Samstag, 2. Juli 2011

Ein Jahr Iberty / Fragmente

Geschichte ist die amalgamierte Interpretation von Geschichten, Nach einem Jahr ist es noch lange nicht so weit, deshalb gibt es erst einmal ein paar Fragmente.



Danke an alle Gastblogger: Lyzzy, Tolanor, Delphine, Liesel, Stepro, Rainer, Achim und Frank. Fast alle davon haben sogar geschrieben, und ihre Posts waren neben den Kommentaren für mich natürlich die größe Bereichung an diesem Blog. Auch und ganz besonders großes Danke an die regulars elian und snotty. Ja, auch die haben ab und zu geschrieben.

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Wobei elian auch für die gelungene Aspekte des Layouts verantwortlich ist. Die ungelungenen sind (in der Reihenfolge) Blogger und mir anzulasten.



Mit Kachingle und Flattr kommt das ganze übrigens vage so plusminus Null raus. (also Geld von Kachingle - Kosten für Kachingle) Vorausgesetzt ich denke dran, mir das Geld von Paypal auch zu holen. Insgesamt wohl monatliche Umsätze im hohen einstelligen Eurobereich.

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Den ersten spannenden Rant, und das erste mal etwas größere Aufmerksamkeit, gab es dank CPOV:Liveblogging und Peter Haber.



Von einem Gastblogger stammt der Post mit den meisten Lesern: Die offene Wikipedia und ihre Feinde. Wobei die meistgelesenen Posts auch deutlich stärker in Richtung Wikipedia v. alles andere ausgeprägt sind als die Gesamtheit aller geposteten Posts.

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Was mich auch sehr freut, ist, dass es mittlerweile Free as in Free Beer gibt oder Fee as in Coffee oder das Birchlog gibt, oder dass Liesels Artikel leben.



Für die Inspiration zum Traktorfreitag - der einst ein Traktormontag war - ist dann noch @Bombe zu danken.

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Meine privaten Lieblingsposts sind die Fotoposts aus Dithmarschen. Einfach, weil die immer mit ganz tollen Nachmittagen oder schicken Fototouren vorher zusammenhängen.



Populäre Suchbegriffe sind Hitlerwitze und Nackte Männer wo?.

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Das erste Video:



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715 Posts.




Ein Wort von unserem Sponsor



Danke, Catrin! Und um alle Missverständnisse in dieser bösen Welt zu vermeiden: nein, die Anzeige ist echt, aber hier natürlich nur aus Spaß an der Freude veröffentlicht.


Darummagichberlin (XXXV)

Weil ich friedlich und einsam im Park sitzen kann, und plötzlich durch den Schachtdeckel neben mir höre, wie eine U-Bahn direkt unter mir fährt.


Freitag, 1. Juli 2011

Es hätte so schön sein können #wmde

"Da die Zusammenarbeit mit dem Vorstand des Vereins Wikimedia Deutschland meinerseits nicht mehr gewünscht ist, trete ich mit sofortifer Wirkung von meinem Amt [im Community-Projektbudget] zurück."


Geographie, liebe Zeit?

Thüringen setzt in diesem Jahr "Alles auf Dix". In Chemnitz zeigt das Museum Gunzenhauser...

S. 68, Reiseteil



Traktorfreitag:Planierraupe

Via elian. Aber ist das überhaupt ein Traktor? Oder ein LKW?




Donnerstag, 30. Juni 2011

Zur Nacht: 29 Ways to stay creative

29 WAYS TO STAY CREATIVE from TO-FU on Vimeo.



via Memex 1.1. Hat bei mir immerhin zur Anschaffung eines Notizbuchs geführt; mit überraschend positiven Auswirkungen.


Spricht hier zufällig jemand neuhebräisch?

Ich könnte ein bißchen Hilfe brauchen.


Jimmy, schau mal nach ob die Russen schon da sind.

Stellen wir uns mal dumm, und glauben, dass Dmitri Anatoljewitsch Medwedews Begeisterung für freie Inhalte tatsächlich daher stammt, dass er als einziger Spitzenpolitiker weltweit Urheberrechte verstanden hat - so komplett irrsinnig wie die politische Urheberrechtsdebatte verläuft ist selbst das immerhin nicht auszuschließen. Dann können wir uns einfach freuen, dass die russische Nachrichtenagentur RIA Novosti Teiles ihres Archivs freigibt.

