Freitag, 10. Februar 2017
Schwimmbäder nah und fern: Mitte, Schwimmhalle Fischerinsel
Eine Plattenwand, eine Uhr, ein Rettungsring. Die Längswand an der Schwimmhalle Fischerinsel ist schlicht und doch überraschend elegant. Ein Eindruck, der sich durch das ganze Bad zieht. Ein gelungener Entwurf, noch mal verbessert durch die letzte Renovierung. Nicht spektakulär, nicht groß, nichts, bei dem man große Augen bekommt: aber durchgehend, schlicht-funktional und elegant.
Die Schwimmhalle liegt auf der sogenannten Fischerinsel, das heißt auf dem südlichen Teil der Spreeinsel und damit dort, wo Berlin seinen historischen Ursprung hat. Die Gegend ist sowohl geographisch wie geschichtlich Berlin-Mitte-Mitte-Mitte. Noch mehr Mitte, noch zentraler in Berlin, geht nicht. Und doch: die Ecke wirkt, wie einer dieser Vororte wo Stadt in Land übergeht, Wohnhäuser und Grünflächen, ignoriert von den Touristenströmen.
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Montag, 6. Februar 2017
Ballettmontag: Nachos zum Schwanensee
„Eine Traumreise freilich, die von der 2004 in Moskau gegründeten Truppe „Das Klassische Russische Ballett“ auf wunderbare Art gestaltet wurde und den Abend zu einem tänzerischen Ereignis von Rang werden ließ.“ (Göppinger Tageblatt)
„Liebhaber der Ballettkunst mit Spitzentanz in allen möglichen klassischen Figuren und Bewegungsabläufen konnten die Darbietung genießen: »En-arène«-Sprünge,
Entrechats, prächtige Hebekombinationen waren zu bewundern“ (Gießener Allgemeine)
"Das neben Gold omnipräsente Altrosa war weder ein knalliges Girlie-Pink noch ein blasses Babyrosa. Es spielte zart ins Fliederhafte und passte prächtig zur nostalgischen Sommerstraußfarbigkeit der fünf Feen." (Rhein-Neckar-Zeitung)
„In diesem Monat haben Sie die maximale Anzahl von 5 freien Artikeln bzw. Fotoserien erreicht. Wählen Sie jetzt eines unserer Angebote aus, um sofort wieder Zugriff zu erhalten. Gerne helfen wir Ihnen unter Tel. 0931 / 6001 6001 weiter.“* (Mainpost)Jahreswechsel. Weihnachtszeit, Adventsstimmung. In dieser Zeit liegen die dunklen und ruhigen Tage zwischen Weihnachten und Silvester und die auch-noch-dunklen und ruhigen Tage nach Silvester.
Russische Ballets fahren durch Europa, um abwechselnd den Nussknacker und Schwanensee und gelegentlich auch noch Dornröschen oder Romeo und Julia aufzuführen. Klassiker halt; Weihnachtlich-märchenhaftes. Eine gute Gelegenheit, einen uns bisher unbekannten Veranstaltungsort aufzusuchen und anzusehen. Nachdem wir vorletztes Jahr schon das Russische Haus an der Friedrichstraße aufsuchten, war nun das Tempodrom am Anhalter Bahnhof dran. Dazu wurde das Ballett der Ballette aufgeführt: Tschaikowskis Geschichte von Schwänen, einem Zauberer und einem Prinz.
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| Bild: Судейкин Сергей Юрьевич. Парк перед замком. Эскиз декорации к «Лебединому озеру» Чайковского. 1911, Public Domain |
Das Tempodrom; einst ein West-Berlin-frewildlerisches Zirkuszelt, dann ein Hindernis auf dem Weg zur Neubebauung der Berliner Mitte, dann ein Berliner Immobilienskandal und jetzt ein Veranstaltungsort. Ein Ziruszelt aus Beton, umgeben von einem großen freien Platz. Zentral gelegen zwischen Postdamer Platz und Wikimedia Deutschland. Betonzirkusballett wir kommen.
Mittwoch, 25. Januar 2017
Klassik-Pop-et cetera. Radio wie es sein könnte.
Tüdü. Tüdü. Tüdüüdaa. Tüdü. Tüdü. Tüdüüdaa. Samstag vormittags. Aus dem Schlafzimmer wanken, im Halbschlaf mit dem ersten Kaffee. Das Wochenendjournal auf dem Deutschlandfunk ist vorbei. Frisch gebackenes Brot, Kaffee und der Deutschlandfunk warten in der Küche. Im Deutschlandfunk läuft das Tüdü, Tüdü, Tüdüdüda: Die Sendung „Klassik-Pop-et cetera“ beginnt.
Eine Sendung mit einem einfachen Konzept: Eine interessante Person, oft Musiker, meist mittelprominent, stellt eine Stunde lang ihre Lieblingsmusik vor. So einfach, so alt, so grundlegend. Ein Mensch, seine Lieblingsmusik. Radio heruntergebrochen auf das Wesentliche.
