um nicht zu bibbern. Kommunale Schwimmbäder wie ich sie mir wünsche.


Hemmingstedt liegt in Dithmarschen, nicht unweit der Badeorte Büsum und Sankt Peter Ording. Die Nordsee ist nah, aber dank Watt, Modder, Ebbe und Flut und Strömungen nur sehr eingeschränkt beschwimmbar.

Mittwoch, 11. Januar 2017

Piratenmeer Büsum. Schwimmen im Wellenbad an der Nordsee.

HO! HO! HO! JoJoJo!. Und ne Buddel Rum! Wer denkt bei einem kommunalem Schwimmbad nicht an Piraten, Papageien und die raue See?
Das Büsumer Schwimmbad ist komplex. Es hat Probleme. Büsum ist ein Touristenort an der Nordsee. Die Idee, das alte Meerwasserschwimmbad "Wellarium" zu erneuern und zu verspaßbaden traf eine Stadt, die merkte, dass die Zahl der Touristen stets abnahm und diejenigen Touristen, die kamen, immer älter wurden.



Die Eröffnung des Piratenmeers 2004 war eine Verzweiflungstat. Gerade die frühen 2000er waren eine Zeit, in der Büsum ein gewisses Talent für glücklose Verzweiflungstaten hatte. DAS Prestigeobjekt der damaligen Zeit, die Sturmflutenwelt "Blanker Hans" wurde mittlerweise trotz des damit einhergehenden Gesichtsverlustes geschlossen. Das Piratenmeer existiert weiterhin. 

Mittwoch, 4. Januar 2017

Nordrock (Trutz, Fresenhof)

Abgründe tun sich auf! Abgründe! Interkulturelle Verständigungsprobleme. Madame Poupou kennt Achim Reichel nicht!. Und Knut Kiesewetter kennt sie auch nicht. Nun ist Madame Poupou zwar südbadisch sozialisiert, sollte aber lange genug in Hamburg gelebt haben, um derartige Bildungslücken zu schließen. Aber nein!

Normalerweise hängt unsere Nord-Süd-Differenz ja an solchen Fragen, wie ob das Gerät nun Harke (natürlich) oder Rechen (natürlich nicht) heißt, auf welcher Silbe Büro betont wird, und ob es sich um ein Fahrrad oder um ein Velo handelt. Aber nun: Knut Kiesewetter! Achim Reichel! Unbekannt.

Ich würde nicht sagen: Helden meiner Kindheit. Aber doch beides dauernde Begleiter, die einfach zur selbstverständlichen Matrix des Lebens gehören, so wie der Coop an der Ecke, die Tatsache, dass die Straßenbahn grün ist, oder dass man zur Zeugnisvergabe beim Chinesen essen geht. Alles, ähnlich wie Kiesewetter und Reichen halb in der Vergangenheit versunken.

Montag, 4. April 2016

Dithmarscher Wasserwelt Schwimmen im Hallenbad Heide.

West! West! Westdeutschland! Es gibt in der ehemaligen Bundesrepublik diese Tradition von Bädern, die unoprätentios einfach für die Gemeinde da sind. Weder sind sie besonders flashy, noch versuchen sie Touristen anzulocken, dafür haben sie alles was mensch im Alltag braucht. Das Heider Bad ist ein Bestandteil dieser Tradition. Verglichen mit den echten Touri-Bädern in den nahegelegenen Ortschaften Büsum und St. Peter Ording (Dünentherme) sind hier das Zielpublikum eindeutig die Einheimischen - so ist auch Anspruchshaltung, Gestaltung und Öffentlichkeitsarbeit des Bades.

Dabei hat die Dithmarscher Wasserwelt meines Erachtens mehr zu bieten als viele selbsternannte Spaßbäder: es ist unkompliziert, alles funktioniert, die Öffnungszeiten sind zuverlässig und es ist einfach da. Ein in vieler Hinsicht sehr angenehmes Bad.

Entstanden ist das Bad als "Schwimmzentrum" in den 1970ern. Davon ist allerdings kaum mehr etwas zu bemerken. Die ganze Anlage wirkt immer noch sehr neu und zeitgemäß nachdem sie 2002/2003 zum heutigen Bad umgebaut wurde - was vor allem heißt, dass Rutschen und Außenanlagen hinzukamen und es in seiner ganzen Anmutung nicht allzu sehr aus der Zeit gefallen scheint.


