Hintergrund ist der Zensursula-Stencil, der auf Wikimedia Commons (nicht de.Wikipedia!) liegt, und der einen Löschantrag bekommen hat - das Ursprungsbild scheint tatsächlich geschützt, der Fotograf des Bildes keine bekannte Meinung zur Stencil-Umarbeitung zu haben. Die Sache ist also im Urheberrecht eher dunkelgrau, ich würde pragmatisch nicht löschen, kann aber jeden verstehen, der das anders sieht.
Der Herr Rechtsanwalt Vetter aber wohl nicht:
Der Fotograf hat sich, so weit bekannt, auch bisher noch nie gegen die Bearbeitung seines Bildes gewandt. Es spricht also vieles dafür, dass hier niemand seine Rechte verletzt sieht, möglicherweise sogar gar kein Problem mit der Verwendung seines Bildes hat. Mit dieser Auffassung wäre der Fotograf auch gut beraten.
Und warum? Weil er sonst den Netzpolitik-Mob am Hals hätte? Weil Von-der-Leyen-Kampagnen außerhalb geltenden Rechts stehen? Weil von von-der-Leyen-Kampagneros nicht zugemutet werden kann, ein freies Foto von von der Leyen zu benutzen?
Aber nein, wer politisch Recht hat, muss sich mit derart kleinlichen Erwägungen nicht herumschlagen:
Wir haben ähnliche Fragen bei der Remix-Aktion von Netzpolitik mit den Machern diskutiert und sind zusammenfassend zum Ergebnis gekommen, dass Urheberrechte in solchen Fällen zurückstehen.
Medienkompetent ist, wer genug politische Netzwirkung hat, um anderer Leute Rechte ignorieren zu können?
Immerhin, die Diskussion dazu ist in Teilen lesenwert.
Hintergrund ist der Zensursula-Stencil, der auf Wikimedia Commons (nicht de.Wikipedia!) liegt, und der einen Löschantrag bekommen hat - das Ursprungsbild scheint tatsächlich geschützt, der Fotograf des Bildes keine bekannte Meinung zur Stencil-Umarbeitung zu haben. Die Sache ist also im Urheberrecht eher dunkelgrau, ich würde pragmatisch nicht löschen, kann aber jeden verstehen, der das anders sieht.
Der Herr Rechtsanwalt Vetter aber wohl nicht:
Der Fotograf hat sich, so weit bekannt, auch bisher noch nie gegen die Bearbeitung seines Bildes gewandt. Es spricht also vieles dafür, dass hier niemand seine Rechte verletzt sieht, möglicherweise sogar gar kein Problem mit der Verwendung seines Bildes hat. Mit dieser Auffassung wäre der Fotograf auch gut beraten.
Und warum? Weil er sonst den Netzpolitik-Mob am Hals hätte? Weil Von-der-Leyen-Kampagnen außerhalb geltenden Rechts stehen? Weil von von-der-Leyen-Kampagneros nicht zugemutet werden kann, ein freies Foto von von der Leyen zu benutzen?
Aber nein, wer politisch Recht hat, muss sich mit derart kleinlichen Erwägungen nicht herumschlagen:
Wir haben ähnliche Fragen bei der Remix-Aktion von Netzpolitik mit den Machern diskutiert und sind zusammenfassend zum Ergebnis gekommen, dass Urheberrechte in solchen Fällen zurückstehen.
Medienkompetent ist, wer genug politische Netzwirkung hat, um anderer Leute Rechte ignorieren zu können?
Immerhin, die Diskussion dazu ist in Teilen lesenwert.
Damals ging die Bedrohungslage von gewerblichen Nutzern, die, meist mittelgroße oder größere Unternehmen die damals noch kleinen Wissenschaftsverlage und die Wissenschaft bedrohten. Mittlerweile geben sich internationale Großunternehmen von Privatnutzern und der Wissenschaft bedroht. Aber schon spannend wie sehr sich vieles von der Rhetorik wiederholt.
Im Herbst 1954 gab es nämlich schon einmal Referentenentwürfe des Bundesjustizministeriums zu einer Urheberrechtsreform. Der Entwurf selbst liegt mir nicht vor, allerdings das Protokoll einer Diskussionsrunde.. Dieses frühe Gegenstück zur Internet Enquete sollte über Expertengespräche die anscheinend auch damals bestehende Konfrontationslage zwischen Urhebern, Werkvermittlern und Werknutzern qua gegenseitigem Verständigung entschärfen. Herausgehoben interessant ist dabei ein Aspekt des so genannten fotografischen Urheberrechts...
Damals ging die Bedrohungslage von gewerblichen Nutzern, die, meist mittelgroße oder größere Unternehmen die damals noch kleinen Wissenschaftsverlage und die Wissenschaft bedrohten. Mittlerweile geben sich internationale Großunternehmen von Privatnutzern und der Wissenschaft bedroht. Aber schon spannend wie sehr sich vieles von der Rhetorik wiederholt.
