Donnerstag, 14. Juli 2011

Community-Projektbudget (III): Chronologie einer Aufregung

Der nächste Teil im Versuch, sich der unübersichtlichen Gemengelage des Community-Projektbudgets (CPB) zu nähern. Nach dem Versuch von letzter Woche darzustellen, was das CPB eigentlich sein sollte und hoffentlich auch wird, jetzt der Versuch eines Nachvollziehens der derzeitigen Diskussion. Die ganze Diskussion in ihrer mäandrierenden Ausführlichkeit gibt es in der Wikipedia, die ersten Diskussionsversuche von Tag eins auf der Mailingliste, [VereinDE-l] Rücktritte/Pausen Community-Projektbudgetausschuss

Vorlauf: Nach Außen: Friede, Freude, Eierkuchen, alles scheint prima zu laufen.

Tag 1: 1. Juli: Anneke, Ausschussmitglied: Da die Zusammenarbeit mit dem Vorstand des Vereins Wikimedia Deutschland meinerseits nicht mehr gewünscht ist, trete ich mit sofortifer Wirkung von meinem Amt zurück. Der nächste Nachrücker ist RaBoe. Liebe Grüße Euch,

Kurz darauf gefolgt von Ausschussmitglied Ralf: Meine Arbeit im Ausschuß pausiert vorerst, bis die Differenzen mit dem Vorstand geklärt sind. Da einige Ausschußmitglieder momentan privat verhindert sind, kann dies einige Tage dauern.

Das kam jetzt ein bißchen überraschend, demzufolge große Aufregung.

Spontane Reaktion Vorstandsmitglied Achim: Bis heute besteht von seiten des Vorstands bzw. Teilen desselben ein ziemlich massives Informationsdefizit bezüglich der Aktivitäten des CPB-Ausschusses - nuya, eigentlich besteht komplette Funkstille in unsere Richtung seitens des Ausschusses bzw. dessen Vorsitzenden. Da dies aua unserer Sicht nicht nur suboptimal sondern schlicht inakzeptabel ist, wurden für alle Vorstandsmitglieder Zugänge in den Arbeitsbereich des Ausschusses geöffnet - dieser Eingriff in die Souveränität führte zu dem bekannten Ergebnis. Man mag das doof finden, aber ....

Kurz darauf von Vorstandsmitglied Michail: Es ging u.a. um die Bitte des Ausschusses einen Antrag vorzeitig zu genehmigen, da eine gewissen Terminnot bestünde. Die Bitte unsererseits dann auch die Begründung für diesen Antrag vorzeitig zu liefern, geschah leider nicht (warum auch immer). Es geschah einfachnichts. Es geht also nicht nur um Richtlinien, sondern auch bereits um Anträge.

Auch noch am selben Abend, Ausschussmitglied Martin: Nein, wir wurden vor vollendete Tatsachen gestellt, wir wurden erst nach Verwunderung über neue Mitglieder in der Benutzergruppe „Ausschuss“ informiert. Man hat mit uns nicht den Dialog im Voraus gesucht, sondern offensichtlich nur mit [Ausschussvorsitzenden und WMDE-Schatzmeister] Olaf. ... Dass der Vorstand nicht auf diesen unseren Bericht warten kann, wo wir Ehrenamtliche gerade in Urlaub, Umzug oder Prüfungsstress sind, ist bedauerlich. Dass nun auch Vorstandsmitglieder Einsicht auf unsere internen Beratungen über Anträge haben, die Vorstandsmitglieder einreichten, erachte ich als problematisch und ohne vorherigen Hinweis bedenklich. Dass wir private Informationen dort hinterlassen haben, die für eine nun noch größere Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurden, kommt noch dazu.

Also mein Stand erster Abend: Irgendein dringendes Kommunikationsproblem zwischen WMDE-Vorstand und Ausschussvorsitzendem von dem der restliche Ausschuss nichts wusste. WMDE-Vorstand hat sich selbst Zugriff auf vertrauliche Daten eingeräumt.

