(..extrem wahrscheinlich aber gab's schon mal)
..wäre das KKW Brokdorf nicht sicher. Im schlimmsten Fall gäbe es hunderttausende Tote. Brokdorf jetzt aufgeben?
..wäre die Stadt Hamburg nicht sicher. Im schlimmsten Fall gäbe es hunderttausende Tote. Hamburg jetzt aufgeben?
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Montag, 21. März 2011
Freitag, 18. März 2011
Aber zumindest Angst hatten wir alle
Danke an snotty, der online einen Tagesspiegel-Artikel entdeckt hat (warum kauf ich den eigentlich am Kiosk?..), zum Thema ''Die Gesundheitsfolgen von Niedrigdosis-Strahlung zeigten sich schon nach Tschernobyl. Dadurch verursachte Krebsfälle sind statistisch in Deutschland nicht nachweisbar.''
Der greift die Frage welche Schäden gab es denn nun wirklich aus dem Blog auf und antwortet im großen und ganzen:
Der greift die Frage welche Schäden gab es denn nun wirklich aus dem Blog auf und antwortet im großen und ganzen:
Es gibt bisher keinen Nachweis, dass in Deutschland oder anderen Ländern Mittel- oder Nordeuropas negative gesundheitliche Strahleneffekte durch den Tschernobyl Unfall verursacht wurden", heißt es von Seiten des Bundesamts. Kann die Akte Tschernobyl also geschlossen werden, zumindest für Deutschland? Nicht ganz.
Mittwoch, 16. März 2011
Stochastik statt Godzilla
Kleiner Hinweis auf einen informativen Post von Joachim Schulz auf den Wissenslogs:
Die Angst vor dem Atom
um mal wichtige Ausschnitte zu zitieren:
Radioaktivität ist schädlich. Das sind chemische Gifte aber auch. Was Radioaktivität besonders erschreckend wirken lässt, sind die stochastischen Strahlenschäden. Gemeint sind damit Folgen der Bestrahlung, die mit einer dosisabhängigen Wahrscheinlichkeit eintreten, deren Auswirkung aber von der Stärke der Bestrahlung unabhängig sind.
..
Erschreckend an stochastischen Schäden ist, dass die Schäden selbst in ihrer Stärke nicht von der Strahlendosis abhängen. Sie können auch ganz ohne künstliche Radioaktivität zum Beispiel durch natürliche Radioaktivität oder andere Schädigungen des Erbguts auftreten. Jede noch so geringe zusätzliche Dosis radioaktiver Strahlung erhöht aber die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten stochastischer Schäden ein Wenig.
..
Wir Menschen haben offenbar kein besonders realistisches Gefühl für Wahrscheinlichkeiten. .. Die natürliche Radioaktivität, der wir unausweichlich immer ausgesetzt sind, ist ebenso gefährlich wie künstliche Radioaktivität.
..
Auch der Vergleich zwischen Tschernobyl und Störfällen, wie sie 2007 in Krümmel und jetzt nach dem Erdbeben und Tsunami in Fukushima aufgetreten sind, kann unkommentiert nicht zur Aufklärung sondern allenfalls zur Panikmache beitragen.
..
Tendenziell werden Gefahren durch Radioaktivität und speziell durch Atomkraftwerke aber unrealistisch hoch eingeschätzt. Vergleichbare Gefahren können auch bei Chemieunfällen, durch Krankheitserreger und bei Naturkatastrophen auftreten.
...
Die Mehrheit der Bevölkerung möchte aber scheinbar einen schnellen Ausstieg aus der Kernkraft, deshalb müssen solche Alternativen untersucht werden. Diese Alternativen dürfen ebenso wenig idealisiert werden, wie die Kernkraft verteufelt werden darf. Nur durch eine realistsiche Gegenüberstellung von Energieszenarien mit und ohne Kernkraft wird die Gesellschaft in der Lage sein, eine informierte Entscheidung zu treffen.
