Preliminary project report "Grenzen der Bezahlung."
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Montag, 18. August 2014
Freitag, 6. September 2013
The Community Project Budget strikes again.

Liebe Blog-Leser,
sie kennen das CPB (Community-Projekt-Budget) von Wikimedia Deutschland ja bereits aus den großen Blog Erfolgen "die Millionenliste" oder "der erste CPB-Ausschuss löst sich unter Getöse auf" oder "Stress mit dem zweiten Ausschuss" oder "meine zurückgezogenen Anträge" oder "mein nicht-zurückgezogener Antrag."
Nun geht die Erfolgsgeschichte in eine neue Runde. Ausgehend von diesem Antrag trifft sich eine Arbeitsgruppe [...], die auf Basis der erarbeiteten Analyse Änderungsvorschläge erarbeitet und auf der nächsten Mitgliederversammlung vorstellt. Die Arbeitsgruppe besteht aus Vertretern der für das Thema relevanten Interessengruppen (z.B. Communitys, Vereinsführung, Mitarbeiter, Projektdurchführer).
Die AG trifft sich zum 1. Treffen der Arbeitsgruppe am Sonntag, 8.9.2013 in der Geschäftsstelle von Wikimedia Deutschland: Und ich bin dabei. Wie es aussieht, kann ich sogar mitbloggen oder nachbloggen oder fast-live-Twittern oder ähnliches. Ich bin gespannt.
Und ich kann hier und jetzt natürlich Anregungen, Fragen, Vorwürfe, Ideen, Kuscheltiere und Wurfwattebäuschen einsammeln. Wer was bei mir loswerden will, melde sich bitte.
Update: Sebaso verdanke ich den Hinweis, dass es sogar einen Link auf den Antrag ohne Anmeldezwang gibt. Ist geändert.
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Mittwoch, 27. Februar 2013
Ich bin ja versucht..
..Wikimedia und Wikipedia eine Wette vorzuschlagen: Gebt mir 6 Monate ersthaft Zeit und irgendeine Legitimation und das CPB läuft super.
Montag, 17. Dezember 2012
Montag, 1. Oktober 2012
Mittwoch, 12. September 2012
Unfertig ins Blaue gedacht: CPB-Antrag "Umgang offener Projekte mit Autoren-im-Auftrag"
Kontext 1: das Community-Projekt-Budget
Kontext 2: für den Fall eines Falles eines gestellten Antrags müsste ich vorher aus dem Präsidium von Wikimedia Deutschland zurückgetreten?
Kontext 3: Jemand Fragen, Ideen, Anregungen, moralische Aufschreie, sonstiges?
Antrag
- Name des Antragstellers: Dirk Ingo Franke
- Weitere Unterstützer:
- Nickname (wenn vorhanden): southpark
- Wohnort: Berlin-Schöneberg
- E-Mail-Adresse: southpark@wikipedia.de
- Name des Projekts: [Umgang offener Projekte mit Autoren-im-Auftrag]
- Gesamtbudget (wird im Anhang genauer aufgeschlüsselt): [mussichnochausrechnen].
Kurze Beschreibung Deines Projektes
“Paid editing”, das Schreiben oder
bearbeiten von Wikipedia-Artikeln zum eigenen finanziellen Vorteil ist eine der
großen Zukunftsherausforderungen der Wikipedia. Verfahren und Instrumentarien
für den Umgang mit diesem Problem wurden im wesentlichen 2004 entwickelt und
haben sich seitdem kaum verändert. Die Rahmenbedingungen und die Gestalt des
paid editing hingegen hat sich in den letzten Jahren stürmisch entwickelt. Paid
editing in der Wikipedia kann mittlerweile in einer Vielzahl von Formen
vorkommen:
·
Autoren, die ihren eigenen Eintrag,
den ihres Unternehmens, die Artikel bestimmter Produkte oder andere Unternehmensrelevante
Artikel bearbeiten.
·
Mitarbeiter in Unternehmen, die
während ihrer Arbeitszeit im Auftrag ihrer Arbeitgeber diese Artikel
bearbeiten.
·
Manager, Pressearbeiter,
Public-Relations-Manager, die im Kundenauftrag Wikipedia-Artikel bearbeiten.
·
Freelancer, die ihr Wikipedia-Wissen
gelegentlich verkaufen.
·
Außerhalb des deutschsprachigen
Raums kommen zunehmen “Wikipedians in Residence” hinzu, die im Auftrag von den
jeweiligen Wikimedia-Organisationen und kulturellen Organisationen Artikel bearbeiten.
Der derzeitige Umgang mit diesem
Problem ist in vielerlei Hinsicht disfunktional. Er führt zu Frustrationen auf
allen Seiten. Die Konflikte zwischen Eingangs- und Qualitätskontrolle der
Wikipedia einerseits und Autoren-im-Auftrag gehören zu den dauernden
Konfliktherden in der Wikipedia. Sie haben ihre unheilvolle Wirkung
beispielsweise ebenso in der Diskussion der Löschkandidation hinterlassen, wie
im Umgang mit neuen Autoren.
Das Projekt soll Grundlagen zu einem
konstruktiveren Umgang der beteiligten Gruppen miteinander legen. Dazu soll es
einen Dialog zwischen den verschiedenen Gruppen initiieren, und ihre
Protagonisten miteinander bekannt machen. Das Projekt soll umsetzungsfähige
Konzepte liefern wie innerhalb der Wikipedia konstruktiv und reibungslos mit dem
Grundkonflikt zwischen Qualitätskontrolle und Autoren-im-Auftrag miteinander
umgegangen werden
Welches Ziel soll mit deiner Idee erreicht werden?
[Ziele No. XX, XXX, und XXXX aus dem
Kompass 2020, Ziele No. Yy, Yyy und Yyyy aus dem Wirtschaftsplan 2012 und Zz, zzz,
und zzzz aus dem Jahresplan 2013]
Wie
verbessert, verändert oder fördert deine Idee die Wikimedia-Projekte?
[siehe oben]
Wie lässt sich messen, ob dieses Ziel erreicht wird?
Ob das Projekt langfristig dazu beigetragen
hat, zu einem konstruktiveren Umgang mit paid editing zu führen, wird sich nur
langfristig messen lassen. Bis zum Ende des Projektes
-
Hat ein Workshop stattgefunden, an
dem Vertreter aller vier unten genannten Gruppen teilgenommen haben.
-
Existiert eine Handreichung oder ein
Vortrag, mit dem das Problemfeld und mögliche Lösungen kurz, verständlich und
weiterführend vorgestellt wird.
-
Ist eine Broschüre/Website
entstanden, die verschiedene Standpunkte zum und Erfahrungen mit dem Thema paid
editing zusammenfasst.
-
Existieren umsetzbare Konzepte, wie
Wikipedia mit dem Thema paid editing in Zukunft konstruktiver umgehen kann.
Was ist die Zielgruppe deiner Idee in der Wikimedia-Welt?
Das Projekt soll diejenigen Gruppen miteinander
in Dialog treten lassen, die sich bisher schon unter ungünstigen Umständen in
der Wikipedia begegnen:
-
Wikipedianer der Eingangskontrolle
und Qualitätssicherung.
-
Freiwillige, die im Support-Team der
Wikipedia arbeiten.
-
Freiwillig und bezahlte, die im
GLAM-Bereich aktiv sind.
-
Editoren, die ihre Tätigkeit bisher
schon gegen Geld ausüben und ihre Auftraggeber.
Eventuell könnte es lohnen sein,
Betreiber anderer Plattformen, die ähnliche Probleme haben (zB Qype, Wikitravel
etc.) mit einzubeziehen.
Wie erreichst du diese Zielgruppe?
Die ersten drei Gruppen zu
erreichen, stellt keine größere Herausforderung dar. Diese sind mir bekannt
bzw. Schnell recherchierbar und durch persönliche Ansprache zu erreichen. Die
Herausforderung liegt hierbei ganz klar in der vierten Gruppe.
Diese Gruppe läßt sich zum einen
durch Öffentlichkeitsarbeit und eventuell Presseartikel erreichen. Zum anderen
ist es durchaus möglich auch diese Zielgruppe innerhalb der Wikipedia zu
erreichen:
Viele der einschlägigen Artikel
weisen Bearbeitungsmuster auf, die deutlich auf Bearbeitungen im Auftrag
hinauslaufen. Durch bereits bestehende persönliche Kontakte sind bereits
weitere bezahlte Editoren bekannt. Wünschenswert ware hier die Vermittlung
durch das Support-Team das ebenfalls regelmäßig Anfragen von Autoren bekommt,
die im Auftrag anderer arbeiten.
Beschreibe, welche Tools, Technologien oder Hilfsmittel du für die Umsetzung benötigst.
Gewöhnliche Büroinfrastruktur
(vorhanden). Einmalig Infrastruktur für einen Workshop (Räume, Netzwerk, Beamer
etc.).
Wird deine Idee bereits aus anderen Töpfen gefördert? Wenn ja, aus welchen und in welcher Höhe?
Nein. Da das Problemfeld paid
editing ganz unabhängig vom vorgeschlagenen Projekt in den nächsten Jahren
wachsen wird, gehört die Suche nach weiteren Finanzierungsquellen für
Nachfolgeprojekte zu den Aufgabenbereichen des Projekts.
Wird deine Idee weiterleben, nachdem die Förderphase beendet ist?
Ja. Das Projekt soll die Grundlagen
legen für ein langfristig gedeihliches Miteinander zwischen professionellen
Autoren und Projektfreiwilligen. Potenziell wird die Idee und ihre Umsetzung
weiterleben so lange offene Communitys im Internet existieren.
Eine ausführliche
Öffentlichkeitsarbeit während des Projekts und das Nachleben in Vorträgen und
Konferenzen wird vermutlich dazu beitragen, auch andere Communitys oder
Wikipedia/Wikimedia-Organisationen anderer Länder dazu inspirieren, sich diesem
Thema zu stellen.
Wie nachhaltig ist dein Projekt?
Sehr. Das Problem geht eine der zentralen
Zukunftsfragen der Wikipedia und anderer offener Internetplattformen an
Lässt sich deine Idee auch von anderen Zielgruppen, Orten, Projekten nutzen? Wenn ja, wie und von wem?
Die Projektergebnisse lassen sich
prinzipiell von jeder offenen Community nutzen, die groß genu gist, um professionelle
Bearbeiter anzuziehen. Die Lösungsansätze die hier entwickelt warden, können
sicher ebenso bei anderen offenen Projekten Freien Wissens angewendet warden,
die auch in die Lage kommen, für kommerzielle Anbieter wichtig zu warden.
