Freitag, 26. August 2016

Äpfel, Fotos, Kalifornien

Wenn die Wikipedia auf Kalifornien trifft, auf Äpfel, Erntefeste, Kollaboration und Fotografem . So wie es sein solte. Gelegentlich erfüllt die Wikipedia jeden Wunsch und sie ist unterstützend, kollaborativ, inspirierend, gibt allen Beteiligten Spaß und der Menschheit dann etwas zu sehen und zu lesen.


Gravenstein Apple Fair 2016 - 01
Bild: Gravenstein Apple Fair 2016 in Sebastopol, Sonoma County, California Von: Frank Schulenburg Lizenz: CC BY-SA 4.0

Es begann mit dem Schreibwettbewerb. Der Schreibwettbewerb der Wikipedia existiert seit 2005 und findet zweimal im Jahr statt. Einen Monat lang versuchen Autoren DEN BESTEN Artikel zu schreiben und zu verbessern. Dafür gibt es Preise. Meist stiften andere Wikipedianer diese Preise. Sie reichen von Buchgutscheinen über Tee, selbstgemachte Marmelade oder Einladungen zum Opernbesuch.

Im März 2016 waren auch fünf Kilo Äpfel von der Streuobstwiese als Preis ausgesetzt – gestiftet von Benutzer:Sternrenette für den besten Artikel mit Bezug zum Thema Obst. Äpfel! Da konnte ich natürlich nicht widerstehen.


Donnerstag, 18. August 2016

Schwimmbäder nah und fern: Plötzensee

Schwimmbäder sind schön. Eine deutsche Errungenschaft besteht darin, das Land flächendeckend mit Schwimmbädern überzogen zu haben. Schwimmnbäder sind ein Ort für Alle, ein Ort für Bewegung, Spiel und Überraschungen. Schwimmbäder geben einen guten Einblick, wie Menschen sinnvoll ihre Freizeit verbringen. Als Liebhaber von Schwimmbädern werde ich dieses Blog nutzen, um einen Überblick über große und kleine Schwimmbäder zu geben: Becken, Menschen, Duschen, Kaffee und sonstige Annehmlichkeiten. Heute: das Strandbad Plötzensee.

„Pack, die Badehose ein, nimm dein kleines Schwesterlein und dann nichts wie ab zum Plötzensee.“ Ein Schlager, der nie geschrieben wurde. Hat das kleine Plötzellorca im Wedding mit seinem Sandstrand doch nie richtig das Herz der Berliner gewonnen.



Dabei sind die Voraussetzungen nicht schlecht: Der Plötzensee ist der einzige Berliner See, der noch halbwegs eine Innenstadtlage für sich in Anspruch nehmen kann. Das Strandbad existierte einige Jahrzehnte vor dem Bad am Wannsee, ist in der Tat die älteste öffentlich betriebene Badestelle Berlins. Vor langer Zeit betrieb hier Wilhelm Auerbach - der Erfinder des Auerbachsaltos - ein Wellenbad, angetrieben von einem Schaufelrad im Wasser. Falls jemand Fotos davon kennt: ich bin dankbar.

Aber trotz allem: Über „Weltberühmt im Wedding“ ist der Plötzensee nicht hinausgekommen.


Montag, 15. August 2016

Heidel/Blau/Wald/Zeck/Moos

Es wird Herbst. Die Äpfel fallen uns vor die Füße. Wortwörtlich. Unser kleines Alkmene-Bäumchen hat Ende Juli den ersten verzehrfähigen Apfel abgeworfen; noch nicht richtig reif und wumrstichig, aber in Teilen essbar. Die Nachbarin hat uns von ihrem Baum (Sorte noch unbekannt) gleich eine ganze Schüssel Fall-Äpfel für Apfelmus mitgegeben. Der James Grieve, unser Sommerapfel, ist schon halb abgeerntet.

Unser Selbstpflücker-Feld-für-alles-von-Erdbeeren-über-blauen-Blumenkohl-bis-Dill-und-Salat hat auch die ersten Äpfel im Angebot: Piros. Wie Pirol. Pinova, Pingo, Pisaxa und drei Dutzend andere Sorten ist Piros eine Sorte der Dresdner Obstforscher aus Pillnitz. Eingeführt in den Markt 1985, eine echte DDR-Sorte. Piros ist Sommersorte, frühblühend, frühtragend, nicht sehr lagerfähig und so mäßig aromatisch. Aber der Apfel ist da!



