Samstag, 22. Januar 2011

Endurosamstag: Darummagichdaserzgebirge


Wenn Silverstone das "Home of british motorracing" ist, dann ist Sachsen die Heimat des deutschen Motorradsportes. Auf dem Sachsenring war und ist der Straßenrennsport zu Hause und in Zschopau der Endurosport. Zschopau beherbergte in den 20er Jahren das Motorradwerk mit der größten Jahresproduktion. Heute erinnern nur noch traurige Reste an die DKW- und MZ-Vergangenheit. Aber unabhängig davon ist die sportliche Tradition weiterhin lebendig. Fast ununterbrochen wird seit 1955 die Geländefahrt (neudeutsch: Enduro) "Rund um Zschopau" veranstaltet. Nach Aussage eines ehemaligen deutschen Meisters, die härteste Veranstaltung in Deutschland auf WM-Niveau.


Auf dem Nachttisch 2.0: Rights were not granted

Wer erinnert sich noch? Im Juni 2005 startete Wikipedia-Autor Southpark eine Seite mit dem Titel "Auf dem Nachttisch". Da konnten andere Wikipedianer reinschreiben, welche Bücher sie gerade lesen und bis heute erfreut sich die Seite offenbar einiger Beliebtheit (der letzte Eintrag ist vom 15. Januar 2011).

Nun liegt bei mir – seit ich nur mit zwei Koffern in den USA angekommen bin – kein Buch mehr auf dem Nachtschrank, sondern ein iPad. Das ist praktisch und seltsam leblos zugleich. Praktisch deshalb, weil ich alle meine Bücher mit auf Reisen nehmen kann und leblos, weil ich es schrecklich vermisse, an Regalen entlangzugehen, einzelne Bücher in die Hand zu nehmen und darin zu blättern (Wann hab ich das nochmal gekauft? Oh, da liegt ja noch eine Postkarte zwischen den Seiten…).

Kürzlich habe ich mir Julie Flavells Buch When London Was Capital of America auf mein iPad heruntergeladen. Flavell bereitet darin ein großartiges Panorama Londons in den 1760er und 1770er Jahren vor dem Leser aus und beschreibt sehr anschaulich die Alltagskultur der Amerikaner in der mit weitem Abstand größten Metropole Europas im 18. Jahrhundert. Getrübt wird das Lesevergnügen lediglich dadurch, dass durchgängig alle Bilder in der elektronischen Version des Buches fehlen. Stattdessen steht da: "Rights were not granted to include this illustration in electronic media. Please refer to print publication".



Da reibt man sich dann doch erstaunt die Augen, stammen doch ohne Ausnahme alle Abbildungen aus dem 18. und 19. Jahrhundert und sind damit ganz klar gemeinfrei. Ein Beispiel: die oben im Screenshot fehlende Abbildung stellt den dritten Herzog von Richmond bei der Jagd mit seinem Diener dar. Das Gemälde wurde von Johann Joseph Zoffany um 1765 angefertigt und befindet sich heute in der Paul Mellon Collection des Yale Centers for British Art.



Nun geht mir dieser Copyfraud (d.h. die Beanspruchung eines nicht existierenden Copyrights) ehrlichgesagt ziemlich gegen den Strich und ich frage mich, was man dagegen tun kann. Oder vielmehr: an wen muss ich mich denn da überhaupt wenden? An Amazon? An die Yale University Press, wo der Band von Flavell erschienen ist? An das Yale Center for British Arts? Hier lesen doch bestimmt ein paar unserer Fachleute aus der Wikipedia mit – wer kann mir weiterhelfen?

Freitag, 21. Januar 2011

Wohin denn nun mit dem Wikimedia-Geld

Problem:

Wikimedia Deutschland sitzt auf richtig viel Spendengeld. Keiner weiß so recht wohin damit, und die Meinungen über eine effiziente Ausgabe sind vorsichtig gesagt, kontrovers. Besonders wenig Geld geht dabei direkt in die Projekte zurück. Das liegt unter anderem daran, dass niemand weiß, wofür man da überhaupt sinnvoll Geld ausgeben kann.