Hast du Erfahrungen in ähnlichen Projekten? Wenn ja, welche?
Erwartest
du Unterstützung (über die beantragten Mittel hinaus) von Wikimedia Deutschland
während der Umsetzung deiner Idee? Wenn ja, in welcher Form?
Das Ansprechen, motivieren und
miteinander verbinden verschiedenster Gruppen mit unterschiedlichen
Einstellungen. Weniger Erfahrung habe
mit der Organisation größerer Workshops. Hier würde ich mich für Beratungs- und
Informationsleistungen sicher auch an Wikimedia Deutschland wenden.
Wie hast du von diesem Community-Projektbudget erfahren?
Unter anderem habe ich es während einer
Wikimedia-Mitgliederversammlung verabschiedet.
Freitag, 14. Oktober 2011
Und ein CPB-Nachtrag.
Und ein Nachtrag zum vorherigen Post. Bedingungen und bitten wie dort:
Projekt Regelredundanz:
soll die kompletten Regeln der deutschen Wikipedia erfassen, auswerten, und nach Redundanzen und Widersprüchen absuchen. Darüber hinaus soll es zum einen Vorschläge machen, wie die pure Regelmenge abgebaut werden kann, ohne inhaltliche Verlste zu erzeugen, und in der Community eine konstruktive Diskussion zu deren Umsetzung anstoßen. Weniger Text, und klarere Regeln, wäre hier das Ziel.
Projekt Regelredundanz:
soll die kompletten Regeln der deutschen Wikipedia erfassen, auswerten, und nach Redundanzen und Widersprüchen absuchen. Darüber hinaus soll es zum einen Vorschläge machen, wie die pure Regelmenge abgebaut werden kann, ohne inhaltliche Verlste zu erzeugen, und in der Community eine konstruktive Diskussion zu deren Umsetzung anstoßen. Weniger Text, und klarere Regeln, wäre hier das Ziel.
Geld vom Verein. Mitzeichner gesucht. #wmde #cpb
Es gibt Geld. Wie hier schon mal erwähnt, schuf Wikimedia Deutschland einen Topf, um Geld an/für/mit der Community auszugeben: das Community-Projektbudget. Die Community muss es nur beantragen. Heute ist Einsendeschluß für Projektideen, für die eigentlichen Anträge hat man noch ein bißchen Zeit. Und, oh yeah, ich habe Ideen. Aber..
Das Problem:
Es ist wahrscheinlich, dass ich im November für ein Präsidiumsamt antrete. Und es ist zumindest möglich, dass ich auch gewählt werde. Dann wäre ich also ein Präsidiumsmitglied. Und die Anträge wären Anträge eines Präsidiumsmitglieds. Und wie wir spätestens beim letzten Community-Projekt-Budget erfahren haben, sind solche Anträge mindestens schwierig.
Die Lösung:
Also würde ich gerne Anträge stellen, die ich persönlich stellen kann, ohne dass das Thema komplett erledigt wäre. Sprich: Anträge, die aus der ich mich als Person zurückziehen kann, ohne dass der Antrag dahinschwindet. Und das heißt wiederum: es wäre super, wenn noch mindestens ein weiterer Name beim Antrag steht.
Die Anträge:
Bibliotheksstipendien:
Soll fleißigen Wikipedianern die Mitgliedsgebühren in ihren Bibliotheken erstatten. Kostet nicht viel, ist sehr effektiv, und eine zielgenaue Form der Anerkennung. Anmerkungen: ein sehr ähnlicher Antrag befindet sich bereits im normalen Verfahren, wobei der Buschfunk da nichts gutes für den Antrag vermuten lässt.
Projekt Identität:
Wikipedia begann mit dem Anspruch, dass jeder alles kann. Nach 10 Jahren sozialen Zusammenballens haben sich längst Strukturen, und Hierarchien gebildet, entstanden unsichtbare Gräben und Wände. Das Projekt soll einen Diskussionsprozess in Gang bringen, in dem die Community sich dieser Gräben und Wände, bewusst wird, sie beschreibt, und vor allem weniger aufreibende und verzehrende Verfahren findet, mit ihnen umzugehen. Idealerweise stehen am Ende eines langen Klärungsprozesses klarere Rollendefinitionen und Anforderungsprofile.
Quellenarchiv:
Viel gesichertes und exsitentes Wissen geht der Wikipedia verloren, weil es nicht öffentlich belegt werden kann. Sei es dass Webseiten verschwinden, dass Dokumente nicht öffentlich sind, oder dass es unmöglich ist, gesprochenes/gefilmtes adequat wiederzugeben. Das Projekt soll die technischen und vor allem rechtlichen Bedingungen klären, unter denen es möglich ist, solche Belege (a) nicht-öffentlich zu archivieren, und trotzdem (b) sie so zur Verfügung zu haben, dass sie im Normalfall schnell und unkompliziert überprüft werden können. Im Archiv können beispielsweise Kopien von Websites gezogen werden, Filme gespeichert, Dokumente gespeichert werden etc.
Wikipedia trifft Urheberrecht:
Analog zu Wikipedia trifft Altertum, nur mit der aktuellen Forschung zum Urheberrecht.
Unabhängiges Bildarchiv:
Server für Bilder, die in Wikipedia eingebunden werden können, ohne vorher Zensurmechanismen zu durchlaufen.
Projekt Türen auf:
Soll eine klare und geregelte Institution erschaffen, die es Wikipedia-Fotografen ermöglicht, an verschlossenen Türen vorbeizukommen. Dazu gehört idealerweise alles vom ausfindig machen solcher Orte und spannender Termine, über die Acquirierung der Rechte bis zur Begleitung des Fotografen. Überschneidet sich stark mit der aktuellen Tätigkeit der Geschäftsstelle. Koordination Absprache mit Geschäftsstelle noch dringend nötig.
Evaluation:
Soll ein externes Verfahren schaffen, in dem einzelne Projekte oder Redaktionen oder andere Gruppen sich selbst extern im Hinblick auf ihre eigenen Ziele evaluieren lassen können. Wir machen viel, und engagiert, und vermutlich gut, wissen aber kein bißchen wie gut oder wie es besser ginge. Nicht ganz unproblematisch, dafür einen wirklich kompetenten Evaluator zu finden, aber das Projekt muss ja auch was machen.
Blick über den Tellerrand:
Budget, um aktiven Wikipedianern den Austausch mit Wikipedianern anderer Länder zu ermöglichen. Was gerade beim 4-Länder-Stammtisch erfolgreich stattfand, ließe sich ausdehnen. Sei es, dass man Wikipedianern Reisen zu Stammtischen oder größen Communitytreffen im Ausland bezahlt, sei es dass man übersprachliche Treffen in Deutschland veranstaltet.
Wer sich beteiligen möchte, kann sich unter der bekannten Adress melden:
Dirk Franke, Berlin-Schöneberg
Wikipedia-Autor und -Admin seit Ewigkeiten, mittlerweile immer öfter Wikipedia-Erklärer für den Rest der Welt
Hat seinen gmail-Account unter der Adresse dirkingofranke
Tel: Null-Eins-Sieben-Sechs-64601026
Das Problem:
Es ist wahrscheinlich, dass ich im November für ein Präsidiumsamt antrete. Und es ist zumindest möglich, dass ich auch gewählt werde. Dann wäre ich also ein Präsidiumsmitglied. Und die Anträge wären Anträge eines Präsidiumsmitglieds. Und wie wir spätestens beim letzten Community-Projekt-Budget erfahren haben, sind solche Anträge mindestens schwierig.
Die Lösung:
Also würde ich gerne Anträge stellen, die ich persönlich stellen kann, ohne dass das Thema komplett erledigt wäre. Sprich: Anträge, die aus der ich mich als Person zurückziehen kann, ohne dass der Antrag dahinschwindet. Und das heißt wiederum: es wäre super, wenn noch mindestens ein weiterer Name beim Antrag steht.
Die Anträge:
Bibliotheksstipendien:
Soll fleißigen Wikipedianern die Mitgliedsgebühren in ihren Bibliotheken erstatten. Kostet nicht viel, ist sehr effektiv, und eine zielgenaue Form der Anerkennung. Anmerkungen: ein sehr ähnlicher Antrag befindet sich bereits im normalen Verfahren, wobei der Buschfunk da nichts gutes für den Antrag vermuten lässt.
Projekt Identität:
Wikipedia begann mit dem Anspruch, dass jeder alles kann. Nach 10 Jahren sozialen Zusammenballens haben sich längst Strukturen, und Hierarchien gebildet, entstanden unsichtbare Gräben und Wände. Das Projekt soll einen Diskussionsprozess in Gang bringen, in dem die Community sich dieser Gräben und Wände, bewusst wird, sie beschreibt, und vor allem weniger aufreibende und verzehrende Verfahren findet, mit ihnen umzugehen. Idealerweise stehen am Ende eines langen Klärungsprozesses klarere Rollendefinitionen und Anforderungsprofile.
Quellenarchiv:
Viel gesichertes und exsitentes Wissen geht der Wikipedia verloren, weil es nicht öffentlich belegt werden kann. Sei es dass Webseiten verschwinden, dass Dokumente nicht öffentlich sind, oder dass es unmöglich ist, gesprochenes/gefilmtes adequat wiederzugeben. Das Projekt soll die technischen und vor allem rechtlichen Bedingungen klären, unter denen es möglich ist, solche Belege (a) nicht-öffentlich zu archivieren, und trotzdem (b) sie so zur Verfügung zu haben, dass sie im Normalfall schnell und unkompliziert überprüft werden können. Im Archiv können beispielsweise Kopien von Websites gezogen werden, Filme gespeichert, Dokumente gespeichert werden etc.
Wikipedia trifft Urheberrecht:
Analog zu Wikipedia trifft Altertum, nur mit der aktuellen Forschung zum Urheberrecht.
Unabhängiges Bildarchiv:
Server für Bilder, die in Wikipedia eingebunden werden können, ohne vorher Zensurmechanismen zu durchlaufen.
Projekt Türen auf:
Soll eine klare und geregelte Institution erschaffen, die es Wikipedia-Fotografen ermöglicht, an verschlossenen Türen vorbeizukommen. Dazu gehört idealerweise alles vom ausfindig machen solcher Orte und spannender Termine, über die Acquirierung der Rechte bis zur Begleitung des Fotografen. Überschneidet sich stark mit der aktuellen Tätigkeit der Geschäftsstelle. Koordination Absprache mit Geschäftsstelle noch dringend nötig.
