Freitag, 27. Januar 2012

Traktorfreitag: Ipswich Town



Ich bin ja ein klassischer Schönwetterfussballfan. Wenn ich aktiv bin, komme ich zweimal im Jahr zur Hertha in das Olympiastadium, und weiß meistens so vage wo Hertha in der Tabelle steht. Dank diverser Umzüge in meinem Leben, habe ich zudem eine erkleckliche Anzahl Zweit- und Drittclubs angesammelt, für die mein Herz schlägt. Das sind Chemie Leipzig, Eintracht Frankfurt, Hannover 96, Kickers Offenbach, Blau-Weiß Wesselburen, Rot-Weiss Erfurt, Hansa Rostock etc.) Nur fehlte mir als ausgesprochen anglophilem Menschen bisher ein englischer Club in der Clubs meines Herzens.

Die großen erfolgreichen Vereine wie Manchester United, Arsenal London, oder Chelsea London sind ja natürlich komplett unakzeptabel. Da kann ich auch gleich Fan von Cerberus Capital Management Group werden. Das sich als alternativ und anders anbietende West Ham United ist so eine Art englisches Sankt Pauli. Da kann ich auch gleich nach Prenzlberg ziehen, all mein Geld in eine Espressomaschine anlegen, und Dreadlocks tragen. Millwall, das Anti-West-Ham: da könnte ich auch gleich nach Friedrichshain ziehen, vegetarisch werden, und mich wundern, dass das in 10 Jahren genauso ist, wie Prenzlberg heute.

So also irrte ich fussballerisch heimatlos durch das holde Albion. Bis ich eines Tages beim schmöckern in fremden Wikipedias auf einen Eintrag stieß: Ipswich Town Football Club (play /ˈɪpswɪtʃ ˈtaʊn/; also known as Ipswich, The Blues, Town, or The Tractor Boys) are an English professional football team based in Ipswich, Suffolk. Das stand wirklich Tractor Boys! Mein Club!



Weiter unten im Wikipedia-Artikel ist der Spitzname weiter ausgeführt:

A recent nickname for Town is "The Tractor Boys" ..the first generally-accepted use of the nickname appeared at a losing away game at Birmingham City late in the 1998–99 season, with the home fans chanting "no noise from the Tractor Boys", a name which stuck.[60] Barracking by supporters of more established Premiership clubs during Town's spell in the Premiership lent the ironic chant: '1–0 to the Tractor Boys' increased potency and publicity, and the nickname is commonly used by the media.[61][62] Former Town manager Jim Magilton commented in the local press that he disliked the nickname, saying that it conjured up, "images of carrot-crunching yokels"


Carrot-Crunching Yokels! Keine Frage: Mein Club! Dessen Fans den Spitznamen durchaus annehmen. Die Fanforen http://tractor-boys.com/, http://tractorboys.com/, und http://www.tractorboys.net/tractor_jokes.htm sprechen da eine deutliche Sprache.

Außerdem ist mir der Club ja nicht ganz fremd. Immerhin fuhr ich ja auch einst fast mit dem Auto durch Ipswich, und Suffolk, der Landstrich in dem Ipswich liegt, gehört tatsächlich zu meinen englischen Lieblingsladstrichen. Aber weiter: wer ist Ipswich Town? Was ist Ipswich? Und werden dort überhaupt Traktoren gebaut?

Also, Traktoren wurden in Ipswich gebaut. Zum Beispiel dieser MG5 Crawler:



Ipswich selbst ist gerade mal so eben eine Großstadt, liegt wie alle englischen Städte nahe der Küste, und hatte wie fast alle englischen Städte mal einen prosperierenden Hafen. Sie geht auf die Angelsachsen zurück, und ist damit eine der älteren englischen Städte. Als "Hauptstadt von Suffolk" liegt es, wie beim Namen Tractor Boys ja nicht überraschend, relativ fernab aller englischen Zentren, und die Industrie in der Stadt ist von der Agrarwirtschaft geprägt. Ansonsten hat es in den letzten Jahren das gemacht, was auch fast alle englischen Städte gemacht haben: alte Industrie- und Hafenanalgen stillgelegt, und auf Dienstleistungen und teure Wohnungen gesetzt. Nur in kleiner.

