habe ich mittlerweile tatsächlich etwas mehr herausgefunden. Zuerst einmal gibt es doch noch ein freies Foto der Wasserlassung zu Staithes, praktischerweise war es auf meiner Festplatte:
Ein paar Aufnahmen aus größerer Nähe gibt es auch noch. Aber zum Traktor selbst: der Talus MB-4H ist wie zu erwarten, tatsächlich eine Spezialkonstruktion für die britischen Seenotretter. Wasserdicht, vielseitig verwendbar, und im Falle eines Falles kann man ihn in der Flut stehen und überfluten lassen, und ihn dann bei Ebbe wieder bergen.
Preise kenne ich keine, ich vermute aber teuer, was schade ist, sonst könnte man mit diesem Traktor sicher tolle Sportarten erfinden.
Je nach Größe des Boots besitzt die RNLI aber noch diverse andere wassergängige Fahrzeuge. Für kleine Boote darf es auch mal ein LandRover sein, der nächstkleinere Talus funktioniert ähnlich wie der MB-4H beruht aber auf einem umgebauten Agrartrecker. Wenn's wirklich groß wird, kommen doch noch Raupenfahrzeuge zum Einsatz, der MB-H.
Der Economist hingegen blickt in die ZUkunft, und entdeckt endlich mal wieder ein Gerät, das so futuristisch aussieht, wie ich mir die Zukunft vorstelle: Supacat L&RS.
Und natürlich habe ich doch noch ein Video gefunden. Wenn nicht aus Staithes, dann von anderswo:
Aber um zu erklären, was es mit dieser Unit auf sich hat, muss ich etwas weiter ausholen. Es war Sommer, und wir wollten nach Boulby. Ein viel zu unbekanntes Örtlein an der Küste North Yorkshires, das gleich zwei spektakuläre Sehenswürdigkeiten aufweist, die anscheinend niemand interessieren: das höchste Kliffe der englischen Nordseeküste ~200m und man kann sich etwas darauf einbilden, gerade 1,5 Kilometer über eigentümlichen Wissenschaftlern zu laufen, die gerade die Geheimnisse der dunklen Materie entdecken.
Unter Boulby ist Europas zweittiefste Mine und in dieser wiederum ist ein Teil abgetrennt, der den Astrophysikern dazu dient, eben das zu machen, was Astrophysiker so machen. Von oben sieht man davon übrigens nichts.
Um aber wieder von dunkler Materie weg, und zum Wassertraktor hinzukommen. Boulby liegt neben Staithes. Staithes wiederum ist ein etwas größerer Ort, der umgeben von 50-Meter-Kliffs rechts und links in einer Flussmündung liegt. Sehr sehr pittoresk und eindrucksvoll, aber oh boy, was stinkt dieser Ort nach Fisch. Luftaustausch ist da eher nicht.
Die Einwohnerschaft Staithens nun wieder besteht gefühlt zur Hälfte aus der Besatzung des Lifeboats. Und während wir nach der Erkundung von Boulby versuchten unter all den Kliffs unser Auto wiederzufinden, gerieten wir in den Hafen von Staithes. Wo eben jenes Lifeboat zu Wasser fuhr. Auf dem Hänger eines Traktors fuhr es schwungvoll vom Häuslein in das eingeebbte Hafenbecken.
Nicht schlecht, immerhin ist so ein Traktor mit breiten Reifen auf Schlick durchaus eine gute Idee. Allerdings fuhr der Traktor immer weiter. Bis das Wasser zu den Rädern schwappte, bis es zur Kabine schwappte, und darüber hinaus. Und er fuhr. Schließlich hatte das Boot sicher genug Wasser unter dem Kiel und brauste davon. Der Traktor, nun gemächlicher, fuhr zurück. Ich war fast bass erstaunt. Traktoren trau ich ja alles zu, aber sowas? Und warum hat die DGzRS sowas nicht? Naja, vielleicht weil England ein Volk von Seefahrern ist und Deutschland eines von Kommekorrektoren oder so. Ein traktoristisches Erlebnis. Vielleicht finde ich auch heraus, wie es funktionierte.
Leider gibt es aus Staithes kein Video, aber es funktioniert so ähnlich. Nur ist Traktor cooler als eine Raupe, deutlich schneller und schwungvoller und der Traktor wäre an dieser Stelle noch 15 Meter weiter ins Meer gefahren. Was Vorteile gehabt hätte: