Samstag, 30. April 2011

Hinweis: mal wieder Hauptautorenbestimmungsdiskussion

Kurzer Hinweis auf eine spannende Diskussion auf der Wikimedia-Deutschland-Mailingliste: wo/wann/wie in welcher Form sollten Hauptautoren bestimmt werden?

Hier ist die Übersicht.

Spannender Post 1: Achim Raschka: ''die fehlende Bestimmbarkeit der Hauptautoren ist ein Thema, das immer mal wieder auftaucht und auch aus meiner Sicht mal konzentriert angegangen werden muß''

Spannender Post 2: Daniel Kinzler: ''Die Bestimmung der Hauptautoren eines Artikels (oder auch eines Absatzes oder Abschnitts) ist ein Thema, dass ich dieses Jahr unbedingt noch angehen will. Und es ist garnicht so schwer, wie es scheint.''

Und, um my Take zu wiederholen: sofort. Oben auf der Seite.


Sozialwissenschaften. Umgepflügt durch Datenmengen.

Philipp Birken kündigt eine Revolution der Soziologie an, ohne es zu merken. Er hat neben einen spannenden Text zu Paradigmen in der Wissenschaft geschrieben: Ein viertes Paradigma der Wissenschaft.

Ich versuche mal den lesenswerten Post sehr kurz zuzusammenzufassen: Paradigma 1: Kucke die Welt an und beschreibe sie: also sowas wie die Erklärung einer Mondfinsternis etc. Paradigma 2: modelliere das ganze mathematisch genau. Also: Planetenbahnen, Vorhersage von Mondfinsternissen etc. Paradigma 3: Wenn die Mathematik nicht mehr für genaue Ergebnisse reicht, führe Computersimulationen mit ungefähren Ergebnissen durch: Klima und Meteorologie wären da ein bekanntes Beispiel. Paradigma 4 wäre es jetzt mit gigantischen Datenmengen anzufangen, und Computer nach Mustern suchen zu lassen. Ein Verfahren, dass ich auch als paradigmatischen Wandel begreifen würde, und das vor allem auch die Soziologe und ähnliche Wissenschaften von Grund auf verändern könnte.

Wie schon nicht unrichtig beschrieben, haben die Sozialwissenschaften bisher gewisse Probleme mit ihrer mathematischer Modellierung. Das nun wiederum liegt meines Erachtens an zuvielen Daten, beziehungsweise an mangelnden Experimenten. Die Wissenschaften leiden am verschärften Meteorologieproblem: es ist nahezu unmöglich, einzelne Faktoren zu isolieren, und die unübersichtliche Faktenlage der Welt soweit zu reduzieren, dass sie für mathematische Modelle handhabbar wird. Versucht man dies - zB in der neoklassischen Wirtschaftswissenschaft - kommt man zu tollen Formeln, die mit der Wirklichkeit wenig zu tun haben. Versucht man hingegen die Wirklichkeit zu betrachten, scheitert man an der reinen Masse einwirkender Faktoren. Oder anders gesagt: entweder ignoriert man die Wirklichkeit unmathematisch und dementsprechend vage, oder man beschreibt etwas mathematisch, was mit der sozialen Wirklichkeit wenig zu tun hat.

Wie nun jeder Sozialwissenschaftler mit ein bißchen Herz für Methodik weiß, sind alle Versuche, dem Problem beizukommen, eher unbefriedigend. Da wiederum bietet die Computersimulation Ansatzpunkte, da sie größere Datenmengen beherrscht und eine Methodik bietet auch mit ungefähren Ergebnissen arbeiten zu können. Und erst recht bietet das durch-die-Daten-Pflügen echte Potenziale. Endlich mal Methoden, die nicht die - in Sowis - unmögliche Reduktion auf wenige Faktoren verlangen, sondern in der Lage sind, die Welt in ihrer Komplexität zu begreifen. Wenn die Sozialwissenschaften merken, was da an Potenzial ist, ich tippe so auf das Jahr 2030, wann das passieren wird, werden wir da noch eine echte Revolution sehen.

Wem gehört die Tätowierung?

Dachte ich hier schon mal laut darüber nach, wer eigentlich wie geistige Eigentumsrechte an Tätowierungen geltend machen kann? Oder wollte ich das nur. Egal, die Realität kommt sowieso schnell hinterher: Guy Who Did Mike Tyson's Tattoo Sues Warner Bros. For Copyright Infringement

In dem Fall geht es darum, dass der Mike-Tyson-Tätowierer, die Filmfirma Warner Bros. verklagt, die im Film Hangover 2 - Nachfolgefilm von The Hangover mit Mike Tyson - für Tysons Nachfolger ein arg ähnliches Tattoo benutzt, wie es Mike Tyson trägt. Die künstlerische Übernahme ist recht deutlich, allerdings stellt sich die Frage, nach dem allgemeinen Recht am Tattoo?

Kann man bald auch Rosen und Tribals schützen lassen, was ist mit Fotos von Tätowierten, mit Bildern von Ihnen, der Verwendung bei Werbekampagnen und muss man jetzt immer fragen, bevor man Mike Tyson eine Filmrolle anbietet? Mag jemand wilde Prognosen in den Ram werfen?

Sublime Dream

Und da jetzt noch ein CC-BY-SA-Logo nebentätowieren?


Notafish, Du kannst das!

Donnerstag, 28. April 2011

Kurz gestubbt: Coronation Chicken

Was nettes, kleines für die Mittagspause: Coronation Chicken (dt. Kröhnunghühnchen) ist ein britisches Gericht aus gekochtem kalten Hühnerfleisch, Mayonnaise und Currypulver. Die Küchenautorin Rosemary Hume entwarf es als poulet reine Elizabeth für das Krönungsbankett von Königin Elizabeth II. im Jahr 1953. (mehr..)

Darummagichberlin (XXXI)

Weil es in meinem Lieblingseinkaufszentrum seit jetzt den Laden "TV Outlet - Teleshopping zum Anfassen" gibt.

Skandal: ZDF und ARD übertragen BEIDE die königliche Hochzeit.

Und vernichten dabei wertvolle Programmzeit, die einer der beiden Sender alleine fällen könnte. Was in einer besseren Welt gewesen wäre, würde beispielsweise das ZDF einfach normal programmieren, zeigt beispielsweise das ZDF-Programm nächste Woche, Freitag zwischen 9 und 15 Uhr.

9.05 Volle Kanne - Verbraucherservice
10.30 Lena. Liebe meines Lebens.
11.15 Reich und schön.
11.35 Reich und schön.
12.00 heute
12.15 Drehscheibe Deutschland
13.00 Mittagsmagazin (zusammen mit ARD)
14.00 heute - in Deutschland
14.15 Die Küchenschlacht

Deutsches Fernsehen. It's so pathetic.

Gestern war Welttapirtag

Dort steht es: Welttapirtag. Jetzt aber schnell:



Tapire gehören ins Wasser scheint es mir:

Mittwoch, 27. April 2011

das originellste an der rot-grün-debatte in bawü..

eine erhebliche anzahl menschen scheint zu glauben, dass landespolitik noch gestaltungsspielraum hat in d. oder dass grün-rot vor 2014 die eigenen ministerien im griff haben wird.

Heiabanga!

Ich habe legalen JSTOR-Zugriff von zu Hause aus! Endlich!

Samstag, 23. April 2011

Traktorfreitag: Micropulling

Wie konnte mir das bisher entgehen? Modellbautraktorpulling! Gefunden dank elian und D. Ich werde die nächsten Tage eingehend auf Micropulling.com und Giving You The Best In Remote Control Pulling Parts verbringen.






Mittwoch, 20. April 2011

Früher war auch nichts wirklich besser

Die Editor Trends Study der Wikimedia Foundation bietet eine Menge unterschiedlicher Ansätze, um über Neulinge, Abenteurer, Gäste und Getriebene in der Wikipedia nachzudenken. Im Birchlog geschieht das, und an anderen Stellen ebenso. Irgendwann gelangt man dann ins Anekdotische. Wie war das damals, als ich selbst anfing?

Jemand sagte mal, Alice ist schon länger dabei als ich alt bin. Voll gelogen und ganz nah dran an einer kleinen Frechheit. Und zu den Urgesteinen der Wikipedia gehöre ich nunmal definitiv nicht. Ich wurde Ende 2004 angeschwemmt, auf der Suche nach etwas Sinnvollem, dass ich der Gesellschaft zurückgeben kann. Es hätte einfach sein können, stattdessen habe ich mich zunächst durch Regeln, Anleitungen und Grundsätze gelesen; nein, eher gefressen. Schon 2004 war das eine Herausforderung, denn wie heute war alles verstreut, eher zufällig zu finden. Die ersten vorsichtigen Versuche folgten, angelehnt an Wartungslisten. Dann ein Vorstoß. Angeregt durch einen Ausstellungsbesuch schreib ich einen - meinen - ersten bislang ungeschriebenen Artikel, mit Bildern, deren Nutzung beim Museum nachgefragt wurde. Möglichst korrekt, soweit es den damaligen Gepflogenheiten genügte. Das war aufregend. Ich war mir nicht sicher, was jetzt passiert. Und es passierte ... nichts. Die ersten Bearbeitungen durch andere Wikipedianer erfolgten sechs Wochen nach Einstellung, das waren dann interne Verlinkungen, Weblinks, Formsachen. Und ich saß da und wartete auf irgendeine Reaktion. Die ersten inhaltlichen Überarbeitungen (lang ersehnt) kamen dann im Oktober 2009 durch eine IP. Fast fünf Jahre später!

