Aber um zu erklären, was es mit dieser Unit auf sich hat, muss ich etwas weiter ausholen. Es war Sommer, und wir wollten nach Boulby. Ein viel zu unbekanntes Örtlein an der Küste North Yorkshires, das gleich zwei spektakuläre Sehenswürdigkeiten aufweist, die anscheinend niemand interessieren: das höchste Kliffe der englischen Nordseeküste ~200m und man kann sich etwas darauf einbilden, gerade 1,5 Kilometer über eigentümlichen Wissenschaftlern zu laufen, die gerade die Geheimnisse der dunklen Materie entdecken.
Unter Boulby ist Europas zweittiefste Mine und in dieser wiederum ist ein Teil abgetrennt, der den Astrophysikern dazu dient, eben das zu machen, was Astrophysiker so machen. Von oben sieht man davon übrigens nichts.
Um aber wieder von dunkler Materie weg, und zum Wassertraktor hinzukommen. Boulby liegt neben Staithes. Staithes wiederum ist ein etwas größerer Ort, der umgeben von 50-Meter-Kliffs rechts und links in einer Flussmündung liegt. Sehr sehr pittoresk und eindrucksvoll, aber oh boy, was stinkt dieser Ort nach Fisch. Luftaustausch ist da eher nicht.
Die Einwohnerschaft Staithens nun wieder besteht gefühlt zur Hälfte aus der Besatzung des Lifeboats. Und während wir nach der Erkundung von Boulby versuchten unter all den Kliffs unser Auto wiederzufinden, gerieten wir in den Hafen von Staithes. Wo eben jenes Lifeboat zu Wasser fuhr. Auf dem Hänger eines Traktors fuhr es schwungvoll vom Häuslein in das eingeebbte Hafenbecken.
Nicht schlecht, immerhin ist so ein Traktor mit breiten Reifen auf Schlick durchaus eine gute Idee. Allerdings fuhr der Traktor immer weiter. Bis das Wasser zu den Rädern schwappte, bis es zur Kabine schwappte, und darüber hinaus. Und er fuhr. Schließlich hatte das Boot sicher genug Wasser unter dem Kiel und brauste davon. Der Traktor, nun gemächlicher, fuhr zurück. Ich war fast bass erstaunt. Traktoren trau ich ja alles zu, aber sowas? Und warum hat die DGzRS sowas nicht? Naja, vielleicht weil England ein Volk von Seefahrern ist und Deutschland eines von Kommekorrektoren oder so. Ein traktoristisches Erlebnis. Vielleicht finde ich auch heraus, wie es funktionierte.
Leider gibt es aus Staithes kein Video, aber es funktioniert so ähnlich. Nur ist Traktor cooler als eine Raupe, deutlich schneller und schwungvoller und der Traktor wäre an dieser Stelle noch 15 Meter weiter ins Meer gefahren. Was Vorteile gehabt hätte:
Aber um zu erklären, was es mit dieser Unit auf sich hat, muss ich etwas weiter ausholen. Es war Sommer, und wir wollten nach Boulby. Ein viel zu unbekanntes Örtlein an der Küste North Yorkshires, das gleich zwei spektakuläre Sehenswürdigkeiten aufweist, die anscheinend niemand interessieren: das höchste Kliffe der englischen Nordseeküste ~200m und man kann sich etwas darauf einbilden, gerade 1,5 Kilometer über eigentümlichen Wissenschaftlern zu laufen, die gerade die Geheimnisse der dunklen Materie entdecken.
Unter Boulby ist Europas zweittiefste Mine und in dieser wiederum ist ein Teil abgetrennt, der den Astrophysikern dazu dient, eben das zu machen, was Astrophysiker so machen. Von oben sieht man davon übrigens nichts.
Um aber wieder von dunkler Materie weg, und zum Wassertraktor hinzukommen. Boulby liegt neben Staithes. Staithes wiederum ist ein etwas größerer Ort, der umgeben von 50-Meter-Kliffs rechts und links in einer Flussmündung liegt. Sehr sehr pittoresk und eindrucksvoll, aber oh boy, was stinkt dieser Ort nach Fisch. Luftaustausch ist da eher nicht.
Die Einwohnerschaft Staithens nun wieder besteht gefühlt zur Hälfte aus der Besatzung des Lifeboats. Und während wir nach der Erkundung von Boulby versuchten unter all den Kliffs unser Auto wiederzufinden, gerieten wir in den Hafen von Staithes. Wo eben jenes Lifeboat zu Wasser fuhr. Auf dem Hänger eines Traktors fuhr es schwungvoll vom Häuslein in das eingeebbte Hafenbecken.
Nicht schlecht, immerhin ist so ein Traktor mit breiten Reifen auf Schlick durchaus eine gute Idee. Allerdings fuhr der Traktor immer weiter. Bis das Wasser zu den Rädern schwappte, bis es zur Kabine schwappte, und darüber hinaus. Und er fuhr. Schließlich hatte das Boot sicher genug Wasser unter dem Kiel und brauste davon. Der Traktor, nun gemächlicher, fuhr zurück. Ich war fast bass erstaunt. Traktoren trau ich ja alles zu, aber sowas? Und warum hat die DGzRS sowas nicht? Naja, vielleicht weil England ein Volk von Seefahrern ist und Deutschland eines von Kommekorrektoren oder so. Ein traktoristisches Erlebnis. Vielleicht finde ich auch heraus, wie es funktionierte.
Leider gibt es aus Staithes kein Video, aber es funktioniert so ähnlich. Nur ist Traktor cooler als eine Raupe, deutlich schneller und schwungvoller und der Traktor wäre an dieser Stelle noch 15 Meter weiter ins Meer gefahren. Was Vorteile gehabt hätte:
In meiner Kindheit vor über einem Vierteljahrhundert (man bin ich alt) waren die Traktoren ZT 300 aus Schönebeck und Belarus aus Minsk ein alltäglicher Anblick und Bestandteil der dörflichen Geräuschkulissen. Manchmal mischte sich nur das Geräusch eines Pioniers darunter.
Dieses Idyll wurde gestört, als ein großes gelbes Monster aus russischer Produktion auftauchte. Der K-700, auch Kasi oder Kasimir genannt, war so breit wie die Dorfstraße und den Turbolader hörte man schon von weitem pfeifen.
Für uns als Jungs war es schon was besonderes wenn diese riesige Maschine durchs Dorf fuhr.
In meiner Kindheit vor über einem Vierteljahrhundert (man bin ich alt) waren die Traktoren ZT 300 aus Schönebeck und Belarus aus Minsk ein alltäglicher Anblick und Bestandteil der dörflichen Geräuschkulissen. Manchmal mischte sich nur das Geräusch eines Pioniers darunter.
Dieses Idyll wurde gestört, als ein großes gelbes Monster aus russischer Produktion auftauchte. Der K-700, auch Kasi oder Kasimir genannt, war so breit wie die Dorfstraße und den Turbolader hörte man schon von weitem pfeifen.
Für uns als Jungs war es schon was besonderes wenn diese riesige Maschine durchs Dorf fuhr.
als Southpark mich vor ein paar Tagen fragte, ob ich hier als Gastblogger auftreten würde, war ich erstmal ratlos. Ob ich die vier Wochen wohl mit Inhalten bestreiten kann? So allzu viel passiert ja in meinem Leben nicht. Soll ich etwa davon erzählen, wie ich diesen Sommer angefangen habe, Chili-Schoten vor meinem Haus in Santa Rosa anzubauen? Oder etwa, wie das Leben in den Vereinigten Staaten so aussieht? Oder was es bei der Foundation Neues gibt? Insbesondere der "Treckerfreitag" bereitet mir schlaflose Nächte. Und Schafe hab ich hier auch noch nicht gesehn.
Na, "kollaborativ" ist hier wohl das Stichwort. Also, bitte beteiligt euch an der kurzen Umfrage und sagt mir, was euch interessiert (mehrere Antworten möglich):
Nächste Woche gehts los. Vielen Dank für euren Input.
