Abstrakt gesprochen finde das Backen ich extrem töfte: Man bringt drei Zutaten zusammen, die in Zusammensetzung etwas komplett anderes ergeben als die drei vorher. Dann setze man es Hitze aus und es entsteht etwas noch anderes.
Die Back-Grundidee behagt mir sehr: einen Prozess gut auf den Weg bringen und dann läuft er unaufhaltsam wie von selber.
Praktisch mag ich süßes Backwerk so la-la. Was nicht-süßes Backwerk angeht werde ich schon mit dem weltbesten Brot bebacken. Ich habe also wenig Anlass, meine Vorliebe umzusetzen. Dementsprechend gemischt sind die Erlebnisse wenn ich versuche.
Manchmal ist eine Regentonne bis über den Rand gefüllt. Nur die Oberflächenspannung des Wassers hält das Wasser in der Tonne. Es reicht nicht nur ein Tropfen, damit die Tonner überläuft. Es reicht eine kleine Erschütterung in der Nähe. Manchmal tun es auch große Erschütterungen. Wenn beispielsweise der reichste Troll der Welt die toxischste Social Media Plattform der Welt kauft, damit sie noch toxischer wird, ist es eine solcher Erschütterung. Mein Twitter-Account lag schon lange brach. Der anvisierte Twitter-Kauf von Elon Musk gab ihm dem Rest: der Account wurde deaktiviert.
Aber das ist nur Diversion. Eigentlich kochte ich Chicken Biryani, Singapur-Stil und schrieb darüber: Nasi Biryani und Singapur.
Wir sehen: Eine russische Armee, die sich als potemkinscher Scheinriese entpuppt. Und weil das mit dem Kriegführen nicht so funktioniert wie geplant, bombardiert die Armee stattdessen Zivilisten, Krankenhäuser und Schulen aus der Luft.
Man wünscht den ausharrenden und fliehenden Menschen in Mariupol und anderen Orten aus ganzem Herzen, dass der Alptraum bald vorbei ist. Dass Sie Zeit und Gelegenheit haben, Straßen, Strom und Wasser zu reparieren - und danach wieder zu Leben; die Gelegenheit schlechte Parties zu feiern, hässliche Vorgärten anzulegen, zuviel zu Essen und zu Trinken und das zu erfahren, was man so normalen Alltag nennt; in Betreuung einer frei gewählten Regierung, die so gut oder schlecht ist wie das die Menschen dort wollen.
Bis dahin bleibt Bewunderung für all' die Menschen östlich des ehemaligen Eisernen Vorhangs, die sich aus stalinistisch-kommunistischem Post-Trauma hervorgearbeitet haben, Wegelagerei und westliches Desinteresse der Nachwendezeit über sich ergehen ließen und immer noch tapfer an einem würdevollen Leben arbeiten.
In all' den Ländern ist in den letzten 30 Jahren soviel spannendes und schönes passiert - wir sehen es viel zu wenig. Deshalb freute es mich besonders, ein klein wenig zum Thema Rumänien bloggen zu können. Anlässlich der, ihr ahnt es, kulinarischen Weltreise. Europa hört nicht am Berliner S-Bahn-Ring auf. Weiter nebenan: Mucenici - Rumänische Märtyrersuppe.
Bidens macroptera, amharisch adey abeba, auch Maskel-Gänseblümchen ist eine Pflanzenart aus der Gattung Zweizähne (Bidens) innerhalb der Familie der Korbblütler (Asteraceae).
Die Pflanze ist die Nationalpflanze Äthiopiens. Besondere Bedeutung erlangt sie zum äthiopischen Meskel-Fest (26/27. September) und am äthiopischen Neujahr (11. September). Meteorologisch zeigt sie den Übergang von der Regenzeit zur sonnigen Trockenzeit an.
Die im Land wild wachsende Pflanze blüht zur Zeit des Neujahrs. Von September bis November sind weite Teile der äthiopischen Landschaft von den gelben Blüten erfüllt, die so dicht wachsen können, dass es für den Betrachter wie absichtlich angebaute Felder aussieht.
Die im Rest des Jahres unscheinbare und leblos wirkende Blume symbolisiert so eine Wiederkunft und die Aussicht auf bessere Zeiten. Egal, wie schlecht das letzte Jahr war, ein Wiederaufblühen ist möglich und wird erfolgen.