Bevor  die Äpfel und die andere reichhaltige Herbst-Ernte dominieren, will ich doch noch mal etwas vom Sommer schwärmen mit einem echten Sommerobst: Heidelbeeren/Blaubeeren/ Schwarzbeeren/ Mollbeeren/ Wildbeeren /Waldbeeren /Bickbeeren / Zeckbeeren /Moosbeere// Heubeere. Wild wachsend in Europa, Superfood-verdächtig, mit tausenderlei tollen Inhaltsstoffen.

Aber könnte je etwas in Deutschland Superfood werden, was die Menschen schon von ihren Eltern kennen? Kann etwas total normal und gleichzeitig super sein? Natürlich nicht. Die Heidelbeere ist viel zu bekannt und zu profan, um sich jemals als Superfood durchsetzen zu können. Dabei haben die Beeren etwas für sich: neben Wasser und Kohlehydraten enthalten sie vor allem Pektin und mehr gesunde Chemikalien als eine halbe Apotheke.


Mittwoch, 10. August 2016

Toni Erdmann

* Ist ein Film

* Ich litt. Über drei Stunden. Selten einen Film erlebt, in dem die Zuschauer so sehr mit den Figuren mitleiden.

* Urkomisch.

* Alle diese Menschen im Film habe ich schon getroffen.

* Der Film hatte gewonnen als er mit einer minutenlangen Einstellung auf eine komische deutsche Baumarkt-Haustür, die Mülltonnensammlung und das an die Wand gelehnte Fahrrad begann.

* Das Leiden beginnt sofort. Mit der ersten Person, die im Film erscheint.

* Powerpoint-Präsentation

* Schul-Theateraufführung.

* Eislaufbahn in der Mall.

Day 302 Little Monsters
Bild: Stephanie's hilarious creations. Von: Lindsey T Lizenz: Creative Commons Attribution 2.0 Generic license.


* Aus seltsamen Zufällen heraus, waren die beiden Filme, die wir vorher sahen, Cate Blanchett-Filme (Blue Jasmine, Carol). Das war kein Cate-Blanchett-Film. Aber eigentlich doch.

* „Jeder, den Illiescu jetzt entlässt, muss ich später nicht entlassen.“

* Das Arsenal an atemberaubeden Stöckelschuhen, das sie den Film über trägt.

* Bogdan und Dragul.

* Leiden

* Kurt findet das auch: Toni Erdmann ist so wunderbar präzise, man hält es kaum aus.

* Erst dachte ich ja, es wäre ein zutiefst westdeutscher und bundesrepublikanischer Film. Und dann spielte der Rest in Rumänien.

* Osteuropäischer Disco-Chic.

* „Ich liebe Länder mit einer Mittelschicht. Sie sind so entspannend.“

* Loriot lebt. Nur schmerzhafter.

* Komik lebt vom Abgrund. Der hier gähnt tief und weit und die Komik fliegt.

* Ion Tiriacs Schildkröte ist nach 45 Jahren gestorben.

* Das deutsche Feuilleton hat den Film über Wochen gefeiert. Eigentlich ein Grund ihn zu ignorieren. Gut, dass die Beste mit dennoch hineingeschleppt hat.

* Titania-Kino in Steglitz: da, wo man nicht ins Kino kommt, weil der Mensch am Einlass gerade kein Gerät hat, um den Barcode zu scannen.

* Käsereiben ist eine alte Familientradition

* Klappbettenzusammensetzprobleme

* Toni selbst wäre ein 1a-Musterbeispiel für den Troll an sich.

* Seine Tochter, eigentich gradliniger und seriöser angelegt, lässt doch manchmal aufblitzen, dass sie Tohcter ihres Vaters ist.

* Die Großtrollaktion des Films geht dann natürlich auch auf ihre Kappe.

* Man will ihnen die ganze helfen aus all‘ dem Schmerz. Und man weiß es geht nicht, denn wie in jedem guten Drama resultiert die Handlung und der damit verbundene der Schmerz aus den Figuren selber.