Evaluation:
Soll ein externes Verfahren schaffen, in dem einzelne Projekte oder Redaktionen oder andere Gruppen sich selbst extern im Hinblick auf ihre eigenen Ziele evaluieren lassen können. Wir machen viel, und engagiert, und vermutlich gut, wissen aber kein bißchen wie gut oder wie es besser ginge. Nicht ganz unproblematisch, dafür einen wirklich kompetenten Evaluator zu finden, aber das Projekt muss ja auch was machen.
Blick über den Tellerrand:
Budget, um aktiven Wikipedianern den Austausch mit Wikipedianern anderer Länder zu ermöglichen. Was gerade beim 4-Länder-Stammtisch erfolgreich stattfand, ließe sich ausdehnen. Sei es, dass man Wikipedianern Reisen zu Stammtischen oder größen Communitytreffen im Ausland bezahlt, sei es dass man übersprachliche Treffen in Deutschland veranstaltet.
Wer sich beteiligen möchte, kann sich unter der bekannten Adress melden:
Dirk Franke, Berlin-Schöneberg
Wikipedia-Autor und -Admin seit Ewigkeiten, mittlerweile immer öfter Wikipedia-Erklärer für den Rest der Welt
Hat seinen gmail-Account unter der Adresse dirkingofranke
Tel: Null-Eins-Sieben-Sechs-64601026
Sonntag, 24. Juli 2011
zeit für eine wende?
attila albert hat in den letzten tagen einige blogbeiträge (statt eines vorworts, grenzen der vorstandsarbeit und hass und liebeverfasst, die imo viele treffende beobachtungen und überlegungen enthalten.
an einer stelle schreibt attila, dass ein milliardenschweres medienunternehmen im grunde leichter zu handlen ist als der wikimedia deutschland e.v., dass ein wust an emails und telkos stattfindet und am ende vergleichsweise wenig (gemessen an aufwand und persönlichem sich-aufreiben) herauskommt. darüber habe ich eine ganze weile nachgedacht. ich glaube, attila hat hier auf ein grundproblem von wmde hingewiesen, das strukturelle ursachen hat, und von denen ich auch nicht weiss, wie man sie auflöse könnte.
als beispiel, was ich meine, folgende parabel (die die ebene foundation/wmde absichtlich auslässt, da dies am kern nichts ändert):
stell dir eine erfolgreiche zeitung mit vielen millionen lesern vor. diese zeitung wird nicht von angestellten journalisten geschrieben, sondern von engagierten menschen, die wirtschaftlich unabhängig sind, und journalismus als hobby betreiben. alle autoren arbeiten an telearbeitsplätzen von zuhause aus. redaktionskonferenzen finden, wenn überhaupt, nur selten statt. unter anderem wegen der unabhängigkeit der autoren und ihren breitgefächerten persönlichen hintergründen, interessen und fachkompetenzen, ist die zeitung beim leser so erfolgreich.
die leser sind von der zeitung begeistert und bezahlen dafür gerne einen obulus an den verleger. der verleger bezahlt von diesem geld die redaktionssoftware, papier, druck und vertrieb der zeitung. danach ist immer noch eine ordentliche stange geld übrig. ein normaler verlag würde nun vielleicht die journalisten mit arbeitsverträgen ausstatten und sie ordentlich bezahlen. er könnte eine inhaltliche richtung vorgeben und eine unternehmerische strategie von oben nach unten umsetzen.
dieser verleger möchte jedoch das was die zeitung ausmacht - die unabhängigkeit der autoren - um keinen preis gefährden und hat deshalb von anfang an beschlossen, sich inhaltlich aus der zeitung komplett herauszuhalten. das sehen auch die autoren der zeitung so und deshalb haben sie den verlag mit dieser vorgabe ursprünglich sogar selbst gegründet.
der verlag steht nun vor der aufgabe, die zeitung auf anderen wegen zu fördern, die autoren in ihrer arbeit zu unterstützen und das eingenommene geld sinnvoll auszugeben. wegen des "keine einflussnahme auf inhalte oder autoren"-dogmas entscheidet sich der verlag für eher "flankierende maßnahmen". er fördert die wissenschaftliche auseinandersetzung mit zeitungsprojekten wie dem eigenen. er lobbyiert in der politik für bessere rechtliche rahmenbedingungen für solche projekte. er beschäftigt entwickler, die die redaktionssoftware und die druckmaschinen verbessern. er fördert andere, ähnliche projekte, die noch keinen eigenen verleger haben. er sorgt dafür, dass die seltenen redaktionskonferenzen der autoren für diese keine zusätzlichen kosten verursachen und kauft bücher für autoren, wenn diese das wünschen und für ihre arbeit benötigen.
am ende beschäftigt der verlag deshalb einen stab von mitarbeitern und auftragnehmern, die die "flankierenden maßnahmen" umsetzen. dies stößt nun auf einmal den unabhängigen hobbyautoren der zeitung bitter auf. sie haben plötzlich den eindruck, mit ihrem engangement gelder zu erwirtschaften, die dann anderen zugute kommen, die sich entschieden haben, für geld zu arbeiten. dass die hobbyautoren selbst ebenfalls für geld arbeiten - für den eigenen arbeitgeber - und dass sie sich selbst entschieden haben, ohne entlohnung als hobby eine zeitung zu schreiben, blenden die autoren dabei aus. die autoren blenden außerdem aus, dass das "autorenferne" geldausgeben des verlags darauf beruht, dass die autoren dem verlag höchstselbst verboten haben, das eingenommene geld unmittelbar in die zeitung, die inhalte, die autoren zu investieren. die autoren werfen dem verlag vor, er habe sie vergessen. die autoren werden misstrauisch gegenüber dem verlag.
der verlag nimmt die klagen der autoren ernst, will jedoch auch nicht das "keine einflussnahme auf inhalte oder autoren"-dogma aufgeben, dass er selbst als grundprinzip des funktionieren der zeitung erkennt.
der verlag versucht deshalb, einen teil des geldes "in die hand der autoren zurückzugeben", indem er ein eigenes budget einrichtet, mit dem wünsche der autoren finanziert werden, bei dem sich der verlag aber inhaltlich zurücknimmt. es wird ein ausschuss eingerichtet, der die finanzierungswünsche beurteilen soll, in dem neben verlagsmitarbeitern auch unabhängige autoren sitzen. die zusammenarbeit zwischen ausschuss und verlag verläuft schwierig, die beteiligten misstrauen sich, die zusammenarbeit droht zu scheitern. verlag und autoren sind davon gleichermaßen entsetzt und schieben sich gegenseitig die schuld am drohenden scheiten zu.
was will ich damit sagen? 1.: ich habe auch keine lösung. 2. das dilemma ist imo strukturell und nicht einfach aufzulösen. 3. die emotionalität, das misstrauen, die empfindlichkeit sind nicht ursache sondern konsequenz.
Mittwoch, 20. Juli 2011
"Philosophie von “Zusammenarbeit 2.0″" (CPB VI)
So ist es doch ebenso nett wie instruktiv. Twoonix hat auf meinen gestrigen Blogpost nun wiederum auf seinem Blog geantwortet:
Melanie auf Blog-Twoonix:
Die Twoonix-Connection
In seinem Beitrag zeigt er Verbindungen von Mitarbeitern unserer Firma mit dem Verein und dem Gremium der Budgetvergabe von Wikipedia-Projekten auf. Diese sind durch das Mitwirken der Twoonix in der Community bekanntermassen vorhanden und sollen im folgenden erläutert werden.
Melanie auf Blog-Twoonix:
Die Twoonix-Connection
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Dienstag, 19. Juli 2011
Community-Projektbudget (V): die Twoonix-Connection
Um mal einen der faszinierendern Nebenstränge im Fall Community-Projektbudget anzureissen, der eng mit der noch auszubreitenden Nebenhandlung Serbien zusammenhängt:
Juliana stand in einer komplexen Beziehung zu Wikimedia Serbia und hatte in dieser Funktion etwas mit der Organisation des Wikimedia Management Congress 2011; Belgrade, Serbia zu tun.
Für diesen Kongress hat sie an das deutsche Community-Projekt Budget einen Antrag auf Förderung gestellt.
Soweit so unspannend. Spannender wird es, wenn man sieht, wer diesen Kongress sponsert: Website (wiki, domain and hosting) is donated by TWOONIX Software Company, Berlin, Germany
Was eventuell daran liegt, dass Juliana unter anderem für Twoonix gearbeitet hat.
Spannend wird es dann aber in den weiteren Schritten:
Über diesen Antrag entscheiden dann nacheinander zwei Gremien:
* der Community-Projektausschuss. In dem sitzt unter anderem Ralf R ("Wikipedia, Wikimedia, Twoonix Software GmbH"). Der hat sich meines Wissens bei der Abstimmung im Ausschuss nicht enthalten.
* der Wikimedia-Deutschland-Vereinsvorstand. In dem sitzt unter anderem Robert Radke ("Geschäftsführender Gesellschafter von Twoonix").
Juliana stand in einer komplexen Beziehung zu Wikimedia Serbia und hatte in dieser Funktion etwas mit der Organisation des Wikimedia Management Congress 2011; Belgrade, Serbia zu tun.
Für diesen Kongress hat sie an das deutsche Community-Projekt Budget einen Antrag auf Förderung gestellt.
Soweit so unspannend. Spannender wird es, wenn man sieht, wer diesen Kongress sponsert: Website (wiki, domain and hosting) is donated by TWOONIX Software Company, Berlin, Germany
Was eventuell daran liegt, dass Juliana unter anderem für Twoonix gearbeitet hat.
Spannend wird es dann aber in den weiteren Schritten:
Über diesen Antrag entscheiden dann nacheinander zwei Gremien:
* der Community-Projektausschuss. In dem sitzt unter anderem Ralf R ("Wikipedia, Wikimedia, Twoonix Software GmbH"). Der hat sich meines Wissens bei der Abstimmung im Ausschuss nicht enthalten.
* der Wikimedia-Deutschland-Vereinsvorstand. In dem sitzt unter anderem Robert Radke ("Geschäftsführender Gesellschafter von Twoonix").
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Montag, 18. Juli 2011
Community-Projektbudget (IV): Was ist überhaupt passiert?
