Wie konnte mir das bisher entgehen? Modellbautraktorpulling! Gefunden dank elian und D. Ich werde die nächsten Tage eingehend auf Micropulling.com und Giving You The Best In Remote Control Pulling Parts verbringen.
Samstag, 23. April 2011
Mittwoch, 20. April 2011
Früher war auch nichts wirklich besser
Die Editor Trends Study der Wikimedia Foundation bietet eine Menge unterschiedlicher Ansätze, um über Neulinge, Abenteurer, Gäste und Getriebene in der Wikipedia nachzudenken. Im Birchlog geschieht das, und an anderen Stellen ebenso. Irgendwann gelangt man dann ins Anekdotische. Wie war das „damals“, als ich selbst anfing?
Jemand sagte mal, „Alice ist schon länger dabei als ich alt bin“. Voll gelogen und ganz nah dran an einer kleinen Frechheit. Und zu den Urgesteinen der Wikipedia gehöre ich nunmal definitiv nicht. Ich wurde Ende 2004 angeschwemmt, auf der Suche nach etwas Sinnvollem, dass ich „der Gesellschaft“ zurückgeben kann. Es hätte einfach sein können, stattdessen habe ich mich zunächst durch Regeln, Anleitungen und Grundsätze gelesen; nein, eher gefressen. Schon 2004 war das eine Herausforderung, denn wie heute war alles verstreut, eher zufällig zu finden. Die ersten vorsichtigen Versuche folgten, angelehnt an Wartungslisten. Dann ein Vorstoß. Angeregt durch einen Ausstellungsbesuch schreib ich einen - „meinen“ - ersten bislang ungeschriebenen Artikel, mit Bildern, deren Nutzung beim Museum nachgefragt wurde. Möglichst korrekt, soweit es den damaligen Gepflogenheiten genügte. Das war aufregend. Ich war mir nicht sicher, was jetzt passiert. Und es passierte ... nichts. Die ersten Bearbeitungen durch andere Wikipedianer erfolgten sechs Wochen nach Einstellung, das waren dann interne Verlinkungen, Weblinks, Formsachen. Und ich saß da und wartete auf irgendeine Reaktion. Die ersten inhaltlichen Überarbeitungen (lang ersehnt) kamen dann im Oktober 2009 durch eine IP. Fast fünf Jahre später!
Erschreckend dennoch, dass trotz der Überarbeitungen Luc Tuymans noch immer als „bedeutender“ Künstler in der Wikipedia zu finden ist. Wer - außer mir in der ersten Version des Artikels - hat das jemals behauptet?
Was aus meiner Anfangszeit auch noch in Erinnerung geblieben ist, ist eine kurze Diskussion um Namens-Konventionen. Es ging um die Verschiebung von Süßkirsche nach Süß-Kirsche (heute spannenderweiser zu finden unter Vogel-Kirsche), worin ich mehr Binde-Strich-Fanatismus als Nachvollziehbarkeit sah. Und im Verlauf keinerlei Notwendigkeit, mich in Fachdiskussionen zu verstricken, die weder wirklich wichtig noch wirklich spannend sind und zu denen ich mangels Fach wenig beitragen kann.
Und so kommt es, dass ich weiterhin Krümmelkuchen mit Sauerkirschen ohne Bindestrich backe und Luc Tuymans lieber im Museum als in der Wikipedia sehe.
Wo die Anknüpfpunkte zur Studie bzw. zu heute sind?
Noch immer
Jemand sagte mal, „Alice ist schon länger dabei als ich alt bin“. Voll gelogen und ganz nah dran an einer kleinen Frechheit. Und zu den Urgesteinen der Wikipedia gehöre ich nunmal definitiv nicht. Ich wurde Ende 2004 angeschwemmt, auf der Suche nach etwas Sinnvollem, dass ich „der Gesellschaft“ zurückgeben kann. Es hätte einfach sein können, stattdessen habe ich mich zunächst durch Regeln, Anleitungen und Grundsätze gelesen; nein, eher gefressen. Schon 2004 war das eine Herausforderung, denn wie heute war alles verstreut, eher zufällig zu finden. Die ersten vorsichtigen Versuche folgten, angelehnt an Wartungslisten. Dann ein Vorstoß. Angeregt durch einen Ausstellungsbesuch schreib ich einen - „meinen“ - ersten bislang ungeschriebenen Artikel, mit Bildern, deren Nutzung beim Museum nachgefragt wurde. Möglichst korrekt, soweit es den damaligen Gepflogenheiten genügte. Das war aufregend. Ich war mir nicht sicher, was jetzt passiert. Und es passierte ... nichts. Die ersten Bearbeitungen durch andere Wikipedianer erfolgten sechs Wochen nach Einstellung, das waren dann interne Verlinkungen, Weblinks, Formsachen. Und ich saß da und wartete auf irgendeine Reaktion. Die ersten inhaltlichen Überarbeitungen (lang ersehnt) kamen dann im Oktober 2009 durch eine IP. Fast fünf Jahre später!
Erschreckend dennoch, dass trotz der Überarbeitungen Luc Tuymans noch immer als „bedeutender“ Künstler in der Wikipedia zu finden ist. Wer - außer mir in der ersten Version des Artikels - hat das jemals behauptet?
Was aus meiner Anfangszeit auch noch in Erinnerung geblieben ist, ist eine kurze Diskussion um Namens-Konventionen. Es ging um die Verschiebung von Süßkirsche nach Süß-Kirsche (heute spannenderweiser zu finden unter Vogel-Kirsche), worin ich mehr Binde-Strich-Fanatismus als Nachvollziehbarkeit sah. Und im Verlauf keinerlei Notwendigkeit, mich in Fachdiskussionen zu verstricken, die weder wirklich wichtig noch wirklich spannend sind und zu denen ich mangels Fach wenig beitragen kann.
Und so kommt es, dass ich weiterhin Krümmelkuchen mit Sauerkirschen ohne Bindestrich backe und Luc Tuymans lieber im Museum als in der Wikipedia sehe.
Wo die Anknüpfpunkte zur Studie bzw. zu heute sind?
Noch immer
- wird die Arbeit neuer Autoren zu häufig entweder mit unpersönlichen Bausteinen versehen oder gar nicht kommentiert
- wird wie selbstverständlich auf Regeln und Vereinbarungen verwiesen, die dem Laien (auch bzw. gerade dem Wikipedia-Laien) nicht bekannt sein können
- gibt es Einsteiger, die irgendwas an diesem Irrwitz trotzdem so spannend finden, dass sie dabei bleiben, sich artikelübergreifend engagieren, mit ihrem Erfahrungsvorsprung anderen helfen oder sich einfach in die Artikelarbeit stürzen
- ist nicht bekannt, was ausschlaggebend für die Antwort auf Should I Stay or Should I Go ist
- ist nicht bekannt, wie das Bleiben aktiv unterstützt werden kann
- ist völlig unklar, inwieweit die Implantation von mehr Regeln (und ihre gleichzeitige Unauffindbarkeit) Einfluss auf neue und auch auf erfahrene Autoren hat
Die Editor Trends Study der Wikimedia Foundation bietet eine Menge unterschiedlicher Ansätze, um über Neulinge, Abenteurer, Gäste und Getriebene in der Wikipedia nachzudenken. Im Birchlog geschieht das, und an anderen Stellen ebenso. Irgendwann gelangt man dann ins Anekdotische. Wie war das „damals“, als ich selbst anfing?
