Suche die Schwimmhalle nicht, bevor du nicht inmitten der Plattenbauten bist. Die Ostberliner Grundregel gilt auch in Köpenick. Die Köpenicker Altstadt - städtebaulich das direkte Gegenteil zu DDR-Neubausiedlungen – reicht bis fast an das Schwimmbad. Im Gegensatz zu Berlin selber besitzt Köpenick auch eine echte Altstadt. Selbst beim Durchfahren erkennt der Reisende den mittelalterlichen Stadtgrundriss.
Hier wirkt alles weniger nach Berlin, sondern nach einer echten alten Stadt - die das auf eine bronzezeitliche Siedlung zurückgehende Köpenick ja auch ist. Der einsame Schwimm-Wanderer sieht auf die Uhr, denkt sich, in drei Minuten sollte ich da sein - und noch alles sieht das so überhaupt nach der typischen DDR-Großsiedlung aus. Sollte hier ein Überraschungsbad, ein DDR-Neubau inmitten historischer Bausubstanz stehen?
Aber nein. Direkt vor der Schwimmhalle beginnt das Salvador-Allende-Viertel mit Plattenbauhochhäusern und einem kleinen Einkaufszentrum. Gegenüber liegt eine Schule, ehemals zu Vorwendezeiten die Salvador-Allende-Schule(*). Hier steht ein typisches 1970er-DDR-Neubauwohngebietszentrum.
Das Allendeviertel I entstand Anfang der 1970er Jahre, das Allendeviertel II daneben Anfang der 1980er. Nach allem was ich lese, scheint hier eine der Gegenden zu sein, in denen man DDR-Nostalgie nachvollziehen kann. Alle loben und lobten die Nettigkeit, das Aufeinander-Aufpassen, die gefühlte Geborgenheit, die Gemeinschaft.. Ich fühle mich genötigt zu sagen, dass diese heimeligen Gemeinschaften sich immer daran erweisen wie sie mit den Nicht-Heimeligen umgehen, aber das führt zu weit.
Hier ist wichtig: architektonisch und von der gebäudeinduzierten Lebensqualität her, sind diese DDR-Neubaugebiete weit besser als ihr Ruf. Und am Rande des Viertels steht eine Schwimmhalle.
Genau wie das Bad nur am Rande des Gebiets liegt, ist es auch nur gerade so eben eine typische Berliner Volksschwimmhalle im Typbau. Handelt es sich beim Bad in Köpenick doch weder um den verbreiteten Typ C noch um den Typ Berlin 83, sondern noch um den deutlich älteren Typ Bitterfeld.
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Sonntag, 18. Februar 2018
Dienstag, 18. April 2017
Schwimmbad Berlin: FEZ, Wuhlheide
Folge den Pfeilen zur Weihnachtsmann-Schulung. Lasse dich dabei nicht von der Rohkost-Messe verwirren. Im FEZ – dem ehemaligen Freizeit- und Erholungszentrum in der Wuhlheide - ist immer was los. Das Schwimmbad im FEZ liegt am Rand, ist nur ein Teil des Gebäudes.
Gebaut wurde das FEZ als Pionierpalast Ernst Thälmann mit DDR-weitem Anspruch als Leuchtturm der Pionierbewegung. In der Wuhlheide war bereits 1950 eine Zeltstadt als Pionierrepublik Ernst Thälmann, als Freizeitpark für Kinder, geschaffen worden. Das Gebäude - der Pionierpalast - kam am 3. Oktober 1979 hinzu.
Die Schwimmhalle im Pionierpalast war dementsprechend keine Nachbarschaftsschwimmhalle, sondern ein Prunkschwimmort mit DDR-weiter Ausstrahlung. Pioniere aus dem ganzen Land, und Pionierfreunde aus der ganzen Welt, sollten sehen, wie sehr sich der Sozialismus um seine Jugend kümmerte und welch schönes Leben er diesen bieten konnte.
| Eimgang zum FEZ, ehemals Pionierpalast ("Pipala") |
Gebaut wurde das FEZ als Pionierpalast Ernst Thälmann mit DDR-weitem Anspruch als Leuchtturm der Pionierbewegung. In der Wuhlheide war bereits 1950 eine Zeltstadt als Pionierrepublik Ernst Thälmann, als Freizeitpark für Kinder, geschaffen worden. Das Gebäude - der Pionierpalast - kam am 3. Oktober 1979 hinzu.
Die Schwimmhalle im Pionierpalast war dementsprechend keine Nachbarschaftsschwimmhalle, sondern ein Prunkschwimmort mit DDR-weiter Ausstrahlung. Pioniere aus dem ganzen Land, und Pionierfreunde aus der ganzen Welt, sollten sehen, wie sehr sich der Sozialismus um seine Jugend kümmerte und welch schönes Leben er diesen bieten konnte.
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