Frank
Liebe Iberty-Leser,
als Southpark mich vor ein paar Tagen fragte, ob ich hier als Gastblogger auftreten würde, war ich erstmal ratlos. Ob ich die vier Wochen wohl mit Inhalten bestreiten kann? So allzu viel passiert ja in meinem Leben nicht. Soll ich etwa davon erzählen, wie ich diesen Sommer angefangen habe, Chili-Schoten vor meinem Haus in Santa Rosa anzubauen? Oder etwa, wie das Leben in den Vereinigten Staaten so aussieht? Oder was es bei der Foundation Neues gibt? Insbesondere der "Treckerfreitag" bereitet mir schlaflose Nächte. Und Schafe hab ich hier auch noch nicht gesehn.
Na, "kollaborativ" ist hier wohl das Stichwort. Also, bitte beteiligt euch an der kurzen Umfrage und sagt mir, was euch interessiert (mehrere Antworten möglich):
Nächste Woche gehts los. Vielen Dank für euren Input.
Gastblogger! Überall Gastblogger! Noch mehr Gastblogger! Wir brauchen Gastblogger! Langsam schreiten die Expansionspläne voran. Ab nun hat Iberty zwei! Gastblogger gleichzeitig, wovon jeweils einer von Monatsanfang bis Ende mitbloggt, der andere jeweils vom 15. bis zum 15.
Nachdem Liesel jetzt voranstürmt und schon mehr gepostet hat als beispielsweise Tolanor, begleitet ihn in dieser Aufgabe ab 15. Januar auch noch Frank Schulenburg. Frank Schulenburg ist auch seit ungefähr dem Frühmittelalter Wikipedianer, ehemals Wikimedia-Vorstand, organsierte Academies, ist nun bei der Wikimedia Foundation in San Francisco für Öffentlichkeitsbespaßung zuständig oder so. Ich nehme an, er wird es noch genauer erklären. Vor allem aber schreibt er Artikel über die Ökonomie der Frühen Neuzeit und trägt die schönsten rosa Herrenhemden westlich der Walachei.
Nicht aber auf dem Foto hier, das wäre ja langweilig:
Gastblogger! Überall Gastblogger! Noch mehr Gastblogger! Wir brauchen Gastblogger! Langsam schreiten die Expansionspläne voran. Ab nun hat Iberty zwei! Gastblogger gleichzeitig, wovon jeweils einer von Monatsanfang bis Ende mitbloggt, der andere jeweils vom 15. bis zum 15.
Nachdem Liesel jetzt voranstürmt und schon mehr gepostet hat als beispielsweise Tolanor, begleitet ihn in dieser Aufgabe ab 15. Januar auch noch Frank Schulenburg. Frank Schulenburg ist auch seit ungefähr dem Frühmittelalter Wikipedianer, ehemals Wikimedia-Vorstand, organsierte Academies, ist nun bei der Wikimedia Foundation in San Francisco für Öffentlichkeitsbespaßung zuständig oder so. Ich nehme an, er wird es noch genauer erklären. Vor allem aber schreibt er Artikel über die Ökonomie der Frühen Neuzeit und trägt die schönsten rosa Herrenhemden westlich der Walachei.
Nicht aber auf dem Foto hier, das wäre ja langweilig:
Wer es vielleicht schon gesehen hat, auf meiner Wikipedia-Benutzerseite steht "Ultreïa". Was hat es damit auf sich?
2003 bin ich zu Fuß auf dem Jakobsweg rund 800 Kilometer von Saint-Jean-Pied-de-Port nach Santiago de Compostela gelaufen. Solch eine Wanderung ist ja nicht gerade einfach. So sind etliche Gebirge zu überwinden und die Hochfläche der Meseta kann im Sommer auch anstrengend sein. Um sich anzuspornen, hat sich unter den Pilgern der Ruf "Ultreïa" (weiter, voran) etabliert. Und auch für die Arbeit in der Wikipedia passt das Motto. Der Weg ist noch weit und das Ziel ist noch lange nicht zu sehen. Es gibt Höhen und Tiefen , Höhepunkte an Tiefpunkten und endlos öde Strecken. Auch in diesem Falle ist es notwendig, sich immer mal wieder ein Ultreïa zuzurufen.
Wer es vielleicht schon gesehen hat, auf meiner Wikipedia-Benutzerseite steht "Ultreïa". Was hat es damit auf sich?
2003 bin ich zu Fuß auf dem Jakobsweg rund 800 Kilometer von Saint-Jean-Pied-de-Port nach Santiago de Compostela gelaufen. Solch eine Wanderung ist ja nicht gerade einfach. So sind etliche Gebirge zu überwinden und die Hochfläche der Meseta kann im Sommer auch anstrengend sein. Um sich anzuspornen, hat sich unter den Pilgern der Ruf "Ultreïa" (weiter, voran) etabliert. Und auch für die Arbeit in der Wikipedia passt das Motto. Der Weg ist noch weit und das Ziel ist noch lange nicht zu sehen. Es gibt Höhen und Tiefen , Höhepunkte an Tiefpunkten und endlos öde Strecken. Auch in diesem Falle ist es notwendig, sich immer mal wieder ein Ultreïa zuzurufen.
Aber seien wir ehrlich: das Jubiläum an sich ist ein degenerierter Restbestand von zahlenmagischem Mumpitz aus dem Urschleim der Menschheit, der in einer aufgeklärten Welt eigentlich nichts zu suchen hat.
Aber seien wir ehrlich: das Jubiläum an sich ist ein degenerierter Restbestand von zahlenmagischem Mumpitz aus dem Urschleim der Menschheit, der in einer aufgeklärten Welt eigentlich nichts zu suchen hat.
Ich habe nichts gegen Jubiläen. Einige meiner besten Freunde feiern sie.
Nachdem die bisherige Geschichte der Iberty-Gastblogger ja eine einzige Erfolgsgeschichte ist (bei den regulars hingegen.., nicht, snotty?), wird es Zeit, nach der Adventspause wieder ein paar mehr Schreiber in diesem Blog zu lesen.
Der neue Gastblogger ist Liesel. Im Gegensatz zu machem Vorgänger ist er ein Speedblogger. Liesel ist mit seinem 500-Seiten-Posting zu den Wikimedia-Satzungen ist Tage früher fertig, als ich mit meiner 500-Zeichen-Vorstellung seiner Person.. Seines Zeichens ist Liesel aus dem Erzgebirge und hat ein eigenes Blog. Er ist Ex-Wikipedia-Admin, heute nur noch in sinnvollen Wikipedia-Bereichen aktiv, Mitglied in geschlossenen Gesellschaften, in der Lage Satzungen zu lesen und zu verstehen, und vor allem kennt er jeden Zug und jede Bahnstrecke nördlich des Nils. Ob er heimatbezogen Weihnachtsfiguren schnitzen kann, weiß ich nicht, aber vielleicht erfahren wir das noch. Dafür hörte ich, dass Traktoren an Liesels Wohnstätte vorbeifahren, was natürlich hier eine wichtige Schlüsselqualifikation ist. Liesel wird den Januar und, um den Monat voll zu machen, noch die ersten Tage des Februars bei uns sein.
Von mir angefragt ist, und prinzipiell schon zugesagt hat, Frank Schulenburg. Das könnte schon alles klar sein, ist aber an meiner unorganisierheit gescheitert. Eine ausführliche Vorstellung kommt, sobald die Details klar sind,
Wobei ich hier natürlich expandieren will: mehr! mehr! mehr! Die Anforderungen sind simpel aber tückisch: Ich muss den Blogger für persönlich integer halten, und für in der Lage, mich zu unterhalten und zu informieren.
Nachdem die bisherige Geschichte der Iberty-Gastblogger ja eine einzige Erfolgsgeschichte ist (bei den regulars hingegen.., nicht, snotty?), wird es Zeit, nach der Adventspause wieder ein paar mehr Schreiber in diesem Blog zu lesen.