Jemand sagte mal, „Alice ist schon länger dabei als ich alt bin“. Voll gelogen und ganz nah dran an einer kleinen Frechheit. Und zu den Urgesteinen der Wikipedia gehöre ich nunmal definitiv nicht. Ich wurde Ende 2004 angeschwemmt, auf der Suche nach etwas Sinnvollem, dass ich „der Gesellschaft“ zurückgeben kann. Es hätte einfach sein können, stattdessen habe ich mich zunächst durch Regeln, Anleitungen und Grundsätze gelesen; nein, eher gefressen. Schon 2004 war das eine Herausforderung, denn wie heute war alles verstreut, eher zufällig zu finden. Die ersten vorsichtigen Versuche folgten, angelehnt an Wartungslisten. Dann ein Vorstoß. Angeregt durch einen Ausstellungsbesuch schreib ich einen - „meinen“ - ersten bislang ungeschriebenen Artikel, mit Bildern, deren Nutzung beim Museum nachgefragt wurde. Möglichst korrekt, soweit es den damaligen Gepflogenheiten genügte. Das war aufregend. Ich war mir nicht sicher, was jetzt passiert. Und es passierte ... nichts. Die ersten Bearbeitungen durch andere Wikipedianer erfolgten sechs Wochen nach Einstellung, das waren dann interne Verlinkungen, Weblinks, Formsachen. Und ich saß da und wartete auf irgendeine Reaktion. Die ersten inhaltlichen Überarbeitungen (lang ersehnt) kamen dann im Oktober 2009 durch eine IP. Fast fünf Jahre später!
Erschreckend dennoch, dass trotz der Überarbeitungen Luc Tuymans noch immer als „bedeutender“ Künstler in der Wikipedia zu finden ist. Wer - außer mir in der ersten Version des Artikels - hat das jemals behauptet?
Was aus meiner Anfangszeit auch noch in Erinnerung geblieben ist, ist eine kurze Diskussion um Namens-Konventionen. Es ging um die Verschiebung von Süßkirsche nach Süß-Kirsche (heute spannenderweiser zu finden unter Vogel-Kirsche), worin ich mehr Binde-Strich-Fanatismus als Nachvollziehbarkeit sah. Und im Verlauf keinerlei Notwendigkeit, mich in Fachdiskussionen zu verstricken, die weder wirklich wichtig noch wirklich spannend sind und zu denen ich mangels Fach wenig beitragen kann.
Und so kommt es, dass ich weiterhin Krümmelkuchen mit Sauerkirschen ohne Bindestrich backe und Luc Tuymans lieber im Museum als in der Wikipedia sehe.
Wo die Anknüpfpunkte zur Studie bzw. zu heute sind?
Noch immer
Jemand sagte mal, „Alice ist schon länger dabei als ich alt bin“. Voll gelogen und ganz nah dran an einer kleinen Frechheit. Und zu den Urgesteinen der Wikipedia gehöre ich nunmal definitiv nicht. Ich wurde Ende 2004 angeschwemmt, auf der Suche nach etwas Sinnvollem, dass ich „der Gesellschaft“ zurückgeben kann. Es hätte einfach sein können, stattdessen habe ich mich zunächst durch Regeln, Anleitungen und Grundsätze gelesen; nein, eher gefressen. Schon 2004 war das eine Herausforderung, denn wie heute war alles verstreut, eher zufällig zu finden. Die ersten vorsichtigen Versuche folgten, angelehnt an Wartungslisten. Dann ein Vorstoß. Angeregt durch einen Ausstellungsbesuch schreib ich einen - „meinen“ - ersten bislang ungeschriebenen Artikel, mit Bildern, deren Nutzung beim Museum nachgefragt wurde. Möglichst korrekt, soweit es den damaligen Gepflogenheiten genügte. Das war aufregend. Ich war mir nicht sicher, was jetzt passiert. Und es passierte ... nichts. Die ersten Bearbeitungen durch andere Wikipedianer erfolgten sechs Wochen nach Einstellung, das waren dann interne Verlinkungen, Weblinks, Formsachen. Und ich saß da und wartete auf irgendeine Reaktion. Die ersten inhaltlichen Überarbeitungen (lang ersehnt) kamen dann im Oktober 2009 durch eine IP. Fast fünf Jahre später!
Erschreckend dennoch, dass trotz der Überarbeitungen Luc Tuymans noch immer als „bedeutender“ Künstler in der Wikipedia zu finden ist. Wer - außer mir in der ersten Version des Artikels - hat das jemals behauptet?
Was aus meiner Anfangszeit auch noch in Erinnerung geblieben ist, ist eine kurze Diskussion um Namens-Konventionen. Es ging um die Verschiebung von Süßkirsche nach Süß-Kirsche (heute spannenderweiser zu finden unter Vogel-Kirsche), worin ich mehr Binde-Strich-Fanatismus als Nachvollziehbarkeit sah. Und im Verlauf keinerlei Notwendigkeit, mich in Fachdiskussionen zu verstricken, die weder wirklich wichtig noch wirklich spannend sind und zu denen ich mangels Fach wenig beitragen kann.
Und so kommt es, dass ich weiterhin Krümmelkuchen mit Sauerkirschen ohne Bindestrich backe und Luc Tuymans lieber im Museum als in der Wikipedia sehe.
Wo die Anknüpfpunkte zur Studie bzw. zu heute sind?
Noch immer
- wird die Arbeit neuer Autoren zu häufig entweder mit unpersönlichen Bausteinen versehen oder gar nicht kommentiert
- wird wie selbstverständlich auf Regeln und Vereinbarungen verwiesen, die dem Laien (auch bzw. gerade dem Wikipedia-Laien) nicht bekannt sein können
- gibt es Einsteiger, die irgendwas an diesem Irrwitz trotzdem so spannend finden, dass sie dabei bleiben, sich artikelübergreifend engagieren, mit ihrem Erfahrungsvorsprung anderen helfen oder sich einfach in die Artikelarbeit stürzen
- ist nicht bekannt, was ausschlaggebend für die Antwort auf Should I Stay or Should I Go ist
- ist nicht bekannt, wie das Bleiben aktiv unterstützt werden kann
- ist völlig unklar, inwieweit die Implantation von mehr Regeln (und ihre gleichzeitige Unauffindbarkeit) Einfluss auf neue und auch auf erfahrene Autoren hat
Früher war auch nichts wirklich besser
re:publica: ein durchwachsener rückblick #rp11
Nachdem ich jetzt ein paar Tage zeitlichen und auch einigen räumlichen Abstand habe, ist das doch eine gute Gelegenheit, neben dem Liveblogging noch einmal konzentriert auf die re:publica zurückzublicken. Hat es gelohnt? Was hat gelohnt? Und warum überhaupt?
