Montag, 27. Februar 2012

Das Wissen ist schon frei (Freies Wissen I)

Vor ein paar Tagen hatte ich einen Gedanken, und stellte den als Frage der Woche in Iberty. Und wie es sich für eine gute Frage gehört. sie hat weitere Fragen aufgeworfen. Nicht zuletzt: "Wie? Ich dachte Du bist Wikimedia-Gründungsmitglied?!?" Nein, ich trat Ende 2004 nachts um drei halb betrunken auf dem 21C3 bei Wikimedia Deutschland ein, weil mir Mathias Schindler ein Eintrittsformular untermogelte. Aber gedanklich und ideell war ich natürlich schon bei der Gründung dabei, und habe diese inhaltlich unterstützt; und ich hätte vermutlich auch nichts großartig etwas gemacht, als die Leute bei der Gründungsveranstaltung. Deshalb war meine Frage von vor ein paar Tagen auch so halb rhetorisch. Natürlich weiß ich, was die Gründungsmitglieder bewegte, und was sie ungefähr dachten. Trotzdem halte ich meine Frage aufrecht. Aber dafür muss ich vielleicht etwas weiter ausholen.

Wikipedia und ich: 2002


Baaaaa Ram Ewe.... (2415929165)

Also ich habe meine Magisterarbeit über die Entstehung der EG-Richtlinie 2001/29/EG ("Urheberrecht in der Informationsgesellschaft") geschrieben, und meine Diss beschäftigt sich mit der Theorie des Geistiges Eigentums. Ich würde also schon behaupten, dass ich mich mit Theorie und Auswirkungen des Urheberrechts halbwegs auskenne, und ich mich dafür interessiere. Das erste mal hörte ich von Wikipedia über eine Fußnote in Volker Grassmucks Buch "Freie Software" von 2002. Das wollte jemand Linux aber mit Text! Wow! So etwas braucht die Menschheit. Bis ich mich dann wirklich bei Wikipedia anmeldete, dauerte es noch anderthalb Jahre, aber die Vision war diesselbe. Das, was Linux für Software war - oder besser: das was Linux für Software der Vision nach werden sollte - sollte Wikipedia für Texte werden. Das Paradebeispiel für Freie Inhalte mit einer freien Lizenz. Wiki war mir egal, Enzyklopädie war mir so semi-egal, es war die Freie-Wissens-Vision, die zählte.

Wikpedia und ich: 2004

Attack sheep^ - geograph.org.uk - 777511

Nachdem ich mich dann habe davon überzeugen lassen, dass Wikipedia tatsächlich nutzbare Inhalte produzieren kann, meldete ich mich dann an. Es dauerte nur wenig, um mich von Wikis zu überzeugen, um Diderot für einen Befreier der Menschheit zu halten. Auch war ich davob überzeugt, dass die pseudoenzyklopädische Sortierung (ein Artikel pro Thema, Themen selbst möglichst klar und einfach abgrenzbar), eine gute Methode sind, um Wissen zu ordnen. Die damals verwendete GFDL-Lizenz machte bei strenger Auslegung zwar jede Nachnutzung weitgehend unmöglich, und ehrlich gesagt, fand sich auch keine nichtkommerzielle oder gar kommerzielle Nachnutzung der Inhalte: aber hey, es war die Vision Freies Wissen, die zählte!

[Zwischenbemerkung: um die Argumentation halbwegs simpel zu halten, werde ich im weiteren Bilder ignorieren, und Wikipedia ausschließlich als Text behandeln. Bei Bildern ist das alles ganz anders, und noch schlimmer.]

Immer noch keine Nachnutzung

Über die Jahre entwickelte sich Wikipedia dann prima, das Wissen sammelte sich, die Leute lasen Wikipedia, formulierten sie für ihre Referate um. nutzten die Informationen für Zeitungsartikel, Doktorarbeiten, Ausstellungen, anderen Wikipedias, ihre Homepages, Romane, Postkarten, Versuche, ihre Freundin zu beeindrucken. Es dürfte kaum eine Form menschlicher Kommunikation geben, der bei der mittlerweile noch niemand auf Wikipedia-Wissen zurückgegriffen hat. Der Plan, freies Wissen in die Welt zu setzen, hat wunderbar funktioniert. Leider ist eine Form bisher gescheitert: lizenzkonforme Nachnutzung der originalen Wikipedia-Texte. Fast jeder Versuch, wirklich ganze Texte zu nehmen, ist entweder weitgehend gescheitert - wie die diversen Wikipedia-Bücher - ist ein Versuch, den die Menschheit nicht wirklich braucht [Internetspiegel einer bestens erreichbaren Internet-Seite], oder ist eigentlich Betrug, in dem Leuten schlechte Bücher verkauft werden, die ausschließlich Texte aus Wikipedia enthalten. Eine konstruktive, kreative Form, Wikipedia-Texte weiterzunutzen, existiert meines Wissens nicht. Was die ersten Jahre auch wie Zufall oder noch nicht ausgereifte Entwicklung hätte sein können, erscheint bei weiterer Überlegung durch Wikipedia und das Urheberrecht bedingt:

