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Donnerstag, 28. Juli 2022

Apfelernte über die Jahre

Jedes Jahr wieder fragen wir uns: Wann sollten wir die Äpfel von Alkmene und James Grieve ernten. Jedes Jahr wieder liegt der Zeitraum irgendwann zwischen Ende Juli und Mitte September. 

Aber zum Glück habe ich Aufzeichnungen (also known as Tagebuch). Und ich werde diese benutzen:

28. Juni (2018) 

Alkmenes färben sich langsam rötlich ein.

21. Juli (2017)

Äpfel von James Grieve sehen irritierenderweise weniger reif aus als von Alkmene.

26. Juli (2017)

James Grieve nähert sich seiner Vollendung.

5. August (2018)

Wir ernteten den ersten "fertigen" James Grieve mit braunen Kernen. In seinem innern war er etwas glasig aber sonst schmackhaft.

12. August (2018) 

Alkmene scheint reif zu sein.

19. August (2018)

Wir ernten den letzten James Grieve. Dieser letzte Apfel des Baumes schmeckte am Besten.

24. August (2018) 

Es gab eigene Alkmene-Äpfel

26. August (2019)

Wir ernten Alkmene und James Grieve. War es für Alkmene noch eine Woche zu früh? Andererseits verloren wir schon viele Äpfel an den Wurm und die Fäulnis.

27. August (2021)

Der Garten ist unfassbar grün. Wir müssen James Grieve ernten.

11. September (2018)

Drei [Alkmene]-Äpfel hängen noch am Baum.

12. September (2021)

Wir beschlossen nach Test: dies ist der richtige Zeitpunkt um Alkmene zu ernten.

Donnerstag, 3. August 2017

Unser kleiner Apfel James Grieve im Garten

Es war einmal ein kleiner Apfel. Der kümmerte vor sich hin. Während seine große Schwester wuchs und wuchs, die später nachgepflanzte Birne zum Überholen ansetzte und selbst die aus dem Nichts auftauchende Mirabelle den Apfel schon bald überragte, mückerte der kleine Apfel. War es die Wühlmaus? Die Brandenburger Trockenheit? Oder doch eine Kombination der beiden?

Bis eines Jahres ein Unwetter das nächste jagte. Die Menschen konnten gar nicht rechtzeitig die Schlauchboote aus dem Keller holen konnten, bevor sie dort schon wieder gebraucht wurden. Weiden wandelten sich in Seen, Äcker in Feuchtgebiete. Auf jedem Quadratzentimeter lebten eine Fantastilliarden Mücken - und der Apfel wuchs und wuchs.



In unserem Garten, der noch vor recht kurzer Zeit ein Acker war, also rein und leer, stehen mittlerweile zwei Äpfel: Alkmene und James Grieve.  Beide bekamen wir von unseren Eltern geschenkt, beide holten wir wurzelnackt aus einer Brandenburger Baumschule bei Werder – Obstbaumgebiet. Gezüchtet und gewachsen sind sie in einem Klima, das dem unseren ähnlich ist. Während Alkmene sich von Anfang an prächtig machte, Äste nach links und rechts und oben ausstreckte, der Stamm an Größe und Masse zulegte, als würden wir ihn mit Apfel-Anabolika füttern,  kümmerte James Grieve vor sich hin.

War es die Wühlmaus, die in der Nähe tätig war und dem Flachwurzler ganz besonders zusetzte? Die ungünstigere Stelle mit mehr Wind? Oder braucht der in Schottland gefundene James Grieve trotz aller gegenteiligen Händlerbeteuerungen doch mehr Wasser als die in Brandenburg gezüchtete Alkmene?

Man soll nicht immer nur auf die Äpfel achten. Links ein James-Grieve-Blatt: länglich, glatt, elegant. Rechts Alkmene: runder, höher/dreidimensionaler, gebogen und mit kurzem Stil.


Aber James Grieve kommt. Die Gespinstmotten des Frühsommers scheint der Baum überstanden zu haben. Dieses Jahr ist der Baum als Baum zu erkennen. Mittlerweile überragt er mich deutlich. Ich muss meine Arme ausstrecken um an die Spitzen der Äste zu gelangen und auch mit einer Hand umfassen lässt der Stamm sich nur noch mühselig. Madame begann dieses Jahr, die Äste zu erziehen, herunterzubinden und festzuziehen - schließlich wollen wir aus ästhetischen und pragmatischen Gründen lieber einen Apfel mit breiter Krone in Griffhöhe als einen schmalen hohen Baum.

Weil das mit den Blättern so nett ist, hier die Rückseite. Lang/glatt (James Grieve) lässt sich auch rückwärtig von rund/strukturiert (Alkmene) unterscheiden.


Und obwohl 2017 ein berauschend schlechtes Apfeljahr in Berlin/Brandenburg wird, scheint James Grieve Äpfel tragen. Vier Früchte hängen noch am Baum. Aber noch sieht es gut aus. Sollte 2017 das Durchbruchsjahr für den James Grieve im Ländchen Glien werden?

Donnerstag, 3. Januar 2013

Suche Apfelsorte Brandenburg

Ein Apfelbäumchen pflanzen

Manchmal dient ein Blog als erweiterte Erinnerungshilfe. Wie in diesem Fall. Wir wollen ein oder zwei Äpfelbäumchen pflanzen, und nach all' den Informationen über Sorten, Resistenzen, Standortbedingungen und Geschmack, ist die große Verwirrung ausgebrochen. Deshalb hier der Versuch einer kommentierten Liste; wer Ahnung, eine Meinung oder beides hat, darf das natürlich den Kommentaren kund tun:

Gala

Geht gar nicht:

* Berner Rose - pfui bäh
* Zürcher Transparent - pfui bäh
* Cox Orange - der leckerste aller Äpfel, dessen Baum aber tot umfällt, wenn man nicht permanent daneben steht
* Ripston Pepping - dem Cox Orange sein Vater. Auch sehr lecker, erträgt aber nur englische Temperaturen zwischen 5 und 20 Grad. Für Brandenburg denkbar ungeeignet.
* Topaz. Muss zwei Monate gelagert werden, bevor er essbar ist.
* Golden Delicious - für Normalmenschen nicht lagerfähig. Die gesamte Ernte muss in zwei Wochen weg.

Geht vielleicht

* Rubinette - Cox Orange plus Golden Delicious. Kleine Äpfel, dem Schweizer Klima gewachsen. Bewiesenermaßen lecker.
* Shampion - Rubinette in Tschechisch. Muss noch testgegessen werden.
* Goldparmäne - eine der wenigen alten Sorten, die vage alltagstauglich und geschmacklich gut erscheint.
* Alkmene - Cox Orange plus Dr. Oldenbourg. Züchtung aus Brandenburg. Damit vermutlich auch gegendgeeignet.
* Dr. Oldenbourg - Wikipedia spricht vom exotischen, einmaligen Geschmack. Klingt zumindest spannend. Außerdem von den Geisenheimern gezüchtet, also vermutlich auch alltagstauglich.
* Clivia - sehe Alkmene.

Update


Es wurden Alkmene und James Grieve. Dazu noch eine Birne Köstliche aus Charneux, eine Mirabelle von Nancy, eine Sauerkirsche und in Planung ist die Hanita-Zwetschge.

Alle Blogposts zum Garten, zu Tieren und Pflanzen, die dort herum leben, findet sich unter Kleintierzoo.