Die Löschdiskussionen innerhalb der Wikipedia sind ja mitterweile ebenso berühmt wie berüchtigt. Manchmal sind aber auch echte kleine Perlen darunter. Wie die Diskussion gestern zum -mittlerweile gelöschten - Artikel "Verlängerung von Möbelbeinen."
Nicht enzyklopädisch relevant--JTCEPB (Diskussion) 22:15, 3. Jul. 2015 (CEST)
Für Senioren ist das Thema wegen Problemen beim Aufstehen schon relevant. --OchridDiskussionsseite 22:17, 3. Jul. 2015 (CEST)
Ein Buch unter ein Möbelbein zu legen, dafür brauchen auch Senioren keinen Artikel.--JTCEPB (Diskussion) 22:31, 3. Jul. 2015 (CEST)
+1 Dafür reicht der Brockhaus, Wikipedia unnötig (und in dem Fall auch unpraktisch) Berihert ♦(Disk.)
Ein Buch reicht nicht. Es müssen vier sein, und die gleich dick.
Wenn es nicht reicht, müssen es acht sein. Brockhaus wäre ideal, Auflage
ist egal.--Der wahre Jakob (Diskussion) 00:04, 4. Jul. 2015 (CEST)
Auch Wikipedia hat praktische Anwendungen. Hier: als Türstopper.
Wikipedia verschweigt vieles. Im Laufe der Jahre wurde das enzyklopädische Konzept der Wikipedia immer enger. Die seltsamen Randbereiche, unbewiesenen Behauptungen und Absonderlichkeiten dieser Welt, haben immer weniger Chancen in der Wikipedia. Das hilft zwar dem Nachschlagewerk. In der Gesamtschau verschleiert es aber natürlich wie seltsam unsere Welt eigentlich ist. Deshalb hier in uneregelmäßiger Reihenfolge spannende Artikel, die ich entdeckte, bevor sie der (schnell)löschung zum Opfer fielen. Heute: Katzenschnurr Therapie. Der Text stammt von Benutzer:Vienna12 und steht unter CC-BY-SA.
Katzenschnurr Therapie Bionik- Weltneuheit in der Humanforschung
Gefühllosigkeit, Taubheit in den Gliedern und Gelenken, bewegungslos in der Wirbelsäule, Arthrose, Atemprobleme, COPD, Asthma, Durchblutungsstörungen, chronische Schmerzen, u.v.m. Katzenschnurr Therapie: Ein Beitrag zur Gesundheitsoptimierung.
Katzenschnurren bei -Rückenschmerz und Co.
Diese ungewöhnliche Erkenntnis beweist ein Grazer Forschungsprojekt und entwickelte daraus eine ungewöhnliche Behandlungsmethode. Die Katze schnurrt, um für die tägliche Jagd fit zu bleiben. -Schnurrende Katzen bekommen keine Arthrosen. Der Mensch kann heute nutzen, was die Natur seit Millionen von Jahren eingerichtet hat.
Bestimmte Frequenzbänder des Schnurrens bewirken einen Therapieerfolg nach nur wenigen Anwendungen. Katzenschnurren als Therapie? -Ja, es ist bewiesen, dass Katzen sehr widerstandsfähig sind und bei Krankheiten sowie Unfallfolgen über Selbstheilungskräfte verfügen. Zahlreiche Studien verweisen auf die Heilkraft des Katzenschnurrens.
Die besondere Vielfalt des Katzen- Frequenzspektrum unterstützt die Heilung in der Humanmedizin. Mit einem entwickeltem Katzenschnurr-Therapiegerät KST-2010 ist es nun erstmals möglich, diese einfache Weise zu Nutzen.
Das KST-2010 ist das erste Gerät weltweit, welches eine multifrequente Frequenzenergie, Eins zu Eins auf den Menschen überträgt.
Die Anwendung der Therapie ist relativ einfach und mit geringem Zeitaufwand verbunden. Zahlreiche Menschen genießen bereits die neue angenehme Form der Therapie und erhalten so ihre Lebensqualität wieder zurück.
Herr Dr.Fritz FLORIAN, Facharzt für Radiologie aus Graz, erforschte jahrelang die heilbringende Frequenzstruktur. Er entwickelte und programmierte in einer mehr als 8-jährigen Forschungstätigkeit das Therapiegerät KST-2010, welches das Katzenschnurren perfekt auf den menschlichen Körper überträgt.