Erschreckend dennoch, dass trotz der Überarbeitungen Luc Tuymans noch immer als bedeutender Künstler in der Wikipedia zu finden ist. Wer - außer mir in der ersten Version des Artikels - hat das jemals behauptet?

Was aus meiner Anfangszeit auch noch in Erinnerung geblieben ist, ist eine kurze Diskussion um Namens-Konventionen. Es ging um die Verschiebung von Süßkirsche nach Süß-Kirsche (heute spannenderweiser zu finden unter Vogel-Kirsche), worin ich mehr Binde-Strich-Fanatismus als Nachvollziehbarkeit sah. Und im Verlauf keinerlei Notwendigkeit, mich in Fachdiskussionen zu verstricken, die weder wirklich wichtig noch wirklich spannend sind und zu denen ich mangels Fach wenig beitragen kann.

Und so kommt es, dass ich weiterhin Krümmelkuchen mit Sauerkirschen ohne Bindestrich backe und Luc Tuymans lieber im Museum als in der Wikipedia sehe.

Wo die Anknüpfpunkte zur Studie bzw. zu heute sind?

Noch immer
  • wird die Arbeit neuer Autoren zu häufig entweder mit unpersönlichen Bausteinen versehen oder gar nicht kommentiert
  • wird wie selbstverständlich auf Regeln und Vereinbarungen verwiesen, die dem Laien (auch bzw. gerade dem Wikipedia-Laien) nicht bekannt sein können
  • gibt es Einsteiger, die irgendwas an diesem Irrwitz trotzdem so spannend finden, dass sie dabei bleiben, sich artikelübergreifend engagieren, mit ihrem Erfahrungsvorsprung anderen helfen oder sich einfach in die Artikelarbeit stürzen
Noch immer
  • ist nicht bekannt, was ausschlaggebend für die Antwort auf Should I Stay or Should I Go ist
  • ist nicht bekannt, wie das Bleiben aktiv unterstützt werden kann
  • ist völlig unklar, inwieweit die Implantation von mehr Regeln (und ihre gleichzeitige Unauffindbarkeit) Einfluss auf neue und auch auf erfahrene Autoren hat
Viel Luft also für weitere Studien und hoffentlich auch konkrete Ansätze. Sowohl die Wikimedia Foundation als auch die Chapter stehen dabei in der Verantwortung. Und die Community, die das Thema (zumindest in der deutschsprachigen Wikipedia) bislang mit nur wenig Interesse diskutiert.

re:publica: ein durchwachsener rückblick #rp11

Nachdem ich jetzt ein paar Tage zeitlichen und auch einigen räumlichen Abstand habe, ist das doch eine gute Gelegenheit, neben dem Liveblogging noch einmal konzentriert auf die re:publica zurückzublicken. Hat es gelohnt? Was hat gelohnt? Und warum überhaupt?

Meine Höhepunkte waren:

* der Vortrag von Noha Atef über die Lage in Ägypten, die Tortureinegypt-Website und die Piggipedia-Flickr-Gruppe. Sie erzählte, dass die Polizei lieber Leute abholt, als Websites zu sperren, und dass es ungefährlicher ist, Fotos von Polizisten zu posten als ihre Namen. Und dass die Ägypter wussten, dass wirklich schwerwiegendes passiert, als plötzlich das Internet gesperrt war. Da war alles relevant und neu, von Noha Atef überzeugend rübergebracht. Und dazu war sie noch ein Vorbild an unprätentiösem Vortragen.
* der Vortrag von Markus Bösch über Newsgaming. Auch wenn die Idee ihre beste Zeit wohl gegen 2003 hatte, war sie mir komplett neu. Und die Idee Newsgaming ist meines Erachtens ausbaufähig. Zumal ich den Verdacht habe, dass das Konzept Newsgaming eigentlich schon ein großer Erfolg ist, die Newsgamer sich selbst aber so eng definieren, dass sie den Erfolg des Konzeptes nicht bemerken. Höhepunkt war diese Veranstaltung aber auch deshalb, weil Bösch einer der wenigen war, der das Medium Vortrag nutzte, und deutlich mehr machte, als einen Text vorzulesen.
* die letzten 15 Minuten des Till-Kreutzer-Vortrags, wo dieser vom Allgemeinem abkam und kurz aufblitzte, dass Kreutzer wirklich viel von der Materie versteht.

Mein irritierendster Moment:

* Daniel Domscheit-Berg, der sich richtig ernsthaft über 600 Euro spenden freut. In einem Saal dessen Miete für DDBs Vortrag vermutlich ein mehrfaches von 600 Euro kostete. In dem Saal, indem er vermutlich auch höhere Einnahmen hätte erzielen können, wenn er einfach den Hut hätte rumgehen lassen.

Erhellend:

* Peter Sunde, der zu flattr so ganz unterhaltsam war, aber durch seine Bühnenpräsenz klarmachte, warum ihm immer alle alles abkaufen.



Friedrichstadtpalast während rp11

Überraschend:

Vor der Kalkscheune über Peer Göbel gelaufen, den ich seit ungefähr 1999 nicht mehr in echt gesehen hatte.

Mein typischster Moment:

Der Vortrag von Till Kreutzer, iRights-Info, zum Thema Urheberrecht. Der Vortrag brachte mein Unbehagen auf den Punkt, diese Mischung aus "Warum?" und "dieses seltsame Wir." Kreutzer, der am Ende bewies, dass er wirklich detailliert Ahnung vom Urheberrecht hatte, hielt diesen Dauer-Lessig-Aufguss von wegen "das Urheberrecht ist am Ende, kreative Remixer, Neue Zeit, historisch, Mash-Up" das Übliche halt. Das hat natürlich an sich argumentative einiges für sich. Aber in diesem Rahmen? Jeder, der sich ein bisschen für Netzpolitik interessiert, hat den Vortrag sinngemäß schon dutzendemale gehört. Die Grundargumentation Neue-Zeit-Neue-Medien-Kreaktives-Remixing steht in meinem Feedreader in etwa 30 Postings am Tag. Ich denke, ich darf davon ausgehen, dass fast jeder, der Geld für re:publica ausgibt, und sich dann auch noch diese Veranstaltung aussucht, dass Alles schon mal gehört hat. Mehr als einmal.

Wozu also diesen Vortrag in einem Saal, der gefühlt 4000 Leute fasst? In der Hoffnung die Außenwelt zu erreichen? Aus allgemeinen Feelgood-Gefühl, weil wir alle einer Meinung sind? Um Gruppenkohäsion zu erzeugen? Um die zahlreichen Urheberrechts-Anhänger der Netzgemeinde zu erreichen? Oder weil das halt der Vortrag ist, den Kreutzer auch vor anderem Publikum hält, das nicht täglich die Urheberrechts-Remix-Leier eingeflößt kriegt? Wäre es für Leute, die andauernd Remix-Neu-Sharing eingeflößt kriegen, nicht viel spannender, mal etwas anderes zu hören? Gar Jemanden, der nicht aus der Lessig-Schule kommt? Vielleicht gar jemand, der für das geltende Urheberrecht ist? Oder wäre das zu shocking?

Auch wenn es jetzt etwas unfair ist, Kreutzer so allein rauszugreifen - zumal er zwischendurch demonstrierte, dass er besser könnte, wenn er wollte/dürfte, war er halt typisch. Dieselben Argumente durch dieselben Leute, die das schon immer sagen, und allen das Gefühl geben, das schon immer gewusst zu haben.

Insgesamt: drei Tage, die insgesamt auf jeden Fall den Besuch wert waren. Aber inhaltlich: hätte ich statt drei Tagen re:publica einen Tag meinen Newsfeed intensiv gelesen, hätte ich Heterogeneres, Spannenderes, Kontroverseres und vermutlich auch Inspirierenderes erfahren. Für meinen Geschmack zuviel Feelgood, zuviel Stagnation, zuwenig Inhalt, viel zu wenig Kontroverses, Spannendes, Neues, Irritierendes.



Dienstag, 19. April 2011

Wo studieren?

Bayreuth?



Oder doch eher Lincoln?



Wikipedia in 10 Jahren

Inspiriert vom Birchlog: Editor-Trends-Study-Followup


Wenn ich mir die derzeitigen Entwicklungen mal ansehe und extrapoliere:

Wikipedia 2020 wird:

* Inhaltlich zum größten Teil offiziell von Leute während ihrer Arbeitszeit geschrieben: PR-Firmen, Museen, Institutionen gesellschaftlicher Bildung,
* In Randbereichen weiterhin von begeisterten Enthusiasten gefüllt
* Von - durch Spenden, Fördergelder, Sponsoren younameit - bezahlten Kräften betreut, die Enthusiasten betreuen, Bildungsinstututionen motivieren und versuchen, die PR-Firmen auszubremsen ohne die derzeitigen Rüpel-GAUs en masse zu produzieren.


