Sonntag, 11. April 2021

Mittwoch, 7. April 2021

Liefern, holen und selber machen

Einst in Leizipg wohnte ich über einem Pizzabringdienst. Er im Erdgeschoss, ich im vierten Stock des Altbaus. Es fühlte sich immer ebenso dekadent wie luxuriös an, unten anzurufen, damit mir jemand die Pizza hochträgt. Meistens siegte die Scham über die Faulheit und ich holte sie mir. Spannender war der China-Lieferdienst, bei dem anscheinend der Chef persönlich, im Hemd und Mercedes kam, um die Chinapfanne für 4 Euro auszuliefern. 


 

Niemals hätte ich damals geahnt, dass all diese Menschen durch orange Radfahrer mit unförmigen Kästen im Dienste des globalen Monopolkapitalismus ersetzt werden würden. Auch ihr Repertoire ändert sich: Chop Suey, ein Standard auch noch in den 2000ern, wird immer seltener. Zum Glück können wir selber kochen. Ich testete und bloggte nebenan darüber: Chop Suey – vom Chinarestaurant in die Küche

Sonntag, 4. April 2021

In Schweizer Flüssen

Wie eine Forelle im Rhein zu schwimmen, dabei auf das Basler Münster zu sehen. Ein Wunsch von mir seit langem, dem derzeit allerdings noch diverse klimatische, logistische und pandemische Gründe entgegenstehen. Immerhin ist es möglich im Rhein zu schwimmen. 

Schwimmer im Rhein. Bild: Basel beach swimmer. Von: Smiley.toerist Lizenz: Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported
 

In Basel im Sommer eine große Tradition. Noch allerdings liegt dies in weiter Ferne, ich kann nur Brandenburger Forellen grillieren, und dabei an die Schweiz denken. Ich bloggte nebenan: Grillierte Forelle mit Mandelbutter / Kulinarische Weltreise Schweiz.

Freitag, 26. März 2021

Makkaroni = Bucatini. Spirelli = Fusilli

Wenn es Euch wie mir geht, sitzt ihr manchmal im Sessel, gegrämt, die Haare raufend und den Handkraft-Beruhingsring knetend. Denkend: Warum meinen alle mit Makkaroni was verschiedenes? Und warum heißen Spirelli im Osten Spirelli? Das ergibt keinen Sinn. 

Die Spirelli heißen in Italien und im Westen Deutschlands "Fusilli" (italienisch für Spindel-Nudeln). Madames Verdacht ist es, dass der DDR-Führung die italienischen Nudelbegriffe zu westlich waren, und sie deshalb zu "Spiralnudeln" umgetauft wurden. Was nun der DDR-Bevölkerung zu dröge war, die das ganze wieder zu Spirelli zurück-italienisierte. Diese These bedarf noch der Überprüfung.


Makkaroni-Spirella, aka Fusili bucati. Bild: Fusili bucati. Von:Popo le Chien Lizenz:Creative Commons CC0 1.0 Universal Public Domain Dedication.
 

Das Makkaroni-Drama fiel mir erst vor kurzem auf, als im New York Magazine ein langer Artikel über das Drama "of the missing Bucatini" stand - oder auf deutsch, der nicht mehr vorhandenen Makkaroni in den USA. Aber warum Bucatini? Tatsächlich. Das was ich als Makkaroni bezeichne, längliche dünne Röhren, mit Loch in der Mitte heißen in der Welt - und bei den Wikipedia-Strebern - Bucatini. Maccheroni sind kurze, leicht gebogene hohle Nudeln. (Wobei die Italiener auch noch Maccheroni al pettine · Maccheroncini · Maccheroncelli) kennen. Wie Ellbogenmakkaroni in Italien heißen, suche ich noch. 

 Mein Makkaroni-Bild wurde auf jeden Fall maßgeblich von Packungsfotos im Supermarkt geprägt. Mirácoli ist schuld, dass ich keine Bucatini kenne. Aber Mirácoli geht es nicht gut. Ich bloggte darüber auf low'n'slow: Es gibt kein Mirácoli Carbonara mehr.

Donnerstag, 25. März 2021

Berliner Schwimmhallen als Buch und Quartett - als Karte

Das Poolhopping-Buch murkelt vor sich hin. Langsam aber beständig, ähnlich wie ich beim Schwimmen. Um uns die Zeit zu vertreiben, weil es hübsch ist, und weil es Werbung sein könnte, hat die Zitronenpresse zwei Karten produziert: "Poolhopping - das Buch" und "Schwimmbäder in Berlin - das Quartett."
 


 

Freund*innen dieses Blogs, der Zitronenpresse, von Schwimmbadbüchern oder schönen Karten, dürfe gerne Karten haben. Einfach kurz hier (oder bei info@zitronenpresse.info) melden. Und schon sind sie unterwegs.

Mittwoch, 17. März 2021

Schnitzel international in Petersburg

Meine kulinarischen Russlanderfahrungen aus erster Hand speisen sich aus einer Woche Sankt Petersburg im Jahr 2004. Ich kann sagen, dass es an 6 von 7 Tagen zähes Schnitzel mit labberigen Pommes gab. 

Wir werden eine Soljanka

 

Highlight der Pommes-Diät war ein Mittagsmahl nahe der Eremitage. Es war August, wir schweißüberströmt den ganzen Tag durch die Stadt gerannt. Unsere Gruppe begab sich zum Mittagsessen in einen Nachtclub: dunkelroter Samt, Poledancestangen auf der Bühne, Chrom und Messing. Und ein Klavier. Alles wurde uns geboten. Am Klavier ein einsamer Mann, der an diesem Augustmittag bei 28 Grad "Jingle Bells" und "White Christmas" spielte. Dazu gab es Schnitzel. Zum Glück ist die russische Kulinarik reicher, als es dieser Eindruck vermittelt. Darüber bloggte ich nebenan: zur Barsch-Soljanka.

Freitag, 5. März 2021

Vibrieren statt Heulen

Jeden Samstag um 10 Uhr morgens heult in Verlorenort die Sirene. Manchmal holt sie mich aus dem Schlaf. Meistens sendet sie mir allerdings zwei Nachrichten: Klassik, Pop et cetera wird gleich im Radio kommen. Und: Alles ist in Ordnung. Die Sirene funktioniert, du wirst gewarnt werden, jemand passt auf.

 

 

Sie reißt mich aber auch zurück in die Kindheit, den Kalten Krieg. Die regelmäßigen Proben der Sirenen. Die Kasernen, die wir auf dem Weg in die Innenstadt passierten, der Überschnallknall der Jagdflieger. Die Katastrophe nur knapp vor der Haustür, die Mittel dagegen auch. Im Jahr 2021 wandert alles in die Cloud. 

Am Warntag 2020 erfuhren viele Menschen überrascht, dass es in weiten Teilen Deutschlands gar keine Sirenen mehr gibt. Warnungen per Radio oder Fernsehen erreichen Menschen, die weder das eine noch das andere Hören oder Sehen auch nicht mehr. Und so gibt es Warn-Apps. Kleine Programme auf dem Smartphone, die warnen sollen. Die haben allerdings Probleme und Tücken und sind unfertig. Ich ging dem nach und bloggte nebenan darüber: Katwarn oder Nina? Warum zwei Apps?