Der neue Gastblogger ist Liesel. Im Gegensatz zu machem Vorgänger ist er ein Speedblogger. Liesel ist mit seinem 500-Seiten-Posting zu den Wikimedia-Satzungen ist Tage früher fertig, als ich mit meiner 500-Zeichen-Vorstellung seiner Person.. Seines Zeichens ist Liesel aus dem Erzgebirge und hat ein eigenes Blog. Er ist Ex-Wikipedia-Admin, heute nur noch in sinnvollen Wikipedia-Bereichen aktiv, Mitglied in geschlossenen Gesellschaften, in der Lage Satzungen zu lesen und zu verstehen, und vor allem kennt er jeden Zug und jede Bahnstrecke nördlich des Nils. Ob er heimatbezogen Weihnachtsfiguren schnitzen kann, weiß ich nicht, aber vielleicht erfahren wir das noch. Dafür hörte ich, dass Traktoren an Liesels Wohnstätte vorbeifahren, was natürlich hier eine wichtige Schlüsselqualifikation ist. Liesel wird den Januar und, um den Monat voll zu machen, noch die ersten Tage des Februars bei uns sein.
Von mir angefragt ist, und prinzipiell schon zugesagt hat, Frank Schulenburg. Das könnte schon alles klar sein, ist aber an meiner unorganisierheit gescheitert. Eine ausführliche Vorstellung kommt, sobald die Details klar sind,
Wobei ich hier natürlich expandieren will: mehr! mehr! mehr! Die Anforderungen sind simpel aber tückisch: Ich muss den Blogger für persönlich integer halten, und für in der Lage, mich zu unterhalten und zu informieren.
Nur ein kleiner Hinweis: hier gibt es super Leserinnen. Eine von ihnen ist lyzzy, die die Idee zu einem öffentlichen Kommentar-RSS-Feed bei Iberty hatte. Und Voila, nach einem kurzen aber intensiven Kampf gegen die Technik habe ich all meine Hacker-Skillz erschöpft -> links oben ist jetzt ein netter kleiner Kommentar-abonnieren-Knopf.
Nur ein kleiner Hinweis: hier gibt es super Leserinnen. Eine von ihnen ist lyzzy, die die Idee zu einem öffentlichen Kommentar-RSS-Feed bei Iberty hatte. Und Voila, nach einem kurzen aber intensiven Kampf gegen die Technik habe ich all meine Hacker-Skillz erschöpft -> links oben ist jetzt ein netter kleiner Kommentar-abonnieren-Knopf.
Dabei ist das Geld-Posting, wie auch einige Andere, noch lautes Nachdenken. Irgendwas läuft sehr schief im Lande Wiki(p/m)edia. Und weil ich ja doch versuche mein Weltbild weitgehend frei von Superbösewichtern zu halten, scheint etwas so aus der Rolle zu laufen, ohne dass dies jemand will. Noch bin ich auf der Suche, was genau, aber auf jeden Fall scheine ich auf einen Nerv getreten.
Glaubt man den Kommentaren, scheinen besonders Gundula und Klaus Peter noch nicht ganz glücklich zu sein, und werfen mir vor Werd' mal konkret mit deiner Kritik und fabuliere nicht so viel rum.
Vielleicht gelingt es mir ja besser, mein Grundunbehagen deutlich zu machen, indem ich eine art Fabel erzähle:
Es war einmal ein neues Tierheim. In dem kümmerten sich viele Freiwillige um kleine und halb verhungerte Tiere. Sie versuchten dabei ganz neue Ansätze, spielten anders mit den Tieren, ließen jeden mitmachen und nahmen jedes Tier auf, das sie fanden. Weil aber das Tierheim nicht den behördlichen Vorgaben entsprach, gab es keinerlei Geld, sondern die Helfer mussten Gebäude selber errichten, die Tiere selber füttern, und wenn ein Tier zum Arzt musste, so fand sich immer jemand, der es aus eigener Tasche bezahlte.
Nun war aber dieses Tierheim sehr innovativ und gönnte Tieren bis dahin ungeahnten Freiraum und Beschäftigung. In erstaunlichem Tempo entwickelten sich die halbkranken und ausgehungerten Tiere zu prächtigen Exemplaren, spielten, kuschelten, und sprangen fröhlich herum. Allüberall über die Lande erregte es großes Aufsehen, die Leute strömten zu Scharen und wollten helfen.
So gab es einige engagierte Helfer aus dem Tierheim, die einen Verein zur Förderung innovativer Tierpflege gründeten. Dieser siedelte sich auf dem Gelände des Tierheims an, sein Büro regelte praktischerweise alle Belange des Heims, und alle Leute, die für das Heim spenden wollten, wurden an diesen Verein verwiesen. Das Büro betreute mal dieser und mal jeder, wer gerade Zeit hatte.
Nun gingen die Jahre ins Land. War das "Büro" ursprünglich ein Telefon in einer Ecke gewesen, so saß es nun in einem nagelneuen Anbau. Hatte anfangs mal dieser und mal jener das Telefon betreut, war nun die Tür abgeschlossen. Nur ab und zu drangen Gesprächsfetzen heraus. Immer wieder sah man Personen dort herumlaufen, die noch nie das Tierheim von innen gesehen haben. Gerüchteweise wären einige davon nicht mal in der Lage, einen Hund von einem Hamster zu unterscheiden.
Und während sich der Verein jedes Jahr, wenn es kalt war und fror, vor das Heim stellte, und mit Bildern trauriger Hunde Geld einsammelte, so weiß doch niemand genau wo dieses Geld bleibt. Während die Büros wachsen, und wachsen, und blinken, die Ausstattung immer erneuert wird und der Verein Gäste bewirtet, leeren sich im Heim langsam die Reihen. Im Tröpfchentempo verlassen die Tierpfleger die Hallen. Nur ab und zu kommt noch jemand dazu, mit Hunden oder Katzen zu spielen. Während aus dem Büro Gesprächsfetzen klingen wie "Projekt: Drachenfliegen für Terrier", fliegt mal wieder ein Helfer beim Tierarzt raus, weil er nicht mehr alle Rechnungen alleine zahlen kann. Die Ställe sind diesselben wie vor vielen Jahren, nur etwas verrotteter. Das Futter bleibt dasselbe, nur etwas fader. Und während das Heim so seinen Trott entlang geht, jedes Jahre in bißchen müder, jedes Jahr ein bißchen abgenutzter, lässt der Verein einen Bus quer über die Lande fahren, der die Wunder des innovativen Tierheims der Welt erklärt.
Und wenn sich einige zu Wundern beginnen, ob es denn nicht sinnvoller wäre, mehr Geld in Tierspielzeug und weniger in Busfahrassistenten zu investieren, kommt zur Antwort:
16 (oder mtwg. 17) Mitarbeiter in den Büros haben durchaus ihre Berechtigung - wobei wahrscheinlich nicht mal die Hälfte davon Vollzeitkräfte sind. Bsp.: Erst mit die traurigen Hundefotos können (konnten) so viel Spenden eingenommen werden, womit wiederum ein Busfahrassistent bezahlt werden kann, der wiederum die mediale Aufmerksamkeit den innovativen Tierschutzgedanken sinnvoll lenken kann. Diese Aufmerksamkeit wird sich wahrscheinlich wieder durch verstärkte Anrufe & Mails bemerkbar machen, womit die Büroleitung wiederum ihre Berechtigung hat.
Im Heim versucht derweil eine Katze einem verfledderten Ballfragment wenigstens noch ein bißchen Spaß zu entlocken.
Dabei ist das Geld-Posting, wie auch einige Andere, noch lautes Nachdenken. Irgendwas läuft sehr schief im Lande Wiki(p/m)edia. Und weil ich ja doch versuche mein Weltbild weitgehend frei von Superbösewichtern zu halten, scheint etwas so aus der Rolle zu laufen, ohne dass dies jemand will. Noch bin ich auf der Suche, was genau, aber auf jeden Fall scheine ich auf einen Nerv getreten.
Glaubt man den Kommentaren, scheinen besonders Gundula und Klaus Peter noch nicht ganz glücklich zu sein, und werfen mir vor Werd' mal konkret mit deiner Kritik und fabuliere nicht so viel rum.
