Posts mit dem Label england werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label england werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Donnerstag, 19. März 2020

Veggie Wellington - das Rezept

Zeigt Geschmack Charaktereigenschaften? Ist erdiger Geschmack tough und stamdfest? Wenn ich mir erdigen Geschmack vorstelle, Beete, Pastinaken, Rüben, Kürbis, Nüsse, Kastanien, denke ich an einen Fantasy-Zwerg in voller Rüstung mit langem Vollbart, gekreuzten Armen und einem Blick, der Unheil verspricht.

Vegetarisches Wellington auf Schneid- und Servierbrett (southpark's cutting edge)
Hallo, ich bin ein Veggie Wellington


Mit Wucht, die der Geschmack aus seiner festen Verwurzlung zieht. Etwas unbeweglich vielleicht. Aber das ist in Zeiten von Social Distancing ja eine gute Maxime. Nicht frühlingshaft mit Eis davonschweben, sondern entschlossen mit Kürbis, Pilzen und roter Beete zu Hause bleiben.

Vegetarisches Wellington: Der erdige Tiefschlag in der Mitte, saftig, damit er die Kehle hinabgleitet. Umspielt vom crunchy-sanften Blätterteig. Emporgehoben vom frisch schmeckenden Spinat. Das ist Veggie Wellington. Inspiriert vom Beef Wellington. Inzwischen ein fester Bestandteil der britischen Festtags- und Sonntagsküche.

Über die Hintergründe des Gerichts schrieb ich an anderem Ort. Es folgt das Rezept:

Zeit


Koch-, Ruhe- und Backzeit: 2 bis 2,5 Stunden

Zusätzliche Arbeitszeit: Größere Mengen an Kürbis, Roter Beete und Zwiebeln in kleine Stücke schneiden. Die Rolle zusammensetzen. Alles andere kann geschehen, während andernorts etwas kocht oder bäckt. Eine halbe Stunde.

Beim ersten Versuch Zeit einplanen, um Youtube-Videos zu sehen, die das Zusammensetzen erklären.

Zutaten

Dienstag, 17. März 2020

Was ist Vegetarisches Wellington?

„Dänemark hat eine Landgrenze zu nur einem anderen Staat. Welcher ist es?“, schreit es mir ins Ohr. Ich zucke zusammen. Träumte ich gerade friedlich im Londoner Gastro-Pub von Pilzkroketten und Lammschulter, trötete mir nun ein Lautsprecher ins Ohr. „Frage 2: Welcher englische Fußballclub hat den Spitznamen Tractor Boys?“, brüllte mich der Lautsprecher an. Das Pubquiz in einem der Seitenräume im The Grove hatte begonnen.

„Frage 3: Angenommen es gibt eine weltweite Pandemie und sie sitzen zu Hause fest. Was machen Sie?“ Eine mögliche Antwort wäre „kochen“ gewesen. Aber die Frage stellte er nicht. Noch war es Ende Februar. Die ersten Fälle von Covid-19 waren zwar in Norditalien ausgebrochen. Aber das fühlte sich weit entfernt an. Im Londoner Außenbezirk Ealing saßen die Menschen bei Craft Beer und Mac ‚n‘ Cheese zusammen. Nur gestört vom Rauschen des Lautsprechers.

Ein Veggie Wellington aus Schneidebrett. Im Hintergrund die Küche.
Das ist Veggie Wellington


Unsere Gedanken kreisten um die Kronkorken-Installation im British Museum. Wir priesen die Tabletten-Installation im British Museum. Wir waren peinlich berührt, dass wir die Benin-Brozen in Berlin nie gesehen hatten. Wir unterhielten uns über seltene Orchideen. Wir fragten uns, warum die großen Londonern Museen und Parks „Volunteer Guides“ haben. Es sind ehrenamtliche Führer. Die leiten Besucher mit Wissen und Begeisterung im Auftrag des Museums durch die Sammlung.

Oder genauer: Wir fragten uns, warum es diese in Deutschland nicht gibt. Der Botanische Garten Berlin. Die Museumsinsel. Es gibt tausende pensionierte Studienräte, die mit viel Engagement und Wissen durch deren Sammlungen führen würden. Warum dürfen sie nicht?

Sunday Roast im Gastropub


„Fra..“. Der Kellner sprintete aus unserem Raum um die Ecke. Er musste dem Quizmaster die Bedienung des Mikrofons erklären. Der Lautsprecher verstummte. Ich träumte wieder von Pilzkroketten. Mein Blick wanderte über die Angebotstafel mit Poached Egg und Lachs, auf den Küchen-Pass, den wir sehen konnte. „Das sieht gut aus. Was ist das?“ Eine Teigrolle, eine bordeauxrote Füllung mit Farbtupfern. Appetitlich, neugierig machend.


Freitag, 27. Januar 2012

Traktorfreitag: Ipswich Town



Ich bin ein klassischer Schönwetterfussballfan. Wenn ich aktiv bin, komme ich zweimal im Jahr zur Hertha in das Olympiastadium, und weiß meistens vage wo Hertha in der Tabelle steht. Dank diverser Umzüge in meinem Leben, habe ich zudem eine erkleckliche Anzahl Zweit- und Drittclubs angesammelt, für die mein Herz schlägt. Das sind Chemie Leipzig, Eintracht Frankfurt, Hannover 96, Kickers Offenbach, Blau-Weiß Wesselburen, Rot-Weiss Erfurt, Hansa Rostock etc. Nur fehlte mir als anglophilem Menschen bisher ein englischer Club in der Clubs meines Herzens.

Die großen erfolgreichen Vereine wie Manchester United, Arsenal London, oder Chelsea London sind komplett unakzeptabel. Da kann ich gleich Fan von Cerberus Capital Management Group werden. Das sich als alternativ und anders anbietende West Ham United ist so eine Art englisches Sankt Pauli. Da kann ich auch gleich nach Prenzlberg ziehen, all mein Geld in eine Espressomaschine anlegen, und Dreadlocks tragen. Millwall, das Anti-West-Ham: da könnte ich auch gleich nach Friedrichshain ziehen, vegetarisch werden, und mich wundern, dass das in 10 Jahren genauso ist, wie Prenzlberg heute.

So also irrte ich fussballerisch heimatlos durch das holde Albion. Bis ich eines Tages beim schmöckern in fremden Wikipedias auf einen Eintrag stieß: Ipswich Town Football Club (play /ˈɪpswɪtʃ ˈtaʊn/; also known as Ipswich, The Blues, Town, or The Tractor Boys) are an English professional football team based in Ipswich, Suffolk. Das stand wirklich Tractor Boys! Mein Club!