Die Angst vor dem Atom
um mal wichtige Ausschnitte zu zitieren:
Radioaktivität ist schädlich. Das sind chemische Gifte aber auch. Was Radioaktivität besonders erschreckend wirken lässt, sind die stochastischen Strahlenschäden. Gemeint sind damit Folgen der Bestrahlung, die mit einer dosisabhängigen Wahrscheinlichkeit eintreten, deren Auswirkung aber von der Stärke der Bestrahlung unabhängig sind.
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Erschreckend an stochastischen Schäden ist, dass die Schäden selbst in ihrer Stärke nicht von der Strahlendosis abhängen. Sie können auch ganz ohne künstliche Radioaktivität zum Beispiel durch natürliche Radioaktivität oder andere Schädigungen des Erbguts auftreten. Jede noch so geringe zusätzliche Dosis radioaktiver Strahlung erhöht aber die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten stochastischer Schäden ein Wenig.
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Wir Menschen haben offenbar kein besonders realistisches Gefühl für Wahrscheinlichkeiten. .. Die natürliche Radioaktivität, der wir unausweichlich immer ausgesetzt sind, ist ebenso gefährlich wie künstliche Radioaktivität.
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Auch der Vergleich zwischen Tschernobyl und Störfällen, wie sie 2007 in Krümmel und jetzt nach dem Erdbeben und Tsunami in Fukushima aufgetreten sind, kann unkommentiert nicht zur Aufklärung sondern allenfalls zur Panikmache beitragen.
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Tendenziell werden Gefahren durch Radioaktivität und speziell durch Atomkraftwerke aber unrealistisch hoch eingeschätzt. Vergleichbare Gefahren können auch bei Chemieunfällen, durch Krankheitserreger und bei Naturkatastrophen auftreten.
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Die Mehrheit der Bevölkerung möchte aber scheinbar einen schnellen Ausstieg aus der Kernkraft, deshalb müssen solche Alternativen untersucht werden. Diese Alternativen dürfen ebenso wenig idealisiert werden, wie die Kernkraft verteufelt werden darf. Nur durch eine realistsiche Gegenüberstellung von Energieszenarien mit und ohne Kernkraft wird die Gesellschaft in der Lage sein, eine informierte Entscheidung zu treffen.
Dienstag, 15. März 2011
Panik!
Vorweg: wir werden nicht alle sterben. Nichtmal alle Japaner werden sterben. Auch wenn ich manchmal den leisen Eindruck habe, mancher würde sich freuen, weil das seinen politischen Punkt besser machte.
Auch vorweg: Jedesmal wenn ich das KKW Brunsbüttel sehe, warte ich auf den Tag, an dem das KKW einfach aus Altersschwäche zusammenbricht. Die Abschaltung der derzeit diskutierten Atomkraftwerke ist sehr dringend nötig. Und nochmal vorweg: was wirklich in Fukuschima passiert, weiß nur eine zweistellige Zahl von Leuten, und selbst die nicht, da anscheinend ein Großteil der Messgeräte hinüber scheint. Mittlerweile tritt ernsthaft Radioaktivität aus, aber immer noch weiß niemand, wo wie wann es in Japan nun jemand trifft. In Panik wegrennen, wenn es einen vielleicht trifft, ist meistens kontraproduktiv, aber verständlich. In Panik wegrennen, wenn es vielleicht jemand auf der anderen Hälfte des Erdballs trifft...
Aber um mal auf Snotty zu antworten: das Kernkraftwerk scheint sowas wie die deutsche Urangst zu verkörpern. Die deutsche Anti-AKW-Bewegung ist wohl tatsächlich die einzige Bewegung, die relativ kontinuierlich große Menschenmassen auf die Straße bringt. Keine Friedensbewegung schafft das, Anti-Nazi nur ab und zu anlassbezogen und mit enormen internen Spannungen. Weder für noch gegen Integration bringt eine solche Massenbewegung zustande, keine Frauenrechte, keine niedrigeren Steuern, Welthunger schon gar nicht. Nicht mal bessere Straßen bringen zuverlässig solche Menschenmassen auf die Straßen und Plätze. Aber sei gegen Atom, und die Menge ist Dein Freund. Bei allem, was man Deutschen gern, oft und gut vorwerfen kann, eine besondere Sympathie für Atomkraft gehört nicht dazu.
