Sie sind selten zufrieden mit ihren Artikeln, aber meistens geht es dann darum, dass die neueste Forschungsarbeit nicht ausreichend gewürdigt ist, dass sie darauf bestehen Professor für politische Theorie zu sein, und nicht etwa für politische Ideenlehre, der unwichtige Wissenschaftspreis von 2008 erwähnt ist, aber der viel viel viel wichtigere von 2004 nicht, und sowas. Eitelkeiten halt, die jeder hat, und an denen jeder leidet, über den oder dessen Projekt schon mal irgendwo öffentlich berichtet wurde. Die Öffentlichkeit hat keine Ahnung!
Nun hat Wikipedia Artikel zu vielen Professoren, von diesen Artikeln sind einige wenige sehr gut, einige wenige sehr schlecht, und sehr viele sehr la la. Der Normalfall dürfte die
Letzteres wiederum ist ein gravierendes Problem, aber kein häufiges, weil selten vorkommend und meiner Erfahrung anch durch das Support-Team oder Wikipedia auch relativ schnell abstellbar. Konfliktreicher sind da komisch gewichtete Darstellungen, in denen beispielsweise ein Nebenaspekt den Artikel dominiert, während die eigentliche Forschung kaum vorkommt. Das Birchlog hat sich dem unter Wikipedia: Bild oder doch eher FAZ? einmal gründlicher angenommen:
All dies ist leider kein Scherz, ich beobachte das immer wieder, insbesondere im Bereich Wissenschaftler, bei dem viele Benutzer jeden Professor als relevant erachten, ungeachtet dass die meisten dieser nicht in der Öffentlichkeit stehen und so viele Artikel zu Professoren in der Wikipedia ein Zerrbild liefern oder Selbstdarstellungen von Leuten sind, die die Relevanzkriterien ausnutzen, um sich zu verewigen.
Daraus schließt er dann:
Ich schlage vor, dass die bestehenden Relevanzkriterien mit zwei wesentlichen anderen Richtlinien in Wikipedia abgeglichen werden: Dem Neutralen Standpunkt und der zu Artikeln über lebende Personen. Kurz gesagt kann ein qualitativ guter und ethisch vertretbarer Wikipediaartikel über eine lebende Person nur dann geschrieben werden, wenn ausreichend neutrale Quellen zur Person vorhanden sind. Ist bei der Personengruppe, um die es sich in dem Relevanzkriterium dreht, nicht der Fall, wird das Relevanzkriterium entsprechend verschärft.
Ehrlich gesagt, verstehe ich das nur halb, würde da aber sowieso für den radikaleren Ansatz plädieren, den Torsten Kleinz vorschlägt: weg von der labyrinthigen Gruppenbeurteilung hin zu einer klaren Aussage: Artikel gibt es über Themen, über die es brauchbare Quellen gibt. Wenn es Wikipedia jemals schaffte, von den unseligen Relevanzkriterien hin zu Quellenkriterien zu kommen, würde das vieles retten. Die ließen sich vermutlich kürzer und eindeutiger formulieren als die kafkaeseken Relevanzkriterien, und ließen sich stringenter Anwenden, da es weniger zu füllende Löcher gibt.
Wirklich schlimm an den Löschkandidaten ist es ja nicht, dass gelöscht wird, oder dass zuviel gelöscht wird - irgendwo gibt es immer Grenzen und Ränder. Problematisch ist, dass zuviele Diskussionsteilnehmer ihre mangelnde Bildung und ihren mangelnden Horizont wie ein geblähtes Kampfbanner vor sich hertragen, und alles was ihre Auffassungsgabe übersteigt, rüde für unwichtig erklären. Wenn man mal kurz Wichtigkeit aus dem Handgelenk diskutiert. Praktisch demonstrierte Leseinkompetenz gepaart mit Null Neugier ist einfach ein schlechtes Aushängeschild für eine Enzyklopädie. Bitte, lasst uns endlich mal das freihändige Relevanz- durch ein begründbares Quellenkriterium ersetzen.
Konkret bezogen auf Professoren würde ich Birken aber dann doch sehr widersprechen:
Wissenschaft ist öffentlich. Wissenschaftler stehen in der Öffentlichkeit. Und zu jedem Wissenschaftler gibt es natürlich neutrale Quellen: er veröffentlicht, andere veröffentlichen über seine Veröffentlichungen. Wichtig am Wissenschaftler ist ja das Werk, und das lässt sich eigentlich immer ausgewogen und neutral beschreiben.