Montag, 18. April 2011

#digiges, alle mal ausatmen bitte

Die Digitale Gesellschaft hat seit neuestem eine Telefonnummer. Gleichzeitig ist sie auf 20 Mitglieder geschrumpft, was nun recht viele Mitglieder der undigitalen Gesellschaft zurücklässt. Die stets zu lobende Gastbloggerin Lyzzy hat dem ja auch schon Ausdruck verliegen: Digitale Gesellschaft, ist das nicht viel mehr als ein Verein in Gründung? Zur Zeit wohl nicht. Der Verein will die Welt verändern. Per Lobbyarbeit.

Wenn ich einmal abstrahieren darf: das deutsche politische System reagiert im Wesentlichen auf drei Impulse. Wahlen, Kampagnen und Lobbyisten. In der Reihenfolge. Wahlen sind mit Abstand am wirkmächtigsten, aber reichlich unbestimmt. Wenn alle paar Monate mal eine wechselnde Bevölkerungsgruppe ein allgemeines "gut" oder "nicht gut" äußern darf, dann ist das zwar ab und an gut für eine Grundsatzentscheidung (lieber Schröder als Lafontaine, lieber keine Leipziger-Parteitags-CDU, lieber keine aktive Beteiling an der NATO), für den Alltag aber deutlich zu unbestimmt.

Medienkampagnen wiederum wirken eher gegenteilig: wochenlang konzentrieren die sich auf ein Kleinthema (Sarrazin, S21, Google Street View, Guttenberg), während alle anderen Theman unbeachtet nebenherlaufen. Das wirkt zwar auch, aber nur in kleinen Bereichen. Womit für den politischen Alltag Lobbyismus als Methode des Einwirkens bleibt. Jeder, der schon mal näher an aktiven Politikern dran war, wird feststellen, dass sie Alle eine Gemeinsamkeit haben: keine Zeit. Deswegen präferieren sich auch gepushte, aufbereitete Information so deutlich gegenüber Informationen, die man sich holen musste. Deshalb sind Lobbyisten, die alles wichtige auf eine halbe A4-Seite kriegen, und mit dem Politiker so gut bekannt sind, dass sie alles beim 10-Minuten-Kaffee erläutern können, so deutlich im Vorteil gegenüber meiner Nachbarin, die mal alle zwei Jahre einen fünfseitigen handgeschriebenen Brief aufsetzt.

Hemmingstedt schranke druecken

Oft funktioniert das politische System Deutschlands wie eine Bahnschranke.

Da nun fast alle Sachentscheidungen weder Wahlentscheidend sind noch auf der Zeit-Titelseite landen, ist das Land der Lobbyisten jenes, welches unseren Alltag bestimmt. Dementsprechend ist die Gründung einer netzpolitischen Lobbyorganisation nicht nur vertretbar, sondern unbedingte Notwehr.

So weit zum Prinzip. Die konkrete Ausgestaltung hat ja ein bißchen Kritik erfahren. So als Beispiele verlinke ich mal die Carta-Artikel:

* Erstaunliche Vorgänge um die “Digitale Gesellschaft”
* Herzlichen Glückwunsch, Digitale Gesellschaft!

Soweit ich verstehe macht sich das inhaltlich an zwei Punkten fest: Der Verein trägt einen wahrlich anmaßenden Name, und scheint auf das Organisationsprinzip elitärer Klüngel zu setzen.

Den Namen finde ich ja eher schlimm, kann ihn aber verstehen. Politiker = keine Zeit = braucht eindeutige Signale = Differenzierung schadet. Und zum Organisationsmodell Greenpeace: ich sehe kurzfristige Vor- und Langfristige Nachteile. Bin aber ethischer Fundamentalist genug, um rein privat Digiges diesselbe Behandlung zuteil werden lassen, die ich Greenpeace angedeihen lasse: ich spende lieber für Andere und engagiere mich anderswo.

Und warum es erstmal ans Ausatmen geht: offensichtlich holpert die Gründung reichlich vor sich hin. Noch lässt sich einfach nicht abschätzen, ob der Name wirklich mit einer seltsamen Wir-sind-das-Volk-Attitüde einhergeht und ob das Volk dann wirklich aus 20 Personen besteht. Und selbst wenn: die Lobbyliste beim Bundestag hat derzeit 2150 Einträge. Da passen dann auch zwei, oder gar drei, "Wir-sind-das-Netz"-Lobbygruppen drauf.


Freitag, 15. April 2011

Traktorfreitag: Ferngesteuerter Schlegelmulcher



Zur Nacht #rp11

Einer meiner eindrucksvollsten Momente auf re:publica. Dieses Video sehen:



Welterbefotos

Wer wissen will, wie es war, lese in diesem Blog den Beitrag Ein-bißchen-Liveblog von re:publica Tag 3 #rp11, die Bemerkungen von 11:24h bis 11:57h.

Wer wissen will, wie es ausgesehen hat:

Republcia wikiwelterbe wikimedium 15.04.2011 12-04-48

Lag so herum.

Republica wikiwelterbe slide 15.04.2011 11-27-02

Ich hatte nicht die beste Sitzposition.

Republica wikiwelterbe publikum 15.04.2011 11-47-12

Republica wikiwelterbe publikum andere seite 15.04.2011 11-47-08

Aber konnte das Publikum sehen.


Republica wikiwelterbe rede 15.04.2011 11-45-50

Während sie reden.

Republica wikiwelterbe dalang 15.04.2011 12-04-43

Und wo geht es jetzt lang?







Ein-bißchen-Liveblog von re:publica Tag 3 #rp11

Was ist das?, für mich zum wiederfinden: Zeitplan

16:39 Mellow war es dann. Irgendwie war heute tatsächlich der “sprich south an”-Tag, ich bin nirgends mehr reingekommen. Andererseits gab es draußen lecker Espresso, schöne Sönne, Orangenhuhn und eh alles gut. Versönlicher Abschluss einer durchwachsenen Konferenz.

11:57 Draußen stehen Menschen und wollen rein. Es gibt T-Shirts.

11:57 Beinentknotungsversuche.

11:56 Publikum (der bayrische Kleingärtner wieder) fragt was dagestellt werden soll, formuliert das aber so seltsam, dass ich nicht genau weiß was er eigentlich meint. “Was bedeutet freies Wissen” Aah-

11:55 Wollen staatlichen Schutz wie der aussieht, kann man sehen.

11:54 Pub: Weltkulturerbe sagt wie Staaten Einfluss nehmen. Will Wikipedia staatlichen Schutz und wie soll der Aussehen?

11:53 Diskussion über Waldschlösschenbrücke. MC “der Staat hat keinen Einfluss auf dieses Projekzt.” Sind von Staaten unabhängig und getragen.

11:53 Wo wir gerade über langfristige Perspektiven reden. Ich muss ja die Initiave des WMDE-Vorstandes loben mal Kompass2020 zu überdenken und anzupassen.

11:51 Frage: welche Abhängigkeiten würden durch Weltkukturerbe entstehen? Gehen dann gewisse nicht Dinge, weil ein Verlust des Status droht?

11:50 MC steht auf Platz 6 der Editionsstastik sagt er. Hat Probleme mit niedersächsischen Kleingärtnern.

11:50 Catrin “Hoheit muss bei Community bleiben.”

11:49 “Frage: was ist denn die Zielsetzung? Finde es wunderbar, schützenswert. Aber da kommt mir die Frage: wie will man das schützen.” Berichtet von schlechten Erfharungen wie mühsam es ist, sich gegen einen Kleingärtner aus Oberbayern durchzusetzen. “Was ist Wissen und was ist frei?”

11:49 Person 4 geht. Andererseits wenn man woanders in nen Workshop will, muss man wohl vorher gehen.

11:49 Person 3 geht. Sebaso: “wir wollen keine neue Kategorie Digitales Weltkulturerbe”

11:48 Ah, Fragerunde. Erster Kommentar “ich finde das ganz großartig, ihr müsst das werden. Aber Bräuchte man nicht eine neue Kategore: digitales Weltkulturerbe.”

11:47 Je länger ich drüber nachdenke je bescheuter finde ich die Idee je mehr mag ich sie. Yeah!

11:46 Brauchen viel Hilfe. “es soll nicht so klingen wie es ist alles gemacht”

11:45 Zweite Person geht. Verstehe nicht wirklich warum Ist alles gut on topic, gut vorgetragen usw. Also wer die Ankündigung las sollte ungefähr das hier erwartet haben.

11:44 Erklärt wie man mitmachen kann. “auch Online”

11:44 Gibts eigentlich Welterbe T-Shirts heute?

11:43 Leider werde ich den Rest des Tages in Workshop 2 verbringen müssen, weil mein Bein rettungslos eingeschlafen ist.

