2017 war das Jahr des Regens: Niesel, Schauer, Landregen, Fisselregen, Starkregen, Wolkenbruch, Wolkenguss, Weltuntergang. Gerne kamen die Regen gleichzeitig und bescherten uns neue Gartenerlebnisse.
Zeitweise erleichterte uns das Wasser vom Himmel das Setzen von Sträuchern – musste man diese doch nicht mehr angießen, sondern traf in 15 Zentimeter Tiefe direkt auf das stehende Grundwasser. Selbst die Wühlmaus kroch aus ihren überfluteten unterirdischen Gängen, baute sich eine kleine Plattform aus herumliegendem Holz und verbrachte einige Wochen im Sommer damit, auf ihrem Floß durch die niedrigeren Teile des Gartens zu Paddeln.
Ein Thema, mit dem Madame und ich uns diesen Sommer also gar nicht beschäftigten, war Bewässerung. Ich glaube, der einzige Gedanke, den wir in diese Richtung entwickelten, war die Sorge, wie wir die Regentonnen so gegen die Strömung sichern können, dass sie nicht in Nachbars Garten treiben,
Aber nun ist Winter. Es ist immer noch nass. Auf dem Weg zum Subaru muss man schon wieder Gummistiefel anziehen. Aber im Winter wundert mich das nicht. Da gehört das so und ich bevorzuge doch die Nässe gegenüber den 20-Zentimeter-Eisplatten, die wir hier auch schon erlebten.
Nach dem Winter kommt Sommer. Der Winter beschert uns zum Abschluss doch noch einige sonnige, regenfreie Tage. Spätestens mit dem bald einsetzenden Frühling wartet die Rückkehr der Brandenburger Semitrockensteppe.
Der Winter, die Zeit, in der die Gartenkalender raten den Zaun kritisch zu betrachten oder den Schnittlauch anzutreiben oder auch Kataloge zu wälzen. Die Zeit im warmen und trockenen zu sitzen, am Whiskey zu süffeln, zu denken und zu planen: Vielleicht sollten wir doch einen Gartenschlauch anschaffen.
Sonntag, 25. Februar 2018
Sonntag, 18. Februar 2018
Schwimmbad Berlin: Köpenick, Schwimmhalle Allendeviertel
Suche die Schwimmhalle nicht, bevor du nicht inmitten der Plattenbauten bist. Die Ostberliner Grundregel gilt auch in Köpenick. Die Köpenicker Altstadt - städtebaulich das direkte Gegenteil zu DDR-Neubausiedlungen – reicht bis fast an das Schwimmbad. Im Gegensatz zu Berlin selber besitzt Köpenick auch eine echte Altstadt. Selbst beim Durchfahren erkennt der Reisende den mittelalterlichen Stadtgrundriss.
Hier wirkt alles weniger nach Berlin, sondern nach einer echten alten Stadt - die das auf eine bronzezeitliche Siedlung zurückgehende Köpenick ja auch ist. Der einsame Schwimm-Wanderer sieht auf die Uhr, denkt sich, in drei Minuten sollte ich da sein - und noch alles sieht das so überhaupt nach der typischen DDR-Großsiedlung aus. Sollte hier ein Überraschungsbad, ein DDR-Neubau inmitten historischer Bausubstanz stehen?
Aber nein. Direkt vor der Schwimmhalle beginnt das Salvador-Allende-Viertel mit Plattenbauhochhäusern und einem kleinen Einkaufszentrum. Gegenüber liegt eine Schule, ehemals zu Vorwendezeiten die Salvador-Allende-Schule(*). Hier steht ein typisches 1970er-DDR-Neubauwohngebietszentrum.
Das Allendeviertel I entstand Anfang der 1970er Jahre, das Allendeviertel II daneben Anfang der 1980er. Nach allem was ich lese, scheint hier eine der Gegenden zu sein, in denen man DDR-Nostalgie nachvollziehen kann. Alle loben und lobten die Nettigkeit, das Aufeinander-Aufpassen, die gefühlte Geborgenheit, die Gemeinschaft.. Ich fühle mich genötigt zu sagen, dass diese heimeligen Gemeinschaften sich immer daran erweisen wie sie mit den Nicht-Heimeligen umgehen, aber das führt zu weit.
Hier ist wichtig: architektonisch und von der gebäudeinduzierten Lebensqualität her, sind diese DDR-Neubaugebiete weit besser als ihr Ruf. Und am Rande des Viertels steht eine Schwimmhalle.