Dr. Kurt PINTER, Arzt für Allgemeinmedizin aus Graz, hat das Therapiegerät KST-2010 wissenschaftlich getestet und angewendet.
Herr Dr. ROSR Günter STEFAN, Facharzt für Innere Medizin, Facharzt für Kardiologie, Dipl.Sportarzt. Untersuchungsstelle des Landes Steiermark/Österreich
Führt derzeit eine Studie mittels "KST-2010" an Sportlern durch, mit der Fragestellung, ob durch diese Behandlungsart die muskuläre Leistungsfähigkeit und Stabilisation der Gelenke durch Muskulatur erhöht werden kann.
Mal wieder ein Artikel, dessen weitere Lebensdauer in der Wikipedia sich wohl in Minuten messen lässt. Deshalb hier:
Louis-Victor de Broglie entdeckte, dass alle Teilchen durch Materiewellen beschrieben werden können. (siehe Wellenlänge) In Umkehrung dazu müssten, falls Eineindeutigkeit herrschen sollte, auch alle Materiewellen durch Teilchen beschrieben werden können. Dieses würde dann vereinfacht bedeuten, dass die Zeit wie bei der Sanduhr durch die Frequenz der in mehr oder weniger gleichmäßigem Abstand fallenden Sandkörnchen bestimmt werden kann, d. h. wie die Zeit auch gemessen werden sollte, in Wirklichkeit handelt es sich dabei immer um die Messung von Frequenz.
Mit dem Begriff des pulsierenden Äthers verbindet sich damit eine besondere Modifizierung, welche der enormen Bedeutung des scheinbar nicht nachweisbaren Äthers gerecht wird, ohne dass die vielen Probleme der Äthertheorien in den Vordergrund gelangen.
Eine Raumzeit-Krümmung muss wegen der immer richtungsabhängigen Beeinflussung durch die individuelle Verteilung von Masse, Strahlung oder Druck im Raum ebenfalls richtungsabhängig sein, soweit diese sich messbar unterscheiden, muss sie auch selbst messbar unterschieden werden können. Wie soll aber ein pulsierender Äther nachgewiesen werden können, wenn die Zeit selbst nichts anderes ist als der Kehrwert der Frequenz desselben. Alle Uhren von der Standuhr bis zur Atomuhr messen also in Wirklichkeit nur richtungsabhängige Frequenzen eines pulsierenden Äthers.
Da es sich bei der Sonne um eine verhältnismäßig große Masse handelt, müssen selbst Sonnenuhren vom pulsierenden Äther "angetrieben" werden, denn wenn die Sonne die Zeit "krümmen" kann, so doch auch Richtungsabhängig, bewegt sie sich doch dank ihrer trägen Masse nicht in alle Richtungen mit gleicher Geschwindigkeit. Da sich auch in Zukunft die Zeit von gestern nicht mit der Zeit von heute vergleichen lassen wird, kann sie in der uns vertrauten Form und innerhalb unseres Sonnensystems allgemeingültig für dieses selbst nur aus der Bewegung des Baryzentrums bestimmt werden.
Weitergehende Angaben zum Autor und zum Thema siehe Ethik/Leseprobe
Wohl jeder, der sich schon einmal mit echten Professores über die Wikipedia unterhalten hat, wird den Gesprächsablauf kennen. Ein bißchen Geplänkel über die Zuverlässigkeit, ein paar Fragen nach dem Konzept und vor allem aber ein Thema: der Artikel über mich selbst! Auch Professores sind halt nur Menschen, und, mit allem Verlaub, ich würde einfach mal behaupten, Menschen mit einem eher überdurchschnittlichen Ego.
Sie sind selten zufrieden mit ihren Artikeln, aber meistens geht es dann darum, dass die neueste Forschungsarbeit nicht ausreichend gewürdigt ist, dass sie darauf bestehen Professor für politische Theorie zu sein, und nicht etwa für politische Ideenlehre, der unwichtige Wissenschaftspreis von 2008 erwähnt ist, aber der viel viel viel wichtigere von 2004 nicht, und sowas. Eitelkeiten halt, die jeder hat, und an denen jeder leidet, über den oder dessen Projekt schon mal irgendwo öffentlich berichtet wurde. Die Öffentlichkeit hat keine Ahnung!
