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Donnerstag, 20. Oktober 2022

22-10-20 Dear, oh Dear

Die professionelle Zahnreinigungskraft fragte mich, ob ich eine elektrische Zahnbürste nutze. "Nein, ich nehme Dentabs. Das verträgt sich nicht mit elektrischen Zahnbürsten." Sie: "???" Ich: "Das ist Zahnreinigungstabletten." Sie: "Und Sie haben mal gegoogelt oder so ob das seriös ist???" Ich:  "Habe ich." Leider durfte ich nach dem Zahnarzt nicht essen und davor erschien mir Döner wenig geschickt. Aber es gibt einige neue vegane Dönerbuden aus dem Weg zwischen mir und Praxis. 

Eine britische Premierministerin trat zurück, und ich möchte hier nur den Hinweis loswerden, dass der Guardian seit Tagen nicht mehr weiß wohin mit der ganzen Berichterstattung - und keine Paywall hat. 

In Großbritannien scheiterte der Versuch ein Thatcher-Cosplay aufzuführen, folgend allerdings der neurechten Schule konsequenter Realitätsverweigerung. Irgendwann macht die reale Realität auf sich aufmerksam. Und dann wird es schmerzhaft.

Die Paywall für Euch Durchlässig gemacht: das bizarre Leben der Birgit Müller aus Hannover, aka Baroness Birgit Thyssen-Bornemisza, die seit sechs Monaten nach einem Schlaganfall in New York im Krankenhaus liegt, weil niemand weiß wohin mit ihr. New York Times: The Mysterious Patient in Room 23: The Hermit Baroness.

Beim Kaptain rief jemand an, der ihre Kontonummer haben wollte, denn sie habe bei einem amazon-Preisausschreiben gewonnen. Der Kaptain verweigerte die Kooperation; und wenn sie sich schon Phantasiepreise ausdenken, sollten dabei doch wenigstens mehr als 500 Euro herauskommen. Das reicht ja nicht mal für das was der Gas-Grundversorger mehr haben will. 

Sonntag, 9. Dezember 2018

Wasserwelt Langenhagen: Schwimmen im Hallenbad bei Hannover


In Langenhagen stand das ultimative Schwimmbad. Nicht, weil es größte, bunteste oder schönste Schwimmbad war. Obwohl dieses Bad groß, lichtdurchflutet und für seine Zeit ein echtes Prachtbad war. Sondern schlicht und einfach, weil ich im alten Langenhagener Bad schwimmen lernte. Für mich wird dieses Bad immer das ultimative Bad bleiben.

Dort verbrachte ich meine kurze aber ereignisreiche Zeit im Schwimmverein, sprang das erste Mal im Leben vom 3-Meter-Brett, holte meine einzige Ehrenurkunde jemals bei Bundesjugendspielen.

Das ehemalige Schwimmbad Langenhagen (geschlossen und abgerissen 2003). Foto: Holger Finck
Natürlich ist es alleine deshalb für mich das beste Bad aller Zeiten und aller, die noch kommen werden. Aber ausgehend von meinen Erinnerungen an eine hohe lichtdurchflutete Halle, mehrere Becken und eine Wasserrutsche(!) Anfang der 1980er war es auch objektiv ein gutes, schönes Bad seiner Zeit. Dem ist nicht mehr.so In dem was Zeitzeugen eine „Nacht- und Nebel-Aktion“ nennen, wurde das Bad 2003 plötzlich abgerissen.

Ein Nachfolgebau, die Langenhagener Wasserwelt, ließ bis 2017 auf sich warten. Der Bau entstand ab 2016 und sollte den ersten Planungen zufolge 27 Millionen Euro kosten, die das kleine Langenhagen tatsächlich im Haushalt fand, ohne zusätzliche Kredite aufzunehmen.

Das Bad wurde als Freizeitbad konzipiert, weil es Hannover ähnlich wie Berlin geht: die Stadt ist vollkommen damit ausgelastet, die alten Bäder von vor 1990 am Leben zu erhalten, so dass und weit kein Spaßbad oder eine Therme in der Stadt existiert. Alle Bäder, die vage in die Richtung Erlebnisbad zielen, liegen im Umland.


Langenhagener Wasserwelt (eröffnet 2017)

Aber nun ist das Bad da. Und ich bin auch da: Hoffnungsfroh und ängstlich. Was würde mich erwarten? Die Fahrt durch Langenhagen selbst beginnt wenig ermutigend. Die Walsroder Straße, die wir aus dem Norden entlang kamen, sah schon deutlich bessere Zeiten. (*)

Freitag, 6. Juli 2018

Nanas Hannover zu Fuß?