Im Herbst 1954 gab es nämlich schon einmal Referentenentwürfe des Bundesjustizministeriums zu einer Urheberrechtsreform. Der Entwurf selbst liegt mir nicht vor, allerdings das Protokoll einer Diskussionsrunde.. Dieses frühe Gegenstück zur Internet Enquete sollte über Expertengespräche die anscheinend auch damals bestehende Konfrontationslage zwischen Urhebern, Werkvermittlern und Werknutzern qua gegenseitigem Verständigung entschärfen. Herausgehoben interessant ist dabei ein Aspekt des so genannten fotografischen Urheberrechts...
Noch etwas mehr als 30 Stunden, und ich werde sehr gespannt im ausverkauften Olympiastadion sitzen, und Frauenfußball-WM schauen. Dutzende Presseleute und Offizielle, die offensichtlich selbst noch nie ein Ligaspiel im Frauenfußball gesehen haben, erklären, wie wichtig das alles ist, und welche unglaubliche Bedeutung das alles haben wird. Unsinn; wie alle Sportarten bis auf Männerfußball, wird Frauenfußball unterschätzt. Das liegt aber am Männerfußball.
Es existieren dutzende Sportarten, in denen spektakulärer Sport geboten wird, und deren Besten vor ein paar hundert oder wenigen Tausend Zuschauern semiprofessionell vor sich dahinsportlern. Die eine Ausnahme, deren Ausnahmestellung tatsächlich schwer zu erklären ist, ist Männerfußball. Der Sport, der langweiliger ist als Basketball, langsamer als Feldhockey, lascher als Bobfahren, anspruchsloser als Fechten, und weniger fotogen als Turnen. Was ihn aufgrund historischer Zufälle aber nicht davon abhält, in seiner Bedeutung alle anderen Sportarten weit zu überragen.
Auch ist Männerfußball von Fifa bis Premier-League-Fußballerverhalten ein Paradebeispiel dafür, was im Sport alles schief laufen kann. Warum also erwarten jetzt alle für die Frauen diesselben Abfolge historischer Zufälle, nur damit am Ende das Monster Premier League dabei rauskommt? Frauenfußball ist mittlerweile akzeptiertes und erfolgreiches Mitglied der Sportfamilie; kein Grund sich ausgerechnet am größenwahnsinnigen Familienfreak Männerfußball zu orientieren.
Noch etwas mehr als 30 Stunden, und ich werde sehr gespannt im ausverkauften Olympiastadion sitzen, und Frauenfußball-WM schauen. Dutzende Presseleute und Offizielle, die offensichtlich selbst noch nie ein Ligaspiel im Frauenfußball gesehen haben, erklären, wie wichtig das alles ist, und welche unglaubliche Bedeutung das alles haben wird. Unsinn; wie alle Sportarten bis auf Männerfußball, wird Frauenfußball unterschätzt. Das liegt aber am Männerfußball.
Es existieren dutzende Sportarten, in denen spektakulärer Sport geboten wird, und deren Besten vor ein paar hundert oder wenigen Tausend Zuschauern semiprofessionell vor sich dahinsportlern. Die eine Ausnahme, deren Ausnahmestellung tatsächlich schwer zu erklären ist, ist Männerfußball. Der Sport, der langweiliger ist als Basketball, langsamer als Feldhockey, lascher als Bobfahren, anspruchsloser als Fechten, und weniger fotogen als Turnen. Was ihn aufgrund historischer Zufälle aber nicht davon abhält, in seiner Bedeutung alle anderen Sportarten weit zu überragen.
Auch ist Männerfußball von Fifa bis Premier-League-Fußballerverhalten ein Paradebeispiel dafür, was im Sport alles schief laufen kann. Warum also erwarten jetzt alle für die Frauen diesselben Abfolge historischer Zufälle, nur damit am Ende das Monster Premier League dabei rauskommt? Frauenfußball ist mittlerweile akzeptiertes und erfolgreiches Mitglied der Sportfamilie; kein Grund sich ausgerechnet am größenwahnsinnigen Familienfreak Männerfußball zu orientieren.
Erinnert sich noch jemand an die Fußball-Manager-Spiele? Ich träume ja manchmal von einem professionellen, zeitgemäßen "Tractor Pulling Manager". Leider ist es noch nicht soweit, und leider sind auch die ganzen großen Motorsportspiele nicht traktoresk.
Erinnert sich noch jemand an die Fußball-Manager-Spiele? Ich träume ja manchmal von einem professionellen, zeitgemäßen "Tractor Pulling Manager". Leider ist es noch nicht soweit, und leider sind auch die ganzen großen Motorsportspiele nicht traktoresk.
Wie schon erwartet: im Falle Tätowierer gegen Filmstudio wegen Hangover 2 ist es jetzt zu einem Vergleich gekommen, über den keiner der Beteligten reden darf. Damit gibt es immer noch kein Urteil zum Thema, aber immerhin einen Tätowierer, der qua seiner Urheberrechte eines an Geld eingenommen hat.
