Mittwoch, 7. Dezember 2016

Wie kommt Wasser in das Schwimmbad?

Ich liebe den Geruch von Trichloramin am Morgen! Oder am Vormittag oder am Abend. Beissend, ein wenig nass riechend, schwimmbadig. Trichloramin, nicht Chlor. Der typische „Chlorgeruch“ im Bad ist nicht der Geruch nach Chlor, sondern der Geruch nach Urinabbauprodukten. „Chlorgeruch“ entsteht wenn Chlor mit Stickstoffen reagiert. Im Schwimmbadkontext kommen die Stickstoffe vor allem Urin und Schweiß zum Chlor, aber auch durch einige Haut- und Haarpflegeprodukte.

Nachdem ich jetzt dafür gesorgt habe, mehr Platz im Bad für mich allein zu haben, folgen einige tiefergehende Worte zum faszinierenden Thema der Wasseraufbereitung im Schwimmbad.

Wasser tauschen


Früher gab es sowas nicht. Wasseraufbereitung? Was sollte Wasseraufereitung sein? Da schwamm man im See oder im Fluss. Wenn man Glück hatte, floß ein einsamer Bergbach mit warmer Quelle durch das eigene Badevergnügen; wahrscheinlicher war es ein Fluss, der irgendwann in die Stadt kam, die Reste vieler hundert Kilometer ungeklärten Wassers enthielt und dementsprechend aussah und roch. Es ist nicht wirklich verwunderlich, warum die Menschheit Wasser viele Jahrhunderte lang für Krankheiten verantwortlich machte. Und selbst im 19. Jahrhundert lästerten die Badenden in der Spree vor der Berliner Innenstadt über die Badenden in der Spree hinter der Berliner Innenstadt, dass Badende weiter hinten in der Spree tote Katzen mit aus dem Wasser brächten.

Zum Glück ist das lange vorbei. In der Spree kann man immer noch nicht baden, aber zumindest treiben im Allgemeinen keine toten Katzen im Fluss. Vor allem existieren mittlerweile Schwimmhallen, die einen Wasseranschluss ganz unabhängig von den Launen des naheliegenden Fließgewässers haben. Im sehr späten 19. Jahrhundert entstanden die ersten Bäder als Zweckbauten. Für die Wasseraufbereitung gab es noch immer keinen echten Mechanismus. Also wurde das Wasser in regelmäßigen Abständen komplett abgelassen und das Becken dann wieder aufgefüllt. Heute funktioniert das anders.


Montag, 5. Dezember 2016

Paterson

We have plenty of matches in our house

Freitag, 2. Dezember 2016

BAMA!

Blaue Flecke allüberall. An den Händen, den Unterarmen und erst recht an den Oberarmen. Erst an der Schulter wird es besser. Dort ist das Shoulder Pad. 32 Grad Anfang Oktober, 90 Prozent Luftfeuchtigkeit. Ich stehe auf einer Rasenfläche in South Haven, Mississippi, Südstaaten, USA. Schwer atmend, blaue Flecken zählend und auf der Suche nach dem Gatorade. Der Zustand nach zwei von vier Stunden des täglichen Trainings.



Lange Jahre hatte es gebraucht bis ich meine Football-Begeisterung ausleben konnte. Bereits zehn Jahr vorher als Junge in der Grundschule hatte ich nachts vor den Fernseher geschlichen, um beim Superbowl die Niederlage der Cincinatti Bengals gegen die San Francisco 49ers mit Joe Montana zu erleben. Zu meinem großen Leidwesen gewann das falsche Team. Denn – ich war jung – Cincinattis Helme im Tigerstreifendesign waren ja wohl das coolste, was es an Sportkleidung gab. Seitdem verfolgte ich den Football. Aber erst Mississippi, die große verschwitzte Umkleidekabine, das Feld, das Laufen-laufen-laufen und noch mehr-laufen, ließ aus dem Interesse eine Obsession werden.

Montag, 21. November 2016

Schokoladenschwimmer

Halloren? Sind das nicht diese niedlichen schmackhaften Schokoladenkügelchen, die sich besonders im Osten Deutschlands großer Beliebtheit erfreuen? So rund, so gefüllt; im Standardsortiment jedes Supermarktes östlich von Niedersachsen.