11:43 “Ach Kooperation stand auf der Folie noch drauf”

11:41 Wollen Welterbe in Wikipedia einbinden.

11:39 “Wollen Wikipedia erlebbar machen” Wikipedia live. Btw. Jemand filmt. Ist der Film öffentlich? Kann man den dann sehen?

11:38 Sehr positives internationales Feedback auf Chapters conference.

11:37 Eigenständige Veranstaltungen dazu. Wo er gerade von Wikipedianern spricht, ich sehe im Raum – von den 20 Leuten deren Gesichter ich sehe – 4 plus 2 Geschäftstelle auf Podium plus 1 Geschäftstelle in Publikum- 1 ist mir im Gang entgegengekommen “zu voll”

11:36 “Wir wollen keine Jubelkampagne machen sondern sensibilisieren.” Über Gefahren reden, wie freies Wissen bedroht wird.

11:35 Aufklärung über Freies Wissen. “Frei etc usw-”

11:34 “Wir haben Ziele”- Wertschätzung für Wikipedianer. Apropos: noch ein Bonmot aus dem Schockwellenreiter-Vortrag, der auch noch das Netz eines MPIs betreut “Wenn Wikipedia ausfällt, stehen kurz darauf 90% der Wissenchaftler bei mir und sagen das Internet ist kaputt”

11:33 Welterbe von 1972. Damals gab es keine Ipads. Formaler Weg sehr umständlich und dauert sehr lange. Das wäre unspannend.

11:32 Und nein, der Herr in Reihe 2 ist nicht Fossa, auch wenn er so aussieht.

11:31 “Wir wollen uns nicht auf ein ganz spezielles Kriterium konzentrieren”, wir sind so toll, dass UNESCO sich anpassen soll-

11:31 Ach ja, Nachtrag zu Gestern. Die von mir beschriebene “Piggypedia” mit y ist anscheinend ein Wiki über Meerschweinchen. Die Fotosammlung zu prügelnder ägyptischer Polizei findet sich unter “Piggipedia” mit I.

11:30 Erklärt Welterbe. Setze ich hier als bekannt voraus und schweife mal gedanklich ab. Gibt es währenddessen noch was anderes aus dem Rest der Welt zu erzählen?

11:29 Argumentiert gegen dummy-argument “Weltkulturerbe ist aus Stein”. Ist jetzt bei immateriellem Welterbe.

11:28 Währenddessen also ein bißchen abschweifen. Rumlaufen und fotografieren dauert doch länger, besonders wenn man andauernd Leute trifft. Heute scheint der “sprich den south an”-Tag zu sein. Selbst in der S-Bahn wollte ein wildfremder schon mit mir über die N24-Kran-Doku von letzter Woche reden.

11:27 sebaso erklärt in blumigen Worten das warum.

11:26 “Wir fahren das nur auf Wikipedia.de”, ist jetzt online.

11:26 “Wikipedia.de kennen nicht viele Leute”. Zugangszahlen zwischen 400.000 und 1 Millionen.

11:25 Wir sind hier übrigens in einem der Veranstaltungswohnzimmer, aka Workshop 2. Raum ist wenig überraschend rammelvoll, so knapp 50 Leute.

11:24 wikipedia.de ist “Die Startseite der deutschsprachigen Wikipedia” huust. Dort sollen Informationen zur Welterbekandidatur stehen doppelhust

9:02 Und noch ein Nachtrag: Anscheinend war der flattr-Vortrag so erfolgreich, dass sowohl Netzpolitik wie wirres.net jetzt auch Kachingle installiert haben. Da freu ich mich doch und sage Willkommen auch ihr :-) Ich fürchte allerdings es könnte mich meinen Top-15-Platz kosten.

9:01 Noch ein Nachtrag. Habe heute Morgen schon diverses sehr gutes über den Günter Dueck-Vortrag gelesen/gehört. Hätte rp funktionierendes Internet, könnte ich ihn dann ja da ansehen :-)

8:59 Nun aber zum Tagesprogramm: 10 Uhr freies Kommunales (Workshop 1); falls besetzt: großer Saal, 11 Uhr Wikipedia-Welterbe (Workshop 2), falls besetzt: großer Saal, 12 Uhr: Krieg im Netz (kleiner Saal), falls besetzt: Quatsch Comedy Crowdfounding.

8:58 Beim nochmaligen Lesen des Blogs hier stellte ich fest, dass es nörgeliger rüberkommt als es gemeint ist. Eigentlich fühle ich mich sehr wohl und kriege massenhaft interessanten Input. Andererseits aber: das Niveau ist wirklich sehr schwankend und die letzten Veranstaltungen auf denen ich vor rp#11, waren eigentlich alle besser (sprich: nutzerfreundlicher) organisiert. Und wollten dafür weniger Geld.

8:57 Heute Mittag wird Boot gefahren. Das Wetter sieht trocken aus, bei der Kamera werde ich gleich noch mal das Objektiv abwischen, und es gibt Chancen, dass das UMTS an Bord tatsächlich irgendwo funktioniert.

Digitale Gesellschaft, ist das nicht viel mehr als ein Verein in Gründung?

Schon ein alter Hut (schließlich gibt's das schon seit seit Mittwoch) und daher schon fast zwangsläufig, dass man sich zum Affen macht, wenn man das nun zwei Tage später noch anspricht. Ich mache es kurz.

Greenpeace-Modell, noch nicht veröffentlichte aber wenig offene Vereinsstrukturen, ein ansprechendes Mitmach-Formular. Wenige Mitglieder (von denen man auch nur wenig weiß), ein Vorstand, eine vage aber umso naheliegendere Idee. Aber wie soll das nachhaltig und für die Menge der Netznutzer und -macher funktionieren? Ist nicht die digitale Gesellschaft, also die, die es auch ohne den Verein gibt, gerade deshalb ein Teil meines Lebens, weil es eben nicht _die_eine_ Meinung zu ACTA, zum Urheberrecht, zum Datenschutz oder zum Leistungsschutzrecht für Verleger gibt? Und es sind gerade die Unterschiede, auf die ich neugierig bin. Viel mehr als auf das, was die Menge der Leute oder die bekannten Gesichter sagen. Ist nicht die digitale Gesellschaft gerade die, die durch ihre Vielfalt fasziniert, in der Argumente und Authentizität mehr zählen als allein die Nase und ein paar Vorschusslorbeeren?

Ich habe noch nicht raus, wer da für wen spricht. Ich bin aber gespannt und ausreichend und wohlwollend neugierig, um das weitere Vorgehen des Vereins und seine Aktionen zu beobachten, abzuwarten, welche Kampagnen gestartet werden und wie die Meinungsbildung erfolgt; eine gewisse Skepsis kann ich nicht verleugnen.

Guten Tag!

Ist es hier eigentlich üblich, sich vorzustellen?

Ich bin das, das, das. Das und das und noch viel mehr. Ich weiß nicht, ob ich Trecker oder Schafe kann, Ballett ganz sicher nicht.


Donnerstag, 14. April 2011

Neue Gastbloggerin!

Ab Morgen! Ich bin sehr neugierig! Und ja, notafish ist auch noch einen halben Monat aktiv und ich bin mir sicher, sie wird noch tolles schreiben.

Vermutlich nicht-live-blogging re:publica Tag 2 #rp11

Was ist das?, für mich zum wiederfinden: Zeitplan

18:36 Mittlerweile bin ich in der besten Döneria Schönebergs angekommen und harre meines abendlichen Dates. Bis dahin noch ein paar abschließende Worte zum Ägypten-Vortrag. Wow. Auf einer Konferenz des überbordenden Ichs sehr angenehm so einen persönlich zurücknehmenden und inhaltsreichen Vortrag zu hören, Viel gelernt, was ich jetzt nachlesen will, positive beeindruckt von der Sprecherin und sehr neugirig. Sehr anders als der Newsgames-Vortrag aber ähnlich beeindruckend.

18:00 In 2009 alone more than 100 bloggers arrested. “Internet police” abteilung des Innenministeriums-

17:59 Why they keep these sites online? Mubarak was very careful how the west and americans viewed him. Was nit blocking websites but arresting and threatening people.

17:58 were is tortureinegypt hosted? A. It is hosted in Egypt.

17:56 As a police officer you can google your name but you cannot google your pictire. “People who published texts were intimated, but not pictures.

17:55 It is not difficult to take a picture of a police officer. For me I have very easy technique: I see a police officer, I smile, he smiles, I take a picture and smiles.

17:54 Q: How dangerous was it to collect evidence? Was it dangerous to you?

17:53 Not all content is uploaded by us. Some police officers were charged, some were not.

17:51 So gab es Fragen? Publikum liest vor: what happened to charges posted to piggypedia? Possible to verify?

17:50 Social media didn't create the revolution, but it was a very powerful tool. Facebook and Twitter are available everywhere but you won't find revolutions everywhere.

17:49 “3 Social Media Stories from Egypt”

17:48 Foto: Mobile-Aufladestation in Tahrir, lustiger Kabelsalat.