Wer weiß, welch großen Fortschritt die Wikipedia-Bebilderung durch die Bundesarchiv-Bilder genommen hat, wird sich über die Sicherung vom Erbe der Menschheit freuen. Auch wenn es diesmal nur 800 Bilder sind, die das Archiv bis Ende des Jahres in Freiheit versetzt, sollen es immerhin die populärsten und nachgefragtesten sein.

Hier ist die Bildübersicht:

Hier ein paar Beispiele:

RIAN archive 543 A battalion commander

RIAN archive 5634 Antiaircrafters guarding the sky of Leningrad

RIAN archive 225 IL-2 attacking

RIAN archive 611206 Soldiers of mopping up anti-tank battalion

Soweit ich sehe, alles Aufnahmen aus dem Großen Vaterländischen Krieg. Also quasi das direkte Aufeinanderreffen mit Bundesarchiv-Bildern. Noch mal zum Abschluss das zivilste aller von mir gefundenen Bilder:

RIAN archive 137811 Children during air raid


Und hier nochmal der Link auf den Hinweis: Auch bei dieser institutionellen Bilderspende ist deine Hilfe dringend notwendig!
* füge (sinnvolle) Kategorien hinzu
* übersetze die Bildbeschreibung ins Deutsche (aus dem Englischen oder Russischen)
* füge Geo-Koordinaten hinzu
* baue die Bilder in die Wikipedia bzw. ihre Schwesterprojekte ein








Hach, die Stabi und ich auf einer Wellenlänge :-)

Jetzt bleibt noch die Hoffnung, dass der Geschäftsgang schnell geht.

Sehr geehrter Herr Franke,

der von Ihnen zur Anschaffung vorgeschlagene Titel ist bereits in unserem Bestand (Signatur: 1 A 803880), befindet sich derzeit aber noch im Geschäftsgang.

Mit freundlichen Grüßen
Cordula Gumbrecht

Dr. Cordula Gumbrecht
Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz -

Chinas creative industries.




An der S-Bahn dachte ich ja noch, es kommen nur kleine Mädchen #fußball-wm

Ich bin ja ein eher simples Gemüt, und meine Ansprüche sind simpel. Was Fußball im Stadion angeht, erwarte ich eigentlich nur zwei Sachen: links hinter mir den verkannten Cheftrainer, der sich das Spiel über zwischen "Mann, mann, mann, Abgeben!" und "Lauf doch Du faule Sau" bewegt, und auf dem Spielfeld, das Umtreten fremder Menschen.

So gesehen, war das WM-Auftaktspiel Deutschland-Kanada ein voller Erfolg. Der Hintergrundkommentar setzte schon vor Anpfiff an, das erste grobe umrennen ließ auch keine zwei Minuten auf sich warten. Doch ansonsten war es ein spannender Nachmittag: Lustig, irgendwie so ähnlich wie ein Hertha-Spiel im Oly, aber dann doch ganz anders.

Für den Anfang: der verhinderte Trainer hinter mir war diesmal eine Frau, wie auch sonst viele andere Besucher in meiner Ecke. Viele Pärchen, viele Frauengruppen, fast keine Männergruppen. Das habe ich so bei einem Fußballspiel noch nicht erlebt. Wie ich auch den Eindruck hatte, dass ein größerer Teil der Besucher noch nie ein Fußballspiel erlebt hatte. Studienrätinnen für Deutschland!

Berliner Olympiastadion day

Noch weiter am Anfang: ich bin seit Jahren nicht mehr durch so eine entspannte Sicherheitskontrolle am Stadioneingang gekommen, wie auch die Stimmung sonst deutlich entspannter war als sonst so in den großen Stadien. Die Leute im Stadion freudig erregt, begeistert mitgehend, aber doch auch deutlich weniger geübt was Gesänge oder ähnliches anging. La Ola hat hingegen gut geklappt, und die Ehrentribüne musste sich Pfiffe gefallen lassen beim Sitzenbleiben.

Das Spiel selbst haben genug Andere schon beschrieben: größtenteils unterhaltsam, fast immer gut, und genug Frauen sind gefoult worden. Für meine Anprüche mehr als ausreichend. Das Olympiastadion ist ja meines Erachtens ein schönes Stadion, und gerade in der Abendstimmung auch ganz ohne Fußball einfach ein netter Ort, um sich aufzuhalten.