Die Geschichte des Community-Projektbudgets vom WMDE schlägt weitere Wellen. Hatte ich gedacht, die dramatischen Momente wären vorüber, haben mich gleich zwei Rücktritte Gestern und Heute eines Besseren belehrt.
Nach einem kurzen Hintergrund zum Community-Projektbudget und der farbenfrohen dramatischen Auseinandersetzung fehlt das wichtigste: der Blick wenn der Rauch verflogen ist, und darauf, was nun zu einem rückgetretenen Ausschussmitglied, zwei absentierten Ausschussmitgliedern und zwei zurückgetretenen WMDE-Vorstandsmitgliedern führte.
Freundlicherweise ist mir die Wikipedia zuvorgekommen, wo heute Abend auf der Diskussionsseite zum Community-Projektebudget eine Dokumentation entstand. An der haben den Abend über diverse Vorstands- und Ausschussmitglieder mitgearbeitet. Sie scheinen halbwegs einig zu sein, so dass zumindest kein kompletter Unsinn in der Chronologie steht. Stand ist 18.7.2011 um 23:10 und hier ist der Text zur Dokumentation:
31. Mai 2011: deadline zum einreichen von anträgen für das CPB. eingereicht sind u.a. auch anträge des vorstands- und ausschussmitglieds olaf k (2 Anträge), sowie der vorstandsmitglieder sebastian m (1 Antrag) und achim (2 Anträge) [1] und ein antrag des wikimedia chapter serbien auf unterstützung bei einem kongress, in dieser sache vertreten durch juliana, die beruflich sowohl mit dem ausschussmitglied ralf r als auch mit dem vorstandsmitglied robert verbunden ist.
Anfang Juni 2011: der CPB-ausschuss konstituiert sich telefonisch und sortiert bereits einige anträge endgültig aus, die übrigen anträge werden einzelnen berichterstattern zugeteilt, die daraufhin mit den antragstellern kommunizieren. die geschäftsstelle richtet im anschluss eine mailingliste und ein wiki ein, die anträge werden durch sebastian s in das wiki übertragen.
7. Juni 2011: olaf k versendet mails an die antragsteller, in denen diesen mitgeteilt wird, ihre anträge könnten lediglich durch die ausschussmitglieder eingesehen werden.
Nach einem kurzen Hintergrund zum Community-Projektbudget und der farbenfrohen dramatischen Auseinandersetzung fehlt das wichtigste: der Blick wenn der Rauch verflogen ist, und darauf, was nun zu einem rückgetretenen Ausschussmitglied, zwei absentierten Ausschussmitgliedern und zwei zurückgetretenen WMDE-Vorstandsmitgliedern führte.
Freundlicherweise ist mir die Wikipedia zuvorgekommen, wo heute Abend auf der Diskussionsseite zum Community-Projektebudget eine Dokumentation entstand. An der haben den Abend über diverse Vorstands- und Ausschussmitglieder mitgearbeitet. Sie scheinen halbwegs einig zu sein, so dass zumindest kein kompletter Unsinn in der Chronologie steht. Stand ist 18.7.2011 um 23:10 und hier ist der Text zur Dokumentation:
31. Mai 2011: deadline zum einreichen von anträgen für das CPB. eingereicht sind u.a. auch anträge des vorstands- und ausschussmitglieds olaf k (2 Anträge), sowie der vorstandsmitglieder sebastian m (1 Antrag) und achim (2 Anträge) [1] und ein antrag des wikimedia chapter serbien auf unterstützung bei einem kongress, in dieser sache vertreten durch juliana, die beruflich sowohl mit dem ausschussmitglied ralf r als auch mit dem vorstandsmitglied robert verbunden ist.
Anfang Juni 2011: der CPB-ausschuss konstituiert sich telefonisch und sortiert bereits einige anträge endgültig aus, die übrigen anträge werden einzelnen berichterstattern zugeteilt, die daraufhin mit den antragstellern kommunizieren. die geschäftsstelle richtet im anschluss eine mailingliste und ein wiki ein, die anträge werden durch sebastian s in das wiki übertragen.
7. Juni 2011: olaf k versendet mails an die antragsteller, in denen diesen mitgeteilt wird, ihre anträge könnten lediglich durch die ausschussmitglieder eingesehen werden.
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Donnerstag, 14. Juli 2011
Community-Projektbudget (III): Chronologie einer Aufregung
Der nächste Teil im Versuch, sich der unübersichtlichen Gemengelage des Community-Projektbudgets (CPB) zu nähern. Nach dem Versuch von letzter Woche darzustellen, was das CPB eigentlich sein sollte und hoffentlich auch wird, jetzt der Versuch eines Nachvollziehens der derzeitigen Diskussion. Die ganze Diskussion in ihrer mäandrierenden Ausführlichkeit gibt es in der Wikipedia, die ersten Diskussionsversuche von Tag eins auf der Mailingliste, [VereinDE-l] Rücktritte/Pausen Community-Projektbudgetausschuss
Vorlauf: Nach Außen: Friede, Freude, Eierkuchen, alles scheint prima zu laufen.
Tag 1: 1. Juli: Anneke, Ausschussmitglied: Da die Zusammenarbeit mit dem Vorstand des Vereins Wikimedia Deutschland meinerseits nicht mehr gewünscht ist, trete ich mit sofortifer Wirkung von meinem Amt zurück. Der nächste Nachrücker ist RaBoe. Liebe Grüße Euch,
Kurz darauf gefolgt von Ausschussmitglied Ralf: Meine Arbeit im Ausschuß pausiert vorerst, bis die Differenzen mit dem Vorstand geklärt sind. Da einige Ausschußmitglieder momentan privat verhindert sind, kann dies einige Tage dauern.
Das kam jetzt ein bißchen überraschend, demzufolge große Aufregung.
Spontane Reaktion Vorstandsmitglied Achim: Bis heute besteht von seiten des Vorstands bzw. Teilen desselben ein ziemlich massives Informationsdefizit bezüglich der Aktivitäten des CPB-Ausschusses - nuya, eigentlich besteht komplette Funkstille in unsere Richtung seitens des Ausschusses bzw. dessen Vorsitzenden. Da dies aua unserer Sicht nicht nur suboptimal sondern schlicht inakzeptabel ist, wurden für alle Vorstandsmitglieder Zugänge in den Arbeitsbereich des Ausschusses geöffnet - dieser Eingriff in die Souveränität führte zu dem bekannten Ergebnis. Man mag das doof finden, aber ....
Kurz darauf von Vorstandsmitglied Michail: Es ging u.a. um die Bitte des Ausschusses einen Antrag vorzeitig zu genehmigen, da eine gewissen Terminnot bestünde. Die Bitte unsererseits dann auch die Begründung für diesen Antrag vorzeitig zu liefern, geschah leider nicht (warum auch immer). Es geschah einfachnichts. Es geht also nicht nur um Richtlinien, sondern auch bereits um Anträge.
Auch noch am selben Abend, Ausschussmitglied Martin: Nein, wir wurden vor vollendete Tatsachen gestellt, wir wurden erst nach Verwunderung über neue Mitglieder in der Benutzergruppe „Ausschuss“ informiert. Man hat mit uns nicht den Dialog im Voraus gesucht, sondern offensichtlich nur mit [Ausschussvorsitzenden und WMDE-Schatzmeister] Olaf. ... Dass der Vorstand nicht auf diesen unseren Bericht warten kann, wo wir Ehrenamtliche gerade in Urlaub, Umzug oder Prüfungsstress sind, ist bedauerlich. Dass nun auch Vorstandsmitglieder Einsicht auf unsere internen Beratungen über Anträge haben, die Vorstandsmitglieder einreichten, erachte ich als problematisch und ohne vorherigen Hinweis bedenklich. Dass wir private Informationen dort hinterlassen haben, die für eine nun noch größere Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurden, kommt noch dazu.
Also mein Stand erster Abend: Irgendein dringendes Kommunikationsproblem zwischen WMDE-Vorstand und Ausschussvorsitzendem von dem der restliche Ausschuss nichts wusste. WMDE-Vorstand hat sich selbst Zugriff auf vertrauliche Daten eingeräumt.
Tag 2, 2. Juli. Noch in der Nacht, Vorsitzender Sebastian: Der Vorstand tritt am Dienstag zu seiner nächsten Telefonkonferenz zusammen, wo auch das weitere Vorgehen besprochen wird. Ich gehe davon aus, dass wir uns Mittwoch [6. Juli, Tag 6) umfassend äußern können. [...] Aus Sicht des Vorstands war Eile geboten. Warum sie das war, werden wir auch begründen
Vorwurf in der Diskussion: [D]ie vermutung gründet sich darauf, dass der ausschuss ausdrücklich angekündigt hatte, am 3.7. seinen bericht zu liefern und auf den angaben der ausschussmitglieder, dass der vorstand keinerlei kommunikationsversuche gegenüber diesen gestartet hat, bevor die "drastischen massnahmen" ergriffen wurden. es ist aber lediglich eine vermutung.
Nochmal Sebastian: Die zweite Vermutung, der Vorstand hätte keinerlei Kommunikationsversuche gestartet, trifft auch nicht zu. Verbindungsglied zwischen Ausschuss und Vorstand ist der Schatzmeister, also Olaf. Ihm gegenüber wurden zu verschiedenen Zeiten Fragen gestellt und Informationswünsche mitgeteilt, von denen wir bis vor kurzem davon ausgingen, dass sie auch weitergeleitet wurden.
Nochmal von Ausschussmitglied Martin: Die eine Anmerkung sei vielleicht gestattet: Wieso werden die offensichtlich nicht nur mono- sondern bilateralen Probleme zwischen Vorstand und einem Ausschussmitglied (das nun auch noch Vorstandsmitglied ist) auf dem Rücken des gesamten Ausschusses ausgetragen? Das ist ein für mich vollkommen unverständliches, unzweckmäßiges Verhalten und schadet zwar nicht nur dem Ausschuss, aber vor allem diesem. ... Natürlich sind wir euch gegenüber rechenschaftspflicht, dann fragt doch aber gefälligst den Ausschuss. Das ist nicht so schwer, der hat eine Mailingliste.