Lösungsversuch:

Da machen wir doch mal was revolutionäres: wir fragen in die Runde und machen eine offene Ideensammlung:

Benutzer:Southpark/Millionen





Traktorfreitag: Wassertraktor

habe ich mittlerweile tatsächlich etwas mehr herausgefunden. Zuerst einmal gibt es doch noch ein freies Foto der Wasserlassung zu Staithes, praktischerweise war es auf meiner Festplatte:

Staithes lifeboattractor launch 14.09.2009 19-40-05

Ein paar Aufnahmen aus größerer Nähe gibt es auch noch. Aber zum Traktor selbst: der Talus MB-4H ist wie zu erwarten, tatsächlich eine Spezialkonstruktion für die britischen Seenotretter. Wasserdicht, vielseitig verwendbar, und im Falle eines Falles kann man ihn in der Flut stehen und überfluten lassen, und ihn dann bei Ebbe wieder bergen.

Preise kenne ich keine, ich vermute aber teuer, was schade ist, sonst könnte man mit diesem Traktor sicher tolle Sportarten erfinden.

Je nach Größe des Boots besitzt die RNLI aber noch diverse andere wassergängige Fahrzeuge. Für kleine Boote darf es auch mal ein LandRover sein, der nächstkleinere Talus funktioniert ähnlich wie der MB-4H beruht aber auf einem umgebauten Agrartrecker. Wenn's wirklich groß wird, kommen doch noch Raupenfahrzeuge zum Einsatz, der MB-H.

Ballbunion Sea and Cliff Rescue - Atlantic 21 Launch

Der Economist hingegen blickt in die ZUkunft, und entdeckt endlich mal wieder ein Gerät, das so futuristisch aussieht, wie ich mir die Zukunft vorstelle: Supacat L&RS.

Und natürlich habe ich doch noch ein Video gefunden. Wenn nicht aus Staithes, dann von anderswo:




Darummagichengland

British dinosaurs to eat 14.09.2009 22-49-13

Yum!

U.S. Regierung stellt 2 Mrd. für Open Educational Resources zur Verfügung

In einer gemeinsamen Presseerklärung haben das U.S. Department of Labor und das U.S. Department of Education heute angekündigt, dass die Regierung 2 Milliarden Dollar für Open Educational Resources zur Verfügung stellt. Alle von diesen Mitteln erstellten Lehr- und Lernmaterialien werden unter einer freien Lizenz stehen. Cathy Casserly, frischgebackene neue Geschäftsführerin von Creative Commons spricht von einem "historic step forward for open education".

Donnerstag, 20. Januar 2011

Journalismus auf österreichisch



Club 2 Spezial zum 100. Geburtstag Bruno Kreiskys, ein Gast ist Anneliese Rohrer, deren beruflicher Werdegang von Rudolf Nagiller vorgetragen wird - unter lautem Protest von Rohrer und Gustav Peichl, die die Aussage "seit damals beim Kurier" monieren.

Reaktion von Nagiller?
"Dann müssen's Wikipedia korrigieren."

Darummagichdithmarschen (IIIb)



In Wirklichkeit eine geniale Vermarktungsstrategie für Kohl, der unter praktisch jedem Namen angeboten wird:

Dithmarscher frischer Spargel

If in doubt

If in doubt, assume the reader knows nothing. However, never make the mistake of assuming that the reader is stupid. The classic error in journalism is to overestimate what the reader knows and underestimate the reader’s intelligence.


(Guardian: A manifesto for the simple scribe via dirk von gehlen)


Mittwoch, 19. Januar 2011

Offene Tabs wegbloggen 20110119

Um mal was überraschendes zu machen. Ein Bild-Link: und das nicht mal um zu kritisieren, sondern um auf die Infos hinzuweisen. Ein paar Vertragsdetails zu den Realitysendungen. Die geheimen TV-Verträge.

Boris Johnson: ''We are not just writing columns, we are writing wiki-columns, and if we sometimes get beaten up, we also have the satisfaction of gaining the odd grunt of agreement.''

Die Neuschwanstein-Souvenir-Industrie und das Markentrecht. IPKat: Neuschwanstein Castle trade mark dispute

In einer ernsteren Angelegenheit. Ob sie es lernen werden? European Commission Plans for All-Out War Against Sharing

Fotograf regt sich auf, dass die Öffentlichkeit seine fürchterlichen Fotos sehen kann. Chrysler 200 Convertible photographer miffed at leak, goes on Facebook rant

In Berlin geben sich die Neonazis Mühe wirklich jedem Klischee zu entsprechen. Tagesspiegel: Er beleidigte die Polizeibeamte und wurde im Streifenwagen abtransportiert, wo er sofort einschlief und "den ganzen Wagen vollpinkelte".

