Freitag, 17. Januar 2014

Traktorfreitag: Camerons Stovetop-Smoker

Eine der Eigenschaften an Blogs, die ich sehr schätze, ist die Eigenschaft, sie als ausgelagertes Notizbuch nutzen zu können. Zum Beispiel kann man Blogs nutzen, um interessante Links zu notieren, und gleichzeitig den gesamten Rest der Menschheit an diesen Links teilhaben zu lassen. Zum Beispiel an diesen Links hier:


* Slow Cooked Pork

* Tea Smoked Duck Breasts 

* Tea Smoked Duck 

* Smoker Recipes

* Cooking with a Stovetop Smoker 

Nun wird sich der eine oder andere Fragen. Das ist ja nett. Aber wrum sollte die gesamte Menschheit sich dafür interessieren? Und wo sind die Traktoren. Aber gemach. Ich fürchte, ich muss etwas länger ausholen, Wie ich ja ab und an am Rande erzähle, habe ich mal länger in den Südstaaten der USA gelebt.

Der Südstaaten der USA ist tatsächlich sehr anders als Deutschland. Er ist natürlich auch sehr anders, als jedes Vorurteil, dass man in Deutschland über die USA und insbesondere den Süden dort hat. Manchmal war es eher befremdlich:



Manchmal war es ziemlich cool:



Was mir aber tatsächlich vor allem in Erinnerung blieb, ist dieser lange, schwüle Sommer. 25 Grad normal im März, und es wird nur noch wärmer. Draußen kann man es sich eigentlich nur noch am See liegen, auf die Baumwollfelder schauen, und ab und an apathisch etwas Sand durch die Gegend werfen:




Oder, da es Teenage-Angst-Jahre waren, in denen ich da war, hat es vielleicht eher so angefühlt:



Schlangen im Gras, Pick-Up-Trucks, seltsam seltsamer Hip-Hop, American-Football-Spiele im Sommer um Sieben Uhr Abends, im Dunkeln bei 30 Grad, American-Football-Training bis zum Kotzen (literally), Kirche am Mittwoch und am Freitag, Mais und Hühnchen, Prom, und Prom-Queen und Pre-Prom etc, Tornadoalarm, geschiedene 17-Jährige, und vor allem Sommer. Seen, Felder, Baseball-Spiele, die eigentlich eine Ausrede für ein langwieriges Picknick waren. Entsprechend der Schwüle eher langsam:



Und Barbecue (für das wer-wie-was-warum empfiehle ich diesen perfekten Wikipedia-Artikel: Barbecue). Morgens haben Jimbo und Jumbo und Al und Kayvonne und Jay und Kay und Ray den Smoker angeworfen, und das halbe Schwein darin verstaubt - und abends gab es einfach unfassbar zartes, aromatisches Fleisch. Fleisch, wie es das außerhalb der Südstaaten anscheinend nicht gibt. Und seitdem habe ich ein Pulled-Pork-Problem, das ungefähr dem Richtiges-Schwarzbrot-Problem aller Deutschen im Ausland entspricht.

Dieses Problem war lange Jahre unlösbar. Langsam ändert sich etwas. Langsam gibt es zumindest ein paar einsame Smoker und ihre Benutzer:


Index, WA - BBQ trailer & church

Nun ist smoken in Brandenburg zwischen Kiefern im Sand, wenn Rico ehrgeizig sein neues Hobby vorstellt, nicht dasselbe als wenn Jumbo am Ufer des Mississippi langsam und präzise das macht, was auch schon Jumbo Sr., Jumbo Sr. III und Big Jumbo Sr. gemacht haben. Aber es ist ein Anfang.

Nun haben echte Smoker ein Problem: sie sind groß, wiegen Tonnen und produzieren eine Menge Rauch. Echte Smoker sind nicht geeignet für Berliner Altbauwohnungen ohne Fahrstuhl. So weit so schlecht.

Nun wiederum bin ich nicht der einzige Mensch mit Pulled-Pork-Problem. Und das Unternehmen Camerons hat den Stovetop-Smoker entwickelt: eine Art Barbecue-Smoker im Miniatur-Format. Klein genug, um ihn auf einem handelsüblichen Gasherd betreiben zu können, und verschlossen genug, um nicht selber im Rauch zu stehen. Und Barbecuig genug, um sehr annehmbar Ribs, Chicken und ähnliches herzustellen. Und Tea Smoked Duck, wie ich lernte. Nicht räuchern mit Holz, sondern mit Tee. Das muss einfach gut werden. Deshalb merke ich mir die Links. Und Euch rate ich zum Stovetop-Smoker.

Und weil es zwar raucht, aber immer noch kein Traktor vorkam, noch schnell eine Explosion aus Tennessee



  

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