Und zum Ende: auch Brasilianerinnen haben die Musik nicht unbedingt im Blut. 20 Minuten in der U-Bahn mit der grandios falsch wie laut singenden Gruppe der brasilianischen Fan-Mädchen, war doch auf seine Art ein ganz eigener Abschluss.

Nein, kein verzaubertes Fest, keine grandiose Hochstimmung. Aber doch ein sehr angenehmer Abend, der anscheinend eine ganze Mengen Leuten Fußball allgemein und/oder Frauenfußball vermittelt hat.

Und wer ähnliches nochmal in anderen Worten lesen will, den schicke ich doch mal zu Union Berlin. Textilvergehen, auch mit lesenswerten Kommentaren: Fahrgäste und Fußballfans.


Mittwoch, 29. Juni 2011

Zur Nacht: der Guttenplag-Song .-)



by: Nina Paley (Hintergrund)


Achduje, #wikicon

BotCon2006 Costumes

So, nachdem ich ja plötzlich bei der Wikimania auf dem Podium sitzem werde, mache ich die Runde jetzt gleich komplett. Auch bei Wikicon in Nürnberg (9.-11. September) habe ich gerade zwei Veranstaltungen eingereicht.

Eine ist der Chiara-Vortrag auf deutsch für Deutsch, das andere beschäftigt sich mit der Frage "Was ist ein Wiki-Autor?"

Und falls jemand ein griffiges Thema einfällt, mache ich gerne auch noch was zu Urheberrechten.



Manypedia, das ist ja schick.

Wer ein bißchen Zeit hat, kann ja rumspielen. Wer mehr Zeit hat, kann mir erklären, was/wo/wie das herkommt. Vergleich verschiedener Wikipedien:

Manypedia.



Anders Wikipedieren

Spannende Gedankenspiele nebenan bei Tom Morris: Working out where Wikimedia needs more crowds

Morris berichtet über Gedankenspiele, bestimmte Wikipedia-Aufgaben besser für Leute mit wenig Zeit/wenig Aufmerksamkeit zu gestalten. Sein Beispielvorschlag: Unbeschriebene Bilder-beschreiben. Mir fielen da noch eine Menge mehr ein: vom Artikelsichten über hin- und herkategorisieren, Links fixen, etc.

Während Wikipedia und das Wiki an sich wirklich gut ist, um Aufgaben zu erledigen, die hohe Aufmerksamkeit und Zeiteinsatz bedingen, sind die ganzen Kleinarbeiten eher lästig. Für den Macher umständlich, für jeden, der per Wiki-Software mitschauen muss, eine elendige Zumutung. Die ganzen Tasks auszulagern, und weniger umständlich zu machen, wäre ein großer Schritt in die richtige Richtung:

Wikipedia does a great job providing work for high-intensity committed users: there’s a lot more featured articles to write. But there is so much to do that is low-intensity, low-commitment and highly modularised. If the whole community has a think about it, they can undoubtedly come up with tasks that can be done on mobile phones. The specification is clear: set a task that takes no more than three minutes, requires no more than 140 characters of text input and can be done without reading more than one mobile phone screenful of text.



Dienstag, 28. Juni 2011

Horrio Horizobu

Juhu, endlich mal wieder eine neue Suchmaschine. Horizobu hat zuerst einmal einen unaussprachlichen Namen. Darüberhinaus kommt es aus der Schweiz, richtet sich seiner Pressearbeit nach "vor allem an Personen, die zu einem Thema eine vertiefende Recherche durchführen wollen", und bietet diverse lustige Web 2.0-Spielerein. Aber bevor ich Sachen share und kollaboriere und ähnliches, will ich doch erstmal wissen, kann ich suchen?

Nehmen wir drei Anfragen, die aus dem realen Leben stammen, und die ich mir in den letzten Fragen gestellt habe:

* Wann fängt das Crellestraßenfest an? (query: Crellestraßenfest 2011)
* Was sagt die Sekundärliteratur zu Foucault und Recht? (query: Foucault and Law)
* Gibt es Computerspiele zum Tractorpulling? (query: Tractorpulling games)

Einfacher Test: einmal google suchen, einmal horizobuen. Wobei ich bei Google eine Standardeinstellung von 100 Ergebnissen/Seite habe, und auch oft bis zu Seite 7 oder 8 komme, also einfach deutlich mehr Ergebnisse zur Kenntnis nehme als der statistische Standarduser.