Bidens macroptera kommt nur in Äthiopien vor. Die Pflanze wächst im Hochland an steinigen Hängen, im Grünland und an Waldrändern. Tiefer wächst die nah verwandte Bidens prestinaria. Deutschen Gartenbesitzern ist eventuell die biologisch verwandte Goldmarie bekannt.
In der deutschsprachigen Wikipedia gibt es keinen Artikel zu der Pflanze.
Während er diesen Gedanken jetzt im Hinterkopf parkt und nicht mehr bewusst darüber nachdenkt, könnt ihr nebenan meinen Blogartikel zum Thema "Pikliz - Kulinarische Weltreise Haiti" lesen."
Früher gab es Pampelmusen in Supermarkt Heute Grapefruits. Wir saßen in der Wohnung, draußen flogen im Sturm Plastiktüten vor dem Fenster vorbei, wir schauten Dschungelcamp und wir fragten uns: sind Pampelmusen eigentlich dasselbe wie Grapefruits? Madame bat mich, "in der Hirnprothese" nachzusehen, und das Handy brachte die Erkenntnis: Sowohl als auch.
Biologisch ist die Grapefruit (Citrus x paradise) eine Züchtung aus Pampelmuse (Citrus maxima) und Orange. Praktisch aber wurden Grapefruits im deutschen Handel lange als Pampelmusen bezeichnet.
Anders: das was wir früher als Pampelmuse kauften, war in Wahrheit eine Grapefruit.
Damit es nicht zu einfach wird: es gibt im Handel auch einige echte Pampelmusensorten zu kaufen. Diese kommen aber unter der Bezeichnung "Pomelo" ins Geschäft.
Und im Hintergrund verweigerte Eric Stehfest die Dschungelprüfung.
Die ganze Pampelmusendiskussion kam nur auf, weil ich vorher schon den Weg durchs Begriffsdickicht Endivien/Zichorien und Puntarelle geschlagen hatte. Darüber schrieb ich nebenan: Bitteres in vielen Sprachen
In unserem Treppenhaus hing über viele Jahre ein Poster: Leistungen aus Hannover oder so ähnlich. Herausgegeben von der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung. Ich muss nicht sagen, in welcher Stadt dieses Teppenhaus hing. Auf dem Poster war neben dem "einzigen Menschenfressergrab Europas", dem Schrägaufzug des Rathauses und dem Usambara-Veilchen auch das "Kommissbrot" erwähnt. Es handelte sich um den Spitznamen des "Hanomag 2/10PS", des ersten deutschen Kleinwagens von 1924. Wenn ich nun über Jahres mehrmals am Tag das Wort "Hanomag" las - das prägt. Ähnlich prägend war die Rote Grütze von Oma Uetersen. Über die bloggte ich neben: Rote Grütze mit Perlsago.
Die Geschichte der Eiernudel in Deutschland wäre eine spannende. Insbesondere unter Berücksichtung des 1980er-Eiernudel-Skandals, der - wie ich lernte - eigentlich ein Ministeriums-Verkündigungs-Skandal war. Aber diese soll ein anderes Mal erzählt werden.
Jetzt erzähle ich von Essens-Snobtum. Selbsternannte Foodies, die Spaghetti Bolognese nur als Defizitform "echten" italienischen Essens ansehen. Und dabei verkennen, dass die Spaghetti mit Hackfleischsauce eine große Errungenschaft deutsch-italienischer Transformationsküche sind.
Heinrich Heine wird in Marokko postum "gewürdigt". Oder als Namensgeber missbraucht. Denn es existiert die "Heinrich-Heine-Akademie" in Marokko und Düsseldorf. Diese macht Marokkaner fit für den deutschen Arbeitsmarkt. Sie vermittelt Einwanderung nach dem Fachkräfteeinwanderungsgesetzt für Mangelberufe in IT und Handwerk.
Sie HHA vermittelt den Marokkanern die deutsche Sprache und bringt ihnen "die deutsche Mentalität" - ob im Sinne Heines, darf bezweifelt werden. Diesen Monat war ich gedanklich-kulinarisch in Marokko und kochte das Sabbat-Gericht Dafina. Den Blogpost dazu, gibt es nebenan: Dafina aus dem Slowcooker.
Die Möhre/Wurzel/Karotte in ihrer Wildform ist beige-weiß. Wie halt alles was unter der Erde wächst. Aussehen ist egal. Zuchtformen existieren in allen Farben des Regenbogens. Die moderne Handelskarotte ist orange. Daran sind die Niederländer schuld. Die ersten Bilder und Beschreibungen von Möhren in Orange stammen aus den Niederlanden des 18. Jahrhunderts.