Meine Höhepunkte waren:
* der Vortrag von Noha Atef über die Lage in Ägypten, die Tortureinegypt-Website und die Piggipedia-Flickr-Gruppe. Sie erzählte, dass die Polizei lieber Leute abholt, als Websites zu sperren, und dass es ungefährlicher ist, Fotos von Polizisten zu posten als ihre Namen. Und dass die Ägypter wussten, dass wirklich schwerwiegendes passiert, als plötzlich das Internet gesperrt war. Da war alles relevant und neu, von Noha Atef überzeugend rübergebracht. Und dazu war sie noch ein Vorbild an unprätentiösem Vortragen.
* der Vortrag von Markus Bösch über Newsgaming. Auch wenn die Idee ihre beste Zeit wohl gegen 2003 hatte, war sie mir komplett neu. Und die Idee Newsgaming ist meines Erachtens ausbaufähig. Zumal ich den Verdacht habe, dass das Konzept Newsgaming eigentlich schon ein großer Erfolg ist, die Newsgamer sich selbst aber so eng definieren, dass sie den Erfolg des Konzeptes nicht bemerken. Höhepunkt war diese Veranstaltung aber auch deshalb, weil Bösch einer der wenigen war, der das Medium Vortrag nutzte, und deutlich mehr machte, als einen Text vorzulesen.
* die letzten 15 Minuten des Till-Kreutzer-Vortrags, wo dieser vom Allgemeinem abkam und kurz aufblitzte, dass Kreutzer wirklich viel von der Materie versteht.
Mein irritierendster Moment:
* Daniel Domscheit-Berg, der sich richtig ernsthaft über 600 Euro spenden freut. In einem Saal dessen Miete für DDBs Vortrag vermutlich ein mehrfaches von 600 Euro kostete. In dem Saal, indem er vermutlich auch höhere Einnahmen hätte erzielen können, wenn er einfach den Hut hätte rumgehen lassen.
Erhellend:
* Peter Sunde, der zu flattr so ganz unterhaltsam war, aber durch seine Bühnenpräsenz klarmachte, warum ihm immer alle alles abkaufen.

Friedrichstadtpalast während rp11
Überraschend:
Vor der Kalkscheune über Peer Göbel gelaufen, den ich seit ungefähr 1999 nicht mehr in echt gesehen hatte.
Mein typischster Moment:
Der Vortrag von Till Kreutzer, iRights-Info, zum Thema Urheberrecht. Der Vortrag brachte mein Unbehagen auf den Punkt, diese Mischung aus "Warum?" und "dieses seltsame Wir." Kreutzer, der am Ende bewies, dass er wirklich detailliert Ahnung vom Urheberrecht hatte, hielt diesen Dauer-Lessig-Aufguss von wegen "das Urheberrecht ist am Ende, kreative Remixer, Neue Zeit, historisch, Mash-Up" das Übliche halt. Das hat natürlich an sich argumentative einiges für sich. Aber in diesem Rahmen? Jeder, der sich ein bisschen für Netzpolitik interessiert, hat den Vortrag sinngemäß schon dutzendemale gehört. Die Grundargumentation Neue-Zeit-Neue-Medien-Kreaktives-Remixing steht in meinem Feedreader in etwa 30 Postings am Tag. Ich denke, ich darf davon ausgehen, dass fast jeder, der Geld für re:publica ausgibt, und sich dann auch noch diese Veranstaltung aussucht, dass Alles schon mal gehört hat. Mehr als einmal.
Wozu also diesen Vortrag in einem Saal, der gefühlt 4000 Leute fasst? In der Hoffnung die Außenwelt zu erreichen? Aus allgemeinen Feelgood-Gefühl, weil wir alle einer Meinung sind? Um Gruppenkohäsion zu erzeugen? Um die zahlreichen Urheberrechts-Anhänger der Netzgemeinde zu erreichen? Oder weil das halt der Vortrag ist, den Kreutzer auch vor anderem Publikum hält, das nicht täglich die Urheberrechts-Remix-Leier eingeflößt kriegt? Wäre es für Leute, die andauernd Remix-Neu-Sharing eingeflößt kriegen, nicht viel spannender, mal etwas anderes zu hören? Gar Jemanden, der nicht aus der Lessig-Schule kommt? Vielleicht gar jemand, der für das geltende Urheberrecht ist? Oder wäre das zu shocking?
Auch wenn es jetzt etwas unfair ist, Kreutzer so allein rauszugreifen - zumal er zwischendurch demonstrierte, dass er besser könnte, wenn er wollte/dürfte, war er halt typisch. Dieselben Argumente durch dieselben Leute, die das schon immer sagen, und allen das Gefühl geben, das schon immer gewusst zu haben.
Insgesamt: drei Tage, die insgesamt auf jeden Fall den Besuch wert waren. Aber inhaltlich: hätte ich statt drei Tagen re:publica einen Tag meinen Newsfeed intensiv gelesen, hätte ich Heterogeneres, Spannenderes, Kontroverseres und vermutlich auch Inspirierenderes erfahren. Für meinen Geschmack zuviel Feelgood, zuviel Stagnation, zuwenig Inhalt, viel zu wenig Kontroverses, Spannendes, Neues, Irritierendes.
Meine Höhepunkte waren:
* der Vortrag von Noha Atef über die Lage in Ägypten, die Tortureinegypt-Website und die Piggipedia-Flickr-Gruppe. Sie erzählte, dass die Polizei lieber Leute abholt, als Websites zu sperren, und dass es ungefährlicher ist, Fotos von Polizisten zu posten als ihre Namen. Und dass die Ägypter wussten, dass wirklich schwerwiegendes passiert, als plötzlich das Internet gesperrt war. Da war alles relevant und neu, von Noha Atef überzeugend rübergebracht. Und dazu war sie noch ein Vorbild an unprätentiösem Vortragen.
* der Vortrag von Markus Bösch über Newsgaming. Auch wenn die Idee ihre beste Zeit wohl gegen 2003 hatte, war sie mir komplett neu. Und die Idee Newsgaming ist meines Erachtens ausbaufähig. Zumal ich den Verdacht habe, dass das Konzept Newsgaming eigentlich schon ein großer Erfolg ist, die Newsgamer sich selbst aber so eng definieren, dass sie den Erfolg des Konzeptes nicht bemerken. Höhepunkt war diese Veranstaltung aber auch deshalb, weil Bösch einer der wenigen war, der das Medium Vortrag nutzte, und deutlich mehr machte, als einen Text vorzulesen.