Crellestraßenfest:

Google, Treffer 5 -> Kulturkalender Schöneberg, leider kein Crellestraßenfest. Mit der Abfrage kein Treffer, Such-Modifikation Crellestraße Fest 2011. Weiter erfolglos, nächste Modifikation crellestraße fest "25. Juni", hurra gleich der erste Treffer auf der ersten Seite.

Horizobu: Bringt mich zuerst zum Chor Choriosa, der demnächst einen Auftritt hat, leider nicht da, wo ich hinwill. Findet mit dem Suchbegriff weiter gar nichts. Crellestraße Fest 2011. Führt erstmal alles zum Fest von 14. Mai. Nutze die tolle offensichtliche Eingrenzungsmöglichkeit mit "26 Juni" siehe da.

Ergebnis: beide nehmen sich nicht viel, besser wäre es gewesen nach "Nachbarschaftsfest Crellesraße" zu suchen. Horizobu wirkte tatsächlich intuitiver.

Foucault and Law:


Google erkennt schon mal richtig, dass ich eigentlich zu scholar will, und bietet mir darüberhinaus Bücher an, daneben noch diverse Aufsätze, und die Wikipedia-Artikel zu Governmentality und Sociology of Law. Das ist schon alles recht gut.

Horizobu: weniger Bücher (und Verkaufsseiten), mehr Aufsätze. Dafür mit Problemen zweimal denselben Text zu erkennen, wenn er über Unterseiten oder ähnliches mehrfach auftaucht. Wieder knappes unentschieden. horizobu macht schon Lust, gerade hier bieten sich die diversen Knöpfe auch zum Spielen an.

Tractorpulling Games

Google: viel Junk, ein paar Browserspiele, zu denen man sich über Junk-Seiten und nicht-mehr-existierende Websites hinhangeln muss.

Horizobu: Unfortunately, we weren't able to retrieve good results. Please try with another query.

Fazit: Horizobu schneidet deutlich besser ab als gedacht. Meinem Verständnis nach hätte es vor allem bei Foucault and Law glänzen sollen; hat es auch, aber auch Google hat sich gut geschlagen. Echte Überraschung wie gut es beim ganz unexplorativen Crellestraßenfest abschnitt. Lohnt auf jeden Fall weiteres testen.

Und noch ein lustiges Video. Wer mir verrät, welch interessanten Akzent der Sprecher zur Schau trägt, gewinnt drei Kekse!




Liebe! Wiki! Kätzchen!

Čáslavsko 5966

Damit Iberty nicht die einzige Website ist auf der es nicht steht. Wikipedia (en vorerst) bekommt einen "Du bist super"-Button zum Anclicken:

Wikipedia users are not very nice. But that's only partially their fault. .. So, in an attempt to solve that problem, Wikipedia has come up with an absurd experiment. .. Going forward, though, the experiment could evolve into a truly useful feature on Wikipedia.

Für Information immer ratsam: Signpost: WikiLove to be rolled out on the English Wikipedia, flanked by new research

Basic-Thinking scheint hingegen mein halbes Wikipedia-Werk zur Hintergrundrecherche geplündert zu haben: Kätzchen für Wikipedia: Woher kommt eigentlich der Katzentrend im Web?


Ich finde das ja super.


Die böse Schwester der freien Inhalt: Private Label Rights

Freie Inhalte sind ja so vage en vogue: Freie Software, Freies Wissen, tauschen, austauschen, und das alles unter einer freien Lizenz. Nun wirft man dem bekanntesten Projekt, Wikipedia. ja durchaus nicht zu Unrecht vor, mit seinen Inhalten andere Anbieter zu überfluten. Die CC-Lizenz dort würde die Inhalte inflationär vermehren.

Nun haben die "freien Lizenzen" aber einen Nachteil: die Lizenz bietet doch einiges an Fallstricken. Besonders mit GFDL war echte Nachnutzung von Text reinstes Rechtsvabanque, und auch unter Creative Commons wartet noch die ein oder andere Tücke. Außerdem hat den Text ja jeder.

