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Mittwoch, 9. November 2022

22-11-09 Kranfall zu Südkreuz

Action! Sie hält an die Aktion um mich herum. Nachdem ich schon auf dem Treppenhaus einen Trupp Bauarbeiter:innen traf (Wohnung, zweiter Stock, kein Bezug zum Hinterhaus) und dann beim Regenradeln einen Trupp Jogger, der aussah als wäre er Polizei in Ausbildung, hielt der Rest des Tages sein hohes Tempo durch.

Immerhin, einige Sachen scheinen vollendet zu werden.  Ich konnte mich guten Gewissens am Abend in die neue Strickjacke mit Zopfmuster schmiegen konnte. Über Jahrzehnte hätte ich ja Strickjacken mit Zopfmuster als Rentnerkleidung abgelehnt. Aber alleine, dass ich etwas Jahrzehnte lang machen konnte, zeigt, dass ich im Strick-Zopfmuster-Alter angekommen bin.  

Vorher war aber noch der Action-Moment des Tages. Bei dem wir Glück hatten, dass es keine Toten gab. Ein Kran auf der Baustelle neben dem Büro ist abgebrochen. Der Ausleger fiel zu Boden. Soweit wir erahnen können, war es so ein Mobil-Kran-auf-LKW. Das komplette Gebäude bebte. Der abgestürzte Kran-Teil fiel zum Glück auf leeren Grund. Mit etwas Pech hätte es auch das Dach über uns sein können. Soweit wir sehen konnten war niemand verletzt. Nichts außer dem Kran war kaputt. Wie man aus dem Südteil des Büros sehen kann, steht der Fuß des Krans reichlich schief. Gut, dass ich morgen sowieso von zu Hause arbeiten wollte.



Madame bestellte eine Waschmaschine. 

Heute fand eine US-Wahl statt, die im Wesentlichen sagt "Alles bleibt wie es ist." und auch "dieses 'wie es ist' ist echt kompliziert."

Heute hat Russland angekündigt sich aus Cherson zurückzuziehen, wobei Skepsis angebracht ist, ob es wirklich passiert. 

Ist Jubiläum der Deutschen Revolution (104 Jahre), der Pogromnacht (84 Jahre) und des Mauerfalls (33 Jahre).  

So viel Politik auf einmal kann ich textlich nicht verarbeiten. Als Zopfmusterstrickjackenträger fühle ich mich auch nicht mehr verpflichtet, es zu versuchen. 

Dienstag, 8. November 2022

22-11-08 KM468

Und Action! Spärlich sind die Tage an denen ich noch vor 7 Uhr morgens und vor dem ersten Kaffee bereits die halbe Küche fege - und die halbe Küche staubsauge; die Modellnummer unserer Kaffeemaschine herausfinde, die Zweitkaffeemaschine lokalisiere - und dann auch noch gleich eine Ersatzkanne für das gesprungene Kanne der KM468 bestelle. Und dann Kaffee.

Der Tag behielt diesen Modus bei - die Ereignisse wurden an sich erfreulicher, aber dieses Überraschungsmoment mit neuen Arbeitspaketen blieb erhalten. Wobei es nicht half, dass ich die Existenz eines vormittäglichen Drei-Stunden-Meetings komplett vergessen hatte. Dessen Auftauchen verbesserte den Rest der Tagesplanung nicht. 

Madame testete derweil experimentell, wie viele Oerstedt eine Gurke hat. Das Ergebnis liegt bei nahe Null. Wenn Madame nicht gerade gurkenforscht, lässt sie klarstellen: Keineswegs fuhr sie gestern nach Charlottenburg, um ein Fahrrad aufzupumpen. Sie fuhr zwar nach Charlottenburg - aber keinerlei Fahrräder wurden in ihrer Gegenwart aufgepumpt. Weder in Charlottenburg noch anderswo. 

Die nachmittägliche Dunkelheit erlaubt neue Einblicke. Entgegen meiner Thesen scheinen in der neuen Vattenfall-Deutschland-Zentrale am Bahnhof Berlin-Südkreuz doch Menschen zu arbeiten. Durch die erleuchteten Fenster kann man Veranstaltungen sehen, in denen gut gekleidete Personen Folien an eine Leinwand projizieren und andere zusehen. 

Näher am zu Hause, macht die Hinterhaus-Dach-Baustelle ungeahnte Fortschritte. In der Dunkelheit, mit Baustellen-Flutlichtern, sieht sie beeindruckend aus. Die Frage, ob es sinnvoll ist, ausgerechnet Mitte November Dachbalken und Dach komplett zu entfernen, möchte ich nicht stellen. Die Herren von der Baustelle sollen das Dach über unseren Köpfen bearbeiten wenn sie im Hinterhaus fertig sind. Bis dahin möchte ich an die Kompetenz der Bauarbeiter glauben.

Das Küchenthermometer bleibt bei 16 Grad morgens und abends. Für Euch getestet: Bei strahlendem Sonnenschein lässt sich ein Besprechungsraum mit großen Süd- und Ostfenstern auch ganz ohne energetische Nachhilfe auf 29 Grad bringen. Ich empfehle ihn aktuell Kolleg*innen als büroeigene Wärmestube. Zumal er Unterhaltungswert bietet. Durch seine Fenster lässt sich gelegentlich ein vorbeirauschender Staatsbesuch bewundern. 



(Die Strecke ist eine mögliche Strecke vom Flughafen zum Bundesministerium der Verteidigung. Die Zusammensetzung der Kolonne aus vielen Limousinen und wenigen Kleinbussen spricht für wichtigen Einzelbesuch. Es ist mir bisher noch nicht gelungen, er ergründen wer in dieser Fahrzeugkolonne saß)