* die letzten 15 Minuten des Till-Kreutzer-Vortrags, wo dieser vom Allgemeinem abkam und kurz aufblitzte, dass Kreutzer wirklich viel von der Materie versteht.
Mein irritierendster Moment:
* Daniel Domscheit-Berg, der sich richtig ernsthaft über 600 Euro spenden freut. In einem Saal dessen Miete für DDBs Vortrag vermutlich ein mehrfaches von 600 Euro kostete. In dem Saal, indem er vermutlich auch höhere Einnahmen hätte erzielen können, wenn er einfach den Hut hätte rumgehen lassen.
Erhellend:
* Peter Sunde, der zu flattr so ganz unterhaltsam war, aber durch seine Bühnenpräsenz klarmachte, warum ihm immer alle alles abkaufen.
Friedrichstadtpalast während rp11
Überraschend:
Vor der Kalkscheune über Peer Göbel gelaufen, den ich seit ungefähr 1999 nicht mehr in echt gesehen hatte.
Mein typischster Moment:
Der Vortrag von Till Kreutzer, iRights-Info, zum Thema Urheberrecht. Der Vortrag brachte mein Unbehagen auf den Punkt, diese Mischung aus "Warum?" und "dieses seltsame Wir." Kreutzer, der am Ende bewies, dass er wirklich detailliert Ahnung vom Urheberrecht hatte, hielt diesen Dauer-Lessig-Aufguss von wegen "das Urheberrecht ist am Ende, kreative Remixer, Neue Zeit, historisch, Mash-Up" das Übliche halt. Das hat natürlich an sich argumentative einiges für sich. Aber in diesem Rahmen? Jeder, der sich ein bisschen für Netzpolitik interessiert, hat den Vortrag sinngemäß schon dutzendemale gehört. Die Grundargumentation Neue-Zeit-Neue-Medien-Kreaktives-Remixing steht in meinem Feedreader in etwa 30 Postings am Tag. Ich denke, ich darf davon ausgehen, dass fast jeder, der Geld für re:publica ausgibt, und sich dann auch noch diese Veranstaltung aussucht, dass Alles schon mal gehört hat. Mehr als einmal.
Wozu also diesen Vortrag in einem Saal, der gefühlt 4000 Leute fasst? In der Hoffnung die Außenwelt zu erreichen? Aus allgemeinen Feelgood-Gefühl, weil wir alle einer Meinung sind? Um Gruppenkohäsion zu erzeugen? Um die zahlreichen Urheberrechts-Anhänger der Netzgemeinde zu erreichen? Oder weil das halt der Vortrag ist, den Kreutzer auch vor anderem Publikum hält, das nicht täglich die Urheberrechts-Remix-Leier eingeflößt kriegt? Wäre es für Leute, die andauernd Remix-Neu-Sharing eingeflößt kriegen, nicht viel spannender, mal etwas anderes zu hören? Gar Jemanden, der nicht aus der Lessig-Schule kommt? Vielleicht gar jemand, der für das geltende Urheberrecht ist? Oder wäre das zu shocking?
Auch wenn es jetzt etwas unfair ist, Kreutzer so allein rauszugreifen - zumal er zwischendurch demonstrierte, dass er besser könnte, wenn er wollte/dürfte, war er halt typisch. Dieselben Argumente durch dieselben Leute, die das schon immer sagen, und allen das Gefühl geben, das schon immer gewusst zu haben.
Insgesamt: drei Tage, die insgesamt auf jeden Fall den Besuch wert waren. Aber inhaltlich: hätte ich statt drei Tagen re:publica einen Tag meinen Newsfeed intensiv gelesen, hätte ich Heterogeneres, Spannenderes, Kontroverseres und vermutlich auch Inspirierenderes erfahren. Für meinen Geschmack zuviel Feelgood, zuviel Stagnation, zuwenig Inhalt, viel zu wenig Kontroverses, Spannendes, Neues, Irritierendes.
Nachdem ich jetzt ein paar Tage zeitlichen und auch einigen räumlichen Abstand habe, ist das doch eine gute Gelegenheit, neben dem Liveblogging noch einmal konzentriert auf die re:publica zurückzublicken. Hat es gelohnt? Was hat gelohnt? Und warum überhaupt?
Meine Höhepunkte waren:
* der Vortrag von Noha Atef über die Lage in Ägypten, die Tortureinegypt-Website und die Piggipedia-Flickr-Gruppe. Sie erzählte, dass die Polizei lieber Leute abholt, als Websites zu sperren, und dass es ungefährlicher ist, Fotos von Polizisten zu posten als ihre Namen. Und dass die Ägypter wussten, dass wirklich schwerwiegendes passiert, als plötzlich das Internet gesperrt war. Da war alles relevant und neu, von Noha Atef überzeugend rübergebracht. Und dazu war sie noch ein Vorbild an unprätentiösem Vortragen.
* der Vortrag von Markus Bösch über Newsgaming. Auch wenn die Idee ihre beste Zeit wohl gegen 2003 hatte, war sie mir komplett neu. Und die Idee Newsgaming ist meines Erachtens ausbaufähig. Zumal ich den Verdacht habe, dass das Konzept Newsgaming eigentlich schon ein großer Erfolg ist, die Newsgamer sich selbst aber so eng definieren, dass sie den Erfolg des Konzeptes nicht bemerken. Höhepunkt war diese Veranstaltung aber auch deshalb, weil Bösch einer der wenigen war, der das Medium Vortrag nutzte, und deutlich mehr machte, als einen Text vorzulesen.
* die letzten 15 Minuten des Till-Kreutzer-Vortrags, wo dieser vom Allgemeinem abkam und kurz aufblitzte, dass Kreutzer wirklich viel von der Materie versteht.
Mein irritierendster Moment:
* Daniel Domscheit-Berg, der sich richtig ernsthaft über 600 Euro spenden freut. In einem Saal dessen Miete für DDBs Vortrag vermutlich ein mehrfaches von 600 Euro kostete. In dem Saal, indem er vermutlich auch höhere Einnahmen hätte erzielen können, wenn er einfach den Hut hätte rumgehen lassen.
Erhellend:
* Peter Sunde, der zu flattr so ganz unterhaltsam war, aber durch seine Bühnenpräsenz klarmachte, warum ihm immer alle alles abkaufen.

Friedrichstadtpalast während rp11
Überraschend:
Vor der Kalkscheune über Peer Göbel gelaufen, den ich seit ungefähr 1999 nicht mehr in echt gesehen hatte.
