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Mittwoch, 18. Januar 2017

Das erste Hallenbad Berlins. Stadtbad Moabit.

Die erste städtische Volksbadeanstalt [Berlins] mit Schwimmbad in der Thurmstraße 3 wurde 1892 eröffnet und enthielt ein Schwimmbad mit Bassin von 18 zu 9 m Größe und 112 Auskleideplätzen, teils in Zellen, ferner 67 Wannenbäder I. und II. Klasse und 29 Brausebäder I. und II. Klasse, letztere im Kellergeschoß.
So schrieb es 1909 W. Schleyer, Professor an der Technischen Hochschule zu Hannover und Geheimer Baurat, in seinem Buch Bäder und Badeanstalten.

Volksbadeanstalt Turmstraße (Berlin und seine Bauten, 1896)


Das erste echte Schwimmbad Berlins, in Betrieb fast 100 Jahre, und damit bis 1985 das älteste Berliner Bad im Bestand, stand in der Turmstraße in Moabit. Gebaut, um das ungewasche Proletariat zu waschen und zu befrieden, bis zum Ende mit Kohle beheizt, Auftakt einer ganzen Reihe von Volksbädern. Ausgerechnet Moabit: ein Stadtteil bis heute ohne ordentlichen Anschluss an den ÖPNV; Arbeiterbezirk ohne den Verve des Weddings oder des Prenzlauer Bergs. Moabit, lange Jahrzehnte gelegen im Mauer-Niemandsland und aus diesen Niemandsland bis heute nicht entfleucht. Moabit, mittlerweile durch die Hauptbahnhofs-Einöde geprägt, bekannt durch eine JVA, ausgerechnet hier liegt der Ursprung des Berliner Schwimmens: das erste Bad stand hier.

Montag, 21. November 2016

Schokoladenschwimmer. Die Halloren als Urväter des Schwimmsports.

Halloren? Sind das nicht diese niedlichen schmackhaften Schokoladenkügelchen, die sich besonders im Osten Deutschlands großer Beliebtheit erfreuen? So rund, so gefüllt; im Standardsortiment jedes Supermarktes östlich von Niedersachsen.

Nein! Die Hallorenschokoladenkugeln sind bestenfalls ein Nachhall, eine verspätete Hommage eines Hallenser Schokoladenfabrikanten. Die Schoko-Halloren sind benannt nach den echten Halloren. Die Brüderschaft der Halloren war die Brüderschaft der Salzwerker in Halle in der Saale. Die Sole, die in Halle zu Tage trat, konnte einfach gewonnen werden. Von dort aus ging sie in die Welt und trug über Jahrhunderte zu Bedeutung und Reichtum der Stadt bei.

Eine dementsprechende Stellung in Halle hatte die Brüderschaft der Halloren. Es war eine eingeschworene geschlossenen Gemeinschaft, die vor allem untereinander heiratete und eine eigene soziale Gruppe bildete. Zumindest die Autoren des 18. Und 19. Jahrhunderts halten die Halloren für wendischen/slawischen Ursprungs. Wobei die Autoren für diese Einstufung wenig Belege haben außer der offensichtlichen Abgeschlossenheit und Andersartigkeit der Gruppe gegenüber den übrigen Hallensern, was im 19. Jahrhundert ja gerne ethnisch begründet wurde.

Hondorff - Halloren
Halloren in Halle. Aus: Friedrich Hondorff: Das Saltz-Werck zu Halle in Sachsen, ergänzt und aktualisiert von Johann Christoph v. Dreyhaupt in Beschreibung des Saalkreise von 1750.

Was aber noch unbekannter ist als die Halloren selbst, ist die bedeutende Rolle, die die Halloren aus Halle an der Saale bei der Etablierung des Schwimmsports in ganz Deutschland spielten..