Wohl auch deshalb hat sich im Schatten der Aufmerksamkeit das Geschäftsmodell der Private Label Rights entwickelt. Inhalte: billig produziert und meist eher eine Reihung von Wörtern, denn ein Inhalt, die zur freien Nachnutzung gekauft werden können. So frei in der Nachnutzung, dass man auch die Autorennennung unterschlagen, und sich selbst zum Autor machen darf.(*) Der Rechte-Weiterverkauf allerdings scheint mir uneinheitlich geregelt: je nach Anbieter kann PLR das Recht zum Rechte-Weiterverkauf beinhalten, muss aber nicht.

Inhaltlich meist auf die übliche Trias begrenzt "wie werde ich reich, wie finde ich die Liebe meines Lebens, wie wird mein Penis größer", und auch im Handeln untereinander scheinen die üblichen Geschäftsmodelle von Spam-Abos bis zu Betrug weit verbreitet. Aber trotzdem: für ein paar Dollar, alle Rechte an einem Buch.

Zur Zeit erfahren die etwas mehr Aufmerksamkeit, denn jemand hat entdeckt, dass die PLR-Texte sich einfach und unkompliziert zu Kindle-E-Books zusammenpacken lassen. Das Ergebnis: Kindle e-book store slammed by spam "authors" oder auch Spam clogging Amazon’s Kindle self-publishing Oder anders gesagt: wenn man problemlos 100.000e-PLR-Bücher im Kindle-Bookstore einstellen kann, findet keiner mehr die echten Bücher.

Was mich aber auch interessiert, und was ich noch nicht gefunden habe: wo kommen die Texte eigentlich her? Wie kriegt man für 10 US-Dollar etwas zusammen, was zumindest vage einem Buch ähnelt? Doch Affen an Schreibmaschinen? Wikipedia-Texte einmal durch Babelfish hin- und zurück? Stammen die alle von 1800?

Auf jeden Fall: wenn ich jetzt auf Iberty einmal täglich schreibe, wie ihr alle reich werdet, dann habe ich doch die 10 Dollar investiert.


Montag, 27. Juni 2011

"Personal Image Filter" #wikipedia

Garment

Dankenswerterweise von Lyzzy darauf aufmerksam gemacht. In den Tiefen der Mediawiki-Technik wartet der "Personal Image Filter":

a system that will allow readers to hide controversial media, such as images of a sexual or violent nature, from their own view.

Die Bilder werden in potenziell anstößige Kategorien sortiert, und die Kategorien können einzeln geblockt werden "with "somewhere between 5-10" global subcategories, and together with local ones "the interface can comfortably support around 10-12 filters before becoming unwieldy"."

Soll ich das jetzt super finden, weil es Konflikte entschärft, und die Wikipedia lesergerechter macht, oder ganz furchtbar, weil es der Aufklärung (also der mit 18. Jahrhundert/Diderot und so) im Weg steht?

P.S.: Temple Garment (Mormonism)


Wikipedistik: Zuwenig Populärkultur in WP

Es hagelt Wikipedistik-Studien. Diesmal gleich zwei zum Thema, wie Menschen auf Wikipedia zugreifen.

Suchmaschinenoptimierende Amerikaner

Die erste Studie, die ich vorstellen will, ist nicht wirklich wissenschaftlicher, und auch nicht wirklich eine Studie, aber aufschlußreich. Die stammt von unseren speziellen Freunden, den Suchmaschinenoptimierern - genauer SEOMOZ -, und untersucht Links, die auf Wikipedia zeigen.

In The Wikipedia Model werten sie aus, wie Wikipedia im Netz verlinkt ist. So stehen beispielsweise 40% der Links auf Wikipedia für sich allein im Text, etwa ein Drittel ist direkt von der Startseite einer Website, und 40% der Links befinden sich auf Websites, die mehr als 10-mal Wikipedia verlinken. Das alles und noch ein paar schöne Grafikem gibt es beim Link. Das Modell Wikipedia bezeichnen sie dann als Idealwert, und verkaufen Software, die andere Websites danach bemisst. Gerade gekaufte (Werbe-)Links zeigen durchaus andere Muster, und die SEOMOZ-These ist zumindest, dass Google die erkennt, und deshalb aussortiert. Wenn man sich hingegen als Wikipedia tarnt..