Vielleicht gelingt es mir ja besser, mein Grundunbehagen deutlich zu machen, indem ich eine art Fabel erzähle:
Es war einmal ein neues Tierheim. In dem kümmerten sich viele Freiwillige um kleine und halb verhungerte Tiere. Sie versuchten dabei ganz neue Ansätze, spielten anders mit den Tieren, ließen jeden mitmachen und nahmen jedes Tier auf, das sie fanden. Weil aber das Tierheim nicht den behördlichen Vorgaben entsprach, gab es keinerlei Geld, sondern die Helfer mussten Gebäude selber errichten, die Tiere selber füttern, und wenn ein Tier zum Arzt musste, so fand sich immer jemand, der es aus eigener Tasche bezahlte.
Nun war aber dieses Tierheim sehr innovativ und gönnte Tieren bis dahin ungeahnten Freiraum und Beschäftigung. In erstaunlichem Tempo entwickelten sich die halbkranken und ausgehungerten Tiere zu prächtigen Exemplaren, spielten, kuschelten, und sprangen fröhlich herum. Allüberall über die Lande erregte es großes Aufsehen, die Leute strömten zu Scharen und wollten helfen.
So gab es einige engagierte Helfer aus dem Tierheim, die einen Verein zur Förderung innovativer Tierpflege gründeten. Dieser siedelte sich auf dem Gelände des Tierheims an, sein Büro regelte praktischerweise alle Belange des Heims, und alle Leute, die für das Heim spenden wollten, wurden an diesen Verein verwiesen. Das Büro betreute mal dieser und mal jeder, wer gerade Zeit hatte.
Nun gingen die Jahre ins Land. War das "Büro" ursprünglich ein Telefon in einer Ecke gewesen, so saß es nun in einem nagelneuen Anbau. Hatte anfangs mal dieser und mal jener das Telefon betreut, war nun die Tür abgeschlossen. Nur ab und zu drangen Gesprächsfetzen heraus. Immer wieder sah man Personen dort herumlaufen, die noch nie das Tierheim von innen gesehen haben. Gerüchteweise wären einige davon nicht mal in der Lage, einen Hund von einem Hamster zu unterscheiden.
Und während sich der Verein jedes Jahr, wenn es kalt war und fror, vor das Heim stellte, und mit Bildern trauriger Hunde Geld einsammelte, so weiß doch niemand genau wo dieses Geld bleibt. Während die Büros wachsen, und wachsen, und blinken, die Ausstattung immer erneuert wird und der Verein Gäste bewirtet, leeren sich im Heim langsam die Reihen. Im Tröpfchentempo verlassen die Tierpfleger die Hallen. Nur ab und zu kommt noch jemand dazu, mit Hunden oder Katzen zu spielen. Während aus dem Büro Gesprächsfetzen klingen wie "Projekt: Drachenfliegen für Terrier", fliegt mal wieder ein Helfer beim Tierarzt raus, weil er nicht mehr alle Rechnungen alleine zahlen kann. Die Ställe sind diesselben wie vor vielen Jahren, nur etwas verrotteter. Das Futter bleibt dasselbe, nur etwas fader. Und während das Heim so seinen Trott entlang geht, jedes Jahre in bißchen müder, jedes Jahr ein bißchen abgenutzter, lässt der Verein einen Bus quer über die Lande fahren, der die Wunder des innovativen Tierheims der Welt erklärt.
Und wenn sich einige zu Wundern beginnen, ob es denn nicht sinnvoller wäre, mehr Geld in Tierspielzeug und weniger in Busfahrassistenten zu investieren, kommt zur Antwort:
16 (oder mtwg. 17) Mitarbeiter in den Büros haben durchaus ihre Berechtigung - wobei wahrscheinlich nicht mal die Hälfte davon Vollzeitkräfte sind. Bsp.: Erst mit die traurigen Hundefotos können (konnten) so viel Spenden eingenommen werden, womit wiederum ein Busfahrassistent bezahlt werden kann, der wiederum die mediale Aufmerksamkeit den innovativen Tierschutzgedanken sinnvoll lenken kann. Diese Aufmerksamkeit wird sich wahrscheinlich wieder durch verstärkte Anrufe & Mails bemerkbar machen, womit die Büroleitung wiederum ihre Berechtigung hat.
Im Heim versucht derweil eine Katze einem verfledderten Ballfragment wenigstens noch ein bißchen Spaß zu entlocken.
10 Jahre innovativer Tierschutz. Ungefähr eine Fabel.
Southpark hat mich gebeten, mal etwas zu den beiden Satzungsentwürfe für Wikimedia Deutschland zu schreiben. Ich gehe jetzt mal nur auf die geplanten Änderungen ein. Ob die bisherige Satzung noch irgendwelche Haken hat die weiterbestehen, soll mich nicht weiter interessieren.
Wichtigster Punkt der Satzungsänderung die Übertragung der Funktion des BGB-Vorstandes auf den bisherigen Geschäftsführer. Damit verbunden ist eine Erweiterung der Rechte und Pflichten (insbesonders der haftungsrechtlichen) des bisherigen Geschäftsführers.
Die meisten Funktionen des bisherigen Vorstand werden auf das neue Organ "Präsidium" übertragen.
Mit der Satzungsänderung gehen einige kleinere und größere Änderungen einher. Die kleinen Änderungen betreffen den § 5 (Mitgliedschaft), hier wird wie dem Präsidium ein Mitspracherecht eingeräumt. Die Mitgliederversammlung (§ 8) wird durch das Präsidium einberufen.
Eine wichtige Änderung betrifft die Rechte der Mitgliederversammlung. Diese erhält die Aufgabe den Wirtschaftsplan zu beschließen. Damit haben die einzelnen Mitglieder mehr Mitspracherecht bei der Verwendung der Spendenmittel. Infolgedessen ist aber mindestens eine Mitgliederversammlung am Jahresende bzw. am Jahresanfang durchzuführen, um für das nächste Jahr den Plan zu beschließen.
Im neuen Präsidium wird die Zahl der Stellvertreter auf zwei erhöht. An der Gesamtzahl der Mitglieder ändert sich nichts. Es gibt in der Satzung keine Anforderungen bzw. Rechte und Pflichten an die Position des Schatzmeisters. Auch gibt es keine gesetzlichen Anforderungen an eine solche Position. Somit liegt es einzig in der Person des Gewählten, inwieweit er diese Funktion ausfüllt. Die Position des Schriftführers wurde gestrichen.
Im Entwurf ist vorgesehen, dass die Amtszeit der Präsidiums auf zwei Jahre festgelegt. Bisher gab es dazu keine Regelung. Eine zweijährige Amtszeit bietet zwar die Möglichkeit einer kontinuierlichen Arbeitsweise, hat aber den Nachteil, dass es der Mitgliederversammlung erschwert wird, auf laufende Entwicklungen zu reagieren.
Gegenüber der bisherigen Satzung werden erstmals die Aufgaben des Präsidiums festgeschrieben. Dies ist auch deshalb wichtig um eine Aufgabenabgrenzung zum Vorstand zu gewährleisten. Interessant hierbei ist der Punkt: "Die strategische Ausrichtung des Vereins fortzuschreiben und Zielvorgaben für den Vorstand zu formulieren..." Dieser Punkt ist insoweit bedenklich, da hier das Präsidium in seiner zweijährigen Amtszeit die Möglichkeit hat den Verein in eine Richtung zu steuern, die nicht den Zielen der Mehrheit der Mitglieder entsprechen muss. Vor allem die strategische Ausrichtung des Vereins als zentraler Kernpunkt der Mitgliederaktivitäten sollte zu den Kernkompetenzen der Mitgliederversammlung gehören.
