| Willkommen im Stadtbad Neukölln |
Die Monumentalbaustelle, die seit Jahren die Straße auf und ab wandert, verstärkt den Eindruck von Enge und Lärm gekonnt. Entlang der Straße drücke ich mich inmitten von Menschenmengen an größeren Handyshops vorbei; echte Flagshipstores. Sie breiten sich auf mehreren hundert Quadratmetern aus, werden betrieben von o2 und unbekannten Anbietern.
Gelegentlich wagt sich zwischen Dönerläden und Pfennigländern ein Hipstereinsprengsel hervor. Handgemachte Burger vom Biorind werden angeboten, ethisch wertvolle Cafés für Betriebsfeiern werben für sich, Und natürlich existieren auch Handyläden für Hipster. Der Handyladen – ein Ort mit dem vermutlich alle Neuköllner vom kleinteiligen Migranten bis zum großspurigen Hipster etwas anfangen können.
Zentral der Karl-Marx-Straße, nicht weit entfernt vom ehemaligen Böhmisch-Rixdorf, biege ich ab in die Ganghoferstraße. Links: ein Gebäude, das aussieht wie der verramschte Überrest eines 70er-Jahre Miniatureinkaufszentrums/Parkgarage/Sozialwohnungsbau. Gegenüber: ein wilhelminischer Prachtbau mit Hundert-Meter-Fassade. Säulen, Steine gravitätische Fassaden: Als wäre ein Stück Museumsinsel irrtümlich zwischen die Handyläden gebeamt. Willkommen im Stadtbad Neukölln. Das Bodemuseum von Neukölln mit Schwimmhallen.
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| Zur Bauzeit war das Schwimmbadumfeld parkähnlich. Heute parkhausig. |