Ausschussmitglied Anneke führt weiter aus: Hintergrund ist, dass der 1. Vorsitzende des Vereins gestern unangekündigt - und meinem Empfinden nach komplett aus dem Off - sich selbst und anderen Leserechte auf das interne Beratungswiki des Ausschusses verschafft hat ... In diesem Wiki lagern eine Menge personenbezogener Daten der Antragsteller sowie u.a. auch Telefonnummern der Ausschussmitglieder - Was geht hier eigentlich mit Datenschutz? // Mehrere Mitglieder des Vorstandes haben selbst Anträge eingereicht (von denen vom Ausschuss nicht alle bewilligt wurden). Auch diesbezüglich hat diese Vorgehensweise der Informationsbeschaffung ein Geschmäckle.
Längere Diskussion darum, ob Vorstandsmitglieder Achim und Sebastian eigene Anträge eingereicht haben. Haben sie, scheint aber allem Anschein nach keine Rolle bei der ganzen Sache zu spielen. Achim hat seine Anträge auch mittlerweile veröffentlicht, Sebastian ebenso wusste zu dem Zeitpunkt, dass sein Antrag schon seit Wochen abgelehnt war, und hat ihn formal vor der ganzen Aktion zurückgezogen. [Siehe dazu auch den Leserkommentar unten]
Achim stellt klar: Nur zur Kenntnis: Ich habe mir nirgends Rechte gegeben - ich wüßte nichtmal wie ich das tun sollte; Allen Vorstandsmitgliedern wurden entsprechend Rechte freigegeben... Ich persönlich habe den Zugriff bislang nicht genutzt und werde dies auch nicht tun.
Sebastian legt noch mal mit seiner Interpretation von Interessenkonflikten nach, und wie das ist mit eigenen Anträgen: Ich sehe den Konflikt gerade nicht. Unsere Richtlinie zu Interessenskonflikten sagt aus, dass betroffene Personen die Entscheidungsfindung nicht beeinflussen dürfen (von der Lieferung von Informationen und Antworten auf Fragen abgesehen). Sie sieht aber nicht vor, dass sie von den Beratungen und den Abstimmungen nichts wissen kann. Warum auch? Mir erschließt sich nicht, welcher Konflikt hier existieren sollte.
Kleine Grundsatzdiskussion zwischen Sebastian und Martin, ob der Ausschuss quasi autonom agiert, und bei den formal vorgegebenen Punkten den Vorstand informiert und entscheiden lässt, oder ob er quasi den Vorstand die ganze Zeit mit im Entscheidungsprozess halten sollte.
Vorstandsmitglied Ralf schlägt auf: Zur Kenntnis: Ich war technisch nicht in der Lage mir selbst Leserechte im CPB-Wiki zu geben. Ich habe nicht um diese Rechte gebeten, war an einer Entscheidung der Vergabe der Leserechte nicht beteiligt und werde diese Rechte auch nicht nutzen. Ich selbst habe keine Anträge an das CPB gestellt und sehe mich deshalb auch in keinerlei Hinsicht befangen,
Vorschlag aus der Community, die Leserechte wieder abzugeben und normal zu kommunizieren. Antwort Sebastian: Ich bin für jede konstruktive Lösung dankbar. Allerdings ist es zu früh, jetzt schon danach zu suchen, wenn das eigentliche Problem noch nicht abschließend untersucht wurde. Mehr möchte ich dazu nicht sagen. Was wohl heißen soll: die Leserechte bleiben aus Gründen beim Vorstand.
Abend weitere Unklarheiten, weil nicht nur der Vorstand, sondern auch einige wenige MItarbeiter der Geschäftsstelle Zugriff auf die Ausschusswiki, und damit auf alle darin enthaltenen Daten haben; ob das vorher bekannt war, und inwieweit diese benötigt werden, um den Ausschuss organisatorisch zu unterstützen.
Im Hintergrund spielt die Nebenhandlung Serbien, die aber in all ihrer Gloriosität einen eigenen Blogpost verdient.
Weitere Grundsatzdiskussionen, ob Vorstandsmitglieder überhaupt berechtigt sind, Anträge zu stellen. In Kürze: ja.
Nachts Vorstandsmitglied Sebastian W. (nicht der Vorsitzende): Danke. Es glaubt Gottseidank niemand ernsthaft, dass irgend jemand der daran Beteiligen (oder sind wir schon bei „darin Verwickelten“ angekommen?) die Vergabe des Budgets im Sinne des Vereinszwecks verhindern will. Inzwischen weiß ich aber wieder, warum ich so lange mit mir ringen musste, mich als Kandidat für den Vorstand zur Verfügung zu stellen. Es gibt zu wenige, die die Fahne der Vernunft über dem Meer der Eitelkeiten schwenken.
Tag 3, 3. Juli: Grundsatzpost eines Communitymitglieds: ...Nicht zum ersten Mal fällt die Vereinsführung, insbesondere in Form des 1. Vorsitzenden, negativ auf. Es ist wie in der Politik: es wird moralisch und in Punkto gesunde Sensibilität und Integrität so was von daneben gegriffen, danach wird - wenns denn auffällt - in Politsprech herumgewieselt oder stur und wortkarg die eigene Position durchgesetzt und nach Kohl'scher Manier ausgesessen. Was bei WMDE leider allzu oft vergessen zu werden scheint: nicht alles, was nicht explizit in MVs verboten wurde, ist erlaubt. Und noch viel mehr ist nicht alles, was machbar sein könnte, auch sinnvoll...
Weitere Diskussion, um Anträge durch Vorstandsmitglieder. Nochmal Ausschussmitglied Anneke: Um hier mal ein wenig Klarheit zu schaffen: Formell gesehen ist das Einreichen von Anträgen seitens des Vorstandes möglich. Im Endeffekt war es dem Ausschuss auch lieber, die Leute stellen Anträge offen, als das irgendwelche Pappkameraden vorgeschickt werden (das ist bei der Vernetzung hier ja durchaus möglich). Ansonsten haben wir diese Anträge wie alle anderen behandelt, d.h. wir habe geguckt, ob wir das Konzept für konsistent und sinnvoll halten. Auch ist der Antrag von Sebastian im Vorfeld aus inhaltichen Gründen abgelehnt worden, nicht aus persönlichen. Thema Druck: Nein, es ist kein weiterer Druck seitens der Vorstandes ausgeübt worden. Allerdings empfinde ich seit gestern durchaus einen gewissen Druck und ich habe nach wie vor Probleme, wenn sich Personen, die hier einen Antrag eingereicht haben sich hier Leserechte verschaffen,
Anderes Communitymitglied: Auch mal meine Sicht als communitymitglied dazu: Ein Sturm im Wasserglas. Offenbar gab es vorher keine Überlegungen wie dieses Gremium zu Arbeiten hat. Dann ist auch die Kommunikation über nur eine Person, zwischen Gruppe und Verein, offenbar nicht optimal gewesen.
Noch ein Communitymitglied: Ich habe lange Jahre einen Verein geführt und weiß, dass man als Vorsitzender Dinge erfährt, die nicht an die Öffentlichkeit gehören: Erkrankungen von Mitgliedern und Mitarbeitern, private Geldprobleme usw. Das Vertrauen der Mitglieder, dass man in solchen Bereichen im Sinne des Vereins vorgeht, gewinnt man nur, wenn man in allen anderen Bereichen sorgfältig dokumentiert, nachvollziehbar Informationen weitergibt, auf Fragen kurzfristig antwortet und nicht immer wieder und in vielen Bereichen Gründe findet, Informationen zurückzuhalten, Berichte verspätet vorlegt usw. Dazu gehört auch Sensibilität für mögliche Konflikte
Tag 4: Ausschussvorsitzender und WMDE-Schatzmeister Olaf taucht wieder auf: Ich bitte alle Beteiligten, die interne Klärung innerhalb des Budgetauschusses und des Vorstandes abzuwarten. Ich gehe davon aus, dass in den kommenden Tagen klärende Gespräche stattfinden.
Sebastian nochmal: Ich hatte auf dieser Seite mehrfach erklärt, dass der Vorstand am Dienstag abend (also morgen) zu einer Telefonkonferenz zusammentreten wird und dass ich davon ausgehe, dass wir am Mittwoch über die Hintergründe der Situation berichten werden. ... Ein paar persönliche Worte: diese ewige Ungeduld und Neugier, dieses ewige immer-alles-sofort-wissen-müssen, selbst bevor die Fakten überhaupt für irgendjemanden klar sind, ist einfach nur ätzend und destruktiv. Niemandem ist damit geholfen. Wenn ich hier erkläre, dass innerhalb von fünf Tagen alles aufgeklärt werden wird, dann erwarte ich, dass das ausreicht und Spekulationen, Mutmaßungen und insbesondere Anklagen und Unterstellungen sofort aufhören.
Spätabends Stellungnahme Ausschussmitglied Peter: Ich bin z. Zt. im Urlaub. Allen Mitgliedern des Budgetausschusses ist das bekannt, auf meiner Benutzerseite in WP ist das ebenfalls mitgeteilt. ...Mein Vertrauen in die Zusammenarbeit mit dem Vorsitzenden des Vereins ist durch dessen Eingriff in die Interna des Ausschusses massiv gestört. Solange hier von Seiten des Vereinsvorstands bzw. des Vereinsvorsitzenden eine vollumfänglich nachvollziehbare Erklärung für dieses Tun fehlt, lasse ich als Community-Vertreter alle Amtsgeschäfte ruhen. Dass die Arbeit des Ausschusses, die ich als ausnahmslos sachbezogen u verantwortlich erlebt und mitgestaltet habe, auf eine solche Art und Weise in Misskredit gebracht werden kann, hätte ich vor dem zurückliegenden Wochenende niemals für möglich gehalten
Tag 6, Tag der angekündigten großen Erklärung des Vorstands: Die Vorstandsmitglieder geben ihre Leserechte wieder ab. Erklärung Anneke: Für`s Protokoll: Der Vorstand hat gestern getagt und die Leserechte für das interne Beratungswiki wurden gestern wieder zurückgenommen und es erfolgte eine schriftliche Entschuldigung seitens Sebastian Moleskis an die Mitglieder dieses Ausschusses. Ob da alle so mit zufrieden sind, kann ich nicht sagen, ich persönlich erwarte hier zumindest auch noch eine öffentliche Entschuldigung.
Große Aufklärung kommt nicht. Zitat: Die Diskussion im Vorstand ist noch nicht abgeschlossen. In den nächsten Tagen wird der Austausch fortgeführt. Auch mit dem Ausschuss werden weitere Gespräche stattfinden, um die nötigen Voraussetzungen für die Fortführung seiner Arbeit zu schaffen und die persönliche Vertrauensbasis zu stärken.