Eine Sendung mit einem einfachen Konzept: Eine interessante Person, oft Musiker, meist mittelprominent, stellt eine Stunde lang ihre Lieblingsmusik vor. So einfach, so alt, so grundlegend. Ein Mensch, seine Lieblingsmusik. Radio heruntergebrochen auf das Wesentliche.
Mittwoch, 18. Januar 2017
Das erste Hallenbad Berlins. Stadtbad Moabit.
Die erste städtische Volksbadeanstalt [Berlins] mit Schwimmbad in der Thurmstraße 3 wurde 1892 eröffnet und enthielt ein Schwimmbad mit Bassin von 18 zu 9 m Größe und 112 Auskleideplätzen, teils in Zellen, ferner 67 Wannenbäder I. und II. Klasse und 29 Brausebäder I. und II. Klasse, letztere im Kellergeschoß.So schrieb es 1909 W. Schleyer, Professor an der Technischen Hochschule zu Hannover und Geheimer Baurat, in seinem Buch Bäder und Badeanstalten.
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| Volksbadeanstalt Turmstraße (Berlin und seine Bauten, 1896) |
Das erste echte Schwimmbad Berlins, in Betrieb fast 100 Jahre, und damit bis 1985 das älteste Berliner Bad im Bestand, stand in der Turmstraße in Moabit. Gebaut, um das ungewasche Proletariat zu waschen und zu befrieden, bis zum Ende mit Kohle beheizt, Auftakt einer ganzen Reihe von Volksbädern. Ausgerechnet Moabit: ein Stadtteil bis heute ohne ordentlichen Anschluss an den ÖPNV; Arbeiterbezirk ohne den Verve des Weddings oder des Prenzlauer Bergs. Moabit, lange Jahrzehnte gelegen im Mauer-Niemandsland und aus diesen Niemandsland bis heute nicht entfleucht. Moabit, mittlerweile durch die Hauptbahnhofs-Einöde geprägt, bekannt durch eine JVA, ausgerechnet hier liegt der Ursprung des Berliner Schwimmens: das erste Bad stand hier.
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Mittwoch, 11. Januar 2017
Piratenmeer Büsum. Schwimmen im Wellenbad an der Nordsee.
HO! HO! HO! JoJoJo!. Und ne Buddel Rum! Wer denkt bei einem kommunalem Schwimmbad nicht an Piraten, Papageien und die raue See?
Das Büsumer Schwimmbad ist komplex. Es hat Probleme. Büsum ist ein Touristenort an der Nordsee. Die Idee, das alte Meerwasserschwimmbad "Wellarium" zu erneuern und zu verspaßbaden traf eine Stadt, die merkte, dass die Zahl der Touristen stets abnahm und diejenigen Touristen, die kamen, immer älter wurden.
Die Eröffnung des Piratenmeers 2004 war eine Verzweiflungstat. Gerade die frühen 2000er waren eine Zeit, in der Büsum ein gewisses Talent für glücklose Verzweiflungstaten hatte. DAS Prestigeobjekt der damaligen Zeit, die Sturmflutenwelt "Blanker Hans" wurde mittlerweise trotz des damit einhergehenden Gesichtsverlustes geschlossen. Das Piratenmeer existiert weiterhin.
Das Büsumer Schwimmbad ist komplex. Es hat Probleme. Büsum ist ein Touristenort an der Nordsee. Die Idee, das alte Meerwasserschwimmbad "Wellarium" zu erneuern und zu verspaßbaden traf eine Stadt, die merkte, dass die Zahl der Touristen stets abnahm und diejenigen Touristen, die kamen, immer älter wurden.
Die Eröffnung des Piratenmeers 2004 war eine Verzweiflungstat. Gerade die frühen 2000er waren eine Zeit, in der Büsum ein gewisses Talent für glücklose Verzweiflungstaten hatte. DAS Prestigeobjekt der damaligen Zeit, die Sturmflutenwelt "Blanker Hans" wurde mittlerweise trotz des damit einhergehenden Gesichtsverlustes geschlossen. Das Piratenmeer existiert weiterhin.
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Mittwoch, 4. Januar 2017
Nordrock (Trutz, Fresenhof)
Abgründe tun sich auf! Abgründe!
Interkulturelle Verständigungsprobleme. Madame Poupou kennt Achim Reichel nicht!. Und Knut Kiesewetter kennt sie auch nicht. Nun ist Madame Poupou zwar südbadisch sozialisiert, sollte aber lange genug in Hamburg gelebt haben, um derartige Bildungslücken zu schließen. Aber nein!
Normalerweise hängt unsere Nord-Süd-Differenz ja an solchen Fragen, wie ob das Gerät nun Harke (natürlich) oder Rechen (natürlich nicht) heißt, auf welcher Silbe Büro betont wird, und ob es sich um ein Fahrrad oder um ein Velo handelt. Aber nun: Knut Kiesewetter! Achim Reichel! Unbekannt.
