Wildau im Südosten Berlins. Mit knapp 10.000 Einwohnern handelt es sich um die drittgrößte Stadt des Landkreises Dahme-Spreewald. Durch die Nähe zu Berlin expandiert Wildau in den letzten Jahren stark.
Ich befinde mich in einer Art Innenstadt. Vor mir liegen ein großer Supermarkt und ein Dönerstand. Menschen hasten vom Parkplatz zum Supermarkt. Am Dönerstand stehen zwei junge Männer mit Rottweiler, scherzen mit dem arabischstämmigen Mann im Stand. Nebenan wartet die Bushaltestelle auf Fahrgäste. Dort fahren zwei Linien: eine zum Flughafen Schönefeld, eine zum A10 Center,
Wildau, im Umland Berlins, gefressen vom Giga-Einkaufszentrum A 10 Center. Das nach Gesamtfläche größte Einkaufszentrum der Region Berlin. Mit mehr als 20.000 Besuchern täglich kommen hier mehr als doppelt so viele Menschen nach Wildau wie in der Stadt überhaupt leben. Überwiegend sind dies übrigens Brandenburger.
Mein Versuch in dieser Kleinstadt an einem Samstagnachmittag etwas Leben zu finden, endete an dieser Bushaltestelle bei Döner und Supermarkt. Mit einer türkischen Pizza in der Hand („Dürum alle!“), inmitten von Häuserschluchten, einer leeren Straße und einem überdimensionierten Supermarkt.
Vorher war ich Schwimmen gewesen: dort war es voll. Menschen mit Kindern bis vier Jahren waren in großen Mengen anwesend bis weit nach Berlin hinein. Aber niemand sonst. Ist es ein Spaßbad? Nicht wirklich. Ist es ein kommunales Schwimmbad? Ich bin nicht sicher.
Vielleicht ist es beides, vielleicht keines. Ein wenig ähnelt das Wildorado damit der Stadt Wildau selbst, die auch nicht zu wissen scheint, ob sie ein echter eigener Ort ist, oder so eine Art Shoppingmallstandort für das Südostumland Berlins.
Aber genug zum A10-Center, ich war ja nicht mal da. Ich war schwimmen. Das Wildorado. Sollte ich sagen, es ist unübersichtlich?