Die Mitgliedschaft ist lautstark unbegeistert.
Abends, Community: die statements des vorstandes erklären leider weder eine echte nachvollziehbare eilsituation, noch findet sich hier eine unmissverständliche und klare entschuldigung. was soll das? nachdem die mitglieder des budgetausschusses durch die aktionen und äusserungen von vorstandsmitgliedern erheblich diskreditiert worden sind, erwarte ich, dass der vorstand hier auch klare worte findet, um deren reputation wieder herzustellen. andernfalls muss klarer ausgesprochen werden, was einer solchen entschuldigung entgegenstehen könnte. ich glaube nicht, dass eine vertrauensvolle zusammenarbeit in der zukunft möglich wird, wenn vorwürfe weiter einfach im raum stehen bleiben
Noch eins von zahlreichen Beispielen: «Nachdem es keinen Bedarf mehr für den direkten Zugriff auf Wiki und Mailingliste des Budgetsausschusses gab, hat Sebastian Moleski noch während der Konferenz die Zugänge auf den Stand vor dem 1. Juli zurückgesetzt.» Sorry, in viereinhalb Stunden mus man abklären können, ob es diesen Bedarf gegeben hat, oder ob der nie vorhanden war, und für eine allfällige Begründung auch eine Formulierung finden. In einer Woche, sagt ihr, diskutiert ihr weiter?
Dafür immerhin ein genehmigter Eilantrag: Wikipedia Loves Monuments Mittelhessen.
Zusammenfassung durch Achim was in der Telefonkonferenz passierte:
Tag 7, 7. Juli: Ausschussmitglied Peter nachts: ..[Sebastian] hat sich ohne vorherige Rücksprache mit dem Vereinsvorstand diese Infos einfach durch Eindringen in das Arbeitswiki des Ausschusses sowie durch Lektüre von ausschussinternen Mails (Mailingliste des Ausschusses) beschafft. In diesem Wiki und in dieser Mailingliste gibt es nichts, was in irgendeiner Weise unsauber, problematisch, unfair, vereinsgefährdend oder unlauter wäre. Hier wurde auch nicht daran gearbeitet, dem Vorstand Infos systematisch vorzuenthalten, wie [Sebastian] in den letzten Tagen nicht müde wurde anzudeuten.
Tag 8: Langes Statement Olaf S, der selber auf der Mitgliedsversammlung einen Antrag auf ein anderes Verfahren gestellt hatte, und auch einen Antrag beim jetzigen Ausschuss gestellt hat: Das Gutachtergremium agierte - ich sage das nachdem ich ihm als Antragsteller gegenübersaß - hochprofessionell. Die Stimmung im Beratungsraum, in dem Antragsteller sich den Fragen der Gutachter stellten, war offen und sachlich kritisch gegenüber den Bewerbern, es roch nach konzentrierter Mammutsitzung. Ich war da ehrlich beeindruckt, fand das als Antragsteller faszinierend gut organisiert. ... Die aktuelle Konfliktzone zwischen Vorstand und Ausschuss überraschte mich nicht - im Moment frage ich mich, ob der Fehler allein persönlicher Natur ist, oder ob ich ihn als Strukturfehler einstufen soll. Dass es gut war, ein Communitybudget auszuschreiben, steht außer Frage - die Menge der Anträge und die Arbeit des Gremiums, das hier engagiert tätig wurde - ein klares ja. Mir wäre viel daran gelegen, die Mitglieder des Gremiums würden individuell nachdenken, ob man das Vorverfahren (vor der Vorladung in Hamburg) öffentlicher hätte führen sollen und wie ein solches Gremium gegenüber dem Vorstand positioniert sein soll. Ich vermutete im Herbst, es würde am freisten urteilen, wenn es selbst nicht entschiede, nur einen fundierten Ratschlag abgab.
Tag 9-12: Übliches Diskussionsrauschen. Viele spannende und interessante Vorschläge zu geänderten Strukturen, die hier jedoch den Rahmen sprengen würden.
Tag 13 (tatsächlich gepostet während ich hier im Blogpost gerade zwischen Tag 2 und 3 schrieb): Ralf für den Vorstand:
Vorlauf: Nach Außen: Friede, Freude, Eierkuchen, alles scheint prima zu laufen.
Tag 1: 1. Juli: Anneke, Ausschussmitglied: Da die Zusammenarbeit mit dem Vorstand des Vereins Wikimedia Deutschland meinerseits nicht mehr gewünscht ist, trete ich mit sofortifer Wirkung von meinem Amt zurück. Der nächste Nachrücker ist RaBoe. Liebe Grüße Euch,
Kurz darauf gefolgt von Ausschussmitglied Ralf: Meine Arbeit im Ausschuß pausiert vorerst, bis die Differenzen mit dem Vorstand geklärt sind. Da einige Ausschußmitglieder momentan privat verhindert sind, kann dies einige Tage dauern.
Das kam jetzt ein bißchen überraschend, demzufolge große Aufregung.
Spontane Reaktion Vorstandsmitglied Achim: Bis heute besteht von seiten des Vorstands bzw. Teilen desselben ein ziemlich massives Informationsdefizit bezüglich der Aktivitäten des CPB-Ausschusses - nuya, eigentlich besteht komplette Funkstille in unsere Richtung seitens des Ausschusses bzw. dessen Vorsitzenden. Da dies aua unserer Sicht nicht nur suboptimal sondern schlicht inakzeptabel ist, wurden für alle Vorstandsmitglieder Zugänge in den Arbeitsbereich des Ausschusses geöffnet - dieser Eingriff in die Souveränität führte zu dem bekannten Ergebnis. Man mag das doof finden, aber ....
Kurz darauf von Vorstandsmitglied Michail: Es ging u.a. um die Bitte des Ausschusses einen Antrag vorzeitig zu genehmigen, da eine gewissen Terminnot bestünde. Die Bitte unsererseits dann auch die Begründung für diesen Antrag vorzeitig zu liefern, geschah leider nicht (warum auch immer). Es geschah einfachnichts. Es geht also nicht nur um Richtlinien, sondern auch bereits um Anträge.
Auch noch am selben Abend, Ausschussmitglied Martin: Nein, wir wurden vor vollendete Tatsachen gestellt, wir wurden erst nach Verwunderung über neue Mitglieder in der Benutzergruppe „Ausschuss“ informiert. Man hat mit uns nicht den Dialog im Voraus gesucht, sondern offensichtlich nur mit [Ausschussvorsitzenden und WMDE-Schatzmeister] Olaf. ... Dass der Vorstand nicht auf diesen unseren Bericht warten kann, wo wir Ehrenamtliche gerade in Urlaub, Umzug oder Prüfungsstress sind, ist bedauerlich. Dass nun auch Vorstandsmitglieder Einsicht auf unsere internen Beratungen über Anträge haben, die Vorstandsmitglieder einreichten, erachte ich als problematisch und ohne vorherigen Hinweis bedenklich. Dass wir private Informationen dort hinterlassen haben, die für eine nun noch größere Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurden, kommt noch dazu.
Also mein Stand erster Abend: Irgendein dringendes Kommunikationsproblem zwischen WMDE-Vorstand und Ausschussvorsitzendem von dem der restliche Ausschuss nichts wusste. WMDE-Vorstand hat sich selbst Zugriff auf vertrauliche Daten eingeräumt.
Tag 2, 2. Juli. Noch in der Nacht, Vorsitzender Sebastian: Der Vorstand tritt am Dienstag zu seiner nächsten Telefonkonferenz zusammen, wo auch das weitere Vorgehen besprochen wird. Ich gehe davon aus, dass wir uns Mittwoch [6. Juli, Tag 6) umfassend äußern können. [...] Aus Sicht des Vorstands war Eile geboten. Warum sie das war, werden wir auch begründen
Vorwurf in der Diskussion: [D]ie vermutung gründet sich darauf, dass der ausschuss ausdrücklich angekündigt hatte, am 3.7. seinen bericht zu liefern und auf den angaben der ausschussmitglieder, dass der vorstand keinerlei kommunikationsversuche gegenüber diesen gestartet hat, bevor die "drastischen massnahmen" ergriffen wurden. es ist aber lediglich eine vermutung.
Nochmal Sebastian: Die zweite Vermutung, der Vorstand hätte keinerlei Kommunikationsversuche gestartet, trifft auch nicht zu. Verbindungsglied zwischen Ausschuss und Vorstand ist der Schatzmeister, also Olaf. Ihm gegenüber wurden zu verschiedenen Zeiten Fragen gestellt und Informationswünsche mitgeteilt, von denen wir bis vor kurzem davon ausgingen, dass sie auch weitergeleitet wurden.
Nochmal von Ausschussmitglied Martin: Die eine Anmerkung sei vielleicht gestattet: Wieso werden die offensichtlich nicht nur mono- sondern bilateralen Probleme zwischen Vorstand und einem Ausschussmitglied (das nun auch noch Vorstandsmitglied ist) auf dem Rücken des gesamten Ausschusses ausgetragen? Das ist ein für mich vollkommen unverständliches, unzweckmäßiges Verhalten und schadet zwar nicht nur dem Ausschuss, aber vor allem diesem. ... Natürlich sind wir euch gegenüber rechenschaftspflicht, dann fragt doch aber gefälligst den Ausschuss. Das ist nicht so schwer, der hat eine Mailingliste.
Ausschussmitglied Anneke führt weiter aus: Hintergrund ist, dass der 1. Vorsitzende des Vereins gestern unangekündigt - und meinem Empfinden nach komplett aus dem Off - sich selbst und anderen Leserechte auf das interne Beratungswiki des Ausschusses verschafft hat ... In diesem Wiki lagern eine Menge personenbezogener Daten der Antragsteller sowie u.a. auch Telefonnummern der Ausschussmitglieder - Was geht hier eigentlich mit Datenschutz? // Mehrere Mitglieder des Vorstandes haben selbst Anträge eingereicht (von denen vom Ausschuss nicht alle bewilligt wurden). Auch diesbezüglich hat diese Vorgehensweise der Informationsbeschaffung ein Geschmäckle.