Der Legende nach haben die niederländischen Züchter diese gezüchtet, um das Königshaus Oranien-Nasse (niederländisch: Oranje-Nassau) zu ehren. Orange ist deren Stammfarbe. Ob die Legende stimmt, lässt sich heute nicht mehr sagen. Auf jeden Fall ist es ein interessanter Informationsbrocken; den ich komplett ignorierte als ich über niederländischen Möhrenstampf nebenan bloggte: Hutspot aus dem Dutch Oven.
In Tegel steht ein Turbanatelier. Es befindet sich direkt neben einem Modellbahnladen, nicht weit entfernt vom Spielwarengeschäft "Kindertraum" und einer großen Buchhandlung, der Bücherstube Tegel. Die Grußdorfstraße verbindet die Berliner S-Bahn-Station Tegel und die U-Bahn-Station Alt-Tegel. Sie ist so sympathisch aus der Zeit gefallen, dass sie selbst mich aus dem frühmorgendlichen Halbschlaf riss. Ich staunte, und ich freute mich an den Läden, vergaß alle Gedanken an Blogposts über kulinarische Weltreisen und genoß 100 Meter Zeitreise quer durch Tegel. Kein Verfall, keine globalistische Ketten, kein Berlin-typisches handgefertigtes instagrammable Schnickschnack. Dort stehen klassische Geschäfte.
Turbanatelier Tegel
Ich fürchte, deren Existenz, und ihre Beharrungskraft gegen
Lifestyleschnickis und Globalkapitalsten erklärt sich maßgeblich durch
die minütlichen Fkugzeuge zum Flughafen Tegel, die bis vor kurzem über die
Straße flogen. Der Flughafen TXL existiert nicht mehr. Ob es die Straße in fünf Jahren noch so gibt?
In die weite
Welt geht es über neuen Flughafen BER. Dessen Eröffnung ging in allen Katastrophen der letzten Jahre unter. Aber er existiert, wird von Flugzeugen udn Fluggästen aus aller Welt angesteuert. Und damit war ich in Gedanken doch wieder bei der kulinarischen Weltreise, den Kochbananen und den südamerikanischen Teigtaschen. An denen ich mich versuchte. Und darüber bloggte: Kochbananen-Empanadas / Empanadas de verde con queso.
Eine friedliche Koexistenz zwischen Wühlmaus und Mensch ist möglich. Wir haben eine Art Waffenstillstand geschlossen. Wir wehren uns nicht aktiv gegen die Wühlmaus, aber verhindern, dass sie unsere Pflanzen tötet. Grundlage und Basis dieser friedlichen Koexistenz ist die Rolle mit Kaninchendraht. Dieser wird um die Wurzeln der jungen Pflanzen geschlungen. Die Wurzeln sind sicher.
Der Draht vermodert im Laufe der Jahre. Aber bis er durchdringbar ist, sind die Wurzeln groß und mächtig genug, um sich der Wühlmaus allein zu erwehren. Die Suche nach neuen Kaninchendrahtrollen treibt mich gelegentlich in den Baumarkt. Dort was ich letztens. Und traf einen Turiner, mit dem ich über griechisches Essen sprach. Darüber bloggte ich nebenan. Low-n-slow.de: Moussaka / Kulinarische Weltreise.
Einst in Leizipg wohnte ich über einem Pizzabringdienst. Er im Erdgeschoss, ich im vierten Stock des Altbaus. Es fühlte sich immer ebenso dekadent wie luxuriös an, unten anzurufen, damit mir jemand die Pizza hochträgt. Meistens siegte die Scham über die Faulheit und ich holte sie mir. Spannender war der China-Lieferdienst, bei dem anscheinend der Chef persönlich, im Hemd und Mercedes kam, um die Chinapfanne für 4 Euro auszuliefern.
Niemals hätte ich damals geahnt, dass all diese Menschen durch orange Radfahrer mit unförmigen Kästen im Dienste des globalen Monopolkapitalismus ersetzt werden würden. Auch ihr Repertoire ändert sich: Chop Suey, ein Standard auch noch in den 2000ern, wird immer seltener. Zum Glück können wir selber kochen. Ich testete und bloggte nebenan darüber: Chop Suey – vom Chinarestaurant in die Küche
Wie eine Forelle im Rhein zu schwimmen, dabei auf das Basler Münster zu sehen. Ein Wunsch von mir seit langem, dem derzeit allerdings noch diverse klimatische, logistische und pandemische Gründe entgegenstehen. Immerhin ist es möglich im Rhein zu schwimmen.
