Freitag, 29. April 2022

Twitter / Singapur / Biryani

Manchmal ist eine Regentonne bis über den Rand gefüllt. Nur die Oberflächenspannung des Wassers hält das Wasser in der Tonne. Es reicht nicht nur ein Tropfen, damit die Tonner überläuft. Es reicht eine kleine Erschütterung in der Nähe. Manchmal tun es auch große Erschütterungen. Wenn beispielsweise der reichste Troll der Welt die toxischste Social Media Plattform der Welt kauft, damit sie noch toxischer wird, ist es eine solcher Erschütterung. Mein Twitter-Account lag schon lange brach. Der anvisierte Twitter-Kauf von Elon Musk gab ihm dem Rest: der Account wurde deaktiviert.

Aber das ist nur Diversion. Eigentlich kochte ich Chicken Biryani, Singapur-Stil und schrieb darüber: Nasi Biryani und Singapur. 

Samstag, 19. März 2022

Odessa-Tech

Letzten Herbst führten mich finstere Angelegenheiten 10 Tage lang in die Räume des indischen IT-Dienstleisters HCL in Krakau / Östliches Polen, knapp 400 Kilometer von der Grenze zur Ukraine entfernt.

Seitdem ich große Sympathie für all' die spannenden Tech-Menschen in Osteuropa. Und natürlich denke ich in den letzten Tagen oft an das Team aus Polen, Litauen, der Slowakei, Deutschland und der Ukraine, dem ich dort begegnete.

Um so überraschter war ich, als meine eigene E-Mail-App mich mit "Glory to Ukraine" empfing. Ich wurde neugierig und schrieb: "Wer ist Readdle?"

Mittwoch, 9. März 2022

Nudeln statt Märtyrien

Wir sehen: Eine russische Armee, die sich als potemkinscher Scheinriese entpuppt. Und weil das mit dem Kriegführen nicht so funktioniert wie geplant, bombardiert die Armee stattdessen Zivilisten, Krankenhäuser und Schulen aus der Luft.

Man wünscht den ausharrenden und fliehenden Menschen in Mariupol und anderen Orten aus ganzem Herzen, dass der Alptraum bald vorbei ist. Dass Sie Zeit und Gelegenheit haben, Straßen, Strom und Wasser zu reparieren - und danach wieder zu Leben; die Gelegenheit schlechte Parties zu feiern, hässliche Vorgärten anzulegen, zuviel zu Essen und zu Trinken und das zu erfahren, was man so normalen Alltag nennt; in Betreuung einer frei gewählten Regierung, die so gut oder schlecht ist wie das die Menschen dort wollen.

Bis dahin bleibt Bewunderung für all' die Menschen östlich des ehemaligen Eisernen Vorhangs, die sich aus stalinistisch-kommunistischem Post-Trauma hervorgearbeitet haben, Wegelagerei und westliches Desinteresse der Nachwendezeit über sich ergehen ließen und immer noch tapfer an einem würdevollen Leben arbeiten. 

In all' den Ländern ist in den letzten 30 Jahren soviel spannendes und schönes passiert - wir sehen es viel zu wenig. Deshalb freute es mich besonders, ein klein wenig zum Thema Rumänien bloggen zu können. Anlässlich der, ihr ahnt es, kulinarischen Weltreise. Europa hört nicht am Berliner S-Bahn-Ring auf. Weiter nebenan: Mucenici - Rumänische Märtyrersuppe. 



Samstag, 19. Februar 2022

Das äthiopische Fest Maskel gehört zum immateriellen Welterbe der Menschheit

Bidens macroptera, amharisch adey abeba, auch Maskel-Gänseblümchen  ist eine Pflanzenart aus der Gattung Zweizähne (Bidens) innerhalb der Familie der Korbblütler (Asteraceae).

Die Pflanze ist die Nationalpflanze Äthiopiens. Besondere Bedeutung erlangt sie zum äthiopischen Meskel-Fest (26/27. September) und am äthiopischen Neujahr (11. September). Meteorologisch zeigt sie den Übergang von der Regenzeit zur sonnigen Trockenzeit an.