Tag 2, 2. Juli.
Noch in der Nacht, Vorsitzender Sebastian: Der Vorstand tritt am Dienstag zu seiner nächsten Telefonkonferenz zusammen, wo auch das weitere Vorgehen besprochen wird. Ich gehe davon aus, dass wir uns Mittwoch [6. Juli, Tag 6) umfassend äußern können. [...] Aus Sicht des Vorstands war Eile geboten. Warum sie das war, werden wir auch begründen

Vorwurf in der Diskussion: [D]ie vermutung gründet sich darauf, dass der ausschuss ausdrücklich angekündigt hatte, am 3.7. seinen bericht zu liefern und auf den angaben der ausschussmitglieder, dass der vorstand keinerlei kommunikationsversuche gegenüber diesen gestartet hat, bevor die "drastischen massnahmen" ergriffen wurden. es ist aber lediglich eine vermutung.

Nochmal Sebastian: Die zweite Vermutung, der Vorstand hätte keinerlei Kommunikationsversuche gestartet, trifft auch nicht zu. Verbindungsglied zwischen Ausschuss und Vorstand ist der Schatzmeister, also Olaf. Ihm gegenüber wurden zu verschiedenen Zeiten Fragen gestellt und Informationswünsche mitgeteilt, von denen wir bis vor kurzem davon ausgingen, dass sie auch weitergeleitet wurden.

Nochmal von Ausschussmitglied Martin: Die eine Anmerkung sei vielleicht gestattet: Wieso werden die offensichtlich nicht nur mono- sondern bilateralen Probleme zwischen Vorstand und einem Ausschussmitglied (das nun auch noch Vorstandsmitglied ist) auf dem Rücken des gesamten Ausschusses ausgetragen? Das ist ein für mich vollkommen unverständliches, unzweckmäßiges Verhalten und schadet zwar nicht nur dem Ausschuss, aber vor allem diesem. ... Natürlich sind wir euch gegenüber rechenschaftspflicht, dann fragt doch aber gefälligst den Ausschuss. Das ist nicht so schwer, der hat eine Mailingliste.

Ausschussmitglied Anneke führt weiter aus: Hintergrund ist, dass der 1. Vorsitzende des Vereins gestern unangekündigt - und meinem Empfinden nach komplett aus dem Off - sich selbst und anderen Leserechte auf das interne Beratungswiki des Ausschusses verschafft hat ... In diesem Wiki lagern eine Menge personenbezogener Daten der Antragsteller sowie u.a. auch Telefonnummern der Ausschussmitglieder - Was geht hier eigentlich mit Datenschutz? // Mehrere Mitglieder des Vorstandes haben selbst Anträge eingereicht (von denen vom Ausschuss nicht alle bewilligt wurden). Auch diesbezüglich hat diese Vorgehensweise der Informationsbeschaffung ein Geschmäckle.

Längere Diskussion darum, ob Vorstandsmitglieder Achim und Sebastian eigene Anträge eingereicht haben. Haben sie, scheint aber allem Anschein nach keine Rolle bei der ganzen Sache zu spielen. Achim hat seine Anträge auch mittlerweile veröffentlicht, Sebastian ebenso wusste zu dem Zeitpunkt, dass sein Antrag schon seit Wochen abgelehnt war, und hat ihn formal vor der ganzen Aktion zurückgezogen. [Siehe dazu auch den Leserkommentar unten]

Achim stellt klar: Nur zur Kenntnis: Ich habe mir nirgends Rechte gegeben - ich wüßte nichtmal wie ich das tun sollte; Allen Vorstandsmitgliedern wurden entsprechend Rechte freigegeben... Ich persönlich habe den Zugriff bislang nicht genutzt und werde dies auch nicht tun.

Sebastian legt noch mal mit seiner Interpretation von Interessenkonflikten nach, und wie das ist mit eigenen Anträgen: Ich sehe den Konflikt gerade nicht. Unsere Richtlinie zu Interessenskonflikten sagt aus, dass betroffene Personen die Entscheidungsfindung nicht beeinflussen dürfen (von der Lieferung von Informationen und Antworten auf Fragen abgesehen). Sie sieht aber nicht vor, dass sie von den Beratungen und den Abstimmungen nichts wissen kann. Warum auch? Mir erschließt sich nicht, welcher Konflikt hier existieren sollte.

Kleine Grundsatzdiskussion zwischen Sebastian und Martin, ob der Ausschuss quasi autonom agiert, und bei den formal vorgegebenen Punkten den Vorstand informiert und entscheiden lässt, oder ob er quasi den Vorstand die ganze Zeit mit im Entscheidungsprozess halten sollte.