Mein typischster Moment:
Der Vortrag von Till Kreutzer, iRights-Info, zum Thema Urheberrecht. Der Vortrag brachte mein Unbehagen auf den Punkt, diese Mischung aus "Warum?" und "dieses seltsame Wir." Kreutzer, der am Ende bewies, dass er wirklich detailliert Ahnung vom Urheberrecht hatte, hielt diesen Dauer-Lessig-Aufguss von wegen "das Urheberrecht ist am Ende, kreative Remixer, Neue Zeit, historisch, Mash-Up" das Übliche halt. Das hat natürlich an sich argumentative einiges für sich. Aber in diesem Rahmen? Jeder, der sich ein bisschen für Netzpolitik interessiert, hat den Vortrag sinngemäß schon dutzendemale gehört. Die Grundargumentation Neue-Zeit-Neue-Medien-Kreaktives-Remixing steht in meinem Feedreader in etwa 30 Postings am Tag. Ich denke, ich darf davon ausgehen, dass fast jeder, der Geld für re:publica ausgibt, und sich dann auch noch diese Veranstaltung aussucht, dass Alles schon mal gehört hat. Mehr als einmal.
Wozu also diesen Vortrag in einem Saal, der gefühlt 4000 Leute fasst? In der Hoffnung die Außenwelt zu erreichen? Aus allgemeinen Feelgood-Gefühl, weil wir alle einer Meinung sind? Um Gruppenkohäsion zu erzeugen? Um die zahlreichen Urheberrechts-Anhänger der Netzgemeinde zu erreichen? Oder weil das halt der Vortrag ist, den Kreutzer auch vor anderem Publikum hält, das nicht täglich die Urheberrechts-Remix-Leier eingeflößt kriegt? Wäre es für Leute, die andauernd Remix-Neu-Sharing eingeflößt kriegen, nicht viel spannender, mal etwas anderes zu hören? Gar Jemanden, der nicht aus der Lessig-Schule kommt? Vielleicht gar jemand, der für das geltende Urheberrecht ist? Oder wäre das zu shocking?
Auch wenn es jetzt etwas unfair ist, Kreutzer so allein rauszugreifen - zumal er zwischendurch demonstrierte, dass er besser könnte, wenn er wollte/dürfte, war er halt typisch. Dieselben Argumente durch dieselben Leute, die das schon immer sagen, und allen das Gefühl geben, das schon immer gewusst zu haben.
Insgesamt: drei Tage, die insgesamt auf jeden Fall den Besuch wert waren. Aber inhaltlich: hätte ich statt drei Tagen re:publica einen Tag meinen Newsfeed intensiv gelesen, hätte ich Heterogeneres, Spannenderes, Kontroverseres und vermutlich auch Inspirierenderes erfahren. Für meinen Geschmack zuviel Feelgood, zuviel Stagnation, zuwenig Inhalt, viel zu wenig Kontroverses, Spannendes, Neues, Irritierendes.
Meine Höhepunkte waren:
* der Vortrag von Noha Atef über die Lage in Ägypten, die Tortureinegypt-Website und die Piggipedia-Flickr-Gruppe. Sie erzählte, dass die Polizei lieber Leute abholt, als Websites zu sperren, und dass es ungefährlicher ist, Fotos von Polizisten zu posten als ihre Namen. Und dass die Ägypter wussten, dass wirklich schwerwiegendes passiert, als plötzlich das Internet gesperrt war. Da war alles relevant und neu, von Noha Atef überzeugend rübergebracht. Und dazu war sie noch ein Vorbild an unprätentiösem Vortragen.
* der Vortrag von Markus Bösch über Newsgaming. Auch wenn die Idee ihre beste Zeit wohl gegen 2003 hatte, war sie mir komplett neu. Und die Idee Newsgaming ist meines Erachtens ausbaufähig. Zumal ich den Verdacht habe, dass das Konzept Newsgaming eigentlich schon ein großer Erfolg ist, die Newsgamer sich selbst aber so eng definieren, dass sie den Erfolg des Konzeptes nicht bemerken. Höhepunkt war diese Veranstaltung aber auch deshalb, weil Bösch einer der wenigen war, der das Medium Vortrag nutzte, und deutlich mehr machte, als einen Text vorzulesen.
* die letzten 15 Minuten des Till-Kreutzer-Vortrags, wo dieser vom Allgemeinem abkam und kurz aufblitzte, dass Kreutzer wirklich viel von der Materie versteht.
Mein irritierendster Moment:
* Daniel Domscheit-Berg, der sich richtig ernsthaft über 600 Euro spenden freut. In einem Saal dessen Miete für DDBs Vortrag vermutlich ein mehrfaches von 600 Euro kostete. In dem Saal, indem er vermutlich auch höhere Einnahmen hätte erzielen können, wenn er einfach den Hut hätte rumgehen lassen.
Erhellend:
* Peter Sunde, der zu flattr so ganz unterhaltsam war, aber durch seine Bühnenpräsenz klarmachte, warum ihm immer alle alles abkaufen.
Friedrichstadtpalast während rp11
Überraschend:
Vor der Kalkscheune über Peer Göbel gelaufen, den ich seit ungefähr 1999 nicht mehr in echt gesehen hatte.
Mein typischster Moment:
Der Vortrag von Till Kreutzer, iRights-Info, zum Thema Urheberrecht. Der Vortrag brachte mein Unbehagen auf den Punkt, diese Mischung aus "Warum?" und "dieses seltsame Wir." Kreutzer, der am Ende bewies, dass er wirklich detailliert Ahnung vom Urheberrecht hatte, hielt diesen Dauer-Lessig-Aufguss von wegen "das Urheberrecht ist am Ende, kreative Remixer, Neue Zeit, historisch, Mash-Up" das Übliche halt. Das hat natürlich an sich argumentative einiges für sich. Aber in diesem Rahmen? Jeder, der sich ein bisschen für Netzpolitik interessiert, hat den Vortrag sinngemäß schon dutzendemale gehört. Die Grundargumentation Neue-Zeit-Neue-Medien-Kreaktives-Remixing steht in meinem Feedreader in etwa 30 Postings am Tag. Ich denke, ich darf davon ausgehen, dass fast jeder, der Geld für re:publica ausgibt, und sich dann auch noch diese Veranstaltung aussucht, dass Alles schon mal gehört hat. Mehr als einmal.