Ipswich Town, der Fußballverein, wurde 1878 gegründet, und damit einer der ältesten auf dieser Welt. Ipsiwich spielt seit 1884 im selben Stadion. Zur Zeit spielt Ipswich in der Footbal League Championship, das ist die zweite englische Liga.

Der Verein ist ein recht typischer englischer Proficlub, der sich meist in zweiten oder dritten Ligen herumtreibt, und mal etwas besser, und mal etwas schlechter spielt, und zwischendurch immer mal wieder mit dem Insolvenz liebäugelt. Seine große Zeit lag Anfang der 1960er, als Alf Ramsey Trainer war, und den Verein 1961/1962 zum einzigen englischen Meistertitel führte. Danach war Ramsey übrigens englischer Nationaltrainer, und 1966 die WM gewonnen. Ende der 1960er konnte Ipswich Town unter Bobby Robson noch einmal ein paar Jahre auf europäischem Niveau spielen. Ein zweiter großer Triumph erfolgte 1981/1982 mit dem Sieg im Pokal. Großer Lokalrivale in Norwich City, aus Norwich, neben Ipswich die einzig andere nennenswerten Stadt in East Anglia. Hat Ipswich nicht ein tolles Logo?






Ich habe (k)einen Eintrag bei Wikipedia - Session zur re:publica

So, sofern die re:publicaner es auch wollen, dürft ihr mich auf re:publica 12 bei folgender Session erleben:

Es gibt Menschen, die haben einen eigenen Wikipedia-Eintrag - und sie sind darüber unglücklich. Es gibt Menschen, die haben keinen eigenen Wikipedia-Eintrag - und auch sie sind darüber unglücklich. Beide Gruppen sind in der Lage, ihren Problemen mit Wikipedia abzuhelfen. Sie wissen oft nur nicht, wie sie vorgehen sollen. Der Vortrag wird Betroffenen, Neugierigen, und Wikipediahassern auf kurzweilige Art und Weise erläutern, wie das Opfer eines Artikels sich wehren kann.

Der Vortrag wird die Kriterien darlegen, nach denen Wikipedia Themen aufnimmt. Er wird dabei die Relevanzkriterien streifen, und in einer kleinen Exkursion die schönsten Formulierungen aus den Relevanzkriterien rezitieren. Dazu aber wird der Vortragende erläutern, warum die Relevanzkriterien nicht wichtig sind, und wonach Wikipedianer und Wikipedianerinnen in Wahrheit über Relevanz entscheiden. Er wird darlegen, wie man sich als potentielles Objekt eines Artikels interessant macht – oder eben nicht.

Der vorhandene Artikel in der Wikipedia kann sich allerdings als echtes Problem erweisen: Das beschriebene Objekt erleidet einen massiven Kontrollverlust über sein öffentliches Bild. Das kann positive sein: Nicht Jede und Jeder ist wirklich die beste Darstellerin ihrer selbst.
Die Folgen eines Wikipedia-Eintrags können aber auch negativ sein. Es mag sein, dass der Wikipedia-Eintrag falsch gewichtet ist oder veraltete Informationen enthält. Es kann aber auch zu echten Fehlern kommen, im schlimmsten Fall mit rufschädigenden Wirkungen. Erfahrungsgemäß können Versuche der Beschriebenen, ihren Eintrag zu korrigieren, die Lage eskalieren.

Der Vortrag wird einen Überblick über Konfliktlösungsmechanismen auf verschiedenen Eskalationsstufen geben, und Hilfestellungen vermitteln, Er wird erläutern in welchen Fällen ein Eingreifen lohnt, und in welchen nicht. Und er wird reichlich Gelegenheit bieten, über Sinn und Unsinn von Relevanz, anonyme Autoren, und Selbstbestimmung über Informationen zu diskutieren.


