Siemensstadt hat ein Schwimmbad? Selbst hartgesottene Berliner Schwimmer vergessen dieses Bad gerne; gelegen in einem Stadtteil, den außer Siemenstädtern niemand betritt. Fragt einen Berliner, der Euch Siemensstadt auf einem Stadtplan zeigen möchte und er wird ähnliche Probleme haben wie ein Deutscher, der South Dakota auf einer USA-Karte suchte.
Siemensstadt ist mehr richtig Berlin, aber auch noch nicht richtig Spandau. Das Bad liegt in der Großstadtregion zwischen Stadtautobahn, Heizkraftwerk, Gewerbegebieten und Flughafen. Selbst der Bäderfan, auf der Suche nach einem geöffneten Bad, findet hier nur schwerlich hin. Das Siemensstädter Bad gehört nicht zur Einflussphäre der Berliner Bäder. Das Schwimmbad in Siemensstadt ist weder über die BBB-Website noch über andere Infokanäle, die von diesen betrieben werden, auffindbar.
Dazu: ein Gebäude, das nicht weiß, was es will. Ein achtziger-Jahre-Bau, der dem damaligen Trend zur postmodernen Unübersichtlichkeit folgt. Verspielt, unübersichtlich, mit Palmen und Galerien, schon das Spaßbad vorwegnehmend: aber dann doch nur ein 25-Meter-Becken mit 5 Bahnen.
Freitag, 17. November 2017
Freitag, 10. November 2017
Schwimmbad Marzahn, Schwimmhalle Helene-Weigel-Platz "Helmut Behrendt"
Ein weiter Platz. Der Wind pfeift. Allüberall Hochhäuser, dazwischen breite Schneisen in denen der Wind über den Beton pfeift. Die „Springpfuhl-Galerie“ mit einem Norma und einem Billigjuwelier. Vor dem Gesundheitszentrum steht ein Automat für Spritzenkanülen. Drumherum weitere Geschäfte des preiswerten Bedarfs. Einzig das „Kino Sojus“ vermag etwas Flair zu bringen – wenn auch nur Ruinenchic. Das Kino erweckt den Anschein, als wäre es seit Jahrzehnten verlassen. Marzahn gibt sich am Helene-Weigel-Platz jede Mühe, allen Marzahn-Klischees zu entsprechen.
Ein großes Schwimmbad? Wo soll das sein? Weder vom Parkplatz noch von der S-Bahn-Station aus, ist es zu sehen. Für Ortsunkundige ist ein leichter Irrgang über die marzahnsche Platzsteppe fast unausweichlich. Versteckt hinter dem ehemaligen Rathaus und dem Gesundheitszentrum. Und dann ist es da.
Dieses leichte, fast fliegende Schwimmbad mit 50-Meter-Bahn, einer ästhetischen Doppelpultdachkonstruktion, Empore, Luft und Licht, Wasser und Bewegung. Ein wirklich schönes Bad. An diesem Ort. Licht in der Dunkelheit, Wärme im garstigen sibirischen Nullgradwind. Hinter dem Kino dann auch noch der Springpfuhl selbst. Ein ansprechender Teich mit schönem Uferbewuchs und einem Park drumherum. Ach, Marzahn. Hier wirst Du richtig schön. Warum versteckst du das so?
Ein großes Schwimmbad? Wo soll das sein? Weder vom Parkplatz noch von der S-Bahn-Station aus, ist es zu sehen. Für Ortsunkundige ist ein leichter Irrgang über die marzahnsche Platzsteppe fast unausweichlich. Versteckt hinter dem ehemaligen Rathaus und dem Gesundheitszentrum. Und dann ist es da.
Dieses leichte, fast fliegende Schwimmbad mit 50-Meter-Bahn, einer ästhetischen Doppelpultdachkonstruktion, Empore, Luft und Licht, Wasser und Bewegung. Ein wirklich schönes Bad. An diesem Ort. Licht in der Dunkelheit, Wärme im garstigen sibirischen Nullgradwind. Hinter dem Kino dann auch noch der Springpfuhl selbst. Ein ansprechender Teich mit schönem Uferbewuchs und einem Park drumherum. Ach, Marzahn. Hier wirst Du richtig schön. Warum versteckst du das so?
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Samstag, 4. November 2017
Stadtbad Spandau-Nord. Zu Besuch im Schwimmbad Radelandstraße.