Die Urheberrechtsdebatte kommt nach Österreich und scheint ähnlich zu verlaufen wie in Deutschland: Die Grundsatzerklärung der Urheber – eine Bankrotterklärung? Denn die Verfasser der „Grundsatzerklärung“ lassen nicht erkennen, dass sie gewillt sind, die Veränderungen, die mit dem Internet als Kommunikations- und Publikationssraum einhergehen, den strukturellen Wandel der Anforderungen und Erwartungen an die Verbreitung und Nutzung von (digitalen) kreativen Werken, und die fortschreitende Aufhebung des Unterschieds zwischen „Urheber“ und „Konsument“ im Netz anzuerkennen – oder, dass sie überhaupt fähig sind, das, was vor sich geht, verstehend wahrzunehmen.

Irgendwie finde ich die Leute ja niedlich, die meinen eine Welt ohne Kopierschutz oder mit freien Kopien wäre weniger kapitaliatistisch. Zur politischen Ökonomie von Kopie und Kopierschutz.

Spannende Entwicklung: experimentelle Urheberrechtsforschung. Hier am Beispiel des duetschen Bestsellerparagrafen. IP Law and the New Experimental Empiricism

Super! Kinder demütigen!

Leider kein Video. Dank GEMA kann ich "Basejumper, die von Windrädern springen" nicht ansehen.


Wikipedia verlinkt, Jubiläumsausgabe

Elendiger Schafsherdenjournalismus. Nur weil Zahlenmumpitz in dieser Welt verbreitet ist, können Medien über ein dauer-Thema nur noch im Rudel oder gar nicht berichten. Neben dem erwartbaren Jubelarienkrempel, der langsam ein semimythisches Geschichtsbild verfestigt, war auch die Zahl wirklich guter und recherchierter Artikel rund um das Wikipedia-Jubiläum erstaunlich. Schade nur, dass es in der Menge fast unmöglich ist, sie ernstlich wahrzunhmen. Das hier wird also auch eher eine willkürliche Auswahl. Sie ergänzt die Liste von Madame Poupou.

Zwei sehr spannende Texte haben sich gar nicht mit der Wikipedia direkt;

Björn Hoffmann, ehemals Brockhaus online, über den Brockhaus in diesen Jahren Mein persönliches Highlight aller Artikel über 10-Jahre war das lange Interview mit Edgar Enyedy. Der hatte sich 2002 mit der Encyclopedia libre geforkt, und gibt eine ganze andere Sichtweise auf die Frühzeit der Wikipedia als sonst gängig ist: ‘Good luck with your WikiPAIDia’: Reflections on the 2002 Fork of the Spanish Wikipedia


Die Wikipedianer lagern unter Dauerbelagerung, es war eher schwer, nicht interviewed zu werden. Selbst meine überraschende Ortsverlagerung gen Dithmarschen hat mich nicht ganz davor bewahrt. Eines der bessere Beispiele von "frag den Wikipedianer" hat die Berliner Zeitung.

Nicht direkt mit Jubiläumsbezug, aber doch eindrucksvoll: ''Wiggins told us that within days, his team will have completed the translation of 3.5 million Wikipedia articles into Thai''

Ein netter, kleiner Post von Sue Gardner: ''A reporter told me the other day that mocking Wikipedia is “so 2007.” LOL''. Und auch ein Deutschland scheint Wikipedia vielleicht dahin zu kommen, dass sie nicht nur alle benutzen, sondern dass sie es soagr ab und an zugeben. Die Zeit: Vorsichtige Annäherung.

Und einen Glückwunsch kann ich bei der Gelegenheit doch noch verlinken: Timothy Garton Ash gratuliert, in Deutschland übernimmt die Rolle zum beispiel Ulrich Greiner. Der Atlantic hat dann einfach mal die üblichen Verdächtigen befragt.

Dasm Blog der Frankfurter Rundschau macht in Meta und berichtet über Reaktionen zu ihren Wikipedia-Features.