17:47 Internet-usage seit tahrir steil nach oben gegangen.

17:46 “iwasintahrir”, Map beschriftet mit Namen.

17:46 In Tahrir alles auf zentralen Computer in Zelt auf Platz gespeichert. Auch ohne Netz, wollten archivieren.

17:45 “we want internet.” “who's afraid of twitter?”

17:45 Graffiti “facebook and aj-jazeera.” We want this.

17:44 Nachdem Internet und Mobiles abgeschaltet waren “there is something serious going on”

17:42 all organised by foreigner who oh my god all speak very good english. So war state TV die ganze Zeit-

17:40 ah, Nile TV. Großartiger heulender Mensch erzählt, dass die Leute die Flyer machen und Tahrir-Demos kontrollieren alle English reden-

17:39 secret of egyptian revolution per anrufer by fernsehen

17;37 Flickr took pictures off wegen copyright.

17:37 Währned sie wieder mit der Technik kämpfen, kann ich bemerken, lustige beleuchtete Tastatur beim nebenan.

17:36 A. what happened when these torture-videos were leaked to youtube, youtibe took them down wegen violence and sexual content.

17:36 Q:Where do you host content? Could you describe your experience with services?

17:36 Al-Jazeera-Einspielung von Youtube, technische Probleme, wieder Twitter-Fragen

17:34 4/2009-5/2010 169 sit-ins, 112 strikes, 87 demonstrations, 63 protest machrches Demofoto von 2006

17:33 Nach einer halben Stunde fällt mir jetzt auch auf, dass ihre Slides in weiß-rot-schwarz sind. “Mini Revolutions.”

17:32 Reading about something is not the same as watching it.

17:31 facebook.page “we are all khaled said”

17:29 If there was somebody behind the revolutiion, “Khaled Said was one of them”

17;27 sehr unschöne Bilder von Piggypedia

17;24 I would just blog related to everythung related to torture in egypt. “Piggypedia” - photoalbum for police officers.

17:23 Found Police everywhere.

17;22 Bewegendes Video: Tortureinegypt.net

17:19 Frage per Twitter: wird military power zurück zu people geben. A: wer in einer dictatorship geboren ist, wird niemand vertrauen. Gute Absichten damit, dass sie nur 6 Monate im Land bleiben wollen, machen auch schlechtes, aber verändern es anscheinend unter Druck der Leute.

17:17 Sie kämpft weiter, ich kann zwischendurch noch verraten, dass es doch guten Kaffee hierherum gibt. Danke der Espresso-Ambulanz im Piaggio vor der Tür.

17:16 Während sie grad mit der Technik kämpft, noch die Bemerkung, Polizeifestspiele am Brandenburger Tor waren wirklich eine gute emotionale Einstimmung auf den Vortrag jetzt.

17:16 “Social media is media.” Media shapes public opinion-

17:14 Frage: Did they use social media to pave the way to the revolution? “I would say yes.”

17:13 Und noch eine einleitende Bemerkung. Sie hat gleich am Anfang gebeten, Fragen per Twitter zu stellen, sie wird sie am Ende beantworten. Dabei fragen, wieviel Leute hier überhaupt an den Account kommen: knapp ein Fünftel. “Internet is not working?” “No!” “That is good, than you will be looking at me.”

17:13 Aah, das lustie geshoppte Mubarak-Bild an der Wand.

17:11 Redet von Begeisterung der Ägypter, Sachen Online zu stellen, auch bei Nicht-Bloggern.

17:11 Sie übrigens im Kopftuch, weder Haar noch Knöchel zu sehen. Und noch was: auf dem Weg hierher die Trägerin des Style-Preises heute gesehen: blonde Frau mit Anzug und Hut und Halstattoo.

17:10 Egypt, 4,5 Mio Facebook-Users, 26.800 Twitter-Users

17:08 Saal etwa ein Viertel vor, auf dem Weg hierher kamen mir Massen an Leuten entgegen, die “Blogger reden miteinander” angesehen haben. Ich habe dann ja doch den Fußweg zurück genommen.

17:08 Mitterweile zurück im Friedrichstadtpakast, höre Nora Atef zum Thema Social Media and Egyptian Revolution.

16:06 Wen es übrigens interessiert: die Entfernung zwischen der Politik und den Menschen beträgt etwa einen knappen Kilometer. (An der Straße des 17. Juni). Ich überlege langsam mal, ob ich mit öffentlichen Verkehrsmitteln wieder zum Friedrichstadtpalast komme, so wie es aussieht geht die Absperrung echt bis zum Potsdamer Platz.

16:01 Habe beschlossen, meine Kaffeepause zu nutzen, um ein bißchen Polizeitourismus zu betreinen. Wegen NATO.Außenministerkonferenz ist so einiges abgeseprrt, Leider soviel, dass ich seit einer halben Stunde dauernd in Absperrungen renne, wenn ich versuche wieder zurückzukommen. Immerhin jetzt gibt's fast-Liveblogginbg aus dem Tiergarten. Und viel besser, es gibt Netz. Wenn sich der Tiergarten jetzt noch weniger im Rechner spiegelte und jemand einen Kaffee brächte, wäre das echt schön.

15:06 Wobei er das Kernproblem nicht beantwortete: für mich als newskonsument ist das einfach zu umständlich, um Infos aufzunehmen. Und für mich als Spieler ist das zu dilettantisch.

15:04 Danach dann die Überraschung “Newsgames”, also Computerspiele, die auf aktuellen Nachrichten aufbauen. Vage Grundisee faszinierend, die Umsetzungen der letzten 10 Jahre eher Desilussionierend aber ein echtes Highlight an Vortrag. Ich weiß jetzt alles, was extrem unterhalten, kann vermutlich alles über Newsgames erzählen, und werde mich heute Abend hinsetzen und einen Wikipedia-Artikel darüber schreiben oder so. Super.

15:03 Wenig spektakuläres bei der Computerspielsucht, aber viel inhaltliches, souverän dageboten, sowohl was die Empirie als auch die dahinterliegenden moralischen Fragen angeht und dringend dafür plädierte, das ganze Thema umfassender zu begreifen als nur als “böses Spiel”. Lohnend.

15:02 Also einfach mal spontanisiert, und auf Gut Glück in den Quatsch Comedy Club gegangen, in dem ja bekanntermaßen zumindest die Räume sehr nett sind und die Bar besser. Erster Vortrag: gibt es Computerspielsucht? Ich würde es mal als gute, klassische deutsche Wissenschaft begreifen.

15:01 Meine je, Workshop 2 ist ja noch kleiner als Workshop 3. Da war der Raum schon mit den Speakern zur Hälfte gefüllt und natürlich war schon der halbe Gang verfüllt als ich 5 vor 2 davor stand. Also auch nichts..

13:47 Nun aber husch, husch zum Palast, sonst ist Co:llaboratory auch noch voll.

13:45 Noch ein Nachtrag zum Urheberrechtsvortrag vorhin Fragerunde, Offene Inhalte bla. Die erste Frage, die sich dem deutschen Michel stellt “aber dann dürfen Nazis ja auch.” Ja, tatsächlich, auch Nazis haben Rechte, so schockierend das in Deutschland immer wieder wirkt.

13:47 Und weil es als Anekdote so nett ist, auch noch die letzte Frage der Runde. “Why are you barefoot?” S. “It keeps me alert on stage” Frage: “to keep you down to earth”? S: No. I'm not very down to earth.”

13:43 Dann also Sunde. Und danach verstehe ich, warum flattr erfolgreicher ist als Kachingle. Der war unterhaltsam, kurz und hatte tatsächlich was Neues zu sagen. Endlich kann man Leute per flattr spammen. Oder eher in seinen Worten: Man kann auch Leute flattrn, die gar nicht Mitglied sind. Die kriegen dann eine Nachricht, und können flattr beitreten, um das Geld zu kriegen.” Torsten Kleinz mit der intelligenten Nachfrage “was passiert mit dem Geld, wenn sie nicht beitreten.” Sunde “kriegen sie zurück” Kleinz: wie lange Sunde: wir experimentieren. Außerdem wollen sie großkundenrabatt einführen, so dass nicht der – hypothetisches Beispiel von mir – der kleine flickeraner Geld kriegt sondenr auch flickr an sich. Oder der Wikipedianer und Wikimedia.

13:42 Egal, im Palast hatte ich mich dann noch spontan entschieden, doch Peter Sunde zu Flattr zu hören. Bzw. Erstmal Domscheidt-Berg zu OpenLeaks, der weit überzog, kaum zu Potte kam und auch sonst den personifizierten Bedenkenträger gab. “We have discovered that I am some kind of bottleneck in OpenLeaks.” Na das glaube ich aber sofort.

13:41 Hm, der Geruch der Küche und die Optik des Essens schafft es ja jedesmal mich aus dem Friedrichstadtpalast zu vertreiben. Wobei “Fast Food im Bahnhof Friedrichsatrße” jetzt auch eine blöde Alternative ist, Jemand Ideen?