Genau wie das Bad nur am Rande des Gebiets liegt, ist es auch nur gerade so eben eine typische Berliner Volksschwimmhalle im Typbau. Handelt es sich beim Bad in Köpenick doch weder um den verbreiteten Typ C noch um den Typ Berlin 83, sondern noch um den deutlich älteren Typ Bitterfeld.
Hier wirkt alles weniger nach Berlin, sondern nach einer echten alten Stadt - die das auf eine bronzezeitliche Siedlung zurückgehende Köpenick ja auch ist. Der einsame Schwimm-Wanderer sieht auf die Uhr, denkt sich, in drei Minuten sollte ich da sein - und noch alles sieht das so überhaupt nach der typischen DDR-Großsiedlung aus. Sollte hier ein Überraschungsbad, ein DDR-Neubau inmitten historischer Bausubstanz stehen?
Aber nein. Direkt vor der Schwimmhalle beginnt das Salvador-Allende-Viertel mit Plattenbauhochhäusern und einem kleinen Einkaufszentrum. Gegenüber liegt eine Schule, ehemals zu Vorwendezeiten die Salvador-Allende-Schule(*). Hier steht ein typisches 1970er-DDR-Neubauwohngebietszentrum.
Das Allendeviertel I entstand Anfang der 1970er Jahre, das Allendeviertel II daneben Anfang der 1980er. Nach allem was ich lese, scheint hier eine der Gegenden zu sein, in denen man DDR-Nostalgie nachvollziehen kann. Alle loben und lobten die Nettigkeit, das Aufeinander-Aufpassen, die gefühlte Geborgenheit, die Gemeinschaft.. Ich fühle mich genötigt zu sagen, dass diese heimeligen Gemeinschaften sich immer daran erweisen wie sie mit den Nicht-Heimeligen umgehen, aber das führt zu weit.
Hier ist wichtig: architektonisch und von der gebäudeinduzierten Lebensqualität her, sind diese DDR-Neubaugebiete weit besser als ihr Ruf. Und am Rande des Viertels steht eine Schwimmhalle.
Genau wie das Bad nur am Rande des Gebiets liegt, ist es auch nur gerade so eben eine typische Berliner Volksschwimmhalle im Typbau. Handelt es sich beim Bad in Köpenick doch weder um den verbreiteten Typ C noch um den Typ Berlin 83, sondern noch um den deutlich älteren Typ Bitterfeld.
Freitag, 9. Februar 2018
Schwimmen Israel: Akko, Argaman Beach
Herbst in Israel. Wir chillen bei entspannten 26 Grad Lufttemperatur. Die Wassertemperatur liegt in ähnlichen Bereichen. Die Israelis baden nicht mehr. Denn es ist ja kalt. Nur noch die hartgesottenen kälteunempfindlichen Extremschwimmer halten sich am Strand auf.
Die Strände und ihre Einrichtungen befinden sich in Auflösung. Während in Tel Aviv gerade ganze Strände zwecks Umgestaltung abgetragen werden, sind die Anlagen in Akko noch offen, aber deutlich am Zusammenpacken. Als Mitteleuropäer wirkt manches in Israel unerwartet.
Andererseits: wir befanden uns an einer Traumlage bei bestem Wetter an einem nahezu leeren Mittelmeerstrand. Die Konfrontation mit dem Ungewohnten nehme ich gerne auf mich.
Akko liegt im äußersten Norden Israels. Die Grenze zum Libanon befindet sich in Laufweite. Die Stadt liegt am nördlichen Ende der Bucht von Haifa auf einem Felsvorsprung in diese Bucht hinein.
Felsen und Bucht eignen sich als natürlicher Hafen, so dass Akko seit Jahrtausenden besiedelt ist. Der Argaman Beach selbst ist nach der purpurnen Farbe benannt, den die Kanaaniter einst aus Schnecken gewannen. Eine prägende Blüte erlebte die Stadt mit den Kreuzzügen. Über den Hafen Akkos reisten die christlichen Pilger schon vor den Kreuzzügen ins Land. Die Kreuzritter bauten die Stadt dann zu einer Festungsstadt - der Festungsstadt - aus.
Hier hatte der Ritterorden der Johanniter (jetzt: Malteser) seine große Zeit. Die Festungsanlage von Akko ließ jede europäische Burg der Zeit wirken wie die Schwimmhalle Hohenschönhausen im Vergleich zu den Londoner Olympiaanlagen von 2012.