Gebäude


Es ist halt da. In seiner Anmutung durchaus funktional, vor allem mit Metall und Glas gestaltet. L-förmig mit einem recht nett gemachten Rutschenturm. Pluspunkte gibt es für die schräg zur Fensterseite hin ansteigende Decke, die dem ganzen den Eindruck von Raum und Helligkeit gibt, mehr als es das vorhandene Licht eigentlich rechtfertigen würde.


Dienstag, 10. Februar 2015

Ein Wikipedia-Fake über lange Zeit: die Dithmarscher-Stormarner Legionäre und Wilhelm Ramm

Nein zur kreisreform plus insidefahne
Pseudohistorische Flagge Dithmarschens. Eine passende Illustration für einen Fake-Geschichts-Artikel.

Die Qualitätssicherung der Wikipedia arbeitet manchmal langsam, aber sie ist unerbittlich. Manchmal arbeitet sie sehr langsam. So zum Beispiel im Falle der "Dithmarscher-Stormarner Legionäre" - einem angeblichen Freikorpsregiment aus den Freiheitskriegen, das seit 2005 in der Wikipedia verzeichnet war und 2015 als Fake gelöscht wurde. Hauptindiz für die Löschung war  schlußendlich, dass das als Quelle angegebene Buch nicht existiert. Um genau zu sein, existiert nicht einmal der Verlag, der das Buch angeblich herausgegeben hat.

Erstrwähnung und Wilhelm Ramm: Juli 2005

Am 7. Juli ergänzt ein nicht-angemeldeter Nutzer den Artikel Freikorps um die Dithmarscher-Stormarner Legionäre, die angeblich während der napoleonischen Kriege bestanden haben. Wie damals durchaus üblich noch ohne Quellenangabe.

Derselbe Nutzer schrieb dann auch den Artikel zum Legionärsführer Wilhelm Ramm:

Wilhelm Ramm...Dithmarscher-Stormarner Legionäre

Sonntag, 4. Januar 2015

Falls Büsum ein Identitätsproblem bekommt

..kann es sich immer noch problemlos als lebendes Museum der alten Bundesrepublik wiedererfinden.

Büsum Wintermarkt 27.12.2014 14-51-33

Büsum Wintermarkt 27.12.2014 14-51-19

Büsum Grothus 27.12.2014 14-12-11

Büsum Stranddomicil 27.12.2014 14-10-46

Büsum Seegarten 27.12.2014 14-13-04

Büsum Hohenzollern 27.12.2014 14-12-36
Fairerweise sollte ich sagen, dass es seit drei, vier Jahren auch ein paar Ecken gibt die anders aussehen. Aber wie wir schon am 11.9.2001 sagten "ach, wenn der dritte Weltkrieg ausbricht, dann haben wir hier immer noch 20 Jahre Zeit um uns darauf einzustellen bevor er da ist."

Update 2019. Die Zahl der zeitgenössisch wirkenden Ecken hat sich stark erhöht. Vor wenigen Jahren hätte mich diese Aussage überrascht. Aber das Büsum des Jahres 2019 wirkt modern.

Donnerstag, 4. April 2013

Heimaterde

Oder ist das jetzt zu pathetisch? Auf jeden Fall ist Winter die einzig wahre und echte Jahreszeit an der Nordseeküste.

Felder schülp 13.11.2012 15-15-28

Sonntag, 20. Mai 2012

Verkehrserziehung

Wesselburenerkoogssalzwiesen verkehrserziehung 1 von 5 11.05.2012 11-22-59

Auf, auf, zum Übergang.

Wesselburenerkoogssalzwiesen verkehrserziehung 2 von 5 11.05.2012 11-23-01

Vorsichtig nähern wir uns der Straße.

Wesselburenerkoogssalzwiesen verkehrserziehung 3 von 5 11.05.2012 11-23-07

Und schauen erst nach rechts, dann nach links, und dann wieder nach rechts,

Wesselburenerkoogssalzwiesen verkehrserziehung 4 von 5 11.05.2012 11-23-09

Beim Losgehen die Kleinen in die Mitte...



Wesselburenerkoogssalzwiesen verkehrserziehung 5 von 5 11.05.2012 11-23-11

.. und die Großen hinterher.