Nun hat Wikipedia Artikel zu vielen Professoren, von diesen Artikeln sind einige wenige sehr gut, einige wenige sehr schlecht, und sehr viele sehr la la. Der Normalfall dürfte die abgeschriebene zusammengefasste Website bei der Uni sein. Während insbesondere diese Selbstdarstellungs-Zusammenfassungs-Artikel nicht wirklich informativ sind, so sind sie doch harmlos. Problematischer sind die, wo mehr steht. Wenn es gut läuft, steht da eine umfassende Würdigung, wenn es schlecht läuft steht ein Miniaturlebenslauf plus die eine verbürgte Teilnahme am New York Marathon, und wenn es ganz schlecht läuft, steht da eine echte Verleumdung.
Letzteres wiederum ist ein gravierendes Problem, aber kein häufiges, weil selten vorkommend und meiner Erfahrung anch durch das Support-Team oder Wikipedia auch relativ schnell abstellbar. Konfliktreicher sind da komisch gewichtete Darstellungen, in denen beispielsweise ein Nebenaspekt den Artikel dominiert, während die eigentliche Forschung kaum vorkommt. Das Birchlog hat sich dem unter Wikipedia: Bild oder doch eher FAZ? einmal gründlicher angenommen:
All dies ist leider kein Scherz, ich beobachte das immer wieder, insbesondere im Bereich Wissenschaftler, bei dem viele Benutzer jeden Professor als relevant erachten, ungeachtet dass die meisten dieser nicht in der Öffentlichkeit stehen und so viele Artikel zu Professoren in der Wikipedia ein Zerrbild liefern oder Selbstdarstellungen von Leuten sind, die die Relevanzkriterien ausnutzen, um sich zu verewigen.
Daraus schließt er dann:
Ich schlage vor, dass die bestehenden Relevanzkriterien mit zwei wesentlichen anderen Richtlinien in Wikipedia abgeglichen werden: Dem Neutralen Standpunkt und der zu Artikeln über lebende Personen. Kurz gesagt kann ein qualitativ guter und ethisch vertretbarer Wikipediaartikel über eine lebende Person nur dann geschrieben werden, wenn ausreichend neutrale Quellen zur Person vorhanden sind. Ist bei der Personengruppe, um die es sich in dem Relevanzkriterium dreht, nicht der Fall, wird das Relevanzkriterium entsprechend verschärft.
Ehrlich gesagt, verstehe ich das nur halb, würde da aber sowieso für den radikaleren Ansatz plädieren, den Torsten Kleinz vorschlägt: weg von der labyrinthigen Gruppenbeurteilung hin zu einer klaren Aussage: Artikel gibt es über Themen, über die es brauchbare Quellen gibt. Wenn es Wikipedia jemals schaffte, von den unseligen Relevanzkriterien hin zu Quellenkriterien zu kommen, würde das vieles retten. Die ließen sich vermutlich kürzer und eindeutiger formulieren als die kafkaeseken Relevanzkriterien, und ließen sich stringenter Anwenden, da es weniger zu füllende Löcher gibt.
Wirklich schlimm an den Löschkandidaten ist es ja nicht, dass gelöscht wird, oder dass zuviel gelöscht wird - irgendwo gibt es immer Grenzen und Ränder. Problematisch ist, dass zuviele Diskussionsteilnehmer ihre mangelnde Bildung und ihren mangelnden Horizont wie ein geblähtes Kampfbanner vor sich hertragen, und alles was ihre Auffassungsgabe übersteigt, rüde für unwichtig erklären. Wenn man mal kurz Wichtigkeit aus dem Handgelenk diskutiert. Praktisch demonstrierte Leseinkompetenz gepaart mit Null Neugier ist einfach ein schlechtes Aushängeschild für eine Enzyklopädie. Bitte, lasst uns endlich mal das freihändige Relevanz- durch ein begründbares Quellenkriterium ersetzen.
Konkret bezogen auf Professoren würde ich Birken aber dann doch sehr widersprechen:
Wissenschaft ist öffentlich. Wissenschaftler stehen in der Öffentlichkeit. Und zu jedem Wissenschaftler gibt es natürlich neutrale Quellen: er veröffentlicht, andere veröffentlichen über seine Veröffentlichungen. Wichtig am Wissenschaftler ist ja das Werk, und das lässt sich eigentlich immer ausgewogen und neutral beschreiben.
Mittlerweile ist die 41. Version aufgeschaltet. Einzelne Informationen wurden mehrere Male rausgelöscht und von anderen wiederhergestellt. Ein Edit War ist ausgebrochen. Der Frontverlauf in diesem Krieg um die Deutungshoheit ist jedoch nicht immer klar.