Ich würde nicht sagen: Helden meiner Kindheit. Aber doch beides dauernde Begleiter, die einfach zur selbstverständlichen Matrix des Lebens gehören, so wie der Coop an der Ecke, die Tatsache, dass die Straßenbahn grün ist, oder dass man zur Zeugnisvergabe beim Chinesen essen geht. Alles, ähnlich wie Kiesewetter und Reichen halb in der Vergangenheit versunken.
Normalerweise hängt unsere Nord-Süd-Differenz ja an solchen Fragen, wie ob das Gerät nun Harke (natürlich) oder Rechen (natürlich nicht) heißt, auf welcher Silbe Büro betont wird, und ob es sich um ein Fahrrad oder um ein Velo handelt. Aber nun: Knut Kiesewetter! Achim Reichel! Unbekannt.
Ich würde nicht sagen: Helden meiner Kindheit. Aber doch beides dauernde Begleiter, die einfach zur selbstverständlichen Matrix des Lebens gehören, so wie der Coop an der Ecke, die Tatsache, dass die Straßenbahn grün ist, oder dass man zur Zeugnisvergabe beim Chinesen essen geht. Alles, ähnlich wie Kiesewetter und Reichen halb in der Vergangenheit versunken.
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Sonntag, 1. Januar 2017
Hallenbad Gropiusstadt: Schwimmen im Kombibad Lipschitzallee
Ein neu gebauter Stadtteil bekommt ein neu gebautes Bad. Dieses Muster zieht sich durch das West- und Ostberlin der 1970er und 1980er Jahre: Märkisches Viertel, Hohenschönhausen, Marzahn. Die Gropiusstadt und ihr Bad bilden keine Ausnahme. Die Gropiusstadt entstand in den 1970ern janz weit draußen auf der grünen Wiese knapp diesseits der Linie an der Westberlin vorbei war und Brandenburger DDR anfing. Einerseits entstand die Gropiusstadt, um Wohnraum zu schaffen und andererseits, um anstrengende Berliner janz weit weg aus dem Sichtfeld zu bringen. Ich kenne den Stadtteil vor allem aus dem Buch Wir Kinder vom Bahnhof Zoo als Ort des trostlosen Aufwachsens der Protagonistin Christiane F.
Zusätzlich zum Stadtteil bekamen die Bewohner eines der Kieselwaschbetontypbauten-Schwimmbäder des 1970er-Bauens in West-Berlin - wie sie auch in Mariendorf, Spandau, Charlottenburg, dem Märkischen Viertel oder im Wedding stehen.
Nun ist die Gropiusstadt fast 50 Jahre alt, das Christiane-F-Buch erschien vor fast 40 Jahren und manches ändert sich. Das Schwimmbad wurde in den 2010ern bis 2014 gründlich und sehr teuer saniert. Wikipedia informiert mich zum Stadtteil selbst: "Seit 2001 ist kein Wohnberechtigungsschein mehr für den Bezug der Wohnungen erforderlich, wodurch die Attraktivität der Gropiusstadt wieder zugenommen hat." Menschen, die hier mit in den späten 1970ern mit Anfang 30 einzogen, sind mittlerweile Anfang 70, Christiane F. selbst ist Mitte 50. Der Altersschnitt der Siedlung ist mittlerweile nach oben gegangen.
Über das Viertel selbst kann ich nicht viel sagen: die Bauten, die ich sah erinnerten mich mehr an London oder Hong Kong als an deutschen sozialen Wohnungsbau. Ich stehe auf diese Art von Häusern.
Geil.
Zusätzlich zum Stadtteil bekamen die Bewohner eines der Kieselwaschbetontypbauten-Schwimmbäder des 1970er-Bauens in West-Berlin - wie sie auch in Mariendorf, Spandau, Charlottenburg, dem Märkischen Viertel oder im Wedding stehen.
Nun ist die Gropiusstadt fast 50 Jahre alt, das Christiane-F-Buch erschien vor fast 40 Jahren und manches ändert sich. Das Schwimmbad wurde in den 2010ern bis 2014 gründlich und sehr teuer saniert. Wikipedia informiert mich zum Stadtteil selbst: "Seit 2001 ist kein Wohnberechtigungsschein mehr für den Bezug der Wohnungen erforderlich, wodurch die Attraktivität der Gropiusstadt wieder zugenommen hat." Menschen, die hier mit in den späten 1970ern mit Anfang 30 einzogen, sind mittlerweile Anfang 70, Christiane F. selbst ist Mitte 50. Der Altersschnitt der Siedlung ist mittlerweile nach oben gegangen.
Über das Viertel selbst kann ich nicht viel sagen: die Bauten, die ich sah erinnerten mich mehr an London oder Hong Kong als an deutschen sozialen Wohnungsbau. Ich stehe auf diese Art von Häusern.
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