Die Nanas in Hannovers Innenstadt lassen sich zu Fuß erreichen. Aber ist dieser Ausflug sinnvoll?

Kann man die Nanas in Hannovers Innenstadt zu Fuß erreichen? Die Frage wird manchem Besucher der Hannoveraner Altstadt absurd erscheinen: schließlich findet der halbe Flohmarkt der Stadt um die Nanas herum statt. Mir aber stellte sie sich: kannte ich die Nanas doch nur vom  Rücksitz eines fahrenden Autos aus am anderen Ende einer sechsspurigen Straße – im Anderen, geradezu exotisch fremdelnden Teil Hannovers. 

Ein Fluss, die Leine, floss bei den Nanas: Fluss und sechsspurige Straße und irgendwo in der Mitte drei große Skulpturen. Ist es möglich, zu Fuß all‘ diese Hindernisse zu überwinden?

Hinten rechts. Am anderen Ende der Welt. Bild: Leibnizufer Von: AxelHH. Public Domain.


Kann der Besucher vordringen zu diesen Skulpturen, in einer Stadt, die gemeinhin als Paradebeispiel für autogerechtes Baues gilt?


Dienstag, 29. November 2011

WMDE-Mitgliederversammlung: Das Restwochenende.



Das Wikimedia-Leben als solches ist intensiv. An einem langen Wochenende mit einer Wikimedia-Vereins-Mitgliederversammlung findet nicht nur die Mitgliederversammlung statt (Blogpost dazu), sondern auch einiges drumherum und dranheran. Deshalb hier nun der gesammelte Samstagabend, Sonntagtagsüber, und was danach kam.

Fangen wir mit dem wichtigsten an: das Hotel. Ich war eher geschockt, als beim Frühstück, dann wirklich auch eine Frau frühstückte. Hannover muss wirklich ausgebucht gewesen sein. Um auch mal Gutes zu sagen: es war alles sauber, es war nichts kaputt, und die Hotelwirtin war tatsächlich einfach jemand, den man sofort und umgehend ins Herz schließen muss. Da habe ich für deutlich mehr Geld schon schlimmeres erlebt.



Aber zurück zum formal wichtigsten der MV: neue Ämter und Würdenträger, und was man damit erlebt. Es begann mit Abendessen in der mitteledlen Pizzeria Mario. Die Pizza selbst würde ich in der Kategorie essbar einordnen, das Gespräch war interessant, kreiste aber über Gott und die Welt. Was halt passiert, wenn 8 Leute versuchen sich kennenzulernen. Oder, um genauer zu sein, wenn 7 von den 8 sich schon halbwegs kennen, und die alle gleichzeitig versuchen, die arme Anja kennenzulernen, während die ein bewundernswertes Talent besaß, eigentlich den ganzen Abend lang die richtigen Fragen zu stellen. Kein weltbewegender Abend, aber doch netter als so ein normaler Alltagsabend 2011.

Freitag, 18. November 2011

Formule 1 Hannover - Hotel der Abenteuer

Hätte ich einen Apfel dabei, könnte ich sie von meinem Zimmerfenster auf die A2 werfen.

Ich müsste nur über den Miniaturparkplatz kommen, auf dem ausschließlich Kleintransporter mit osteuropäischen Kennzeichen stehen.

Im Zimmer befindet sich ein Fernseher. Und ein Zettel, der in 14 Sprachen sagt, dass Kochen verboten ist.

Die Miniaturlobby dient auch als Frühstücksraum, wird aber abends mit einem herablassbaren Metallgitter verschlossen.

Die Rezeption ist von 17 bis 22 Uhr besetzt, das Hotel sonst abgeschlossen. Es gibt aber Code. Und man kann sich per Automat selbst einbuchen zu jeder Uhrzeit. Allerdings gilt immer Vorauszahlung.

Es erweckt nicht den Anschein, als würden sie je damit rechnen, dass eine Frau hier übernachtet.

Bad und Dusche sind natürlich den Gang runter.

In meinem Zimmer sind drei Schlafplätze. Ein Doppeltbett und darüber orthogonal ein Hochbett.

Um aufs Hotelgelände zu kommen, muss man erstmal über das Gelände zweier anderer Firmen in diesem Gewerbegebiet.

In dem es Nachts nichts gibt, außer der A2 und einem Burger King.

Ich bin absolut hingerissen. Ich glaube gar ich bin verliebt ich bin in diese Wohncontainersammlung verliebt.