Und auch wenn das deutsche Urheberrecht noch kein Urteil zum Thema kennt, ist das deutsche Steuerrecht schon weiter, was die Kunstartigkeit der Tätowierungen angeht. Da für Kunst ein Mehrwertsteuersatz von 7% gilt, gilt es zu Unterscheiden. Im deutschen Steuerrecht gilt: Tätowierungen, deren Rechte beim Tätowierer liegen, sind keine Kunst, und kosten 19% Steuer. Tätowierungen, bei denen die Verwertungsrechte vertraglich beim Tätowierten liegen, sind Kunst, und kosten 7%. Eher irritierend, und mal weiterer Erörterung fällig.
Wie schon erwartet: im Falle Tätowierer gegen Filmstudio wegen Hangover 2 ist es jetzt zu einem Vergleich gekommen, über den keiner der Beteligten reden darf. Damit gibt es immer noch kein Urteil zum Thema, aber immerhin einen Tätowierer, der qua seiner Urheberrechte eines an Geld eingenommen hat.
Und auch wenn das deutsche Urheberrecht noch kein Urteil zum Thema kennt, ist das deutsche Steuerrecht schon weiter, was die Kunstartigkeit der Tätowierungen angeht. Da für Kunst ein Mehrwertsteuersatz von 7% gilt, gilt es zu Unterscheiden. Im deutschen Steuerrecht gilt: Tätowierungen, deren Rechte beim Tätowierer liegen, sind keine Kunst, und kosten 19% Steuer. Tätowierungen, bei denen die Verwertungsrechte vertraglich beim Tätowierten liegen, sind Kunst, und kosten 7%. Eher irritierend, und mal weiterer Erörterung fällig.
Kurzzusammenfassung, was Wikipedia-Repräsentaten so treiben:
Die Community-Vertreter im Board sind gewählt. Es sind, oh Überraschung, genau die Alten. Glückwunsch an Ting Chen (Wing), Samuel Klein (Sj) und Kat Walsh (mindspillage), die bis 2013 im Amt bleiben.
Wer sich sehr frühzeitig in den nächsten Wahlprozess einbringen will, kann sich beim post mortem einlesen.
Die Wikimedia-Foundation unterstützt die EFF im Prozess Golan v. Holder. Kurz gesagt geht es darum, dass die USA 1994 Copyright-Schutz für viele Werke wieder eingeführt hat, die vorher bereits gemeinfrei waren. Das Gesetz empfinden Nutzer, die EFF und WMF als verfassungswidrig. Das ganze wird vermutlich noch lange dauern, und für Deutschland ändert sich nichts: hier sind die Werke sowieso noch dauergesperrt.
Und Wikimedia Deutschland hat uns auch wieder mit einem langen und fast vorbildlichen Bericht beglückt: Wunderbar ausführlich geschrieben, würde ich ihn jetzt mal unausführlich zusammenfassen mit "es läuft gut vor sich hin."
Kurzzusammenfassung, was Wikipedia-Repräsentaten so treiben:
Die Community-Vertreter im Board sind gewählt. Es sind, oh Überraschung, genau die Alten. Glückwunsch an Ting Chen (Wing), Samuel Klein (Sj) und Kat Walsh (mindspillage), die bis 2013 im Amt bleiben.
Wer sich sehr frühzeitig in den nächsten Wahlprozess einbringen will, kann sich beim post mortem einlesen.
Die Wikimedia-Foundation unterstützt die EFF im Prozess Golan v. Holder. Kurz gesagt geht es darum, dass die USA 1994 Copyright-Schutz für viele Werke wieder eingeführt hat, die vorher bereits gemeinfrei waren. Das Gesetz empfinden Nutzer, die EFF und WMF als verfassungswidrig. Das ganze wird vermutlich noch lange dauern, und für Deutschland ändert sich nichts: hier sind die Werke sowieso noch dauergesperrt.
Und Wikimedia Deutschland hat uns auch wieder mit einem langen und fast vorbildlichen Bericht beglückt: Wunderbar ausführlich geschrieben, würde ich ihn jetzt mal unausführlich zusammenfassen mit "es läuft gut vor sich hin."
Hatte ich nicht vorgestern noch das deutsche Finanzamt und den Schweizer Plattenverband IFPI? Anscheinend sind sie nicht die einzigen. Jetzt ist die Schweizer Wettbewerbskommission dranMusikmarkt:
Es gebe Anhaltspunkte, dass der Branchenverband die Schweizer Hitparade gezielt manipuliert habe. So sollen möglicherweise Parallelimporte behindert und gewissen Unternehmen die Aufnahme in den Verband IFPI Schweiz verweigert worden sein,
Hatte ich nicht vorgestern noch das deutsche Finanzamt und den Schweizer Plattenverband IFPI? Anscheinend sind sie nicht die einzigen. Jetzt ist die Schweizer Wettbewerbskommission dranMusikmarkt:
Es gebe Anhaltspunkte, dass der Branchenverband die Schweizer Hitparade gezielt manipuliert habe. So sollen möglicherweise Parallelimporte behindert und gewissen Unternehmen die Aufnahme in den Verband IFPI Schweiz verweigert worden sein,
Es hätte so schön sein können. Breitbereifte, dunkelfenstrige Amerikanische Sportwagen der 70er ziehen langsam um eine Herde Hipster, tiefes, gaanz tiefes Töne aus deren Boxen sind kaum mehr hör- aber um so mehr spürbar. Brandenburg meets Berlin-Mitte, und der Konsens ist BASS! Tja, so hätte es sein können.
