Yeah! Es ist Freibadsaison. Endlich an Wind und Sonne,
raus ins Grüne, Rasen, Pommesgeruch und bewegte Luft. Da ich die
Berliner Bäder immer noch nicht davon überzeugen konnte, die Freibäder
von März bis Dezember zu öffnen, wird es jetzt Zeit. Zuerst einmal
natürlich ins persönliche Stammbad: das Sommerbad Wilmersdorf.
Entstanden ist das zeitgleich mit dem bekannteren Kreuzberger Prinzenbad öffnete es 1956. Es wurde gebaut auf dem Gelände eines ehemaliges Gaswerks. Heute liegt es inmitten eines größeren Sport/Parkbereichs zu dem auch noch das Stadion Wilmersdorf gehört. Irritierenderweise befindet sich das Bad gar nicht in Wilmersdorf, sondern in Schmargendorf. Ältere Berliner sollen das Bad auch Lochowbad nennen, nach einer vorbeiführenden Straße, die bis 1968 Lochowdamm hieß. Von diesen älteren Berlinern habe ich aber noch keinen getroffen.
Gelände
20.000 Quadratmeter Liegewiesen. Platz! Es sei denn man kommt bei über 30 Grad. Vom Eingang geht es direkt zu Umkleidebereichen/Duschen etc. Dahinter sind die Becken, dann kommen die Wiesen. Ein Grund, warum ich Freibäder mag: die Anmutung von Raum wird hier betont. Als kleinerer Park ginge das Bad auch durch.
Die Becken sind von dunklen Hecken eingefasst, was einen schönen Kontrast zum Hellblau des Wassers ergibt. Mein besonderer Liebling ist aber der Eingangsbereich, der einerseits nach 50er-Jahre-Leichtigkeit aussieht, andererseits auch nach Strand und Urlaub. Anscheinend wurde der Eingangspavillon seit seinem Bau kaum mehr verändert. Dazu kommt im Eingangsbereich noch ein schicker Brunnen mit Bär, ein Rosenbeet -und Lavendel selten kriegen Berliner Bäderbetriebe einen Eingangsbereich hin, bei dem ich mich willkommen fühle.
Umkleidekabine/Dusche/Fön
Der Umkleide- etc. -bereich sollte bitte sofort unter Denkmalschutz gestellt werden, so wunderbar wie er aus der Zeit gefallen ist. Die Umkleidekabinen sind aus Holz und stilistisch noch weitgehend identisch mit den älteren Umkleidekabinen der Vorkriegsvolksbäder. Daneben Schließfächer (Schloss bitte selbst mitbringen), die neueren Datums zu sein scheinen, in ihrer unaufdringlichen Funktionalität aber gut zum Rest passen.