Vorstandsmitglied Ralf schlägt auf: Zur Kenntnis: Ich war technisch nicht in der Lage mir selbst Leserechte im CPB-Wiki zu geben. Ich habe nicht um diese Rechte gebeten, war an einer Entscheidung der Vergabe der Leserechte nicht beteiligt und werde diese Rechte auch nicht nutzen. Ich selbst habe keine Anträge an das CPB gestellt und sehe mich deshalb auch in keinerlei Hinsicht befangen,

Vorschlag aus der Community, die Leserechte wieder abzugeben und normal zu kommunizieren. Antwort Sebastian: Ich bin für jede konstruktive Lösung dankbar. Allerdings ist es zu früh, jetzt schon danach zu suchen, wenn das eigentliche Problem noch nicht abschließend untersucht wurde. Mehr möchte ich dazu nicht sagen. Was wohl heißen soll: die Leserechte bleiben aus Gründen beim Vorstand.

Abend weitere Unklarheiten, weil nicht nur der Vorstand, sondern auch einige wenige MItarbeiter der Geschäftsstelle Zugriff auf die Ausschusswiki, und damit auf alle darin enthaltenen Daten haben; ob das vorher bekannt war, und inwieweit diese benötigt werden, um den Ausschuss organisatorisch zu unterstützen.

Im Hintergrund spielt die Nebenhandlung Serbien, die aber in all ihrer Gloriosität einen eigenen Blogpost verdient.

Weitere Grundsatzdiskussionen, ob Vorstandsmitglieder überhaupt berechtigt sind, Anträge zu stellen. In Kürze: ja.

Nachts Vorstandsmitglied Sebastian W. (nicht der Vorsitzende): Danke. Es glaubt Gottseidank niemand ernsthaft, dass irgend jemand der daran Beteiligen (oder sind wir schon bei „darin Verwickelten“ angekommen?) die Vergabe des Budgets im Sinne des Vereinszwecks verhindern will. Inzwischen weiß ich aber wieder, warum ich so lange mit mir ringen musste, mich als Kandidat für den Vorstand zur Verfügung zu stellen. Es gibt zu wenige, die die Fahne der Vernunft über dem Meer der Eitelkeiten schwenken.

Tag 3, 3. Juli: Grundsatzpost eines Communitymitglieds: ...Nicht zum ersten Mal fällt die Vereinsführung, insbesondere in Form des 1. Vorsitzenden, negativ auf. Es ist wie in der Politik: es wird moralisch und in Punkto gesunde Sensibilität und Integrität so was von daneben gegriffen, danach wird - wenns denn auffällt - in Politsprech herumgewieselt oder stur und wortkarg die eigene Position durchgesetzt und nach Kohl'scher Manier ausgesessen. Was bei WMDE leider allzu oft vergessen zu werden scheint: nicht alles, was nicht explizit in MVs verboten wurde, ist erlaubt. Und noch viel mehr ist nicht alles, was machbar sein könnte, auch sinnvoll...

Weitere Diskussion, um Anträge durch Vorstandsmitglieder. Nochmal Ausschussmitglied Anneke: Um hier mal ein wenig Klarheit zu schaffen: Formell gesehen ist das Einreichen von Anträgen seitens des Vorstandes möglich. Im Endeffekt war es dem Ausschuss auch lieber, die Leute stellen Anträge offen, als das irgendwelche Pappkameraden vorgeschickt werden (das ist bei der Vernetzung hier ja durchaus möglich). Ansonsten haben wir diese Anträge wie alle anderen behandelt, d.h. wir habe geguckt, ob wir das Konzept für konsistent und sinnvoll halten. Auch ist der Antrag von Sebastian im Vorfeld aus inhaltichen Gründen abgelehnt worden, nicht aus persönlichen. Thema Druck: Nein, es ist kein weiterer Druck seitens der Vorstandes ausgeübt worden. Allerdings empfinde ich seit gestern durchaus einen gewissen Druck und ich habe nach wie vor Probleme, wenn sich Personen, die hier einen Antrag eingereicht haben sich hier Leserechte verschaffen,

Anderes Communitymitglied: Auch mal meine Sicht als communitymitglied dazu: Ein Sturm im Wasserglas. Offenbar gab es vorher keine Überlegungen wie dieses Gremium zu Arbeiten hat. Dann ist auch die Kommunikation über nur eine Person, zwischen Gruppe und Verein, offenbar nicht optimal gewesen.