Wenn es Euch wie mir geht, sitzt ihr manchmal im Sessel, gegrämt, die Haare raufend und den Handkraft-Beruhingsring knetend. Denkend: Warum meinen alle mit Makkaroni was verschiedenes? Und warum heißen Spirelli im Osten Spirelli? Das ergibt keinen Sinn.
Die Spirelli heißen in Italien und im Westen Deutschlands "Fusilli" (italienisch für Spindel-Nudeln). Madames Verdacht ist es, dass der DDR-Führung die italienischen Nudelbegriffe zu westlich waren, und sie deshalb zu "Spiralnudeln" umgetauft wurden. Was nun der DDR-Bevölkerung zu dröge war, die das ganze wieder zu Spirelli zurück-italienisierte. Diese These bedarf noch der Überprüfung.
Das Makkaroni-Drama fiel mir erst vor kurzem auf, als im New York Magazine ein langer Artikel über das Drama "of the missing Bucatini" stand - oder auf deutsch, der nicht mehr vorhandenen Makkaroni in den USA. Aber warum Bucatini? Tatsächlich. Das was ich als Makkaroni bezeichne, längliche dünne Röhren, mit Loch in der Mitte heißen in der Welt - und bei den Wikipedia-Strebern - Bucatini.
Maccheroni sind kurze, leicht gebogene hohle Nudeln. (Wobei die Italiener auch noch Maccheroni al pettine · Maccheroncini · Maccheroncelli) kennen. Wie Ellbogenmakkaroni in Italien heißen, suche ich noch.
Mein Makkaroni-Bild wurde auf jeden Fall maßgeblich von Packungsfotos im Supermarkt geprägt. Mirácoli ist schuld, dass ich keine Bucatini kenne. Aber Mirácoli geht es nicht gut. Ich bloggte darüber auf low'n'slow: Es gibt kein Mirácoli Carbonara mehr.
Meine kulinarischen Russlanderfahrungen aus erster Hand speisen sich aus einer Woche Sankt Petersburg im Jahr 2004. Ich kann sagen, dass es an 6 von 7 Tagen zähes Schnitzel mit labberigen Pommes gab.
Wir werden eine Soljanka
Highlight der Pommes-Diät war ein Mittagsmahl nahe der Eremitage. Es war August, wir schweißüberströmt den ganzen Tag durch die Stadt gerannt. Unsere Gruppe begab sich zum Mittagsessen in einen Nachtclub: dunkelroter Samt, Poledancestangen auf der Bühne, Chrom und Messing. Und ein Klavier. Alles wurde uns geboten. Am Klavier ein einsamer Mann, der an diesem Augustmittag bei 28 Grad "Jingle Bells" und "White Christmas" spielte. Dazu gab es Schnitzel. Zum Glück ist die russische Kulinarik reicher, als es dieser Eindruck vermittelt. Darüber bloggte ich nebenan: zur Barsch-Soljanka.
Dabei bekam ich Musik in die Ohren. Die "Manic Street Preachers" und ihr 1998 veröffentlicher Song "If you tolerate this your children will be next." In ätherischen Stadionrock schildern sie die Geschichte der internationalen Brigaden im spanischen Bürgerkrieg. Freiwillige aus allen Teilen Europas, die die Waffen ergreifen, um Faschismus und Nationalsozialismus aufzuhalten.
Das Käsetoast fast vergessend, folgte ich der Spur meiner Gedanken und den Pfaden des Internets, auf englisch, "I jumped into a rabbit hole." Ein passender Ausdruck, da mich meine Gedanken schon vom Käsetoast auf Kaninchen in Wales gebracht hatten, und die Manics wiederum in ihrem Song die Textzeile haben "Wenn ich auf Kaninchen schießen, kann ich auch auf Faschisten schießen."
Zwei Gedanken führten mich weiter: 1 - Gibt es jemanden auf der Welt, der so singen kann wie der Manic-Street-Preachers-Sänger James Dean Bradfield? 2 - Ist das Schießen auf Faschisten okay? Also im Kontext eines Bürgerkriegs oder schon davor?