Weiterhin hat das Präsidium das Recht Änderungen des Wirtschaftsplanes zu beschließen. Im Rahmen einer effizienten Betriebsführung ist dies durchaus angebracht. Jedoch besteht die Gefahr, dass dadurch das Beschlussrechtes der Mitgliederversammlung zum Wirtschaftsplan weitgehend ausgehöhlt wird. Wenn man schon nicht für jede Änderung des Planes eine MV einberufen will, sollte man zumindest entsprechende Informationspflichten einführen, um den Mitgliedern vor Beschluss durch das Präsidium die Möglichkeit zur Stellungnahme zu bieten.
Neu in den Entwurf aufgenommen wurde der § 12 der die Rechte und Pflichten des Vorstandes regelt. Es wird keine feste Anzahl von Personen festgeschrieben. Entsprechend der Größe des Vereins oder anderer Anforderungen können somit problemlos mehrere Personen als Vorstand bestellt werden. Die einzelnen dem Vorstand übertragenen Aufgaben sind im Rahmen einer wirtschaftlichen Aufgabenerfüllung sinnvoll. Außerdem wird gleichzeitig festgelegt, dass der Vorstand nicht Mitglied des Präsidiums sein darf. Somit ist eine personelle Trennung zwischen dem ausführenden Organ und dem überwachenden Organ gewährleistet.
Interessehalber sei daraufhingeweisen, dass die Bestellung zum Vorstand unabhängig vom Arbeitsvertrag erfolgt. Dies sind zwei verschiedene Rechtsgeschäfte.
Neu aufgenommen wurde weiterhin in § 13 (Kassenprüfer) das Recht der Kassenprüfer eine außerordentliche Mitgliederversammlung einzuberufen. Damit kann bei eventuellen Prüfungsfeststellungen zeitnah und unabhängig von Präsidium und Vorstand reagiert werden. Die Wahl zwei stellvertretender Kassenprüfer stellt die kontinuierliche der Prüfer Arbeit sicher.
Der Entwurf wurde als Alternative zum Entwurf der Arbeitsgruppe erstellt.
Im Gegensatz zum obigen Entwurf wird der bisherige Vorstand zukünftig als Aufsichtsrat bezeichnet.
Bei der Vereinsmitgliedschaft (§ 3) ist keine Änderung vorgesehen. Somit besteht keinerlei Mitspracherecht des Aufsichtsrates. Der Vorstand kann in alleiniger Zuständigkeit über Aufnahme und Ausschluss eines Mitgliedes entscheiden.
Auch in diesem Entwurf wird der Wirtschaftsplan des Vereines von der Mitgliederversammlung beschlossen. Zusätzlich ist eine Entlastung der Kassenprüfer vorgesehen. Dazu weiter unten mehr.
In diesem Satzungsentwurf wird der Aufsichtsrat (§ 10) auf drei Personen reduziert, denen feste Aufgaben zugewiesen werden. Die Amtszeit dauert drei Jahre wobei die Wahl auf die einzelnen Positionen zeitlich um ein Jahr versetzt stattfindet. Durch diese Regelung wird einerseits eine kontinuierliche Arbeit in einer Position gewährleistet und andererseits sichergestellt, dass eine regelmäßige Erneuerung des Gremiums stattfindet. Nachteilig wirkt sich jedoch aus, dass den Personen feste Aufgaben zugewiesen sind, so dass u. U. eine Fehlbesetzung erst nach Ablauf der Wahlperiode korrigiert werden kann. Weiterhin schreibt die Satzung vor, dass zwischen zwei Amtszeiten mindestens zwei Jahre Pause liegen sollen. Diese Regelung beugt ein Festsetzen von Personen auf bestimmten Ämter vor. Anderseits kann sich dies unter Umständen nachteilig auf die Kontaktpflege des Aufsichtsrates auswirken. Hier wird in Zukunft dem Vorstand (bzw. der Geschäftsstelle) eine stärkeres Gewicht zufallen, da dieser das kontinuierliche Element im Verein darstellt. Auch kann es dazu führen, dass Aufsichtsräte gegen Ende ihrer Amtszeit ihre persönliche Initiative im Verein reduzieren. Dies kann zu einer Mehrbelastung der anderen beiden Aufsichtsräte bzw. einem weitgehenden Stillstand der Aufsichtsratstätigkeit führen.
Zusätzlich zum Entwurf der Arbeitsgruppe hat der Aufsichtsrat den Wirtschaftsplan und den Jahresabschluss vor der Vorlage in der Mitgliederversammlung zu beschließen. Der Aufsichtsrat erhält das Recht über die Durchführung von Projekten zu beschließen und die Pflicht zur Kontrolle der Projektförderung. Außerdem wird der Aufsichtsrat verpflichtet, Projekte in Bezug auf die Kosten-Nutzen-Relation, die Nachhaltigkeit und die Zweckmäßigkeit zu prüfen. Jedes Aufsichtsratsmitglied hat jährlich einen umfassenden Rechenschaftsbericht abzuliefern. Dem Schatzmeister wird bei finanziellen Angelegenheit ein Vetorecht eingeräumt. Es gibt jedoch keinerlei weitere inhaltliche Vorgaben oder Voraussetzungen an die Position des Schatzmeisters. Die Geschäftsordnung des Aufsichtsrates ist durch die Mitgliederversammlung zu beschließen.
Der Vorstand (§ 12) muss aus mindestens zwei Personen bestehen. Entsprechend der Aufgaben eines Vorstandes ist hier mit zusätzlichen Kosten zur bisherigen Situation zu rechnen, da man keine zwei Vorstände zum Gehalt eines Vorstandes (wie bisher als Geschäftsführer) bekommt.
Es werden gegenüber dem Vorschlag der Arbeitsgruppe wesentlich mehr Aufgaben von der Zustimmung des Aufsichtsrates abhängig gemacht. So die Gewährung von Darlehen, der Abschluss von Werk- und Dienstverträgen, Abschluss von finanzielle bedeutsamen Verträgen.Die Vorstände sind zur Rechenschaft gegenüber der Mitgliederversammlung verpflichtet. Die Vorstände sind zur Rechenschaft gegenüber der Mitgliederversammlung verpflichtet.
In diesem Paragrafen ist außerdem der Inhalt des Wirtschaftsplanes geregelt, dessen Aufstellung zu den Pflichten des Vorstandes zählt. Hier wäre ein einzelner Paragraf sinnvoll, wenn man es denn schon für erforderlich hält diesen Punkt inhaltlich in der Satzung festzulegen.
Die Funktion des Kassenprüfers (§ 13) erfährt eine umfangreiche Aufwertung. Entsprechend des Satzungsentwurfes bekommen die Kassenprüfer zukünftig umfangreiche Prüfungspflichten auferlegt. Neben der Kontrolle und Prüfung der Rechnungsbelege, Wirtschaftspläne, Jahresabschlüsse, Zahlungsflüsse, Mittelverwendung müssen sie regelmäßig an den Aufsichtsrat berichten und einen jährlichen Rechenschaftsbericht vorlegen. Es ist vorgeschrieben, dass die Kassenprüfer monatlich tagen. Da die Kassenprüfer durch die Mitgliederversammlung entlastet werden müssen, besteht hier auch ein zusätzlicher Kontrolldruck durch die Vereinsmitglieder. In der Satzung sind die Anforderungen an diese Position (Personen mit besonderen fachlichen Qualifikationen und Erfahrungen) festgehalten. Außerdem ist detailliert geregelt unter welchen Umständen die Kassenprüfer eine außerordentliche Mitgliederversammlung einberufen müssen.
Die Menge der Aufgaben macht deutlich, dass die Aufgabe des Kassenprüfers eine umfangreiche und verantwortungsvolle ehrenamtliche Tätigkeit ist. Im Vergleich zu den anderen Gremien handelt es sich wahrscheinlich um die bedeutenste Funktion im Satzungentwurf. Der Zeitaufwand der für diese Aufgabe notwendig ist, schätze ich als sehr hoch ein. Unter 5 Stunden in der Woche wird es wohl nicht abgehen. So eine Funktion kann also nur jemand ausüben, der sich in räumlicher Nähe zur Geschäftsstelle befindet und die entsprechenden zeitlichen Freiräume hat. Angesichts dessen halte ich es für illusorisch, dass hier langfristig die Positionen adequat besetzt und ausgefüllt werden können. Vor allem wenn man bedenkt, dass es sich angesichts der Verantwortung (auch gegenüber der Mitgliederversammlung) um eine unbezahlte ehrenamtliche Tätigkeit handelt.