Das Stadtbad Spandau Nord ist das schönste aller Berliner Bäder. Das Stadtbad Mitte ist beeindruckender, das Neuköllner Bad prächtiger, die Finckensteinallee scheidet aufgrund ihrer unseligen Geschichte aus – aber so was schlichte Schönheit, elegante Funktionalität und die leichte eingewohnte Patina angeht, die wahre Schönheit braucht: das Stadtbad Spandau Nord ist das Schönste.
Schön von außen, traumschön von innen, und leicht irritierend auf dem Weg dazwischen: Ein Vorraum. Erkennbar alt. Braun, Holz, Laminat, ein arg verfehlt wirkendes poppiges Berliner-Bäder-Poster. Ein Aufgang, nach rechts oder links, rechts ist durch eine Kette abgesperrt.
Schön von außen, traumschön von innen, und leicht irritierend auf dem Weg dazwischen: Ein Vorraum. Erkennbar alt. Braun, Holz, Laminat, ein arg verfehlt wirkendes poppiges Berliner-Bäder-Poster. Ein Aufgang, nach rechts oder links, rechts ist durch eine Kette abgesperrt.
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Dienstag, 24. Oktober 2017
Israel-Romane (II): Gelesen: Oz, Gutfreund, Amiri, Spark, Shalef, Primor
Der Aufenthalt in Israel nähert sich. Madame und ich werden nicht lange genug fahren - man kann nie lange genug fahren, eigentlich braucht man immer mehr als ein Leben, um nur einen Ort richtig zu verstehen, und nicht einen 10-Tages-Trip für ein Land.
Im Spätherbst werden Madame und ich nach Israel fliegen. Kibbuz Inbar (zwischen Nazareth und See Genezareth -> Jerusalem -> Ne’ot Hakikar (beim Toten Meer) -> Tel Aviv. Weitere und genauere Planungen gibt es noch nicht. Aber das werden wir sehen, wenn es soweit ist. Es gibt eher ein paar vage Ideen: Akko, See Genezareth und Totes Meer natürlich, Gordon Pool in Tel Aviv, Haifa, Shlomo soll ein guter Jerusalem-Führer sein. Neben ein paar organisatorischen Vorbereitungen (Hotels, Auto, Krankenversicherung) lag meine Hauptvorbereitung aber in der Lektüre von Belletristik..
Adressen besorgen kann man sich schnell. Ein Feeling für die Umgebung entwickeln dauert länger. Etwas wirklich zu verstehen, funktioniert nie. Aber man kann versuchen, in die richtige Richtung zu denken.
Also fragte ich auf Twitter und Facebook nach guten Romanen zum Thema Israel und bekam eindrucksvolle Antworten. Die vollständige Liste war bereits in Iberty: Israel-Romane (I): die Liste. .
Vor der Reise werde ich nicht mehr dazu kommen, alles zu lesen. So seit zumindest ein Anfang versucht. Ich begann mit: Amos Oz - Eine Geschichte von Liebe und Finsternis; Suad Amiri - Sharon and my mother in Law; Meir Shalev – Ein russischer Roman, Avi Primor - Mit Ausnahme Deutschland ; Muriel Spark - Das Mandelbaumtor, Amir Gutfreund – Unser Holocaust.
Wenn das Land schon vielfältig und die Zeit knapp ist, hilft Nachhilfe. Am besten: Nachhilfe durch andere Perspektive. Sichtweisen, die uns selber verborgen bleiben werden - weil wir nicht lange genug da sind / an anderen Orten sind / keine Juden oder Muslime sind.
Also wenigstens ein Versuch in Vorbereitung des Ganzen anderen Perspektiven einzunehmen. Was aber blieb nun hängen nach all‘ der Lektüre. Ein kleiner Rundumschlag.
Was bleibt: Vieles an das ich mich nicht mehr bewusst erinnere. Einiges wird plötzlich wieder da sein, wenn die richtigen Trigger kommen. Andererseits sitzt tiefer: Einstellungen. Assoziationen, von denen ich nicht mehr wissen werde, wo sie ursprünglich herkommen, einzelne Formulierungen oder Wörter. Bewusst aber bleiben einzelne Bilder im Kopf. Fast keine Handlung blieb mir in Erinnerung, nur wenige Charaktere. Was blieb sind Bilder.
Dabei bin ich nicht sicher, ob sie je so geschrieben wurden.
