Montag, 18. Juli 2016

Schwimmbäder nah und fern: Lido, Omegna, Piemont

Schwimmbäder sind schön. Eine deutsche Errungenschaft besteht darin, das Land flächendeckend mit Schwimmbädern überzogen zu haben. Schwimmnbäder sind ein Ort für Alle, ein Ort für Bewegung, Spiel und Überraschungen. Schwimmbäder geben einen guten Einblick, wie Menschen sinnvoll ihre Freizeit verbringen. Als Liebhaber von Schwimmbädern werde ich dieses Blog nutzen, um einen Überblick über große und kleine Schwimmbäder zu geben: Becken, Menschen, Duschen, Kaffee und sonstige Annehmlichkeiten. Nachdem der letzte Beitrag sich schon dem Lago d'Orta widmete, bleibt die Badestellenbeschreibung am See, umrundet die Nordspitze und landet in Omegnas Ortsteil Bagnella am richtigen Stand des Ortes: der Lido vom Piscina di Omegna.

Über den Ortasee schrieb ich letzte Woche ja schon einiges. Ein klarer, fischreicher Rand-Alpensee mit spannender Geschichte. Nun liegt am See nicht nur die eine beschriebene Badestelle, sondern an sich ist das gesamte Ufer des Sees eine Ansammlung von Badestellen; mal eher privat mal eher öffentlich. In Omegna gibt es diverse Plätze an denen man ans Wasser kann und die sich so im Sommer ganz alleine in öffentliche Badestellen verwandeln. Es existiert aber auch ein Ort, der als DIE Badestelle ausgewiesen ist: Der kommunale Strand direkt am Hallenbad.






Der Strand liegt im Ortsteil Bagnella, was darauf hindeutet, dass die Menschen hier schon länger baden. Ital. bagno = Bad. Die Landzunge von Bagnella ist einer der wenigen etwas flachereren Bereich am See und mittlerweile existiert hier ein größeres Sportzentrum mit diversen Sporteinrichtungen. Die Ruderer nutzen ihr Clubhaus nebenan, das Hallenbad liegt in Bagnella und auch der Strand. Der Strand kostet im Gegensatz zu den übrigen Badestellen Eintritt, dafür hat er echten aufgeschütteten Sandstrand, eine Badeaufsicht, eine Bar, zwei Freibadbecken, Umkleidekabinen, Duschen, Beachvolleyballfelder etc. 

Gelände

Das Hallenbad stammt der Optik nach zu urteilen aus den späten 1960ern/frühen 1970ern und ich gehe davon aus, dass der Strand in dieser Zeit in seiner heutigen Form hergerichtet wurde.

Das Bad wirkt ob seiner Umgebung - ungewohnt für den Lago d’Orta - etwas weitläufig. Immerhin ist im Rücken des Strandes dann wieder eine gewohnte Steilwand. Der Zugang erfolgt durch das Hallenbad, in dem die Kasse liegt. Dann geht es wieder nach draußen zu Umkleidekabinen und Duschen. Landseits liegt ein zentralerer Mittelteil mit Umkleiden, Bar, befestigten Freibädern, zum Wasser hin zieht sich halbkreisförmig darum der eigentliche Strand. Etwas abgelegen befinden sich noch Tischtennisplatten, Volleyball-. Beachvolleyball- und ähnliche Felder.


Es gibt mehrere Möglichkeiten ins Wasser zu gehen, die jeweils durch Schilf getrennt sind – teilweise mit garantierter Badeaufsicht, teilweise ohne. Insgesamt soweit ich zählte vier und fünf kleinere Buchten.
Wie an italienischen Stränden üblich, gab es die Möglichkeit Liegestühle und Sonnenschirme zu mieten, von der die Anwesenden reichlich gebrauch machten.

Umkleidekabinen etc.

Eine große, orange und sehr saubere Kabine für je Männlein und Weiblein.

Baden


Einerseits lässt es sich natürlich im See selbst schwimmen, anderseits geht dies auch in den Freibadbecken. Zumindest als wir am Strand waren, war auch die Tür des Hallenbades geöffnet. Vermutlich kann man das Hallenbad mitbenutzen wenn man Strandeintritt bezahlte? Der Eingangsbereich ist eh derselbe und tagsüber hat der Strand offen, abends das Hallenbad. Das Hallenbad selbst ist aber so unglaublich faszinierend, dass jenes mindestens einen eigenen Blogpost verdient hat und hier nicht weiter vorkommen soll.

Die beiden Freibad-Becken teilen sich in ein kleines Planschbecken und ein etwas größeres Schwimmbecken auf. Im Schwimmbecken reicht mir (1,90m) das Wasser bis etwas unter die Brust. Das Wasser ist anscheinend unbeheizt, aber wir sind ja auch in Italien, da ist es draußen warm. Das Becken dürfte knapp 25 Meter lang sein, das Wasser ist - im Gegensatz zum Hallenbad übrigens - stark gechlort. Da bleibe ich doch lieber im See.

Der kleine Sandstrand macht den Zugang zum See deutlich angenehmer macht als er sonst ist. Der Ortasee selbst hat eine spannende Geschichte, die ich letzte Woche länger ausbreitete und bereits noch viel länger und ausführlicher vor ein paar Monaten in Wikipedia niederschrieb. Das Seewasser ist angenehm, hat Ende Juni/Anfang Juli auch eine sehr angenehme Badetemperatur und die Zahl der Motorboote und ähnliche Nervbüttel auf dem See hält sich sehr in Grenzen. Zumindest als wir da waren, kamen gegen Abend oder am Wochenende eins, zwei Boote auf dem gesamten einsehbaren See raus und das war es.




Baden mit Aussicht. Ungefährer Blick vom Seeufer an der Strand-Stelle.

Gastronomie


Typische italienische Strandbar. Der Kaffee hatte gewohnte italienische Qualität. Ansonsten Gelatos, Paninis etc. Sympathiepunkte gab es für die Möglichkeit Rotwein und Prosecco gleich in ganzen Flaschen zu kaufen.

Publikum


Als wir da waren (wochentags vormittags) vor allem Familien und organisierte Kindergruppen (Schule?). Teilweise schien dort auch Schulsport stattzufinden. Manchmal am Freibadbecken schien etwas überlaufen, sonst mit viel Platz und Ruhe konnte man auch finden. Aber auch sonst hatte ich den Eindruck, dass zumindest die Jugendlichen eher eine der zahlreichen gratis-Bademöglichkeiten am Ortasee nutzten, der Strand eher familiär bis gemütlich war..

Öffnungszeiten/Eintritt


9 bis 18 Uhr. Danach hat das Hallenbad geöffnet. Für Nicht-Omegnesi kostet das der Besuch werktags 6,30€, an Sonn- und Feiertagen 8,50€. Inklusive der Regeln für Einheimische und Ortsfremde, für Senioren- Kinder-, Ferien, Mittags-, Mehrfachbesuchsregelungen kann es der Strand von Omegna locker mit der Komplexität der Berliner Bäder aufnehmen.

Sonstiges

Dieses Hallenbad. Unfassbar großartig. Aber dazu später mehr.  

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