Politico hat einen eher so mittellangweiligen Artikel, aber mit schönem Zitat: ''It’s the 800-pound gorilla that flies''

Nando Stöcklin sammelt deutschschweizer Medien.


Dienstag, 18. Januar 2011

Und eh, Lateinunterricht

Erstmal eine Korrektur; meine Lateinklasse hatte gar nicht 19 Jungs und 3 Mädchen; das Verhältnis war zwar klar jungsdominiert, aber eher in Richtung 15 zu 9. Das mit 22:3 war die Französischklasse, und die 22 waren Mädchen.

Aber Erinnerungen: das Einzige, woran ich mich bei meinem späteren Lateinlehrer erinnere: einige Jahre nachdem ich seinen Unterricht verlassen hatte: umständliche, schmerzhafte und wenig erbauliche Streiktigkeiten, ob Bemerkungen, die er zu seinen aktuellen Schülern im Unterricht gemacht hat, nun anzüglich gewesen sein können, oder nicht. Und - noch während ich bei ihm Unterricht hatte - ein langer, seltsamer Monolog über das reinigen und reparieren von elektrischen Rasierern, insbesondere seine Meinungsverschiedenheit mit dem Elektrorasierereinigungsreparier-mensch.


Darummagichdithmarschen (IIIa)

Frischeerdbeeren

2005. Dithmarscher und frische Erdbeeren. Ein problematisches Verhältnis.


Darummagichdithmarschen (III)

Vanillepudding erdkirschen 12.01.2011 18-05-48

Hat aber gut geschmeckt.


Montag, 17. Januar 2011

Europäische Institutionen. Noch langsamer als Sie denken.

Selbst eine EU-Kommissarin für digitale Agenda braucht fast ein Jahr, um sich wenigstens Firefox und halbwegs ein Wlan installieren zu lassen. Und die weiß im Normalfall wenigstens, was sie will und was es gibt.


Früher war alles besser


Die Österreichische Nationalbibliothek bietet mit ANNO - AustriaN Newspapers Online eine wunderbare Fundgrube für Zeitungen und Zeitschriften von 1716 bis 1940. Das Spektrum reicht von "Die Waffen nieder!" über "Die Bombe" bis hin zur "Wiener Zeitung" und vielen weiteren Tageszeitungen, Frauen-, Automobil- und Fachzeitschriften.

Da ich überwiegende Eisenbahnartikel in der Wikipedia bearbeite, ist da vor allem die Zeitschrift "Die Lokomotive" für mich interessant. Als Anfang des Jahres der Jahrgang 1940 hochgeladen wurde, habe ich mal kursorisch geschaut, welche Themen so dabei sind. Dabei stieß ich auf eine Tabelle über die Fahrzeiten der Reichsbahn im Jahr 1939. So etwas schrie geradezu nach einem Vergleich mit heutigen Zeiten.

Also greifen wir einmal wahllos etwas heraus.

Hamm-Hannover konnte man damals mit einem der fliegenden Züge in 1:19 zurücklegen. Heute braucht ein ICE 1:17 h. Von Bremen nach Hannover fuhr man früher 1:03 h und heute 1:12 h. Von Berlin nach Leipzig brauchte der Zug 1:18 h, heute 1:15 h. Freiburg-Baden-Baden 51 Minuten zu 43 Minuten im ICE.
SVT 137 Bauart Hamburg
Der dampflokgetriebene Henschel-Wegmann-Zug fuhr 1939 in 1:42 h von Dresden-Neustadt zum Anhalter Bahnhof. Heute braucht der ICE bis zum Südkreuz 2:56 h 2:09 h.

Und in der Trains vom Juni 1972 stehen auch einige Fahrzeiten von Reise- und Güterzügen weltweit. So fuhr 1971 der "Tolle Bomberg" von Köln nach Hamburg in 3:52 h. Heute braucht der schnellste Zug (ein IC) 3:59 h. Der Zug "Johann Strauß" benötigte im gleichen Jahr von Frankfurt nach Wien 7:37 Minuten. Heute ist der ICE mit 7:05 h auf dieser Distanz nur unwesentlich schneller.
Parallelfahrt NIM
Daran sieht man, dass sich an der Verbesserung des Netzes seit fast 70 Jahren nichts grundsätzliches geändert hat und auch ein ICE heute auf normalen Strecken nicht viel schneller ist als die Fliegenden Züge der Reichsbahn-Zeit. Wirkliche Zeitersparnis bringen die Schnellfahrstrecken. Das sieht man ganz deutlich auf der Relation Nürnberg-München wo man 1939 1:51 h benötigte und heute mit 1:02 h fast nur die Hälfte der Zeit.