Ein betrüblicher Traktorfreitag

In Hannover ist Agritechnica, die "weltweit größte Ausstellung für Landtechnik.". Das an sich ist ja erfreulich. Ich bin sogar in der Stadt. Und dennoch habe ich vermutlich keinerlei Gelegenheit, mal auf das Messegelände zu entschwinden. Wenn es zu schlimm wird, kann ich ja immer noch etwas am Hotelfenster kratzen.

Deshalb gibt es heute auch keine Explosion:




Freitag, 7. Oktober 2011

WMDE macht den Buhmann

E-Post:

Liebes Vereinsmitglied,

hiermit möchten wir Dich herzlich zur neunten Mitgliederversammlung des Wikimedia Deutschland - Gesellschaft zur Förderung Freien Wissens e.V. einladen, die am

Samstag, den 19. November 2011, ab 09:30 Uhr im Versammlungsraum der Dr.-Buhmann-Schule in der Prinzenstr. 2, 30159 Hannover

Hhu rammboecke

Diese Versammlung steht im Zeichen tiefgreifender Veränderungen... Wirtschaftsplan .. Satzungsänderung .. Präsidium .. Möchtest du vielleicht selbst kandidieren? .. Eingehende Anträge findest Du ebenfalls im Online-Forum .. Briefwahl .. Für den Sonntag planen wir ein offenes Workshopangebot ... Möglicherweise bekommt die Mitgliederversammlung prominenten Besuch: Sue Gardner ..

Anlagen:

Vorläufige Tagesordnung
Kandidatenformular

.. Bitte kreuze das Amt an, für das Du kandidieren möchtest (Mehrfachnennungen sind möglich!) ..


Nach Blick auf die sehr optimistische Tagesordnung: Ihr glaubt jetzt aber nicht wirklich, dass der ganze Wahlzirkus nur eine Stunde dauert? Nebenbei möchte ich dafür eintreten, Leute auf mindestens zwei Jahre zu wählen. Eine MV bei der mal irgendwas passiert außer Wahlen wäre nett..

Freitag, 3. Dezember 2010

In Uli-Steinien gibts keine Eisenstangen

Gerade beim Surfen gewunden. Leute aus Portland, Oregon (~ 500.000 Ew.) , 20. Jahrhundert:

Beth Ditto, Ursula K. Le Guin, Chuck Palahniuk, Mark Rothko, Linus Torvalds, Gus Van Sant, Linus Torvalds, Johnny Marr, Ward Cunningham, Matt Groening, Tonya Harding, Philip Knight, Linus K. Pauling, Kressman Taylor, Scissor Sisters und Dandy Warhols

Das ist doch mal eine Ansage und sagt überraschend viel über das kulturelle Klima in der Stadt aus.

dann noch mal geschaut, in welcher Umgebung ich meine Jugend verbracht habe, Hannover (gleichgroß):

Fritz Haarmann, Theo Lingen, Gerhard Schröder, Klaus Meine, Oliver Pocher, Oliver Kalkofe, Doris Dörrie, Alexa Henning von Lange, Thomas Quasthoff, Uli Stein, Edelgard Bulmahn, Lena Meyer-Landrut, Volker Grassmuck

Das auch.


Donnerstag, 30. September 2010

Mühsam nährt sich das Hammerhaichen (II)

Da heute ja der Wikipedia-Schreibwettbewerb endet, habe ich doch noch mal die Mühen der Ebene auf mich genommen. Nachdem der erste Versuch eher fehlschlug, bei dem ich versuchte zu beweisen, dass Ska-Punk cooler ist als schlaflose Fische, nun auf ein Neues. Ich werde den Wikipedia Artikel Hammerhai (Band) weiter ausbauen.

Die Änderungen während ich das letzte mal am Artikel war, halten sich in übersichtlichen Grenzen. Während andere Themen - Frühmittelalter, Punk, das Sein - ja eher daran leiden, dass man in der Literaturflut ertrinkt, gehört Hammerhai zu den unbeachteten Themen, die einem zum intellektuellen Brosampicken zwingen. Seriöse Quellen gibt es natürlich mittlerweile immer noch keine, aber dafür scheint mein Wikipedia-Artikel laut Google mittlerweile die ultimative Infoquelle zu Tentakel de Luxe und zu Hammerhai (Band).

Neben mir selbst entdecke ich neben Langeleine.de nun auch noch Rockszene.de, ein Hannoveraner Musikmagazin. Das hat eher weniger Hintergründe, scheint aber immerhin in engem persönlichen Kontakt zur Band zu stehen und hat ein paar ganz blumige Beschreibungen von Musik und Konzerten.