Wenn man schon meint intensive Prüfungsvorgaben aufstellen zu müssen, wäre es effektiver ein Wirtschaftsprüfungsbüro mit der Prüfung zu beauftragen. Damit wäre eine gleichbleibende qualitative Arbeitsweise sichergestellt.
Auch sollte sich jeder Kandidat für die Position eines Kassenprüfers Gedanken machen, ob er das haftungsrechtliche Risiko eingehen will. Auf Grund des Aufgabenkataloges kann es ein leichtes sein, einem Kassenprüfer eine fehlerhaftes Verhalten nachzuweisen. Eine Haftungsbeschränkung wie bei den anderen Vereinsgremien erfolgt nicht.
Eine weitere Neuerung des Vorschlages ist die Schaffung eines Gutachtergremiums (§ 14). Das Gremium ist für die Prüfung von Förderprojekten und -programmen zuständig. Es gibt dazu ein Votum ab, dass schriftlich begründet sein muss und umfassend zu Nachhaltigkeit, Durchführbarkeit, wirtschaftlicher Mittelverwendung, Zweckmäßigkeit der Projekte und deren Förderfähigkeit im Sinne der Satzung Stellung nimmt. Außerdem werden vom Gutachtergremium Förderrichtlinien vorgeschlagen.
Das Gutachtergremium wird eine gewisse Anlaufzeit benötigen, um überhaupt tätig zu werden. So ist nach der Wahl der Mitglieder eine Geschäftsordnung aufzustellen und durch eine Mitgliederversammlung beschließen zu lassen. Außerdem sind vom Gremium die Förderrichtlinien zu erstellen. Die Förderrichtlinien müssen die Möglichkeit einer öffentlichen Diskussion der Projekte enthalten. Ich rechne mal positiv damit, dass es mindestens ein dreiviertel Jahr nach der erstmaligen Wahl eines Gutachtergremiums dauert, bis ein erstes Votum erstellt wird.
Überhaupt nicht geregelt ist jedoch, inwieweit dieses Votum vom Aufsichtsrat für seine Förderentscheidungen beachtet werden muss. Wie sieht es aus, wenn sich die Meinungen zu einem Projekt zwischen der Meinung der Gemeinschaft und dem Gutachtergremium konträr unterscheiden? Der Vorschlag geht außerdem davon aus, dass im Rahmen des Begutachtungsprozesses eine öffentliche Diskussion stattfindet. Entsprechend der bisherigen Erfahrung in der Wikipedia (bzw. auf diversen Mailinglisten) lässt vermuten, dass der Kreis der Diskutierenden relativ klein bleibt (max 10-15) und eher auf der persönlichen als auf der sachlichen Ebene geführt wird.
Da das Gutachtergremium auch die Förderrichtlinien aufstellt, stellt sich die Frage ob sich ein Gremium an die Richtlinien des vorherigen Gremiums zu halten hat oder ob es neue aufstellen muss.
Insbesonders in der ungeklärten Zuständigkeitsproblematik zwischen Aufsichtrat und Gutachtergremium sehe ich ein Konfliktpotential. Bei einem starken Gutachtergremium wird die Vereinspolitik vor allem durch die entsprechenden Förderrichtlinien und die dann mit den entsprechenden Voten versehenen Projekten und Programmen gestaltet. Der Aufsichtsrat nickt dann diese nur noch ab. Der Aufsichtsrat hat dann überwiegend repräsentative Zwecke und rein adminstrative Aufgaben. Eine gestalterische Aufgabenwahrnehmung erfolgt nur noch in geringerem Maße.
Gibt es einen starken Aufsichtsrat, der sich auch mehrfach über die Voten des Gutachtergremiums hinwegsetzt, kann es zu Auflösungserscheinungen innerhalb des Gremiums kommen. Keiner hat Lust sich die Zeit um die Ohren zu schlagen, um dann feststellen zu müssen, dass seine Arbeit ignoriert wird.
Zusammenfassung
Keine der Satzungsänderungen schafft es sicherzustellen, dass ein Großteil der eingenommenen Spenden zeitnah und direkt in die Wikimedia-Projekte fließt. Zwar wird der Wirtschaftsplan von der Mitgliederversammlung beschlossen, aber am Jahresanfang ist in den wenigsten Fällen das gesamte Budget verplant. Außerdem kann im Laufe des Jahres der Wirtschaftsplan verändert werden, ohne dass ein Beschluss der Mitgliederversammlung erfolgt.
Der Vorschlag der Arbeitsgruppe erreicht vor allem in haftungsrechtlicher Hinsicht eine Verbesserung, indem der Geschäftsführer als zukünftiger Vorstand die Haftung für den Verein schultern muss. Für die Verlängerung der Amtszeit des Präsidiums gibt es keine Notwendigkeit. Ansonsten ist es eine Weiterentwicklung der bisherigen Satzung ohne größere Veränderungen.
Der Vorschlag von Olaf Simons legt neben der haftungsrechtlichen Verbesserung ein Augenmerk auf vielfältige Kontroll- und Überwachungspflichten der einzelnen Gremien. Insbesonders dem stark verkleinerten Aufsichtsrat sowie den Kassenprüfern werden umfangreiche Kontroll- und Prüfungspflichten auferlegt, die weit über das bisherige Maß und den bisherigen Zeitrahmen hinausgehen. Durch die Schaffung des Gutachtergremiums wird versucht eine fachliche Prüfungsstelle für eingereichte Projektvorschläge zu schaffen. Dadurch soll eine größtmögliche Transparenz erreicht werden. Dies ist jedoch verbunden mit einer Steigerung des Arbeitsaufwandes und der Bürokratisierung der Vereinstätigkeit. Angesichts der großen Veränderungen auf Grund dieses Entwurfes ist nicht absehbar, wie sich eine Umsetzung auf den Verein auswirkt. Im ungünstigsten Falle könnte eine extreme Lähmung aller Vereinsaktivitäten eintreten, da kaum noch jemand die Verantwortung für eine bestimmte Position oder ein Projekt übernehmen will.
Southpark hat mich gebeten, mal etwas zu den beiden Satzungsentwürfe für Wikimedia Deutschland zu schreiben. Ich gehe jetzt mal nur auf die geplanten Änderungen ein. Ob die bisherige Satzung noch irgendwelche Haken hat die weiterbestehen, soll mich nicht weiter interessieren.
Wichtigster Punkt der Satzungsänderung die Übertragung der Funktion des BGB-Vorstandes auf den bisherigen Geschäftsführer. Damit verbunden ist eine Erweiterung der Rechte und Pflichten (insbesonders der haftungsrechtlichen) des bisherigen Geschäftsführers.
Die meisten Funktionen des bisherigen Vorstand werden auf das neue Organ "Präsidium" übertragen.
Mit der Satzungsänderung gehen einige kleinere und größere Änderungen einher. Die kleinen Änderungen betreffen den § 5 (Mitgliedschaft), hier wird wie dem Präsidium ein Mitspracherecht eingeräumt. Die Mitgliederversammlung (§ 8) wird durch das Präsidium einberufen.
Eine wichtige Änderung betrifft die Rechte der Mitgliederversammlung. Diese erhält die Aufgabe den Wirtschaftsplan zu beschließen. Damit haben die einzelnen Mitglieder mehr Mitspracherecht bei der Verwendung der Spendenmittel. Infolgedessen ist aber mindestens eine Mitgliederversammlung am Jahresende bzw. am Jahresanfang durchzuführen, um für das nächste Jahr den Plan zu beschließen.
Im neuen Präsidium wird die Zahl der Stellvertreter auf zwei erhöht. An der Gesamtzahl der Mitglieder ändert sich nichts. Es gibt in der Satzung keine Anforderungen bzw. Rechte und Pflichten an die Position des Schatzmeisters. Auch gibt es keine gesetzlichen Anforderungen an eine solche Position. Somit liegt es einzig in der Person des Gewählten, inwieweit er diese Funktion ausfüllt. Die Position des Schriftführers wurde gestrichen.