Jedes Auto für sich klingt unspektakulär, sobald sich die Sinustöne mehrerer Autos jedoch überlagern und von den Wänden reflektiert werden, entstehen rhythmische Veränderungen, Verstärkungen und Auslöschungen – die Musik entsteht im Raum zwischen den Häusern und Autos.
Das ganze fand an einer sonnigen Stunde in Neukölln statt, Mehrere Hundert Leute waren gekommen, die waren mal sehr nett, und mal waren es die Bewohner der hämischen Prenzelberg-Kolumnen. Alle neugierig, und keiner wusste so recht was ihn erwartete. Außer Bass. Tief, wuchtig, einnehmend. Die Autos selbst eher enttäuschend. Das gelbe Gefährt hier auf dem Foto sah am ehesten noch so aus, wie ich mir ein solches Auto vorstelle, der Rest waren dann eher das was man beim Mietwagenverleiher so bekommt. Okay, ich hoffe mal, mit stärkeren Boxen.
Tausend Hipster kucken auf ein Auto.
Aber trotzdem; Nur leider, es fehlte Power. Viel Power. Sehr viel Power. Und Bass. Viel Bass. Von den acht Autos sahen zwei ernstlicher nach Tuningszene aus. Die Geräusche, das Gefühl, das sich vermengen sollte, verlor sich im Raum. Auf dem Platz unter den Leuten, klang eines von den acht(?) Autos so, als hätte es Wumms: ein VW Bus. Die anderen hat man gehört wenn man etwas weiter weg war, die waren eindrucksvoll, wenn man direkt danaben stand, und Überlagerung und alles fand faktisch nicht statt,
Angekündigt waren drei Sätze: (1) Tuning (2) Movement (3) Resonanz. Bei eins nun standen sie herum, und man konnte mal einen Ton hören, wenn man näher ranging, und mal weniger, wenn man weiter wegging. Überlagerung: nada. Movement: Genau umgekehrt: wir standen, die Autos fuhren, sehr ähnlicher Effekt. Einzig bei Resonanz ließ sich erahnen, was man erreichen könnte: alle Autos spielten denselben Ton, man hörte Verstärkung, hörte plötzlich mehr als ein Auto, hatte ein vages Wummern tief in der Magengegend, konnte sich vorstellen wie es gewesen sein könnte.
Tolle Idee, enttäuschend Umsetzung. Da bleib ich doch vorerst lieber beim Tractorpulling.
Es hätte so schön sein können. Breitbereifte, dunkelfenstrige Amerikanische Sportwagen der 70er ziehen langsam um eine Herde Hipster, tiefes, gaanz tiefes Töne aus deren Boxen sind kaum mehr hör- aber um so mehr spürbar. Brandenburg meets Berlin-Mitte, und der Konsens ist BASS! Tja, so hätte es sein können.
Jedes Auto für sich klingt unspektakulär, sobald sich die Sinustöne mehrerer Autos jedoch überlagern und von den Wänden reflektiert werden, entstehen rhythmische Veränderungen, Verstärkungen und Auslöschungen – die Musik entsteht im Raum zwischen den Häusern und Autos.
Das ganze fand an einer sonnigen Stunde in Neukölln statt, Mehrere Hundert Leute waren gekommen, die waren mal sehr nett, und mal waren es die Bewohner der hämischen Prenzelberg-Kolumnen. Alle neugierig, und keiner wusste so recht was ihn erwartete. Außer Bass. Tief, wuchtig, einnehmend. Die Autos selbst eher enttäuschend. Das gelbe Gefährt hier auf dem Foto sah am ehesten noch so aus, wie ich mir ein solches Auto vorstelle, der Rest waren dann eher das was man beim Mietwagenverleiher so bekommt. Okay, ich hoffe mal, mit stärkeren Boxen.
Tausend Hipster kucken auf ein Auto.
Aber trotzdem; Nur leider, es fehlte Power. Viel Power. Sehr viel Power. Und Bass. Viel Bass. Von den acht Autos sahen zwei ernstlicher nach Tuningszene aus. Die Geräusche, das Gefühl, das sich vermengen sollte, verlor sich im Raum. Auf dem Platz unter den Leuten, klang eines von den acht(?) Autos so, als hätte es Wumms: ein VW Bus. Die anderen hat man gehört wenn man etwas weiter weg war, die waren eindrucksvoll, wenn man direkt danaben stand, und Überlagerung und alles fand faktisch nicht statt,
Angekündigt waren drei Sätze: (1) Tuning (2) Movement (3) Resonanz. Bei eins nun standen sie herum, und man konnte mal einen Ton hören, wenn man näher ranging, und mal weniger, wenn man weiter wegging. Überlagerung: nada. Movement: Genau umgekehrt: wir standen, die Autos fuhren, sehr ähnlicher Effekt. Einzig bei Resonanz ließ sich erahnen, was man erreichen könnte: alle Autos spielten denselben Ton, man hörte Verstärkung, hörte plötzlich mehr als ein Auto, hatte ein vages Wummern tief in der Magengegend, konnte sich vorstellen wie es gewesen sein könnte.