Wozu also diesen Vortrag in einem Saal, der gefühlt 4000 Leute fasst? In der Hoffnung die Außenwelt zu erreichen? Aus allgemeinen Feelgood-Gefühl, weil wir alle einer Meinung sind? Um Gruppenkohäsion zu erzeugen? Um die zahlreichen Urheberrechts-Anhänger der Netzgemeinde zu erreichen? Oder weil das halt der Vortrag ist, den Kreutzer auch vor anderem Publikum hält, das nicht täglich die Urheberrechts-Remix-Leier eingeflößt kriegt? Wäre es für Leute, die andauernd Remix-Neu-Sharing eingeflößt kriegen, nicht viel spannender, mal etwas anderes zu hören? Gar Jemanden, der nicht aus der Lessig-Schule kommt? Vielleicht gar jemand, der für das geltende Urheberrecht ist? Oder wäre das zu shocking?
Auch wenn es jetzt etwas unfair ist, Kreutzer so allein rauszugreifen - zumal er zwischendurch demonstrierte, dass er besser könnte, wenn er wollte/dürfte, war er halt typisch. Dieselben Argumente durch dieselben Leute, die das schon immer sagen, und allen das Gefühl geben, das schon immer gewusst zu haben.
Insgesamt: drei Tage, die insgesamt auf jeden Fall den Besuch wert waren. Aber inhaltlich: hätte ich statt drei Tagen re:publica einen Tag meinen Newsfeed intensiv gelesen, hätte ich Heterogeneres, Spannenderes, Kontroverseres und vermutlich auch Inspirierenderes erfahren. Für meinen Geschmack zuviel Feelgood, zuviel Stagnation, zuwenig Inhalt, viel zu wenig Kontroverses, Spannendes, Neues, Irritierendes.
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rp11
Dienstag, 19. April 2011
Wo studieren?
Bayreuth?
Oder doch eher Lincoln?
Oder doch eher Lincoln?
Bayreuth?
Oder doch eher Lincoln?
Oder doch eher Lincoln?
Wo studieren?
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Universität,
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Wikipedia in 10 Jahren
Inspiriert vom Birchlog: Editor-Trends-Study-Followup
Wenn ich mir die derzeitigen Entwicklungen mal ansehe und extrapoliere:
Wikipedia 2020 wird:
* Inhaltlich zum größten Teil offiziell von Leute während ihrer Arbeitszeit geschrieben: PR-Firmen, Museen, Institutionen gesellschaftlicher Bildung,
* In Randbereichen weiterhin von begeisterten Enthusiasten gefüllt
* Von - durch Spenden, Fördergelder, Sponsoren younameit - bezahlten Kräften betreut, die Enthusiasten betreuen, Bildungsinstututionen motivieren und versuchen, die PR-Firmen auszubremsen ohne die derzeitigen Rüpel-GAUs en masse zu produzieren.
Wenn ich mir die derzeitigen Entwicklungen mal ansehe und extrapoliere:
Wikipedia 2020 wird:
* Inhaltlich zum größten Teil offiziell von Leute während ihrer Arbeitszeit geschrieben: PR-Firmen, Museen, Institutionen gesellschaftlicher Bildung,
* In Randbereichen weiterhin von begeisterten Enthusiasten gefüllt
* Von - durch Spenden, Fördergelder, Sponsoren younameit - bezahlten Kräften betreut, die Enthusiasten betreuen, Bildungsinstututionen motivieren und versuchen, die PR-Firmen auszubremsen ohne die derzeitigen Rüpel-GAUs en masse zu produzieren.
Inspiriert vom Birchlog: Editor-Trends-Study-Followup
Wenn ich mir die derzeitigen Entwicklungen mal ansehe und extrapoliere:
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Wikipedia 2020 wird:
* Inhaltlich zum größten Teil offiziell von Leute während ihrer Arbeitszeit geschrieben: PR-Firmen, Museen, Institutionen gesellschaftlicher Bildung,
* In Randbereichen weiterhin von begeisterten Enthusiasten gefüllt
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Wikipedia in 10 Jahren
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Wikipedia
Montag, 18. April 2011
#digiges, alle mal ausatmen bitte
Die Digitale Gesellschaft hat seit neuestem eine Telefonnummer. Gleichzeitig ist sie auf 20 Mitglieder geschrumpft, was nun recht viele Mitglieder der undigitalen Gesellschaft zurücklässt. Die stets zu lobende Gastbloggerin Lyzzy hat dem ja auch schon Ausdruck verliegen: Digitale Gesellschaft, ist das nicht viel mehr als ein Verein in Gründung? Zur Zeit wohl nicht. Der Verein will die Welt verändern. Per Lobbyarbeit.
Wenn ich einmal abstrahieren darf: das deutsche politische System reagiert im Wesentlichen auf drei Impulse. Wahlen, Kampagnen und Lobbyisten. In der Reihenfolge. Wahlen sind mit Abstand am wirkmächtigsten, aber reichlich unbestimmt. Wenn alle paar Monate mal eine wechselnde Bevölkerungsgruppe ein allgemeines "gut" oder "nicht gut" äußern darf, dann ist das zwar ab und an gut für eine Grundsatzentscheidung (lieber Schröder als Lafontaine, lieber keine Leipziger-Parteitags-CDU, lieber keine aktive Beteiling an der NATO), für den Alltag aber deutlich zu unbestimmt.
Medienkampagnen wiederum wirken eher gegenteilig: wochenlang konzentrieren die sich auf ein Kleinthema (Sarrazin, S21, Google Street View, Guttenberg), während alle anderen Theman unbeachtet nebenherlaufen. Das wirkt zwar auch, aber nur in kleinen Bereichen. Womit für den politischen Alltag Lobbyismus als Methode des Einwirkens bleibt. Jeder, der schon mal näher an aktiven Politikern dran war, wird feststellen, dass sie Alle eine Gemeinsamkeit haben: keine Zeit. Deswegen präferieren sich auch gepushte, aufbereitete Information so deutlich gegenüber Informationen, die man sich holen musste. Deshalb sind Lobbyisten, die alles wichtige auf eine halbe A4-Seite kriegen, und mit dem Politiker so gut bekannt sind, dass sie alles beim 10-Minuten-Kaffee erläutern können, so deutlich im Vorteil gegenüber meiner Nachbarin, die mal alle zwei Jahre einen fünfseitigen handgeschriebenen Brief aufsetzt.

Oft funktioniert das politische System Deutschlands wie eine Bahnschranke.
Da nun fast alle Sachentscheidungen weder Wahlentscheidend sind noch auf der Zeit-Titelseite landen, ist das Land der Lobbyisten jenes, welches unseren Alltag bestimmt. Dementsprechend ist die Gründung einer netzpolitischen Lobbyorganisation nicht nur vertretbar, sondern unbedingte Notwehr.
So weit zum Prinzip. Die konkrete Ausgestaltung hat ja ein bißchen Kritik erfahren. So als Beispiele verlinke ich mal die Carta-Artikel:
* Erstaunliche Vorgänge um die “Digitale Gesellschaft”
* Herzlichen Glückwunsch, Digitale Gesellschaft!