Zum Schießen: Gewalt in der politischen Auseinandersetzung ist im Deutschland des Jahres 2021 zu recht verpönt. Allerdings würden die meisten Menschen auch zustimmen, dass Gewalt, Krieg gar, gegen Nazideutschland gerechtfertigt war. Wo liegt der Kipppunkt zwischen der Maxime der Gewaltlosigkeit und der Maxime Nazis nicht an die Macht zu lassen. Was ist mit Leuten wie Trump, die zwar keine Nazis sind. Aber der gelernte Politologe in mir hakte jetzt vier Jahre lang innerlich Wesensmerkmale des Faschismus ab bei allen Trump-Aktionen. Auf jeden Fall ist die Überlegung ein Zeichen dafür, dass es zu spät ist. Krieg können Faschisten schon aus Prinzip besser als alle anderen. Jede Aktion, die wirksam sein soll, muss weit - und viele Jahre - vorher beginnen.
Zum Singen: Nein. Eine umfangreiche Youtube-Rechereche führte mich darauf, dass niemand so singen kann wie James Dean Bradfield. Zahlreiche Coverversionen versuchten sich, zahlreiche Coverversionssinger scheiterten. Am wenigsten kläglich wirken die Varianten, die einfach komplett aufräumen und gar nicht erst versuchen in die Nähe des Gesangs zu kommen.
Manchmal wird die Musik auch als Soundtrack benutzt, um politische Inhalte zu transportieren. Der Titel "Wenn du das tolerierst, sind Deine Kinder die nächsten" bietet sich an. So finden sich auch vereinzelte Coronaleugner-Videos mit dem Soundtrack. Allerdings, da die Bezüge auf den spanischen Bürgerkrieg und den Antifaschismus sehr direkt sind, gibt es dafür nur weniger. Spannend aber die Zusammensetzung aus Video und Filmausschnitten aus der Dystopie "V wie Vandetta". Im Jahr 2021 extra irritierend, weil der Film auf eine globale Seuche bezug nimmt.
Und wer mitlesen möchte, kann auch einfach den Text auf englisch und italienisch lesen bei rock in traduzione.
Ihr kennt diese Kochshows im Fernsehen? Ein hektischer Moderator läuft zwischen den Kandidaten hindurch, brüllt etwas. Eine Uhr ticket herunter. Die Lampe blinkt. Die Kandidaten starren angsterfüllt, aber doch voller Hoffnung auf die drei Pfannen: wird es noch auf die Sekunde genau perfekt? Der Moderator hat sich inzwischen eine Tröte geholt. Der Countdown läuft in großen Zahlen über das Zahl. Ein Kandidat stolpert, kann sich gerade noch halten. Dramatik, Spannung, ein großes Finales im letzten Augenblick.
Das will ich nicht.
Erdlochofen. Erster Test.
Ich schreibe, was an sich schon ein langsames Medium ist. Mein perfekter Kochtag sieht so aus, dass ich irgendwann Vormittags alles richte und mache, und dann im entsprechenden Moment vom Liegestuhl aufstehe, das Buch zur Seite lege und das fertige Essen hole. Gut Aroma braucht seine Zeit. Viele der besten Mahlzeiten schmecken am besten, wenn sie noch ein oder zwei Tage durchgezogen sind. Viele der besten Lebensmittel haben Tage oder gar Wochen, wenn nicht sogar Monate der Reifung hinter sich.
Darum soll es im neuen Blog gehen: Meine Artikel zum Essen und Trinken sind meist für Geduldige. Jetzt, nach zwei Jahren des Überlegens, wandern sie in einen eigenen Blog: Low-n-slow, zu deutsch: Niedrig(e Temperatur) und langsames Kochtempo. Mit Artikeln zu Essen aus Slow Cooker, Kugelgrill, Dutch Oven, Erdofen und was auch immer vorbeikommt. Kulturgeschichte des Essens und der Lebensmittel kommt ebenso vor, wie die Frage, was Lebensmittel für den Alltag besorgen.
Zeitlos natürlich. Unhektisch. Den Trends immer zwei Jahre hinterher oder ein Jahr voraus. Manchmal weiß der Igel, wo der Hase hinlaufen wird, manchmal ist es auch egal. Hauptsache Liegestuhl und Aroma. Die alten Posts zum Thema bleiben hier, die neuen Blogbeiträge zu Essen und Trinken liegen unter Low-n-slow.