Samstag, 15. Januar 2022

Kommissbrot als Auto

In unserem Treppenhaus hing über viele Jahre ein Poster: Leistungen aus Hannover oder so ähnlich. Herausgegeben von der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung. Ich muss nicht sagen, in welcher Stadt dieses Teppenhaus hing. Auf dem Poster war neben dem "einzigen Menschenfressergrab Europas", dem Schrägaufzug des Rathauses und dem Usambara-Veilchen auch das "Kommissbrot" erwähnt. Es handelte sich um den Spitznamen des "Hanomag 2/10PS", des ersten deutschen Kleinwagens von 1924. Wenn ich nun über Jahres mehrmals am Tag das Wort "Hanomag" las - das prägt. Ähnlich prägend war die Rote Grütze von Oma Uetersen. Über die bloggte ich neben: Rote Grütze mit Perlsago.

Montag, 27. Dezember 2021

Spaghetti 2 Millimeter. Tagliatelle 5 bis 10 Millimeter.

Die Geschichte der Eiernudel in Deutschland wäre eine spannende. Insbesondere unter Berücksichtung des 1980er-Eiernudel-Skandals, der - wie ich lernte - eigentlich ein Ministeriums-Verkündigungs-Skandal war. Aber diese soll ein anderes Mal erzählt werden.

Jetzt erzähle ich von Essens-Snobtum. Selbsternannte Foodies, die Spaghetti Bolognese nur als Defizitform "echten" italienischen Essens ansehen. Und dabei verkennen, dass die Spaghetti mit Hackfleischsauce eine große Errungenschaft deutsch-italienischer Transformationsküche sind. 

Donnerstag, 16. Dezember 2021

Traktorfreitag: Britishness


Unfertiges, Halbgedachtes und Traktoren.

Zu den Seltsamkeiten der Seuche gehört, dass sie mein Schwimmerlebnis verbessert. Die Bäder sind zwangsweise sehr viel leerer. Was bedeutet, ich kann mehr schwimmen und muss weniger aufpassen, mit niemand zu kollidieren. Wären nicht die grausamen Umstände drumherum, wäre es ein Traum. Diese Badreisen brachten mich unter anderem in das Stadtbad Lankwitz - das irgendwann in den letzten Jahren eine Grundreinigung epischen Ausmaßes erlebt haben muss. So strahlend und so frisch, ich habe es kaum wiedererkannt.

Ich bleibe im Wasser. Neben Traktoren und Schafen begleitet mich seit Jahren eine tiefe Faszination für Quallen. Umso erfreuter war ich über Video und Bilder einer Tiefsee-Riesenqualle (''Stygiomedusa gigantea''), die fast nur als Leiche gefunden werden. Hier lebendig und in voller Schönheit.

Gedanklich springe ich zu Fischrezepten. Wie ihr vielleicht mitbekommen habt, koche ich mich dieses Jahr durch die 100 berühmtesten Rezepte der Welt. Die Gerichte suche ich dazu regelmäßig auch im Internet, und staune auch recht oft die Rezepte wortwörtlich wiederzufinden. Ohne Quellenangabe oder ähnliches. Zum Beispiel staunte ich mehr als einmal über "Alte Fischrezepte - wie aus Omas Kochtopf." Der Macher hat anscheinend noch mehr Quellen als nur mein Kochbuch von 1971 geplündert, zumindest stellt er mehr Rezepte zur Schau. Dass er natürlich auch noch das Copyright an allen Rezepten beansprucht. Ach, je.   

Noch bin übrigens auf der Suche nach einem Jahreskochbuch für 2022. Einige Kochbücher stehen in der engeren Auswahl, aber falls ihr Ideen habt, ich bin für alles offen. 

Apropos Ideen. Aus diversen Gründen beschäftige ich mich das erste mal seit Jahrzehnten mit klassischer Schulmathematik. Als jemand, der das mal sehr gut konnte - aber komplett raus ist - gewährt mir das einen spannenden Blick von innerhalb und außerhalb des mathematischen Denkens gleichzeitig. Und ich staune, wie viel dieses Denkens Intuition ist (im Sinne von: "Dieses x sieht so aus, als könnte man es zwei Schritte später loswerden, wenn ich es nach links bringe..") und wie sehr es auf ein Bauchgefühl ankommt. Und wie tragisch es sein muss, dieses mit Lernen erarbeiten zu müssen, welches das Denken erstmal vom (schnellen, unpräzisen) Bauch auf den (präziseren, aber unendlich langsamen) Kopf bringt. 