Das Wissen ist schon frei

Schaapjes

Zumindest was Texte angeht, kommt die Free-Software-Bewegung etwa 200 Jahre zu spät. Das Wissen in Texten ist schon frei. Oder, um es im deutsch des deutschen Urheberrechts zu sagen: Werke im Sinne dieses Gesetzes sind nur persönliche geistige Schöpfungen. Der Satz wiederum verweist auf die etwa 200 Jahre alte Unterscheidung zwischen Inhalt und Form, nach der die Form eine persönliche geistige Schöpfung ist, der Inhalt (bei Sachtexten wie Wikipedia: das Wissen), aber nicht schutzfähig ist. Anders gesagt: er ist frei. Und die Arbeit, den zu befreien, hat uns netterweise die echte Aufklärung abgenommen. Nur deshalb konnte Wikipedia überhaupt so schnell wachsen - indem es andere Texte umformulierte, und deren bereits freien Inhalte nahm. Deshalb auch nutzen hunderte Millionen Menschen frei Wikipedia-Inhalte, ändern die Form, und können ganz unbelastet von allen Lizenzdebatten von Wikipedia profitieren. [Wie gesagt, bei Bildern ist das komplett anders, weil man Form und Inhalt nicht trennen kann..] Und genau deshalb braucht auch niemand die freie Textlizenz von Wikipedia, weil das Projekt selbst durch seine Regeln versucht, jede individuelle Form und persönliche geistige Schöpfung zu verhindern.

Trotzdem befreite Wikipedia

Wenn aber die Befreiungsleistung der Wikipedia nicht darin liegt, schon freie Inhalte unter eine kompliziert zu benutzende Lizenz zu stellen, warum funktioniert Wissensbefreiung durch Wikipedia trotzdem so großartig? Wie kann Wikipedia Wissen befreien, dass dem Urheberrecht zufolge schon frei ist? Warum kann Wikipedia Wissen in die Welt setzen, ohne dass die Menschheit sich mit den Fallstricken der CC-BY-SA 3.0 auseinandersetzen muss? Weil das Wissen zwar frei war, aber es war auch unzugänglich. Wissen lag in einsamen ungelesenen BÜchern in verstaubten Bibliotheken; Wissen war im Fachjargon formuliert, und der Erwerb desselben verlangte theoretische Erkenntnis. Wissen fand sich in alten Zeitungen, die in Archiven vor sich hinstaubten, und verschiedene fachliche Betrachtungsweisen eines Themas fanden nie zueinander. Weil Wikipedia weltweit per Knopfdruck und weitgehend barrierefrei abzurufen ist; weil es in eine Form gegossen ist, die kein Spezialwissen verlangt, um sie zu verstehen; weil das Wissen auf eine Art und Weise organisiert ist, die jeder Nachvollziehen kann; und weil Wikipedia Wissen aus allen Ecken und Wissensbereichen sammelt, und zugänglich macht. Das sind erstaunliche Befreiungsleistungen - nur haben sie gar nichts mit der Lizenz zu tun, unter der das ganze steht.

Wikimedia und die Lizenzen

Nun wurde der Verein Wikimedia Deutschland gegründet, als die Entwicklung von Wikipedia, ihre Stärken und Schwächen, noch nicht so klar und deutlich waren. Der Verein wurde zu einem größeren Teil von Menschen wie mir gegründet, die Freies Wissen und Virale Lizenz immer mit dem selben Atemgedankenzug dachten, und die sich nicht wirklich vorstellen konnten, dass Freies Wissen - was Text angeht - unabhängig von der Lizenz ist. Deshalb auch fährt der Verein auch weiterhin oft eine relativ urheberrechtliche Engführung, was freies Wissen angeht. Freies Wissen = freie Lizenz. Freie Lizenz = freies Wissen. Beziehungsweise: was schon (lizenz-)frei ist, muss nicht weiter befreit werden.