Tolle Idee, enttäuschend Umsetzung. Da bleib ich doch vorerst lieber beim Tractorpulling.
Und noch ein Konferenzbericht zu Wikipedia-nahen-Themen in der Wissenschaft gibt es. Paolo Massa bloggt über "Report of ACM Hypertext 2011 conference", und dort auch über diverse Präsentationen zu/um/über Wikipedia. Diese sind:
* Paolo Massas eigener Text “Social networks of Wikipedia", der versucht Netzwerke über die Diskussionen auf den Benutzerseiten einzelner Wikipedianer zu ergründen.
* Brian Keegan über Wikipedia Articles affected by Tohoku Earthquake. Soweit ich das verstehe, will er an dem einen Themenkomplex des Fukushima-Erdbebens erforschen wie aktuelle Nachrichten Wikipedia beeinflussen, und mit welchen Mechanismen Wikipedia darauf reagiert. Zumindest der Kurzvorstellung nach steht da mE nicht soviel, was man nicht grob eh weiß. Aber es gibt ein lustiges Video, rote Punkte sind Artikel, blaue sind Autoren:
* David Laniardo: “Co-authorship 2.0: http://www.blogger.com/img/blank.gifPatterns of collaboration in Wikipedia“ dessen Kernthese ist: We find evidence of the presence of a nucleus of very active contributors, who seem to spread over the whole wiki, and to interact preferentially with inexperienced users. The fundamental role played by this elite is witnessed by the growing centrality of sociometric stars in the network
Und zuletzt gab es noch Keiichi Nemoto von Fuji Xerox zusammen mit Peter Gloor und Robert Laubacher vom MIT Center for Collective Intelligence, die feststellten "Social Capital Increases Efficiency of Collaboration among Wikipedia Editors." Die haben in der englischen Wikipedia die verschiedenen ausgezeichneten Artikel untersucht, und untersucht, wer diese bearbeitet hat. Ergebnis: je höher das soziale Kapital der Autoren und je stärker die vorherige Zusammenarbeit, desto schneller wird ein Artikel ausgezeichnet. Nebenergebnis: je höher ein Artikel in der Auszeichnungsklasse steigt, desto kohärentere und breitere Zusammenarbeit ist nötig.
Im Ausblick wird Manuel Castells, eben, der Manuel Castells ("The 2000–09 research survey of the Social Sciences Citation Index ranks him as the world’s fifth most-cited social sciences scholar, and the foremost-cited communications scholar.") auf der ICWSM eine Keynote zum Thema Social Media and Wiki-Revolutions: The New Frontier of Political Change geben.
Und noch ein Konferenzbericht zu Wikipedia-nahen-Themen in der Wissenschaft gibt es. Paolo Massa bloggt über "Report of ACM Hypertext 2011 conference", und dort auch über diverse Präsentationen zu/um/über Wikipedia. Diese sind:
* Paolo Massas eigener Text “Social networks of Wikipedia", der versucht Netzwerke über die Diskussionen auf den Benutzerseiten einzelner Wikipedianer zu ergründen.
* Brian Keegan über Wikipedia Articles affected by Tohoku Earthquake. Soweit ich das verstehe, will er an dem einen Themenkomplex des Fukushima-Erdbebens erforschen wie aktuelle Nachrichten Wikipedia beeinflussen, und mit welchen Mechanismen Wikipedia darauf reagiert. Zumindest der Kurzvorstellung nach steht da mE nicht soviel, was man nicht grob eh weiß. Aber es gibt ein lustiges Video, rote Punkte sind Artikel, blaue sind Autoren:
* David Laniardo: “Co-authorship 2.0: http://www.blogger.com/img/blank.gifPatterns of collaboration in Wikipedia“ dessen Kernthese ist: We find evidence of the presence of a nucleus of very active contributors, who seem to spread over the whole wiki, and to interact preferentially with inexperienced users. The fundamental role played by this elite is witnessed by the growing centrality of sociometric stars in the network
Und zuletzt gab es noch Keiichi Nemoto von Fuji Xerox zusammen mit Peter Gloor und Robert Laubacher vom MIT Center for Collective Intelligence, die feststellten "Social Capital Increases Efficiency of Collaboration among Wikipedia Editors." Die haben in der englischen Wikipedia die verschiedenen ausgezeichneten Artikel untersucht, und untersucht, wer diese bearbeitet hat. Ergebnis: je höher das soziale Kapital der Autoren und je stärker die vorherige Zusammenarbeit, desto schneller wird ein Artikel ausgezeichnet. Nebenergebnis: je höher ein Artikel in der Auszeichnungsklasse steigt, desto kohärentere und breitere Zusammenarbeit ist nötig.