Kein Wunder, dass die Ritter vom Heiligen Lande in Europa nicht den besten Ruf hatten. Zu einer Zeit, in der die anderen Ritter im Dunkeln auf klammen, zugigen Burgen in Wales saßen und mühsam den Kamin anheizten, saßen die Kreuzfahrer in einer sonnenbeschienenen gigantischen Festung, hatten Zugang zu Seide, Gewürzen und Zucker. Das warme Meer brachte Fische direkt an den Strand.
Die Strände und ihre Einrichtungen befinden sich in Auflösung. Während in Tel Aviv gerade ganze Strände zwecks Umgestaltung abgetragen werden, sind die Anlagen in Akko noch offen, aber deutlich am Zusammenpacken. Als Mitteleuropäer wirkt manches in Israel unerwartet.
Andererseits: wir befanden uns an einer Traumlage bei bestem Wetter an einem nahezu leeren Mittelmeerstrand. Die Konfrontation mit dem Ungewohnten nehme ich gerne auf mich.
Akko liegt im äußersten Norden Israels. Die Grenze zum Libanon befindet sich in Laufweite. Die Stadt liegt am nördlichen Ende der Bucht von Haifa auf einem Felsvorsprung in diese Bucht hinein.
Felsen und Bucht eignen sich als natürlicher Hafen, so dass Akko seit Jahrtausenden besiedelt ist. Der Argaman Beach selbst ist nach der purpurnen Farbe benannt, den die Kanaaniter einst aus Schnecken gewannen. Eine prägende Blüte erlebte die Stadt mit den Kreuzzügen. Über den Hafen Akkos reisten die christlichen Pilger schon vor den Kreuzzügen ins Land. Die Kreuzritter bauten die Stadt dann zu einer Festungsstadt - der Festungsstadt - aus.
Hier hatte der Ritterorden der Johanniter (jetzt: Malteser) seine große Zeit. Die Festungsanlage von Akko ließ jede europäische Burg der Zeit wirken wie die Schwimmhalle Hohenschönhausen im Vergleich zu den Londoner Olympiaanlagen von 2012.
Kein Wunder, dass die Ritter vom Heiligen Lande in Europa nicht den besten Ruf hatten. Zu einer Zeit, in der die anderen Ritter im Dunkeln auf klammen, zugigen Burgen in Wales saßen und mühsam den Kamin anheizten, saßen die Kreuzfahrer in einer sonnenbeschienenen gigantischen Festung, hatten Zugang zu Seide, Gewürzen und Zucker. Das warme Meer brachte Fische direkt an den Strand.
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Sonntag, 4. Februar 2018
Schwimmbad Dahlen. Schwimmen in der Schwimmhalle Hüttenweg
Das Pionierbad liegt im Wald. Es hat fast immer geschlossen. Seine eigenwillige Geschichte ist nicht dokumentiert. Eine Betrübnis.
Einst war Berlin keine deutsche Stadt im engeren Sinne. Berlin stand unter alliierter Oberhoheit. Die Bedeutung der Alliierten war in den späten 1940ern und frühen 1950ern stark ausgeprägt, ließ dann aber nach. Die Stadt wurde immer DDR‘riger (Osten) beziehungsweise bundesrepublikanischer (Westen). Einige Besonderheiten bewahrte sich die Stadt dennoch.
In Westberlin beispielsweise existierten drei große alliierte Wohn- und Stationierungsgebiete. In Wedding/Reinickendorf lag die französische Cité Foch, in Gatow wohnten die britischen Truppen und in Dahlem die Amerikaner. Zu allen diesen Wohngebieten Gebieten gehörte mindestens ein Schwimmbad – einst nur für die Alliierten zugänglich, nach der Wende für alle. Das Bad in Dahlem war das erste dieser Bäder, das komplett neu entstand und nicht einfach die Weiternutzung eines alten Bades und es gehört zu den frühen westdeutschen Typenbauten.
Dann begann das große Berliner Bädersterben der Jahrtausendwende. Das Bad in Gatow existiert nicht mehr. Das französische Bad der Cité Foch wurde auch letztens abgerissen. Einzig die amerikanischen Bäder in der Finckensteinallee und im Dahlemer Hüttenweg unweit des Jagdschlosses Grunewald existieren noch(*). Es ist Teil des Cole Sportzentrums, das wiederum direkt an das Alliiertenmuseum anschließt – hier gibt’s Westberliner Geschichte in größeren Mengen.