12:27 Und nun: Mittagspause bis 14 Uhr. Mineralienstand? Vielleicht funktioniert da UMTS.

12:26 Nachdem ich gestern oberflächliche Presse/Blogschau zu re:publica gemacht hatte, hatte ich heute ja schon leichte Zweifel, da die alle Lobo als den wichtigen Punkt begriffen. Habe mich heute aber persönlich bei Anwesenden vergewissert, dass das alles “besser als eine Stunde im Zug ohne Buch” war, aber sonst auch eher abgekaut und wenig inspiriert.

12:24 Weiterhin Überlegung warum mir J. Zimmermann gestern abend so deutlich besser gefallen hat als das vorher .Neues zu erzählen hatte der eigentlich auch nicht. Aber immerhin hatte er eine Story und eine Absicht und Punkte und so. Der Wade, bla-Vortrag kam mir dann doch vor wie routiniertes runterleiern, was man halt macht, um einen Vortrag zu füllen. Wunderkammern sind so wunderlich, da kann man sooo einfach leuchtende Augen kriegen. Das war irgendwie nicht da.

12:23 Zweifel am Rande: warum gehen Leute in Vorträge und spielen dann 60 Minuten auf ihrem Handy rum? Macht am Handyrumspielen nicht mehr Spaß, wenn man besser sitzt, mehr Licht hat und niemand nervig dazwischenredet?

12:19 Der Tag begann mit Till Kreutzer: “Wir sind das Urheberrecht”. Der lange, lange Anfang war irgendwie die ausgewalzte Version des Larry-Lessig-Vortrags letzte Woche, und selbst der hatte nichts neues zu sagen. Glücklicherweise hatte Kreutzer beim letzten Punkt “Handlungsempfehlungen” dann doch die Kurve gebracht, eigene, detaillierte Empfehlungen rausgelassen, die sich vom üblichen Unterscheiden und jede Menge Stoff für spannende Diskussion liefern. Langfristig: alles muss anders, kurzfristig: “Transformative Nutzungen” als Schrankenbestimmung in der InfoSoc-Richtlinie. Naja, so kurzfristig wie EU-Lobbying halt funktioniert.

12:19 Habe mir übrigens inzwischen mehrfach erzählen lassen, dass ich Kenntnisse und Bildung des anwesenden Publikums weit überschätze, die Ansprüche runterschrauben sollte, und dann auch weniger genervt bin. Okay, wäre ein Versuch.

12:18 Sowohl Google Books als auch European Lobbying sind rammelvoll, Zeit ein bißchen im Foyer zu sitzen und zu kontemplieren. Für das erste und nach eingehenderer Betrachtung: Mein Gott ist der Friedrichstadtpalast ostig.

10:29 Berlin! Berlin! Ich bin schon in Berlin.

10:07 Sollte ich was zur Digitalen Gesellschaft schreiben? Hm, also ''Das sieht vor, dass der Verein vorerst auf wenige Mitglieder beschränkt bleibt, so dass Strukturen und Abläufe effizient und möglichst schlagkräftig gestaltet werden können.'' klingt mir persönlich einfach zu sehr nach dem Politikmodell China.

9:04 Strahlender Optimist, der ich bin, werde ich natürlich wieder den 0 kbit-Stick einstecken.

9:03 Gut, Bändsel für die Schiffstour gibt es noch Morgen.

8:49 Damit ich selber den Überblick behalte: Programmplanung 11.00 Till Kreuztzer (Palast), 12 Jeanette Hofmann (kleiner Saal), 14 dann ein letztes mal Urheberrecht mit co:llaboratory (workshop 2), 15 scheint dann nur facebook-und-so stattzufinden, da kann ich dann nett eis essen gehen (oder was arbeiten oder so). Weiter um 16 dann mal was ganz anderes "Internet im Film" (blauer Saal), und zum Abschluss 17 dann wieder im Palast gibt es Ägypten.

Darummagichberlin (XXX)

.. weil es in Mitte hippe "Livestyle[sic!]-Restaurants" gibt.

Mittwoch, 13. April 2011

So-vage Liveblogging von re:publica XI #rp11

Was ist das?, für mich zum wiederfinden: Zeitplan

20:52 So, nachdem ich die Filmemacher von dem Film, den ich sehen wollte, schon im Publikum erleben durfte, habe ich beschlossen, den Film doch nicht sehen zu wollen. Damit war das alles um 20:00h zu Ende, und ich durfte begleitet von der zweitleisesten Straßenzeitungsverkäuferin Berlin nach Hause S-Bahnen.

19:53 GRUR-Angestellte “international affairs” spricht. Agreed to a lot of points. Likes to add: on a national level govt weren't succesful, put it on european/international level, ACTA has even been noticed by conservative lawyers. A lot of things going on european level. IFPI-lobbyist in commission. “I work for an academic association” GRUR have signed petition against ACTA. 3 ways to counterbalance lobby: European parliament, academics (should try to get in closer contact with academics, in Germany there is a change of generations, a lot of people think more like you do, especially at max-planck-institute. Have a lot of influence. Trust a little bit the courts,” Goes with dialogue with academic work.

19:50 Antwort: Konzentration bei ISPs, verstärkt Tendenz zu Restriktion.

19:49 Frage “when will be zje big revolution”, dass uns die hardware oder die tiefseekabel gehören (und nicht kommerziellen firmen)

19:47 frage zu G8-Treffen. Zim: “I don't believe that physical action there will change something” .Should campaign but dont believe in centralised actions.

19:45 Vortrag vorbei, mittlerweile etwa 70 Leute da.

19:44 Internet was made for sharing. You cannot stop these 1 and 0s until you destroy it. We have never been so connected and there have never been such violent attacks on those freedoms. Nächstes G8 by France. Sarkozy “wants to make it meeting of civilized internet”

19:42 Noch haben wir freies Internet und Freedom of expression, die es erlaubt.

1940 Slide “Sharing helps culture.” When you like a record do you shut it down or do you lend it to other people? If you like reading, do you go to a library? The more culture is spread, the more it is alive. “There is no culture without sharing.”

19:37 Statistiken zum Filesharing. (1) Einnahmen durch Konzerte seit Napster stark gestiegen, CDs nach Peak wieder gesunken. Hadopi.Studie: filesharer geben mehr für Musik aus als nicht.filesharer. Http;//Lpdn.fr/p2pstudies

19:30 “disturbing processes going on inside the Eiropean commission” besonders market DG under barnier working on reframing of directives.. “how could we go further”

19:29 European Parliament will vote in ACTA. “yes or no”

19:29 “you can have very good example at re:publica how is life without internet”

19:27 DoJ let ICANN remove websites from the internet because of copyright/trademark.

19.25 “turn internet companies into private copyright cops”

19:22 Erklärt ACTA inhaltlich. Version 2.0 of war on sharing-

19:19 Spannende Geschichten, wie ACTA überhaupt an die Öffentlichkeit kam und was LQdN dabei gemacht hat.

19:16 Lustiger Slide: Weltkugel mit Micky-Maus-Ohren

19:16 fragt wer ACTA kennt. Gut die Hälfte. Vielleicht wisst ihr dann ja schon alle, was ich sage.

19:14 Konservative Polutiker erzählen privat immer noch, dass sie auf Märkten, bei Handshakes etc. beschimpft werden, weil sie für Hadopi gestimmt haben. Benutzen es – nichtöffentlich – als Besipiel für ein schlechtes Gesetz.

19:11 “You all heard of Sarkozy and his personality” - lustige Handbewegungen. “Hadopi is dead wood at the moment.”

19:09 Slide “HADOPI RIP LOL”. Erklärt Hadopi--

19:08 When Sarkozy was elected, IFPI was very happy. Zimmermann fragt, wer Hadopi nicht kennt: etwa ein drittel meldet sich.

19:05 Disturbing trend to use copyright to infringe on fundamental rights.

19:04 LQdN provides tools for citizens. Active on European level and on France-

19:04 Zimmermann weiß noch nicht, wie lange der Vortrag dauern wird.

19:03 Saal groß, deshalb eher leer. Hörte außerdem vorhin von eigentlich allen, die Sascha Lobo “Trollforschung” sehen wollen. WARUM??

19:01 Als Rechner-Hintergrundbild hat er auf jeden Fall dieses barbusige französische Revolutionsbild dessen Name mir gerade entfiel. Auch ne Aussage. Und er trägt ein T-Shirt mit “Copyright”-Symbol und -Schrift drauf.

19:00 Gleich beginnt: Jeremje Zimmermann. Copyright vs. the Internet. Großer Saal Kalkscheune. Wirklich groß, recht verwinkelt, sehr holz. Lustige Holzstühle, Zimmermann scheint noch mit der Technik zu kämpfen.

18:44 Netz tot, Bier gut, hörte nur gutes über den Feldmann-Vortrag. Stelle fest, dass die Kalkscheune nicht mit Tagestickets zugänglich ist, was u.a. Erklären könnte, warum das hier alles viel viel nerdiger, punkiger und mit mehr Ahnung wirkt als nebenan.