* Laut lachen und gleichzeitig denken „Oh, mein Gott. Die Armen. Nein! Oh nein! Arrgs!“

Montag, 8. August 2016

Nachtzug. Die Zukunft, die nicht mehr wird

Was wird aus den Nachtzügen? Die Deutsche Bahn will mit den Zügen nichts mehr zu tun haben. Vielleicht betreibt die ÖBB die Züge für längere Zeit? Vielleicht auch nicht. Nachtzüge – eine Hoffnung auf die bessere Zukunft und Luxus für alle, die sich nicht erfüllte. Die Züge der DB sind fas Geschichte.

Züge als Monument einer Zeit, in der Reisen noch Reisen war, aber die Fernreise durch Europa schon für alle Menschen in Reichweite schien. "Luxus für alle" scheinen sie sagen zu wollen. Das war ihre Vision. War. Vor EasyJet, Geschäftsreisenden im ICE und anderen Zumutungen des 21. Jahrhunderts. Reisen noch als Erlebnis und nicht als schnell zu überbrückendes Ärgernis zwischen zwei Orten.



Verblasste Vision: Individueller Service bei der Bahn. Das gab es mal. Der kleine Luxus in Form eines eigenes Waschbeckens. Ein eigenes Bistro, in dem es bis spät in die Nacht Bier und Chili con Carne gibt.


Freitag, 5. August 2016

Wilde Möhre

"Die Wilde Möhre besitzt ihr Hauptvorkommen in ausdauernden Unkrautfluren". So sagt Wikipedia und einige unsere Nachbarn würden den "ausdauernden Unkrautfluren" vermutlich zustimmen. Dabei folgen wir in unserer Zufallsmöhrenzüchtung nur dem Tipp des BUNDs:

Sparen Sie im Rasen Stellen aus, die Sie nur zweimal im Jahr mähen, so dass mehr Wildblumen zur Blüte kommen. Zahlreiche Bienenarten danken es Ihnen und Sie können sich über den Anblick einer schönen Wildwiese freuen.

Egal wie man sie nun interpriert: die Wildwuchsinseln inmitten der Brandenburger was-auch-immer-Wildmischung-über-die-vor-nicht-solanger-Zeit-ein-Rasenmäher-fuhr sind da. In ihnen strecken die Wilden Möhren ihr Charakteristisches Haupt empor. Stängel mit Blütenständen, die - so man klein genug dafür ist - von unten aussehen wie futuristische Weltraumkapseln. Wer weiß, vielleicht war der ein oder andere Sci-Fi-Designer auch Wilde-Möhren-Fan?



Die Möhrchen wachsen über einen Meter hoch und bilden schon fast Möhrenfelder. Diverseste rot-schwarze Fliegen, Wanzen sowie weitere kurzrüsselige und rüssellose Insekten freuen sich an der Labestelle. Was auch immer so die Möhre vom Leben erwartet, wir scheinen es zu haben:


Montag, 1. August 2016

Schwimmbäder nah und fern: Centro Sportivo, Omegna

Schwimmbäder sind schön. Eine deutsche Errungenschaft besteht darin, das Land flächendeckend mit Schwimmbädern überzogen zu haben. Schwimmnbäder sind ein Ort für Alle, ein Ort für Bewegung, Spiel und Überraschungen. Schwimmbäder geben einen guten Einblick, wie Menschen sinnvoll ihre Freizeit verbringen. Als Liebhaber von Schwimmbädern werde ich dieses Blog nutzen, um einen Überblick über große und kleine Schwimmbäder zu geben: Becken, Menschen, Duschen, Kaffee und sonstige Annehmlichkeiten. Schwimmen kann man nicht nur außerhalb Deutschlands, sondern auch in Italien. Als letzter Post der kleinen Italien-Exkursion nun auch der Beweis, dass in Italia nicht nur Strände, sondern auch echte Hallenbäder existieren.



Das Centro Sportivo ist ein Hallenkomplex am Rande von Omegna und liegt auf dem schon beschriebenen Gelände des Strandes. Zu sagen, das Centro wäre außergewöhnlich, wäre Untertreibung. Italienisches Design, vor allem Design der 1960/1970er, erweckt oft den Anschein, als könne mensch damit zum Mond fliegen. Dieses Schwimmbad allerdings wirkt so, als wäre es schon auf dem Mond gewesen und dann irrtümlich auf der Erde gelandet. Das Schwimmbad als Raumkapsel.