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Samstag, 1. Dezember 2018

Sofas und Weihnachtsberge - Wikipedia im Museum Europäischer Kulturen

Klippan ist ein klassisches Sofamodell des sich schwedisch gebenden Möbelhauses IKEA. Das Sofa wird dieses Jahr 40 Jahre alt und ist neben Billy vielleicht der Klassiker IKEAs. Klippan steht in den Räumen des MEKs, des Museums Europäischer Kulturen, in Berlin. Dort steht es nicht etwa als Ausstellungsstück, sondern als Möbel.

Aber: wenn man ein Museum für Volkskunde und Alltagskultur mit einer Gruppe Wikipedistas zusammenbringt - dann wird auch das Foyersofa zum Ausstellungsstück - und darüber entstehen Wikipedia-Artikel. 

Berlin, Museum Europäischer Kulturen, GLAM on Tour im Museum Europäischer Kulturen (2018) NIK 6039
Klippan im Museum. Bild: Berlin, Museum Europäischer Kulturen, GLAM on Tour im Museum Europäischer Kulturen (2018) NIK 6039 Von: Nightflyer. Lizenz: Creative Commons Attribution 4.0 International license.

Willkommen bei Wiki goes MEK! 2.0. Willkommen bei der zweiten Veranstaltung zwischen Wikipedia, dem MEK und dem Glam-Team von Wikimedia Deutschland.

Freitag, 25. Mai 2018

Wiki Loves Jules Verne. Mit Wikipedia in Braunschweig.


Mensch-Maschine Braunschweig


Im ICE ist Deutschland. Der Zug fährt ein und hält. Das Schild am Gleis behauptet tapfer „Zugdurchfahrt“. Die Türen lassen sich öffnen. Am Zug steht nichts geschrieben, außer Wagennummern, die nicht zu den Reservierungen passen. Das Publikum bleibt irritiert. Etwa die Hälfte der Anwesenden geht in den Zug und bleibt im Wageninnern ratlos stehen. Die andere Hälfte steht ratlos am Bahnsteig. 

Schließlich: Lichter gehen an. Der Zug verkündet mittels seiner Anzeigen nun auch, nach Kassel zu fahren.  Eine Frau entschuldigt sich über die Lautsprecheranlage über die falschen Wagennummern, man solle ich immer zehn wegdenken „Also 22 statt der angezeigten 32.“

Ein Mensch mit re:publica-Bändchen am Arm verscheucht die ältere Dame ohne Reservierung von seinem Platz und liest den gedruckten Spiegel. Ich höre ein angeregtes Gespräch zwischen einem Musicaldarsteller und einer Abteilungsleiterin im Innenministerium, die sich gerade kennenlernen über, den relativen Wert von Musikgymnasien in Berlin. Geht es noch deutscher?

Illustration aus dem Buch ""Le tour du monde en quatre-vingts jours" Alphonse de Neuville & Léon Benett


Passenderweise habe ich ein entsprechendes Buch mitgenommen. Nils Minkmars „Mit dem Kopf durch die Welt.“ Das hat schon auf dem Cover ein ICE-Fenster und geht der Frage nach, was Deutschland bewegt. Minkmar lässt sich über deutsche Normalität aus. Der deutsche Ingenieur, lange Jahrzehnte Sinnbild der Normalität, sei nicht mehr normal. Minkmar erzählt aus seiner französisch-deutschen Kindheit:


„Meine Mutter nannte dann immer eine Berufsgruppe, die uns besonders fern war, nämlich les ingenieurs. Wir waren in Deutschland […] und das ganze frisch aufgebaute Land ruhte auf Säulen, die les ingenieurs berechnet, gegossen und zum Schluss noch festgedübelt hatten. […] Viele Jahre später sollte ich die Gelegenheit haben, diese seltene Spezies besser studieren zu können. Sie saßen direkt hinter mir, zwei ausgewachsene Exemplare: Ingenieure, Familienväter, auf der Rückfahrt von einer Dienstreise. Sie plauderten über die sich verändernden Zeiten. […] Fernsehen, Marken, Politiker, auf keinem Gebiet fanden sich diese beiden braven Männer wieder, alles zu grell und bunt, zu aufgeregt. Ihre spezifischen Werte und Tugenden, Sorgfalt und diese stille Freude an der eigenen Biederkeit, das alles war an den Rand gerückt. Ingenieure waren nun Exzentriker. […] Diese Männer fanden sich kulturell kaum zurecht.“

Wenn „der deutsche Ingenieur“ nicht mehr normal in Deutschland ist, sind es jetzt Ministerialbeamtinnen und Musicaldarsteller?

Freitag, 23. Januar 2015

Going to Wuppertal GLAM (I) Keine Schwebebahn im Klexikon!

Wuppertal-100522-13447-Sonnborn Das schöne an diesem Blog ist ja, ich kann mir meine Zielgruppe aussuchen und deswegen Kontext weglassen. Eigentlich müsste ich jetzt umständlich GLAM, GLAM on Tour die Pissaro-Veranstaltung in Wuppertal und alles mögliche erklären, aber oh well..

WikipedianerInnen - in Wuppertal - im Museum - nächste Woche für mehr Hintergrund siehe Wikipedia

Egal, heute hatten wir so vage erste Vorgespräche: welchen Zug nehmen wir, wer kommt eigentich, wozu braucht es einen Newbieworkshop, hat Pissaro eigentlich je ein interessantes Gemälde gemalt, wird man dazu kommen, ungestört zu schreiben, sowas halt, was man sich fragt.

Nun ja, nach diversem Hin- und her kam dann eine Idee: warum nicht mal was anderes:

* einen Artikel für Wikipedia - vielleicht
* ein Foto für Commons - da man in der Ausstellung nicht fotografieren darf, vielleicht die SCHWEBEBAHN
* einen Artikel für Wikinews - natürlich über die GLAM-Veranstaltung. Vielleicht passiert auch etwas auf der SCHWEBEBAHN
* einen Artikel für Wikivoyage - Museum und/oder SCHWEBEBAHN
* und einen Artikel für das Klexikon - Wuppertal oder SCHWEBEBAHN

da man sich ja beim Klexikon irgendwie anmelden muss, wie sich vage jemand erinnerte, mal geschaut. Schreib eine Mail, steht da. Was in der Mail sein soll, ob ein "ey, account" reicht oder ob es eine ausfürhliche Begründung samt Motivationsschreiben sein muss, steht da nicht. Auch nicht, was passiert nachdem man die Mail geschrieben. Eine wunderbare Black-Box-Kommunikation.

Aber was viel schlimmer ist: da ich schon mal auf der Klexikon-Startseite war, stieß ich dann nach etwas clicken auf den Satz "Zunächst beschränken wir uns auf eine begrenzte Anzahl von Artikeln, die in unserer Wunschartikel-Liste stehen."

WHAT? Why that? Keine SCHWEBEBAHN im Klexikon? Kein Wuppertal? Warum? Das ist doch die einfachste Methode, Autoren zu vertreiben - mach was umsonst und wir sagen dir auch noch was du machen sollst. Warum? Jetzt wundert mich nicht, dass es erst 125 Artikel gibt. Eine Zahl die, seien wir ehrlich, ein halbwegs begabter Wikipedia-Autor an einem Wochenende hinbekommen könnte.