Im Entwurf ist vorgesehen, dass die Amtszeit der Präsidiums auf zwei Jahre festgelegt. Bisher gab es dazu keine Regelung. Eine zweijährige Amtszeit bietet zwar die Möglichkeit einer kontinuierlichen Arbeitsweise, hat aber den Nachteil, dass es der Mitgliederversammlung erschwert wird, auf laufende Entwicklungen zu reagieren.
Gegenüber der bisherigen Satzung werden erstmals die Aufgaben des Präsidiums festgeschrieben. Dies ist auch deshalb wichtig um eine Aufgabenabgrenzung zum Vorstand zu gewährleisten. Interessant hierbei ist der Punkt: "Die strategische Ausrichtung des Vereins fortzuschreiben und Zielvorgaben für den Vorstand zu formulieren..." Dieser Punkt ist insoweit bedenklich, da hier das Präsidium in seiner zweijährigen Amtszeit die Möglichkeit hat den Verein in eine Richtung zu steuern, die nicht den Zielen der Mehrheit der Mitglieder entsprechen muss. Vor allem die strategische Ausrichtung des Vereins als zentraler Kernpunkt der Mitgliederaktivitäten sollte zu den Kernkompetenzen der Mitgliederversammlung gehören.
Weiterhin hat das Präsidium das Recht Änderungen des Wirtschaftsplanes zu beschließen. Im Rahmen einer effizienten Betriebsführung ist dies durchaus angebracht. Jedoch besteht die Gefahr, dass dadurch das Beschlussrechtes der Mitgliederversammlung zum Wirtschaftsplan weitgehend ausgehöhlt wird. Wenn man schon nicht für jede Änderung des Planes eine MV einberufen will, sollte man zumindest entsprechende Informationspflichten einführen, um den Mitgliedern vor Beschluss durch das Präsidium die Möglichkeit zur Stellungnahme zu bieten.
Neu in den Entwurf aufgenommen wurde der § 12 der die Rechte und Pflichten des Vorstandes regelt. Es wird keine feste Anzahl von Personen festgeschrieben. Entsprechend der Größe des Vereins oder anderer Anforderungen können somit problemlos mehrere Personen als Vorstand bestellt werden. Die einzelnen dem Vorstand übertragenen Aufgaben sind im Rahmen einer wirtschaftlichen Aufgabenerfüllung sinnvoll. Außerdem wird gleichzeitig festgelegt, dass der Vorstand nicht Mitglied des Präsidiums sein darf. Somit ist eine personelle Trennung zwischen dem ausführenden Organ und dem überwachenden Organ gewährleistet.
Interessehalber sei daraufhingeweisen, dass die Bestellung zum Vorstand unabhängig vom Arbeitsvertrag erfolgt. Dies sind zwei verschiedene Rechtsgeschäfte.
Neu aufgenommen wurde weiterhin in § 13 (Kassenprüfer) das Recht der Kassenprüfer eine außerordentliche Mitgliederversammlung einzuberufen. Damit kann bei eventuellen Prüfungsfeststellungen zeitnah und unabhängig von Präsidium und Vorstand reagiert werden. Die Wahl zwei stellvertretender Kassenprüfer stellt die kontinuierliche der Prüfer Arbeit sicher.
Der Entwurf wurde als Alternative zum Entwurf der Arbeitsgruppe erstellt.
Im Gegensatz zum obigen Entwurf wird der bisherige Vorstand zukünftig als Aufsichtsrat bezeichnet.
Bei der Vereinsmitgliedschaft (§ 3) ist keine Änderung vorgesehen. Somit besteht keinerlei Mitspracherecht des Aufsichtsrates. Der Vorstand kann in alleiniger Zuständigkeit über Aufnahme und Ausschluss eines Mitgliedes entscheiden.
Auch in diesem Entwurf wird der Wirtschaftsplan des Vereines von der Mitgliederversammlung beschlossen. Zusätzlich ist eine Entlastung der Kassenprüfer vorgesehen. Dazu weiter unten mehr.
In diesem Satzungsentwurf wird der Aufsichtsrat (§ 10) auf drei Personen reduziert, denen feste Aufgaben zugewiesen werden. Die Amtszeit dauert drei Jahre wobei die Wahl auf die einzelnen Positionen zeitlich um ein Jahr versetzt stattfindet. Durch diese Regelung wird einerseits eine kontinuierliche Arbeit in einer Position gewährleistet und andererseits sichergestellt, dass eine regelmäßige Erneuerung des Gremiums stattfindet. Nachteilig wirkt sich jedoch aus, dass den Personen feste Aufgaben zugewiesen sind, so dass u. U. eine Fehlbesetzung erst nach Ablauf der Wahlperiode korrigiert werden kann. Weiterhin schreibt die Satzung vor, dass zwischen zwei Amtszeiten mindestens zwei Jahre Pause liegen sollen. Diese Regelung beugt ein Festsetzen von Personen auf bestimmten Ämter vor. Anderseits kann sich dies unter Umständen nachteilig auf die Kontaktpflege des Aufsichtsrates auswirken. Hier wird in Zukunft dem Vorstand (bzw. der Geschäftsstelle) eine stärkeres Gewicht zufallen, da dieser das kontinuierliche Element im Verein darstellt. Auch kann es dazu führen, dass Aufsichtsräte gegen Ende ihrer Amtszeit ihre persönliche Initiative im Verein reduzieren. Dies kann zu einer Mehrbelastung der anderen beiden Aufsichtsräte bzw. einem weitgehenden Stillstand der Aufsichtsratstätigkeit führen.
Zusätzlich zum Entwurf der Arbeitsgruppe hat der Aufsichtsrat den Wirtschaftsplan und den Jahresabschluss vor der Vorlage in der Mitgliederversammlung zu beschließen. Der Aufsichtsrat erhält das Recht über die Durchführung von Projekten zu beschließen und die Pflicht zur Kontrolle der Projektförderung. Außerdem wird der Aufsichtsrat verpflichtet, Projekte in Bezug auf die Kosten-Nutzen-Relation, die Nachhaltigkeit und die Zweckmäßigkeit zu prüfen. Jedes Aufsichtsratsmitglied hat jährlich einen umfassenden Rechenschaftsbericht abzuliefern. Dem Schatzmeister wird bei finanziellen Angelegenheit ein Vetorecht eingeräumt. Es gibt jedoch keinerlei weitere inhaltliche Vorgaben oder Voraussetzungen an die Position des Schatzmeisters. Die Geschäftsordnung des Aufsichtsrates ist durch die Mitgliederversammlung zu beschließen.
Der Vorstand (§ 12) muss aus mindestens zwei Personen bestehen. Entsprechend der Aufgaben eines Vorstandes ist hier mit zusätzlichen Kosten zur bisherigen Situation zu rechnen, da man keine zwei Vorstände zum Gehalt eines Vorstandes (wie bisher als Geschäftsführer) bekommt.
Es werden gegenüber dem Vorschlag der Arbeitsgruppe wesentlich mehr Aufgaben von der Zustimmung des Aufsichtsrates abhängig gemacht. So die Gewährung von Darlehen, der Abschluss von Werk- und Dienstverträgen, Abschluss von finanzielle bedeutsamen Verträgen.Die Vorstände sind zur Rechenschaft gegenüber der Mitgliederversammlung verpflichtet. Die Vorstände sind zur Rechenschaft gegenüber der Mitgliederversammlung verpflichtet.
In diesem Paragrafen ist außerdem der Inhalt des Wirtschaftsplanes geregelt, dessen Aufstellung zu den Pflichten des Vorstandes zählt. Hier wäre ein einzelner Paragraf sinnvoll, wenn man es denn schon für erforderlich hält diesen Punkt inhaltlich in der Satzung festzulegen.