Einst war Berlin keine deutsche Stadt im engeren Sinne. Berlin stand unter alliierter Oberhoheit. Die Bedeutung der Alliierten war in den späten 1940ern und frühen 1950ern stark ausgeprägt, ließ dann aber nach. Die Stadt wurde immer DDR‘riger (Osten) beziehungsweise bundesrepublikanischer (Westen). Einige Besonderheiten bewahrte sich die Stadt dennoch.
| Schwimmhalle Hüttenweg. Hier die Eingangsseite. |
In Westberlin beispielsweise existierten drei große alliierte Wohn- und Stationierungsgebiete. In Wedding/Reinickendorf lag die französische Cité Foch, in Gatow wohnten die britischen Truppen und in Dahlem die Amerikaner. Zu allen diesen Wohngebieten Gebieten gehörte mindestens ein Schwimmbad – einst nur für die Alliierten zugänglich, nach der Wende für alle. Das Bad in Dahlem war das erste dieser Bäder, das komplett neu entstand und nicht einfach die Weiternutzung eines alten Bades und es gehört zu den frühen westdeutschen Typenbauten.
Dann begann das große Berliner Bädersterben der Jahrtausendwende. Das Bad in Gatow existiert nicht mehr. Das französische Bad der Cité Foch wurde auch letztens abgerissen. Einzig die amerikanischen Bäder in der Finckensteinallee und im Dahlemer Hüttenweg unweit des Jagdschlosses Grunewald existieren noch(*). Es ist Teil des Cole Sportzentrums, das wiederum direkt an das Alliiertenmuseum anschließt – hier gibt’s Westberliner Geschichte in größeren Mengen.
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Freitag, 26. Januar 2018
Schwimmbad Potsdam: Kiezbad am Stern
Am Rande der Stadt liegt das andere Potsdamer Bad. Während das Bad am Hauptbahnhof, das Blu, der Neubau des Blus, die Diskussionen um den Neubau des Blus, die Diskussionen um den Namen des Blus und natürlich um seine Kosten und auch noch Diskussion um die Stilllegung des Bads am Brauhausbergs im Zuge des Neubaus des Blus die Öffentlichkeit dominieren, geht Potsdams zweites Bad in der öffentlichen Diskussion verloren.
Jenes andere Bad, das Kiezbad am Stern liegt im Neubaugebiet Stern, stammt aus der Endzeit der DDR und die Potsdamer bauten es mittlerweile fast bis zur Unkenntlichkeit um. Darüber hinaus handelt es sich um ein angenehmes unkompliziertes Nachbarschaftsbad zum Schwimmen.
Fast hätte ich im Kiezbad den „Typ Berlin 83“ nicht mehr erkannt als ich davor stand. Dabei liegt das Bad inmitten eines typischen DDR-70er-Jahre-Stadtteils, in denen sich so gerne die Typbau-Schwimmbäder aufhalten. In unmittelbarer Nähe des Bades liegen eine Schule, eine Bibliothek, eine ehemalige Kaufhalle. Fast möchte ich sagen, „das Übliche.“
Es ist eigentümlich, wie die DDR gleichartige Stadtviertel über das Land verteilt hat. Die DDR-Bauplanung wirkt, als hätte sie immer „Sim City“ mit „Copy and Paste“ gespielt und nahezu identische Ensembles auf weitere Wiesen fallen lassen.
Ich sehe dieses Stadtviertel. Und ich weiß, dass hier im Viertel ein Schwimmbad liegt. Dann es scheint unumgänglich, dass hier ein DDR-Typbau entstand. Die erste Ansicht des Bades allerdings ließ mich ratlos zurück: von außen sah es erst einmal nach gar keinem der üblichen Verdächtigen A, B, C oder D aus. Da war Metall, Holz, Glas, eine nur schwer auszumachende Form - wo landete ich denn hier?
Jenes andere Bad, das Kiezbad am Stern liegt im Neubaugebiet Stern, stammt aus der Endzeit der DDR und die Potsdamer bauten es mittlerweile fast bis zur Unkenntlichkeit um. Darüber hinaus handelt es sich um ein angenehmes unkompliziertes Nachbarschaftsbad zum Schwimmen.
