Was wird aus den Nachtzügen? Die Deutsche Bahn will mit den Zügen nichts mehr zu tun haben. Vielleicht betreibt die ÖBB die Züge für längere Zeit? Vielleicht auch nicht. Nachtzüge – eine Hoffnung auf die bessere Zukunft und Luxus für alle, die sich nicht erfüllte. Die Züge der DB sind fas Geschichte.
Züge als Monument einer Zeit, in der Reisen noch Reisen war, aber die Fernreise durch Europa schon für alle Menschen in Reichweite schien. "Luxus für alle" scheinen sie sagen zu wollen. Das war ihre Vision. War. Vor EasyJet, Geschäftsreisenden im ICE und anderen Zumutungen des 21. Jahrhunderts. Reisen noch als Erlebnis und nicht als schnell zu überbrückendes Ärgernis zwischen zwei Orten.
Verblasste Vision: Individueller Service bei der Bahn. Das gab es mal. Der kleine Luxus in Form eines eigenes Waschbeckens. Ein eigenes Bistro, in dem es bis spät in die Nacht Bier und Chili con Carne gibt.
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Montag, 8. August 2016
Montag, 17. Januar 2011
Früher war alles besser
Die Österreichische Nationalbibliothek bietet mit ANNO - AustriaN Newspapers Online eine wunderbare Fundgrube für Zeitungen und Zeitschriften von 1716 bis 1940. Das Spektrum reicht von "Die Waffen nieder!" über "Die Bombe" bis hin zur "Wiener Zeitung" und vielen weiteren Tageszeitungen, Frauen-, Automobil- und Fachzeitschriften.
Da ich überwiegende Eisenbahnartikel in der Wikipedia bearbeite, ist da vor allem die Zeitschrift "Die Lokomotive" für mich interessant. Als Anfang des Jahres der Jahrgang 1940 hochgeladen wurde, habe ich mal kursorisch geschaut, welche Themen so dabei sind. Dabei stieß ich auf eine Tabelle über die Fahrzeiten der Reichsbahn im Jahr 1939. So etwas schrie geradezu nach einem Vergleich mit heutigen Zeiten.
Also greifen wir einmal wahllos etwas heraus.
Hamm-Hannover konnte man damals mit einem der fliegenden Züge in 1:19 zurücklegen. Heute braucht ein ICE 1:17 h. Von Bremen nach Hannover fuhr man früher 1:03 h und heute 1:12 h. Von Berlin nach Leipzig brauchte der Zug 1:18 h, heute 1:15 h. Freiburg-Baden-Baden 51 Minuten zu 43 Minuten im ICE.
Der dampflokgetriebene Henschel-Wegmann-Zug fuhr 1939 in 1:42 h von Dresden-Neustadt zum Anhalter Bahnhof. Heute braucht der ICE bis zum Südkreuz
Und in der Trains vom Juni 1972 stehen auch einige Fahrzeiten von Reise- und Güterzügen weltweit. So fuhr 1971 der "Tolle Bomberg" von Köln nach Hamburg in 3:52 h. Heute braucht der schnellste Zug (ein IC) 3:59 h. Der Zug "Johann Strauß" benötigte im gleichen Jahr von Frankfurt nach Wien 7:37 Minuten. Heute ist der ICE mit 7:05 h auf dieser Distanz nur unwesentlich schneller.
Daran sieht man, dass sich an der Verbesserung des Netzes seit fast 70 Jahren nichts grundsätzliches geändert hat und auch ein ICE heute auf normalen Strecken nicht viel schneller ist als die Fliegenden Züge der Reichsbahn-Zeit. Wirkliche Zeitersparnis bringen die Schnellfahrstrecken. Das sieht man ganz deutlich auf der Relation Nürnberg-München wo man 1939 1:51 h benötigte und heute mit 1:02 h fast nur die Hälfte der Zeit.
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