Donnerstag, 26. Januar 2012

Ein MdP packt aus. #wmde

Okay, alles halb so dramatisch. Kein MdP packt aus. Martin Rulsch aka derHexer ist ja quasi ein Mitpräsidiumskollege von mir. Und er hat seinen ersten Erlebnisbericht als Mitglied des Wikimedia-Deutschland-Präsidiums geschrieben. Das ist sehr lobenswert. Und fast genauso gut. Er hat mir erlaubt, ihn mit diversen Langzitaten zu verlinken.

http://lists.wikimedia.org/pipermail/vereinde-l/2012-January/005995.html


Martins Bericht im WMDE-Forum (Anmeldung immer noch erforderlich)

[Erste Sitzung]:

Etwas unglücklich war nur, dass so viele neue Mitglieder im Präsidium über die Bestellung des Vorstands mitzuentscheiden hatten, auch wenn sie dies nicht wie der uns vorangegangene Vorstand mit vorbereitet hatten. Zum abschließenden Gespräch von Sue Gardner, das wir unter Streichung der Mittagspause rechtzeitig erreichen konnten, wurde schon viel gesagt. Beim anschließenden late-lunch-early-dinner mit Sue hatte ich leider nur die Gelegenheit, mit Maryana etwas ausführlicher zu reden, dafür konnte ich die Heimfahrt mit ein paar Kollegen zum Austausch nutzen.


[Erstes Telefonat]

als nächster Punkt wäre allerdings eine kurzfristige rund einstündige „Telefonkonferenz“ im Ressort Wikimedia International, also mit Delphine und Sebastian M. Anlass war vorrangig die anstehende Wahl der Chapterkandidaten für das Board of Trustees der Wikimedia Foundation. Wir diskutierten mögliche Kandidaten, zurzeit wird aber noch über den Moderator des Prozederes abgestimmt. Dies war auch eines der größeren Themen auf den Mailinglisten chapters und internal-l; insgesamt befindet sich zurzeit in meinem Ordner „WMDE-Präsidium“ rund 720 E-Mails, die ich gelesen habe – hinzu kommen ein paar dutzend eher private E-Mails mit Bezug zum Präsidium.


[Erstes mal in der Geschäftsstelle]

Dies war sehr erhellend, nicht nur um die Arbeitsabläufe in der Geschäftsstelle besser zu verstehen, sondern auch, um Ideen für meine Arbeit in den Ressorts zu gewinnen. Das anschließende Teammeeting war ebenfalls sehr informativ und in entspannter, netter Atmosphäre – schließlich konnte ich mich noch mit Pavel, vor allem über das neue Projekt WikiData, unterhalten, bevor der rund fünfstündige Besuch beendet war.


[Erste Klausur]

dadurch hatten wir aber in Kauf zu nehmen, dass die inhaltlichen Themen teils auf das Mittagessen, teils nur komprimiert behandelt werden konnten. In künftigen Klausuren und Sitzungen ist ein solches Teambuilding vorerst natürlich nicht mehr in dieser Intensität vonnöten. Trotz einiger, erwartungsgemäßer Meinungsverschiedenheiten in dem einen oder anderen Punkt verlief das Treffen doch, wie von mir auch gewünscht, größtenteils harmonisch und produktiv – von früh am Morgen bis spät in die Nacht hinein. Nervenkitzel war dann mehr, das Verkehrsmittel zurück nach Berlin trotz Freischaufelns von 20 bis 30 cm Neuschnee innerhalb eines Tages doch noch zu erreichen.



Mittwoch, 25. Januar 2012

Not all is happy on Global South

Spannende Mail eines Brasilianers über die Wikimedia Foundation in seinem Land. Er ist nicht glücklich: Waste of money, Wikipediacentrism. - Brazil

*Imagine a world in which every single human being can freely share in the sum of all knowledge. That's our commitment.
*
I'll keep imagining, and having to push myself very hard to see this world.
That will never be reached by Wikipedia alone.Especially in Brazil.

If it were to promote Wikipedia as a site, it would be best to hire a company,
not a Foundation, if that way selected, do things as a Foundation.

Sorry for my English, I'm tired and I didn't review.



Montag, 23. Januar 2012

Guten Montagmorgen

Animated heart5


Sonntag, 22. Januar 2012

FAS kaufen! Oder zumindest am Kiosk reinlesen!

Titelseite, untere Hälfte. Die Satire Ciao, navigatore. Es ist selten, dass ich schon vor dem ersten Kaffee so lachen muss.

Ansonsten sind in der Zeitung noch zwei Wikipedia-SOPA-Blackout-Artikel. Ist es nicht großartig? Wikipedia ist im gesellschaftlichen Diskurs angenommen. Und das, ohne, dass man großartig etwas dafür hätte machen müssen.