Noch ein Communitymitglied: Ich habe lange Jahre einen Verein geführt und weiß, dass man als Vorsitzender Dinge erfährt, die nicht an die Öffentlichkeit gehören: Erkrankungen von Mitgliedern und Mitarbeitern, private Geldprobleme usw. Das Vertrauen der Mitglieder, dass man in solchen Bereichen im Sinne des Vereins vorgeht, gewinnt man nur, wenn man in allen anderen Bereichen sorgfältig dokumentiert, nachvollziehbar Informationen weitergibt, auf Fragen kurzfristig antwortet und nicht immer wieder und in vielen Bereichen Gründe findet, Informationen zurückzuhalten, Berichte verspätet vorlegt usw. Dazu gehört auch Sensibilität für mögliche Konflikte

Tag 4: Ausschussvorsitzender und WMDE-Schatzmeister Olaf taucht wieder auf: Ich bitte alle Beteiligten, die interne Klärung innerhalb des Budgetauschusses und des Vorstandes abzuwarten. Ich gehe davon aus, dass in den kommenden Tagen klärende Gespräche stattfinden.

Sebastian nochmal: Ich hatte auf dieser Seite mehrfach erklärt, dass der Vorstand am Dienstag abend (also morgen) zu einer Telefonkonferenz zusammentreten wird und dass ich davon ausgehe, dass wir am Mittwoch über die Hintergründe der Situation berichten werden. ... Ein paar persönliche Worte: diese ewige Ungeduld und Neugier, dieses ewige immer-alles-sofort-wissen-müssen, selbst bevor die Fakten überhaupt für irgendjemanden klar sind, ist einfach nur ätzend und destruktiv. Niemandem ist damit geholfen. Wenn ich hier erkläre, dass innerhalb von fünf Tagen alles aufgeklärt werden wird, dann erwarte ich, dass das ausreicht und Spekulationen, Mutmaßungen und insbesondere Anklagen und Unterstellungen sofort aufhören.

Spätabends Stellungnahme Ausschussmitglied Peter: Ich bin z. Zt. im Urlaub. Allen Mitgliedern des Budgetausschusses ist das bekannt, auf meiner Benutzerseite in WP ist das ebenfalls mitgeteilt. ...Mein Vertrauen in die Zusammenarbeit mit dem Vorsitzenden des Vereins ist durch dessen Eingriff in die Interna des Ausschusses massiv gestört. Solange hier von Seiten des Vereinsvorstands bzw. des Vereinsvorsitzenden eine vollumfänglich nachvollziehbare Erklärung für dieses Tun fehlt, lasse ich als Community-Vertreter alle Amtsgeschäfte ruhen. Dass die Arbeit des Ausschusses, die ich als ausnahmslos sachbezogen u verantwortlich erlebt und mitgestaltet habe, auf eine solche Art und Weise in Misskredit gebracht werden kann, hätte ich vor dem zurückliegenden Wochenende niemals für möglich gehalten

Tag 6, Tag der angekündigten großen Erklärung des Vorstands: Die Vorstandsmitglieder geben ihre Leserechte wieder ab. Erklärung Anneke: Für`s Protokoll: Der Vorstand hat gestern getagt und die Leserechte für das interne Beratungswiki wurden gestern wieder zurückgenommen und es erfolgte eine schriftliche Entschuldigung seitens Sebastian Moleskis an die Mitglieder dieses Ausschusses. Ob da alle so mit zufrieden sind, kann ich nicht sagen, ich persönlich erwarte hier zumindest auch noch eine öffentliche Entschuldigung.

Große Aufklärung kommt nicht. Zitat: Die Diskussion im Vorstand ist noch nicht abgeschlossen. In den nächsten Tagen wird der Austausch fortgeführt. Auch mit dem Ausschuss werden weitere Gespräche stattfinden, um die nötigen Voraussetzungen für die Fortführung seiner Arbeit zu schaffen und die persönliche Vertrauensbasis zu stärken.