Wissen zugänglich machen, und sammeln. Hojaho.

Lamb first steps (edited)

Wir haben allerdings mittlerweile eigentlich soviel Erfahrung, dass Offenheit, Teilhabe, Zugänglichkeit und Nachvollziehbarkeit soviel mehr dazu beigetragen haben, Wissen zu befreien, als ausgerechnet die reichlich unbeachte herumliegende Lizenz. Warum versteifen wir uns so sehr auf diese Lizenz? Warum ist nicht Nachvollziehbar und Offenheit Grundbedingung alles Handels, und die Lizenz nur ein Nice-to-have. Warum fördern wir nicht viel mehr Methoden Wissen zusammenzutragen, als nur diejenigen, die sich textgenau übernehmen lassen? Warum konzentrieren wir Lobbying auf Urheberrecht? Und nicht darauf, Veröffentlichungspflichten durchzusetzen, und bereits existierende Veröffentlichungen einfacher zugänglich zu machen? Wikipedia lehrte uns viele Wege, Wissen zu befreien, und der Menschheit zugänglich zu macen. Warum versteifen wir uns viel zu oft, auf den einen Weg namens Urheberrecht, der immer nur disfunktional endete? Freie Lizenzen allein machen noch kein Freies Wissen, Freies Wissen kann auch unter unfreien Lizenzen existieren.

Kommentare:

Anonym hat gesagt…

buh!

sebmol hat gesagt…

"Warum versteifen wir uns so sehr auf diese Lizenz?" - Tun wir das? Sicher spielt die Lizenz immer mal wieder eine Rolle, aber ich würde nicht sagen, dass sie einen mit sich ziehenden Schwerpunkt der Vereinsarbeit darstellt. Wenn man sich anschaut, was wir uns dieses Jahr vorgenommen haben, oder auch die langfristige strategische Planung, so lese ich daraus nicht, dass "freies Wissen" aus Vereinssicht primär eine Frage der Lizenz ist.

Kerngedanke zumindest unseres heutigen Anspruches ist der Zugang zu Wissen für jeden überall. Die Lizenz ist dazu ein Werkzeug, genauso wie das Wiki oder die Verbreitung per Internet Werkzeuge sind. Wenn wir also Lobbying betreiben, dann tun wir das nicht nur zum Urheberrecht, auch wenn das gerade (oder eigentlich schon seit Jahren) eines der größten Baustellen ist.

Ein Beispiel: Das Ziel, auch in Deutschland zu PD-GOV o.ä. zu kommen, also dass alle Inhalte, die vom Staat hergestellt werden, auch von jedermann kostenlos für jeden Zweck verwendet werden können, hängt sich zwar technisch an der Lizenzfrage auf. Das passiert aber nur, weil gerade das Urheberrecht auch von staatlicher Seite als Argument verwendet wird, warum eben nicht jeder an die Inhalte herankommt. Fundamental geht es bei PD-GOV auch eher darum, dass (1) von staatlicher Seite jede Menge Werke erzeugt werden, die für die Gesellschaft nützlich und hilfreich sind, auch und gerade aus der Sicht von Wissen/Bildung und dass (2) der Staat für die Gesellschaft da ist, nicht umgekehrt. Das Urheberrecht ist hier (erneut) nur ein Werkzeug, um das Gewünschte zu erreichen.

Aber genauso müssen wir auch Lobbyarbeit in der eigentlichen Bildungspolitik machen, wo der etatistische Wind der 1960er und 1970er teilweise noch am stärksten weht.

Insofern gebe ich dir Recht, dass es um mehr geht, als die freie Lizenz. Ich sehe aber nicht, wo wir uns darauf (noch) versteifen. Ich selbst wäre nie im Leben darauf gekommen, Wikipedia als "Linux fürs Wissen" zu bezeichnen. Das wäre eine sehr eingeschränkte Sichtweise.

Anonym hat gesagt…

Ich kann sebmol nur 100% zustimmen.

Die Behauptung, "Freies Wissen kann auch unter unfreien Lizenzen existieren" hat schon etwas winkeladvokatisches. Ich bin als Computerlinguist sicher nicht der typische User, aber ich habe die Wikipedia-Inhalte schon in diversen Kontexten "nachgenutzt". Und das wäre ohne freie Lizenz nicht möglich gewesen.