Wenn also da nichr 30% sondern 70% der Links von der Startseite kommen, ist das ein Fehler, ebenso, wenn die Links immer in Clustern auftauchen, und fast nie allein stehen etc. Und am Ende sieht es für Google so aus, wie eine legitime informative Website. Als SEO und so natürlich echt total evil, aber doch sehr clever.

Australische Popkulturfreunde

Inhaltlich spannender allerdings ist Vivienne Wallers Veröffentlichung: The search queries that took Australian Internet users to Wikipedia. Deren Titel ist ja relativ direkt, und genau darum geht es: Waller hat Suchmaschinenanfragen auf Wikipedia ausgewertet, und nach Themen gewichtet. Dazu hat sie erstmals nicht nur die beliebtesten 100 Artikel oder so genommen, sondern den ganzen Long Tail. Und für einen Teil der Anfragen dann auch noch bestimmt, wer - also welche soziale Gruppe - nach eine, Thema sucht.

Um es kurz zu machen: die meisten Leute suchen nach Populärkultur - während nur knapp 10% der englischen Wikipedia den Themenbereich behandeln, landet knapp die Hälfte der Suchanfragen dort. Und die Popsuchenden sind jünger, und stammen aus wohlhabenderen Schichten als die anderen.

Etwas ausführlicher: Waller benutzte Daten, die ihr der australische Traffic-Analyst Hitweis für die vier Wochen vor dem 25. April 2009 zur Verfügung stellte. Daraus nahm sie ein Sample von 1800 Abfragen (ich finde nicht heraus, wie genau), und hat die näher untersucht.

Einmal hat sie sie nach Sachgebieten codiert, die in 52 Themengebieten landeten, die wiederum zu 12 Oberthemen zusammengefasst wurden: Popular culture // Cultural practice (sport, religion, cultural practice not elsewhere classified) // Computing/Web // Health // History // Science // Place/building // Contemporary issues // Book/author // High culture // Other // Unknown. Wobei ich Fernsehsport ja zu Popular Culture packen würde, aber nun ja..

Über 50 Prozent suchten nach Popkultur oder Cultural Practice, wobei ein Drittel bei Cultural Practice jener beschreibene Fernsehsport war, und knapp 10% sich auf Alltagswissen etc. konzentrierten. Danach kommen dann Naturwissenschaften und Gesundheit mit je 7% der Anfragen, danach Geschichte mit 6&, alles andere liegt noch deutlich drunter,

Darüberhinaus benutzte Waller Daten von Hitwise, die Leute in soziale Gruppen einteilen - bzw. die aus der Ortslage der Abfrage die soziale Gruppe bestimmen. Individuell natürlich immer schwierig, statistisch würde den Weg aber durchaus für gangbar halten:

Comparing the representation of any particular lifestyle group in the Australian online population with their representation in visits to Wikipedia, it can be seen that the distribution of visits to Wikipedia approximates the actual distribution of the online population.. However, the data indicates that amongst visitors to Wikipedia there was a slight over-representation of people who were better-off and had higher educational attainment and a slight under-representation of people who were socially or economically disadvantaged and who lived in rural or suburban fringe areas.


Und zuletzt kann man das ganze natürlich auch noch quervergleichen. Die besonderen Popfans kommen aus urbanen Zentren mit großer Vielfalt, und vielen Gebildeten, aber mäßigem Einkommen, die großen Popverächter haben niedrigen Einkommen, und wohnen in ländlichen Gebieten. Generell: je mehr Stadt und je mehr Bildung, desto Pop.


Low density area, low income.

Die priviligierste Gruppe von allen, wealthy areas of educated professional households, allerdings hat sich eher für Naturwissenschaften interessiert.

Wobei das Leserinteresse stark davon abweicht, was in der Wikipedia zu finden ist:

According to Halavais and Lackaff 's (2008) study of the coverage of Wikipedia articles, the topics with the greatest number of articles on Wikipedia were general history and science, (each with approximately 13% of all articles) followed by geography, social science and literatures. Together, these five subjects account for 57% of articles. The analysis presented here suggests a very different pattern of use, whereby those five subjects accounted for 28% of visits. While articles about music, including popular music, account for 7% of Wikipedia articles, queries about popular music accounted for double that proportion (14%) of visits.