Im Ausblick wird Manuel Castells, eben, der Manuel Castells ("The 2000–09 research survey of the Social Sciences Citation Index ranks him as the world’s fifth most-cited social sciences scholar, and the foremost-cited communications scholar.") auf der ICWSM eine Keynote zum Thema Social Media and Wiki-Revolutions: The New Frontier of Political Change geben.
Wikipedistik: Soziales Kapital, Zusammenarbeit und Netzwerke
Sorry, ich muss grad noch Socken abhängen. und unter dem Bett staubsaugen, deshalb erstmal nur die Linkliste zum schönen Thema, wie Uni-Angestellte evangelikal in die Wikipedia hineinwirken, und sich gleichzeitig nach Außen als unabhängige Experten verkaufen:
Sorry, ich muss grad noch Socken abhängen. und unter dem Bett staubsaugen, deshalb erstmal nur die Linkliste zum schönen Thema, wie Uni-Angestellte evangelikal in die Wikipedia hineinwirken, und sich gleichzeitig nach Außen als unabhängige Experten verkaufen:
Wer hätte nicht schon lange darauf gewartet. Ein medizifisches Journal untersucht Kopfverletzungen bei Asterix. Acta Neurochir: Traumatic brain injuries in illustrated literature: experience from a series of over 700 head injuries in the Asterix comic books
In Deutschland dann eher untergegangen, aber ähnlich spannend und eher grusliger: Paula Brooks, bzw. Bill Graber, der doch-nicht-Lesbe aus nicht-North Carolina.
Bin immer noch nicht dazu gekommen, den mittlerweile sagenumwaberten Dueck-Vortrag von der re:publica anzuhören, aber das Birchlog hat freundlicherweise sein Buch gelesen. Gunter Dueck: Aufbrechen!
There was something about the aesthetic in terms of cooking and his indulgence and the way he talked about it which suggested he was not absolutely of the mainstream. He used a whole chicken and would really focus on the sticky bits on the pan underneath the bird, which struck me as something that a big glunky hetero twat like Gordon would never think of.
Eigentlich bin ich ja gerade am überlegen, wie ich meine Bücher digitalisiert kriege, und auf welchem Reader ich sei dann gern hätte. Und jetzt lockt ihr mich mit neuem toten Baum. Indiskretion Ehrensache: Was ich die kommenden Wochen so mache… #Wired
Wer hätte nicht schon lange darauf gewartet. Ein medizifisches Journal untersucht Kopfverletzungen bei Asterix. Acta Neurochir: Traumatic brain injuries in illustrated literature: experience from a series of over 700 head injuries in the Asterix comic books
In Deutschland dann eher untergegangen, aber ähnlich spannend und eher grusliger: Paula Brooks, bzw. Bill Graber, der doch-nicht-Lesbe aus nicht-North Carolina.
Bin immer noch nicht dazu gekommen, den mittlerweile sagenumwaberten Dueck-Vortrag von der re:publica anzuhören, aber das Birchlog hat freundlicherweise sein Buch gelesen. Gunter Dueck: Aufbrechen!
There was something about the aesthetic in terms of cooking and his indulgence and the way he talked about it which suggested he was not absolutely of the mainstream. He used a whole chicken and would really focus on the sticky bits on the pan underneath the bird, which struck me as something that a big glunky hetero twat like Gordon would never think of.
Eigentlich bin ich ja gerade am überlegen, wie ich meine Bücher digitalisiert kriege, und auf welchem Reader ich sei dann gern hätte. Und jetzt lockt ihr mich mit neuem toten Baum. Indiskretion Ehrensache: Was ich die kommenden Wochen so mache… #Wired
Die Top Line Data besteht aus Basisstatistik zu den 5000 befragten Wikipedianern an sich, und noch mehr Statistik zu ihren Aktivitäten; aus den Daten zu allgemeinem Online-Verhalten, zu Computern, zur Einschätzung anderer Wikipedianer und den Gründen sich zu beteiligen, sich nicht zu beteiligen. Insgesamt also genug Stoff für ein Dutzend Blogposts, weshalb ich erstmal mit der Basisstatikstik anfange.
Von denen waren 11% Admin, und quasi alle angemeldete Benutzer.
Zur Statistik: Medianalter knapp unter 30, Durchschnittsalter 32, mehr als die Hälfte haben einen Uni-Abschluss, knapp die Hälfte ist in Schule oder Uni. 42% arbeiten nicht (wobei in der Gruppe meinem Verständnis nach auch Schüler und viele Studenten drin sind); knapp die Hälfte sind in einer Beziehung, knapp ein Viertel hat Kinder. Und, wir müssen reden, 91% der Antwortenden ist männlich.
Nicht ganz so überraschend ist, dass über die Hälfte der Wikipedianer mehr als 6 Stunden am Tag vor dem Computer verbringt und 0% "less than an hour" angegeben haben. Immerhin ein Drittel meint, sie könnten Anwendungen schreiben, quasi alle können Programme installieren, und Dateien verwalten.