Aus was für Elternhäusern kommen Wikipedianer so?


Kurzumfrage auf dem Hamburger Wikipedia-Stammtisch letzten Samstag: "Wer hatte in der Schule Latein?" Von den sieben Leuten in der Runde hatten es sechs, der siebte ist real sozialistisch schulgebildet, hätte es damals aber gern gehabt.

Wobei das Ergebnis in seiner Grundtendenz nicht so sehr verwundert. Andererseits: auch in meiner Lateinklasse waren damals 19 Jungs und 3 Mädchen, vielleicht stöbere ich gerade die Erklärung für den Gender-Bias auf.

Was natürlich sehr verwundert ist, dass ein Großteil der Wikipedianer bis heute nicht merkt, wie sehr sie all ihre herkunftsbedingten Vorurteile und Prägungen als neutral ansetzen, und felsenfest der Meinung sind, ihre spezifische Weltsicht als deutscher Bildungsbürger böte ein objektives Bild der Welt.

Ansonsten: es war zwar reiner Zufall, dass wir das Wochenende in Hamburg und nicht Berlin waren, schien aber gewisse Vorteile gehabt zu haben. Urprungsgefühle - immerhin war ich auch beim allerersten Hamburger Wikipedia-Stammtisch anno 2004(?) anwesend. Überlässt man Wikipedianer die freie Ortswahl, landen sie natürlich selbst zum feiern auf einem Museumsgelände. Die Gespräche beim Hamburger Stammtisch waren durchgehend sehr nett, sowohl alte Bekannte als auch erstmal getroffene total super und sympathisch, trotz beengter Verhältnisse hat die Tischrotation auch gut geklappt und eigentlich war es in Hamburg mit den 40 Leuten in gemütlicher Einkehr wirklich schön. Wobei ich jetzt überlege, ob ich damals eigentlich Scharlach hatte.. mal Mama anrufen.

Neugierig auf die große Feier in Berlin wäre ich ja schon gewesen. Was ich im Nachhinein lese, klingt jetzt aber nicht so dolle.


Flugzeugmontag: Kein Wikipedia über den Wolken

Wer kennt es nicht, das fröhlich-lockende "Chicken or Pasta?" der Lufthansa-Stewardessen? Nun sind beide Optionen nicht besonders schmackhaft und ein elfstündiger Flug bei enggestellten Sitzreihen und alten Röhrenmonitoren mit Disney-Trickfilmen trägt nicht gerade zur Kundenbindung bei. Also hat sich das deutsche Luftfahrtunternehmen etwas Neues einfallen lassen, das denn auch kräftig beworben wird: Wi-Fi an Bord von Transatlantikflügen. Nun, hab ich mir gedacht, buche ich also mal wieder Lufthansa. Bei Air France ist das Essen besser, bei allen amerikanischen oder asiatischen Fluglinien der Service freundlicher, aber Wikipedias Unterhaltungsprogramm mit "Beobachungsliste" und "Löschkandidaten" könnten das für einen eingefleischten Wikipedianer locker kompensieren.

An Bord dann die grosse Enttäuschung: keine der von mir befragten Lufthansa-Angestellten wusste von Flügen, auf denen es Wi-Fi gibt. Eine hatte zumindest schonmal von der Werbung gehört, "aber keine Ahnung, ob das schon irgendwo installiert ist." Was bleibt, ist allein der Frust, das schlechte Essen und die schon wohlbekannte Enge des Sitzes.

Mein guter Rat, liebe Lufthansa: wenn ihr das nächste Mal etwas ausprobiert, dann bewerbt das nicht dick, sondern nennt es Machbarkeitsstudie. Ansonsten verliert ihr auch noch den letzten Rest an Sympathie, der mir nach "Eihm sorrie, bat wie dohnt häff Tschicken änniemoar" übriggeblieben ist.