TheK hat gesagt…

Eigentlich steckt der Winkeladvokat eher darin, dieses ganze Thema "Urheberrecht" zu nennen, denn um die Urheber geht es dabei gar nicht mehr. Es ist das "Verwertungsrecht", das im Netz so wenige Freunde besitzt.

Wissen oder Inhalte eben nicht allgemein zugänglich zu machen, ist ein Interesse des Verwerters (und oft genug gegen das Interesse des Urhebers, insbesondere wenn dieser sein Werk nicht kommerziell sondern ideologisch betrachtet), denn nur so ist dieser Inhalt ein knappes Gut und hat so einen marktwirtschaftlichen Wert.

dirkfranke hat gesagt…

@anonym: "Die Behauptung, "Freies Wissen kann auch unter unfreien Lizenzen existieren" hat schon etwas winkeladvokatisches" - ohne dieses winkeladvokatische wäre Wikipedia nicht möglich, wäre Bildung nicht möglich, wären größere Teile der westlichen Zivilisation nicht möglich..

Wir haben diese fundamentale Unterscheidung zwischen Form und Inhalt schon so verinnerlicht, dass wir sie für selbstverständlich halten. Ist sie aber nicht. (nur als Beispiel. Bei Software ist sie schwerer zu treffen -> deshalb Free Software Bewegung, deshalb Linux, deshalb Freie Lizenzen. Diese lösen aber im wesentlichen ein Problem, dass es bei Text kaum gibt.

@sebmol: Jein. Also ich würde behaupten, WMDE würde mir deutlich eher ein intransparentes Projekt mit hohen sozialen Zugangskosten fördern als eines, das offen und für alle zugänglich ist, aber unter keiner freien Lizenz steht,

Natürlich ist unsere Definition Freien Wissens breiter, als nur Freie Lizenzen. Aber immer wenn man dann zur Frage kommt, wie sich denn Freies Wissen von gewöhnlichem Wissen unterscheidet, und was wir anderes wollen als der örtlich VHS-Verband, landen wir doch wieder bei den freien Lizenzen.

Die Frage ist: können wir alles was Wikipedia erfolgreich machte, und was zur Verbreitung Freies Wissens beitrug, trennscharf fassen, und so klar machen, wie sich dieses freie Wissen a la Wikipedia vom Wissen a la VHS-Verband unterscheidet - und welche Wege erfolgreich sind, wenn man Wissen verbreiten möchte.

@all zur Nachnutzung: mittlerweile wurden mir ein paar erfolgreiche Nachnutzungen gefunden. Im Vergleich dazu, dass Wikipedia an jeder Schule, in jeder Redaktion, an jeder Uni gelesen, verwendet und rezepiert wird, sind diese aber immer noch extrem in der Nische. Die Wirkung der Wikipedia entsteht nicht durch die Lizenz.

Finanzer hat gesagt…

Sorry South, aber man merkt, dass du kein Softwareentwickler bist. Denn bei Software sit selbstverständlich auch die konkrete Form (nämlich die konkrete Implementierung) geschützt und nicht die Idee (hier der Alghorithmus), wenn man von den unsäglichen Patenten auf Geschäftsideen und Software mal absieht. Z.B. wurden schon so einige Sachen komplett neu implementiert, damit diese unter eine freie Lizenz gestellt werden können und damit zu Linux etc. kompatibel sind. Und schau dir mal an, was zwei Entwickler als Resultat abliefern, wenn man Ihnen dieselbe Aufgabe stellt. Du wirst überrascht sein, wieviele Wege nach Rom führen können.

Insofern besteht kein prinzipieller Unterschied zwischen freier Software und freiem Wissen. Wissen kann nämlich erst beim entstehen, wenn man es um im Softwaresprech zu bleiben, implementiert, und zwar in einen lesbaren und verständlichen Text. Eine Tabelle mit den Eigenschaften der chemischen Elemente ist nicht wirklich Wissen, sondern erst der daraus resultierende Text, der die Fakten erklärt und in einen verständlichen Zusammenhang bringt.

Insofern möchte ich dir widersprechen, dass freies Wissen auch mit unfreien Lizenzen bestehen kann. Es geht genausowenig, wie freie Software mit unfreien Lizenzen existieren kann.