18:03 “Verbunden (1 kbit/s)

17:59 “Verbunden (0 kbit/s)” Weiteres Kuriosum am Rande: überraschend wenige Kameras, diejenigen, die da sind, sind aber entweder fette DLSR oder gleich große Videocams/Fernsehkameras.

17:58 Und noch ein Kuriosum am Rande: ausgerechnet die Touriattraktion No. 1 dieser Gegend, der Friedrichstadtpalast, verweigert sich jedem Kaffee-Latte-Trend und serviert nur schwarz im Tässchen.

17:57 Liveblogging vom Mineralienstand hat einen Nachteil. Die einzige Ablagestelle für den Rechner mit Sichtkntakt wäre beim Wiener Feinbäcker. Dessen unteroptimales Angebot mag ich mir aber eigentlich nicht antun.

17:54 Surfstick geht. Leider ist neben dem Wlan auch O2 komplett tot. Keine Ausnahmen für Daten.. Also weiter beim nicht-live-blog. Gespräch neben mir “aber das ist echt confidential.” Höre besser zu, geht aber natülich nur um öde Social Media-Projekte mit widerborstigen Projektmanagern.

16:36 Falls die Seite wieder runtergeht: weitere Programmplanung: sobald ich da bin Policing Content (FS-Palast), 19 dann Quadrature du Net lauschen (großer Saal) + dann vermutlich gleich sitzen bleiben, um die seltsame Geschichte von den seltsamen Puppen vermutlich blöde zu finden. But you'll never know. Auf jeden Fall freu ich mich auf Jeremje Zimmermann.

16:25 Habe mich auch nach weiterem Nachdenken geeinigt, dass der erste Vortrag, hm, desillusionierend war. Ich bin doch kein FH-Zweitsemester.

16:24 Bin dabei, Entsatz für den UMTS-Stick zu besorgen. Auf dem Weg den schüchternsten Straßenzeitungsverkäufer Berlin getroffen. Das Mädel neben ihm, das öde Geschichten von Freund, Motorrad und Bundeswehrrucksack ins iPhone säuselte war etwa dreimal so laut.

15;15 Kurzresumee Wade, Wiki, Wunderkammer. Ja, so, als Text hätte ich das in 15 Minuten konsumieren können, für jemand der dauernd über Hyper, Bilder und so sprach, wenig Mehrwert. Bilder zu klein, Vortragsführung zu wenig zündend und inhatlich eher so in einer geradezu wikipedianischen Behäbigkeit. Leider Zusammenhänge eher behauptet als begründed. So Ideensammelsurium

15:15 Weiterhin kein Netz übers WLAN. Mal schauen ob ich etwas über das weitere Programm erfahre irgendwo.

14:48 “Relevanz ist Firlefanz” Applaus im Saal.

14:46 Nelson (hyperzext, xanadu) → Barners.Lee → Cunningham (Exkurs: Hypercard)

14:40 Vaanevar Bush, Memex.

14:33 Zettelkasten. Luhmann.Virtueller Zettelkasten. Wiki.

14:24 Und 1837. Laterna Magica, Schachtürke.

14:23 Und plötzlich haben wir 1998.

14:15 Leibniz

14:11 Wunderkamern etc. “Die Grenze zwischen Wissenschaft und Jahrmarkt war fließend.”

14:06 Wissensproduktion im apollinsísch.dyonischen Zwist. Jetzt gehts los.

14:05 Einführungsgeplänkel. Geht das auch mal los?

13:59 Habe mich entschieden, dass unser Wohnzimmer doch größer ist als der Raum von Workshop 3.

13:58 Bin verwöhnt. Das Lenyard-Hängegedingsel ist echt nicht die Qualität, die ich kenne. Pappschild ohne Hülle plus Dauerregen könnte fatal werden.

13:57 Höre, dass WLAN eh nicht funktioniert. Das immerhin hatte ich geplant-

13:54 Lautes, demonstratives Lachen scheint hier en vogue zu sein.

13:51 So mittlerweile in des Schockwellenreiters Vortrag “Die Geburt des Wikis aus der Wade der Wunderkammer. Wege zu einem Web des Wissens.” angekommen. Wahrscheinlich unter Einfluss des Buches “Die Geburt der Alliteration aus dem Alphabet der Anfangsbuchstaben” entstanden. Kleiner, niedlicher Saal nebenbei, jetzt mit 12 Leuten gefüllt, damit etwa halbvoll.

13:42 Kalkscheune ist voll, Stände wirken sinniger und jemand mit einem blauen T-Shirt meint, ich solle ihn ansprechen, wenn ich mein Blog vermarkten will.

13:36 Auf der Suche nach der Kalkscheune? Haben die Leute da vorm Hotel NVA-Uniformen an? Oder ist das nur eine exzentrische Feuerwehr?

13:29 Nebenbei, Wikimedia Deutschland, hier wäre eine tolle Gelegenheit, Infomaterial auszulegen-

13:28 Rundgang: gegen Atom, Lichtblick, taz, Freitag, ich habe eine gewisse Ahnung in welche Richtung die Organisatoren verbindungen haben-

13:24 Doch eher nicht-live-blogging heute. Der Autor ist zu blöd seinen UMTS-Stick zu bedienen und mag nicht heute abend alle Passwörter ändern müssen. Komme ins Blog nicht rein...

13:23 Warum haben die mir das Programm für Morgen in die Hand gedrpckt?

13:19 Alles eher unübersichtlich. Wo ist jetzt der Stand mit dem Bootsfahren?

13:16 Aufgeschnappte Gesprächsfetzen aus dem Weg zum Friedrichstadtstadtpalast “You were right. What the fuck. HAHAHAHAHA”

13:10 Bahnhof Friedrichstadt. Habe beschlossen, dass rp heute der unexklusivste aller Schreibstoffe ist, und kontempliere darüber, mich vor den Mineralienstand im Bahnhof zu setzen und livezubloggen, was da los ist.

12:02 Ich soll das Haus nicht ohne ausgedruckte Eintrittskarten verlassen. Ich soll das Haus nicht ohne ausgedruckte Eintrittskarten verlassen. Ich soll das Haus nicht ohne ausgedruckte Eintrittskarten verlassen.

11:50 Tolle neue Tasche jetzt auch namentlich gekennzeichnet. Überlege, ob ich eigentlich Gummistiefel für den Hinweg besitze.

11:01 Twitter beschwert sich, dass die erste Veranstaltung ein lahmer Werbeblog war, fühle mich in meinem Programmorakeln bestätigt. Twitter beschwert sich auch, dass 02 überlastet ist - fühle mich in der Auswahl meines UMTS-Sticks widerlegt. Weiterhin ekliger Regen, Fahrrad bleibt wohl zu Haus. Schedule funktioniert auch nicht mehr, bilde vage ein mich zu erinnern, dass das Nachmittagsdings um 13 Uhr losging.

9:03 Habe beschlossen 24/7/3 zu machen. Drei Tage ah sieben Stunden, bei denen ich je 24 Minuten aufpasse. CU heute Nachmittag dann erst.



Dienstag, 12. April 2011

Der Japaner an sich ist halt blöd..

Ich weiss wieder, warum ich Spiegel-Online eigentlich gar nicht anschauen mag:

Verpuffte Mahnungen: Im Norden Japans stehen vielerorts Steine, die vor Tsunamis warnen. Es sind Jahrhunderte alte Gravuren der Vorfahren. Dass sie ignoriert wurden, überrascht Experten nicht - Erinnerungen an Katastrophen verblassen nach drei Generationen.


Ähm, Spon, Euch ist schon klar, dass Japan das bestfunktionierende Tsunami-System der Welt hat? Auch die überschwemmten Orte hohe Schutzmauern gegen das Meer hatten? Die ganzen Leute an den Küsten gedrillt sind, bei Erdbeben sofort höher gelegene Orte aufzusuchen? Und Euch ist klar, was ein vergleichbares Ereignis in Deutschland anrichten würde? Aber bei Spiegel schwört man halt auf die Macht der Steine..



Freibier

Weil alle danach fragen, wo sie den neuen Stern am Bloghimmel finden. Die Adresse lautet http://achimraschka.blogspot.com/

Noch zweimal Editor Trends

Georg Mannsperger/WissensServer: Wikipedia und das Ende der Begeisterung

Cethegus: Der Autorenschwund in der Wikipedia hat auch erfreuliche Gründe


Und wo ich grad dabei bin:

Wikipedia-Autoren suchen auch Andere. Schneeschmelze: „Ich bin auf der Suche nach einem Autor…“

The Politics of Systems: mapping wikipedia: my god, it’s full of sports

Notabilia: Visualizing Deletion Discussions on Wikipedia

Sonntag, 10. April 2011

Guter Vorsatz zum Montag

"please bother to explain" .. "tell him that you hope that he will come back"

Seriösität durch Statistik

Interessante Idee drüben bei Tom Morris. Der hatte eine Eingebung, wie man die Seriösität eines Wikipedia-Artikels an seinen Besucherzahlen bemessen kann. Grob gesagt: je seriöser desto größer wird der Abfall am Wochenende sein. Was für mich heißt: je seriöser, desto weniger sind Leute bereit, sich das Thema freiwillig anzusehen. Trotzdem als Idee hat es was.