Die Mitgliedschaft ist lautstark unbegeistert.

Abends, Community: die statements des vorstandes erklären leider weder eine echte nachvollziehbare eilsituation, noch findet sich hier eine unmissverständliche und klare entschuldigung. was soll das? nachdem die mitglieder des budgetausschusses durch die aktionen und äusserungen von vorstandsmitgliedern erheblich diskreditiert worden sind, erwarte ich, dass der vorstand hier auch klare worte findet, um deren reputation wieder herzustellen. andernfalls muss klarer ausgesprochen werden, was einer solchen entschuldigung entgegenstehen könnte. ich glaube nicht, dass eine vertrauensvolle zusammenarbeit in der zukunft möglich wird, wenn vorwürfe weiter einfach im raum stehen bleiben

Noch eins von zahlreichen Beispielen: «Nachdem es keinen Bedarf mehr für den direkten Zugriff auf Wiki und Mailingliste des Budgetsausschusses gab, hat Sebastian Moleski noch während der Konferenz die Zugänge auf den Stand vor dem 1. Juli zurückgesetzt.» Sorry, in viereinhalb Stunden mus man abklären können, ob es diesen Bedarf gegeben hat, oder ob der nie vorhanden war, und für eine allfällige Begründung auch eine Formulierung finden. In einer Woche, sagt ihr, diskutiert ihr weiter?

Dafür immerhin ein genehmigter Eilantrag: Wikipedia Loves Monuments Mittelhessen.

Zusammenfassung durch Achim was in der Telefonkonferenz passierte:

Wir haben uns darauf verständigt, dass die Zugänge für die Vorstandsmitglieder in das Arbeitswiki nicht notwendig sind - alle Zugänge wurden entsprechend auf den vorherigen Stand zurückgesetzt, Sebastian hat sich für den Eingriff entschuldigt und ihn erklärt.
Wir haben über einen uns vorliegenden, dringlichen Antrag für ein CPB-Projekt beraten und einstimmig beschlossen, dass wir den uns mittlerweile vorliegenden Begründungen des Ausschusses für eine Förderung folgen - das Projekt kann nun starten, Informationen siehe oben und im Wikipedia:Kurier.
Wir haben in der durch das Fehlen eines zentralen Vorstandsmitglieds zu überbrückenden Zeit beschlossen, dem CPB-Ausschuss ein Treffen zur Klärung vorzuschlagen und es ihnen zu überlassen, ob ein solches gewünscht ist - die Anfrage ging an den Ausschuss gemeinsam mit der Übermittlung des Ergebnisses.
Wir haben weitere Wartezeit mit aus aktueller Sicht relativ unwichtigen Themen gefüllt - bsp. über den Kommentar von Wikimedia Serbien auf dieser Seite
Wir haben darüber beraten, was von dem Eindringen in die Mailingliste durch Sebastian zu halten ist - im Ergebnis hat er den Fehler eingeräumt, dass er nicht richtig kommuniziert hat und er hat sich bei den Mitgliedern des Ausschusses intern und hier öffentlich entschuldigt.
Wir haben abschliessend 2 1/2 Stunden an einer ausführlichen Darstellung des Sachstandes, der Chronologie der Ereignisse und auch Wahrnehmungen gearbeitet, bei der in der mittlerweile längst nicht mehr entspannten Atmosphäre innerhalb des sehr divers besetzten Vorstands an nahezu jedem Satz gefeilt wurde, bis die zentralen Sichtweisen der diametral gegenüberliegenden Wahrnehmungen vertreten waren - dieser Bericht wurde heute an den Ausschuss versendet und ist hoffentlich Gegenstand der kommenden Telefonkonferenz.
Wir haben abschliessend darüber beraten, wie wir der langen Latte noch offener Fragen, gegenseitiger Anschuldigungen und Vorwürfe, Vorhaltungen durch Ausschussmitglieder, Antragsteller und der Community begegnen wollen und können, ohne mit voreiligen Verurteilungen etc. an die Öffentlichkeit zu treten. Wir sind uns in etlichen Punkten in ihrer Bewertung und Relevanz noch immer nicht einig und es bedarf noch einiges an Diskussion und auch Streit, um diese Punkte zu klären. All das lässt sich im aktuellen Zustand nicht nach außen kommunizieren, ohne weitere Vermutungen zu nähren, weiteres Mißtaruen und weitere Vorwürfe aufzubauen