Nein! Die Hallorenschokoladenkugeln sind bestenfalls ein Nachhall, eine verspätete Hommage eines Hallenser Schokoladenfabrikanten. Die Schoko-Halloren sind benannt nach den echten Halloren. Die Brüderschaft der Halloren war die Brüderschaft der Salzwerker in Halle in der Saale. Die Sole, die in Halle zu Tage trat, konnte einfach gewonnen werden. Von dort aus ging sie in die Welt und trug über Jahrhunderte zu Bedeutung und Reichtum der Stadt bei.

Eine dementsprechende Stellung in Halle hatte die Brüderschaft der Halloren. Es war eine eingeschworene geschlossenen Gemeinschaft, die vor allem untereinander heiratete und eine eigene soziale Gruppe bildete. Zumindest die Autoren des 18. Und 19. Jahrhunderts halten die Halloren für wendischen/slawischen Ursprungs. Wobei die Autoren für diese Einstufung wenig Belege haben außer der offensichtlichen Abgeschlossenheit und Andersartigkeit der Gruppe gegenüber den übrigen Hallensern, was im 19. Jahrhundert ja gerne ethnisch begründet wurde.

Hondorff - Halloren
Halloren in Halle. Aus: Friedrich Hondorff: Das Saltz-Werck zu Halle in Sachsen, ergänzt und aktualisiert von Johann Christoph v. Dreyhaupt in Beschreibung des Saalkreise von 1750.

Was aber noch unbekannter ist als die Halloren selbst, ist die bedeutende Rolle, die die Halloren aus Halle an der Saale bei der Etablierung des Schwimmsports in ganz Deutschland spielten..



Sonntag, 20. November 2016

Darumirritiertmichberlin I

Ein paar Fundstücke aus letzter Zeit.

Mittwoch, 16. November 2016

Dol2morrow



2016. Eine Jahreszahl als politische Lagebeschreibung. Es ist seltsam. Fast noch seltsamer  kommt es mir vor, dass es mir alles so bekannt wirkt. Fast scheint es mir wie eine Wiederholung des Jahres 2000. Damals als Farce in einem Online-Forum. Heute als Tragödie. Die Beschreibung der Tragödie überlasse ich heute anderen, und komme zur Farce.

Es war das Jahr 2000. Das Internet war gerade frisch ausgepackt, neu und aufregend. Ein paar junge Männer aus Aachen hatten eine Abstimmsoftware programmiert und darum ein kleines Internetspiel gestrickt: dol2day, Democracy Online today.

Lang ist's her


Das Prinzip war simpel: Nutzer könnten sich einer von fünf Parteien anschließen (Union, Sozialdemokraten, Liberale, Grüne und Sozialisten), alle paar Wochen wurde ein „Internetkanzler“ ohne Befugnisse gewählt. Zwischendurch vertrieb man sich die Zeit mit Fragen und Abstimmungen zu mehr oder weniger politischen Themen.  

Im Jahr 2000 war so etwas aufregend. Die Plattform wirbt immer noch mit "Web 2.0 seit 2000". Der damals erhaltene Grimme-Online-Preis steht weiterhin auf der Startseite. Die Presse berichtete, einige jüngere Nachwuchspolitiker waren durchaus aktiv (ich erinnere mich an Alexander Graf Lambsdorff), andere hoffnungsvolle Jungengagierte (Hallo, Mathias J) und andere spannende, tolle geistreche Menschen (zuviele nicht dass ich jetzt ausversehen jemand vergesse) zu Anfangszeiten ließen sich auch Parteizentralen ködern und schnupperten mal herein, denn CYBER und INTERNET. Der zeitweise existierende "virtuelle Landesverband" der PDS hatte seinen Ursprung auch in diesem Forum.

Dann geschahen zwei Sachen. 


Montag, 7. November 2016

Alkmene

Alkmene, Tochter des Elektryon und der Anaxo, Frau deren Weisheit von keinem sterblichen übertroffen wurde, groß, ihre dunklen Augen und ihr Gesicht waren so bezaubernd wie das der Aphrodite. Alkmene, Mutter des Herakles, des größten Helden der griechischen Mythologie.

Heracles and Iphicles

Alkmene, geschaffen von preußischen Obstforschern aus dem Cox Orange und Geheimrat Dr. Oldenburg, ohne bekannte Nachkommen. Aber ein Apfel.

Malus Alkmene 4597
Bild: Malus Alkmene. Von: Sven Teschke Lizenz: Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Germany..

Die unbekanntere der beiden Alkemenes entstammt aus der Gegend Frankfurt/Oder.