Zurück zum Kochen. Vegetarisches Beef Wellington scheint ein Hoch zu haben vom Guardian hin zu deutschen Zeiten. Ich hatte diese Ahnung schon letztes Jahr: Veggie Wellington - das Rezept.

Ein Gericht, das eine very british Angelegenheit ist. Mein Lesehöhepunkt die Woche war diese Betrachtung der Britischen Pantomime, geschrieben von Carolyn Wells für Longreads: The Big, Bonkers, British, Christmas Pantomime.

Wer, wie ich, diese Tradition nicht kennt. Die Pantomime ist eine Art Mischung aus Weihnachtsstück im Theater, Singspiel auf dem Nockerberg und derber Karnevalssitzung. Aufgeführt von Theater Uk-weit werden oft klassische Stücke zeitgemäß verfremdet, gerne mit anzüglichen Witzen und derben Humor ebenso wie politischen Anspielungen versehen, und das ganze ist ein Spaß für die ganze Familie. Ursprünglich aus den Harlekinaden des italienischen Renaissance-Theaters stammend, hat sich die Tradition bis heute erhalten. Für viele Familien gehört sie zum Pflichtprogramm, ebenso wie ihre Einnahmen Theaterhäusern das Überleben sichern und renommierte Charakterdarsteller einige Wochen aus der Rolle fallen können und hier mitspielen. Das Ereignis war mir komplett neu, aber it is utterly fascinating.

Weiter hinten im Artikel für alle Fans der Britishness folgt die Great British Reading List über andere Eigenheiten der Insel. 

Mit diesen möchte ich auch schließen. Es folgt ein britischer Werbefilm für sichere Traktorfahren:

 



Sonntag, 5. Dezember 2021

Wenn der Sturm tobt über den Strand

Wenn der Sturm tobt über den Strand, und die Kitebuggies die Segel reffen, um nicht davon zu fliegen. Dann herrscht bestes Strand- und schwieriges Badewetter. Zeit, um das beheizte Außenbecken der Dünentherme Sankt Peter-Ording aufzuschen. Ich bloggte nebenan: Dünentherme Sankt Peter-Ording, abhängen bei der Besenheide.

Dienstag, 23. November 2021

Bezahltes Schreiben in der Wikipedia - Gedicht

In der Wikipedia findet wieder einmal ein Meinungsbild zum Thema "Paid Editing / Bezahltes Schreiben" statt. Soll es Agenturen / PR-Treibenden absolut verboten werden in der Wikipedia zu editieren. Das Thema beschäftigt die Community seit Jahren. Dieses Meinungsbild wird keine Änderung bringen.

Ich schrieb einige Verse dazu nebenan: WikiPRedia.

Donnerstag, 18. November 2021

Heinrich Heine war nie in Marokko

Heinrich Heine wird in Marokko postum "gewürdigt". Oder als Namensgeber missbraucht. Denn es existiert die "Heinrich-Heine-Akademie" in Marokko und Düsseldorf. Diese macht Marokkaner fit für den deutschen Arbeitsmarkt. Sie vermittelt Einwanderung nach dem Fachkräfteeinwanderungsgesetzt für Mangelberufe in IT und Handwerk. 

Sie HHA vermittelt den Marokkanern die deutsche Sprache und bringt ihnen "die deutsche Mentalität" - ob im Sinne Heines, darf bezweifelt werden. Diesen Monat war ich gedanklich-kulinarisch in Marokko und kochte das Sabbat-Gericht Dafina. Den Blogpost dazu, gibt es nebenan: Dafina aus dem Slowcooker.

Dienstag, 16. November 2021

Der Toyota Corolla ist das beliebteste Auto Polens

2020 verkaufte sich kein anderer Neuwagen öfter in Polen als der Toyota Corolla. Gefolgt wurde er vom Toyota Yaris und dem Skoda Octavia. Die Mischung aus Mittelklasse und Kompaktwagen ist typisch für Europa. Allerdings fehlen die Marken VW, Renault, Peugeot oder Fiat komplett in den Toprängen.

Hätte ich Augen dafür gehabt, hätte ich dieses beobachten können, als ich mehrere Parkplätze überquerte um zum Schwimmbad zu kommen. Genauer: zu einem Spaßbad. Dem Park Wodny in Krakau über den ich nebenan bloggte.