Tag 7, 7. Juli:
Ausschussmitglied Peter nachts: ..[Sebastian] hat sich ohne vorherige Rücksprache mit dem Vereinsvorstand diese Infos einfach durch Eindringen in das Arbeitswiki des Ausschusses sowie durch Lektüre von ausschussinternen Mails (Mailingliste des Ausschusses) beschafft. In diesem Wiki und in dieser Mailingliste gibt es nichts, was in irgendeiner Weise unsauber, problematisch, unfair, vereinsgefährdend oder unlauter wäre. Hier wurde auch nicht daran gearbeitet, dem Vorstand Infos systematisch vorzuenthalten, wie [Sebastian] in den letzten Tagen nicht müde wurde anzudeuten.


Tag 8: Langes Statement Olaf S, der selber auf der Mitgliedsversammlung einen Antrag auf ein anderes Verfahren gestellt hatte, und auch einen Antrag beim jetzigen Ausschuss gestellt hat: Das Gutachtergremium agierte - ich sage das nachdem ich ihm als Antragsteller gegenübersaß - hochprofessionell. Die Stimmung im Beratungsraum, in dem Antragsteller sich den Fragen der Gutachter stellten, war offen und sachlich kritisch gegenüber den Bewerbern, es roch nach konzentrierter Mammutsitzung. Ich war da ehrlich beeindruckt, fand das als Antragsteller faszinierend gut organisiert. ... Die aktuelle Konfliktzone zwischen Vorstand und Ausschuss überraschte mich nicht - im Moment frage ich mich, ob der Fehler allein persönlicher Natur ist, oder ob ich ihn als Strukturfehler einstufen soll. Dass es gut war, ein Communitybudget auszuschreiben, steht außer Frage - die Menge der Anträge und die Arbeit des Gremiums, das hier engagiert tätig wurde - ein klares ja. Mir wäre viel daran gelegen, die Mitglieder des Gremiums würden individuell nachdenken, ob man das Vorverfahren (vor der Vorladung in Hamburg) öffentlicher hätte führen sollen und wie ein solches Gremium gegenüber dem Vorstand positioniert sein soll. Ich vermutete im Herbst, es würde am freisten urteilen, wenn es selbst nicht entschiede, nur einen fundierten Ratschlag abgab.

Tag 9-12: Übliches Diskussionsrauschen. Viele spannende und interessante Vorschläge zu geänderten Strukturen, die hier jedoch den Rahmen sprengen würden.

Tag 13 (tatsächlich gepostet während ich hier im Blogpost gerade zwischen Tag 2 und 3 schrieb): Ralf für den Vorstand:
[...] Der CPB-Ausschuss hat am 17. Juni 2011 vor Beschlussfassung über die vorliegenden Förderanträge seine Geschäftsordnung geändert und Ausschussmitglieder, die selbst Antragsteller oder eng mit einzelnen Anträgen verbunden waren, haben an der Beratung ihrer Anträge teilgenommen. Es besteht im Vorstand Konsens, dass in der Geschäftsordnung des Ausschusses die Nichtteilnahme von Antragstellern an Beratungen hätte klarer geregelt werden müssen. Alle Antragsteller sollten die gleichen Bedingungen haben und nicht besser gestellt sein, nur weil sie gleichzeitig dem Ausschuss angehören. Wir sehen hier Bedarf, missverständliche Formulierungen zu korrigieren. Etwaige Änderungen an der Geschäftsordnung sollen dem Vorstand zukünftig zeitnah, insbesondere vor ihrer erstmaligen Anwendung übermittelt werden.