Anonym hat gesagt…

@finanzer: du sagst "Eine Tabelle mit den Eigenschaften der chemischen Elemente ist nicht wirklich Wissen, sondern erst der daraus resultierende Text, der die Fakten erklärt und in einen verständlichen Zusammenhang bringt."

genau: das wissen ist die erklärung an sich und der verständliche zusammenhang, das was du aus dem text entnimmst, nicht aber der text selbst.

das schöne am wissen ist aber eben gerade, dass es nicht am text klebt. welchen wissensgewinn du für dich aus einem text ziehst, kann von allem möglichen abhängen - die lizenz ist dafür aber komplett irrelevant.

poupou

dirkfranke hat gesagt…

Finanzer,

jein. Zum Periodensystem: das ist Wissen, für das die Menschheit lange gekämpft und geforscht hat. Aber in konzentrierter Form: ähnlich wie Liebigs Fleischextrakt, der auch erst durch die Zugabe von Wasser verdaulich gemacht werden kann.

Chemiker brauchen gar keinen Text dazu, weil sie das mit dem Wasser schon allein können. Andere brauchen vielleicht Text. (übrigens eher nicht den in de.wp, der scheint schlimm..), sondern den von en.wp.

Aber dieser Text konnte nur entstehen, weil das Wissen bei Ball, Philip (2002). The Ingredients: A Guided Tour of the Elements. Oxford University Press. ISBN 0-19-284100-9.
Bouma, J. (1989). "An Application-Oriented Periodic Table of the Elements". J. Chem. Ed. 66 (9): 741. Bibcode 1989JChEd..66..741B. doi:10.1021/ed066p741.
Gray, Theodore (2009). The Elements: A Visual Exploration of Every Known Atom in the Universe. New York: Black Dog & Leventhal Publishers. ISBN 978-1-57912-814-2.
Hjørland, Birger (2011). "The periodic table and the philosophy of classification". Knowledge Organization 38 (1): 9–21. Retrieved 2011-03-13.

schon frei war. Und genauso kann man ihn wieder umformulieren. Jetzt ist er aber öffentlich und verständlich. Das ist im Fall Wikipedia die Revolution. Die zwei Nischennachnutzungen, die es dazu auch gibt, sind nett, aber haben die Welt nicht verändert.

Finanzer hat gesagt…

Ich glaube ihr habt mich nicht verstanden. Genau wie bei Software kommt es auf die Implementierung an und diese Implementierung, im Falle WP eben die Formulierung so dass dieses auch für Chemie-DAUs halbwegs verständlich ist, wird durch freie Lizenzen geschützt.

Um die Analogie wieder bei der Software zu ziehen, nicht die Idee ein Grafikprogramm, ein Betriebssystem, einen Webserver, einen Browser haben zu wollen und was die können sollen ist geschützt, sondern die konkrete Implementierung. Gerade bei Browsern sieht man das sehr schön, die klauen alle hemmungslos voneinander, aber nicht alle sind Freie Software.

Und trotzdem ist es wichtig die konkrete Implementierung vor Remonopolisierung zu schützen und deshalb wird auch das Thema Freie Lizenzen immer ein integraler und wichtiger Bestandteil der Bewegung bleiben. Er ist natürlich nicht Selbstzweck, sondern notwendiger Bestandtteil und muss beachtet werden.

Anonym hat gesagt…

@finanzer.

wenn es um die bewahrung des von den wikipedianern geschaffenen geht, hast du natürlich recht, wenn du sagst eine "remonopolisierung" muss verhindert werden.

die kann sich aber aben nur auf den text in seiner konkreten form beziehen und wäre aber auch ohne freie lizenzen niemals erlaubt. dazu ist das urheberrecht ja gerade geschaffen worden, um zu verhindern, dass andere sich werke in ihrer konkreten form zu eigen machen, ohne dass er urheber ein wörtchen mitzureden hat.

völlig unabhängig davon ist jedoch die frage, was dazu geführt hat, dass ein korpus wie die wikipedia überhaupt geschaffen werden konnte. und hier sehe ich doch schnelle internetverbindungen, ausreichend speicherplatz, eine intuitiv nutzbare software und nicht zuletzt eine work-life-balance die es uns ermöglicht, feierabends noch geistig anspruchsvolle werke zu erschaffen, als sehr viel wichtigere ingredienzien, die es ebenfalls zu bewahren, fortzuentwickeln und zu promoten gilt, an.

poupou