Längere Diskussion darum, ob Vorstandsmitglieder Achim und Sebastian eigene Anträge eingereicht haben. Haben sie, scheint aber allem Anschein nach keine Rolle bei der ganzen Sache zu spielen. Achim hat seine Anträge auch mittlerweile veröffentlicht, Sebastian ebenso wusste zu dem Zeitpunkt, dass sein Antrag schon seit Wochen abgelehnt war, und hat ihn formal vor der ganzen Aktion zurückgezogen. [Siehe dazu auch den Leserkommentar unten]
Achim stellt klar: Nur zur Kenntnis: Ich habe mir nirgends Rechte gegeben - ich wüßte nichtmal wie ich das tun sollte; Allen Vorstandsmitgliedern wurden entsprechend Rechte freigegeben... Ich persönlich habe den Zugriff bislang nicht genutzt und werde dies auch nicht tun.
Sebastian legt noch mal mit seiner Interpretation von Interessenkonflikten nach, und wie das ist mit eigenen Anträgen: Ich sehe den Konflikt gerade nicht. Unsere Richtlinie zu Interessenskonflikten sagt aus, dass betroffene Personen die Entscheidungsfindung nicht beeinflussen dürfen (von der Lieferung von Informationen und Antworten auf Fragen abgesehen). Sie sieht aber nicht vor, dass sie von den Beratungen und den Abstimmungen nichts wissen kann. Warum auch? Mir erschließt sich nicht, welcher Konflikt hier existieren sollte.
Kleine Grundsatzdiskussion zwischen Sebastian und Martin, ob der Ausschuss quasi autonom agiert, und bei den formal vorgegebenen Punkten den Vorstand informiert und entscheiden lässt, oder ob er quasi den Vorstand die ganze Zeit mit im Entscheidungsprozess halten sollte.
Vorstandsmitglied Ralf schlägt auf: Zur Kenntnis: Ich war technisch nicht in der Lage mir selbst Leserechte im CPB-Wiki zu geben. Ich habe nicht um diese Rechte gebeten, war an einer Entscheidung der Vergabe der Leserechte nicht beteiligt und werde diese Rechte auch nicht nutzen. Ich selbst habe keine Anträge an das CPB gestellt und sehe mich deshalb auch in keinerlei Hinsicht befangen,
Vorschlag aus der Community, die Leserechte wieder abzugeben und normal zu kommunizieren. Antwort Sebastian: Ich bin für jede konstruktive Lösung dankbar. Allerdings ist es zu früh, jetzt schon danach zu suchen, wenn das eigentliche Problem noch nicht abschließend untersucht wurde. Mehr möchte ich dazu nicht sagen. Was wohl heißen soll: die Leserechte bleiben aus Gründen beim Vorstand.
Abend weitere Unklarheiten, weil nicht nur der Vorstand, sondern auch einige wenige MItarbeiter der Geschäftsstelle Zugriff auf die Ausschusswiki, und damit auf alle darin enthaltenen Daten haben; ob das vorher bekannt war, und inwieweit diese benötigt werden, um den Ausschuss organisatorisch zu unterstützen.
Im Hintergrund spielt die Nebenhandlung Serbien, die aber in all ihrer Gloriosität einen eigenen Blogpost verdient.
Weitere Grundsatzdiskussionen, ob Vorstandsmitglieder überhaupt berechtigt sind, Anträge zu stellen. In Kürze: ja.
Nachts Vorstandsmitglied Sebastian W. (nicht der Vorsitzende): Danke. Es glaubt Gottseidank niemand ernsthaft, dass irgend jemand der daran Beteiligen (oder sind wir schon bei „darin Verwickelten“ angekommen?) die Vergabe des Budgets im Sinne des Vereinszwecks verhindern will. Inzwischen weiß ich aber wieder, warum ich so lange mit mir ringen musste, mich als Kandidat für den Vorstand zur Verfügung zu stellen. Es gibt zu wenige, die die Fahne der Vernunft über dem Meer der Eitelkeiten schwenken.
Tag 3, 3. Juli: Grundsatzpost eines Communitymitglieds: ...Nicht zum ersten Mal fällt die Vereinsführung, insbesondere in Form des 1. Vorsitzenden, negativ auf. Es ist wie in der Politik: es wird moralisch und in Punkto gesunde Sensibilität und Integrität so was von daneben gegriffen, danach wird - wenns denn auffällt - in Politsprech herumgewieselt oder stur und wortkarg die eigene Position durchgesetzt und nach Kohl'scher Manier ausgesessen. Was bei WMDE leider allzu oft vergessen zu werden scheint: nicht alles, was nicht explizit in MVs verboten wurde, ist erlaubt. Und noch viel mehr ist nicht alles, was machbar sein könnte, auch sinnvoll...
Weitere Diskussion, um Anträge durch Vorstandsmitglieder. Nochmal Ausschussmitglied Anneke: Um hier mal ein wenig Klarheit zu schaffen: Formell gesehen ist das Einreichen von Anträgen seitens des Vorstandes möglich. Im Endeffekt war es dem Ausschuss auch lieber, die Leute stellen Anträge offen, als das irgendwelche Pappkameraden vorgeschickt werden (das ist bei der Vernetzung hier ja durchaus möglich). Ansonsten haben wir diese Anträge wie alle anderen behandelt, d.h. wir habe geguckt, ob wir das Konzept für konsistent und sinnvoll halten. Auch ist der Antrag von Sebastian im Vorfeld aus inhaltichen Gründen abgelehnt worden, nicht aus persönlichen. Thema Druck: Nein, es ist kein weiterer Druck seitens der Vorstandes ausgeübt worden. Allerdings empfinde ich seit gestern durchaus einen gewissen Druck und ich habe nach wie vor Probleme, wenn sich Personen, die hier einen Antrag eingereicht haben sich hier Leserechte verschaffen,
Anderes Communitymitglied: Auch mal meine Sicht als communitymitglied dazu: Ein Sturm im Wasserglas. Offenbar gab es vorher keine Überlegungen wie dieses Gremium zu Arbeiten hat. Dann ist auch die Kommunikation über nur eine Person, zwischen Gruppe und Verein, offenbar nicht optimal gewesen.
Noch ein Communitymitglied: Ich habe lange Jahre einen Verein geführt und weiß, dass man als Vorsitzender Dinge erfährt, die nicht an die Öffentlichkeit gehören: Erkrankungen von Mitgliedern und Mitarbeitern, private Geldprobleme usw. Das Vertrauen der Mitglieder, dass man in solchen Bereichen im Sinne des Vereins vorgeht, gewinnt man nur, wenn man in allen anderen Bereichen sorgfältig dokumentiert, nachvollziehbar Informationen weitergibt, auf Fragen kurzfristig antwortet und nicht immer wieder und in vielen Bereichen Gründe findet, Informationen zurückzuhalten, Berichte verspätet vorlegt usw. Dazu gehört auch Sensibilität für mögliche Konflikte
Tag 4: Ausschussvorsitzender und WMDE-Schatzmeister Olaf taucht wieder auf: Ich bitte alle Beteiligten, die interne Klärung innerhalb des Budgetauschusses und des Vorstandes abzuwarten. Ich gehe davon aus, dass in den kommenden Tagen klärende Gespräche stattfinden.
Sebastian nochmal: Ich hatte auf dieser Seite mehrfach erklärt, dass der Vorstand am Dienstag abend (also morgen) zu einer Telefonkonferenz zusammentreten wird und dass ich davon ausgehe, dass wir am Mittwoch über die Hintergründe der Situation berichten werden. ... Ein paar persönliche Worte: diese ewige Ungeduld und Neugier, dieses ewige immer-alles-sofort-wissen-müssen, selbst bevor die Fakten überhaupt für irgendjemanden klar sind, ist einfach nur ätzend und destruktiv. Niemandem ist damit geholfen. Wenn ich hier erkläre, dass innerhalb von fünf Tagen alles aufgeklärt werden wird, dann erwarte ich, dass das ausreicht und Spekulationen, Mutmaßungen und insbesondere Anklagen und Unterstellungen sofort aufhören.
Spätabends Stellungnahme Ausschussmitglied Peter: Ich bin z. Zt. im Urlaub. Allen Mitgliedern des Budgetausschusses ist das bekannt, auf meiner Benutzerseite in WP ist das ebenfalls mitgeteilt. ...Mein Vertrauen in die Zusammenarbeit mit dem Vorsitzenden des Vereins ist durch dessen Eingriff in die Interna des Ausschusses massiv gestört. Solange hier von Seiten des Vereinsvorstands bzw. des Vereinsvorsitzenden eine vollumfänglich nachvollziehbare Erklärung für dieses Tun fehlt, lasse ich als Community-Vertreter alle Amtsgeschäfte ruhen. Dass die Arbeit des Ausschusses, die ich als ausnahmslos sachbezogen u verantwortlich erlebt und mitgestaltet habe, auf eine solche Art und Weise in Misskredit gebracht werden kann, hätte ich vor dem zurückliegenden Wochenende niemals für möglich gehalten
Tag 6, Tag der angekündigten großen Erklärung des Vorstands: Die Vorstandsmitglieder geben ihre Leserechte wieder ab. Erklärung Anneke: Für`s Protokoll: Der Vorstand hat gestern getagt und die Leserechte für das interne Beratungswiki wurden gestern wieder zurückgenommen und es erfolgte eine schriftliche Entschuldigung seitens Sebastian Moleskis an die Mitglieder dieses Ausschusses. Ob da alle so mit zufrieden sind, kann ich nicht sagen, ich persönlich erwarte hier zumindest auch noch eine öffentliche Entschuldigung.
Große Aufklärung kommt nicht. Zitat: Die Diskussion im Vorstand ist noch nicht abgeschlossen. In den nächsten Tagen wird der Austausch fortgeführt. Auch mit dem Ausschuss werden weitere Gespräche stattfinden, um die nötigen Voraussetzungen für die Fortführung seiner Arbeit zu schaffen und die persönliche Vertrauensbasis zu stärken.
Die Mitgliedschaft ist lautstark unbegeistert.
Abends, Community: die statements des vorstandes erklären leider weder eine echte nachvollziehbare eilsituation, noch findet sich hier eine unmissverständliche und klare entschuldigung. was soll das? nachdem die mitglieder des budgetausschusses durch die aktionen und äusserungen von vorstandsmitgliedern erheblich diskreditiert worden sind, erwarte ich, dass der vorstand hier auch klare worte findet, um deren reputation wieder herzustellen. andernfalls muss klarer ausgesprochen werden, was einer solchen entschuldigung entgegenstehen könnte. ich glaube nicht, dass eine vertrauensvolle zusammenarbeit in der zukunft möglich wird, wenn vorwürfe weiter einfach im raum stehen bleiben
Noch eins von zahlreichen Beispielen: «Nachdem es keinen Bedarf mehr für den direkten Zugriff auf Wiki und Mailingliste des Budgetsausschusses gab, hat Sebastian Moleski noch während der Konferenz die Zugänge auf den Stand vor dem 1. Juli zurückgesetzt.» Sorry, in viereinhalb Stunden mus man abklären können, ob es diesen Bedarf gegeben hat, oder ob der nie vorhanden war, und für eine allfällige Begründung auch eine Formulierung finden. In einer Woche, sagt ihr, diskutiert ihr weiter?