Aus dem Vorstand heraus sind an den Schatzmeister und CPB-Ausschussvorsitzenden Olaf mehrere dringliche Anfragen zur Arbeit des CPB-Ausschusses gestellt worden, die jedoch unbeantwortet blieben. Während einigen Mitarbeitern und den Mitgliedern des Ausschusses Olafs private Hinderungsgründe bekannt waren, wurde dies dem Vorstand nicht kommuniziert. Für solche Verhinderungen haben wir zwar Verständnis, müssen aber auch anerkennen, dass diese fehlende Information zu erheblichen Missverständnissen geführt hat. Wir stellen mehrheitlich fest, dass der Schatzmeister durch die fehlende Information an den Vorstand Mitschuld an den Ereignissen trägt, ihm daraus jedoch keine grobe Pflichtverletzung vorzuwerfen ist. Allgemein sind alle Vorstandsmitglieder aufgefordert, etwaige Verhinderungen zeitnah im Vorstand mitzuteilen, um grundsätzliche Irritationen zu vermeiden und gegebenenfalls Aufgaben anders zu verteilen. Um den Kontakt in den Ausschuss zu verbessern, wird hier eine weitere Ansprechperson (Vertretung) gewünscht.

Wir stellen auch mehrheitlich fest, dass der Eingriff in das Ausschuss-Wiki und die Ausschussmailingliste durch Sebastian nicht notwendig war. Wir haben uns zwar intensiv mit den Beweggründen des Ersten Vorsitzenden auseinandergesetzt, sind aber der Überzeugung, dass es bessere Wege zur Informationserlangung – wie beispielsweise die direkte Ansprache von möglichst vielen Ausschussmitgliedern – gegeben hätte. Wir missbilligen mehrheitlich die gewählte Vorgehensweise und bedauern die dadurch entstandenen Differenzen zwischen CPB-Ausschuss und Vorstand. [...] Uns ist zwischenzeitlich der sehr umfangreiche Bericht des CPB-Ausschusses zu seiner Arbeit in Hamburg zugegangen. Für die detaillierten Darstellungen der Bewertungen zu den einzelnen Anträgen bedanken wir uns ausdrücklich bei allen Beteiligten. Die geleistete Arbeit verdient ein genaues Studium, weshalb wir über diese Anträge erst in der Telefonkonferenz am kommenden Dienstag beraten können (es braucht schlichtweg viel Zeit zum Lesen) [...]





Kommentare:

Martin R. hat gesagt…

Zwei Anmerkungen:
* „Sebastian ebenso wusste zu dem Zeitpunkt, dass sein Antrag schon seit Wochen abgelehnt war, und hat ihn formal vor der ganzen Aktion zurückgezogen“ … er hat den Antrag erst nach Ansprache von Anneke, wieso Achim und er Leserechte hätten, in seiner Erklärung an den CPB-Ausschuss, wieso er die Rechte vergeben hat (Begründung: Informationszurückhaltung), zurückgezogen.
* „Langes Statement Olaf, der selber auf der Mitgliedsversammlung einen Antrag auf ein anderes Verfahren gestellt hatte, und auch einen Antrag beim jetzigen Ausschuss gestellt hat“ … gemeint ist hier Olaf Simons, nicht Olaf Kosinsky.

dirkfranke hat gesagt…

Merci,

ich hab den Olaf mal mit einem Nachnamensinitial versehen + beim Rückzug einen Hinweis auf die Kommentare dazugesetzt.

Marcus Cyron hat gesagt…

Zwischenfazit: ein zertrümmerter Porzellanladen, ein CPB-Mitglied und zwei WMDE-Vorstände zurück getreten (nach weit verbreitetet Auffassung: die Falschen), Im Vorstand bestehen ganz offensichtlich immense Animositäten, selbst Wikimedia Serbien wurde mit in den Strudel gerissen. Und der 1348. Appell: endlich mehr Offenheit in den WMDE-Gremien bitte. In allen. Gerne hätte ich den PBA öffentlich tagen sehen. Ich wünschte, wir hätten endlich ein Vorstandsmitglied, das nach jedem Treffen, nach jeder TelKo ganz offen berichtet. Und nur das weg lässt, was absolut zwingend nicht an die Öffentlichkeit darf. Und dieses darf dann auch nicht als "Stille Post" verschickt werden. Aber ich bin wohl Anspruchsvoll.

dirkfranke hat gesagt…

+1. Mein Wunschtraum wäre ja als Default: alles offen, außer es gibt berechtigte Schutzinteressen. Jetzt: alles geschlossen, außer das Thema ist so groß, dass man es offen machen muss.

(nein, Achim, Du bist grad nicht gemeint, zieh Dir nicht jeden Schuh an)