A tentative hypothesis lurks there: if Wikipedia is being used as a quick reference by university students, school students, teachers and lecturers during the week, that would explain why there seems to be a dip at the weekend. (And an even more ad hoc explanation: on Saturday, people are going out and having fun or watching TV, on Sunday they are doing their homework, hence more pageviews on Sunday than Saturday.) But because movies and TV shows and pop music are fun, people still read about them on Wikipedia at the weekend, while academic articles are more of a work thing for people in universities.




Freitag, 8. April 2011

Neue Adminabstimmregel beschlossen

User, die anderen Usern helfen = Ja.

User, die andere User runtermachen = Contra.

Schreibbefähigung, Regelkenntnis, gar Editzahlen, kann man immer lernen.

Donnerstag, 7. April 2011

Zur Nacht



Slate Top 5 Most Effective Protest Songs (and the Top 5 Most Danceable)


Mit Larry Lessig am Wannsee

Lawrence Lessig war in Berlin. Der bekannte Streiter gegen restriktives Urheberrecht und Poster-Child der akademischen "Freiheit-im-Internet"-Kämpfer hielt einen Vortrag zu Internet. Kultur, und Politik. Alles halt.

Zum Ambiente: die American Academy war mir vor dem Vortrag tatsächlich kein Begriff. Nach dem Blick auf die Karte, der eine herrschaftliche Villa direkt am großen Wannsee preisgab, dachte ich, aha, noch so ein spannendes Berlin-Überbleibsel aus dem Kalten Krieg. Denskste: Arbeit aufgenommen 1998.

Ein Tolle Aussicht vom Salon direkt auf den See gab es trotzdem, wobei das ganze Ambiente sowohl edel als auch eigentümlich familiär wirkte. Alle waren ausgesprochen höflich und bemüht, ein Großteil der Anwesenden kannte sich offensichtlich sehr gut. Der ehemalige Fellow Lawrence Lessig war den ganzen Abend nur Larry. Als er von der Geburt seines zweiten Kindes in Berlin erzählte nickten alle wissend und erinnerten sich. Die Begleitredner haben sich erst gar nicht vorgestellt, weil sie wohl davon ausgingen, dass eh alle sie kennen. Das ganze mit überdurchschnittlichen Häppchen versehen und mit einer Raumgestaltung, die vor allem an amerikanische Fernsehserien erinnerte. Und da meine persönliche US-Zeit ja weniger in Golfclubs an der Ostküste stattfand, sondern mehr unter Rednecks und Schwarzen, war auch mir das ein ganz neues US-Erlebnis.

Der Vortrag selbst:
erstmal entsprach er den Erwartungen, Lessig ist ein sehr guter Redner, der Ideen griffig rüberbringen kann, in der Lage ist, auch abstrakte Konzepte zu vermitteln, und ansonsten ein wirklich guter Abendgestalter.

Zur Technik fielen mir dann allerdings gleich zwei Sachen auf: Materialschlacht und Modulbauweise. Das ganze war eine Powerpoint-Materialschlacht. Jeder Absatz hatte eine eigene Folie, und wie er es schaffte mehrere Videos auf eine Folie zu bekommen, rätsel ich immer noch. Andererseits: viele der Folien, z.B. mit <1> oder Equality oder Fan oder dem Napster-Logo etc. sind offensichtlich vielfach verwendbar, und können problemlos in verschiedenste Vorträge integriert werden. Not bad.

Noch spannender war es aber, dass der Vortrag selber anscheinend genauso aufgebaut war. Mit 3 1/2 Modulen, die sich beliebig untereinander koppeln lassen und auch mit weiteren Modulen verbinden. Was nicht schlecht ist, da hat man zu Hause schon alles von 10 Minuten bis 5 Stunden Vortrag auf der Festplatte, und muss nur aneinanderkoppeln. In Berlin schienen es mir 3 1/2 Module zu sein, wobei die ersten drei noch einen gemeinsamen Rahmen namens "Equality" bekamen:

(1) Urheberrecht/Remix/Kultur
(2) Netzneutralität
(3) Wikileaks
(4) Polarisierung

Zum Rahmen: die Idee der Gleichheit sieht Lessig sowohl in der amerikanischen Geschichte als auch noch im Internet verwirklicht. Dabei geht es weniger um tatsächliche Gleichheit, sondern um den Anspruch darauf: der hätte frühen Amerikanern Selbstbewusstsein und Souveränität im Umgang mit Macht gegeben, würde Bloggern erlauben einfach so ihre Meinung zu schreiben, YouTube-Künstlern einfach so Remixe von Popsongs hochzuladen oder Wikipedianern, einfach so das Wissen der Welt definieren zu wollen. Mittlerweile überträgt sich der Anspruch vom Netz wieder in die Politik, siehe Nahost. Der Gedanke war leider eher angerissen denn ausgeführt, das war mE das spannendste am ganzen Vortrag.

Lessig-zum-Urheberrecht setze ich in diesem Umfeld einfach mal als bekannt voraus, das war sehr gut gemacht, aber auch nichts, was man nicht schon ähnlich von ihm las oder hörte. Wer noch einmal rekapitulieren möchte, bediene sich einfach an den Endlinks im (ansonsten verbesserungsfähigen..) Wikipedia-Artikel. Das halbe Modul Netzneutralität bestand auch aus wenig mehr, als dass Netzneutralität wichtig für die Kreativität im Netz sei, und er empfahl zwei Bücher zu lesen, deren Namen mir schon wieder entfallen ist. (weiß zufällig jemand der Anwesenden, welche das waren?)

Spannender, und mir neuer, war das Wikileaks-Modul. Die Vorgehensweise der US-Regierung, Wikileaks zerschlagen zu wollen, vergleicht er mit dem der Musikindustrie und Napster. Es mag gelingen, Wikileaks selbst zu zerschlagen, aber langfristig wird es dutzende neuer Wikileaks geben. Hilfreicher als Terrorismusvorwürfe wären Pläne, wie man in Zukunft mit großen Datendumps umgeht.

Lessig stellte dem Veröffnetlichungsmodell alles-ins-Netz ein "verantwortliches Veröffentlichen" entgegen. Dass er nun ausgerechnet, die von Kontrollwahn und schmutzigen Geschäften gezeichneten State-Department-Depeschen als "verantwortungsvollen Umgang" bezeichnete - ich habe dann einfach mal beschlossen, dass er einfach sein amerikanisches Publikum damit aus der Reserve locken wollte. Auch der Kurzzschluss von Wikileaks zum arabischen Frühling war mir dann zu kurz. Sicher haben sowohl Internet als auch der Anspruch auf Gleichheit einiges mit den Ereignissen in Nordafrika zu tun. Facebook und Twitter scheinen wichtig gewesen zu sein, oder auch dieser Mash-Up aus Google Earth in Bahrain (These Are The Controversial Satellite Photos That Set Off Protests In Bahrain). Nur hat Wikileaks bei dem allen keine Rolle gespielt.

Hhu rammboecke

Politische Debatte in den USA. Stilisiert.

Der letzte Teil, Polarisierung, schien mir der Teil zu sein, an dem Lessig noch arbeitet, der deshalb viel vorläufiger, unklarer und verschwommener wirkte. In kurz: die amerikanische politischen Medien polarisieren immer mehr. Während früher drei Medien das politische Nachrichtengeschehen beherrschten, alle Medien alle Zuschauer hatten und deshalb einen moderaten Mittelweg wählten, seien es heute unzählige, und gerade die erfolgreichsten (HuffPo, Fox News etc.) würden ihr Geschäftsmodell in überzogener Polarisierung finden. Gleichzeitig hätte die Regierung, die dort vielleicht moderierend eingreifen könnte, jede Glaubwürdigkeit verloren, weil die Amerikaner ihr politisches System zu recht für käuflich hielten. Spannend hier vor allem seine ambivalente Haltung zur Tea Party, die er einerseits für alte, weiße Leute auf der Suche nach verlorenen Privilegien sieht, andererseits ihren Grundimpuls gegen das derzeitige politische System nachvollziehen kann.

Die Anschlussdiskussion brachte dann erwartungsgemäß wenig inhaltliches, aber zeigte doch nett, wer im Publikum saß. Die Wikileaks-Provokation verfing überhaupt nicht, und niemand erwähnte sie. Dafür kam natürlich - wir sind in Deutschland - sofort das Thema Datenschutz auf. Noch spannender aber die Reaktionen auf das Schlagwort Tea Party. Da gab es erwartbar die deutsche Spontan-Reaktion "Amerikaner sind alle doof und ungebildet" und die amerikanische linke Spontan-Reaktion "die Tea-Party ist ein gekauftes Konstrukt der Koch-Brüder" Wunderlich eigentlich, dass Lessig da nicht mehr den Bogen bekommen hat. Unter anderem fordert die Tea-Party genau das, was er vorher schon ansprach: Equality.
Heise war auch da.