Donnerstag, 30. September 2021

Traktorfreitag: Explosion

Madame und ich waren zum ersten Mal seit Spätwinter 2020 tanzen. Dafür gibt es etwas schönes: eine Tractor-Pulling-Explosion.

Genießt das Wochenende.


Dienstag, 28. September 2021

Im Berlin-Schöneberger Wahllokal gegenüber dem Marathon

Interessiert lese ich die Berichte aus den Wahllokalen in Berlin. Madame und ich waren auch Wahlvorstand in Schöneberg. Unser Wahllokal lag direkt an der Marathonstrecke. Durch die Glasfenster der Tür hindurch konnten wir die Läufer*innen sehen. Staunend lese ich alle "Chaos"-Berichte. 

Wir als Wahlvorstand hatten im Vorfeld ausführliche Infos und eine lange Schulung, was alles passieren kann. Als wir morgens um sieben kamen, hatten die Pförtner des Gebäudes bereits perfekt Wahlurnen und Wahlvorstands-Tisch aufgebaut. Ebenso hatten sie alle Plakate in 30 Meter Umkreis abgehängt und verwahrt. 

Unser Haupt-Wahl-Problem: die Trommelgruppe direkt gegenüber des Wahllokals


Es gab drei Wahlen und eine Volksabstimmung gleichzeitig (Bundestag, Abgeordnetenhaus Berlin, Bezirksverordnetenversammlung  [Tempelhof Schöneberg] und die Volksabstimmung "Deutsche Wohnen & Co enteignen." Wir waren darüber nicht richtig erfreut. Aber unser Bezirkswahlamt hatte Vorkehrungen getroffen.

Wir waren 12 Leute im Wahlvorstand, die sich um 18 Uhr nach Plan in zwei Vorstände zu je sechs Personen aufteilten: einer für die Bundestagswahl und einer für die Berlin-Wahlen. Tagsüber hatte es bereits zwei Urnen gegeben "Bund" und "Berlin" in die jeweils die entsprechenden Stimmzettel kamen.

Die Aufteilung unseres Wahlvorstandes auf die vier Gruppen (Vormittags / Nachmittags; Auszählung Bundestagwahl, Auszählung Berlinwahlen), klappte schnell und reibungslos. Wir hatten durchgehend genug richtige Wahlzettel. Es deutete sich niemals auch nur eine Knappheit an.

Zum Ende hin wurden die Wartezeiten länger. Ich würde behaupten, planlose Wähler mit Briefwahlunterlagen kurz vor Toresschluss haben dazu beigetragen. 

Die Verzähler hielten sich in Grenzen und wir waren nach der Auszählung gegen 21:15 Uhr zu Hause. Selbst unsere Co-Vorstände waren extrem sympathisch, unkompliziert und eine Freude in der Zusammenarbeit. Mal größere Teile der Nachbarschaft als Wähler zu treffen und zu sehen, war hochgradig spannend.

Eigentlich hatten wir nur zwei kleinere Problemchen: die Samba-Trommel-Gruppe direkt gegenüber dem Wahllokal (meine Ohren) und der Kugelschreiberschwund zum Ende hin.

Ich lese die Medien und staune und stelle fest: ich kann nichts davon bestätigen.

Samstag, 4. September 2021

Traktorfreitag: Wahlen

Letzte Woche packte mich die Abenteuerlust. Mit dem Fahrrad begab ich mich auf fremdes Territorium. Ich überschritt die Bezirksgrenzen von Tempelhof-Schöneberg und wagte mich in das weite Berlin hinaus. 

Wie stets bei diesen kleinen Urlaubsfahrten nach Berlin stellte ich fest: als radelnder Mensch ist die Bezirksgrenze auffällig. Stets werden die Radwege besser, ihre Kennzeichnung deutlicher und der Straßenraum fairer geteilt. Dann komme ich wieder nach TS zurück und erlebe die Utopie der autogerechten Stadt - nur halb verfallen und nie umgesetzt. 

Da wir Bund, Stadt und Bezirk wählen, fragte mich Madame, ob man nicht einfach den ADFC direkt wählen kann? Und man kann: Saskia Ellerbeck, Grüne Spitzenkandidaten hat im Lebenslauf: " Leiterin des Bereichs Wissensmanagement und zentrale Prozesse beim ADFC Bundesverband" Das nenne ich für den Bezirk die bestmögliche Empfehlung.

Gegenüber meinen sonstigen Überzeugungen habe ich bereits briefgewählt - vor allem, weil ich als Wahlhelfer in einem anderen Wahllokal als dem Meinen eingesetzt bin und ich dieses Wahlscheingedingse das sonst auch mich und die anderen Wahlhelfenden zukäme, eher ansträngend fände. 

Ich weiß nicht, ob ich die Wahlkampf-Wahrnehmung nach der Stimme jetzt mehr oder weniger anstrengend finde. Diesmal beeinflusste er sogar meine Wahlentscheidung, dieses Anti-Grüne-anti-Annalena-Petitessen-Gewese ging mir zu sehr auf den Nerv. Nichts von den "Vorwürfen" wäre bei einem Mann länger als einen halben Tag ein Thema gewesen. Soweit ich rekonstruieren kann, das erste mal jemals, dass ich bei einer Wahl mit der Zweitstimme grün wählte.

Langsam freunde ich mich mit den biederen Herzplakaten der Berliner SPD an. Ist der Kevin Kühnert hier nicht knuddelig?



Das Board der Wikimedia Foundation wählte ich auch und wundere mich, dass man bei einer rein digitalen Onlinewahl länger als 20 Minuten - geradezu mehrere Tage - zur Auszählung benötigt. Vermutlich müssen die ganzen Bots und Mehrfachabstimmer noch aussortiert werden.

Während ich die Wahl habe, haben andere den Wahl. Zum Beispiel den Wahl W28. Und damit wünsch ich ein schönes Wochenende.