Zudem bringt es die Idee, mal nach Hammerhai und deren Hausclub Bei Chez Heinz zusammen zu suchen: erste Indizien tauchen auf, dass die Verbindung enger ist, als zuerst angenommen. Hammerhai taucht mehrfach zusammen bei Konzerten mit Bands auf, die den Wikipedia-internen Relevanzfaktor sicher steigern würden. Aber das ist sehr unsystematisch, soll ich es trotzdem schreiben?

Und wie sieht es mit dem Ox-Artikel aus, der nähere Angaben zum Leben der Orgelspielerin nach der Band-Karriere macht? Okay, öffentlich ist es ja per Ox. Aber andererseits ist ja nun auch nicht so, dass die gesamte Yellow Press nun ständig darüber berichtet, was die Ex-Organistin einer Hannoveraner Ska-Band macht. Also weggelassen. Dafür herausgefunden wie wie Hammerhai und Bei Chez Heinz zusammenhängen und eingetragen. Und bei der Gelegenheit gleich noch ein paar Soloprojekte der Bandmitglieder gefunden.

Bleibt ein Artikel, dem man das mühsame Zusammensuchen durchaus anmerkt, der wenig mehr bieten kann als eine nackte Faktensammlung. Immerhin noch ein paar Hinweise wie die wichtigsten Hammerhai-Medien - Langeleine und Rockszene - die Band sehen, und der Hinweis, dass das Ox sie immerhin wahrnimmt.

Anders gesagt: würde ich als Leser irgendwo anders eine Hammerhai-Referenz sehen hätte ich nach dem Lesen einen Eindruck was genau gemeint war. Andererseits würde ich schon denken, dass Wikipedia sich da eher unbefriedigend aus dem Geschäft gezogen hat. Alltag eben.

Montag, 6. September 2010

Mühsam nährt sich das Hammerhaichen (I)

Es kam, dass ich Achim Raschka versprach, parallel zu seinen Bio-Artikeln zu den Hammerhaien, im Wikipedia-Schreibwettbewerb die gleichnamige Ska-Band aus Hannover zu beschrieben. Nun mag ich Achim sehr gern, aber es ist ja wohl selbstverständlich, dass Ska-Punk cooler ist als eine Familie der Galeomorphi.

Genau, Hammerhai, die Band mit der ewigen Medienpräsenz über die es regalweise Monographien gibt ... die erste Recherche in seriösen Quellen hat mir dankenswerterweise H-stt nach einem Aufruf im Iberty abgenommen. Die Recherche ergab aber nur einen Artikel in der Welt. Der Artikel wiederum hat mich als Ex-Hannoveraner persönlich gefreut, weil er die Stadt gut wiedergibt, zu Hammerhai enthielt er aber eher wenig verwertbares.

Also auf zu den unseriösen Quellen. Das Intro glaubt irgendwo auch, dass Wikipedia-Autoren keiner Nennung bedürfen, ist aber zumindest unterhaltsam. Die Bandwebsite selbst weiß nicht mal genau, ob die Band existiert oder nicht, das kommt dort auf die Unterseite an, auf die man gerät. Fällt also weitgehend aus.

Die heiligen Wikipedia-Regeln - besonders die Abschnitte No Original Research/Keine Theoriefindung - verbieten ja dogmatisch und intensiv, Fragen einfach zu klären, indem man die Beteiligten fragt, eine Mail an Hammerhai fällt somit komplett aus. Also weiter auf der Suche nach Sekundärquellen.

Langeleine.de ist vielleicht nicht das, was uns der VDZ als Qualitätsjournalismus verkaufen will, wirkt er ehrlich und informiert und weist damit Qualitäten auf, die nicht jedes Medium so aufweist. Und, wichtiger im Hammerhai-Zusammenhang, es hat sogar ein paar Artikel, die die Band erwähnen. Langeleine bestätigt dann auch die Bandauflösung.

Schmuckstück der Erst-Recherche blieb allerdings ein Ox-Interview aus 2006. Das hatte sogar noch ein paar Hintergründe, eine zitable Beschreibung der Musik und noch ein wunderbares Zitat mit Pogo-Pinguinen. Zudem hat es meine vorher gewagte These untermauert, dass Hammherhai eine Hannober-Linden-Hausband sind sozusagen.

Und Voila, eine Stunde Wikipedia-schreiben zu Popmusik-Nischenthema sieht dann so aus. Jetzt kommt die Stunde, die man braucht, um den Artikel gegen die Rechthaber-in-residence zu verteidigen.