Nun ist Kernkraft dennoch nicht das einzige Thema, dass die Deutschen an sich bewegt. Wahlen haben den Nachteil, dass es Pakete gibt, und seien wir ehrlich: die SPD ist ein wandelndes Desaster, die Linke vor allem mit sich selbst beschäftigt, und die Grünen geben einem mehr als genug Gründe, halt auch eventuell die Kernkraftkröte zu schlucken. Aber ich muss doch sagen, nur weil ein Teil der Leute bereit war, in einem Punkt eine Kröte zu schlucken, heißt nun nicht, dass alle anderen die Kröte auch noch füttern müssen oder nicht darauf hinweisen dürfen, dass sie da ist. Das ist dann doch eher wilhelmisches Politikverständnis.
So gesehen verkörpert die derzeitige Aufwühlung genau das, was ich ja eigentlich immer predige: kein Hühnerhaufen, sondern langfristige politische Arbeit und Strukturen, die dem ganzen zu Grunde liegen. Aber, und das ist wohl das Schmerzliche, etwas für Japan tun kann man auch mit guten Strukturen und langfristiger Organisation nicht. Geld hat Japanan selber, die Mengen, die man braucht, um eine Wirtschaft zu stabilisieren, lassen sich mit privater Hilfe nicht aufbringen. Auch sich-selbst-detailgenau-informiert-halten ist zwar abstrakt gut, hilft aber Niemanden. Das was Japan braucht, hat hier niemand. Über Mappus schimpfen oder gar demonstrieren, ist zwar auch nicht zielführender, aber immerhin gibt es einem das Gefühl aktiv zu sein. Menschen brauchen sowas.
Auch vorweg: Jedesmal wenn ich das KKW Brunsbüttel sehe, warte ich auf den Tag, an dem das KKW einfach aus Altersschwäche zusammenbricht. Die Abschaltung der derzeit diskutierten Atomkraftwerke ist sehr dringend nötig. Und nochmal vorweg: was wirklich in Fukuschima passiert, weiß nur eine zweistellige Zahl von Leuten, und selbst die nicht, da anscheinend ein Großteil der Messgeräte hinüber scheint. Mittlerweile tritt ernsthaft Radioaktivität aus, aber immer noch weiß niemand, wo wie wann es in Japan nun jemand trifft. In Panik wegrennen, wenn es einen vielleicht trifft, ist meistens kontraproduktiv, aber verständlich. In Panik wegrennen, wenn es vielleicht jemand auf der anderen Hälfte des Erdballs trifft...
Aber um mal auf Snotty zu antworten: das Kernkraftwerk scheint sowas wie die deutsche Urangst zu verkörpern. Die deutsche Anti-AKW-Bewegung ist wohl tatsächlich die einzige Bewegung, die relativ kontinuierlich große Menschenmassen auf die Straße bringt. Keine Friedensbewegung schafft das, Anti-Nazi nur ab und zu anlassbezogen und mit enormen internen Spannungen. Weder für noch gegen Integration bringt eine solche Massenbewegung zustande, keine Frauenrechte, keine niedrigeren Steuern, Welthunger schon gar nicht. Nicht mal bessere Straßen bringen zuverlässig solche Menschenmassen auf die Straßen und Plätze. Aber sei gegen Atom, und die Menge ist Dein Freund. Bei allem, was man Deutschen gern, oft und gut vorwerfen kann, eine besondere Sympathie für Atomkraft gehört nicht dazu.
Nun ist Kernkraft dennoch nicht das einzige Thema, dass die Deutschen an sich bewegt. Wahlen haben den Nachteil, dass es Pakete gibt, und seien wir ehrlich: die SPD ist ein wandelndes Desaster, die Linke vor allem mit sich selbst beschäftigt, und die Grünen geben einem mehr als genug Gründe, halt auch eventuell die Kernkraftkröte zu schlucken. Aber ich muss doch sagen, nur weil ein Teil der Leute bereit war, in einem Punkt eine Kröte zu schlucken, heißt nun nicht, dass alle anderen die Kröte auch noch füttern müssen oder nicht darauf hinweisen dürfen, dass sie da ist. Das ist dann doch eher wilhelmisches Politikverständnis.
