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Sonntag, 16. Juni 2019

Welches ist die beste Radiosendung?

Welches ist die beste Radiosendung? Eine Diskussion. Nominiert werden: BBC Radio 4 – Gardener’s Question Time, Deutschlandfunk – Klassik, Pop et cetera, SWR2 – Forum, Deutschlandfunk – Gottesdienst, National Public Radio (NPR) – Car Talk, Deutschlandfunk - Sportgespräch

Der Rinderkamm der Hakenberger Fleisch (Hafleg) kommt im Grill langsam auf Temperatur. So eben überschritt das Fleischinnere die 39-Grad-Marke. Es liegt damit bereits sechs Grad über der Außentemperatur. Hinter DJ Hüpfburg surrt eine große Holzbiene vorbei, verschwindet sofort Richtung Nachbarsgarten.

Ich beginne zu erzählen von den karmesinroten Kapuzinerkäfern, die es sich im Holzstapel hinter den Schuppen aus Holz bequem gemacht haben. Hübsche Käfer! Und selten zudem. Aber als Bewohner von selbstgebohrten Gängen im Holz beunruhigen sie mich. Ich frage mich: können wir vielleicht andere Tiere ansiedeln, die sich von Kapuzinerkäfern ernähren? DJ Hüpfburg fragt: „Habt Ihr ein Internetradio hier! Jetzt käme Gardeners Question Time auf BBC. Die beste Radiosendung der Welt.“

Gardeners Question Time

BBC Radio 4, Freitag und Wiederholung
Letzte Sendung:Summer Garden Party at Mount Stewart (Part 1)

Der Klassiker des BBC-Programms läuft seit 1947 im Home Service Irland und Nordirland der BBC. Seit 1957, also auch seit 62 Jahren, läuft die Sendung im Uk-weit ausgestrahltem Radioprogramm der BBC. Dabei wechselte sie mehrfach Sender und Sendeplatz. Bei der meist live aufgezeichneten Sendung stellen Anwesende im Publikum Fragen zu ihren spezifischen Gartenproblemen.

Wohnzimmer-Internetradio zum Hören von BBC, WEVL und SWR
Das BBC-(Internet)-Radio


Ein Panel aus Experten antwortet, mal fachkundig, mal humoristisch launig, auf diese Fragen. Die Sendung glänzt durch Wortwitz und Fachwissen.  Regelmäßige Zuhörer können die verschiedenen Stilvorlieben der einzelnen Experten erkennen und sich natürlich auf Seiten einer Lieblingspanelistin schlagen. Gartennerds allerdings beklagen eine in den letzten Jahrzehnten einsetzende Verflachung, die das Unterhaltsame auf Kosten des Inhalts verstärkt in den Vordergrund rückt. Die Sendung hat eine Spezialherausforderung für deutsche Zuhörer: britische Pflanzennamen.

Mittwoch, 25. Januar 2017

Klassik-Pop-et cetera. Radio wie es sein könnte.

Tüdü. Tüdü. Tüdüüdaa. Tüdü. Tüdü. Tüdüüdaa. Samstag vormittags. Aus dem Schlafzimmer wanken, im Halbschlaf mit dem ersten Kaffee. Das Wochenendjournal auf dem Deutschlandfunk ist vorbei. Frisch gebackenes Brot, Kaffee und der Deutschlandfunk warten in der Küche. Im Deutschlandfunk läuft das Tüdü, Tüdü, Tüdüdüda:  Die Sendung „Klassik-Pop-et cetera“ beginnt.



Eine Sendung mit einem einfachen Konzept: Eine interessante Person, oft Musiker, meist mittelprominent, stellt eine Stunde lang ihre Lieblingsmusik vor. So einfach, so alt, so grundlegend. Ein Mensch, seine Lieblingsmusik. Radio heruntergebrochen auf das Wesentliche.

Montag, 30. August 2010

Deutschlandfunk-Jingles. Eine Schimpftirade. Ein alter Mann liegt im Bett und schimpft über den Deutschlandfunk

Deutschlandfunk! Oder auch Deutschlandradio! Was soll das? Warum bringt ihr mich um meinen Nachtschlaf und jagt Gänsehaut meinen Rücken rauf und runter. Denkt ihr etwa an die Mieter im dritten Stock, wenn ich wieder einmal verschreckt aus dem Bett springe, und die dann glauben müssen, wir würden dem Hobby des Walroßwerfens zuneigen?

Wenn ich mal echt crazy bin und voll einen drauf mache, kann es vorkommen, dass ich auch noch nach Mitternacht zum Einschlafen Radio höre. Das ist auf dem Deutschlandfunk dank solcher Sendungen wie der Liederbestenliste hinreichend bizarr für mich. Nichts wiegt mich so selig in den Schlaf wie die Wiederholung von "Deutschlandradio Kultur Fazit" in der Wiederholung eine Stunde später im Deutschlandfunk. Insbesondere der 700. Beitrag zum Thema Berliner Opernstreit hat ungeahnte Fähigkeiten, mich selig entschlummern zu lassen.

Nun aber hast du beschlossen, mich nicht mehr in den Schlaf zu wiegen, sondern hinterrücks zu erschrecken. Du hast Jingles. In der Sendung. Die so klingen als wären sie aus dem Altbestand der RTL-Morningshow mit Keule und DuDuDiana. Sowas wie "Deutschlandradio Fazit. OPER! Die besten Opernstreits der 90er und von heute. Düdelü" oder auch "Deutschlandradio Fazit. KINO! *Wusch* *Schnauf* *tröt* Die Kinokritik". WARUM?


Schafe auf Kohlfeld. Ohne Deutschlandunk.



Wer will beim Schäfchenzählen schon andauernd von Ratatawusch! Schoo! Knäck! Zabong! aus dem Bett gescheucht werden?



Wenn der Moderator vorher sagt, dass jetzt die Kinokritik kommt und direkt danach eine Kinokritik kommt, brauch ich selbst beim Schäfchenzählen kein Science-Fiction-Woooasch, um mir zu erzählen, dass die Kinokritik kommt.

Wollte ich großgeschriebene ANKÜNDIGUNGEN, würde ich nachts JingleFM-Lustig-Spritzig-Hot hören. Ich will distinguierte Menschen, die sich kenntnisreich über Themen unterhalten, von denen ich nichts verstehe. Nichts wiegt mich so sicher in den Schlaf wie klassisches Bildungsbügertum. Nicht schreckt mich so auf wie "Deutschlandradio Fazit - JINGLE! - Die Jinglekritik!*rätätätätäkrachz*" Du hast mich soweit. Bald schlepp ich den Rechner mit ans Bett, um mir auch Abends noch BBC zu geben. Sei gewarnt.


Und bevor jetzt die Standardantwort mit sich ändernden Zeiten, jugendlicher Zielgruppe etc. kommt. Im Vergleich mit den Leuten, denen ich auf der Suche nach coolen Berliner Clubs nicht helfen kann, bin ich uralt. Verglichen mit den DLF-Publikum allerdings bin ich vermutlich noch im Zahnfeealter.

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Trotz allem steht der Deutschlandfunk im Wettbewerb um die beste Radiosendung.

Kultur in Iberty.