Von den Befragten lebten 12% in Deutschland (CH/AT nicht aufgeführt), und 18% bezeichnen deutsch als Muttersprache. 20% beteiligen sich an de.wp, 30% lesen sie zumindest. Von den 5000 beteiligen sich nur 13 % primär in de.wp, und 12% benutzen sie als Hauptinformationsquelle. Sprich: mehr als ein Viertel der deutsch-Muttersprachlicher beteiligt sich vor allem in anderen Sprachversionen.
Die Top Line Data besteht aus Basisstatistik zu den 5000 befragten Wikipedianern an sich, und noch mehr Statistik zu ihren Aktivitäten; aus den Daten zu allgemeinem Online-Verhalten, zu Computern, zur Einschätzung anderer Wikipedianer und den Gründen sich zu beteiligen, sich nicht zu beteiligen. Insgesamt also genug Stoff für ein Dutzend Blogposts, weshalb ich erstmal mit der Basisstatikstik anfange.
Von denen waren 11% Admin, und quasi alle angemeldete Benutzer.
Zur Statistik: Medianalter knapp unter 30, Durchschnittsalter 32, mehr als die Hälfte haben einen Uni-Abschluss, knapp die Hälfte ist in Schule oder Uni. 42% arbeiten nicht (wobei in der Gruppe meinem Verständnis nach auch Schüler und viele Studenten drin sind); knapp die Hälfte sind in einer Beziehung, knapp ein Viertel hat Kinder. Und, wir müssen reden, 91% der Antwortenden ist männlich.
Nicht ganz so überraschend ist, dass über die Hälfte der Wikipedianer mehr als 6 Stunden am Tag vor dem Computer verbringt und 0% "less than an hour" angegeben haben. Immerhin ein Drittel meint, sie könnten Anwendungen schreiben, quasi alle können Programme installieren, und Dateien verwalten.
Von den Befragten lebten 12% in Deutschland (CH/AT nicht aufgeführt), und 18% bezeichnen deutsch als Muttersprache. 20% beteiligen sich an de.wp, 30% lesen sie zumindest. Von den 5000 beteiligen sich nur 13 % primär in de.wp, und 12% benutzen sie als Hauptinformationsquelle. Sprich: mehr als ein Viertel der deutsch-Muttersprachlicher beteiligt sich vor allem in anderen Sprachversionen.
Das Neutralitätsgebot der Wikipedia weist ähnliche Effekte auf, wie die Wikipedia selbst: theoretisch eine große Katastrophe, praktisch funktioniert es überraschend gut. Nur wenn man den hands-on-lass-mal-diskutieren-Ansatz aufgibt, und versucht die Neutralität wirklich zu beschreiben, stellt man fest, welche erkenntnistheoretische Katastorphe der Grundsatz ist: fest verankert in den wissenschaftlichen Abwegen des 19. Jahrhunderts, unbefleckt von Allem, was die Menschheit in den letzten 100 Jahren gelernt hat. Aber praktisch funktioniert der neutrale Standpunkt überraschend oft.
Nun kann man sich aber meine Skepsis vorstellen, als ich das Paper von Livnat Herzig, Alex Nunes und Batia Snir mit dem Titel sah "An Annotation Scheme for Automated Bias Detection in Wikipedia", veröffentlicht für Proceedings of the Fifth Law Workshop (LAW V), pages 47–55, Portland, Oregon, 23-24 June 2011. Die ausführliche Beschreibung schränkt da schon etwas ein:
BiasML is a novel annotation scheme with the purpose of identifying the presence as well as nuances of biased language within the subset of Wikipedia articles dedicated to service providers.
Die Forscher haben sich ein besonders Werbe-anfälliges Artikelsegment gegriffen, und wollen dort die echten Artikel von den getarnten Anzeigen trennen. Eine gute Wahl: die Artikel dort sind meistens nur wenig beachtet, außer den Werbetreibenden interessiert das Thema nicht so richtig, und im Gegensatz zu den großen Firmen mit intensiver Artikelbetreuung (McDonalds und Enercon fielen mir in de spontan ein), sind die kleinen meistens weniger subtil in ihrer Werbung.
Ihr Verfahren ist komplexer als ich es jetzt schildern mag, ich bin ja kein Computerlinguist oder welche Fachrichtung auch immer zuständig ist, denke aber den Überblick verstanden zu haben: Herzig/Nunes/Snir griffen sich eine Zahl menschlicher Auswerter, die ein festes Schema an die Hand bekamen, um Artikel zu bewerten. Je einheitlicher diese Auswerter auswerten, desto besser das Schema. Herzig/Nunes/Snir wählten sich für das Schema Kriterien aus, die Hinweise auf werbliche Artikel geben können:
* wertende Adjektive - klar * persönliche Einbeziehung (Ich, Du, Sie, Wir) - oft in werbenden Texten verwendet, eigentlich nie in WP-Artikeln * Wiederholung - auch gern von werbenden benutzt, um die Vorzüge eines Geschäfts darzustellen * Weasel words - Wörter, die versuchen illegitimen Behauptungen einen legitimen Anstrich zu geben "wird gesagt", "Kritiker meinen", "gilt als" etc.