Die Funktion des Kassenprüfers (§ 13) erfährt eine umfangreiche Aufwertung. Entsprechend des Satzungsentwurfes bekommen die Kassenprüfer zukünftig umfangreiche Prüfungspflichten auferlegt. Neben der Kontrolle und Prüfung der Rechnungsbelege, Wirtschaftspläne, Jahresabschlüsse, Zahlungsflüsse, Mittelverwendung müssen sie regelmäßig an den Aufsichtsrat berichten und einen jährlichen Rechenschaftsbericht vorlegen. Es ist vorgeschrieben, dass die Kassenprüfer monatlich tagen. Da die Kassenprüfer durch die Mitgliederversammlung entlastet werden müssen, besteht hier auch ein zusätzlicher Kontrolldruck durch die Vereinsmitglieder. In der Satzung sind die Anforderungen an diese Position (Personen mit besonderen fachlichen Qualifikationen und Erfahrungen) festgehalten. Außerdem ist detailliert geregelt unter welchen Umständen die Kassenprüfer eine außerordentliche Mitgliederversammlung einberufen müssen.
Die Menge der Aufgaben macht deutlich, dass die Aufgabe des Kassenprüfers eine umfangreiche und verantwortungsvolle ehrenamtliche Tätigkeit ist. Im Vergleich zu den anderen Gremien handelt es sich wahrscheinlich um die bedeutenste Funktion im Satzungentwurf. Der Zeitaufwand der für diese Aufgabe notwendig ist, schätze ich als sehr hoch ein. Unter 5 Stunden in der Woche wird es wohl nicht abgehen. So eine Funktion kann also nur jemand ausüben, der sich in räumlicher Nähe zur Geschäftsstelle befindet und die entsprechenden zeitlichen Freiräume hat. Angesichts dessen halte ich es für illusorisch, dass hier langfristig die Positionen adequat besetzt und ausgefüllt werden können. Vor allem wenn man bedenkt, dass es sich angesichts der Verantwortung (auch gegenüber der Mitgliederversammlung) um eine unbezahlte ehrenamtliche Tätigkeit handelt.
Wenn man schon meint intensive Prüfungsvorgaben aufstellen zu müssen, wäre es effektiver ein Wirtschaftsprüfungsbüro mit der Prüfung zu beauftragen. Damit wäre eine gleichbleibende qualitative Arbeitsweise sichergestellt.
Auch sollte sich jeder Kandidat für die Position eines Kassenprüfers Gedanken machen, ob er das haftungsrechtliche Risiko eingehen will. Auf Grund des Aufgabenkataloges kann es ein leichtes sein, einem Kassenprüfer eine fehlerhaftes Verhalten nachzuweisen. Eine Haftungsbeschränkung wie bei den anderen Vereinsgremien erfolgt nicht.
Eine weitere Neuerung des Vorschlages ist die Schaffung eines Gutachtergremiums (§ 14). Das Gremium ist für die Prüfung von Förderprojekten und -programmen zuständig. Es gibt dazu ein Votum ab, dass schriftlich begründet sein muss und umfassend zu Nachhaltigkeit, Durchführbarkeit, wirtschaftlicher Mittelverwendung, Zweckmäßigkeit der Projekte und deren Förderfähigkeit im Sinne der Satzung Stellung nimmt. Außerdem werden vom Gutachtergremium Förderrichtlinien vorgeschlagen.
Das Gutachtergremium wird eine gewisse Anlaufzeit benötigen, um überhaupt tätig zu werden. So ist nach der Wahl der Mitglieder eine Geschäftsordnung aufzustellen und durch eine Mitgliederversammlung beschließen zu lassen. Außerdem sind vom Gremium die Förderrichtlinien zu erstellen. Die Förderrichtlinien müssen die Möglichkeit einer öffentlichen Diskussion der Projekte enthalten. Ich rechne mal positiv damit, dass es mindestens ein dreiviertel Jahr nach der erstmaligen Wahl eines Gutachtergremiums dauert, bis ein erstes Votum erstellt wird.
Überhaupt nicht geregelt ist jedoch, inwieweit dieses Votum vom Aufsichtsrat für seine Förderentscheidungen beachtet werden muss. Wie sieht es aus, wenn sich die Meinungen zu einem Projekt zwischen der Meinung der Gemeinschaft und dem Gutachtergremium konträr unterscheiden? Der Vorschlag geht außerdem davon aus, dass im Rahmen des Begutachtungsprozesses eine öffentliche Diskussion stattfindet. Entsprechend der bisherigen Erfahrung in der Wikipedia (bzw. auf diversen Mailinglisten) lässt vermuten, dass der Kreis der Diskutierenden relativ klein bleibt (max 10-15) und eher auf der persönlichen als auf der sachlichen Ebene geführt wird.
Da das Gutachtergremium auch die Förderrichtlinien aufstellt, stellt sich die Frage ob sich ein Gremium an die Richtlinien des vorherigen Gremiums zu halten hat oder ob es neue aufstellen muss.
Insbesonders in der ungeklärten Zuständigkeitsproblematik zwischen Aufsichtrat und Gutachtergremium sehe ich ein Konfliktpotential. Bei einem starken Gutachtergremium wird die Vereinspolitik vor allem durch die entsprechenden Förderrichtlinien und die dann mit den entsprechenden Voten versehenen Projekten und Programmen gestaltet. Der Aufsichtsrat nickt dann diese nur noch ab. Der Aufsichtsrat hat dann überwiegend repräsentative Zwecke und rein adminstrative Aufgaben. Eine gestalterische Aufgabenwahrnehmung erfolgt nur noch in geringerem Maße.
Gibt es einen starken Aufsichtsrat, der sich auch mehrfach über die Voten des Gutachtergremiums hinwegsetzt, kann es zu Auflösungserscheinungen innerhalb des Gremiums kommen. Keiner hat Lust sich die Zeit um die Ohren zu schlagen, um dann feststellen zu müssen, dass seine Arbeit ignoriert wird.
Zusammenfassung
Keine der Satzungsänderungen schafft es sicherzustellen, dass ein Großteil der eingenommenen Spenden zeitnah und direkt in die Wikimedia-Projekte fließt. Zwar wird der Wirtschaftsplan von der Mitgliederversammlung beschlossen, aber am Jahresanfang ist in den wenigsten Fällen das gesamte Budget verplant. Außerdem kann im Laufe des Jahres der Wirtschaftsplan verändert werden, ohne dass ein Beschluss der Mitgliederversammlung erfolgt.
Der Vorschlag der Arbeitsgruppe erreicht vor allem in haftungsrechtlicher Hinsicht eine Verbesserung, indem der Geschäftsführer als zukünftiger Vorstand die Haftung für den Verein schultern muss. Für die Verlängerung der Amtszeit des Präsidiums gibt es keine Notwendigkeit. Ansonsten ist es eine Weiterentwicklung der bisherigen Satzung ohne größere Veränderungen.
Der Vorschlag von Olaf Simons legt neben der haftungsrechtlichen Verbesserung ein Augenmerk auf vielfältige Kontroll- und Überwachungspflichten der einzelnen Gremien. Insbesonders dem stark verkleinerten Aufsichtsrat sowie den Kassenprüfern werden umfangreiche Kontroll- und Prüfungspflichten auferlegt, die weit über das bisherige Maß und den bisherigen Zeitrahmen hinausgehen. Durch die Schaffung des Gutachtergremiums wird versucht eine fachliche Prüfungsstelle für eingereichte Projektvorschläge zu schaffen. Dadurch soll eine größtmögliche Transparenz erreicht werden. Dies ist jedoch verbunden mit einer Steigerung des Arbeitsaufwandes und der Bürokratisierung der Vereinstätigkeit. Angesichts der großen Veränderungen auf Grund dieses Entwurfes ist nicht absehbar, wie sich eine Umsetzung auf den Verein auswirkt. Im ungünstigsten Falle könnte eine extreme Lähmung aller Vereinsaktivitäten eintreten, da kaum noch jemand die Verantwortung für eine bestimmte Position oder ein Projekt übernehmen will.