Dafür immerhin ein genehmigter Eilantrag: Wikipedia Loves Monuments Mittelhessen.
Zusammenfassung durch Achim was in der Telefonkonferenz passierte:
Wir haben uns darauf verständigt, dass die Zugänge für die Vorstandsmitglieder in das Arbeitswiki nicht notwendig sind - alle Zugänge wurden entsprechend auf den vorherigen Stand zurückgesetzt, Sebastian hat sich für den Eingriff entschuldigt und ihn erklärt.
Wir haben über einen uns vorliegenden, dringlichen Antrag für ein CPB-Projekt beraten und einstimmig beschlossen, dass wir den uns mittlerweile vorliegenden Begründungen des Ausschusses für eine Förderung folgen - das Projekt kann nun starten, Informationen siehe oben und im Wikipedia:Kurier.
Wir haben in der durch das Fehlen eines zentralen Vorstandsmitglieds zu überbrückenden Zeit beschlossen, dem CPB-Ausschuss ein Treffen zur Klärung vorzuschlagen und es ihnen zu überlassen, ob ein solches gewünscht ist - die Anfrage ging an den Ausschuss gemeinsam mit der Übermittlung des Ergebnisses.
Wir haben weitere Wartezeit mit aus aktueller Sicht relativ unwichtigen Themen gefüllt - bsp. über den Kommentar von Wikimedia Serbien auf dieser Seite
Wir haben darüber beraten, was von dem Eindringen in die Mailingliste durch Sebastian zu halten ist - im Ergebnis hat er den Fehler eingeräumt, dass er nicht richtig kommuniziert hat und er hat sich bei den Mitgliedern des Ausschusses intern und hier öffentlich entschuldigt.
Wir haben abschliessend 2 1/2 Stunden an einer ausführlichen Darstellung des Sachstandes, der Chronologie der Ereignisse und auch Wahrnehmungen gearbeitet, bei der in der mittlerweile längst nicht mehr entspannten Atmosphäre innerhalb des sehr divers besetzten Vorstands an nahezu jedem Satz gefeilt wurde, bis die zentralen Sichtweisen der diametral gegenüberliegenden Wahrnehmungen vertreten waren - dieser Bericht wurde heute an den Ausschuss versendet und ist hoffentlich Gegenstand der kommenden Telefonkonferenz.
Wir haben abschliessend darüber beraten, wie wir der langen Latte noch offener Fragen, gegenseitiger Anschuldigungen und Vorwürfe, Vorhaltungen durch Ausschussmitglieder, Antragsteller und der Community begegnen wollen und können, ohne mit voreiligen Verurteilungen etc. an die Öffentlichkeit zu treten. Wir sind uns in etlichen Punkten in ihrer Bewertung und Relevanz noch immer nicht einig und es bedarf noch einiges an Diskussion und auch Streit, um diese Punkte zu klären. All das lässt sich im aktuellen Zustand nicht nach außen kommunizieren, ohne weitere Vermutungen zu nähren, weiteres Mißtaruen und weitere Vorwürfe aufzubauen
Tag 7, 7. Juli: Ausschussmitglied Peter nachts: ..[Sebastian] hat sich ohne vorherige Rücksprache mit dem Vereinsvorstand diese Infos einfach durch Eindringen in das Arbeitswiki des Ausschusses sowie durch Lektüre von ausschussinternen Mails (Mailingliste des Ausschusses) beschafft. In diesem Wiki und in dieser Mailingliste gibt es nichts, was in irgendeiner Weise unsauber, problematisch, unfair, vereinsgefährdend oder unlauter wäre. Hier wurde auch nicht daran gearbeitet, dem Vorstand Infos systematisch vorzuenthalten, wie [Sebastian] in den letzten Tagen nicht müde wurde anzudeuten.
Tag 8: Langes Statement Olaf S, der selber auf der Mitgliedsversammlung einen Antrag auf ein anderes Verfahren gestellt hatte, und auch einen Antrag beim jetzigen Ausschuss gestellt hat: Das Gutachtergremium agierte - ich sage das nachdem ich ihm als Antragsteller gegenübersaß - hochprofessionell. Die Stimmung im Beratungsraum, in dem Antragsteller sich den Fragen der Gutachter stellten, war offen und sachlich kritisch gegenüber den Bewerbern, es roch nach konzentrierter Mammutsitzung. Ich war da ehrlich beeindruckt, fand das als Antragsteller faszinierend gut organisiert. ... Die aktuelle Konfliktzone zwischen Vorstand und Ausschuss überraschte mich nicht - im Moment frage ich mich, ob der Fehler allein persönlicher Natur ist, oder ob ich ihn als Strukturfehler einstufen soll. Dass es gut war, ein Communitybudget auszuschreiben, steht außer Frage - die Menge der Anträge und die Arbeit des Gremiums, das hier engagiert tätig wurde - ein klares ja. Mir wäre viel daran gelegen, die Mitglieder des Gremiums würden individuell nachdenken, ob man das Vorverfahren (vor der Vorladung in Hamburg) öffentlicher hätte führen sollen und wie ein solches Gremium gegenüber dem Vorstand positioniert sein soll. Ich vermutete im Herbst, es würde am freisten urteilen, wenn es selbst nicht entschiede, nur einen fundierten Ratschlag abgab.
Tag 9-12: Übliches Diskussionsrauschen. Viele spannende und interessante Vorschläge zu geänderten Strukturen, die hier jedoch den Rahmen sprengen würden.
Tag 13 (tatsächlich gepostet während ich hier im Blogpost gerade zwischen Tag 2 und 3 schrieb): Ralf für den Vorstand:
[...] Der CPB-Ausschuss hat am 17. Juni 2011 vor Beschlussfassung über die vorliegenden Förderanträge seine Geschäftsordnung geändert und Ausschussmitglieder, die selbst Antragsteller oder eng mit einzelnen Anträgen verbunden waren, haben an der Beratung ihrer Anträge teilgenommen. Es besteht im Vorstand Konsens, dass in der Geschäftsordnung des Ausschusses die Nichtteilnahme von Antragstellern an Beratungen hätte klarer geregelt werden müssen. Alle Antragsteller sollten die gleichen Bedingungen haben und nicht besser gestellt sein, nur weil sie gleichzeitig dem Ausschuss angehören. Wir sehen hier Bedarf, missverständliche Formulierungen zu korrigieren. Etwaige Änderungen an der Geschäftsordnung sollen dem Vorstand zukünftig zeitnah, insbesondere vor ihrer erstmaligen Anwendung übermittelt werden.
Aus dem Vorstand heraus sind an den Schatzmeister und CPB-Ausschussvorsitzenden Olaf mehrere dringliche Anfragen zur Arbeit des CPB-Ausschusses gestellt worden, die jedoch unbeantwortet blieben. Während einigen Mitarbeitern und den Mitgliedern des Ausschusses Olafs private Hinderungsgründe bekannt waren, wurde dies dem Vorstand nicht kommuniziert. Für solche Verhinderungen haben wir zwar Verständnis, müssen aber auch anerkennen, dass diese fehlende Information zu erheblichen Missverständnissen geführt hat. Wir stellen mehrheitlich fest, dass der Schatzmeister durch die fehlende Information an den Vorstand Mitschuld an den Ereignissen trägt, ihm daraus jedoch keine grobe Pflichtverletzung vorzuwerfen ist. Allgemein sind alle Vorstandsmitglieder aufgefordert, etwaige Verhinderungen zeitnah im Vorstand mitzuteilen, um grundsätzliche Irritationen zu vermeiden und gegebenenfalls Aufgaben anders zu verteilen. Um den Kontakt in den Ausschuss zu verbessern, wird hier eine weitere Ansprechperson (Vertretung) gewünscht.
Wir stellen auch mehrheitlich fest, dass der Eingriff in das Ausschuss-Wiki und die Ausschussmailingliste durch Sebastian nicht notwendig war. Wir haben uns zwar intensiv mit den Beweggründen des Ersten Vorsitzenden auseinandergesetzt, sind aber der Überzeugung, dass es bessere Wege zur Informationserlangung – wie beispielsweise die direkte Ansprache von möglichst vielen Ausschussmitgliedern – gegeben hätte. Wir missbilligen mehrheitlich die gewählte Vorgehensweise und bedauern die dadurch entstandenen Differenzen zwischen CPB-Ausschuss und Vorstand. [...] Uns ist zwischenzeitlich der sehr umfangreiche Bericht des CPB-Ausschusses zu seiner Arbeit in Hamburg zugegangen. Für die detaillierten Darstellungen der Bewertungen zu den einzelnen Anträgen bedanken wir uns ausdrücklich bei allen Beteiligten. Die geleistete Arbeit verdient ein genaues Studium, weshalb wir über diese Anträge erst in der Telefonkonferenz am kommenden Dienstag beraten können (es braucht schlichtweg viel Zeit zum Lesen) [...]
Donnerstag, 7. Juli 2011
Community-Projektbudget (II): Was ist das Community-Projektbudget
Es fing so schön, so traumhaft an. Wikimedia Deutschland ließ sich dazu herab, tatsächlich mal Anträge aus der (Wikipedia-)Community ernsthaft fördern zu wollen, die Community war begeistert, der Enthusiasmus groß, und das dazu gewählte Gremium arbeitete überraschend zügig und vergleichsweise transparent nach Außen. Doch dann, oh dann, dann passierte soviel, dass das in einen Blogpost gar nicht mehr hineinpasst.
Wer gleich den saftigen Skandal sehen möchte, Tränen und Aufregung, Unfassbares und unfassliche, wer fasziniert zusehen möchte, wie sich ein Vereinsvorsitzender selbst demontiert, gehe gleich zum Link: Kommunikationsschwierigkeiten zwischen Vorstand und Ausschuss
Wer das Geschichte übersichtlicher lesen möchte, muss sich noch ein paar Posts gedulden, während ich im Urschleim herumsuche.
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