Der Moschaw in Nordisrael, Sonne, trockenes Land, die Quelle mit den Wildkatzen und der ehemalige Sumpf.
Im Spätherbst werden Madame und ich nach Israel fliegen. Kibbuz Inbar (zwischen Nazareth und See Genezareth -> Jerusalem -> Ne’ot Hakikar (beim Toten Meer) -> Tel Aviv. Weitere und genauere Planungen gibt es noch nicht. Aber das werden wir sehen, wenn es soweit ist. Es gibt eher ein paar vage Ideen: Akko, See Genezareth und Totes Meer natürlich, Gordon Pool in Tel Aviv, Haifa, Shlomo soll ein guter Jerusalem-Führer sein. Neben ein paar organisatorischen Vorbereitungen (Hotels, Auto, Krankenversicherung) lag meine Hauptvorbereitung aber in der Lektüre von Belletristik..
Adressen besorgen kann man sich schnell. Ein Feeling für die Umgebung entwickeln dauert länger. Etwas wirklich zu verstehen, funktioniert nie. Aber man kann versuchen, in die richtige Richtung zu denken.
Also fragte ich auf Twitter und Facebook nach guten Romanen zum Thema Israel und bekam eindrucksvolle Antworten. Die vollständige Liste war bereits in Iberty: Israel-Romane (I): die Liste. .
Vor der Reise werde ich nicht mehr dazu kommen, alles zu lesen. So seit zumindest ein Anfang versucht. Ich begann mit: Amos Oz - Eine Geschichte von Liebe und Finsternis; Suad Amiri - Sharon and my mother in Law; Meir Shalev – Ein russischer Roman, Avi Primor - Mit Ausnahme Deutschland ; Muriel Spark - Das Mandelbaumtor, Amir Gutfreund – Unser Holocaust.
Wenn das Land schon vielfältig und die Zeit knapp ist, hilft Nachhilfe. Am besten: Nachhilfe durch andere Perspektive. Sichtweisen, die uns selber verborgen bleiben werden - weil wir nicht lange genug da sind / an anderen Orten sind / keine Juden oder Muslime sind.
Also wenigstens ein Versuch in Vorbereitung des Ganzen anderen Perspektiven einzunehmen. Was aber blieb nun hängen nach all‘ der Lektüre. Ein kleiner Rundumschlag.
Bilder, die blieben
Was bleibt: Vieles an das ich mich nicht mehr bewusst erinnere. Einiges wird plötzlich wieder da sein, wenn die richtigen Trigger kommen. Andererseits sitzt tiefer: Einstellungen. Assoziationen, von denen ich nicht mehr wissen werde, wo sie ursprünglich herkommen, einzelne Formulierungen oder Wörter. Bewusst aber bleiben einzelne Bilder im Kopf. Fast keine Handlung blieb mir in Erinnerung, nur wenige Charaktere. Was blieb sind Bilder.
Dabei bin ich nicht sicher, ob sie je so geschrieben wurden.
Der Moschaw in Nordisrael, Sonne, trockenes Land, die Quelle mit den Wildkatzen und der ehemalige Sumpf.
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Montag, 16. Oktober 2017
10 Regeln für den eigenen Wikipedia-Artikel
Wikipedia ist nicht nur eine Enzyklopädie mit dem Anspruch auf Ewigkeit, sondern auch ein Nachschlagewerk für Ephemeres und zeitgemäß Aktuelles. In der Wikipedia stehen nicht nur Artikel über Themen von Bach und Barock bis zu Bismarck oder zur Binomialverteilung. Im Bastelbrockhaus stehen auch Einträge über lebende Künstler, Sänger, Sportler, Unternehmen, Vereine und Stiftungen.
Nun können diese Künstler, Sänger und andere diese Einträge auch lesen und sind – mal zu Recht mal zu Unrecht – nicht glücklich mit diesen Artikeln. Mal sind die Artikel eigenwillig gewichtet, mal lassen sie das Wesentliche aus, mal sind Daten veraltet und ab und an enthalten die Artikel auch echte inhaltliche Fehler.
Artikel über sich selbst oder seine Organisation zu ändern, ist nicht einfach. Manchmal ist es aber für Wikipedia und die Betroffenen hilfreich. Deshalb hier einige Regeln zum Umgang mit dem eigenen Wikipedia-Artikel.
