Immerhin: die Grundfrage lässt sich einfach beantworten: gab es in der DDR Spargel? Ja! Gab es soviel Spargel wie heute? Nein. Mit detaillierteren Informationen wird es schwieriger.
Vor der DDR existierte auf jeden Fall Spargel. Die Brandenburger Streusandbüchse bietet sich zur Spargelzucht an. Mit Berlin existiert auch ein naheliegender Markt für große Mengen des Gemüses. Die Brandenburger Kleinstadt Beelitz - gelegen etwas südlich von Berlin auf einem Sander aus Sand, Kies und Geröll - war schon vor dem Krieg berühmt für seinen Spargel. Von 1870 bis in die 1930er dehnte sich die Anbaufläche stets aus. In den letzten Jahrzehnten kamen ebenso zu Touristen zum Spargelfest nach Beelitz wie Erntehelfer aus Osteuropa.
Spargelernte in Brandenburg. Vor 1945. Bild: Bundesarchiv, Bild 183-R0312-500 / CC-BY-SA 3.0
Vor-DDR-Spargel
Historisch wichtiger, heutzutage als Spargelgebiet weniger bekannt, ist die Altmark, heute im nördlichen Sachsen-Anhalt. Wie Brandenburg auch ein trockenes Gebiet mit leichten Sandböden. Um das Zentrum Osterburg herum gab es nicht nur regen Spargel-Anbau, sondern mit August Huchel auch eine der prägenden Gestalten der frühen Spargelzucht. Huchel untersuchte in den zwanziger Jahren planmäßig große Mengen der damals vorherrschenden lokal begrenzten Landsorten und begann die Spargelzucht zu systematisieren. Daraus entstand Huchels Leistungsauslese, die erste deutsche Spargelsorte im engeren Sinne.
Huchels Leistungsauslese können passionierter Kleingärtner auch heute noch als Pflanzen und Samen kaufen. 1929 entstand aus Huchels Forschungen die Deutsche Spargelhochzuchtgesellschaft Osterburg/Altmark.
