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Montag, 22. November 2010

Wissenswert-Projekte (I) Creative-Commons-Werbematerialien

Wikimedia Deutschland verteilt Geld. Im Rahmen des Wissenswert-Initiative können Projekte zwischen 500 und 5000 Euro Förderung gewinnen, die mit den Zielen von Wikimedia Deutschland übereinstimmen. Nach dem allgemeinen und formalen Aussieben durch Wikimedia sind nun 40 Projekte übrig. Die laufen bis Ende November schau, danach entscheidet dann eine Jury und als Zusatzstimme das Publikum über die Preisvergabe. Nach dem Rundumschlag letzte Woche, kommen hier jetzt ein paar mehr Worte zu einer handvoll einzelner Projekte:

Für den Anfang betrachte ich das am wenigsten erklärbedürftigste Projekt: Endlich mal Werbematerialien rund um Creative Commons zum verschenken! Creative Commons setze ich hier mal als allgemein bekannt voraus, den Antragssteller Markus Beckedahl (Wikipedia-Artikel) vermutlich auch. Werbematerialen sind so kompliziert ja nun auch nicht. Aus dem Antrag:

CC-Lizenzen gibt es seit 2004 in Deutschland. Aber was seitdem fehlt sind Offline-Materialien zur Bekanntmachung von Creative Commons Lizenzen und ihren Einsatzmöglichkeiten. Wir rufen zwar regelmäßig bei Creative Commons Deutschland zu spenden auf, das gesammelte Geld ist aber überschaubar und reicht meist nur für Fahrtkostenerstattung für Lobbytreffen (z.B. Treffen mit GEMA), wenn überhaupt. Das wollen wir ändern und bewerben uns hiermit bei Euch um Fördergelder, um endlich mal ausreichend Werbematerialien finanzieren zu können, die dann unter glücklichen Empfängern verteilt werden können. Denkt nur an die vielen Notebooks auf Konferenzen, die Ihr besucht, auf denen zukünftig CC-Aufkleber leuchten könnten!

In dieser Unterkomplexität liegt dann Glanz und Elend des Vorschlags. Er ist umsetzbar, durchdacht, pragmatisch und der gewinnebringenden Ausgabe des Gelds steht nichts im Weg. Andererseits: Innovativ oder spannend ist das echt nicht, und bei so einer offenen und weiten Ausschreibung denke ich es lässt sich in anderen Projekten mehr erreichen als hier mit T-Shirts- und Flugblätter drucken.

Und nicht zuletzt. Wer (Leser) hat, dem wird (Stimmvieh) gegeben. Zumindest bei der allgemeinen Abstimmung sollte der Vorschlag aller Voraussicht nach eh einen Spitzenplatz belegen.

(1) Wie jetzt? Es gibt tatsächlich keine allgemeinen Werbematerialien für Creative Commons? Und kein DTP-Programm?

Creative Commons Deutschland hatte bisher nie ausreichend Spenden, um davon Werbematerialien zu finanzieren. In der Regel wird an Creative Commons in den USA gespendet, aber von dort kommt zu uns nichts an - und schon gar nichts in deutscher Sprache.

DTP-Programme haben wir natürlich, da gibt es ja zahlreiche freie Projekte.


(2) Zumindest was die Aufkleber etc. gibt? Gibt es auch keine internationalen - sprachlosen - Designs, die man verwenden könnte?

Klar, aber die liegen in den USA und nicht bei uns in Berlin. Designvorlagen können wir selbstverständlich von creativecommons.org übernehmen.

(3) In welcher Größenordnung wollt ihr denn produzieren? Für 5000 Euro bekommt man doch eher eine Lagerhalle voll.

Wir wollen nicht nur Aufkleber produzieren, sondern auch Broschüren, Poster, T-Shirts, Postkarte und was man alles benötigen könnte, um z.B. als Freiwilliger an einem Stand für offene Lizenzen zu werben.

(4) Druckmaschine klingt allerdings nach Anschaffungen, die man für einmalige Flyerproduktion nicht unbedingt braucht. Soll das gleich die Startfinanzierung für weitere Öffentlichkeitsarbeit allgemeinerer Art werden?

Eine Druckmaschine wollen wir nicht kaufen.


(5) Und zum Antrag selbst: braucht ihr das Geld unbedingt? Oder wäre es nur eine Hilfe bei einem ansonsten auch laufenden Projekt?


Ohne das Geld können wir immer noch keine Werbematerialien produzieren und viele Freiwillige haben immer noch keine Werbematerialien, die sie kostenlos an Interessierte verteilen können.

Siehe auch: 40 Projekte wollen Geld von Wikimedia: Wissenswert-Rundumschlag

Samstag, 9. Oktober 2010

Es gab nicht viel Strom auf der #fcrc

Und weil meine Laptopbatterie nur eine Lebenszeit von etwa 7 Minuten hat, gibt/gab es auch kein Liveblogging von der Free Culture Research Conference. Ein ernsthafterer, längerer Blogpost folgt noch, aber vorweg erstmal ein paar Eindrücke.

Die inhaltliche Substanz überstieg die der CPOV vor zwei Wochen. Ich habe jetzt inhaltlich jede Menge Papers vorgemerkt, die ich dringendst lesen muss. Selbst der eine Vortrag, den ich aus Leipzig schon kannte ("Comparing Creative Commons and Wikimedia", pdf), wirkte hier schlüssiger und umfassender.

"If you want to change something, don't talk to the lawyers."

Besonders bemerkenswert imho die Studie über Web 2.0 and Scientific Publications, Infos über diverse israelische Copyright-Änderungen und die Studie über Flickr und Wikihow im Vergleich.

Die Angestellten bei Flickr sollen überraschenderweise fast alle von Indymedia und aus ähnlichen Kontexten kommen und hängen jetzt zwischen Yahoo und ihrer Community fest.

Dahlem bei Sonne im Herbst ist ein Gartenmärchen.

Die Tatsache, dass Wikipedia am CC-NC-Verbot festhält, ist das Killerargument, um offizielle Daten gänzlich frei zu bekommen.

Mich wundert, dass es nicht mehr Studien über Globish gibt, eine faszinierende Studiengruppe bot sich, eigentlich gibt es die doch auf jedem Kongress und sollte Heerscharen von Wissenschaftlern ermuntern, sie zu erforschen.

Sozialwissenschaftler lesen Juristen, aber nicht umgekehrt.

Eine Uni (FU?) hat MediaWiki für interne Zwecke verworfen, weil sie nicht sicher waren, ob MediaWiki die vielen Zugriffe aushalten könnte.

#fcrc ist auch der Hashtag der Furry Convention Roanoke Collge.

Man konnte Kaffee mit in den Saal nehmen, dafür war das Catering bei CPOV besser.

Showeinlage der Veranstaltung: 19 Slides in 4 1/2 Minuten.