Selbst wenn der Artikel durchrutscht, zumindest am Anfang keine Kritik erfährt: Viele der Ersteller und Objekte von Artikeln rechnen nicht damit, was für eine eindrückliche Erfahrung es sein kann, die Kontrolle aus der Hand zu geben, einer anonymen Gruppe von Menschen eine große Bühne zu geben, das eigene Leben oder die eigene Organisation darzustellen. Eine eigene Website oder ein Facebookauftritt kann dasselbe wie ein Wikipedia-Artikel. Aber man behält die Kontrolle.
Wenn eine Person oder Organisation keinen Wikipedia-Artikel hat, dann sollte sie eine Flasche Sekt öffnen, dankbar sein und sich auf andere Formen der Öffentlichkeitsarbeit verlegen. In vielen Fällen allerdings existiert der Artikel schon, oftmals nicht zur Zufriedenheit der betroffenen Person. Manchmal muss die Person oder Organisation halt damit leben, dass die eigene Existenz nicht nur Feiernswertes enthält. Manchmal hat sie aber auch legitime Gründe zur Kritik: Veraltetes, Unvollständiges, Fehlerhaftes oder eigentümlich Gewichtetes findet sich in vielen Wikipedia-Artikel. Es gibt die Möglichkeit, etwas daran zu ändern.
Nun können diese Künstler, Sänger und andere diese Einträge auch lesen und sind – mal zu Recht mal zu Unrecht – nicht glücklich mit diesen Artikeln. Mal sind die Artikel eigenwillig gewichtet, mal lassen sie das Wesentliche aus, mal sind Daten veraltet und ab und an enthalten die Artikel auch echte inhaltliche Fehler.
Artikel über sich selbst oder seine Organisation zu ändern, ist nicht einfach. Manchmal ist es aber für Wikipedia und die Betroffenen hilfreich. Deshalb hier einige Regeln zum Umgang mit dem eigenen Wikipedia-Artikel.
| Auf den ersten Blick wirkt Wikipedia unübersichtlich. Bild: Maze01. Von Nevit Dilmen Lizenz: Creative Commons Attribution-Share Alike 3.0 Unported license. |
(0) Vorweg: Wikipedia-Artikel sind böse
Die Grundregeln für den Umgang mit der eigenen Person oder Organisation in Wikipedia ist einfach: existiert noch kein Artikel, so ist das gut. Wikipedianer schätzen es gar nicht, wenn Betroffene über sich selbst Artikel anlegen. Die geschriebenen Regeln verbieten die Artikelanlage in eigener Sache nicht explizit. Die - wichtigeren - ungeschriebenen Regeln sprechen sich stark dagegen aus. Umso kritischer werden Wikipedianer die neuen Artikel begutachten, nach Schwächen und Fehlern suchen. Umso schlimmer wird das Spießrutenlaufen für denjenigen, der diesen Artikel anlegt.Selbst wenn der Artikel durchrutscht, zumindest am Anfang keine Kritik erfährt: Viele der Ersteller und Objekte von Artikeln rechnen nicht damit, was für eine eindrückliche Erfahrung es sein kann, die Kontrolle aus der Hand zu geben, einer anonymen Gruppe von Menschen eine große Bühne zu geben, das eigene Leben oder die eigene Organisation darzustellen. Eine eigene Website oder ein Facebookauftritt kann dasselbe wie ein Wikipedia-Artikel. Aber man behält die Kontrolle.
Wenn eine Person oder Organisation keinen Wikipedia-Artikel hat, dann sollte sie eine Flasche Sekt öffnen, dankbar sein und sich auf andere Formen der Öffentlichkeitsarbeit verlegen. In vielen Fällen allerdings existiert der Artikel schon, oftmals nicht zur Zufriedenheit der betroffenen Person. Manchmal muss die Person oder Organisation halt damit leben, dass die eigene Existenz nicht nur Feiernswertes enthält. Manchmal hat sie aber auch legitime Gründe zur Kritik: Veraltetes, Unvollständiges, Fehlerhaftes oder eigentümlich Gewichtetes findet sich in vielen Wikipedia-Artikel. Es gibt die Möglichkeit, etwas daran zu ändern.
Dienstag, 10. Oktober 2017
Schwimmbad Berlin: Finckensteinallee, Lichterfelde
Berlins großartigstes Bad. Berlins schlimmstes Bad. In mir sträubt sich ja alles, ein Gebäude, das so Nazi ist wie ein Gebäude nur sein kann, großartig zu finden.