Soweit ich verstehe macht sich das inhaltlich an zwei Punkten fest: Der Verein trägt einen wahrlich anmaßenden Name, und scheint auf das Organisationsprinzip elitärer Klüngel zu setzen.
Den Namen finde ich ja eher schlimm, kann ihn aber verstehen. Politiker = keine Zeit = braucht eindeutige Signale = Differenzierung schadet. Und zum Organisationsmodell Greenpeace: ich sehe kurzfristige Vor- und Langfristige Nachteile. Bin aber ethischer Fundamentalist genug, um rein privat Digiges diesselbe Behandlung zuteil werden lassen, die ich Greenpeace angedeihen lasse: ich spende lieber für Andere und engagiere mich anderswo.
Und warum es erstmal ans Ausatmen geht: offensichtlich holpert die Gründung reichlich vor sich hin. Noch lässt sich einfach nicht abschätzen, ob der Name wirklich mit einer seltsamen Wir-sind-das-Volk-Attitüde einhergeht und ob das Volk dann wirklich aus 20 Personen besteht. Und selbst wenn: die Lobbyliste beim Bundestag hat derzeit 2150 Einträge. Da passen dann auch zwei, oder gar drei, "Wir-sind-das-Netz"-Lobbygruppen drauf.
Wenn ich einmal abstrahieren darf: das deutsche politische System reagiert im Wesentlichen auf drei Impulse. Wahlen, Kampagnen und Lobbyisten. In der Reihenfolge. Wahlen sind mit Abstand am wirkmächtigsten, aber reichlich unbestimmt. Wenn alle paar Monate mal eine wechselnde Bevölkerungsgruppe ein allgemeines "gut" oder "nicht gut" äußern darf, dann ist das zwar ab und an gut für eine Grundsatzentscheidung (lieber Schröder als Lafontaine, lieber keine Leipziger-Parteitags-CDU, lieber keine aktive Beteiling an der NATO), für den Alltag aber deutlich zu unbestimmt.
Medienkampagnen wiederum wirken eher gegenteilig: wochenlang konzentrieren die sich auf ein Kleinthema (Sarrazin, S21, Google Street View, Guttenberg), während alle anderen Theman unbeachtet nebenherlaufen. Das wirkt zwar auch, aber nur in kleinen Bereichen. Womit für den politischen Alltag Lobbyismus als Methode des Einwirkens bleibt. Jeder, der schon mal näher an aktiven Politikern dran war, wird feststellen, dass sie Alle eine Gemeinsamkeit haben: keine Zeit. Deswegen präferieren sich auch gepushte, aufbereitete Information so deutlich gegenüber Informationen, die man sich holen musste. Deshalb sind Lobbyisten, die alles wichtige auf eine halbe A4-Seite kriegen, und mit dem Politiker so gut bekannt sind, dass sie alles beim 10-Minuten-Kaffee erläutern können, so deutlich im Vorteil gegenüber meiner Nachbarin, die mal alle zwei Jahre einen fünfseitigen handgeschriebenen Brief aufsetzt.
Oft funktioniert das politische System Deutschlands wie eine Bahnschranke.
Da nun fast alle Sachentscheidungen weder Wahlentscheidend sind noch auf der Zeit-Titelseite landen, ist das Land der Lobbyisten jenes, welches unseren Alltag bestimmt. Dementsprechend ist die Gründung einer netzpolitischen Lobbyorganisation nicht nur vertretbar, sondern unbedingte Notwehr.
So weit zum Prinzip. Die konkrete Ausgestaltung hat ja ein bißchen Kritik erfahren. So als Beispiele verlinke ich mal die Carta-Artikel:
* Erstaunliche Vorgänge um die “Digitale Gesellschaft”
* Herzlichen Glückwunsch, Digitale Gesellschaft!
Soweit ich verstehe macht sich das inhaltlich an zwei Punkten fest: Der Verein trägt einen wahrlich anmaßenden Name, und scheint auf das Organisationsprinzip elitärer Klüngel zu setzen.
Den Namen finde ich ja eher schlimm, kann ihn aber verstehen. Politiker = keine Zeit = braucht eindeutige Signale = Differenzierung schadet. Und zum Organisationsmodell Greenpeace: ich sehe kurzfristige Vor- und Langfristige Nachteile. Bin aber ethischer Fundamentalist genug, um rein privat Digiges diesselbe Behandlung zuteil werden lassen, die ich Greenpeace angedeihen lasse: ich spende lieber für Andere und engagiere mich anderswo.
Und warum es erstmal ans Ausatmen geht: offensichtlich holpert die Gründung reichlich vor sich hin. Noch lässt sich einfach nicht abschätzen, ob der Name wirklich mit einer seltsamen Wir-sind-das-Volk-Attitüde einhergeht und ob das Volk dann wirklich aus 20 Personen besteht. Und selbst wenn: die Lobbyliste beim Bundestag hat derzeit 2150 Einträge. Da passen dann auch zwei, oder gar drei, "Wir-sind-das-Netz"-Lobbygruppen drauf.
Die Digitale Gesellschaft hat seit neuestem eine Telefonnummer. Gleichzeitig ist sie auf 20 Mitglieder geschrumpft, was nun recht viele Mitglieder der undigitalen Gesellschaft zurücklässt. Die stets zu lobende Gastbloggerin Lyzzy hat dem ja auch schon Ausdruck verliegen: Digitale Gesellschaft, ist das nicht viel mehr als ein Verein in Gründung? Zur Zeit wohl nicht. Der Verein will die Welt verändern. Per Lobbyarbeit.
Wenn ich einmal abstrahieren darf: das deutsche politische System reagiert im Wesentlichen auf drei Impulse. Wahlen, Kampagnen und Lobbyisten. In der Reihenfolge. Wahlen sind mit Abstand am wirkmächtigsten, aber reichlich unbestimmt. Wenn alle paar Monate mal eine wechselnde Bevölkerungsgruppe ein allgemeines "gut" oder "nicht gut" äußern darf, dann ist das zwar ab und an gut für eine Grundsatzentscheidung (lieber Schröder als Lafontaine, lieber keine Leipziger-Parteitags-CDU, lieber keine aktive Beteiling an der NATO), für den Alltag aber deutlich zu unbestimmt.
Medienkampagnen wiederum wirken eher gegenteilig: wochenlang konzentrieren die sich auf ein Kleinthema (Sarrazin, S21, Google Street View, Guttenberg), während alle anderen Theman unbeachtet nebenherlaufen. Das wirkt zwar auch, aber nur in kleinen Bereichen. Womit für den politischen Alltag Lobbyismus als Methode des Einwirkens bleibt. Jeder, der schon mal näher an aktiven Politikern dran war, wird feststellen, dass sie Alle eine Gemeinsamkeit haben: keine Zeit. Deswegen präferieren sich auch gepushte, aufbereitete Information so deutlich gegenüber Informationen, die man sich holen musste. Deshalb sind Lobbyisten, die alles wichtige auf eine halbe A4-Seite kriegen, und mit dem Politiker so gut bekannt sind, dass sie alles beim 10-Minuten-Kaffee erläutern können, so deutlich im Vorteil gegenüber meiner Nachbarin, die mal alle zwei Jahre einen fünfseitigen handgeschriebenen Brief aufsetzt.

