Das Stadtbad Charlottenburg ist zwei Schwimmbäder. Die beiden Bäder stehen nebeneinander, haben sonst ber nicht viel miteinander zu tun. Das eine Bad nennt sich die Alte Halle – ein wilhelminisches Volksbad in voller Pracht, und das älteste Bad Berlins. Das andere Bad nennt sich Neue Halle - ein funktionaler 70er-Jahre Bau, dessen Errichtung den Auftakt zu einer ganzen Reihe nahe-identischer Bäder (Mariendorf, Spandau-Süd, Gropiusstadt, Wedding, Märkisches Viertel, Tiergarten) bildete. Ich nenne ihn den Komibadtyp.
Ursprünglich sollte die Neue Halle die Alte Halle ersetzen und die Alte Halle abgerissen werden. Neue Zeiten brachen an. Ganz West-Berlin sollte große, lichte 50-Meter-Becken bekommen und von den dunklen wilhelminischen Schwimmbrätern erlöst werden. Die Berliner sahen das anders. Die Neue Halle wurde gebaut, der Abriss der Alten Halle konnte (anders als zB iin Moabit) durch Bürgerproteste verhindert werden.
Demnach haben wir in Charlottenburg heute die kuriose Situation zweier Schwimmhallen, die nebeneinander stehen, eine bauliche Verbindung haben, vom selbem Betreiber betrieben werden und doch nach Außen hin komplett unterschiedliche Schwimmbäder sind.