Aber: in dieser Schwimmhalle stimmt alles: das Licht, das Becken, der wunderschöne Umbau, die Bahnen, die Duschen, die Umkleiden.
Und, ich halte es für eine gerechte Lektion der Geschichte, dass eine ehemalige Mörder-Trainingsanstalt heute ein öffentliches Volksbad ist, das offensiv barrierefrei ist und u.a. vom Berliner Behindertensportverband für Wettkämpfe genutzt wird.
Zuerst zurück zum Anfang. Die Nazis mochten keine öffentlichen Bäder. In ihrer Zeit entstanden in Berlin drei Hallen. Diese waren alle für geschlossene Nutzergruppen konzipiert und eben nicht öffentlich. Während die 1920er der Berliner Öffentlichkeit Schwimmtempel wie das Stadtbad Lichtenberg, Stadtbad Mitte oder das Stadtbad Schöneberg brachten, entstand in der Nazizeit kein einziges Bad für die Öffentlichkeit neu.
Aber: in dieser Schwimmhalle stimmt alles: das Licht, das Becken, der wunderschöne Umbau, die Bahnen, die Duschen, die Umkleiden.
| Schwimmhalle Finckensteinallee im Quartett "Schwimmbäder in Berlin". |
Und, ich halte es für eine gerechte Lektion der Geschichte, dass eine ehemalige Mörder-Trainingsanstalt heute ein öffentliches Volksbad ist, das offensiv barrierefrei ist und u.a. vom Berliner Behindertensportverband für Wettkämpfe genutzt wird.
Zuerst zurück zum Anfang. Die Nazis mochten keine öffentlichen Bäder. In ihrer Zeit entstanden in Berlin drei Hallen. Diese waren alle für geschlossene Nutzergruppen konzipiert und eben nicht öffentlich. Während die 1920er der Berliner Öffentlichkeit Schwimmtempel wie das Stadtbad Lichtenberg, Stadtbad Mitte oder das Stadtbad Schöneberg brachten, entstand in der Nazizeit kein einziges Bad für die Öffentlichkeit neu.
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Mittwoch, 4. Oktober 2017
Hornissenschwebfliege ungefährlich
Tapp. Tapp. Tapp. Eine Hornisse lugt über den Rand der Treppe. Kommt langsam näher. Sie schaut. Aber eine komische Hornisse. Eine breite Hornisse mit seltsamem Gang. Eine unheimliche Hornisse?
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Langsam dachte ich, ich gewöhne mich an den Garten und seine
Lage in der Brandenburger Trockensteppe. Ich legte meine persönlichen
Vorstellungen von Farn, Bambus, Schilf etc. ad acta. Denn meine Vorstellungen
wie Landschaft und damit auch kleinräumig gestaltete Landschaft – aka Garten –
aussehen sollte, entstanden in der norddeutschen Tiefebene, teilweise nahe der Nordsee
im Land von Regen und Nebel, bei Höchsttemperaturen von 22 Grad und dem ein- oder anderen Entwässerungsgraben
direkt an der Straße.
Aber dort bin ich nicht mehr: Hier ist Brandenburg! Mehrere Jahre knallende Sonne, wenig Regen, mitteldurchlässiger Boden. Lavendel statt Farn, Wilde Möhren statt Schilf, Sanddorn statt Hundsrosen.
Aber dort bin ich nicht mehr: Hier ist Brandenburg! Mehrere Jahre knallende Sonne, wenig Regen, mitteldurchlässiger Boden. Lavendel statt Farn, Wilde Möhren statt Schilf, Sanddorn statt Hundsrosen.
Hummeln im Lavendel, Erdwespen in den Lehmhügeln, Zuzügler
aus dem Süden wie die Große Holzbiene im Garten. Meine wagemutigeren
Überlegungen gingen mittlerweile eher in Richtung Pomeranze als in Richtung
Farn. So langsam hatte ich mich an die leicht mediterrane Anmutung gewöhnt,
Grabwespen, Sandwespen, Grashüpfer, Eidechsen und Zikaden in mein Herz
geschlossen. Semitrockensteppe hat etwas für sich.
Und dann 2017: Dauerregen. Starkregen. Dauerregen. Dauernder
Starkregen und starker Dauerregen.
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