Auch noch auffallend: während Studien, die von den beliebtesten Artikeln ausgehen, etwa 10% Sex-Interesse finden, sind es bei der Studie nur 1%. Was für mich dafür spricht, dass die Sexinteressierten einfach sehr einfallslos in der Themenwahl sind, und immer bei denselben fünf Artikeln landen.

Oder einfach: wenn Wikipedia tatsächlich nicht nur Selbstzweck sein möchte, sondern für Leser, dann braucht selbst die englische einfach mehr Popkultur.

Am Rande: die Studie klingt ja auch spannend: Other research provides evidence to suggest that the likelihood of trusting Wikipedia as a credible source depends on the user's knowledge of the topic. Lim (2009) found that users who are new to a topic are likely to underestimate the quality of the relevant Wikipedia article. This may lead to reluctance to use Wikipedia for more important topics. Muss mal nach Lim, S. (2009). How and why do college students use Wikipedia? Journal of the American Society for Information Science and Technology, 60(11), 2189-2202. suchen.


Sonntag, 26. Juni 2011

Zur Nacht

Seagullcam




TODESTARTAN

Immerhin, wenn es zum Atomanschlag kommt, an dem die blaue Tartanbahn im Olympaistadion schuld ist (UFOS!!), habe ich wirklich gute Sicht von der Tribüne aus. Es fängt absurd an, aber es geht noch viel viel absurder weiter. Youtube ist super.






Achduje #wikimania

Jetzt muss ich den ja wirklich ausarbeiten...

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Dear Submitter,

I am very pleased to inform you that your submission of a lecture [Chiara Ohoven and the strange tale of German Leistungsethik] to Wikimania 2011 which will be held on 4th - 6th August in Haifa, Israel, has been approved.

The selection of lectures has been very difficult, as we had to choose 100 lectures out of more than 220 that we have received.

Your lecture will take place on Thursday, 4th August, and will be about 25 minutes.

See schedule here:

http://wikimania2011.wikimedia.org/wiki/Schedule





Tellerrandblick Sonntag 20110626

Ich schlage xkcd für den Zedler-Preis, Abteilung Lebenswerk vor. I'm a snobby Wikipedia signatures Connoisseur

Hat den zufällig jemand aufgenommen? Oder findet ihn doch noch in der rbb-Mediathek? rbb: Berliner Ecken und Kanten: Potsdamer Straße

Ich sehe Gespenster. Dear Photograph.

Ach, gmail hat eine integrierte Wikipedia-Suche: 10 Gmail gadgets to try

Und noch wunderbar zum Thema. Jörg Becker: Chatzimarkakis hat mich plagiiert!

Lesestoff. 5 Books on Al-Qaeda.

Wobei ich ja behaupten würde, dass das nicht nur ein Problem der FDP und des EPs ist, sondern auch ein generelles der Universitäten. Götz Aly: Massenhaft Plagiate an den Massenuniversitäten

Wikipedia im HH-Parlament, auch mit Teil 2 und Bilder gibt es auch.

Spannender Twitter-Account zu Wikiwatch.

Vollkommen unbekannt: Massaker in Sansibar 1964. Vielleicht auch, weil die einzig existirenden Aufnahmen davon ausgerechnet in einem Exploitation-Film sind. Wikipedia: Africa Addio.

Auch Wikipedia: Auto Race (オートレース Ōto Rēsu?) is a Japanese version of motorcycle speedway, but combines gambling added into it.

Was die Foundation und die Chapters zum Fundraiser besprechen. Notizen vom Treffen . Wobei mir unbekannt war, dass 30.000 Spender eine Spendenquittung auf ein- und denselben Namen bekamen. Eine deutsche Projektseite ist hier.

Achim beantwortet Fragen, wie das mit seinen WP-Seminaren ist: Enthüllungsjournalismus zur Wikipedia

Comic.

Spongebob Squarepants in Malaysia entdeckt. Guardian: The new fungus from Bikini Bottom

Auf der Suche nach dem zurechnungsfähigen Republikaner-Präsidentschaftskandidaten: the multimillionaire moderate Mormon. Und zur anderen: erste ausführliches Bachman-Porträt von 2006: The Chosen One

"At the end of the day, her politics are like this: Everyone will have a gun, nobody will have an abortion, no one will pay taxes, everyone will go to church, and there won't be any more pinko liberal teachers in school."