Die im Land wild wachsende Pflanze blüht zur Zeit des Neujahrs. Von September bis November sind weite Teile der äthiopischen Landschaft von den gelben Blüten erfüllt, die so dicht wachsen können, dass es für den Betrachter wie absichtlich angebaute Felder aussieht.

Die im Rest des Jahres unscheinbare und leblos wirkende Blume symbolisiert so eine Wiederkunft und die Aussicht auf bessere Zeiten. Egal, wie schlecht das letzte Jahr war, ein Wiederaufblühen ist möglich und wird erfolgen.

Bidens macroptera kommt nur in Äthiopien vor. Die Pflanze wächst im Hochland an steinigen Hängen, im Grünland und an Waldrändern. Tiefer wächst die nah verwandte Bidens prestinaria. Deutschen Gartenbesitzern ist eventuell die biologisch verwandte Goldmarie bekannt.

In der deutschsprachigen Wikipedia gibt es keinen Artikel zu der Pflanze.

Ich schrieb ihn auch nicht. Aber ich schrieb über äthiopisches Essen: Misir Wot, ein veganes Linsengericht.



Montag, 7. Februar 2022

Der Gegensatz von Schärfe

Ist ein Messer nicht scharf, dann ist es stumpf.

Ist ein Curry nicht scharf, dann ist es ?

A day is not hot then it is cold.

A curry is not hot then it is?

Schärfe (Geschmack) hat keinen Gegensatz.

Warum?

Während er diesen Gedanken jetzt im Hinterkopf parkt und nicht mehr bewusst darüber nachdenkt, könnt ihr nebenan meinen Blogartikel zum Thema "Pikliz - Kulinarische Weltreise Haiti" lesen."

Dienstag, 1. Februar 2022

Vom Pampelmusen und Grapefruits

Früher gab es Pampelmusen in Supermarkt Heute Grapefruits. Wir saßen in der Wohnung, draußen flogen im Sturm Plastiktüten vor dem Fenster vorbei, wir schauten Dschungelcamp und wir fragten uns: sind Pampelmusen eigentlich dasselbe wie Grapefruits? Madame bat mich, "in der Hirnprothese" nachzusehen, und das Handy brachte die Erkenntnis: Sowohl als auch.

Biologisch ist die Grapefruit (Citrus x paradise) eine Züchtung aus Pampelmuse  (Citrus maxima) und Orange. Praktisch aber wurden Grapefruits im deutschen Handel lange als Pampelmusen bezeichnet.

Anders: das was wir früher als Pampelmuse kauften, war in Wahrheit eine Grapefruit. 

Damit es nicht zu einfach wird: es gibt im Handel auch einige echte Pampelmusensorten zu kaufen. Diese kommen aber unter der Bezeichnung "Pomelo" ins Geschäft.

Und im Hintergrund verweigerte Eric Stehfest die Dschungelprüfung.

Die ganze Pampelmusendiskussion kam nur auf, weil ich vorher schon den Weg durchs Begriffsdickicht Endivien/Zichorien und Puntarelle geschlagen hatte. Darüber schrieb ich nebenan: Bitteres in vielen Sprachen 



Samstag, 15. Januar 2022

Kommissbrot als Auto

In unserem Treppenhaus hing über viele Jahre ein Poster: Leistungen aus Hannover oder so ähnlich. Herausgegeben von der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung. Ich muss nicht sagen, in welcher Stadt dieses Teppenhaus hing. Auf dem Poster war neben dem "einzigen Menschenfressergrab Europas", dem Schrägaufzug des Rathauses und dem Usambara-Veilchen auch das "Kommissbrot" erwähnt. Es handelte sich um den Spitznamen des "Hanomag 2/10PS", des ersten deutschen Kleinwagens von 1924. Wenn ich nun über Jahres mehrmals am Tag das Wort "Hanomag" las - das prägt. Ähnlich prägend war die Rote Grütze von Oma Uetersen. Über die bloggte ich neben: Rote Grütze mit Perlsago.