Eines Tages riss das Raum-Zeit-Kontinuum, Farben leuchteten, die Erde bebte, und drei grundverschiedene Schwimmbäder landeten durch kosmischen Zufall zur selben Zeit am selben Ort. Willkommen im Marienbad Brandenburg an der Havel: Das Sport-Kinder-Frei-Hallen-Schwimmbad im wilden rumpeligen Stilmix.
Das Marienbad war ursprünglich ein 60er-Jahre-Freibad der DDR, gebaut durch Freiwillige und die sowjetische Rote Armee. Im Plan nicht vorgesehen handelte es sich beim Bau offiziell um einen "Schwarzbau" für den keinerlei Ressourcen zur Verfügung standen. Die Funktionäre vor Ort wollten aber ihre Stadt aufwerten, hielten Bürger und Betriebe für "freiwillige" Unterstützungsleistungen an.
Übergeordnete Stellen, hier der Bezirk, bekamen dies natürlich mit. So lange aber der eigentliche Plan nicht in Gefahr geriet, es nicht offensichtlich im Korruption ging, ließen sie die unteren Stellen meist gewähren. So auch hier. Insbesondere gebaut und mit dem Material der örtlichen Industrie entstand das Freibad von 1967 bis 1969. Dabei legten sich die Brandenburger ins Zeug, gefährdeten ab und an auch die eigentliche Planerfüllung, hatten am Ende aber auch ein stattliches Freibad dafür.
Das Bad entstand im Rahmen des Wettbewerbs "Schöner unsere Städte und Gemeinden" und genügte den Ansprüchen, um dort diverse DDR-Meisterschaften im Schwimmen auszutragen. Bis 1989 war das eine runde Geschichte.
Nun waren die Zeit nach der Wende nicht die beste Zeit für historische Schwimmbäder und auch dem Marienbad drohte der Abriss. Um es zu retten, wurde das Bad in den 1990ern Jahren zu einem Cabrio-Spaß-und-Schwimmbad umgebaut. Einst ein sportliches Freibad, haben wir jetzt ein Bad für alle: ein 60er-Jahre-Freibad mit Cabriodach, das sich bei schlechtem Wetter schließen lässt, ein echtes Freibad, eine moderne Schwimmhalle mit 25-Meter-Bahnen und ein, nun ja, „Funbad“.