Oft funktioniert das politische System Deutschlands wie eine Bahnschranke.
Da nun fast alle Sachentscheidungen weder Wahlentscheidend sind noch auf der Zeit-Titelseite landen, ist das Land der Lobbyisten jenes, welches unseren Alltag bestimmt. Dementsprechend ist die Gründung einer netzpolitischen Lobbyorganisation nicht nur vertretbar, sondern unbedingte Notwehr.
So weit zum Prinzip. Die konkrete Ausgestaltung hat ja ein bißchen Kritik erfahren. So als Beispiele verlinke ich mal die Carta-Artikel:
* Erstaunliche Vorgänge um die “Digitale Gesellschaft”
* Herzlichen Glückwunsch, Digitale Gesellschaft!
Soweit ich verstehe macht sich das inhaltlich an zwei Punkten fest: Der Verein trägt einen wahrlich anmaßenden Name, und scheint auf das Organisationsprinzip elitärer Klüngel zu setzen.
Den Namen finde ich ja eher schlimm, kann ihn aber verstehen. Politiker = keine Zeit = braucht eindeutige Signale = Differenzierung schadet. Und zum Organisationsmodell Greenpeace: ich sehe kurzfristige Vor- und Langfristige Nachteile. Bin aber ethischer Fundamentalist genug, um rein privat Digiges diesselbe Behandlung zuteil werden lassen, die ich Greenpeace angedeihen lasse: ich spende lieber für Andere und engagiere mich anderswo.
Und warum es erstmal ans Ausatmen geht: offensichtlich holpert die Gründung reichlich vor sich hin. Noch lässt sich einfach nicht abschätzen, ob der Name wirklich mit einer seltsamen Wir-sind-das-Volk-Attitüde einhergeht und ob das Volk dann wirklich aus 20 Personen besteht. Und selbst wenn: die Lobbyliste beim Bundestag hat derzeit 2150 Einträge. Da passen dann auch zwei, oder gar drei, "Wir-sind-das-Netz"-Lobbygruppen drauf.
Wenn ich einmal abstrahieren darf: das deutsche politische System reagiert im Wesentlichen auf drei Impulse. Wahlen, Kampagnen und Lobbyisten. In der Reihenfolge. Wahlen sind mit Abstand am wirkmächtigsten, aber reichlich unbestimmt. Wenn alle paar Monate mal eine wechselnde Bevölkerungsgruppe ein allgemeines "gut" oder "nicht gut" äußern darf, dann ist das zwar ab und an gut für eine Grundsatzentscheidung (lieber Schröder als Lafontaine, lieber keine Leipziger-Parteitags-CDU, lieber keine aktive Beteiling an der NATO), für den Alltag aber deutlich zu unbestimmt.
Medienkampagnen wiederum wirken eher gegenteilig: wochenlang konzentrieren die sich auf ein Kleinthema (Sarrazin, S21, Google Street View, Guttenberg), während alle anderen Theman unbeachtet nebenherlaufen. Das wirkt zwar auch, aber nur in kleinen Bereichen. Womit für den politischen Alltag Lobbyismus als Methode des Einwirkens bleibt. Jeder, der schon mal näher an aktiven Politikern dran war, wird feststellen, dass sie Alle eine Gemeinsamkeit haben: keine Zeit. Deswegen präferieren sich auch gepushte, aufbereitete Information so deutlich gegenüber Informationen, die man sich holen musste. Deshalb sind Lobbyisten, die alles wichtige auf eine halbe A4-Seite kriegen, und mit dem Politiker so gut bekannt sind, dass sie alles beim 10-Minuten-Kaffee erläutern können, so deutlich im Vorteil gegenüber meiner Nachbarin, die mal alle zwei Jahre einen fünfseitigen handgeschriebenen Brief aufsetzt.
Oft funktioniert das politische System Deutschlands wie eine Bahnschranke.
Da nun fast alle Sachentscheidungen weder Wahlentscheidend sind noch auf der Zeit-Titelseite landen, ist das Land der Lobbyisten jenes, welches unseren Alltag bestimmt. Dementsprechend ist die Gründung einer netzpolitischen Lobbyorganisation nicht nur vertretbar, sondern unbedingte Notwehr.
So weit zum Prinzip. Die konkrete Ausgestaltung hat ja ein bißchen Kritik erfahren. So als Beispiele verlinke ich mal die Carta-Artikel:
* Erstaunliche Vorgänge um die “Digitale Gesellschaft”
* Herzlichen Glückwunsch, Digitale Gesellschaft!
Soweit ich verstehe macht sich das inhaltlich an zwei Punkten fest: Der Verein trägt einen wahrlich anmaßenden Name, und scheint auf das Organisationsprinzip elitärer Klüngel zu setzen.
Den Namen finde ich ja eher schlimm, kann ihn aber verstehen. Politiker = keine Zeit = braucht eindeutige Signale = Differenzierung schadet. Und zum Organisationsmodell Greenpeace: ich sehe kurzfristige Vor- und Langfristige Nachteile. Bin aber ethischer Fundamentalist genug, um rein privat Digiges diesselbe Behandlung zuteil werden lassen, die ich Greenpeace angedeihen lasse: ich spende lieber für Andere und engagiere mich anderswo.
Und warum es erstmal ans Ausatmen geht: offensichtlich holpert die Gründung reichlich vor sich hin. Noch lässt sich einfach nicht abschätzen, ob der Name wirklich mit einer seltsamen Wir-sind-das-Volk-Attitüde einhergeht und ob das Volk dann wirklich aus 20 Personen besteht. Und selbst wenn: die Lobbyliste beim Bundestag hat derzeit 2150 Einträge. Da passen dann auch zwei, oder gar drei, "Wir-sind-das-Netz"-Lobbygruppen drauf.
#digiges, alle mal ausatmen bitte
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Sonntag, 17. April 2011
Klimaanlagen kaputt? Reservierungen ausgefallen? Flugzeug fliegt in umgekehrter Reihenfolge?
Tagesspiegel: "Die Probleme bei Air Berlin nehmen kein Ende." Ich: Das wundert mich jetzt gar nicht.
Tagesspiegel: "Die Probleme bei Air Berlin nehmen kein Ende." Ich: Das wundert mich jetzt gar nicht.
Klimaanlagen kaputt? Reservierungen ausgefallen? Flugzeug fliegt in umgekehrter Reihenfolge?
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