So gesehen verkörpert die derzeitige Aufwühlung genau das, was ich ja eigentlich immer predige: kein Hühnerhaufen, sondern langfristige politische Arbeit und Strukturen, die dem ganzen zu Grunde liegen. Aber, und das ist wohl das Schmerzliche, etwas für Japan tun kann man auch mit guten Strukturen und langfristiger Organisation nicht. Geld hat Japanan selber, die Mengen, die man braucht, um eine Wirtschaft zu stabilisieren, lassen sich mit privater Hilfe nicht aufbringen. Auch sich-selbst-detailgenau-informiert-halten ist zwar abstrakt gut, hilft aber Niemanden. Das was Japan braucht, hat hier niemand. Über Mappus schimpfen oder gar demonstrieren, ist zwar auch nicht zielführender, aber immerhin gibt es einem das Gefühl aktiv zu sein. Menschen brauchen sowas.
Dienstag, 7. September 2010
"Atomrevolution" ein Triumph für gewalttätige Jugendgangs
Wenn man klein ist und langsam beginnt, Politik zu entdecken, fragt man früher oder später unweigerlich "Warum zahlst du Steuern?". Einige Eltern antworten dann mit dem dispositiven militärisch-industriellen Komplex, die meisten aber doch eher "damit Straßen gebaut werden. Und Schulen. Und Schwimmbäder und Bücherein". Staat zum Anfassen ist da, wo Kommune ist. Dass seit Jahrzehnten die Kommunen ausgeblutet werden, sich die innerstaatliche Macht immer mehr zur Zentrale hin verschiebt, der abstrakte Steuer- und Überwachungsstaat sich ausdehnt, während gleichzeitig der Staat zum Anfassen in immer schlechterer Konstitution dasteht, ist einer der wichtigeren Gründe für die Staatsverdrossenheit.
Und um die Jugendgangs ins Spiel zu bringen. Bei aller Debatte, wir sind uns glaub ich eins, es gibt ein Problem mit Schulabbrechern, eines mit zunehmender Gewalt einer kleinen Gruppe etc. Effektiv dagegen kann man mit mehr Präsenz einschreiten: bessere und bezahlbarere Kindergärten, weniger überforderte Jugendämter, Stadtteilzentren die nicht vom Einsturz bedroht sind und deren Mitarbeiter es schaffen, dass nicht eine Gruppe alle anderen aus dem Zentrum ausschließt. Anlaufpunkte für Opfer etc. Kommunale Aufgaben, denen diese kaum nachkommen können, weil sie bundesweit nur noch Mangel verwalten.
Was macht also unsere Bundesregierung? Kommunen stärken? Fast:
(zitat gesucht und gefunden in Frankfurter Rundschau)
Und um die Jugendgangs ins Spiel zu bringen. Bei aller Debatte, wir sind uns glaub ich eins, es gibt ein Problem mit Schulabbrechern, eines mit zunehmender Gewalt einer kleinen Gruppe etc. Effektiv dagegen kann man mit mehr Präsenz einschreiten: bessere und bezahlbarere Kindergärten, weniger überforderte Jugendämter, Stadtteilzentren die nicht vom Einsturz bedroht sind und deren Mitarbeiter es schaffen, dass nicht eine Gruppe alle anderen aus dem Zentrum ausschließt. Anlaufpunkte für Opfer etc. Kommunale Aufgaben, denen diese kaum nachkommen können, weil sie bundesweit nur noch Mangel verwalten.
Was macht also unsere Bundesregierung? Kommunen stärken? Fast:
Die Laufzeitverlängerung ist für Stadtwerke und kommunale Versorger eine sehr nachteilige Entscheidung.“ Filbert, der der 8KU vorsteht, einer Vereinigung acht großer Stadtwerke, sieht einen Milliardenschaden auf die kommunalen Versorger zukommen. Die Auslastung des Kraftwerksparks der Unternehmen sinke durch die längeren Laufzeiten deutlich. „Den Schaden für kommunale Versorger durch die zwölfjährige Laufzeitverlängerung schätzen wir auf 4,5 Milliarden Euro“
(zitat gesucht und gefunden in Frankfurter Rundschau)
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