Dagegen rechnen sie dann Verweise auf Quellen, die die Neutralität wieder erhöhen können. Noch ist das ganze bei weitem nicht fertig: noch sind sie auch fern von der Entwicklung der Software, sondern arbeiten noch an einem Schema, dass man irgendwann automatisieren kann. Das scheint noch ein weiter Weg: While the low individual scores on intrasentential tags is disconcerting, the overall higher scores for annotator B are a positive indication that a decent understanding and execution of the scheme and guidelines are possible klingt mir nicht nach baldiger Vollendung.
Kleinanzeigen kleiner Geschäfte sind eh die Qualitätskontrolle für Anfänger - die erkennt jeder, vielleicht sogar ein Bot. Und wenn man mal den engen Wikipedia-Bereich verlässt, und solche Bots auf die Menschheit loslässt stelle ich mir wilde Anwendungen irgendwo zwischen Spam-Kontrolle und automatisierter Buchkritik vor.
In Wikipedia selbst: Jede Arbeit, die ein Bot verrichtet, muss man nicht selber machen.
Das Neutralitätsgebot der Wikipedia weist ähnliche Effekte auf, wie die Wikipedia selbst: theoretisch eine große Katastrophe, praktisch funktioniert es überraschend gut. Nur wenn man den hands-on-lass-mal-diskutieren-Ansatz aufgibt, und versucht die Neutralität wirklich zu beschreiben, stellt man fest, welche erkenntnistheoretische Katastorphe der Grundsatz ist: fest verankert in den wissenschaftlichen Abwegen des 19. Jahrhunderts, unbefleckt von Allem, was die Menschheit in den letzten 100 Jahren gelernt hat. Aber praktisch funktioniert der neutrale Standpunkt überraschend oft.
Nun kann man sich aber meine Skepsis vorstellen, als ich das Paper von Livnat Herzig, Alex Nunes und Batia Snir mit dem Titel sah "An Annotation Scheme for Automated Bias Detection in Wikipedia", veröffentlicht für Proceedings of the Fifth Law Workshop (LAW V), pages 47–55, Portland, Oregon, 23-24 June 2011. Die ausführliche Beschreibung schränkt da schon etwas ein:
BiasML is a novel annotation scheme with the purpose of identifying the presence as well as nuances of biased language within the subset of Wikipedia articles dedicated to service providers.
Die Forscher haben sich ein besonders Werbe-anfälliges Artikelsegment gegriffen, und wollen dort die echten Artikel von den getarnten Anzeigen trennen. Eine gute Wahl: die Artikel dort sind meistens nur wenig beachtet, außer den Werbetreibenden interessiert das Thema nicht so richtig, und im Gegensatz zu den großen Firmen mit intensiver Artikelbetreuung (McDonalds und Enercon fielen mir in de spontan ein), sind die kleinen meistens weniger subtil in ihrer Werbung.
Ihr Verfahren ist komplexer als ich es jetzt schildern mag, ich bin ja kein Computerlinguist oder welche Fachrichtung auch immer zuständig ist, denke aber den Überblick verstanden zu haben: Herzig/Nunes/Snir griffen sich eine Zahl menschlicher Auswerter, die ein festes Schema an die Hand bekamen, um Artikel zu bewerten. Je einheitlicher diese Auswerter auswerten, desto besser das Schema. Herzig/Nunes/Snir wählten sich für das Schema Kriterien aus, die Hinweise auf werbliche Artikel geben können:
* wertende Adjektive - klar * persönliche Einbeziehung (Ich, Du, Sie, Wir) - oft in werbenden Texten verwendet, eigentlich nie in WP-Artikeln * Wiederholung - auch gern von werbenden benutzt, um die Vorzüge eines Geschäfts darzustellen * Weasel words - Wörter, die versuchen illegitimen Behauptungen einen legitimen Anstrich zu geben "wird gesagt", "Kritiker meinen", "gilt als" etc.
Dagegen rechnen sie dann Verweise auf Quellen, die die Neutralität wieder erhöhen können. Noch ist das ganze bei weitem nicht fertig: noch sind sie auch fern von der Entwicklung der Software, sondern arbeiten noch an einem Schema, dass man irgendwann automatisieren kann. Das scheint noch ein weiter Weg: While the low individual scores on intrasentential tags is disconcerting, the overall higher scores for annotator B are a positive indication that a decent understanding and execution of the scheme and guidelines are possible klingt mir nicht nach baldiger Vollendung.
Kleinanzeigen kleiner Geschäfte sind eh die Qualitätskontrolle für Anfänger - die erkennt jeder, vielleicht sogar ein Bot. Und wenn man mal den engen Wikipedia-Bereich verlässt, und solche Bots auf die Menschheit loslässt stelle ich mir wilde Anwendungen irgendwo zwischen Spam-Kontrolle und automatisierter Buchkritik vor.
In Wikipedia selbst: Jede Arbeit, die ein Bot verrichtet, muss man nicht selber machen.