| Ostmoderne neben dem Eingang. |
Fast hätte ich im Kiezbad den „Typ Berlin 83“ nicht mehr erkannt als ich davor stand. Dabei liegt das Bad inmitten eines typischen DDR-70er-Jahre-Stadtteils, in denen sich so gerne die Typbau-Schwimmbäder aufhalten. In unmittelbarer Nähe des Bades liegen eine Schule, eine Bibliothek, eine ehemalige Kaufhalle. Fast möchte ich sagen, „das Übliche.“
Es ist eigentümlich, wie die DDR gleichartige Stadtviertel über das Land verteilt hat. Die DDR-Bauplanung wirkt, als hätte sie immer „Sim City“ mit „Copy and Paste“ gespielt und nahezu identische Ensembles auf weitere Wiesen fallen lassen.
| Hier eine durch alle Epochen beliebtes Skulturenform auf der Wiese neben dem Bad. |
Ich sehe dieses Stadtviertel. Und ich weiß, dass hier im Viertel ein Schwimmbad liegt. Dann es scheint unumgänglich, dass hier ein DDR-Typbau entstand. Die erste Ansicht des Bades allerdings ließ mich ratlos zurück: von außen sah es erst einmal nach gar keinem der üblichen Verdächtigen A, B, C oder D aus. Da war Metall, Holz, Glas, eine nur schwer auszumachende Form - wo landete ich denn hier?
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Samstag, 20. Januar 2018
Jaffa - Shakshuka - kochen im Slow Cooker?
Tomatensauce mit Ei. Shakshuka. Sie wanderte von Jaffa in unseren Crockpot. Von der israelischen Dr.-Shakshuka-Variante könnte ich mich bis an das Ende meiner Tage ernähren. An der Perfektionierung der Heim-Version arbeiten wir noch. Aber wir bewegen uns auf einem guten Weg.
Shakshuka ist das Gericht der Stunde. Hatten wir es doch bis 2016 nur via unserer israelischen Nachbarn kennengelernt, und dann einmal im Fernsehen gesehen, so scheint es nun allgegenwärtig. Twitter-Streams, Blogs, Zeitungsartikel: Sie alle überschlagen sich mit Shakshuka-Artikeln und -Rezepten.
Das ist verständlich. Nicht nur schmeckt dieses Gericht sterbenslecker, sondern scheint auch für den Anfang einfach zuzubereiten zu sein. Shakshuka-Esser ernähren sich vegetarisch und Low-Carb. Seine beiden Hauptzutaten - Tomaten und Eier - stellen fast niemanden vor Probleme. Die orientalisierende Gewürzkombi, die dem Gericht seinen Geschmack gibt, hat sich dank Döner, Shawarma, Falafel und Ähnlichem auch in Deutschland etabliert. Das Prinzip „Tomatensauce“ haben die Deutschen dank Nudeln und Pizza schon lange auf den Thron gehoben.
Shakshuka ist nun eine Art Tomatenpaste. Man koche Tomaten, Gewürze und etwas Paprika lange ein. Am Ende werden Eier darin aufgebraten. In der Küche reichen wenige Zutaten und die Zubereitung wirkt technisch wenig anspruchsvoll. Das bedeutet natürlich auch: Bei Shakshuka handelt es sich um eines der Gerichte, bei denen man Jahre benötigt, um sie zu perfektionieren.
| Bei Dr. Shakshuka |
Shakshuka
Shakshuka ist das Gericht der Stunde. Hatten wir es doch bis 2016 nur via unserer israelischen Nachbarn kennengelernt, und dann einmal im Fernsehen gesehen, so scheint es nun allgegenwärtig. Twitter-Streams, Blogs, Zeitungsartikel: Sie alle überschlagen sich mit Shakshuka-Artikeln und -Rezepten.
Das ist verständlich. Nicht nur schmeckt dieses Gericht sterbenslecker, sondern scheint auch für den Anfang einfach zuzubereiten zu sein. Shakshuka-Esser ernähren sich vegetarisch und Low-Carb. Seine beiden Hauptzutaten - Tomaten und Eier - stellen fast niemanden vor Probleme. Die orientalisierende Gewürzkombi, die dem Gericht seinen Geschmack gibt, hat sich dank Döner, Shawarma, Falafel und Ähnlichem auch in Deutschland etabliert. Das Prinzip „Tomatensauce“ haben die Deutschen dank Nudeln und Pizza schon lange auf den Thron gehoben.
Shakshuka ist nun eine Art Tomatenpaste. Man koche Tomaten, Gewürze und etwas Paprika lange ein. Am Ende werden Eier darin aufgebraten. In der Küche reichen wenige Zutaten und die Zubereitung wirkt technisch wenig anspruchsvoll. Das bedeutet natürlich auch: Bei Shakshuka handelt es sich um eines der Gerichte, bei denen man Jahre benötigt, um sie zu perfektionieren.
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Samstag, 13. Januar 2018
Schwimmbad Mannheim: Herschelbad
Ist es Neukölln? Das Pergamon-Museum der deutschen Bäder? Nein! Ist es Spandau-Nord? Das schönste Bad Berlins? Nein! Nicht jedes alte Bad liegt in Berlin.
Es ist Mannheim! Nordbaden, gelegen zwischen Heidelberg und Worms, nicht unweit von Kaiserslauten und näher an Paris als in Berlin. Das Mannheimer Herschelbad gehört zu der handvoll deutscher Bäder, die vor 1918 entstanden, und die noch als Bad in Betrieb sind. Fünf davon stehen in Berlin. Eines dieser Bäder befindet sich in Baden-Württemberg, genauer gesagt in Nordbaden.
Kein Wunder, dass ich dieses Bad beschwimmen musste als ich in Mannheim war. Es ist ein spannendes Bad: die historische Präsenz, die so viele der Berliner Bäder haben, in Teilen gemischt mit der peniblen und engagierten Pflege, die viele Bäder in Baden-Württembergs erhalten.
Andere Teile des Bades (Kabinen, Duschen) erinnerten mich dann wieder an öffentliche Bauten in Berlin. Aber dazu später mehr.
Genauso überraschend wie die Existenz des Bades an sich war der Weg dorthin. Mannheim ist ein wenig das Nordrhein-Westfalen Baden-Württembergs. Eine alte Industriestadt, stark von Nachkriegsbauten geprägt, jetzt vom Wandel gezeichnet. Gefühlt habe ich mich immer eher, als würde ich durch Köln oder Essen laufen, als durch Baden-Württemberg. Fast schon geschockt war ich, als ich über eine Radiowerbung stolperte und diese nicht für den WDR, sondern für den SWR war. So sehr hatte ich das NRW-Feeling schon aufgesogen.
So streifte ich also durch eine enge zugeparkte Innenstadtstraße, links eine kleine Spielhalle und ein afghanischer Lebensmittelladen, rechts eine 24-Stunden-Wäscherei, ein Friseur und ein verbarrikadierter Laden, ging um die Kurve und blickte auf einen Palast. Im Quadrat U3 der Mannheimer Innenstadt steht das Herschelbad.
Es ist Mannheim! Nordbaden, gelegen zwischen Heidelberg und Worms, nicht unweit von Kaiserslauten und näher an Paris als in Berlin. Das Mannheimer Herschelbad gehört zu der handvoll deutscher Bäder, die vor 1918 entstanden, und die noch als Bad in Betrieb sind. Fünf davon stehen in Berlin. Eines dieser Bäder befindet sich in Baden-Württemberg, genauer gesagt in Nordbaden.
Kein Wunder, dass ich dieses Bad beschwimmen musste als ich in Mannheim war. Es ist ein spannendes Bad: die historische Präsenz, die so viele der Berliner Bäder haben, in Teilen gemischt mit der peniblen und engagierten Pflege, die viele Bäder in Baden-Württembergs erhalten.
Andere Teile des Bades (Kabinen, Duschen) erinnerten mich dann wieder an öffentliche Bauten in Berlin. Aber dazu später mehr.
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| Inmitten der Quadrate soll es liegen. Open Street Map © OpenStreetMap contributors, made available under the terms of the Open Database License (ODbL). |
Genauso überraschend wie die Existenz des Bades an sich war der Weg dorthin. Mannheim ist ein wenig das Nordrhein-Westfalen Baden-Württembergs. Eine alte Industriestadt, stark von Nachkriegsbauten geprägt, jetzt vom Wandel gezeichnet. Gefühlt habe ich mich immer eher, als würde ich durch Köln oder Essen laufen, als durch Baden-Württemberg. Fast schon geschockt war ich, als ich über eine Radiowerbung stolperte und diese nicht für den WDR, sondern für den SWR war. So sehr hatte ich das NRW-Feeling schon aufgesogen.
| Mannheim. Das Köln des Südens. |
So streifte ich also durch eine enge zugeparkte Innenstadtstraße, links eine kleine Spielhalle und ein afghanischer Lebensmittelladen, rechts eine 24-Stunden-Wäscherei, ein Friseur und ein verbarrikadierter Laden, ging um die Kurve und blickte auf einen Palast. Im Quadrat U3 der Mannheimer Innenstadt steht das Herschelbad.
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